Phyſikaliſche Geographie
von
Heinr: Alex: Freiherr v. Humboldt.
vorgetragen im Winterſemeſter
1827/8.
Otto v. Stückradt
von
Heinr: Alex: Freiherr v. Humboldt.
vorgetragen im Winterſemeſter
1827/8.
Otto v. Stückradt
1. Vorlesung, 3. November 1827
Propädeutik.
Allgemeines Naturbild.
Die Materie iſt in großen Kugeln geballt
, im Weltraume verbreitet, und im einem
fortwährenden Licht-proceſse begriffen.
3000 Nebelflecke ſind uns außer den Sternen
die wir ſehen bekannt, ohne diejenigen, welche
dunſtförmige Körper zu ſein ſcheinen,
und die ſo weit von der Erde entfernt ſind
daß das Licht 20 bis 24 tauſend Jahre gebrauchen
würde um zu uns zu gelangen. In der
Caſsiopeja und im Schlangenträgen erſcheinen
und verſchwinden Sterne an denſelben Stellen.
Die Himmelsräume ſcheinen mit einer Lichtſchwächenden
Materie gefüllt zu ſein, wo dieſe
Maſse nicht ſo dicht gewebt iſt ſieht man in
noch entfernter Räume hinein. Dieß ſind
die ſchwarzen Flecken, die man mit dem Namen
Kohlſäcke benannt hat.
Nicht alle Körper ſtralen daſselbe Licht aus; ſondern
das Licht verſchiedener Sterne läßt ſich
noch verſchieden zerlegen. – Andere Sternſchichten
Propädeutik.
Allgemeines Naturbild.
Die Materie iſt in großen Kugeln geballt
, im Weltraume verbreitet, und im einem
fortwährenden Licht-proceſse begriffen.
3000 Nebelflecke ſind uns außer den Sternen
die wir ſehen bekannt, ohne diejenigen, welche
dunſtförmige Körper zu ſein ſcheinen,
und die ſo weit von der Erde entfernt ſind
daß das Licht 20 bis 24 tauſend Jahre gebrauchen
würde um zu uns zu gelangen. In der
Caſsiopeja und im Schlangenträgen erſcheinen
und verſchwinden Sterne an denſelben Stellen.
Die Himmelsräume ſcheinen mit einer Lichtſchwächenden
Materie gefüllt zu ſein, wo dieſe
Maſse nicht ſo dicht gewebt iſt ſieht man in
noch entfernter Räume hinein. Dieß ſind
die ſchwarzen Flecken, die man mit dem Namen
Kohlſäcke benannt hat.
Nicht alle Körper ſtralen daſselbe Licht aus; ſondern
das Licht verſchiedener Sterne läßt ſich
noch verſchieden zerlegen. – Andere Sternſchichten
haben eine linſenförmige Geſtalt, daher ſehen wir
auf der ſchmaleren Seite mehrere Sterne über
einander – Milchſtraße – weil auf der breiteren
weniger zu ſein ſcheinen. – In dem
Sternſyſtem ſcheinen auch die Fixſterne ihre
eigene Bewegung zu haben.
Unſer Planetenſyſtem unterſcheidet zwei
verſchiedene Theile. Die Grenze machen die
kleinern Planeten, Asteroiden. Von den Planeten
zu den Cometen iſt kein Uebergang, es
zeigt ſich durch keine Verwandſchaft zwiſchen
dieſen Himmelskörpern. Der dichteſte
Komet hat etwa die Dichtigkeit von 1/5000 der
Erde. – Die Ekliptik der kleinern Planeten
iſt nicht mit der, der Erde zuſammenfallend
ſondern macht mit dieſer einen Winkel
von 34°. – Dieſe Planeten nähern ſich hierin
etwas den Kometen, mit denen ſie jedoch
ſonst nichts gemein haben.
Die der Sonne am nächsten ſich befindende
Planeten haben eine Dichtigkeit wie Platina
oder Magnetſtein, drehen ſich langsam und
ſind wenig abgeplattet; die weiter entfernten
auf der ſchmaleren Seite mehrere Sterne über
einander – Milchſtraße – weil auf der breiteren
weniger zu ſein ſcheinen. – In dem
Sternſyſtem ſcheinen auch die Fixſterne ihre
eigene Bewegung zu haben.
Unſer Planetenſyſtem unterſcheidet zwei
verſchiedene Theile. Die Grenze machen die
kleinern Planeten, Asteroiden. Von den Planeten
zu den Cometen iſt kein Uebergang, es
zeigt ſich durch keine Verwandſchaft zwiſchen
dieſen Himmelskörpern. Der dichteſte
Komet hat etwa die Dichtigkeit von 1/5000 der
Erde. – Die Ekliptik der kleinern Planeten
iſt nicht mit der, der Erde zuſammenfallend
ſondern macht mit dieſer einen Winkel
von 34°. – Dieſe Planeten nähern ſich hierin
etwas den Kometen, mit denen ſie jedoch
ſonst nichts gemein haben.
Die der Sonne am nächsten ſich befindende
Planeten haben eine Dichtigkeit wie Platina
oder Magnetſtein, drehen ſich langsam und
ſind wenig abgeplattet; die weiter entfernten
durchgängig haben eine ſehr geringe Dichtigkeit
, ſo wie Bernstein, Naphta und Waſser und
ſind weit mehr abgeplattet. – Die der letztern
ſind den Monden Ringen eigenthümlich.
Bis jetzt kennt man 400 Cometen aber es gehören
wahrſcheinlich mehr denn 100000 zu unſerm
Sonnenſyſtem. Es ſind uns nur 2 Kometen
von denen wir bestimmt wiſsen daß
ſie zu unſerm System gehören, von denen wir
wiſsen, daß ſie in ihre Bahn zurückkehren, bekañt
es ſind dieß der Enkiſche Comet und der
vom Capitaine Rivnal beobachtete; der letztere iſt
es, welcher unſerer Erde am nächsten kommen
könnte indem ſeine Bahn die Erdbahn durchſchneidet
. Es ſcheint, daß die Bewegung der
Planeten oszillirend ſei.
Wir haben hinsichts der telluriſchen Verhältniſse
: Maſse, Größe, Form und Dichtigkeit
unſerer Erde zu bestimmen. –
Die Erde hat eine Abplattung von 1/289 des
Durchmeſsers, und zwar auf beiden Halbkugeln
gleich. Die Dichtigkeit iſt 4,5
wie die des Magnetsteins. 3½ iſt die des
Basalts, daher muß die Dichtigkeit der Erde
, ſo wie Bernstein, Naphta und Waſser und
ſind weit mehr abgeplattet. – Die der letztern
ſind den Monden Ringen eigenthümlich.
Bis jetzt kennt man 400 Cometen aber es gehören
wahrſcheinlich mehr denn 100000 zu unſerm
Sonnenſyſtem. Es ſind uns nur 2 Kometen
von denen wir bestimmt wiſsen daß
ſie zu unſerm System gehören, von denen wir
wiſsen, daß ſie in ihre Bahn zurückkehren, bekañt
es ſind dieß der Enkiſche Comet und der
vom Capitaine Rivnal beobachtete; der letztere iſt
es, welcher unſerer Erde am nächsten kommen
könnte indem ſeine Bahn die Erdbahn durchſchneidet
. Es ſcheint, daß die Bewegung der
Planeten oszillirend ſei.
Wir haben hinsichts der telluriſchen Verhältniſse
: Maſse, Größe, Form und Dichtigkeit
unſerer Erde zu bestimmen. –
Die Erde hat eine Abplattung von 1/289 des
Durchmeſsers, und zwar auf beiden Halbkugeln
gleich. Die Dichtigkeit iſt 4,5
wie die des Magnetsteins. 3½ iſt die des
Basalts, daher muß die Dichtigkeit der Erde
im Innern ſehr zu nehmen.
Die Temperatur nimmt im Innern der Erde
zu, und es läßt ſich erwarten daß nach dem
Mittelpunkte zu alles flüſsig iſt, ſo wie uns die
Kerne der Kometen erſcheinen die durchsichtig
ſind. – Die äußern Wände der Erde ſind
die Oxide, und dadurch die Oxydation feſt geworden
. – Dieſe innere Wärme ſetzt auch wahrſcheinlich
die magnetiſchen und electriſchen Kräfte
in Bewegung, wozu die Sonnenwärme, die
noch chemiſch wirkende Beſtandtheile hat, beiträgt
. – Das Klima hat keinen Einfluß auf
dieſe Oxydation.
2. Vorlesung, 7. November 1827
Der Durchmeſser unſeres Sonnensÿstems
beträgt 86000 Million Meilen. – Da die abſoloute
Größe nicht ſo leicht ein Bild von
der Sache ſelbst giebt, als das Verhältniß desſelben
, ſo hat man ſich eine deutliche Vorſtellung
von der Größe der bekannten Welt
machen, wenn man den Durchmeſser unſeres
Sonnenſyſtem 1‴ gleich ſetzt, unſere Sternſchicht
würde demnach 260′ im Durchmeſser haben und
die letzten Nebelflecke, die man noch geſehen hat
ſich nur 4⅓ Meilen entfernt befinden.
Die Temperatur nimmt im Innern der Erde
zu, und es läßt ſich erwarten daß nach dem
Mittelpunkte zu alles flüſsig iſt, ſo wie uns die
Kerne der Kometen erſcheinen die durchsichtig
ſind. – Die äußern Wände der Erde ſind
die Oxide, und dadurch die Oxydation feſt geworden
. – Dieſe innere Wärme ſetzt auch wahrſcheinlich
die magnetiſchen und electriſchen Kräfte
in Bewegung, wozu die Sonnenwärme, die
noch chemiſch wirkende Beſtandtheile hat, beiträgt
. – Das Klima hat keinen Einfluß auf
dieſe Oxydation.
2. Vorlesung, 7. November 1827
Der Durchmeſser unſeres Sonnensÿstems
beträgt 86000 Million Meilen. – Da die abſoloute
Größe nicht ſo leicht ein Bild von
der Sache ſelbst giebt, als das Verhältniß desſelben
, ſo hat man ſich eine deutliche Vorſtellung
von der Größe der bekannten Welt
machen, wenn man den Durchmeſser unſeres
Sonnenſyſtem 1‴ gleich ſetzt, unſere Sternſchicht
würde demnach 260′ im Durchmeſser haben und
die letzten Nebelflecke, die man noch geſehen hat
ſich nur 4⅓ Meilen entfernt befinden.
Die Entfernung der Erde vom Uranus würde
demnach 0,01‴ betragen. Das Sehen durch die
optiſche Inſtrumente würde ſich verhalten wie
4⅓ Meilen zu 3′. – Das kleinste Infuſionsthierchen
das wir kennen, hat zum größten Durchmeſser
0,001‴; alſo hätten dieſe daſselbe Verhältniß
zum Wallfiſche wie unſer Sonnenſyſtem zu den
entfernteſten Nebelflecken.
Zu dieſen Beſtimmungen hat uns die Phyſik
und die Entdeckungen größtentheils verholfen.
Von dem Materiellen des Planeten kennt
man nur ſehr wenig; und zu Ahnungen berechtigen
uns die Mondſteine. –
Die Erdrinde kennen wir nur bis zu einer
Tiefe von 900′. Es ergiebt ſich, daß je größer
die Tiefe iſt, um deſtomehr die Wärme
zunimmt – dieß beſtätigen die in Bergwerken
gemachten Erfahrungen. – Auch zeigen die tiefſten
Quellen die größte Wärme. In den tiefen
Bergwerken ſelbſt in den kalten Zonen findet ſich
die Temperatur der heißen Zonen Doc hat ſich
ſelbſt überall mit dieſen Unterſuchungen beſchäftigt
In einer Tiefe von wenigen Meilen iſt, nach den
demnach 0,01‴ betragen. Das Sehen durch die
optiſche Inſtrumente würde ſich verhalten wie
4⅓ Meilen zu 3′. – Das kleinste Infuſionsthierchen
das wir kennen, hat zum größten Durchmeſser
0,001‴; alſo hätten dieſe daſselbe Verhältniß
zum Wallfiſche wie unſer Sonnenſyſtem zu den
entfernteſten Nebelflecken.
Zu dieſen Beſtimmungen hat uns die Phyſik
und die Entdeckungen größtentheils verholfen.
Von dem Materiellen des Planeten kennt
man nur ſehr wenig; und zu Ahnungen berechtigen
uns die Mondſteine. –
Die Erdrinde kennen wir nur bis zu einer
Tiefe von 900′. Es ergiebt ſich, daß je größer
die Tiefe iſt, um deſtomehr die Wärme
zunimmt – dieß beſtätigen die in Bergwerken
gemachten Erfahrungen. – Auch zeigen die tiefſten
Quellen die größte Wärme. In den tiefen
Bergwerken ſelbſt in den kalten Zonen findet ſich
die Temperatur der heißen Zonen Doc hat ſich
ſelbſt überall mit dieſen Unterſuchungen beſchäftigt
In einer Tiefe von wenigen Meilen iſt, nach den
Verſuchen zu ſchlieſsen, das Innere der Erde ſchon
geſchmolzen. – Hieraus folgen von ſelbſt die
vulkaniſchen Erſcheinungen und die heißen Quellen.
Dieſe ſind bleibend, während jene nur temporär
ſind; ſie kommen hervor nur durch oft augenblickliche
Spannung. – Es giebt einen Zuſtand
in dem alle Planeten unabhängig von der
Sonnenwärme ſich durch innere Gährung erwärmen
, wo die Wärme durch Spalten hervor
dringt Chaos . Iſt die Oberfläche oxydirt,
ſo nimmt die Temperatur allmählig ab. –
Die bleibenden Vulkane bilden Gebirgsarten
eigner Art; bald dicht, bald kriſtalliniſch
Eiſenerz, Basalt, Porphyr, Granit
Zuerſt finden wir eine lockere Schicht aufgeſchwemmt
; mit Knochen angefüllt, und dichtere
Schichten von Kalkſtein, auch mit thieriſchen
Spuren und fragmentariſchem Geſtein; dann
folgen Thonſchichten, ſchwarzem Kalkſtein mit
wenigen Spuren von Organiſation; dann folgt
Greus, Granit und Glimmer und endlich Baſalt
etc. Dieſe nennt man oft, die ſo genannten
Urgebirge, weil man das Untere für das
ältere hält. – In den Uebergangs-Gebirgen findet
geſchmolzen. – Hieraus folgen von ſelbſt die
vulkaniſchen Erſcheinungen und die heißen Quellen.
Dieſe ſind bleibend, während jene nur temporär
ſind; ſie kommen hervor nur durch oft augenblickliche
Spannung. – Es giebt einen Zuſtand
in dem alle Planeten unabhängig von der
Sonnenwärme ſich durch innere Gährung erwärmen
, wo die Wärme durch Spalten hervor
dringt Chaos . Iſt die Oberfläche oxydirt,
ſo nimmt die Temperatur allmählig ab. –
Die bleibenden Vulkane bilden Gebirgsarten
eigner Art; bald dicht, bald kriſtalliniſch
Eiſenerz, Basalt, Porphyr, Granit
Zuerſt finden wir eine lockere Schicht aufgeſchwemmt
; mit Knochen angefüllt, und dichtere
Schichten von Kalkſtein, auch mit thieriſchen
Spuren und fragmentariſchem Geſtein; dann
folgen Thonſchichten, ſchwarzem Kalkſtein mit
wenigen Spuren von Organiſation; dann folgt
Greus, Granit und Glimmer und endlich Baſalt
etc. Dieſe nennt man oft, die ſo genannten
Urgebirge, weil man das Untere für das
ältere hält. – In den Uebergangs-Gebirgen findet
man Spuren von vegetabiliſchen Leben und Verſteinerungen
von Muſcheln.
Zwiſchen dieſen Gebirgsſchichten findet man viele
vegetabiliſche Spuren, Steinkohlen, ganze verſchüttete
Waldungen, Palmengewächſe und auch
Tropengewächſe. – Die baumartigen Farrenkräuter
findet man ſogar dort, doch nicht unſere
jetzigen Bäume.
3. Vorlesung, 10. November 1827
Dieſes conſtante Zuſammenſein einzelner
Foſsilien Stoffe bildet Gebirgsarten, die
wieder Gruppen bilden, z. B. Granit, Greus,
Glimmerſchiefer, Baſalt, Mandelſtein, Steinkohlen
, Quarzſchiefer die man allſeitig neben,
über, und unter einander findet. Sie liegen in
fortlaufenden oder periodiſch abwechſelnden und
wiederkehrenden Reichen zuſammen und die
Kenntniß hievon iſt im Berglande ſehr wichtig.
Die Gebirgsarten theilen ſich in mehere Klaſsen:
1, In plattenförmige, voll Meeresproducte, Kalkſteinerz
Flötzgebirge, die Kreide u s w.
2, Fragmentariſche Gesteine Bruchstücke
3, Körnige, aus meheren Gebirgsarten zuſammengeſetzt
Granit, Porphyr, Serpentin und Baſalt
von Muſcheln.
Zwiſchen dieſen Gebirgsſchichten findet man viele
vegetabiliſche Spuren, Steinkohlen, ganze verſchüttete
Waldungen, Palmengewächſe und auch
Tropengewächſe. – Die baumartigen Farrenkräuter
findet man ſogar dort, doch nicht unſere
jetzigen Bäume.
3. Vorlesung, 10. November 1827
Dieſes conſtante Zuſammenſein einzelner
Foſsilien Stoffe bildet Gebirgsarten, die
wieder Gruppen bilden, z. B. Granit, Greus,
Glimmerſchiefer, Baſalt, Mandelſtein, Steinkohlen
, Quarzſchiefer die man allſeitig neben,
über, und unter einander findet. Sie liegen in
fortlaufenden oder periodiſch abwechſelnden und
wiederkehrenden Reichen zuſammen und die
Kenntniß hievon iſt im Berglande ſehr wichtig.
Die Gebirgsarten theilen ſich in mehere Klaſsen:
1, In plattenförmige, voll Meeresproducte, Kalkſteinerz
Flötzgebirge, die Kreide u s w.
2, Fragmentariſche Gesteine Bruchstücke
3, Körnige, aus meheren Gebirgsarten zuſammengeſetzt
Granit, Porphyr, Serpentin und Baſalt
Es finden ſich in den Gebirgen 2 untergegangene
Welten die eine über der andern unter dem Flötzgebirge
. – Beide Schichten bilden die geognoſtiſchen
Horizonte, die ein Niveau, nicht der Höhe, ſondern
der Zeit nach bilden.
Der Granit in den Ebenen iſt die erſte Oxydation
des Erdmetalloids. Der Granit in der Höhe, iſt dort
nicht entſtanden ſondern aus der Tiefe dorthin
erheben worden bei Foſse in Tyrol liegt Granit
auf Kalkſtein, ein deutlicher Beweis daß
dieſe Revoulutionen durch das Feuer hervor gebracht
worden ſind.
Ein Halbſtollen und Marmor entſteht
wenn Kalkſteine ſchmilzt und dann erkaltet
. Man findet auf meheren Höhen dergleichen,
dieſe ſind dahinauf gehoben worden.
Vulkane ſind nicht allmählig aufgeſchüttet worden
, ſondern wie aus Meerespflanzen, und Fiſchen
und dergleichen hervor geht, die man auf den
Spitzen hoher Berge findet, dahin gehoben worden.
Der Baſalt iſt flüſsig durch Anhäufung hervor
gekommen, und hat ſich dann oben verbreitet
wie aus ſeinen Verbindungen mit der Tiefe
hervorgeht Houg der große Geognoſt hat dieſe
Idee zuerſt feſtgeſtellt
Welten die eine über der andern unter dem Flötzgebirge
. – Beide Schichten bilden die geognoſtiſchen
Horizonte, die ein Niveau, nicht der Höhe, ſondern
der Zeit nach bilden.
Der Granit in den Ebenen iſt die erſte Oxydation
des Erdmetalloids. Der Granit in der Höhe, iſt dort
nicht entſtanden ſondern aus der Tiefe dorthin
erheben worden bei Foſse in Tyrol liegt Granit
auf Kalkſtein, ein deutlicher Beweis daß
dieſe Revoulutionen durch das Feuer hervor gebracht
worden ſind.
Ein Halbſtollen und Marmor entſteht
wenn Kalkſteine ſchmilzt und dann erkaltet
. Man findet auf meheren Höhen dergleichen,
dieſe ſind dahinauf gehoben worden.
Vulkane ſind nicht allmählig aufgeſchüttet worden
, ſondern wie aus Meerespflanzen, und Fiſchen
und dergleichen hervor geht, die man auf den
Spitzen hoher Berge findet, dahin gehoben worden.
Der Baſalt iſt flüſsig durch Anhäufung hervor
gekommen, und hat ſich dann oben verbreitet
wie aus ſeinen Verbindungen mit der Tiefe
hervorgeht Houg der große Geognoſt hat dieſe
Idee zuerſt feſtgeſtellt
Unſere Athmosphäre beſteht aus Stickſtoff, Sauerſtoff
und etwas Kohlenſtoff. Die Miſchungen ſind in
den verſchiedenen Jahreszeiten etwas verſchieden,
und obgleich dieſe Stoffe nicht gleich ſchwer ſind,
ſo ſind doch die Verhältniſse der Miſchung in
allen Höhen gleich. – Die Luftmaſse ſchlägt Wellen
nach oben hin. – Eine andere Erſcheinung iſt, weñ
man ſie ſo ausdrücken darf, eine Ebbe und
Flut in der Luft. Von 9 bis 9¼ Uhr hat das Barometer
die größte, zwiſchen 4 und 4½ Uhr die
kleinſte Höhe; ſo ſteht es ferner wieder hoch um
11 Uhr des Abends und niedrig zwiſchen 3 u. 3½
Uhr früh. In den Tropenländern ſieht man dieſe
Barometererſcheinungen ſehr deutlich. Bei uns
kann man es nur durch Mittelzahlen von meheren
Tagen finden. – Es ſcheint dies von der Wärme
mit abzuhängen. –
Bei uns fallen in einem Jahre 14–15″ Waſser
und in heißen Tropenländern durchgängig 130″
Die Temperatur wird modificirt durch die Verhältniſse
zwiſchen dem Continent und dem Meere
, welche ſpäter noch näher nach gewieſen werden
wird. – Die gemäßigte Temperatur Europas
und etwas Kohlenſtoff. Die Miſchungen ſind in
den verſchiedenen Jahreszeiten etwas verſchieden,
und obgleich dieſe Stoffe nicht gleich ſchwer ſind,
ſo ſind doch die Verhältniſse der Miſchung in
allen Höhen gleich. – Die Luftmaſse ſchlägt Wellen
nach oben hin. – Eine andere Erſcheinung iſt, weñ
man ſie ſo ausdrücken darf, eine Ebbe und
Flut in der Luft. Von 9 bis 9¼ Uhr hat das Barometer
die größte, zwiſchen 4 und 4½ Uhr die
kleinſte Höhe; ſo ſteht es ferner wieder hoch um
11 Uhr des Abends und niedrig zwiſchen 3 u. 3½
Uhr früh. In den Tropenländern ſieht man dieſe
Barometererſcheinungen ſehr deutlich. Bei uns
kann man es nur durch Mittelzahlen von meheren
Tagen finden. – Es ſcheint dies von der Wärme
mit abzuhängen. –
Bei uns fallen in einem Jahre 14–15″ Waſser
und in heißen Tropenländern durchgängig 130″
Die Temperatur wird modificirt durch die Verhältniſse
zwiſchen dem Continent und dem Meere
, welche ſpäter noch näher nach gewieſen werden
wird. – Die gemäßigte Temperatur Europas
hängt von der weſtlichen Lage ab; die weſtlichen
Küſten ſind bei gleicher Breite immer wärmer
als die öſtlichen. Weſtwinde gehen her über das
Land erkalten ſich dort und das Meer und erwärmen
ſich wieder.
Europa hat in Süden einen Continent, das mehr
erwärmt wird durch das angrenzende Waſser. Es
hat ein eisfreies Meer, zwiſchen der Nordküſte und
dem Eismeere dem Pole wodurch die Nordwinde
der Meere erwärmt werden die Waſserſtröme
der See erſtrekken ſich auch bis in den Norden.
4. Vorlesung, 14. November 1827
Die Vertheilung der Wärme würde unabhängig ſein
von der Richtung der Sonnenſtralen, wenn nicht
die Bewegung in der Luft und in dem Meere
wäre.
Der Ocean hat eine andere gleichmäßige Temperatur
, weil die durchſchwimmenden Theile nicht
ſo warm werden, und die kälteren Theile zu Boden
ſinken. – Im Grunde iſt das Meer immer kalt;
auf Untiefen iſt das Meer kälter und man findet
ſie ſchon durch das Thermometer. – Auch die Meeresſtröme
verändern die Temperatur des Meeres.
Noch bleibt die Betrachtung der organiſchen Gebilde.
Es iſt ungewiß ob man nur bloß die Thiere oder dazu
Küſten ſind bei gleicher Breite immer wärmer
als die öſtlichen. Weſtwinde gehen her über das
Land erkalten ſich dort und das Meer und erwärmen
ſich wieder.
Europa hat in Süden einen Continent, das mehr
erwärmt wird durch das angrenzende Waſser. Es
hat ein eisfreies Meer, zwiſchen der Nordküſte und
dem Eismeere dem Pole wodurch die Nordwinde
der Meere erwärmt werden die Waſserſtröme
der See erſtrekken ſich auch bis in den Norden.
4. Vorlesung, 14. November 1827
Die Vertheilung der Wärme würde unabhängig ſein
von der Richtung der Sonnenſtralen, wenn nicht
die Bewegung in der Luft und in dem Meere
wäre.
Der Ocean hat eine andere gleichmäßige Temperatur
, weil die durchſchwimmenden Theile nicht
ſo warm werden, und die kälteren Theile zu Boden
ſinken. – Im Grunde iſt das Meer immer kalt;
auf Untiefen iſt das Meer kälter und man findet
ſie ſchon durch das Thermometer. – Auch die Meeresſtröme
verändern die Temperatur des Meeres.
Noch bleibt die Betrachtung der organiſchen Gebilde.
Es iſt ungewiß ob man nur bloß die Thiere oder dazu
auch die Pflanzen rechnen ſoll.
Man glaubte bisher, daß Licht durchaus zu Erzeugung
der organiſchen Stoffe nöthig ſei; und doch
hat man Pflanzen in dunklen Bergwerken gefunden
, und aus der Tiefe des Meeres mit dem
Senkblei heraus gezogen; es wachſen hier eine Menge
grüner Pflanzen, ſo wie ſich zahlloſe Thiere
dort aufhalten – ebenſo wiederlegen auch in den
Eingeweiden die Würmer die Behauptung. – Man findet
in den Polargegenden rothen Schnee; er liegt
mehere Jahre hintereinander und enthält eine Menge
kleiner Thierchen nur dem bewaffneten Auge
ſichtbar die alſo ſo unter den Gefrier-Polen
leben.
Die Pflanzen ſind in ihren Familien nach beſtimmten
Verhältniſsen in den verſchiedenen
Graden vertheilt. – Man kennt bis jetzt 60000
Pflanzen, 45000 Inſecten, 5400 Vögel, 3000 Fiſche und
700 Säugethiere. – In manchen Gegenden giebt es
5 mal mehr Vögel als Säugethiere. Von den
Säugethieren ſind viele Arten verloren gegangen,
beſonders Schweine-Arten, Elephanten-Arten und Pferde-Arten
. – Auch ein rieſenmäßiges Krokodill mit
einem Schwanenhals, und mehere Vögelarten die
früher exiſtirten, fehlen jetzt.
Man glaubte bisher, daß Licht durchaus zu Erzeugung
der organiſchen Stoffe nöthig ſei; und doch
hat man Pflanzen in dunklen Bergwerken gefunden
, und aus der Tiefe des Meeres mit dem
Senkblei heraus gezogen; es wachſen hier eine Menge
grüner Pflanzen, ſo wie ſich zahlloſe Thiere
dort aufhalten – ebenſo wiederlegen auch in den
Eingeweiden die Würmer die Behauptung. – Man findet
in den Polargegenden rothen Schnee; er liegt
mehere Jahre hintereinander und enthält eine Menge
kleiner Thierchen nur dem bewaffneten Auge
ſichtbar die alſo ſo unter den Gefrier-Polen
leben.
Die Pflanzen ſind in ihren Familien nach beſtimmten
Verhältniſsen in den verſchiedenen
Graden vertheilt. – Man kennt bis jetzt 60000
Pflanzen, 45000 Inſecten, 5400 Vögel, 3000 Fiſche und
700 Säugethiere. – In manchen Gegenden giebt es
5 mal mehr Vögel als Säugethiere. Von den
Säugethieren ſind viele Arten verloren gegangen,
beſonders Schweine-Arten, Elephanten-Arten und Pferde-Arten
. – Auch ein rieſenmäßiges Krokodill mit
einem Schwanenhals, und mehere Vögelarten die
früher exiſtirten, fehlen jetzt.
Die Menſchenracen ſind häufig ſehr verſchieden betrachtet
worden. – Die frühere Klaſsifizirungen nach
Knochenbau, Haut, Haar, Farbe u.ſ.w. ſind ſehr unbeſtimmt
, man muß ſo wie bei den Thieren und
Pflanzen es bereits geſchehen iſt von großen allgemeinen
umfaſsenden Abtheilungen ausgehen, und darin
kleine Gruppen betrachten. –
Ueberſicht der Kosmographie.
Wir wollen die Erde betrachten
1, In Bezug auf ihren aſtronomiſchen Verhältniſsen.
2, Auf ihre geognoſtiſchen Verhältniſse
3, In Bezug auf ihre Hüllen, Waſser und Luft.
4, In Bezug auf ihre organiſchen Gebilde – Pflanzen,
Thiere, Menſchen.
Man ſollte glauben daß in einer ſo kurzen Zeit
nicht alle dieſe Theile erſchöpft werden könnten; dem
iſt jedoch zu entgegnen, daß wir keinesweges oberflächlich
oder encyclopädiſch dieſe Punkte betreiben
wollen, ſondern unſere Zeit dahin geht alles zu
erſchöpfen. Man muß jedoch ſich überzeugt haben,
daß je vollkommener eine Wiſsenſchaft iſt, um ſo
mehr läßt ſie ſich in wenige Principien zuſammen
bringen. Es kommt hier nicht darauf an, ſehr ins Einzelne
einzugehen und die Details zu behandeln, ſondern
worden. – Die frühere Klaſsifizirungen nach
Knochenbau, Haut, Haar, Farbe u.ſ.w. ſind ſehr unbeſtimmt
, man muß ſo wie bei den Thieren und
Pflanzen es bereits geſchehen iſt von großen allgemeinen
umfaſsenden Abtheilungen ausgehen, und darin
kleine Gruppen betrachten. –
Ueberſicht der Kosmographie.
Wir wollen die Erde betrachten
1, In Bezug auf ihren aſtronomiſchen Verhältniſsen.
2, Auf ihre geognoſtiſchen Verhältniſse
3, In Bezug auf ihre Hüllen, Waſser und Luft.
4, In Bezug auf ihre organiſchen Gebilde – Pflanzen,
Thiere, Menſchen.
Man ſollte glauben daß in einer ſo kurzen Zeit
nicht alle dieſe Theile erſchöpft werden könnten; dem
iſt jedoch zu entgegnen, daß wir keinesweges oberflächlich
oder encyclopädiſch dieſe Punkte betreiben
wollen, ſondern unſere Zeit dahin geht alles zu
erſchöpfen. Man muß jedoch ſich überzeugt haben,
daß je vollkommener eine Wiſsenſchaft iſt, um ſo
mehr läßt ſie ſich in wenige Principien zuſammen
bringen. Es kommt hier nicht darauf an, ſehr ins Einzelne
einzugehen und die Details zu behandeln, ſondern
den Zuſammenhang aller Naturerſcheinungen nachzuweiſen
.
5. Vorlesung, 17. November 1827
Die Natur ſelbſt iſt Einheit in der Vielheit;
ſie iſt der Inbegriff der Naturdinge und der
Naturkräfte. Von der Betrachtung dieſer Dinge und
dieſen Kräften kommt man zur Kenntniß der
Natur. – Je mehr der Menſch in ſeiner geiſtigen
Ausbildung fortſchreitet, um ſo mehr betrachtet er
mehr die Naturkräfte. – Die Dinge ſind ſeine erſte
Beſchäftigung, und zuletzt verbindet er beide. –
Das Beſchreiben dieſer Naturdinge iſt Naturgeſchichte
; die Betrachtung der Kräfte iſt Naturkeñtniß.
Letztere ſetzt erſtere voraus. –
Man hat die Naturdinge und ihre Kräfte, die
ſich allein behandeln, oder alle Naturkörper als
ein Ganzes angeſehen. Dieſes letztere iſt unſere Wiſsenſchaft.
Es iſt merkwürdig daß die erſten Verſuche in
dieſer Wiſsenſchaft ſchon dieſen Character haben. Alles
in der Natur hat man bei dieſem erſten Verſuche
ſchon im Zuſammenhange betrachtet. –
Die Himmelskörper ſind eigentlich ein Gegenſtand
der nicht zu unſerer Erde gehört; allein wir müſsen
ſie mit in dieſer Beſchreibung aufnehmen, indem
wir ſie in Rückſicht ihrer Wirkung auf unſere Erde
betrachten. – Man hat z. B. aus der Kenntniß des Mondsumlaufs
auf die Abplattung der Erde geſchloſsen; aus
.
5. Vorlesung, 17. November 1827
Die Natur ſelbſt iſt Einheit in der Vielheit;
ſie iſt der Inbegriff der Naturdinge und der
Naturkräfte. Von der Betrachtung dieſer Dinge und
dieſen Kräften kommt man zur Kenntniß der
Natur. – Je mehr der Menſch in ſeiner geiſtigen
Ausbildung fortſchreitet, um ſo mehr betrachtet er
mehr die Naturkräfte. – Die Dinge ſind ſeine erſte
Beſchäftigung, und zuletzt verbindet er beide. –
Das Beſchreiben dieſer Naturdinge iſt Naturgeſchichte
; die Betrachtung der Kräfte iſt Naturkeñtniß.
Letztere ſetzt erſtere voraus. –
Man hat die Naturdinge und ihre Kräfte, die
ſich allein behandeln, oder alle Naturkörper als
ein Ganzes angeſehen. Dieſes letztere iſt unſere Wiſsenſchaft.
Es iſt merkwürdig daß die erſten Verſuche in
dieſer Wiſsenſchaft ſchon dieſen Character haben. Alles
in der Natur hat man bei dieſem erſten Verſuche
ſchon im Zuſammenhange betrachtet. –
Die Himmelskörper ſind eigentlich ein Gegenſtand
der nicht zu unſerer Erde gehört; allein wir müſsen
ſie mit in dieſer Beſchreibung aufnehmen, indem
wir ſie in Rückſicht ihrer Wirkung auf unſere Erde
betrachten. – Man hat z. B. aus der Kenntniß des Mondsumlaufs
auf die Abplattung der Erde geſchloſsen; aus
Ebbe und Fluth, auf die Anziehungs Kraft des Mondes
Aus dem Doppelſpath, d. h. die Polariſation des Lichts
hat man geſchloſsen, ob die Fixſterne eignes oder
fremdes Licht haben.
Es iſt ſchwierig dieſen Wiſsenſchaften einen Namen
zu geben; Phyſiologie, Geognoſie und Geographie ſind zu
unbeſtimmte und nicht genug umfaſsende Beneñungen.
Kant nannte ſie zuerſt Weltbeſchreibung:
was ſich von dieſem auf die Erde bezieht iſt in Ritters
vergleichender Geographie ſehr gut und ſchön abgehandelt.
Die Weltbeſchreibung iſt ein Aggregat empiriſcher
Wiſsenſchaften, nicht eigentlich eine Wiſsenſchaft
ſelbſt. – Wiewohl unſere Wiſsenſchaft demnach meiſt
von Beobachtungen und Erfahrungen herrührt,
ſo darf doch keinesweges die Naturphyloſophie herabgeſetzt
werden; im Gegentheil müſsen Philoſophie
und Erfahrung Hand in Hand gehen. – Bei Beobachtungen
iſt man immer im Einzelnen, und es entſtehen
dadurch nicht ſelten unrichtige Betrachtungen,
dieß muß die Philoſophie berichtigen; doch ſie berückſichtigt
, wenn auch nur ſpekulativ alle einwirkende
Gegenſtände; man bewegt ſich bei ſolchen Beobachtungen
in einem beſchränkten Kreiſe, dieſen muß die
Philoſophie erweitern. – Daher muß auch dieſe nicht
die mathematiſchen Berechnungen verachten, und die
Aus dem Doppelſpath, d. h. die Polariſation des Lichts
hat man geſchloſsen, ob die Fixſterne eignes oder
fremdes Licht haben.
Es iſt ſchwierig dieſen Wiſsenſchaften einen Namen
zu geben; Phyſiologie, Geognoſie und Geographie ſind zu
unbeſtimmte und nicht genug umfaſsende Beneñungen.
Kant nannte ſie zuerſt Weltbeſchreibung:
was ſich von dieſem auf die Erde bezieht iſt in Ritters
vergleichender Geographie ſehr gut und ſchön abgehandelt.
Die Weltbeſchreibung iſt ein Aggregat empiriſcher
Wiſsenſchaften, nicht eigentlich eine Wiſsenſchaft
ſelbſt. – Wiewohl unſere Wiſsenſchaft demnach meiſt
von Beobachtungen und Erfahrungen herrührt,
ſo darf doch keinesweges die Naturphyloſophie herabgeſetzt
werden; im Gegentheil müſsen Philoſophie
und Erfahrung Hand in Hand gehen. – Bei Beobachtungen
iſt man immer im Einzelnen, und es entſtehen
dadurch nicht ſelten unrichtige Betrachtungen,
dieß muß die Philoſophie berichtigen; doch ſie berückſichtigt
, wenn auch nur ſpekulativ alle einwirkende
Gegenſtände; man bewegt ſich bei ſolchen Beobachtungen
in einem beſchränkten Kreiſe, dieſen muß die
Philoſophie erweitern. – Daher muß auch dieſe nicht
die mathematiſchen Berechnungen verachten, und die
dazu nöthigen Unterſtellungen verſchmähen. –
So wiſsen wir wirklich alle recht gut, daß es keinen
eigentlichen Licht- oder Wärmeſtoff giebt, und eben ſo
wenig ein Schallſtoff exiſtirt, allein um die Erſcheinungen
einer Berechnung zu unterwerfen, finden wir uns
genöthigt dieſe Stoffe zu ſupponiren; es iſt dieſe Annahme
nicht ſchädlich, ſondern ſogar nöthig. – So
wahr es iſt, daß das Waſser eine Ueberflüſsigkeit
iſt, ſo würden wir deshalb weniger in der Hydraulik
leiſten können, wenn wir es nicht als kleine verſchiebbare
Theilchen anſehen.
Geſchichte der Weltbeſchreibung
Es ſoll hier nicht eine Geſchichte der einzelnen Entdeckungen
und Beobachtungen gegeben werden, ſondern
es kommt hier vielmehr darauf an, nachzuweiſen, wie
man von dem dunklen Gefühl der Einheit aller Kräfte
und Dinge zu einer vernunftmäßigen Anerkennung
dieſer Einheit fortgeſchritten iſt.
Die erſte Erkenntniß des Zuſammenhangs der
Naturdinge iſt nicht vorzugsweiſe bei einem der
alten Völker zu ſuchen, ſondern wir nehmen ſie bei
allen Völkern faſt zu gleicher Zeit wahr. Auch bei
unſern jetzigen ſogenannten Wilden findet ſich das
dunkle Gefühl der Einheit in der Natur als eigenthümlich
So wiſsen wir wirklich alle recht gut, daß es keinen
eigentlichen Licht- oder Wärmeſtoff giebt, und eben ſo
wenig ein Schallſtoff exiſtirt, allein um die Erſcheinungen
einer Berechnung zu unterwerfen, finden wir uns
genöthigt dieſe Stoffe zu ſupponiren; es iſt dieſe Annahme
nicht ſchädlich, ſondern ſogar nöthig. – So
wahr es iſt, daß das Waſser eine Ueberflüſsigkeit
iſt, ſo würden wir deshalb weniger in der Hydraulik
leiſten können, wenn wir es nicht als kleine verſchiebbare
Theilchen anſehen.
Geſchichte der Weltbeſchreibung
Es ſoll hier nicht eine Geſchichte der einzelnen Entdeckungen
und Beobachtungen gegeben werden, ſondern
es kommt hier vielmehr darauf an, nachzuweiſen, wie
man von dem dunklen Gefühl der Einheit aller Kräfte
und Dinge zu einer vernunftmäßigen Anerkennung
dieſer Einheit fortgeſchritten iſt.
Die erſte Erkenntniß des Zuſammenhangs der
Naturdinge iſt nicht vorzugsweiſe bei einem der
alten Völker zu ſuchen, ſondern wir nehmen ſie bei
allen Völkern faſt zu gleicher Zeit wahr. Auch bei
unſern jetzigen ſogenannten Wilden findet ſich das
dunkle Gefühl der Einheit in der Natur als eigenthümlich
da ihnen gewiß niemand davon etwas geſagt hat.
Wenn man manche andere Thatſachen bei den Wilden ſelbſt
ſieht und hört, ſo wird man verſucht zu glauben, daß
alle Wilde, die bis jetzt noch von Reiſenden geſehen
wurden Ueberbleibſel von einem frühern kultivirten
Volke ſind. – Sie haben eine inſtinktmäßige
Aſtronomie
, und dgl. Kenntniſse, die zu der Idee einer
inſpiraten Naturweisheit geführt haben. –
Die Regelmäßigkeit des Laufs der Geſtirne machte
die Wilden aufmerkſam, und von da ſchreibt ſich
ihre Kenntniß her.
Die Facta der griechiſchen Geſchichte deuten auf
eine Verbindung der nördlichen und ſüdlichen
Halbkugel der Erde. – Die Kenntniß der Einheit
der Natur iſt uns von den Alten übertragen;
die Kenntniß des Einzelnen war ihnen dagegen
fremd.
6. Vorlesung, 21. November 1827
Die Geſchichte der Weltbeſchreibung kann man
in große Epochen theilen, welche theils große Weltbegebenheiten
theils freie Beſtrebungen einzelner
Männer, theils Erfindungen neuer Organe
bezeichnen. Wir können deren 6 annehmen.
1, die Zeit der joniſchen Naturphiloſophen und
der doriſch-pythagoriſchen Schule.
2, Alexanders große Expedition nach Indien.
Wenn man manche andere Thatſachen bei den Wilden ſelbſt
ſieht und hört, ſo wird man verſucht zu glauben, daß
alle Wilde, die bis jetzt noch von Reiſenden geſehen
wurden Ueberbleibſel von einem frühern kultivirten
Volke ſind. – Sie haben eine inſtinktmäßige
Aſtronomie
, und dgl. Kenntniſse, die zu der Idee einer
inſpiraten Naturweisheit geführt haben. –
Die Regelmäßigkeit des Laufs der Geſtirne machte
die Wilden aufmerkſam, und von da ſchreibt ſich
ihre Kenntniß her.
Die Facta der griechiſchen Geſchichte deuten auf
eine Verbindung der nördlichen und ſüdlichen
Halbkugel der Erde. – Die Kenntniß der Einheit
der Natur iſt uns von den Alten übertragen;
die Kenntniß des Einzelnen war ihnen dagegen
fremd.
6. Vorlesung, 21. November 1827
Die Geſchichte der Weltbeſchreibung kann man
in große Epochen theilen, welche theils große Weltbegebenheiten
theils freie Beſtrebungen einzelner
Männer, theils Erfindungen neuer Organe
bezeichnen. Wir können deren 6 annehmen.
1, die Zeit der joniſchen Naturphiloſophen und
der doriſch-pythagoriſchen Schule.
2, Alexanders große Expedition nach Indien.
3, Die Züge der Araber im Mittelalter und die
Leiſtungen ihrer großen Gelehrten.
4, Die Entdeckung von Amerika.
5, Die Erfindung neuer Inſtrumente, Behufs der Beobachtungen
und
6, Cooks große Reiſen.
1te Epoche
Die Reflexionen der wilden Völker über die
Einheit der Natur finden wir zuerſt ausgeſprochen
bei den Dorern und Ioniern. –
Die Philoſophie der erſten joniſchen Philoſophen,
Thales war mehr auf ſinnliche Anſchauungen gegründet
; weit ernſter und großartiger aber
die des Pythagoras.
Thales, Anaximenes, Eteokles, Diognes von Apollonia
und Anaximander waren die vorzüglichſten
unter den joniſchen Phyloſophen. – Sie
hatten in ihrer Phyloſophie manches richtige, das
ſpätere ebenfalls wieder annahmen. Es lehrte dieſe
Schule, daß Himmel und Erde aus einem
Grundſtoff entſtanden ſei, das eine durch
Verdicken, das andere durch Verdünnen.
Attractions- und Repulſionskraft ſind gewiſsermaſsen
darin ausgeſprochen Sie beobachteten
Leiſtungen ihrer großen Gelehrten.
4, Die Entdeckung von Amerika.
5, Die Erfindung neuer Inſtrumente, Behufs der Beobachtungen
und
6, Cooks große Reiſen.
1te Epoche
Die Reflexionen der wilden Völker über die
Einheit der Natur finden wir zuerſt ausgeſprochen
bei den Dorern und Ioniern. –
Die Philoſophie der erſten joniſchen Philoſophen,
Thales war mehr auf ſinnliche Anſchauungen gegründet
; weit ernſter und großartiger aber
die des Pythagoras.
Thales, Anaximenes, Eteokles, Diognes von Apollonia
und Anaximander waren die vorzüglichſten
unter den joniſchen Phyloſophen. – Sie
hatten in ihrer Phyloſophie manches richtige, das
ſpätere ebenfalls wieder annahmen. Es lehrte dieſe
Schule, daß Himmel und Erde aus einem
Grundſtoff entſtanden ſei, das eine durch
Verdicken, das andere durch Verdünnen.
Attractions- und Repulſionskraft ſind gewiſsermaſsen
darin ausgeſprochen Sie beobachteten
noch nicht jeden Planet als ein für ſich beſtehendes
abgeſchloſsenes Ganzes ſondern ſahen daß ganze Weltſyſtem
als ein Ganzes an, wo ſich die ſchwereren
Stoffe tiefen, die leichteren Höher befänden. – Es
fand ſich bei ihnen ein Ahnen, daß es keine Heterogenität
gäbe; indem die verſchiednen Elemente
aus dem allgemeinen Grundſtoffe hervorgeleitet
wurden.
Die joniſchen Philoſophen beobachteten auch nicht
immer im Allgemeinen, auch nicht im Einzelnen.
Diogenes von Apollonia hatte z. B. ſchon ſehr gute
Begriffe vor der Art der Reſpiration der Fiſche.
Die Lehre des Pythagoras hängt mit der der joniſchen
Schule genau zuſammen, erſcheint auch in
einem weit großartigere Charakter. – Er brachte
die Mathematik in nähere Verbindung mit
der Phyloſophie und bediente ſich ſelbſt einer mathematiſchen
Symbolik zur Beweiſung der Naturverhältniſse
– Unterſuchungen Böcks u. Tales .
Man kann ſeine Phyloſophie ganz beſtimmt eine
Phyloſophie des Maaßes und der Harmonie nennen.
In ſpäterer Zeit bald nach der Verbreitung des
Chriſtenthums hatte dieſe Lehre durch die Neu-
Pythagoräer eine ganz au mehrmyſtiſche Geſtalt
abgeſchloſsenes Ganzes ſondern ſahen daß ganze Weltſyſtem
als ein Ganzes an, wo ſich die ſchwereren
Stoffe tiefen, die leichteren Höher befänden. – Es
fand ſich bei ihnen ein Ahnen, daß es keine Heterogenität
gäbe; indem die verſchiednen Elemente
aus dem allgemeinen Grundſtoffe hervorgeleitet
wurden.
Die joniſchen Philoſophen beobachteten auch nicht
immer im Allgemeinen, auch nicht im Einzelnen.
Diogenes von Apollonia hatte z. B. ſchon ſehr gute
Begriffe vor der Art der Reſpiration der Fiſche.
Die Lehre des Pythagoras hängt mit der der joniſchen
Schule genau zuſammen, erſcheint auch in
einem weit großartigere Charakter. – Er brachte
die Mathematik in nähere Verbindung mit
der Phyloſophie und bediente ſich ſelbſt einer mathematiſchen
Symbolik zur Beweiſung der Naturverhältniſse
– Unterſuchungen Böcks u. Tales .
Man kann ſeine Phyloſophie ganz beſtimmt eine
Phyloſophie des Maaßes und der Harmonie nennen.
In ſpäterer Zeit bald nach der Verbreitung des
Chriſtenthums hatte dieſe Lehre durch die Neu-
Pythagoräer eine ganz au mehrmyſtiſche Geſtalt
angenommen als früher. – Es iſt jedoch bekannt
daß hauptſächlich das Syſtem auf Copernikus
gewirkt hat: es war nicht einig das Syſtem des
Pythagoras ſelbſt, ſondern vielmehr das des Philolaus
, welches Copernikus ſtudierte, und das
ihm die Idee eingab das Weltſyſtem ſei anders
als man es bisher betrachtet hatte. – Die Pythagoräer
nahmen einen Weltheerd als Centrum
an um den ſich die Sonne und die Planeten
drehten; – die Sonne betrachtete er wie einen
Spiegel, der das Licht, welches vom Weltheerde
auf die Erde fällt, reflecktire.
Außerdem Bewege ſich neben der Erde
noch eine dunkle Gegenerde und durch eine
Eklipſe, indem ſich dieſe zwiſchen der Soñe
und Erde befinde, entſtehe Nacht. –
Anklänge des Pythagoriſchen Wiſsens finden
ſich auch bei Plato, der einiges in ſeinen Timäus
davon ausſpricht. – Man muß bei ihm
zweierlei unterſcheiden: ſeine rationellen Beobachtungen
ſind meiſt dunkel; durchgängig ſeine
einzelnen Beobachtungen höchſt ſcharfſinnig; und
beziehen ſich zugleich auf unſere heutige Naturkunde
und Geographie. – Er nahm einen überirdiſchen
daß hauptſächlich das Syſtem auf Copernikus
gewirkt hat: es war nicht einig das Syſtem des
Pythagoras ſelbſt, ſondern vielmehr das des Philolaus
, welches Copernikus ſtudierte, und das
ihm die Idee eingab das Weltſyſtem ſei anders
als man es bisher betrachtet hatte. – Die Pythagoräer
nahmen einen Weltheerd als Centrum
an um den ſich die Sonne und die Planeten
drehten; – die Sonne betrachtete er wie einen
Spiegel, der das Licht, welches vom Weltheerde
auf die Erde fällt, reflecktire.
Außerdem Bewege ſich neben der Erde
noch eine dunkle Gegenerde und durch eine
Eklipſe, indem ſich dieſe zwiſchen der Soñe
und Erde befinde, entſtehe Nacht. –
Anklänge des Pythagoriſchen Wiſsens finden
ſich auch bei Plato, der einiges in ſeinen Timäus
davon ausſpricht. – Man muß bei ihm
zweierlei unterſcheiden: ſeine rationellen Beobachtungen
ſind meiſt dunkel; durchgängig ſeine
einzelnen Beobachtungen höchſt ſcharfſinnig; und
beziehen ſich zugleich auf unſere heutige Naturkunde
und Geographie. – Er nahm einen überirdiſchen
Zuſammenhang des Waſsers an, eine Anſicht auf
welche wir in den heutigen Tagen wieder zurückgekommen
ſind. – Ferner im Innern der Erde
einen Feuerſtrom – Periphlegeton – und die
Vulkane als Verbindung deſselben mit den
Äußeren – er belegte ſie daher charakteriſtiſch
mit den Namen Schornſteine. Er ſah zuerſt
das mittelländiſche Meer als eine Niederung an;
auch gab er ſehr gute Ideen über Entſtehung
der Gebirgsarten und dgl., er unterſchied Gebirgsarten
, wie durch Waſser entſtanden ſind, oder
durch ehemaligen Brand; rauhe u. zerſplitterte
u.ſ.w.
2te Epoche
Nichts hat mächtiger gewirkt auf die Kenntniß
der Natur für die alten Völker als Alexander
des Großen Expedition nach Indien. Die Keñtniß
der Alten war bis dahin immer auf einen
geringen Landſtrich beſchränkt; ſie kannten noch
keine Erzeugniſse der Tropenländer. – Auch
Alexander drang nicht bis zu den Tropen vor; doch
wegen des Continental-Zuſammenhangs, ſah er ſchon
welche wir in den heutigen Tagen wieder zurückgekommen
ſind. – Ferner im Innern der Erde
einen Feuerſtrom – Periphlegeton – und die
Vulkane als Verbindung deſselben mit den
Äußeren – er belegte ſie daher charakteriſtiſch
mit den Namen Schornſteine. Er ſah zuerſt
das mittelländiſche Meer als eine Niederung an;
auch gab er ſehr gute Ideen über Entſtehung
der Gebirgsarten und dgl., er unterſchied Gebirgsarten
, wie durch Waſser entſtanden ſind, oder
durch ehemaligen Brand; rauhe u. zerſplitterte
u.ſ.w.
2te Epoche
Nichts hat mächtiger gewirkt auf die Kenntniß
der Natur für die alten Völker als Alexander
des Großen Expedition nach Indien. Die Keñtniß
der Alten war bis dahin immer auf einen
geringen Landſtrich beſchränkt; ſie kannten noch
keine Erzeugniſse der Tropenländer. – Auch
Alexander drang nicht bis zu den Tropen vor; doch
wegen des Continental-Zuſammenhangs, ſah er ſchon
die Erzeugniſse dieſer Länder. – Es iſt eine
ſeltſame Erſcheinung daß auf Kontinenten
Pflanzenformen und Thierformen von dem Süden
nach dem Norden übergehen – ſo findet man in
Amerika den Kolibri in einer Breite wie
Riga und Danzig. – Daher fand Alexander ſchon
in Indien in einer Breite von 32° Palmen
und andere tropiſche Gewächſe –
Einzelne Beſchreibungen der Tropengewächſe
gab es ſchon vor Alexander, ſo beſchreibt Herodot
das Bambusrohr – dieſes hat man oft
mit dem Zuckerrohre verwechſelt. –
Kteſias macht viele Beſchreibungen von den
ſeltſamſten Thieren und Pflanzen; er hatte ſehr
viele Kenntniſse auf Reiſen erworben, und
leider ließ er ſeinen Erzählungen viele Fabeln
einflieſsen. –
Man glaubt daß das Wunderbare in ſeinen
Werken hauptſächlich den jungen Alexander
zu dieſer Expedition angeregt hätte.
Die Eindrücke, die dieſe Expedition bei den
Griechen hervorbrachte, hat man immer mit
denen der Entdeckung von Amerika des
ſeltſame Erſcheinung daß auf Kontinenten
Pflanzenformen und Thierformen von dem Süden
nach dem Norden übergehen – ſo findet man in
Amerika den Kolibri in einer Breite wie
Riga und Danzig. – Daher fand Alexander ſchon
in Indien in einer Breite von 32° Palmen
und andere tropiſche Gewächſe –
Einzelne Beſchreibungen der Tropengewächſe
gab es ſchon vor Alexander, ſo beſchreibt Herodot
das Bambusrohr – dieſes hat man oft
mit dem Zuckerrohre verwechſelt. –
Kteſias macht viele Beſchreibungen von den
ſeltſamſten Thieren und Pflanzen; er hatte ſehr
viele Kenntniſse auf Reiſen erworben, und
leider ließ er ſeinen Erzählungen viele Fabeln
einflieſsen. –
Man glaubt daß das Wunderbare in ſeinen
Werken hauptſächlich den jungen Alexander
zu dieſer Expedition angeregt hätte.
Die Eindrücke, die dieſe Expedition bei den
Griechen hervorbrachte, hat man immer mit
denen der Entdeckung von Amerika des
15ten Jahrhunderts verglichen. –
Man lernte viele neue Pflanzen kennen, ſah
hier zuerſt große Thiergeſtalten; Elephanten welche
ſpäterhin Pyrrhus zum Schreken der Römer
nach Italien brachte. – Man beurtheilte hiernach
die verſchiedenartigen Winde; und erkañte
daß die Urſache des Steigens und Fallens
der Flüſse nicht das Schmelzen des Schnees, ſondern
die Regengüſse in den Tropen ſeien. –
Man lernte hier eine neun Menſchenrace
kennen, dachte um die Urſache der Verſchiedenheit
der Racen nach und ſtellte die erſte Theorie
darüber auf. Der Keim zu den übrigen
Theorien – Von der Weisheit der Inder
lernte man die Naturproducte kennen;
doch drang Alexander noch nicht bis in den Gegend
ein, wo wieder die eigentliche Cultur der Inder
herrſchte am Ganges – Seleukus Merkator
ging ſpäterhin weiter bis nach dieſer Gegend
hin und machte dort die Bekanntſchaft mit
den indiſchen Prieſtern. – Von den Chaldäern,
einer Prieſterkaſte in Babylon, lernte man
die Himmelskunde; Kalliſthenes ſoll den
Man lernte viele neue Pflanzen kennen, ſah
hier zuerſt große Thiergeſtalten; Elephanten welche
ſpäterhin Pyrrhus zum Schreken der Römer
nach Italien brachte. – Man beurtheilte hiernach
die verſchiedenartigen Winde; und erkañte
daß die Urſache des Steigens und Fallens
der Flüſse nicht das Schmelzen des Schnees, ſondern
die Regengüſse in den Tropen ſeien. –
Man lernte hier eine neun Menſchenrace
kennen, dachte um die Urſache der Verſchiedenheit
der Racen nach und ſtellte die erſte Theorie
darüber auf. Der Keim zu den übrigen
Theorien – Von der Weisheit der Inder
lernte man die Naturproducte kennen;
doch drang Alexander noch nicht bis in den Gegend
ein, wo wieder die eigentliche Cultur der Inder
herrſchte am Ganges – Seleukus Merkator
ging ſpäterhin weiter bis nach dieſer Gegend
hin und machte dort die Bekanntſchaft mit
den indiſchen Prieſtern. – Von den Chaldäern,
einer Prieſterkaſte in Babylon, lernte man
die Himmelskunde; Kalliſthenes ſoll den
Ariſtoteles die Beobachtungen von 1900 Eklipſen geſchickt
haben die wir vorfanden, jedoch findet
ſich in Ariſtoteles Werken nichts davon.
Ariſtoteles Wiſsen müſsen wir als Frucht
des Zuges Alexanders anſehen; er ſammelte
die Entdeckungen die dieſer Zug bewirkte. –
Er legte ſchon eine Art Naturalien-Kabinett
an, und ihm verdanken wir, daß die Naturbeſchreibung
an die Stelle der Einheit der
Natur getreten iſt; er ging mehr ins Specielle
ein, und erſt jetzt kam man auf eigentliche
Beobachtungen. In ſeinem Werke mirabilia
de mundo etc ſtellt er ſchon viele Theorien auf
jedoch die Anſicht über Wärmeleitung, und eine
andere von den Farben, die man ihm
gewöhnlich zuſchreibt, gehören ihm nicht, ſondern
ſind jüngerer Zeit. – Dagegen iſt von ihm
eine Naturgeſchichte, eine vergleichende
Anatomie, phyſikaliſche Anſichten über das
Leben der Thiere und dgl. mehr. –
Derſelbe Geiſt des Sammelns blieb auch
fernerhin in der alexandrianiſchen Schule. –
haben die wir vorfanden, jedoch findet
ſich in Ariſtoteles Werken nichts davon.
Ariſtoteles Wiſsen müſsen wir als Frucht
des Zuges Alexanders anſehen; er ſammelte
die Entdeckungen die dieſer Zug bewirkte. –
Er legte ſchon eine Art Naturalien-Kabinett
an, und ihm verdanken wir, daß die Naturbeſchreibung
an die Stelle der Einheit der
Natur getreten iſt; er ging mehr ins Specielle
ein, und erſt jetzt kam man auf eigentliche
Beobachtungen. In ſeinem Werke mirabilia
de mundo etc ſtellt er ſchon viele Theorien auf
jedoch die Anſicht über Wärmeleitung, und eine
andere von den Farben, die man ihm
gewöhnlich zuſchreibt, gehören ihm nicht, ſondern
ſind jüngerer Zeit. – Dagegen iſt von ihm
eine Naturgeſchichte, eine vergleichende
Anatomie, phyſikaliſche Anſichten über das
Leben der Thiere und dgl. mehr. –
Derſelbe Geiſt des Sammelns blieb auch
fernerhin in der alexandrianiſchen Schule. –
Sammlungen von Naturalien und Bibliotheken
wurden überall nach dem Muſter
der erſten des Ariſtoteles angelegt. –
Unter den Ptolemäern wurde die Papyrusſtaude
zu Schreibmaterial benutzt. – Nach
Paſsalaquas Unterſuchungen fehlt dieſes Gewächs
jetzt in Ägypten ganz, aber in Sizilien
findet man es wild wachſen. – – Als Griechenland
eine Provinz der Römer wurde
ging die Tendenz des Sammelns auch nach
Italien über. – Strabo unter dem Kaiſer
Auguſtus verfaßte ein Werk, das zum
Theil Erdbeſchreibung iſt. Er ſtellte hier zuerſt
auf, daß man aus der Geſtalt der Pflanzen
und Thiere, die Climate eines Landes
und der geographiſche Breite beſtimmen
könne; er ſagte: die Sonne bringe ſchöne
Thiergattungen hervor, färbe die Federn der
Vögel und die Blätter der Pflanzen u.ſ.w.
Später ſchrieb der ältere Plinius ein Werk
in 34 Büchern das großartigſte Unternehmen
einer Weltbeſchreibung. –
wurden überall nach dem Muſter
der erſten des Ariſtoteles angelegt. –
Unter den Ptolemäern wurde die Papyrusſtaude
zu Schreibmaterial benutzt. – Nach
Paſsalaquas Unterſuchungen fehlt dieſes Gewächs
jetzt in Ägypten ganz, aber in Sizilien
findet man es wild wachſen. – – Als Griechenland
eine Provinz der Römer wurde
ging die Tendenz des Sammelns auch nach
Italien über. – Strabo unter dem Kaiſer
Auguſtus verfaßte ein Werk, das zum
Theil Erdbeſchreibung iſt. Er ſtellte hier zuerſt
auf, daß man aus der Geſtalt der Pflanzen
und Thiere, die Climate eines Landes
und der geographiſche Breite beſtimmen
könne; er ſagte: die Sonne bringe ſchöne
Thiergattungen hervor, färbe die Federn der
Vögel und die Blätter der Pflanzen u.ſ.w.
Später ſchrieb der ältere Plinius ein Werk
in 34 Büchern das großartigſte Unternehmen
einer Weltbeſchreibung. –
Freilich war auch der Plan zu dieſem Werke
theoretiſcher als die Ausführung.
Es fehlte ihm die Erfahrung; er war ein großer
Mann, der wenig ſelbſt arbeitete und
ſich auf die Erfahrungen anderer verließ. –
Er hatte eine ſolche Menge von Materialien
daß er ſie ſelbſt nicht überſehen konnte. –
Sein Werk fängt mit allgemeinen Betrachtungen
über die Welt an, und geht dann das
Einzelne ſpeziell durch: metrologiſche Erſcheinungen
– Producte – Geographie; Menſchenracen,
geiſtige, Entwickelung des Menſchen. Den
Schluß macht eine vergleichende Naturbeſchreibung
; und eine Betrachtung über die
Geſtalt der Länder.
Dieſer ernſte, ſtrenge Weg, wurde nicht
lange befolgt; die morgenländiſche Philoſophie
drang in Italien ein, und führte hier zur
Schwärmerei zur Zeit Hadrians – Es entſtanden
die Schulen der Neupythagoräer, Neuplatoniker
und der Gnoſtiker.
Doch hatte auch dieſe Schwärmerei ihre Vortheile
, da man jetzt anfing ſich zu ſehr mit dem
theoretiſcher als die Ausführung.
Es fehlte ihm die Erfahrung; er war ein großer
Mann, der wenig ſelbſt arbeitete und
ſich auf die Erfahrungen anderer verließ. –
Er hatte eine ſolche Menge von Materialien
daß er ſie ſelbſt nicht überſehen konnte. –
Sein Werk fängt mit allgemeinen Betrachtungen
über die Welt an, und geht dann das
Einzelne ſpeziell durch: metrologiſche Erſcheinungen
– Producte – Geographie; Menſchenracen,
geiſtige, Entwickelung des Menſchen. Den
Schluß macht eine vergleichende Naturbeſchreibung
; und eine Betrachtung über die
Geſtalt der Länder.
Dieſer ernſte, ſtrenge Weg, wurde nicht
lange befolgt; die morgenländiſche Philoſophie
drang in Italien ein, und führte hier zur
Schwärmerei zur Zeit Hadrians – Es entſtanden
die Schulen der Neupythagoräer, Neuplatoniker
und der Gnoſtiker.
Doch hatte auch dieſe Schwärmerei ihre Vortheile
, da man jetzt anfing ſich zu ſehr mit dem
Speziellen zu beſchäftigen, man kam jetzt wieder
auf das Gefühl der Einheit der Natur zurück
, und bildete das aus was bei den roheſten
Völkern ſchon geahndet wurde. –
7. Vorlesung, 24. November 1827
Es war dieſe
Epoche beſonders auch für das Studium der Chemie
von Wichtigkeit, da die Phönizier und Aegypter
ſich mehr als alle übrige Völker mit
der Natur der Stoffe beſchäftigten. – Man weiß,
daß der Kaiſer Caligula ſehr viel Neigung
zur Alchemie hatte und das aureum pigmentum
finden wollte. Der Name Chemie kommt
ſchon bei Plutarch vor, dort bedeutet dieſes Wort
den Namen eines Landes in Africa Cham
Das Studium dieſer Wiſsenſchaft wurde in
Aegÿpten vorbereitet, wo die Araber es ſpäter
aufnahmen und weiter ausarbeiteten.
Die Schwächung des römiſchen Reichs verbreitete
eine tiefe Nacht über das Abendland, nur
noch in Griechenland erhielt ſich einiges Licht. –
Die Voelkerwanderung endlich brachte den
Untergang des römiſchen Reichs hervor. – Die
Chiongus ſollen die Anſtifter dieſer großen
Revoulution geweſen ſein. –
auf das Gefühl der Einheit der Natur zurück
, und bildete das aus was bei den roheſten
Völkern ſchon geahndet wurde. –
7. Vorlesung, 24. November 1827
Es war dieſe
Epoche beſonders auch für das Studium der Chemie
von Wichtigkeit, da die Phönizier und Aegypter
ſich mehr als alle übrige Völker mit
der Natur der Stoffe beſchäftigten. – Man weiß,
daß der Kaiſer Caligula ſehr viel Neigung
zur Alchemie hatte und das aureum pigmentum
finden wollte. Der Name Chemie kommt
ſchon bei Plutarch vor, dort bedeutet dieſes Wort
den Namen eines Landes in Africa Cham
Das Studium dieſer Wiſsenſchaft wurde in
Aegÿpten vorbereitet, wo die Araber es ſpäter
aufnahmen und weiter ausarbeiteten.
Die Schwächung des römiſchen Reichs verbreitete
eine tiefe Nacht über das Abendland, nur
noch in Griechenland erhielt ſich einiges Licht. –
Die Voelkerwanderung endlich brachte den
Untergang des römiſchen Reichs hervor. – Die
Chiongus ſollen die Anſtifter dieſer großen
Revoulution geweſen ſein. –
Nach Klaproths Entdeckung lebt noch jetzt tief in
Aſien ein indiſch-germaniſcher Stamm, mit blonden
Haaren und blauen Augen; der Abbe Reniſar
beſtätigte dieſe Ausſage, und ſagt es lebe dieſer
Stamm im Lande der Maltſchuhs am Balkan
See. Es ſind dieſe die Ueberbleibſel eines größern
Stammes der ſich im 1ten Jahrhundert nach Chriſtus
auf die Chiongus, einen türkiſchen Stamm warf.
Dieſe trieben die Huñen einheimiſcher Stamm
aus ihren Beſitzungen; die Hunen endlich warfen
ſich auf die wirklich germaniſchen Stämme:
Die Gothen, Vandalen u.ſ.w.
3te Epoche
Die Araber bezeichnen dieſe Epoche; ſie ſind
ein ſemitiſcher Stamm. – Schon in frühen Zeiten
waren Hirtenvölker aus ſemitiſchen Stämmen
im nördlichen Africa eingedrungen R
v L’s Unterſuchungen – Nachdem ſie dort lange
Zeit ruhig gelebt und als nomadiſchen Hirten
in der Halbinſel umhergezogen waren, drangen
ſie in Aegypten ein und forſchten bald,
durch die Lehre Muhameds angefeuert von
Aſien ein indiſch-germaniſcher Stamm, mit blonden
Haaren und blauen Augen; der Abbe Reniſar
beſtätigte dieſe Ausſage, und ſagt es lebe dieſer
Stamm im Lande der Maltſchuhs am Balkan
See. Es ſind dieſe die Ueberbleibſel eines größern
Stammes der ſich im 1ten Jahrhundert nach Chriſtus
auf die Chiongus, einen türkiſchen Stamm warf.
Dieſe trieben die Huñen einheimiſcher Stamm
aus ihren Beſitzungen; die Hunen endlich warfen
ſich auf die wirklich germaniſchen Stämme:
Die Gothen, Vandalen u.ſ.w.
3te Epoche
Die Araber bezeichnen dieſe Epoche; ſie ſind
ein ſemitiſcher Stamm. – Schon in frühen Zeiten
waren Hirtenvölker aus ſemitiſchen Stämmen
im nördlichen Africa eingedrungen R
v L’s Unterſuchungen – Nachdem ſie dort lange
Zeit ruhig gelebt und als nomadiſchen Hirten
in der Halbinſel umhergezogen waren, drangen
ſie in Aegypten ein und forſchten bald,
durch die Lehre Muhameds angefeuert von
den Ufern des Ganges bis zu den Säulen des
Herkules. Sie bemächtigten ſich der ägÿptiſchen
Kenntniſse und bewahrten ſie im Süden auf, worauf
im Weſten das rohe Leben die Wiſsenſchaftten
nicht gedeihen ließ. – Die Araber hatten einen
eigenthümlichen Character, den noch jetzt ein Stam̃
der Wehabiten zeigt.
oder Whaabis
– Unwiſsenheit ohne jedoch
roh zu ſein wie die Huñen , und eine
ganz beſondere Liebe zur Natur, ſind charakteriſtiſch
bei ihnen. – Daher waren ihre Beobachtungen
hauptſächlich auf Gegenſtände der
Natur gerichtet. – Im Weſten waren die Araber
in Verbindung mit den ſemitiſchen Stäm̃en:
im Süden mit Aethiopiern, ſpäterhin mit Aegypten
; griechiſche Ärtzte hatten ſich ſchon vor Muhameds
Zeiten in Mecka niedergelaſsen, und
zu derſelben Zeit ſchon gab es unter den Arabern
Dichtkunſt. Alta, die Sammlung derſelben
wurde als Nationaleigenthum betrachtet
, und in Mecka aufbewahrt dieſe
Sammlung iſt ins Deutſche überſetzt vom Prof.
Freitag in Bonn – dichteriſche Kampflieder.
Unter der Regierung der Haſchemiden und
Herkules. Sie bemächtigten ſich der ägÿptiſchen
Kenntniſse und bewahrten ſie im Süden auf, worauf
im Weſten das rohe Leben die Wiſsenſchaftten
nicht gedeihen ließ. – Die Araber hatten einen
eigenthümlichen Character, den noch jetzt ein Stam̃
der Wehabiten zeigt.
oder Whaabis
– Unwiſsenheit ohne jedoch
roh zu ſein wie die Huñen , und eine
ganz beſondere Liebe zur Natur, ſind charakteriſtiſch
bei ihnen. – Daher waren ihre Beobachtungen
hauptſächlich auf Gegenſtände der
Natur gerichtet. – Im Weſten waren die Araber
in Verbindung mit den ſemitiſchen Stäm̃en:
im Süden mit Aethiopiern, ſpäterhin mit Aegypten
; griechiſche Ärtzte hatten ſich ſchon vor Muhameds
Zeiten in Mecka niedergelaſsen, und
zu derſelben Zeit ſchon gab es unter den Arabern
Dichtkunſt. Alta, die Sammlung derſelben
wurde als Nationaleigenthum betrachtet
, und in Mecka aufbewahrt dieſe
Sammlung iſt ins Deutſche überſetzt vom Prof.
Freitag in Bonn – dichteriſche Kampflieder.
Unter der Regierung der Haſchemiden und
Abbaſsiden, war die Blüthe der arabiſchen Litteratur
. Die Araber legten in Aegÿpten Bibliotheken
an; dieſe vermehrten ſich bald vom
Orient bis tief in Spanien hinein.
Es iſt ſchwierig zuſammenzuzählen was alles
von den Arabern geſchah. – Sie beobachteten
den Himmel, die Pflanzen, Mineralien u.ſ.w.
ſie machten die erſten wirklichen Meſsungen
, Meſopotamien erfanden neue Inſtrumente
, und brachten die indiſchen Zahlen
nach Europa, die wie es erſcheint durch den
alten Verkehr der Indier, mit den Perſern
zuerſt zu dieſen kamen und nicht zu den
Arabern übergingingen, im Anfang des
13ten Jahrhunderts. Sie hatten beſtimmt auch
Kenntniſse der Optik und der Refraction
des Lichts.
Gewiß gründeten die Araber ihr Wiſsen
auf Erfahrungen, die in griechiſchen und römiſchen
Werken niedergelegt waren, aber für
uns verloren gegangen ſind.
Dieſe Werke waren ihnen ſo wichtig daß
die Califen beſondere Ueberſetzungs-Ausſchüſse
errichten ließen.
. Die Araber legten in Aegÿpten Bibliotheken
an; dieſe vermehrten ſich bald vom
Orient bis tief in Spanien hinein.
Es iſt ſchwierig zuſammenzuzählen was alles
von den Arabern geſchah. – Sie beobachteten
den Himmel, die Pflanzen, Mineralien u.ſ.w.
ſie machten die erſten wirklichen Meſsungen
, Meſopotamien erfanden neue Inſtrumente
, und brachten die indiſchen Zahlen
nach Europa, die wie es erſcheint durch den
alten Verkehr der Indier, mit den Perſern
zuerſt zu dieſen kamen und nicht zu den
Arabern übergingingen, im Anfang des
13ten Jahrhunderts. Sie hatten beſtimmt auch
Kenntniſse der Optik und der Refraction
des Lichts.
Gewiß gründeten die Araber ihr Wiſsen
auf Erfahrungen, die in griechiſchen und römiſchen
Werken niedergelegt waren, aber für
uns verloren gegangen ſind.
Dieſe Werke waren ihnen ſo wichtig daß
die Califen beſondere Ueberſetzungs-Ausſchüſse
errichten ließen.
Die Werke wurden dann gewöhnlich erſt ins Syriſche
und aus dem Syriſchen ins Arabiſche über
tragen.
Eine eigne Theorie gaben die Araber nicht,
da alle Völker des Islam in ihrem Geiſte ſehr
beſchränkt ſind, und ſich nicht zu einem freiem
Denken, vermöge ihres Glaubens erheben können;
um ſo mehr ſprach ſich bei ihnen die Beobachtung
aus. – Allein ſelbſt in der Periode wo bei
ihnen am meiſten die Wiſsenſchaft glänzte,
befanden ſich dieſe Kenntniſse doch nur in einigen
Kaſten, und für die Bildung des ganzen
Volkes wurde wenig gewonnen.
Von ihren chemiſchen Entdeckungen ſollen
hier nur 2 der Verzüglichſten erwähnt werden
: 1, die Entdeckung der Säuern; ſie kannten
die Salpeterſäure, Königswaſser, welches
ſie nannten: Haſsa Zafared Chefi Gemed.
2, die Idee des Diſtillirens – (Alkohol – Naphta –
Queckſilberoxyd.) –
Die Araber hatten 2 Reflexe: davon einen gegen
Oſten: die Sternwarte zu Samarkam, wo ſich
noch ein Sternkatalog vorgefunden hat, und
die andere gegen Weſten in Spanien.
und aus dem Syriſchen ins Arabiſche über
tragen.
Eine eigne Theorie gaben die Araber nicht,
da alle Völker des Islam in ihrem Geiſte ſehr
beſchränkt ſind, und ſich nicht zu einem freiem
Denken, vermöge ihres Glaubens erheben können;
um ſo mehr ſprach ſich bei ihnen die Beobachtung
aus. – Allein ſelbſt in der Periode wo bei
ihnen am meiſten die Wiſsenſchaft glänzte,
befanden ſich dieſe Kenntniſse doch nur in einigen
Kaſten, und für die Bildung des ganzen
Volkes wurde wenig gewonnen.
Von ihren chemiſchen Entdeckungen ſollen
hier nur 2 der Verzüglichſten erwähnt werden
: 1, die Entdeckung der Säuern; ſie kannten
die Salpeterſäure, Königswaſser, welches
ſie nannten: Haſsa Zafared Chefi Gemed.
2, die Idee des Diſtillirens – (Alkohol – Naphta –
Queckſilberoxyd.) –
Die Araber hatten 2 Reflexe: davon einen gegen
Oſten: die Sternwarte zu Samarkam, wo ſich
noch ein Sternkatalog vorgefunden hat, und
die andere gegen Weſten in Spanien.
Alfons VII hielt in Toledo einen großen wiſsenſchaftlichen
Congreß, an dem damals Chriſten,
Juden und Sarazenen Theil nahmen. – Alfonsſche
Tafeln –
Die Araber durchlebten eine lange glänzende
Periode; im Jahre 640 traten ſie in Aegypten
ein und 1236 war die Einnahme von
Cordova. Der Abglanz ihrer wiſsentſchaftlichen
Kenntniſse findet ſich in den Werken
des Raimundus Lullus, und des Dr. mirabilis
Roger Baco; der viel auf dieſe Wiſsenſchaften
hindeutet, wie wohl er ſelbſt nichts ausführt.
?
4te Epoche
Die Entdeckung von Amerika iſt das wichtigſte
Ereigniß für die Kosmographie;
gleichzeitig
damit fallen 2 große Weltbegebenheiten:
die Reformation, und die Aufſtellung eines neuen
Syſtems über die Bewegung der Weltkörper, durch
Kopernikus. –
Vieles kam zuſammen um dieſe große Begebenheit
vorzubereiten: das Aufleben des
italieniſchen Handels; der Einfluß den die
Congreß, an dem damals Chriſten,
Juden und Sarazenen Theil nahmen. – Alfonsſche
Tafeln –
Die Araber durchlebten eine lange glänzende
Periode; im Jahre 640 traten ſie in Aegypten
ein und 1236 war die Einnahme von
Cordova. Der Abglanz ihrer wiſsentſchaftlichen
Kenntniſse findet ſich in den Werken
des Raimundus Lullus, und des Dr. mirabilis
Roger Baco; der viel auf dieſe Wiſsenſchaften
hindeutet, wie wohl er ſelbſt nichts ausführt.
?
4te Epoche
Die Entdeckung von Amerika iſt das wichtigſte
Ereigniß für die Kosmographie;
gleichzeitig
damit fallen 2 große Weltbegebenheiten:
die Reformation, und die Aufſtellung eines neuen
Syſtems über die Bewegung der Weltkörper, durch
Kopernikus. –
Vieles kam zuſammen um dieſe große Begebenheit
vorzubereiten: das Aufleben des
italieniſchen Handels; der Einfluß den die
Buchdruckerkunſt auf das Studium und die Verbreitung
der klaſsiſchen Litteratur hatte, und
wodurch neue Dichter auftraten, wie Petrarka
, Boccaccio u.ſ.w.; der Einfluß des freiern
Sprachſtudiums auf das Gemüth uſw.
mußten ein freieres Denken hervorbringen,
weil man bisher nur glaubte was geſagt
wurde, ſo begnügte man ſich jetzt nicht mehr
mit dem bloßen Glauben, ſondern wünſchte
Ueberzeugung, und dieſe war nur durch
ſelbſtthätiges Denken zu erlangen.
Die Entdeckung durch Columbus war nicht
die erſte Entdeckung Amerikas. Skandinaviſche
Schiffe hatten ſchon früher, um das Jahr
1003 Neufoundland geſehen, und man erzählt
, daß ſelbſt ein großer Theil von Nordamerika
von ihnen beſucht worden iſt.
Sie nannten damals das neuentdeckte Land
Winland, oder Weinland. –
Im Jahre 1390 ſoll Drojnad einen Theil,
des feſten Landes entdeckt haben. – Doch
waren alle dieſe Entdeckungen wieder
verloren gegangen. –
der klaſsiſchen Litteratur hatte, und
wodurch neue Dichter auftraten, wie Petrarka
, Boccaccio u.ſ.w.; der Einfluß des freiern
Sprachſtudiums auf das Gemüth uſw.
mußten ein freieres Denken hervorbringen,
weil man bisher nur glaubte was geſagt
wurde, ſo begnügte man ſich jetzt nicht mehr
mit dem bloßen Glauben, ſondern wünſchte
Ueberzeugung, und dieſe war nur durch
ſelbſtthätiges Denken zu erlangen.
Die Entdeckung durch Columbus war nicht
die erſte Entdeckung Amerikas. Skandinaviſche
Schiffe hatten ſchon früher, um das Jahr
1003 Neufoundland geſehen, und man erzählt
, daß ſelbſt ein großer Theil von Nordamerika
von ihnen beſucht worden iſt.
Sie nannten damals das neuentdeckte Land
Winland, oder Weinland. –
Im Jahre 1390 ſoll Drojnad einen Theil,
des feſten Landes entdeckt haben. – Doch
waren alle dieſe Entdeckungen wieder
verloren gegangen. –
Nachdem die Skandinavier aufgehört hatten
das Meer zu befahren, konnte auch wenig
für die Kenntniß entfernter Länder geſchehen
, bis von Italien aus wieder die Beſchiffung
entfernter Meere begann. –
Zwar hatte ſchon Marko Polo einige Landreiſen
unternommen die eine Revolution
in den naturhiſtoriſchen Ideeen hätten hervor
bringen können. Allein es iſt ein großer
Unterſchied zwiſchen Land- und Seereiſen;
jene wurden von nur einzelnen Männern unternommen
, wogegen an Seeexpeditionen
ganze Völkerſchaften Theil nehmen; es
konnten unmöglich einzelne Reiſende einen
ſo lebendigen Eindruck hervorbringen
als eine Entdeckung eines ganzen
Welttheils, die das Leben zweier ganzen
Nationen beſchäftigen mußte. – Auch wäre
der Eindruck dieſes Entdeckung weniger
groß geweſen, wenn Amerika nicht auf
einer ganz andern Halbkugel gelegen
wäre; man kañ ſie nur mit der Entdeckung
der abgekehrten Seite des Mondes
vergleichen.
Dieſe große Entdeckung trifft merkwürdiger
das Meer zu befahren, konnte auch wenig
für die Kenntniß entfernter Länder geſchehen
, bis von Italien aus wieder die Beſchiffung
entfernter Meere begann. –
Zwar hatte ſchon Marko Polo einige Landreiſen
unternommen die eine Revolution
in den naturhiſtoriſchen Ideeen hätten hervor
bringen können. Allein es iſt ein großer
Unterſchied zwiſchen Land- und Seereiſen;
jene wurden von nur einzelnen Männern unternommen
, wogegen an Seeexpeditionen
ganze Völkerſchaften Theil nehmen; es
konnten unmöglich einzelne Reiſende einen
ſo lebendigen Eindruck hervorbringen
als eine Entdeckung eines ganzen
Welttheils, die das Leben zweier ganzen
Nationen beſchäftigen mußte. – Auch wäre
der Eindruck dieſes Entdeckung weniger
groß geweſen, wenn Amerika nicht auf
einer ganz andern Halbkugel gelegen
wäre; man kañ ſie nur mit der Entdeckung
der abgekehrten Seite des Mondes
vergleichen.
Dieſe große Entdeckung trifft merkwürdiger
Weiſe mit vielen andern großartigen
Begebenheiten zuſammen. –
Um dieſe Zeit war es wo man die ſchönen Gebilde
der alten Kunſt wieder auffand, und
ſie aus ihren Gräbern empor ſteigen ließ,
in der Zeit von 1498–1506. – Martin
Luther und Calvin ſetzten den Geiſt der
Freiheit und Stärke, an die Stelle des
frühern Aberglaubens; Copernicus endlich
legte ein neues Weltſyſtem vor
Augen. – Seine Schrift kam zwar erſt
1543 ins Licht der Welt, doch hatte er ſein
Syſtem ſchon 15 Jahre nach der Entdeckung
von Amerika 1507 ausgearbeitet
Auch hierbei hatte das Studium des Alterthums
ſeine Wirkung geäußert. Copernikus
wurde durch das Syſtem des Phylolaus
ſo begeiſtert, daß er daſselbe herzuſtellen
wünſchte. Obgleich er das Syſtem mißverſtanden
hatte, kam er durch dieſen
Mißverſtand aber auf das richtige Syſtem.
Außerordentlichen Einfluß hatte die Entdeckung
von Amerika auf die Weltanſichten
; man hatte einen neuen Continent
Begebenheiten zuſammen. –
Um dieſe Zeit war es wo man die ſchönen Gebilde
der alten Kunſt wieder auffand, und
ſie aus ihren Gräbern empor ſteigen ließ,
in der Zeit von 1498–1506. – Martin
Luther und Calvin ſetzten den Geiſt der
Freiheit und Stärke, an die Stelle des
frühern Aberglaubens; Copernicus endlich
legte ein neues Weltſyſtem vor
Augen. – Seine Schrift kam zwar erſt
1543 ins Licht der Welt, doch hatte er ſein
Syſtem ſchon 15 Jahre nach der Entdeckung
von Amerika 1507 ausgearbeitet
Auch hierbei hatte das Studium des Alterthums
ſeine Wirkung geäußert. Copernikus
wurde durch das Syſtem des Phylolaus
ſo begeiſtert, daß er daſselbe herzuſtellen
wünſchte. Obgleich er das Syſtem mißverſtanden
hatte, kam er durch dieſen
Mißverſtand aber auf das richtige Syſtem.
Außerordentlichen Einfluß hatte die Entdeckung
von Amerika auf die Weltanſichten
; man hatte einen neuen Continent
entdeckt der größer war als ein bisher
bekanter, und ſich von 50° ſüdlicher Breite
bis nördliche Breite erſtreckte.
Man erkannte damals zuerſt daß auch
unter dem Aequator Schnee liege, und von
hier aus die Schneegrenze ſich mit den Breitegraden
verändere; es war damals zuerſt
auffallend, daß bei verſchiedenen Höhen
die Temperatur verſieden ſei; daß die
Pflanzenformen ſich nach klimatiſchen Verhältniſsen
und nach Höhe und Breite ändern
. – Es entſtanden merkwürdige
Diskuſsionen unter den Menſchenracen.
Man fand hier nicht die großen Unterſchiede
der die verſchiedenen Zonen bewohnenden
Völker in Rückſicht auf Sprache, Farbe und
Geſtaltung des Knochenbaues. Man fand
ſogar in den heißeſten Gegenden unter
dem Aequator die Menſchen von weißerer
Farbe als die rothen Berg-Bewohner. – Es
entſtand die Frage warum in Amerika
kein Negervolk exiſtire, warum dort in
derſelben Breite ſich nicht daſselbe Klima
vorfinde wie in Afrika, weshalb die Produkte
bekanter, und ſich von 50° ſüdlicher Breite
bis nördliche Breite erſtreckte.
Man erkannte damals zuerſt daß auch
unter dem Aequator Schnee liege, und von
hier aus die Schneegrenze ſich mit den Breitegraden
verändere; es war damals zuerſt
auffallend, daß bei verſchiedenen Höhen
die Temperatur verſieden ſei; daß die
Pflanzenformen ſich nach klimatiſchen Verhältniſsen
und nach Höhe und Breite ändern
. – Es entſtanden merkwürdige
Diskuſsionen unter den Menſchenracen.
Man fand hier nicht die großen Unterſchiede
der die verſchiedenen Zonen bewohnenden
Völker in Rückſicht auf Sprache, Farbe und
Geſtaltung des Knochenbaues. Man fand
ſogar in den heißeſten Gegenden unter
dem Aequator die Menſchen von weißerer
Farbe als die rothen Berg-Bewohner. – Es
entſtand die Frage warum in Amerika
kein Negervolk exiſtire, warum dort in
derſelben Breite ſich nicht daſselbe Klima
vorfinde wie in Afrika, weshalb die Produkte
in denſelben Breitegraden in Amerika
verſchieden wären gegen denen der alten
Welt. – Man erhielt eine richtigere
Anſicht von dem vulkaniſchen Feuer, indem
in Amerika viele Vulkane entdeckt
wurden, die nicht zuſammen gruppirt waren
. Bisher kannte man nur ſehr wenige
und erhielt von ihrer Urſache nur einſeitige
Vorſtellungen. Jetzt ſah man Erſcheinungen
die nicht mit denen des
Veſuvs und Aetna übereinſtimmten.
Man bemerkte daß einige, Waſser mit
Fiſchen gemengt ausſpeiten; eine Erſcheinung
die ihren Urſprung ganz natürlich daraus
hat, das Schnee in den Krater fällt, dort
ſchmilzt und als Waſser in denſelben
fließt; es gab dieſe Urſache zu der wunderlichen
Annahme von Waſser-Vulkanen. –
Man entdeckte die großen Meeresſtröme,
den Golfſtrom etc. – Magelhan entdeckte
ſpäter am ſüdlichen Himmel die ſogenañten
Magelhans-Wolken; nicht eine Milchſtraße,
ſondern 2 große Nebelflecke, außerhalb
verſchieden wären gegen denen der alten
Welt. – Man erhielt eine richtigere
Anſicht von dem vulkaniſchen Feuer, indem
in Amerika viele Vulkane entdeckt
wurden, die nicht zuſammen gruppirt waren
. Bisher kannte man nur ſehr wenige
und erhielt von ihrer Urſache nur einſeitige
Vorſtellungen. Jetzt ſah man Erſcheinungen
die nicht mit denen des
Veſuvs und Aetna übereinſtimmten.
Man bemerkte daß einige, Waſser mit
Fiſchen gemengt ausſpeiten; eine Erſcheinung
die ihren Urſprung ganz natürlich daraus
hat, das Schnee in den Krater fällt, dort
ſchmilzt und als Waſser in denſelben
fließt; es gab dieſe Urſache zu der wunderlichen
Annahme von Waſser-Vulkanen. –
Man entdeckte die großen Meeresſtröme,
den Golfſtrom etc. – Magelhan entdeckte
ſpäter am ſüdlichen Himmel die ſogenañten
Magelhans-Wolken; nicht eine Milchſtraße,
ſondern 2 große Nebelflecke, außerhalb
der Milchſtraße. Schon die Araber ſollen
ſie, nach Idelers Unterſuchungen, geſehen
und gekannt haben. – Damals noch
lernte man die Carbonen, ſchwarze
Sterne kennen.
In Acoſtas Naturgeſchichte werden ſchon
faſt alle Fragmente unterſucht die ſpäter
die Menſchen beſchäftigten. – Peter Martin
da Anjeri, Geheimſchreiber Carl des V, ſammelte
alle erſten Nachrichten, welche die Reiſenden
nach Italien und Spanien zurück brachten.
Die Weltumſeglungen Cooks haben lange
nicht eine ſolche Bewegung hervorgebracht
als dieſe Entdeckung von Amerika. –
8. Vorlesung, 28. November 1827
Es wurden in dem neu entdeckten Lande
neue Städte, ja ſelbſt Univerſitäten gegründet
. – Anjeris erſte Briefe über die
Entdeckung Amerikas deuten uns den großen
Eindruck an, welchen dieſe auf
die Völker machte. – Die Beobachtung der
Natur trat jetzt an die Stelle der ſcholaſtiſchen
Philoſophie, die ſich nun nicht länger
mehr halten konnte; vorzüglich trugen zu
ſie, nach Idelers Unterſuchungen, geſehen
und gekannt haben. – Damals noch
lernte man die Carbonen, ſchwarze
Sterne kennen.
In Acoſtas Naturgeſchichte werden ſchon
faſt alle Fragmente unterſucht die ſpäter
die Menſchen beſchäftigten. – Peter Martin
da Anjeri, Geheimſchreiber Carl des V, ſammelte
alle erſten Nachrichten, welche die Reiſenden
nach Italien und Spanien zurück brachten.
Die Weltumſeglungen Cooks haben lange
nicht eine ſolche Bewegung hervorgebracht
als dieſe Entdeckung von Amerika. –
8. Vorlesung, 28. November 1827
Es wurden in dem neu entdeckten Lande
neue Städte, ja ſelbſt Univerſitäten gegründet
. – Anjeris erſte Briefe über die
Entdeckung Amerikas deuten uns den großen
Eindruck an, welchen dieſe auf
die Völker machte. – Die Beobachtung der
Natur trat jetzt an die Stelle der ſcholaſtiſchen
Philoſophie, die ſich nun nicht länger
mehr halten konnte; vorzüglich trugen zu
ihrem Sturze bei Jordano, Bruno, Bako,
Campaneglio und Copernicus. Letzterer ſtellte
das Weltall als ein unendliches Ganze dar
und gab die erſte Idee zu den Geſetzen an,
nach welchen ſich die Weltkörper bewegen. –
Bruno beſchäftigte ſich hauptſächlich mit Chemie
und Aſtrologie. – Als Pantheiſt in Genf
verketzert, und von der Inquiſition in
Venedig verfolgt, trug er ſeine Kenntniſse
in England und Ingolſtadt vor. – In den
Werken Bakos und Campaneglios ſpricht
ſich ſchon ein tiefes Gefühl über die Einheit
der Natur aus.
5te Epoche.
Wenn die vorigen Epochen durch Reiſen,
durch mathematiſche Unterſuchungen und
philoſophiſche Betrachtungen bezeichnet waren,
ſo war es der Zeit von 1590 bis 1643 vorbehalten
neue Organe zu erſchaffen.
Es ſind vorzüglich deren 4 verſchiedene
Arten, die jetzt geſchaffen wurden, und
durch deren Hülfe man dazu kommen koñte
, neue Entdeckungen im Gebiete der Kosmographie
zu machen: Fernröhre, Thermometer,
Campaneglio und Copernicus. Letzterer ſtellte
das Weltall als ein unendliches Ganze dar
und gab die erſte Idee zu den Geſetzen an,
nach welchen ſich die Weltkörper bewegen. –
Bruno beſchäftigte ſich hauptſächlich mit Chemie
und Aſtrologie. – Als Pantheiſt in Genf
verketzert, und von der Inquiſition in
Venedig verfolgt, trug er ſeine Kenntniſse
in England und Ingolſtadt vor. – In den
Werken Bakos und Campaneglios ſpricht
ſich ſchon ein tiefes Gefühl über die Einheit
der Natur aus.
5te Epoche.
Wenn die vorigen Epochen durch Reiſen,
durch mathematiſche Unterſuchungen und
philoſophiſche Betrachtungen bezeichnet waren,
ſo war es der Zeit von 1590 bis 1643 vorbehalten
neue Organe zu erſchaffen.
Es ſind vorzüglich deren 4 verſchiedene
Arten, die jetzt geſchaffen wurden, und
durch deren Hülfe man dazu kommen koñte
, neue Entdeckungen im Gebiete der Kosmographie
zu machen: Fernröhre, Thermometer,
Barometer, und Infiniteſimal-Rechnung.
Durch die Fernröhre deren Erfindung und
erſte Vervollkommung in die Zeit von 1590
bis 1611 fällt, werden zuerſt die aufgeſtellten
Sätze des copernicaniſchen Syſtems
beſtätigt; durch ihre Anwendung entdeckte
man neue Planeten, die Monde des Jupiter
uſw. Berge des Mondes und die Sonnenflecke
; zugleich unterſuchte man auch die Urſachen
der Weiße der Milchſtraße und fand
ſie in der großen Zahl der Sterne die dort
in Gruppen zuſammen liegen.
Die Thermometer wurden um 1600 in Albena
erfunden, und im darauf folgenden
Jahr von Reaumur auf meteorologiſche Erſcheinungen
angewendet. – Man fand vermittelſt
ihrer Hülfe den Einfluß der verſchiedenen
Klimate auf das
Vegetations-Verhältniß
; die verſchiedenen Klimate in denſelben
Breiten, Wärme des innern Erdkörpers u. dgl.
meheres.
Das Barometer, eine Erfindung Toricelli’s
um 1543 wurde zur Höhenmeſsung der
Berge uſw. zuerſt von Pascal angewendet.
Durch die Fernröhre deren Erfindung und
erſte Vervollkommung in die Zeit von 1590
bis 1611 fällt, werden zuerſt die aufgeſtellten
Sätze des copernicaniſchen Syſtems
beſtätigt; durch ihre Anwendung entdeckte
man neue Planeten, die Monde des Jupiter
uſw. Berge des Mondes und die Sonnenflecke
; zugleich unterſuchte man auch die Urſachen
der Weiße der Milchſtraße und fand
ſie in der großen Zahl der Sterne die dort
in Gruppen zuſammen liegen.
Die Thermometer wurden um 1600 in Albena
erfunden, und im darauf folgenden
Jahr von Reaumur auf meteorologiſche Erſcheinungen
angewendet. – Man fand vermittelſt
ihrer Hülfe den Einfluß der verſchiedenen
Klimate auf das
Vegetations-Verhältniß
; die verſchiedenen Klimate in denſelben
Breiten, Wärme des innern Erdkörpers u. dgl.
meheres.
Das Barometer, eine Erfindung Toricelli’s
um 1543 wurde zur Höhenmeſsung der
Berge uſw. zuerſt von Pascal angewendet.
Die Infiniteſimal-Rechnung, vorbereitet ſchon
durch Bako, zu gleicher Zeit von 2 großen
Gelehrten, Newton und Leibnitz entdeckt 1670
wurde nicht nur auf Aſtronomie angewendet
, ſondern ſpäterhin auch mit vielem
Glücke auf Phyſik.
Je mehr man ſich der neuern Zeit nähert
deſto ſchwerer iſt es beſtimmte Epochen zu unterſcheiden
. Durch die größere Leichtigkeit
mit der die Schiffarth betrieben wurde; durch
die allgemeinere Zugänglichkeit des Erdkörpers
und durch die Erfindung neuer Inſtrumente
, wurden neue Entdeckungen in allen Gebieten
der Natur gemacht, die ſich auf einander
häufen. Hieraus wollen wir nun die
vorzüglichſten aufſtellen, die einen beſondern
Einfluß gehabt haben.
1, Eine genauere Kenntniß der Luftſtrömungen
. – Schon die Alten kannten einzelne Strömungen
, allein ſo wie überhaupt ihre Neigung
mehr nach Con-traſten, als nach Regeln war,
ſie liebten mehr das Einzelne, die Ausnahme
wodurch man jetzt das allgemeinere Princip zu
erfaſsen ſucht. –
durch Bako, zu gleicher Zeit von 2 großen
Gelehrten, Newton und Leibnitz entdeckt 1670
wurde nicht nur auf Aſtronomie angewendet
, ſondern ſpäterhin auch mit vielem
Glücke auf Phyſik.
Je mehr man ſich der neuern Zeit nähert
deſto ſchwerer iſt es beſtimmte Epochen zu unterſcheiden
. Durch die größere Leichtigkeit
mit der die Schiffarth betrieben wurde; durch
die allgemeinere Zugänglichkeit des Erdkörpers
und durch die Erfindung neuer Inſtrumente
, wurden neue Entdeckungen in allen Gebieten
der Natur gemacht, die ſich auf einander
häufen. Hieraus wollen wir nun die
vorzüglichſten aufſtellen, die einen beſondern
Einfluß gehabt haben.
1, Eine genauere Kenntniß der Luftſtrömungen
. – Schon die Alten kannten einzelne Strömungen
, allein ſo wie überhaupt ihre Neigung
mehr nach Con-traſten, als nach Regeln war,
ſie liebten mehr das Einzelne, die Ausnahme
wodurch man jetzt das allgemeinere Princip zu
erfaſsen ſucht. –
Jetzt waren es nicht mehr ſolche particulaire
Luftſtrömungen wie man ſie ſchon zu Alexanders
Zeiten kannte, ſondern vielmehr die totalen
Strömungen. – Dampierre und Haller
ſahen zuerſt ein, daß man die Luft als einen
großen Ozean betrachten müſse, und
leiteten aus dieſer Anſicht die Erſcheinung der
Winde und dergleichen her 1700
2, Kenntniß der magnetiſchen beinah zu gleicher
Zeit mit den vorigen Haller
6te Epoche
Cooks Reiſen um die Welt brachten in geographiſcher
Hinſicht eine neue Kenntniß des Erdkörpers
hervor. – Entdeckung von Neuholland
nicht die erſte, ſondern eine Umſchiffung –
uſw. – Außer der Erweiterung der Kenntniſse
und dem Einfluß den dieſe Reiſen auf die
Aſtronomie und Naturgeſchichte haben, ſind
ſie noch merkwürdig durch die Erweiterung
der phyſiſchen Kenntniſse. – Man lernte zuerſt
die Abweichung der Magnetnadel ſowohl
näher in horizontaler als perpendiculairer
Richtung kennen. Haller verzeichnete zuerſt
die magnetiſchen Linien, ſowohl nach Deklination
Luftſtrömungen wie man ſie ſchon zu Alexanders
Zeiten kannte, ſondern vielmehr die totalen
Strömungen. – Dampierre und Haller
ſahen zuerſt ein, daß man die Luft als einen
großen Ozean betrachten müſse, und
leiteten aus dieſer Anſicht die Erſcheinung der
Winde und dergleichen her 1700
2, Kenntniß der magnetiſchen beinah zu gleicher
Zeit mit den vorigen Haller
6te Epoche
Cooks Reiſen um die Welt brachten in geographiſcher
Hinſicht eine neue Kenntniß des Erdkörpers
hervor. – Entdeckung von Neuholland
nicht die erſte, ſondern eine Umſchiffung –
uſw. – Außer der Erweiterung der Kenntniſse
und dem Einfluß den dieſe Reiſen auf die
Aſtronomie und Naturgeſchichte haben, ſind
ſie noch merkwürdig durch die Erweiterung
der phyſiſchen Kenntniſse. – Man lernte zuerſt
die Abweichung der Magnetnadel ſowohl
näher in horizontaler als perpendiculairer
Richtung kennen. Haller verzeichnete zuerſt
die magnetiſchen Linien, ſowohl nach Deklination
als nach der Inclination.
Georg Förſter ſtellte die Entdeckungen, welche
Cooks Reiſen in allen Gebieten der Natur hervorbrachten
, in einem ſchönen Naturbilde zuſam̃en.
Es waren natürlich dieſe Entdeckungen noch
ſehr unvollkommen da es noch an manchen Hülfsmitteln
fehlte. Man kannte damals noch nicht
die neuern Ideen der geognoſtiſchen Formation,
und eben ſo wenig hatte man eine Kenntniß
der Hygrometrie. Man kann ſagen dieſe Epoche
iſt eine Berichtigung in allen Zweigen der Natur
; durch die neu geſchaffenen Organe ſah man
beſser und ſchärfer die Erſcheinung und erkañte
den Zuſammenhang derſelben. – Dadurch erhielten
wir eine genauere Darſtellung der
geographiſchen, geognoſtiſchen und hygrometriſchen
Verhältniſse der Erde. – Cooks Reiſen gaben
den Anſtoß in dieſer Art Reiſen zu unternehmen
, fortzufahren; die neuern Reiſen laſsen
den geographiſchen Geſichtspunkt zugleich fallen
und nehmen den phyſikaliſchen um ſo ſchärfer
auf, ſo waren die Reiſen Bonnets Freſeray’s
und andere mehere.
Die Landreiſen in dieſer Zeit waren dem Raume
nach freilich nicht ſo umfaſsend als die der
Georg Förſter ſtellte die Entdeckungen, welche
Cooks Reiſen in allen Gebieten der Natur hervorbrachten
, in einem ſchönen Naturbilde zuſam̃en.
Es waren natürlich dieſe Entdeckungen noch
ſehr unvollkommen da es noch an manchen Hülfsmitteln
fehlte. Man kannte damals noch nicht
die neuern Ideen der geognoſtiſchen Formation,
und eben ſo wenig hatte man eine Kenntniß
der Hygrometrie. Man kann ſagen dieſe Epoche
iſt eine Berichtigung in allen Zweigen der Natur
; durch die neu geſchaffenen Organe ſah man
beſser und ſchärfer die Erſcheinung und erkañte
den Zuſammenhang derſelben. – Dadurch erhielten
wir eine genauere Darſtellung der
geographiſchen, geognoſtiſchen und hygrometriſchen
Verhältniſse der Erde. – Cooks Reiſen gaben
den Anſtoß in dieſer Art Reiſen zu unternehmen
, fortzufahren; die neuern Reiſen laſsen
den geographiſchen Geſichtspunkt zugleich fallen
und nehmen den phyſikaliſchen um ſo ſchärfer
auf, ſo waren die Reiſen Bonnets Freſeray’s
und andere mehere.
Die Landreiſen in dieſer Zeit waren dem Raume
nach freilich nicht ſo umfaſsend als die der
Araber im Mittelalter; aber dadurch wurden
ſie auf die phyſikaliſche Erdbeſchreibung um ſo
wichtiger, weil ſie mit neuen Organen unternommen
wurden. – Man unterſuchte die Formationen
des Erdkörpers, in Bezug auf Gebirge, ausgebrañte
Vulkane; organiſche Ueberbleibſel; die
Hebung der Inſeln, Berge in Rückſicht auf Geographie
uſw. So fand man z. B. daß das
Himalaya-Gebirge
höher ſei als die Gebirge
in Europa. Die vorzüglichſten Reiſenden ſind:
Menu, Palms, Sauſsuri, Munge Park und viele
andere.
Es iſt aus dieſen Reiſen häufig auch das Vorurtheil
entſtanden, man müſse um eine
Betrachtung allgemein zu machen, und Regeln
daraus zu ſchöpfen, mit einen großen Raum
derſelben unterwerfen, um daraus Schlußfolgen
zu ziehen. – Das Vorurtheil kann jetzt
nicht mehr ſtattfinden da man bekannter mit
den Erſcheinungen und mit den Geſetzen geworden
iſt. – Es giebt Wiſsenſchaften bei denen
die Engigkeit des Raumes weniger hinderlich iſt,
als bei andern. So die Geographie. – Werner ging
zur Aufſtellung ſeines Syſtems nur von einen
kleinen Punkt der Erde aus. – Couvier und Broniat
ſie auf die phyſikaliſche Erdbeſchreibung um ſo
wichtiger, weil ſie mit neuen Organen unternommen
wurden. – Man unterſuchte die Formationen
des Erdkörpers, in Bezug auf Gebirge, ausgebrañte
Vulkane; organiſche Ueberbleibſel; die
Hebung der Inſeln, Berge in Rückſicht auf Geographie
uſw. So fand man z. B. daß das
Himalaya-Gebirge
höher ſei als die Gebirge
in Europa. Die vorzüglichſten Reiſenden ſind:
Menu, Palms, Sauſsuri, Munge Park und viele
andere.
Es iſt aus dieſen Reiſen häufig auch das Vorurtheil
entſtanden, man müſse um eine
Betrachtung allgemein zu machen, und Regeln
daraus zu ſchöpfen, mit einen großen Raum
derſelben unterwerfen, um daraus Schlußfolgen
zu ziehen. – Das Vorurtheil kann jetzt
nicht mehr ſtattfinden da man bekannter mit
den Erſcheinungen und mit den Geſetzen geworden
iſt. – Es giebt Wiſsenſchaften bei denen
die Engigkeit des Raumes weniger hinderlich iſt,
als bei andern. So die Geographie. – Werner ging
zur Aufſtellung ſeines Syſtems nur von einen
kleinen Punkt der Erde aus. – Couvier und Broniat
unterſuchten nun auf geringern Streken die
tertiären Gebilde; ausgebrannte Vulkane; Trachyt
, Sienyth, Porphyr; den Einfluß den die Hebung
von Inſeln und Gebirge auf die Geographie
ausüben uſw. Leopold von Buch verbreitete
dieſe Theorie auf die ganze Erde. – Er zeigte
bei der Hebung der pommerſchen und ſchwediſchen
Küſte daß nicht das Meer ſich ſenke ſondern
vielmehr das Ufer ſich hebe. – Außerdem erklärte
man durch die neue Theorie die heißen
Quellen, die Erdbeben und dgl. – Es traten noch
phyſiſche Entdeckungen hinzu:
1, Die voltaiſche Säule; die merkwürdig
wurde durch die Anwendungen, welche Deluc und
Berzelius damit machten. Man kam durch
dieſe zur Kenntniß der Metalloiden und Alkalien
, und fand daß die Erdarten nur Oxyde
von Metallen ſind, ferner daß Metalle
ſich ſelbſt unter dem Waſser entzünden können.
2, Ohrſtädts Entdeckung der Identität des Magnetismus
und der Elektrizität. –
3, Bequerels Beweis, daß jede chemiſche Verbindung
electroskopiſch ſei.
4, Die Entdeckung daß Magnetismus und Electrizität
mit der Wärme in Verbindung ſtehen.
tertiären Gebilde; ausgebrannte Vulkane; Trachyt
, Sienyth, Porphyr; den Einfluß den die Hebung
von Inſeln und Gebirge auf die Geographie
ausüben uſw. Leopold von Buch verbreitete
dieſe Theorie auf die ganze Erde. – Er zeigte
bei der Hebung der pommerſchen und ſchwediſchen
Küſte daß nicht das Meer ſich ſenke ſondern
vielmehr das Ufer ſich hebe. – Außerdem erklärte
man durch die neue Theorie die heißen
Quellen, die Erdbeben und dgl. – Es traten noch
phyſiſche Entdeckungen hinzu:
1, Die voltaiſche Säule; die merkwürdig
wurde durch die Anwendungen, welche Deluc und
Berzelius damit machten. Man kam durch
dieſe zur Kenntniß der Metalloiden und Alkalien
, und fand daß die Erdarten nur Oxyde
von Metallen ſind, ferner daß Metalle
ſich ſelbſt unter dem Waſser entzünden können.
2, Ohrſtädts Entdeckung der Identität des Magnetismus
und der Elektrizität. –
3, Bequerels Beweis, daß jede chemiſche Verbindung
electroskopiſch ſei.
4, Die Entdeckung daß Magnetismus und Electrizität
mit der Wärme in Verbindung ſtehen.
5, Arragos Entdeckung der Erregung der Electrizität
und des Magnetismus bei allen Körpern
vermöge der Rotation. – Dieß zeigt
uns den Weg zur Erklärung des Nordlichts,
der Gewitter und anderer hygrometriſchen
Zuſtände der Luft. Lavoiſsier, Montigny,
Ermañ, Dalten, Wels, Gueliſar; haben beſonders
viel für die Electrizität und die Hygrometrie
gethan.
Zu Ende des 18ten Jahrhunderts wurden die
großen Fernröhre von Donner, Herſchel und
Frauenhofer angefertigt. Durch ſie bekamen
wir eine Kenntniß von neuen Weltkörpern,
neue Planeten wurden entdeckt, ſo wie 2
kometartige Körper, die ſich nicht von unſerm
Planetenſyſtem entfernen, der Enkſche und Bienaſche
Comet. Wir erhielten eine Kenntniß
der Doppelſterne, Sonnen, von denen ſich entweder
die eine um die andere, oder beide um
einen gemeinſchaftlichen Schwerpunkt bewegen, der
Nebelflecke uſw.
Hinſichts der optiſchen Entdeckungen fand man die
farbige oder nicht farbige Polariſation des Lichts,
wodurch wir unterſcheiden können ob das
Licht von ſelbſtleuchtenden Körpern herrührt, oder
ob es reflectirtes Licht iſt, ob die leuchtenden
und des Magnetismus bei allen Körpern
vermöge der Rotation. – Dieß zeigt
uns den Weg zur Erklärung des Nordlichts,
der Gewitter und anderer hygrometriſchen
Zuſtände der Luft. Lavoiſsier, Montigny,
Ermañ, Dalten, Wels, Gueliſar; haben beſonders
viel für die Electrizität und die Hygrometrie
gethan.
Zu Ende des 18ten Jahrhunderts wurden die
großen Fernröhre von Donner, Herſchel und
Frauenhofer angefertigt. Durch ſie bekamen
wir eine Kenntniß von neuen Weltkörpern,
neue Planeten wurden entdeckt, ſo wie 2
kometartige Körper, die ſich nicht von unſerm
Planetenſyſtem entfernen, der Enkſche und Bienaſche
Comet. Wir erhielten eine Kenntniß
der Doppelſterne, Sonnen, von denen ſich entweder
die eine um die andere, oder beide um
einen gemeinſchaftlichen Schwerpunkt bewegen, der
Nebelflecke uſw.
Hinſichts der optiſchen Entdeckungen fand man die
farbige oder nicht farbige Polariſation des Lichts,
wodurch wir unterſcheiden können ob das
Licht von ſelbſtleuchtenden Körpern herrührt, oder
ob es reflectirtes Licht iſt, ob die leuchtenden
Körper feſt oder gasartig ſind.
In geographiſcher Hinſicht bleiben nur noch 26 Grade
der Breite übrig die noch nicht bekannt ſind.
Capit: Paroy hat Reiſen nach den Nordpol unternommen
, und die Wiederholung derſelben
läßt uns günſtige Reſultate erwarten.
Die Weltanſicht wie ſie auf uns gekommen iſt,
iſt ein Produckt der menſchlichen Intelligenz. –
In frühern Zeiten hielt ſie nicht Schritt mit den
phyſiſchen Wiſsenſchaften. Da die erſten Völker
vielleicht eine größere Neigung zur Phyloſophie
und zu der Speculation zeigten, und weniger
auf Erfahrung hielten, ſo mußten natürlich
manche Anſichten ganz vernachläſsiget werden.
Jetzt, wo faſt ein jedes Volk Europas ſich mit
einem andern Zweige der Natur beſchäftigt,
muß die Weltanſicht gleichzeitig fortſchreiten.
Jedoch ſind dieſe Fortſchritte deshalb nicht gleichmäßig
. – Einzelne Wiſsenſchaften gehen gleichſam
ſtoßweiſe fort, indem oft eine neue
Erfahrung, eine Erfindung Licht auf viele
Punkte verbreitet die bis dahin dunkel waren,
weil es eben an dieſer Erfahrung fehlte. –
Das Streben in unſrer Zeit geht hauptſächlich
nach allgemeinen Anſichten nach Principien
In geographiſcher Hinſicht bleiben nur noch 26 Grade
der Breite übrig die noch nicht bekannt ſind.
Capit: Paroy hat Reiſen nach den Nordpol unternommen
, und die Wiederholung derſelben
läßt uns günſtige Reſultate erwarten.
Die Weltanſicht wie ſie auf uns gekommen iſt,
iſt ein Produckt der menſchlichen Intelligenz. –
In frühern Zeiten hielt ſie nicht Schritt mit den
phyſiſchen Wiſsenſchaften. Da die erſten Völker
vielleicht eine größere Neigung zur Phyloſophie
und zu der Speculation zeigten, und weniger
auf Erfahrung hielten, ſo mußten natürlich
manche Anſichten ganz vernachläſsiget werden.
Jetzt, wo faſt ein jedes Volk Europas ſich mit
einem andern Zweige der Natur beſchäftigt,
muß die Weltanſicht gleichzeitig fortſchreiten.
Jedoch ſind dieſe Fortſchritte deshalb nicht gleichmäßig
. – Einzelne Wiſsenſchaften gehen gleichſam
ſtoßweiſe fort, indem oft eine neue
Erfahrung, eine Erfindung Licht auf viele
Punkte verbreitet die bis dahin dunkel waren,
weil es eben an dieſer Erfahrung fehlte. –
Das Streben in unſrer Zeit geht hauptſächlich
nach allgemeinen Anſichten nach Principien
die alles einzelne in ſich faſsen. – Wir verdanken
die allgemeinen Geſetze in der Aſtronomie
dem großen Keppler, Newton, Dalembert
, Lagrange, vorzüglich in neuſten Zeiten.
Laplace der in ſeiner Mechanik des Himmels
ſeine Kenntniſse niedergelegt hat. Je höher
man in der Unterſuchungen der Natur
ſteigt, deſto mehr ergiebt es ſich daß alle Naturerſcheinungen
miteinander zuſam̃enhängen.
Es iſt eine auffallende Erſcheinung daß wir
beſsere Kenntniſse und die Geſetze beſitzen
nach welchen die fernern Weltkörper ſich bewegen
,
als auch die uns näher liegenden Gegenſtände z. B.
das Meer, die Luft uſw.
Alle Bewegungen der Himmelskörper betrachtet
man jetzt als eine Aufgabe der Mechanik
, indem man nur die Attraction(?) zu
Hülfe nimmt.
?
Es liegt wohl der
Grund darin daß bei jenen nur quantitätive
Begriffe vorkommen, und man bei den telluriſchen
Gegenſtänden zugleich den Stoff betrachten
muß, aus denen ſie beſtehen, die Störungen
verurſachen, welche nicht zu berechnen ſind, weshalb
man die Einheit der Geſetze auch noch nicht hat
finden können. Ueber das, was noch dunkel geblieben
iſt in der Geognoſie und Meteorologie
kann vielleicht durch die glückliche Entdeckung, eines
die allgemeinen Geſetze in der Aſtronomie
dem großen Keppler, Newton, Dalembert
, Lagrange, vorzüglich in neuſten Zeiten.
Laplace der in ſeiner Mechanik des Himmels
ſeine Kenntniſse niedergelegt hat. Je höher
man in der Unterſuchungen der Natur
ſteigt, deſto mehr ergiebt es ſich daß alle Naturerſcheinungen
miteinander zuſam̃enhängen.
Es iſt eine auffallende Erſcheinung daß wir
beſsere Kenntniſse und die Geſetze beſitzen
nach welchen die fernern Weltkörper ſich bewegen
,
als auch die uns näher liegenden Gegenſtände z. B.
das Meer, die Luft uſw.
Alle Bewegungen der Himmelskörper betrachtet
man jetzt als eine Aufgabe der Mechanik
, indem man nur die Attraction(?) zu
Hülfe nimmt.
?
Es liegt wohl der
Grund darin daß bei jenen nur quantitätive
Begriffe vorkommen, und man bei den telluriſchen
Gegenſtänden zugleich den Stoff betrachten
muß, aus denen ſie beſtehen, die Störungen
verurſachen, welche nicht zu berechnen ſind, weshalb
man die Einheit der Geſetze auch noch nicht hat
finden können. Ueber das, was noch dunkel geblieben
iſt in der Geognoſie und Meteorologie
kann vielleicht durch die glückliche Entdeckung, eines
Tages, einer Stunde ein unerwartetes Licht verbreitet
werden. Es iſt ein ſehr ungerechtes Vorurtheil
, wenn man glaubt eine große Menge
von Stoffen und Kräften müſse zuſammen treten
um über mehere Erſcheinungen Licht zu verbreiten
, und es ſei nicht der Chemiker in ſeinen
Laboratorium und der Phyſiker in ſeinen Kabinett
im Stande da wieder zur Aufſtellung etwas beizutragen
. Die neuſten Erfahrungen der Phyſik
und Chemie ſprechen dagegen; man darf ſich nur
erinnern wie viel zur allgemeinen Kenntniß
die Entdeckung der voltaiſchen Säule beitrug.
Man kann ſicher darauf rechnen, daß uns alle
Erſcheinungen in der Atmosphäre nur durch
dieſe beide Wiſsenſchaften aufgeklärt werden
können.
9. Vorlesung, 1. Dezember 1827
Quellen der Literatur.
Die Quellen für die Kosmographie ſind theils eigens
Studium der Natur ſelbſt, theils Studium der Schriften
die um dieſen Gegenſtand handeln. Das was im Einzelnen
beobachtet worden, kañ im Verhältniß zum Ganzen der
Natur immer nur ſehr gering ſein; man muß daher
auch die Beobachtungen anderer kennen, und dieſe
kann man nur aus ihren Werken ſchöpfen. Im̃er aber
muß man vorher ſich mit einigen Beobachtungen beſchäftigt
haben, wenn man die Werke die darüber handeln ſtudiren
will: Nur auf dieſe Weiſe köñen die Beobachtungen andrer verſtanden werden.
werden. Es iſt ein ſehr ungerechtes Vorurtheil
, wenn man glaubt eine große Menge
von Stoffen und Kräften müſse zuſammen treten
um über mehere Erſcheinungen Licht zu verbreiten
, und es ſei nicht der Chemiker in ſeinen
Laboratorium und der Phyſiker in ſeinen Kabinett
im Stande da wieder zur Aufſtellung etwas beizutragen
. Die neuſten Erfahrungen der Phyſik
und Chemie ſprechen dagegen; man darf ſich nur
erinnern wie viel zur allgemeinen Kenntniß
die Entdeckung der voltaiſchen Säule beitrug.
Man kann ſicher darauf rechnen, daß uns alle
Erſcheinungen in der Atmosphäre nur durch
dieſe beide Wiſsenſchaften aufgeklärt werden
können.
9. Vorlesung, 1. Dezember 1827
Quellen der Literatur.
Die Quellen für die Kosmographie ſind theils eigens
Studium der Natur ſelbſt, theils Studium der Schriften
die um dieſen Gegenſtand handeln. Das was im Einzelnen
beobachtet worden, kañ im Verhältniß zum Ganzen der
Natur immer nur ſehr gering ſein; man muß daher
auch die Beobachtungen anderer kennen, und dieſe
kann man nur aus ihren Werken ſchöpfen. Im̃er aber
muß man vorher ſich mit einigen Beobachtungen beſchäftigt
haben, wenn man die Werke die darüber handeln ſtudiren
will: Nur auf dieſe Weiſe köñen die Beobachtungen andrer verſtanden werden.
Was die Literatur der Weltbeſchreibung anbetrifft
ſo iſt dieſe für 2 Klaſsen zu unterſcheiden.
Für diejenigen die als Lehrer in dieſer Wiſsenſchaft
auftreten wollen, und für diejenigen
denen ihre Muße ein tieferes Studium der
Natur zuläßt ſind die beſten Quellen: Reiſebeſchreibungen
, das Studium aller ſpeziellen Abhandlungen
. – Das Generelle kann nur
aus dem Speziellen hervorgehen, man muß
ſich alſo mit allem Einzelnen bekannt machen
und zwar dürfen ſich dieſes Studium nicht
auf die Beobachtungen einer einzigen Nation
beſchränken, ſondern alles das was bei allen
Nationen geſchehen iſt muß betrachtet werden.
Für diejenigen die nicht den Zweck damit verbinden
als Lehrer ſich auszubilden, oder die nicht
die Muße haben alle erſcheinenden Werke
durch zu ſtudieren, müſsen die Sammlungen
von Beobachtungen als Quellen dienen.
Als ſolche ſind hauptſächlich zu nennen:
Barenius geographia generalis etc. Ein Werk
aus den 17ten Jahrhundert
?
Bergmanns und Mitterpachers phyſikaliſche Erdbeſchreibung
. –
Kants phyſiſche Geographie. – Fortgeführt von Riem
ſo iſt dieſe für 2 Klaſsen zu unterſcheiden.
Für diejenigen die als Lehrer in dieſer Wiſsenſchaft
auftreten wollen, und für diejenigen
denen ihre Muße ein tieferes Studium der
Natur zuläßt ſind die beſten Quellen: Reiſebeſchreibungen
, das Studium aller ſpeziellen Abhandlungen
. – Das Generelle kann nur
aus dem Speziellen hervorgehen, man muß
ſich alſo mit allem Einzelnen bekannt machen
und zwar dürfen ſich dieſes Studium nicht
auf die Beobachtungen einer einzigen Nation
beſchränken, ſondern alles das was bei allen
Nationen geſchehen iſt muß betrachtet werden.
Für diejenigen die nicht den Zweck damit verbinden
als Lehrer ſich auszubilden, oder die nicht
die Muße haben alle erſcheinenden Werke
durch zu ſtudieren, müſsen die Sammlungen
von Beobachtungen als Quellen dienen.
Als ſolche ſind hauptſächlich zu nennen:
Barenius geographia generalis etc. Ein Werk
aus den 17ten Jahrhundert
?
Bergmanns und Mitterpachers phyſikaliſche Erdbeſchreibung
. –
Kants phyſiſche Geographie. – Fortgeführt von Riem
und Foller, die vieles hinzugeſetzt haben, was
dem Verfaſser nicht gehört
Lameterie Théorie de la terre: –
Maltebrun geographie universelle.
Bei den Gebrauch dieſes letztern Werkes haben
Spätere oft das von Maltebrun gemeinte Generelle
mit den Speciellen verwechſelt und
dadurch falſche Reſultate daraus gezogen. –
Eine vorzügliche Aufmerkſamkeit hat der Verfaſser
ſchon auf das Organiſche gewandt; es
findet ſich in dieſem Werke eine Geographie
der Pflanzen und der Thiere ſo wie Ideen
über die Menſchenracen.
Höchstaedt’s Grundriß der mathematiſchen Geographie
und Athmoſphärologie 1820
Münch
Mund’s phyſiſche Geographie.
Gelers phyſikaliſches Wörterbuch. Art. Erde, von den
obigen Verfaſsern
Links. Phyſikaliſche Erdbeſchreibung.
Betrachtungen aus der Urwelt.
Laplace. Syſteme du monde – zugleich aus gezeichnet
durch eine außerordentliche Eleganz im Vortrag
?
Schuberts und Listons aſtronomiſche Werke.
Anmerkung daß Bode hier nicht genannt wird
geſchieht nicht weil Doc: ſeine Werke etwa noch
weniger brauchbar hielte, ſondern weil ſie ſich
dem Verfaſser nicht gehört
Lameterie Théorie de la terre: –
Maltebrun geographie universelle.
Bei den Gebrauch dieſes letztern Werkes haben
Spätere oft das von Maltebrun gemeinte Generelle
mit den Speciellen verwechſelt und
dadurch falſche Reſultate daraus gezogen. –
Eine vorzügliche Aufmerkſamkeit hat der Verfaſser
ſchon auf das Organiſche gewandt; es
findet ſich in dieſem Werke eine Geographie
der Pflanzen und der Thiere ſo wie Ideen
über die Menſchenracen.
Höchstaedt’s Grundriß der mathematiſchen Geographie
und Athmoſphärologie 1820
Münch
Mund’s phyſiſche Geographie.
Gelers phyſikaliſches Wörterbuch. Art. Erde, von den
obigen Verfaſsern
Links. Phyſikaliſche Erdbeſchreibung.
Betrachtungen aus der Urwelt.
Laplace. Syſteme du monde – zugleich aus gezeichnet
durch eine außerordentliche Eleganz im Vortrag
?
Schuberts und Listons aſtronomiſche Werke.
Anmerkung daß Bode hier nicht genannt wird
geſchieht nicht weil Doc: ſeine Werke etwa noch
weniger brauchbar hielte, ſondern weil ſie ſich
vielmehr auf das ſpezielle Studium des geſtirnten
Himmels beziehen.
Vorzüglich auf den phyſikaliſchen Theil beziehend
, ſind zu nennen:
v Hoff Geſchichte der Ueberlieferungen nachgewieſen
in den natürlichen Veränderungen
der Erdoberfläche.
Uckerts mathematiſche und phyſiſche Erdbeſchreibung
der Griechen und Römer. 1816–1821. In
dem Werken der Geographie der Griechen und
Römer
Schreiber
Anhangsweiſe iſt hier noch einiges anzuführen
das vorzüglich dazu dienen kann die Liebe
zum Studium der Natur zu erwecken.
Es ſind dieß:
1, Die äſthetiſchen Behandlungen von Naturſcenen
2, Die botaniſchen Gärten.
3, Die Landſchaftsmalerei
Bei den Griechen und Römern waren Schilderungen
von Naturſcenen nur bei den Dichtern
zu ſuchen nicht in den proſaiſchen Werken.
Im Allgemeinen dienten dieſe auch nur bei
den Dichtern die Beſchreibungen von Naturſcenen
als Hintergrund für den Schauplatz auf
welchem ſich die hiſtoriſchen Figuren bewegten.
Himmels beziehen.
Vorzüglich auf den phyſikaliſchen Theil beziehend
, ſind zu nennen:
v Hoff Geſchichte der Ueberlieferungen nachgewieſen
in den natürlichen Veränderungen
der Erdoberfläche.
Uckerts mathematiſche und phyſiſche Erdbeſchreibung
der Griechen und Römer. 1816–1821. In
dem Werken der Geographie der Griechen und
Römer
Schreiber
Anhangsweiſe iſt hier noch einiges anzuführen
das vorzüglich dazu dienen kann die Liebe
zum Studium der Natur zu erwecken.
Es ſind dieß:
1, Die äſthetiſchen Behandlungen von Naturſcenen
2, Die botaniſchen Gärten.
3, Die Landſchaftsmalerei
Bei den Griechen und Römern waren Schilderungen
von Naturſcenen nur bei den Dichtern
zu ſuchen nicht in den proſaiſchen Werken.
Im Allgemeinen dienten dieſe auch nur bei
den Dichtern die Beſchreibungen von Naturſcenen
als Hintergrund für den Schauplatz auf
welchem ſich die hiſtoriſchen Figuren bewegten.
Die Alten hatten mehr Sinn für das was auf
die Leidenſchaften und Neigungen der Menſchen
Bezug hat; der Einfluß der Natur auf
dieſelben war ihnen fremd. Auch ſie fanden gewiß
Genuß an der Natur, man ſieht dieß
aus den Gärten die ſie anlegten, und
die wir aus den Beſchreibungen des Plinius,
Ciceros Briefen an Atticus uſw. kennen. –
Mehr eigenthümlich finden wir die Naturſchilderungen
bei den indiſch-germaniſchen Stämmen
. So ſpricht ſich bei den Indern das tiefſten
Gefühl für die unbelebte Natur aus. –
In ſpäterer Zeit, bei dem Wiederaufleben
der Literatur finden wir noch für dieſen
Zweig ein ganz neues Emporkommen. –
Cardinal Bender Phyſiognomik der Pflanzen
Aetna Dialogus – In der Zeitberechnung des 18ten
Jahrhunderts wurde dieſer Zweig beſonders
gehoben durch Buffons Werke; wir finden
jedoch hier noch eine gewiſse Kälte weil
er keine eigne Anſicht dieſer Natuſcenen
hatte. – Vorzügliches Verdienſt erwarb ſich
Georg Forſter, ein Deutſcher durch die Beſchreibung
von Cooks Reiſen. – Später Bernardin
die Leidenſchaften und Neigungen der Menſchen
Bezug hat; der Einfluß der Natur auf
dieſelben war ihnen fremd. Auch ſie fanden gewiß
Genuß an der Natur, man ſieht dieß
aus den Gärten die ſie anlegten, und
die wir aus den Beſchreibungen des Plinius,
Ciceros Briefen an Atticus uſw. kennen. –
Mehr eigenthümlich finden wir die Naturſchilderungen
bei den indiſch-germaniſchen Stämmen
. So ſpricht ſich bei den Indern das tiefſten
Gefühl für die unbelebte Natur aus. –
In ſpäterer Zeit, bei dem Wiederaufleben
der Literatur finden wir noch für dieſen
Zweig ein ganz neues Emporkommen. –
Cardinal Bender Phyſiognomik der Pflanzen
Aetna Dialogus – In der Zeitberechnung des 18ten
Jahrhunderts wurde dieſer Zweig beſonders
gehoben durch Buffons Werke; wir finden
jedoch hier noch eine gewiſse Kälte weil
er keine eigne Anſicht dieſer Natuſcenen
hatte. – Vorzügliches Verdienſt erwarb ſich
Georg Forſter, ein Deutſcher durch die Beſchreibung
von Cooks Reiſen. – Später Bernardin
de St Pierre (?) und in neuſter Zeit Chataubriand
Ueberſchwemmungen des Miſsiſippi, Beſchreibung
von Griechenland uſw . Unter den deutſchen
ſteht darin am höchſten der große Göthe.
Ein tiefes Gefühl für die Natur durchdringt
alle ſeine Werke – Metamorphoſen der Pflanzen
– optiſche Verſuche uſw .
Häufig jedoch hat noch leider die Sucht nach
ſchönen Schilderungen auf Irrwege geleitet,
weil die Tendenz der Reiſen dahin ging
ihre Reiſen poetiſch zu erzählen. Jedoch auch
aſthetiſch-poetiſche Beſchreibungen brauchen
ſich nicht von der Wahrheit zu entfernen;
es kömmt auch darauf an, daß der welcher
das Bild liefert ſich gleichſam ſelbſt der
Betrachtung entzieht und ſeine Perſon darin
verſchwindet, damit das Bild die Große
der Natur darſtellen und nicht die Eindrücke
die derjenige hatte, welcher das Bild
aufſtellte.
Neben dieſem neuen Zweig der Literatur,
iſt es noch ein neuer Zweig der
Landſchaftsmalerei
, der Luſt und Liebe zum Studium der
Natur und zum Reiſen erwecken kann. Eben
ſo wenig wie Schilderungen von Naturſcenen
den Griechen und Römern eigen waren
Ueberſchwemmungen des Miſsiſippi, Beſchreibung
von Griechenland uſw . Unter den deutſchen
ſteht darin am höchſten der große Göthe.
Ein tiefes Gefühl für die Natur durchdringt
alle ſeine Werke – Metamorphoſen der Pflanzen
– optiſche Verſuche uſw .
Häufig jedoch hat noch leider die Sucht nach
ſchönen Schilderungen auf Irrwege geleitet,
weil die Tendenz der Reiſen dahin ging
ihre Reiſen poetiſch zu erzählen. Jedoch auch
aſthetiſch-poetiſche Beſchreibungen brauchen
ſich nicht von der Wahrheit zu entfernen;
es kömmt auch darauf an, daß der welcher
das Bild liefert ſich gleichſam ſelbſt der
Betrachtung entzieht und ſeine Perſon darin
verſchwindet, damit das Bild die Große
der Natur darſtellen und nicht die Eindrücke
die derjenige hatte, welcher das Bild
aufſtellte.
Neben dieſem neuen Zweig der Literatur,
iſt es noch ein neuer Zweig der
Landſchaftsmalerei
, der Luſt und Liebe zum Studium der
Natur und zum Reiſen erwecken kann. Eben
ſo wenig wie Schilderungen von Naturſcenen
den Griechen und Römern eigen waren
eben ſo wenig waren auch Landſchaften ein
Gegenſtand der Künſte bei ihnen. Was davon
exiſtirte war vielleicht nur zu den dramatiſchen
Werken oder als Hintergrund von Gemälden
in denen die hiſtoriſchen Figuren die
Hauptſache waren. – Zuerſt blühte dieſer Zweig
der Landſchaftsmalerei noch in der niederländiſchen
Schule, beſonders war Van-Dyke darin
ausgezeichnet; ſpäter aber weit vollkommener
bei den Meiſtern der italieniſchen Schule der
Mitte des 16ten Jahrhunderts Baſsano, Hanibal, Caracci
u a m . – Doch erſt in der Mitte des 17ten
Jahrhunderts wurden in Wahrheit Naturſcenen
dargeſtellt Franz Poust – von Schleisheim radirt
– Hogges – Daniel – Hubenados Reiſe nach
Braſilien. – Beſonders beſchäftigte ſich in neurer
Zeit die Landſchaftsmalerei mit der Nachahmung
individueller Pflanzenformen.
Alles dieſes erregte bei vielen die Luſt zum Reiſen
und brachte dadurch eine freiere Weltanſicht
hervor. Doc: ſelbſt wurde auf dieſe Art zu
ſeinen Reiſen angeregt: es waren vorzüglich Georg
Forster Beſchreibungen der Südſee Inſeln, die Anſicht
des Drachenbaums in einem botaniſchen Garten
in London, und Hogges Landſchaften die ihm die Luſt
erregten diejenigen Länder kennen zu lernen, in denen
er alles dieß in der Natur ſelbſt vorfinden würde.
Gegenſtand der Künſte bei ihnen. Was davon
exiſtirte war vielleicht nur zu den dramatiſchen
Werken oder als Hintergrund von Gemälden
in denen die hiſtoriſchen Figuren die
Hauptſache waren. – Zuerſt blühte dieſer Zweig
der Landſchaftsmalerei noch in der niederländiſchen
Schule, beſonders war Van-Dyke darin
ausgezeichnet; ſpäter aber weit vollkommener
bei den Meiſtern der italieniſchen Schule der
Mitte des 16ten Jahrhunderts Baſsano, Hanibal, Caracci
u a m . – Doch erſt in der Mitte des 17ten
Jahrhunderts wurden in Wahrheit Naturſcenen
dargeſtellt Franz Poust – von Schleisheim radirt
– Hogges – Daniel – Hubenados Reiſe nach
Braſilien. – Beſonders beſchäftigte ſich in neurer
Zeit die Landſchaftsmalerei mit der Nachahmung
individueller Pflanzenformen.
Alles dieſes erregte bei vielen die Luſt zum Reiſen
und brachte dadurch eine freiere Weltanſicht
hervor. Doc: ſelbſt wurde auf dieſe Art zu
ſeinen Reiſen angeregt: es waren vorzüglich Georg
Forster Beſchreibungen der Südſee Inſeln, die Anſicht
des Drachenbaums in einem botaniſchen Garten
in London, und Hogges Landſchaften die ihm die Luſt
erregten diejenigen Länder kennen zu lernen, in denen
er alles dieß in der Natur ſelbſt vorfinden würde.
Wir definirten die Kosmographie, Weltbeſchreibung,
als Betrachtung des Erſchaffenen. Wir haben hier
3 Betrachtungen zu unterſcheiden: Anhäufungen
der Materie 1, nach Maaß der abſoluten relativen
Größe, 2, der innern chemiſchen Natur und 3, nach
Maaß der räumlichen Entfernung.
1, Anhäufung der Materie nach Maaß der
abſoluten und relativen Größe.
Es iſt hier nicht die Rede davon einzelne Theile des
telluriſchen Syſtems mit großen Maſsen zu vergleichen
, wie dieß gleichſam ſpielend von vielen
geſchehen iſt. Weit wichtiger iſt es zu beobachten
wie die einzelnen Stoffe in der Welt verbreitet
ſind, und in welchem innerlichen Verhältniß
ſie zuſammen ſtehen. Wenn wir z. B. einen
der kleinſten Planeten, wie die Veſta, deren
Durchmeſser nur 59 Meilen beträgt mit der Sonne
vergleichen, und dagegen einen Aerolit mit
dieſem Planet vergleicht, ferner die ⚶ mit
einem
andern Centralkörper wie z. B. die Veja ſo
finden wir keinen größern Unterſchied zwiſchen ⚶
und Veja als zwiſchen einen Aeroliten zur ⚶ ſelbſt.
Der Durchmeſser ⚶ verhält ſich zum Durchmeſser
☉ = 1 : 3100 der größte Aerolit von 5–6′ Durchmeſser
zum Durchmeſser ⚶ = 1 : 270000.
Denket man ſich nun einen Centralkörper z. B. die Veja
welche nach Herſchels Berechnung einen 34 mal
als Betrachtung des Erſchaffenen. Wir haben hier
3 Betrachtungen zu unterſcheiden: Anhäufungen
der Materie 1, nach Maaß der abſoluten relativen
Größe, 2, der innern chemiſchen Natur und 3, nach
Maaß der räumlichen Entfernung.
1, Anhäufung der Materie nach Maaß der
abſoluten und relativen Größe.
Es iſt hier nicht die Rede davon einzelne Theile des
telluriſchen Syſtems mit großen Maſsen zu vergleichen
, wie dieß gleichſam ſpielend von vielen
geſchehen iſt. Weit wichtiger iſt es zu beobachten
wie die einzelnen Stoffe in der Welt verbreitet
ſind, und in welchem innerlichen Verhältniß
ſie zuſammen ſtehen. Wenn wir z. B. einen
der kleinſten Planeten, wie die Veſta, deren
Durchmeſser nur 59 Meilen beträgt mit der Sonne
vergleichen, und dagegen einen Aerolit mit
dieſem Planet vergleicht, ferner die ⚶ mit
einem
andern Centralkörper wie z. B. die Veja ſo
finden wir keinen größern Unterſchied zwiſchen ⚶
und Veja als zwiſchen einen Aeroliten zur ⚶ ſelbſt.
Der Durchmeſser ⚶ verhält ſich zum Durchmeſser
☉ = 1 : 3100 der größte Aerolit von 5–6′ Durchmeſser
zum Durchmeſser ⚶ = 1 : 270000.
Denket man ſich nun einen Centralkörper z. B. die Veja
welche nach Herſchels Berechnung einen 34 mal
größern Durchmeſser als die Sonne hat, ſo verkleinert
ſich ſchon die ⚶ bedeutend. Dagegen giebt es Planeten
wie einer der innern Trabanten des ♄ oder
der Komet von Enke die vielleicht nur halb ſo groß
als ⚶ ſind. Gegen einen ſolchen verhält ſich Veja
= 212000 : 1 der Comet zum Aerolit = 135000 : 1 demnach
würden 135000 Aeroliten zuſammengeſtellt
ſchon den Durchmeſser den Enkſchen Comets oder
Satelliten des ♄ bilden, wenn erſt 212000 Satelliten
des ♄ einen Centralkörper Veja in ihrem Durchmeſser
bilden würden. – Deshalb ſteht die Kleinheit
des Aeroliten keinesweges im Wege um
ſie auch als Weltkörper zu betrachten. Das Verhältniß
eines größten Aeroliten zur Veja
würde ſein wie 1 : 28000 Milion.
Außer den ſtarren Körpern iſt, noch eine unermeßliche
Maſse dunſtförmiger Materie im
Weltraum verbreitet, theils ſichtbar wie
1, Die Flecken im Thierkreiſe Zodiakal Licht
die man oft nur als etwas Scheinbares, durch optiſchen
Betrug hervorgebrachtes angeſehen hat;
man glaubte es wäre ein Theil der Sonnen
Athmosphäre; jetzt aber hat es ſich zu deutlich
gezeigt daß es abgeriſsene Theile ſind die
außerhalb der Erdbahn liegen.
2, Die Nebelflecke, die nicht in Sternhaufen
aufgelößt werden können; ſie haben
das Eigenthümliche, daß wenn man
ſich ſchon die ⚶ bedeutend. Dagegen giebt es Planeten
wie einer der innern Trabanten des ♄ oder
der Komet von Enke die vielleicht nur halb ſo groß
als ⚶ ſind. Gegen einen ſolchen verhält ſich Veja
= 212000 : 1 der Comet zum Aerolit = 135000 : 1 demnach
würden 135000 Aeroliten zuſammengeſtellt
ſchon den Durchmeſser den Enkſchen Comets oder
Satelliten des ♄ bilden, wenn erſt 212000 Satelliten
des ♄ einen Centralkörper Veja in ihrem Durchmeſser
bilden würden. – Deshalb ſteht die Kleinheit
des Aeroliten keinesweges im Wege um
ſie auch als Weltkörper zu betrachten. Das Verhältniß
eines größten Aeroliten zur Veja
würde ſein wie 1 : 28000 Milion.
Außer den ſtarren Körpern iſt, noch eine unermeßliche
Maſse dunſtförmiger Materie im
Weltraum verbreitet, theils ſichtbar wie
1, Die Flecken im Thierkreiſe Zodiakal Licht
die man oft nur als etwas Scheinbares, durch optiſchen
Betrug hervorgebrachtes angeſehen hat;
man glaubte es wäre ein Theil der Sonnen
Athmosphäre; jetzt aber hat es ſich zu deutlich
gezeigt daß es abgeriſsene Theile ſind die
außerhalb der Erdbahn liegen.
2, Die Nebelflecke, die nicht in Sternhaufen
aufgelößt werden können; ſie haben
das Eigenthümliche, daß wenn man
auch noch ſo große Ferngläſer anwendet, ihre
Lichtſtärke immer dieſelbe bleibt Herſchel
Außer dieſen ſichtbaren dunſtförmigen Materien,
kann man aus Gründen auch auf andere unſichtbare
ſchlieſsen. Je mehr man die Kraft
der Teleskope zunehmen läßt deſto mehr Nebelflecke
hat man bereits entdeckt. – Denkt
man ſich dieſe Kraft noch mehr zu nehmen
ſo kommt man auf die Idee von Olmers: die
Sterne in den weiteſten Räumen können
aus Licht zuſenden, da die einzelnen Stralen
derſelben uns wegen der unendlichen Weite
paralell vorkommen, ſo müßte, da ſich ſo
viele Sterne gewiß untereinander und
nebeneinander in den Weltraum verbreitet
finden das ganze Himmelsgewölbe uns
als eine Sonne erſcheinen, da dieß nun
aber nicht der Fall iſt ſo ſchließt Olmers
daraus daß ſich Materien dazwiſchen verbreitet
befinden müßten durch die das
Licht jener entfernten Weltkörper, bis es
zu uns gelangt geſchwächt werde.
?
– Vermuthlich
ſind dies dunſtförmige Maſsen aus denen
ſich noch keine Weltkörper gebildet haben.
Ein zweiter Grund auf ſolche dunſtförmige
Lichtſtärke immer dieſelbe bleibt Herſchel
Außer dieſen ſichtbaren dunſtförmigen Materien,
kann man aus Gründen auch auf andere unſichtbare
ſchlieſsen. Je mehr man die Kraft
der Teleskope zunehmen läßt deſto mehr Nebelflecke
hat man bereits entdeckt. – Denkt
man ſich dieſe Kraft noch mehr zu nehmen
ſo kommt man auf die Idee von Olmers: die
Sterne in den weiteſten Räumen können
aus Licht zuſenden, da die einzelnen Stralen
derſelben uns wegen der unendlichen Weite
paralell vorkommen, ſo müßte, da ſich ſo
viele Sterne gewiß untereinander und
nebeneinander in den Weltraum verbreitet
finden das ganze Himmelsgewölbe uns
als eine Sonne erſcheinen, da dieß nun
aber nicht der Fall iſt ſo ſchließt Olmers
daraus daß ſich Materien dazwiſchen verbreitet
befinden müßten durch die das
Licht jener entfernten Weltkörper, bis es
zu uns gelangt geſchwächt werde.
?
– Vermuthlich
ſind dies dunſtförmige Maſsen aus denen
ſich noch keine Weltkörper gebildet haben.
Ein zweiter Grund auf ſolche dunſtförmige
Materien zu ſchlieſsen iſt die Retardation
der Cometen von Enke und Biela bei ihrem
Wiederkehren. Es iſt zu dieſer Verzögerung
kein andrer Grund vorhanden, als daß ſie bei
ihrer geringen Dichtigkeit durch ſolche dunſtförmige
Maſsen Widerſtand gefunden haben,
und ihre Geſchwindigkeit gehemmt worden iſt.
Auf die dichtern Planeten ſcheint dieſe dunſtformige
Materie keinen Einfluß zu haben.
10. Vorlesung, 5. Dezember 1827
2, Beſchaffenheit der Materie nach Maaßgabe
der Verdichtung
Der Zuſtand der Weltkörper kann 3 fach ſein:
ſtarr, tropfbar flüſsig und elaſtiſchflüſsig
oder dunſtförmig.
Bei unſrer Erde finden wir alle 3 Zuſtände
zuſammen gemengt. – Den ſtarren Zuſtand
finden wir bei den Gebirgen und Erdmaſsen
ſelbſt bei Eisbergen in den nördlichſten und
ſüdlichſten Gegenden – den tropfbar flüſsigen
bei den Meeren; auch kañ man auf dieſen
Zuſtand im Innern der Erde ſchließen, da
man aus den Verſuchen berechnen kann
daß bei 46 Meilen, die Temperatur 1600° Reaum.
iſt, weil ſchon das Queckſilber verpflüchtet,
der Cometen von Enke und Biela bei ihrem
Wiederkehren. Es iſt zu dieſer Verzögerung
kein andrer Grund vorhanden, als daß ſie bei
ihrer geringen Dichtigkeit durch ſolche dunſtförmige
Maſsen Widerſtand gefunden haben,
und ihre Geſchwindigkeit gehemmt worden iſt.
Auf die dichtern Planeten ſcheint dieſe dunſtformige
Materie keinen Einfluß zu haben.
10. Vorlesung, 5. Dezember 1827
2, Beſchaffenheit der Materie nach Maaßgabe
der Verdichtung
Der Zuſtand der Weltkörper kann 3 fach ſein:
ſtarr, tropfbar flüſsig und elaſtiſchflüſsig
oder dunſtförmig.
Bei unſrer Erde finden wir alle 3 Zuſtände
zuſammen gemengt. – Den ſtarren Zuſtand
finden wir bei den Gebirgen und Erdmaſsen
ſelbſt bei Eisbergen in den nördlichſten und
ſüdlichſten Gegenden – den tropfbar flüſsigen
bei den Meeren; auch kañ man auf dieſen
Zuſtand im Innern der Erde ſchließen, da
man aus den Verſuchen berechnen kann
daß bei 46 Meilen, die Temperatur 1600° Reaum.
iſt, weil ſchon das Queckſilber verpflüchtet,
das Eiſen ſchmilzt. – Der elaſtiſch flüſsige Zuſtand
iſt in unſerer Atmosphäre. – Es iſt möglich
daß noch an den äußerſten Enden der Atmosphäre
ſich ſtarre Körper befinden, die
aber dort ſo dünn ſind, daß ſie für unſer
Experiment nicht exiſtiren.
So ſind aber nicht alle planetariſchen Körper
den Mond hat man in dieſer Hinſicht mit
den Aeroliten verglichen er ſcheint nur
aus einem feſten Kern zu beſtehen. Was
von Atmosphäre bei ihm exiſtirt, iſt ſo düñ
wie wir es nur in unſrer Luftpumpe hervorbringen
können. Man hat als das
Charakteriſche der Nebenplaneten aufſtellen
wollen, daß ſie keine Atmosphäre hätten;
es iſt dies aber nicht richtig; es ſcheint
daß die Satelliten des ♃ eine Atmosphäre
haben; ſie verfinſtern ſich bisweilen, und
man kann dieſe Verfinſterung nicht anders
erklären als aus die Verdichtung ihrer Atmosphäre
. Andre Körper ſind faſt ganz
gasförmig ſo die Cometen. – Man hat
ſelbſt durch den Kern der Kometen Sterne
von 6ter bis 7ter Größe geſehen. – Blos neblige
iſt in unſerer Atmosphäre. – Es iſt möglich
daß noch an den äußerſten Enden der Atmosphäre
ſich ſtarre Körper befinden, die
aber dort ſo dünn ſind, daß ſie für unſer
Experiment nicht exiſtiren.
So ſind aber nicht alle planetariſchen Körper
den Mond hat man in dieſer Hinſicht mit
den Aeroliten verglichen er ſcheint nur
aus einem feſten Kern zu beſtehen. Was
von Atmosphäre bei ihm exiſtirt, iſt ſo düñ
wie wir es nur in unſrer Luftpumpe hervorbringen
können. Man hat als das
Charakteriſche der Nebenplaneten aufſtellen
wollen, daß ſie keine Atmosphäre hätten;
es iſt dies aber nicht richtig; es ſcheint
daß die Satelliten des ♃ eine Atmosphäre
haben; ſie verfinſtern ſich bisweilen, und
man kann dieſe Verfinſterung nicht anders
erklären als aus die Verdichtung ihrer Atmosphäre
. Andre Körper ſind faſt ganz
gasförmig ſo die Cometen. – Man hat
ſelbſt durch den Kern der Kometen Sterne
von 6ter bis 7ter Größe geſehen. – Blos neblige
Maſsen ſind auch ferner die planetariſche Nebelflecken
die Herſchel entdeckt hat. – Alle weiter
von der Sonne entfernten Planeten, meist
die kleinern neu entdeckten ſind von geringerer
Dichtigkeit als die ſich der Sonne zunächſt befindenden.
Erſtere haben die Dichtigkeit des Waſsers,
Naphta uſw., letztere von Eiſenſtein, Platina etc.
Noch wichtiger als dieß iſt die chemiſche Beſchaffenheit
der Weltkörper und die Art und
der Grad ihrer Bewegung. Das erſte betreffend
ſo kennen wir eigentlich nur
das, was zum telluriſchen Syſtem gehört.
Die Aeroliten geben uns den einzigen
Verkehr mit der Beſchaffenheit der fernen
Weltkörper. Gustav Roſe hat die Aeroliten
vielfach unterſucht, und gezeigt daß ſie
Gebirgsarten ſind, denen ähnlich wie wir
ſie auf unſerer Erde finden.
Von unſerm Erdkörper kennen wir eigentlich
auch nur die Rinde. Dieſe iſt aus
chemiſchen Elementen zuſammengeſetzt deren
wir bis jetzt 51 kennen; es ſind dieſe Materien
nicht in gleicher Quantität vorhanden.
die Herſchel entdeckt hat. – Alle weiter
von der Sonne entfernten Planeten, meist
die kleinern neu entdeckten ſind von geringerer
Dichtigkeit als die ſich der Sonne zunächſt befindenden.
Erſtere haben die Dichtigkeit des Waſsers,
Naphta uſw., letztere von Eiſenſtein, Platina etc.
Noch wichtiger als dieß iſt die chemiſche Beſchaffenheit
der Weltkörper und die Art und
der Grad ihrer Bewegung. Das erſte betreffend
ſo kennen wir eigentlich nur
das, was zum telluriſchen Syſtem gehört.
Die Aeroliten geben uns den einzigen
Verkehr mit der Beſchaffenheit der fernen
Weltkörper. Gustav Roſe hat die Aeroliten
vielfach unterſucht, und gezeigt daß ſie
Gebirgsarten ſind, denen ähnlich wie wir
ſie auf unſerer Erde finden.
Von unſerm Erdkörper kennen wir eigentlich
auch nur die Rinde. Dieſe iſt aus
chemiſchen Elementen zuſammengeſetzt deren
wir bis jetzt 51 kennen; es ſind dieſe Materien
nicht in gleicher Quantität vorhanden.
Sauerſtoff und Kieſelerde ſind am meiſten
verbreitet. – Nach Berzelius iſt die größte
Quantität des Sauerſtoffes nicht in der
Luft enthalten, ſondern im Innern der Gebirge
. Die Kalkerde die noch faſt am
wenigſten beſitzt, enthält 28 Theile Oxygen.
Die flüſsigen Maſsen ſind meiſt aus
Waſserſtoff und Sauerſtoff zuſammen
geſetzt. – Die Atmosphäre iſt der eigentliche
Sitz der großen Maſse Stickſtoff ſie
enthält ¾ Stickſtoff und nur 0,001 Kohlenſäure
, das übrige iſt Sauerſtoff.
Eine noch größere Verſchiedenheit in der
Mengung der Beſtandtheile zeigt ſich bei
den organiſchen Körpern.
In unſerm Planeten bildet das organiſche
nur eine dünne Rinde. – Man hat Pflanzen
aus der Tiefe des Meeres hervorgezogen
, die eine ganz andere Species zeigten
, als die ſonſt bekannten.
In der Anhäufung der organiſchen Stoffe
liegt ein Grund, warum ſie, ſo lange ſie
ein Ganzes bilden ihren Grundſtoff nicht ändern;
verbreitet. – Nach Berzelius iſt die größte
Quantität des Sauerſtoffes nicht in der
Luft enthalten, ſondern im Innern der Gebirge
. Die Kalkerde die noch faſt am
wenigſten beſitzt, enthält 28 Theile Oxygen.
Die flüſsigen Maſsen ſind meiſt aus
Waſserſtoff und Sauerſtoff zuſammen
geſetzt. – Die Atmosphäre iſt der eigentliche
Sitz der großen Maſse Stickſtoff ſie
enthält ¾ Stickſtoff und nur 0,001 Kohlenſäure
, das übrige iſt Sauerſtoff.
Eine noch größere Verſchiedenheit in der
Mengung der Beſtandtheile zeigt ſich bei
den organiſchen Körpern.
In unſerm Planeten bildet das organiſche
nur eine dünne Rinde. – Man hat Pflanzen
aus der Tiefe des Meeres hervorgezogen
, die eine ganz andere Species zeigten
, als die ſonſt bekannten.
In der Anhäufung der organiſchen Stoffe
liegt ein Grund, warum ſie, ſo lange ſie
ein Ganzes bilden ihren Grundſtoff nicht ändern;
wenn aber Theile von ihnen getrennt
werden ſo folgen chemiſche Veränderungen
. – Die organiſchen Theile machen daher
im wahren Sinne eines Ganzes aus. –
3 Entfernung der Weltkörper und Gruppen.
Man unterſcheidet Erde und Himmel, telluriſche
Verhältniſse und ſolche die nicht
zur Erde gehören.
Wir haben hier hauptſächlich 2 Fragen zu
beantworten: welcher von den Himmelskörpern
iſt je unſrer Erde, am nächſten gekommen
? und 2, wie können ſich 2 Himmelskörper
am nächſten kommen?
Auf die erſte Frage müſsen wir unbedingt
antworten, daß der Mond biſher unſerer
Erde am nächſten iſt, da ſeine Entfernung
von derſelben nur 48000 Meilen
beträgt. Von den Cometen hat ſich der, welcher
im Jahre 1770 beobachtet wurde am
meiſten der Erde genähert; jedoch befand
er ſich noch um 6 Mondenbreiten von ihr
entfernt. Hätte dieſer Comet eine ſo
feſte Maſse wie die Erde gehabt, ſo würde
werden ſo folgen chemiſche Veränderungen
. – Die organiſchen Theile machen daher
im wahren Sinne eines Ganzes aus. –
3 Entfernung der Weltkörper und Gruppen.
Man unterſcheidet Erde und Himmel, telluriſche
Verhältniſse und ſolche die nicht
zur Erde gehören.
Wir haben hier hauptſächlich 2 Fragen zu
beantworten: welcher von den Himmelskörpern
iſt je unſrer Erde, am nächſten gekommen
? und 2, wie können ſich 2 Himmelskörper
am nächſten kommen?
Auf die erſte Frage müſsen wir unbedingt
antworten, daß der Mond biſher unſerer
Erde am nächſten iſt, da ſeine Entfernung
von derſelben nur 48000 Meilen
beträgt. Von den Cometen hat ſich der, welcher
im Jahre 1770 beobachtet wurde am
meiſten der Erde genähert; jedoch befand
er ſich noch um 6 Mondenbreiten von ihr
entfernt. Hätte dieſer Comet eine ſo
feſte Maſse wie die Erde gehabt, ſo würde
er unſer Jahr um 3 Stunden verlängert
haben.
Für unſere Erdbahn iſt der Komet von
Biela merkwürdig; er war im Jahre
1826 nur um 2 Mondenweiten von der Erdbahn
entfernt.
Oft iſt ſchon die Frage aufgeworfen worden
ob die Kometenschweife ſich mit unſerer
Atmosphäre miſchen und Veränderungen
in derſelben hervorbringen
können. – Im Jahr 1786 hielt in einigen
Gegenden eine Zeit lang ein merkwürdig
nebliges Wetter an mit Stürmen
begleitet; man ſah die Sonne während
dieſer Zeit wie eine rothe Scheibe, und
glaubte daß dieß von einem Cometen-
Schweif herkäme, der ſich mit unſrer Atmosphäre
gemengt hätte.
Radebohn machte zuerſt darauf aufmerkſam
daß dieſe Erſcheinungen nicht jenſeits
des atlantiſchen Oceans exiſtirt
hatten, und man hat bis jetzt noch kein
Beiſpiel von der Geſchwindigkeit eines
Cometen, die großer wäre als die Rotation
haben.
Für unſere Erdbahn iſt der Komet von
Biela merkwürdig; er war im Jahre
1826 nur um 2 Mondenweiten von der Erdbahn
entfernt.
Oft iſt ſchon die Frage aufgeworfen worden
ob die Kometenschweife ſich mit unſerer
Atmosphäre miſchen und Veränderungen
in derſelben hervorbringen
können. – Im Jahr 1786 hielt in einigen
Gegenden eine Zeit lang ein merkwürdig
nebliges Wetter an mit Stürmen
begleitet; man ſah die Sonne während
dieſer Zeit wie eine rothe Scheibe, und
glaubte daß dieß von einem Cometen-
Schweif herkäme, der ſich mit unſrer Atmosphäre
gemengt hätte.
Radebohn machte zuerſt darauf aufmerkſam
daß dieſe Erſcheinungen nicht jenſeits
des atlantiſchen Oceans exiſtirt
hatten, und man hat bis jetzt noch kein
Beiſpiel von der Geſchwindigkeit eines
Cometen, die großer wäre als die Rotation
der Erde. Es müßte demnach der Cometen-
Schwanz die Erde gleichſam gefegt und daher
jenſeits des atlantiſchen Oceans ebenfalls
ſolche Verfinſterungen hervor gebracht
haben als dieſseits.
Der Comet von 1819 hatte eine ſolche Geſchwindigkeit
, daß man ſeinen hellen Schein
nur kurze Zeit ſah. Nach Olmers und Dirkſens
Berechnungen ging er am 26ten Junÿ
durch die Sonne, ſo daß er mit der Sonne
und Erde in einer Linie ſtand, ſo daß
wenn ſein Schwanz lang genug geweſen
wäre er ſich hätte mit unſrer Athmosphäre
vermiſchen müſsen.
Nach alten franzöſiſchen Chroniken ſoll
1439 ein Comet den Mond verfinſtert
haben; dieß wäre dann der geweſen der
der Erde am nächſten gekommen wäre.
Allein die Stelle in der Chronik ſcheint auf
einem Mißverſtändniß zu beruhen; nachdem
man genauer unterſucht hat Gries ſo
hat ſich gefunden daß in dieſer Zeit eine
Mondfinſterniß eingetreten. Vielleicht war
Schwanz die Erde gleichſam gefegt und daher
jenſeits des atlantiſchen Oceans ebenfalls
ſolche Verfinſterungen hervor gebracht
haben als dieſseits.
Der Comet von 1819 hatte eine ſolche Geſchwindigkeit
, daß man ſeinen hellen Schein
nur kurze Zeit ſah. Nach Olmers und Dirkſens
Berechnungen ging er am 26ten Junÿ
durch die Sonne, ſo daß er mit der Sonne
und Erde in einer Linie ſtand, ſo daß
wenn ſein Schwanz lang genug geweſen
wäre er ſich hätte mit unſrer Athmosphäre
vermiſchen müſsen.
Nach alten franzöſiſchen Chroniken ſoll
1439 ein Comet den Mond verfinſtert
haben; dieß wäre dann der geweſen der
der Erde am nächſten gekommen wäre.
Allein die Stelle in der Chronik ſcheint auf
einem Mißverſtändniß zu beruhen; nachdem
man genauer unterſucht hat Gries ſo
hat ſich gefunden daß in dieſer Zeit eine
Mondfinſterniß eingetreten. Vielleicht war
zur ſelbigen Zeit ein großer Comet ſichtbar
.
Eine andere Frage iſt die, welche Weltkörper
ſich am nächſten gekommen ſind. Der
innre Saturnstrabant iſt ſeinen Hauptplaneten
um die Hälfte der Mondsweite nahe, 27300
Meilen. Unſer Mond iſt hinſichts der
Entfernung von ſeinem Hauptplanet der 5te
Trabant. – Der Comet von 1770 iſt wahrſcheinlich
in den Jahren 1769 und 1779 mitten durch
das Syſtem des Jupiters Trabanten gezogen
ohne ſeinen Lauf und auch dem dieſer Trabanten
zu ändern; es wäre dieß das merkwürdigſte
Beiſpiel der Annäherung zweier
Weltkörper, dochwenn er auch mitten durch
ging, ſo mußte er doch wenigſtens ¼
Mondsweite vom Jupiter entfernt geweſen
ſein. – Der Saturns Ring iſt 5800 Meilen vom
Saturn entfernt. Es finden ſich auf dieſem
Erhöhungen die ſo groß wie der Merkur
ſind; ſo daß man denſelben als eine Menge
noch nicht gekannter Satelliten betrachten
kann.
.
Eine andere Frage iſt die, welche Weltkörper
ſich am nächſten gekommen ſind. Der
innre Saturnstrabant iſt ſeinen Hauptplaneten
um die Hälfte der Mondsweite nahe, 27300
Meilen. Unſer Mond iſt hinſichts der
Entfernung von ſeinem Hauptplanet der 5te
Trabant. – Der Comet von 1770 iſt wahrſcheinlich
in den Jahren 1769 und 1779 mitten durch
das Syſtem des Jupiters Trabanten gezogen
ohne ſeinen Lauf und auch dem dieſer Trabanten
zu ändern; es wäre dieß das merkwürdigſte
Beiſpiel der Annäherung zweier
Weltkörper, dochwenn er auch mitten durch
ging, ſo mußte er doch wenigſtens ¼
Mondsweite vom Jupiter entfernt geweſen
ſein. – Der Saturns Ring iſt 5800 Meilen vom
Saturn entfernt. Es finden ſich auf dieſem
Erhöhungen die ſo groß wie der Merkur
ſind; ſo daß man denſelben als eine Menge
noch nicht gekannter Satelliten betrachten
kann.
Die Doppelſterne ſind nicht ſo nah als man
vielleicht glauben mächte; wenn ſie nur 5″
von einander entfernt ſind, ſo iſt dieſe
Entfernung ſo groß als der Abſtand des
Saturn von der Sonne.
Bei den Dunſtförmigen Maſsen iſt die Annäherung
viel größer als bei den ſtarren
Körpern. Man findet Sterne die vollkommen
in ſolchen Maßen eingeſenkt ſind. Ja
es finden ſich förmliche Ueberzüge von ſolchen
Maßen. Die meiſten Nebelflecke
haben einen Kern der gewöhnlich in der
Mitte liegt; manche haben auch 2 bis 3 Kerne.
Der materielle Verkehr mit dem Weltkörpern
wird hervorgebracht:
1, durch die Lichtſtralen: Das Licht von den
entfernteſten Planeten unſres Syſtems
des Uranus kommt in 2½ Stunde zur Erde;
das des Syrius in 2 Jahren.
Von den weitern Sternſchichten braucht das
Licht 2400 Jahre um zu uns zu gelangen;
von den entfernteſten Nebelflecken die
wir kennen wenigſtens 30000 Jahre.
vielleicht glauben mächte; wenn ſie nur 5″
von einander entfernt ſind, ſo iſt dieſe
Entfernung ſo groß als der Abſtand des
Saturn von der Sonne.
Bei den Dunſtförmigen Maſsen iſt die Annäherung
viel größer als bei den ſtarren
Körpern. Man findet Sterne die vollkommen
in ſolchen Maßen eingeſenkt ſind. Ja
es finden ſich förmliche Ueberzüge von ſolchen
Maßen. Die meiſten Nebelflecke
haben einen Kern der gewöhnlich in der
Mitte liegt; manche haben auch 2 bis 3 Kerne.
Der materielle Verkehr mit dem Weltkörpern
wird hervorgebracht:
1, durch die Lichtſtralen: Das Licht von den
entfernteſten Planeten unſres Syſtems
des Uranus kommt in 2½ Stunde zur Erde;
das des Syrius in 2 Jahren.
Von den weitern Sternſchichten braucht das
Licht 2400 Jahre um zu uns zu gelangen;
von den entfernteſten Nebelflecken die
wir kennen wenigſtens 30000 Jahre.
Zugleicher Zeit bringen die Lichtſtralen auch
Wärmeſtralen mit, und bringen auch ſelbſt
Wärme hervor Sommerville’s Unterſuchungen –
2, Durch die Kraftäußerung der Maſsen
Attraction.; ſie iſt ſtärker bei den dichtern
, weniger ſtark bei den leckern Körpern
. Selbſt die am weiteſten entfernten
Körper üben gewiß noch eine Attraction
aus; unſere Berechnungen gehen aber
nur bis zum Saturn.
Dieſe Attraction iſt entweder tranſlatoriſch
und doch iſt ſie uns für die Aſtronomie
bemerkbar, oder ſie wirkte hinſichts
der Bewegung der Erde, der Inclination
der Axe, die den Bewohnern der Erde nicht
ganz unbemerkbar bleiben – Ebbe und
Fluth nicht nur in den Tropfbaren Ozean
ſondern auch zu beſtimmten Zeiten in der
Luftförmigen Hütte. – Während 24 Stunden
ſteigt das Barometer 2 mal und fällt auch
wieder. ſiehe oben
3 Aeroliten. Ihre Beſtandtheile machen es
wahrſcheinlich, daß dieſe nicht von ſo weit
Wärmeſtralen mit, und bringen auch ſelbſt
Wärme hervor Sommerville’s Unterſuchungen –
2, Durch die Kraftäußerung der Maſsen
Attraction.; ſie iſt ſtärker bei den dichtern
, weniger ſtark bei den leckern Körpern
. Selbſt die am weiteſten entfernten
Körper üben gewiß noch eine Attraction
aus; unſere Berechnungen gehen aber
nur bis zum Saturn.
Dieſe Attraction iſt entweder tranſlatoriſch
und doch iſt ſie uns für die Aſtronomie
bemerkbar, oder ſie wirkte hinſichts
der Bewegung der Erde, der Inclination
der Axe, die den Bewohnern der Erde nicht
ganz unbemerkbar bleiben – Ebbe und
Fluth nicht nur in den Tropfbaren Ozean
ſondern auch zu beſtimmten Zeiten in der
Luftförmigen Hütte. – Während 24 Stunden
ſteigt das Barometer 2 mal und fällt auch
wieder. ſiehe oben
3 Aeroliten. Ihre Beſtandtheile machen es
wahrſcheinlich, daß dieſe nicht von ſo weit
entfernten Regionen herkommen können,
da die Planeten welche jenſeits der Aſtäroiden
liegen, eine ſo geringe Dichtigkeit
haben.
11. Vorlesung, 8. Dezember 1827
Aſtronomiſcher Theil
Die nähere Details der ſphäriſchen und
theoriſchen Aſtronomie dürfen hier eben ſo
wenig verlangt werden als wir in die
geodätiſchen Einzelnheiten eingehen können.
Nur die phyſiſche Aſtronomie wollen wir
hier berühren; jedoch darf man den Ausdruck
phyſiſche Aſtronomie nicht in dem Sinne
nehmen wie es in den meiſten Werken
genommen wird; die Bewegung nicht nur der
Himmelskörper, ſondern auch alles was ſich
auf den phyſiſchen Zuſtand derſelben bezieht
.
Wenn unſere Erde ein ſelbſtleuchtender Körper
wäre, oder wenn nach Herrn Olmers
Hypotheſe ein jeder Punkt des Weltgebäudes
leuchtend wäre ſo würden wir von der Exiſtenz
da die Planeten welche jenſeits der Aſtäroiden
liegen, eine ſo geringe Dichtigkeit
haben.
11. Vorlesung, 8. Dezember 1827
Aſtronomiſcher Theil
Die nähere Details der ſphäriſchen und
theoriſchen Aſtronomie dürfen hier eben ſo
wenig verlangt werden als wir in die
geodätiſchen Einzelnheiten eingehen können.
Nur die phyſiſche Aſtronomie wollen wir
hier berühren; jedoch darf man den Ausdruck
phyſiſche Aſtronomie nicht in dem Sinne
nehmen wie es in den meiſten Werken
genommen wird; die Bewegung nicht nur der
Himmelskörper, ſondern auch alles was ſich
auf den phyſiſchen Zuſtand derſelben bezieht
.
Wenn unſere Erde ein ſelbſtleuchtender Körper
wäre, oder wenn nach Herrn Olmers
Hypotheſe ein jeder Punkt des Weltgebäudes
leuchtend wäre ſo würden wir von der Exiſtenz
der Geſtirne gar nichts wiſsen. Es würden
daraus die traurigſten Folgen für die Cultur
entſtanden ſein. Wir würden keinen Begriff
von der Geſtalt unſrer Erde haben;
nur die Pendelſchwingungen allein würden
wir uns haben geben können; und ſchwerlich
würde man auf dieſes Mittel gekommen
ſein. – Wir würden keine aſtronomiſche
Meridiane, ſondern nur magnetiſche haben.
Die aſtronomiſchen Beſtimmungen, ſo wichtig
für die Schifffahrt würden wegfallen
und die höhere Mathemathik würde bei weitem
nicht die Ausbildung erreicht haben die
ſie jetzt hat.
Unſere Lage in einem mittlern Planeten
iſt zur Beobachtung ſehr geeignet – Auf unſrer
Erde ſelbſt iſt die Gegend unter dem
Aequator die geeigneſte für aſtronomiſche
Beobachtungen. Dort, wo man zu gleicher
Zeit die Sterne des Nordpols und Südpols erblickt
, und wo auf den Höhen eine dünnere
Luftſchicht, den Beobachtungen geringere Schwierigkeiten
in den Weg legt als irgendwo sonſt.
daraus die traurigſten Folgen für die Cultur
entſtanden ſein. Wir würden keinen Begriff
von der Geſtalt unſrer Erde haben;
nur die Pendelſchwingungen allein würden
wir uns haben geben können; und ſchwerlich
würde man auf dieſes Mittel gekommen
ſein. – Wir würden keine aſtronomiſche
Meridiane, ſondern nur magnetiſche haben.
Die aſtronomiſchen Beſtimmungen, ſo wichtig
für die Schifffahrt würden wegfallen
und die höhere Mathemathik würde bei weitem
nicht die Ausbildung erreicht haben die
ſie jetzt hat.
Unſere Lage in einem mittlern Planeten
iſt zur Beobachtung ſehr geeignet – Auf unſrer
Erde ſelbſt iſt die Gegend unter dem
Aequator die geeigneſte für aſtronomiſche
Beobachtungen. Dort, wo man zu gleicher
Zeit die Sterne des Nordpols und Südpols erblickt
, und wo auf den Höhen eine dünnere
Luftſchicht, den Beobachtungen geringere Schwierigkeiten
in den Weg legt als irgendwo sonſt.
Der junge Herſchel, Sohn der großen Aſtronomen
will ſich jetzt dort mit ſeinen Inſtrumenten
hinbegeben. Man kann aus
ſeinen Beobachtungen mit Recht, die reichſten
Früchte für die Wiſsenſchaft erwarten.
Wir ſehen unter den Weltkörpern nur 2
als Scheiben, die Sonne und der Mond; alle
übrigen erſcheinen uns als Stralende.
Es iſt dies Stralen nicht bloß Folge von
ſelbſtleuchtenden Körpern, ſondern wir
ſehen es auch bei den Planeten. Beobachten
wir dieſe Sterne durch Fernröhre ſo verlieren
ſich die Stralen. – Etwas Ähnliches
findet ſich ſchon unter den Tropen, da wo
die Luftwärme iſt und wo die Wärme gleichmäßiger
vertheilt iſt; es liegt daher viel
in der Atmosphäre. – Die meiſten Fixſterne
haben dort das milde planetariſche
Licht; doch erſcheinen ſie deswegen
nicht trauriger, wie man es glauben
könnte, wenn man dieſes mit dem Sehen
durch Fernröhre vergleicht wie die Stralen
verſchwinden und der Stern viel kleiner
will ſich jetzt dort mit ſeinen Inſtrumenten
hinbegeben. Man kann aus
ſeinen Beobachtungen mit Recht, die reichſten
Früchte für die Wiſsenſchaft erwarten.
Wir ſehen unter den Weltkörpern nur 2
als Scheiben, die Sonne und der Mond; alle
übrigen erſcheinen uns als Stralende.
Es iſt dies Stralen nicht bloß Folge von
ſelbſtleuchtenden Körpern, ſondern wir
ſehen es auch bei den Planeten. Beobachten
wir dieſe Sterne durch Fernröhre ſo verlieren
ſich die Stralen. – Etwas Ähnliches
findet ſich ſchon unter den Tropen, da wo
die Luftwärme iſt und wo die Wärme gleichmäßiger
vertheilt iſt; es liegt daher viel
in der Atmosphäre. – Die meiſten Fixſterne
haben dort das milde planetariſche
Licht; doch erſcheinen ſie deswegen
nicht trauriger, wie man es glauben
könnte, wenn man dieſes mit dem Sehen
durch Fernröhre vergleicht wie die Stralen
verſchwinden und der Stern viel kleiner
erſcheint. – Nach den verſchiedenen Jahreszeiten
iſt das Leuchten der Sterne dort ſehr verſchieden
, weil die Wärme in Bezug auf
Dichtigkeit vielen Einfluß auf die Atmosphäre
hat. In den wärmeren Jahreszeiten
erſcheinen die Sterne weit heller; wenn die
Regenzeit heranrückt ſo erſcheinen ſie weit
funkelnder.
Die Täuſchungen über die Geſtirne können
zweierlei Art ſein 1, Dilatation – Vergroßerung
der Sterne – 2, Durch die Polygonal
Figuren. –
Was das erſte anbelangt, ſo ſehen wir dieß
ſchon beim Monde wo man den dunklen Kreis
von dem von der Erde wiederſcheinenden
Licht größer ſieht als er zu dem hellen paſſend
ſein ſollen. –
Es ſtammen die Worte Stralen und Sterne
aus einem Würzelwort, doch iſt nicht dieſe
Benennung aus dem vorigen genommen
Wegen der großen Entfernung der Sterne ſchneiden
ſich die Stralen derſelben nicht grade
auf der Netzhaut, ſondern der Stralenkegel
wird durchſchnitten; ſein Endpunkt fällt merkwürdig
iſt das Leuchten der Sterne dort ſehr verſchieden
, weil die Wärme in Bezug auf
Dichtigkeit vielen Einfluß auf die Atmosphäre
hat. In den wärmeren Jahreszeiten
erſcheinen die Sterne weit heller; wenn die
Regenzeit heranrückt ſo erſcheinen ſie weit
funkelnder.
Die Täuſchungen über die Geſtirne können
zweierlei Art ſein 1, Dilatation – Vergroßerung
der Sterne – 2, Durch die Polygonal
Figuren. –
Was das erſte anbelangt, ſo ſehen wir dieß
ſchon beim Monde wo man den dunklen Kreis
von dem von der Erde wiederſcheinenden
Licht größer ſieht als er zu dem hellen paſſend
ſein ſollen. –
Es ſtammen die Worte Stralen und Sterne
aus einem Würzelwort, doch iſt nicht dieſe
Benennung aus dem vorigen genommen
Wegen der großen Entfernung der Sterne ſchneiden
ſich die Stralen derſelben nicht grade
auf der Netzhaut, ſondern der Stralenkegel
wird durchſchnitten; ſein Endpunkt fällt merkwürdig
vor oder hinter die Relzhaut; wir
ſehen deshalb nicht den Stern ſelbſt, ſondern
nur den Streuungskegel deſselben, welcher
weit größer iſt. Dieß zeigt ſowohl bei den
Fixſternen wie auch bei den Planeten.
Dieſe Dilatation verbreitet ſich von 6″
bis zu 4′. Vega erſcheint im Durchmeſser
von 4′ verbreitet, obgleich der Stern nach
Herſchel nur ⅓ Secunde zum Durchmeſser
hat; während Uranus deſsen Durchmeſser
4″ beträgt kaum mit bloßen Augen zu
ſehen iſt. Es hängt daher auch dieſe Dilatation
von der Intenſität des Lichts ab. –
Es giebt nur ſehr wenige Perſonen die
den kleinen Stern: das Reiterlein, und
den Stern Miza im Schwanz des großen
Bären mit bloßen Augen ſehen können.
Er iſt ein Stern 5ter Größe, auch nur 3′
von Miza entfernt, ſo daß er in den
Streuungskegel von Miza fällt; weshalb
man ihn nicht ſo leicht ſehen kann. Auch dieß
iſt alſo eine Folge der Dilatation.
Es kommt oft vor, daß wenn der Mond
ſehen deshalb nicht den Stern ſelbſt, ſondern
nur den Streuungskegel deſselben, welcher
weit größer iſt. Dieß zeigt ſowohl bei den
Fixſternen wie auch bei den Planeten.
Dieſe Dilatation verbreitet ſich von 6″
bis zu 4′. Vega erſcheint im Durchmeſser
von 4′ verbreitet, obgleich der Stern nach
Herſchel nur ⅓ Secunde zum Durchmeſser
hat; während Uranus deſsen Durchmeſser
4″ beträgt kaum mit bloßen Augen zu
ſehen iſt. Es hängt daher auch dieſe Dilatation
von der Intenſität des Lichts ab. –
Es giebt nur ſehr wenige Perſonen die
den kleinen Stern: das Reiterlein, und
den Stern Miza im Schwanz des großen
Bären mit bloßen Augen ſehen können.
Er iſt ein Stern 5ter Größe, auch nur 3′
von Miza entfernt, ſo daß er in den
Streuungskegel von Miza fällt; weshalb
man ihn nicht ſo leicht ſehen kann. Auch dieß
iſt alſo eine Folge der Dilatation.
Es kommt oft vor, daß wenn der Mond
einen Stern bedeckt, bevor dieſe Bedeckung
ſtattfindet, der Stern eine Zeitlang an ſeinem
Rand zu kleben ſcheint, ſtatt wie in
andern Fällen augenblicklich zu verſchwinden.
Man hielt auch dieß Phänomen als von der
Dilatation verurſacht; es iſt dieß aber nicht
richtig, da auch im Fernrohr daſselbe erſcheint
; es iſt vielmehr Folge der Inclination
der Lichtſtralen.
2, Polygonal Figuren. Wie oben geſagt,
ſehen wir nur Sonne und Mond als Scheiben;
die übrigen Sterne erſcheinen wie vielſeitige
Figuren, durch die Stralen welche von ihn
aus zugehen ſcheinen. Venus und Jupiter
erſcheinen uns nur durch das Fernrohr als
Scheiben obgleich der Durchmeſser der ♀ und 1′
beträgt. Man hat auch Verſuche angeſtellt,
die aber noch keine gehörige Reſultate geliefert
haben, wie weit ♀ ſich uns nähern
müßte, damit wir ſie als Scheibe ſehen könnten
. Es läßt ſich dies nicht gut ermitteln da
uns die Zwiſchenſätze in der Entfernung fehlen
wo der Fall eintreten würde daß die
ſtattfindet, der Stern eine Zeitlang an ſeinem
Rand zu kleben ſcheint, ſtatt wie in
andern Fällen augenblicklich zu verſchwinden.
Man hielt auch dieß Phänomen als von der
Dilatation verurſacht; es iſt dieß aber nicht
richtig, da auch im Fernrohr daſselbe erſcheint
; es iſt vielmehr Folge der Inclination
der Lichtſtralen.
2, Polygonal Figuren. Wie oben geſagt,
ſehen wir nur Sonne und Mond als Scheiben;
die übrigen Sterne erſcheinen wie vielſeitige
Figuren, durch die Stralen welche von ihn
aus zugehen ſcheinen. Venus und Jupiter
erſcheinen uns nur durch das Fernrohr als
Scheiben obgleich der Durchmeſser der ♀ und 1′
beträgt. Man hat auch Verſuche angeſtellt,
die aber noch keine gehörige Reſultate geliefert
haben, wie weit ♀ ſich uns nähern
müßte, damit wir ſie als Scheibe ſehen könnten
. Es läßt ſich dies nicht gut ermitteln da
uns die Zwiſchenſätze in der Entfernung fehlen
wo der Fall eintreten würde daß die
Scheibengeſtalt in die Polygonal Figur übertritt.
In frühern Zeiten hat man dieſe Sache nicht die
gehörige Aufmerkſamkeit gewidmet, ſonſt würde
man vielleicht aus einigen Erſcheinungen
darauf Schlüſse haben machen können. So erzählen
die Schriften der Araber im Mittelalter
von einer merkwürdigen Erſcheinung
dem auflodern eines Sternes der den 4ten
Theil der Größe des Vollmondes gehabt haben
ſoll, alſo 7–8′ im Durchmeſser, und der wenige
Monate nach ſeinem Erſcheinen wieder
verſchwand. Der Comet der 1006 von den
Arabern geſehen wurde ſoll 4 mal ſo groß
als ♀ geweſen ſein aber es iſt nicht geſagt
ob man dieſe Sterne noch als Polygonal Figuren
oder als Scheiben wahrnahm.
In den kleinern Planeten Aſtäroiden
würde die Sonne nur in einer Größe von
10′ erſcheinen, im ♃ nur 6′. Es iſt die Frage
ob die Sonne in dieſen Planeten noch als
Scheibe erſcheinen könnte.
Die Zahl der Stralen die man an den Sternen
ſieht iſt nach den verſchiedenen Augen verſchieden
. Manche Menſchen ſehen wirkliche
In frühern Zeiten hat man dieſe Sache nicht die
gehörige Aufmerkſamkeit gewidmet, ſonſt würde
man vielleicht aus einigen Erſcheinungen
darauf Schlüſse haben machen können. So erzählen
die Schriften der Araber im Mittelalter
von einer merkwürdigen Erſcheinung
dem auflodern eines Sternes der den 4ten
Theil der Größe des Vollmondes gehabt haben
ſoll, alſo 7–8′ im Durchmeſser, und der wenige
Monate nach ſeinem Erſcheinen wieder
verſchwand. Der Comet der 1006 von den
Arabern geſehen wurde ſoll 4 mal ſo groß
als ♀ geweſen ſein aber es iſt nicht geſagt
ob man dieſe Sterne noch als Polygonal Figuren
oder als Scheiben wahrnahm.
In den kleinern Planeten Aſtäroiden
würde die Sonne nur in einer Größe von
10′ erſcheinen, im ♃ nur 6′. Es iſt die Frage
ob die Sonne in dieſen Planeten noch als
Scheibe erſcheinen könnte.
Die Zahl der Stralen die man an den Sternen
ſieht iſt nach den verſchiedenen Augen verſchieden
. Manche Menſchen ſehen wirkliche
Polygonal Figuren, andere nur ein undeutliches
Bild. – Man hat hierüber viele Verſuche gemacht
und Doc: ſelbſt hat ſich viel damit beſchäftigt
. Die deutlichſten Verſuche kann man
gegen machen indem man in
einer Entfernung dieſe mit einem Ladenkreuz
beobachtet. Wenn andere bei dieſer Gelegenheit
8 Stralen ſahen, bemerkte Doc deren
nur 7, von denen die oberſten einen Winkel
von 60° bildeten; dreht man das Auge, ſo
drehen ſich die Stralen mit ein Beweis daß
Hauptſächlich die Erſcheinung den dem Auge
ſelbſt liegt; zieht man das Auge ſehr zuſammen
ſo vergrößern ſich die Stralen bedeutend.
Man kann die Stralen auch suppremiren, indem
man nur das Auge ſenkt verſchwinden
die obern Stralen und die untern werden
verlängert; erhebt man dagegen das Auge
ſo verſchwinden die untern Stralen
und die obern verlängern ſich.
„Bei ſchwachen Vergrößerungen vergehen die
Stralen nicht und dieß war eine lange
Zeit ein großer Uebelſtand für die aſtronomiſchen
Beobachtungen.“
Bild. – Man hat hierüber viele Verſuche gemacht
und Doc: ſelbſt hat ſich viel damit beſchäftigt
. Die deutlichſten Verſuche kann man
gegen machen indem man in
einer Entfernung dieſe mit einem Ladenkreuz
beobachtet. Wenn andere bei dieſer Gelegenheit
8 Stralen ſahen, bemerkte Doc deren
nur 7, von denen die oberſten einen Winkel
von 60° bildeten; dreht man das Auge, ſo
drehen ſich die Stralen mit ein Beweis daß
Hauptſächlich die Erſcheinung den dem Auge
ſelbſt liegt; zieht man das Auge ſehr zuſammen
ſo vergrößern ſich die Stralen bedeutend.
Man kann die Stralen auch suppremiren, indem
man nur das Auge ſenkt verſchwinden
die obern Stralen und die untern werden
verlängert; erhebt man dagegen das Auge
ſo verſchwinden die untern Stralen
und die obern verlängern ſich.
„Bei ſchwachen Vergrößerungen vergehen die
Stralen nicht und dieß war eine lange
Zeit ein großer Uebelſtand für die aſtronomiſchen
Beobachtungen.“
Man ſollte glauben daß man in frühern
Zeiten immer nur 5 Stralen zu ſehen geglaubt
habe, indem man die Sterne gewöhnlich
mit 5 Stralen andeutete und in der Hyroglyphen
Schrift die Zahl 5 immer durch einen
Stern bezeichnet wurde. Vom Funkeln der Sterne
Man hat geglaubt daß das Funkeln der
Sterne von den Dünſten unſrer Atmosphäre
abhänge. Es iſt dieß aber keinesweges
der Fall. – Das Funkeln der Sterne
beſteht darin, daß ſie entweder in einem
Augenblick verſchwinden und dann
wieder erſcheinen, oder daß ſie noch vor
ihrem Verſchwinden ein farbiges Licht annehmen
. – Man hat gefunden daß dieß
5 mal in einer Minute geſchehen kann.
In neuern Zeiten iſt man durch die Entdekung
der Interferenz des Lichts auf
die Erklärung dieſes Phänomens gekommen
. Man wurde auch darauf aufmerkſam
daß 2 Lichtſtralen wenn ſie aus verſchiedener
Entfernung kommen ſich gleichſeitig
Zeiten immer nur 5 Stralen zu ſehen geglaubt
habe, indem man die Sterne gewöhnlich
mit 5 Stralen andeutete und in der Hyroglyphen
Schrift die Zahl 5 immer durch einen
Stern bezeichnet wurde. Vom Funkeln der Sterne
Man hat geglaubt daß das Funkeln der
Sterne von den Dünſten unſrer Atmosphäre
abhänge. Es iſt dieß aber keinesweges
der Fall. – Das Funkeln der Sterne
beſteht darin, daß ſie entweder in einem
Augenblick verſchwinden und dann
wieder erſcheinen, oder daß ſie noch vor
ihrem Verſchwinden ein farbiges Licht annehmen
. – Man hat gefunden daß dieß
5 mal in einer Minute geſchehen kann.
In neuern Zeiten iſt man durch die Entdekung
der Interferenz des Lichts auf
die Erklärung dieſes Phänomens gekommen
. Man wurde auch darauf aufmerkſam
daß 2 Lichtſtralen wenn ſie aus verſchiedener
Entfernung kommen ſich gleichſeitig
zerſtören und Dunkelheit hervor bringen
können. – Den Anfang dieſer Entdeckung
machte Emalji Profeſsor in Bologna; er
fand daß bei der Beugung der Lichtſtralen
um den erleuchtenden Punkt farbige Franzen
entſtehen, ein innrer und äußrer
Rand zwiſchen denen ſich ein Lichtſtreifen befand
Defraction . – Thomas Ÿoung machte
1803 bei den Emaljiſchen Verſuche die merkwürdigſte
Entdeckung, daß wenn man einen
Schirm von einer Seite vorhielt ſo daß
von hier das Lichts nicht hinzu kommen konnte,
die farbigen Streifen verſchwanden, aber
wieder erſcheinen, ſobald man den Schirm
wegnahm.
Wenn man dicke Gläſer nimmt ſo hängt
es vom Beobachter ab das Licht nach einem
oder dem andern Orte zu werfen. Young
nannte dieſe Erſcheinung die Interferenz
der Lichtſtralen. –
Frenelle zeigte daß die Beugung der Lichtſtralen
zu dieſer Erſcheinung nicht nöthig
iſt. Er nahm 2 Spiegel durch die er 2
Lichtſtralen ſo auffing und ſo zurückſtralen
können. – Den Anfang dieſer Entdeckung
machte Emalji Profeſsor in Bologna; er
fand daß bei der Beugung der Lichtſtralen
um den erleuchtenden Punkt farbige Franzen
entſtehen, ein innrer und äußrer
Rand zwiſchen denen ſich ein Lichtſtreifen befand
Defraction . – Thomas Ÿoung machte
1803 bei den Emaljiſchen Verſuche die merkwürdigſte
Entdeckung, daß wenn man einen
Schirm von einer Seite vorhielt ſo daß
von hier das Lichts nicht hinzu kommen konnte,
die farbigen Streifen verſchwanden, aber
wieder erſcheinen, ſobald man den Schirm
wegnahm.
Wenn man dicke Gläſer nimmt ſo hängt
es vom Beobachter ab das Licht nach einem
oder dem andern Orte zu werfen. Young
nannte dieſe Erſcheinung die Interferenz
der Lichtſtralen. –
Frenelle zeigte daß die Beugung der Lichtſtralen
zu dieſer Erſcheinung nicht nöthig
iſt. Er nahm 2 Spiegel durch die er 2
Lichtſtralen ſo auffing und ſo zurückſtralen
ließ daß ihr Vereinigungspunkt verſchieden
entfernt war, und der Weg den ſie zurück
zu legen hatten verſchieden wurde; er fand
daſselbe Phänomen; es entſtand ein ſchwarzer
Punkt da wo ſie ſich vereinigten, und
rund herum ein Lichtſtreif. – Arragon dehnte
dieſen Verſuch nah in ſo weit aus daß
er einen Papierſtreifen mit Chlorſilber
beſtrich, und ihn in den Vereinigungspunkte
der Lichtſtralen brachte. Er fand daß da
wo der dunkle Streifen war das Papier
violet wurde, und da wo der helle ſich befand
weiß blieb, wo ſonſt das Chlorſilber
die Eigenſchaft hat violet zu erſcheinen wenn man
es den Sonnenſtralen ausgeſetzt nach Huygens
Ein Beweis daß alſo da wo hier
Schwarz erſchien eigentlich die Lichtſtralen ſich
würklich befanden. – Dieſe Erſcheinung gab
zugleich dem Emanations Syſtem des Lichts
einem Stoß, indem man nach demſelben ſich
die Erſcheinung daß aus den Zuſammentreffen
zweier Lichtſtralen Dunkelheit entſtehen
kann nicht erklären konnte. Es kam
vielmehr die Anſicht einer Oszillation des
entfernt war, und der Weg den ſie zurück
zu legen hatten verſchieden wurde; er fand
daſselbe Phänomen; es entſtand ein ſchwarzer
Punkt da wo ſie ſich vereinigten, und
rund herum ein Lichtſtreif. – Arragon dehnte
dieſen Verſuch nah in ſo weit aus daß
er einen Papierſtreifen mit Chlorſilber
beſtrich, und ihn in den Vereinigungspunkte
der Lichtſtralen brachte. Er fand daß da
wo der dunkle Streifen war das Papier
violet wurde, und da wo der helle ſich befand
weiß blieb, wo ſonſt das Chlorſilber
die Eigenſchaft hat violet zu erſcheinen wenn man
es den Sonnenſtralen ausgeſetzt nach Huygens
Ein Beweis daß alſo da wo hier
Schwarz erſchien eigentlich die Lichtſtralen ſich
würklich befanden. – Dieſe Erſcheinung gab
zugleich dem Emanations Syſtem des Lichts
einem Stoß, indem man nach demſelben ſich
die Erſcheinung daß aus den Zuſammentreffen
zweier Lichtſtralen Dunkelheit entſtehen
kann nicht erklären konnte. Es kam
vielmehr die Anſicht einer Oszillation des
Lichts auf, indem man dieſe Erſcheinung mit
den Kreiſen vergleicht, die im Waſser entſtehen
, wenn man etwas hinein fallen läßt,
die nur vernichtet werden, wenn durch ein andrer
Körper ähnliche Kreiſe bewirkt werden,
die dieſe durchſchneiden Ueber die Interferenz
des Lichts S. Annalen der Chemie 1816 1ter
Theil p. 199, 239. – Frenelle 1819 und die Defraction
– Thomſons Chemie Franz. Ueberſetzung
von Rifle – Fiſchers mechaniſche Naturlehre
2ter Band
12. Vorlesung, 12. Dezember 1827
Aus dieſer Erſcheinung nun ließ ſich das
Funkeln der Sterne erklären, indem ihr
Licht, daß durch Stralen zu uns kömmt, durch
einen andern Stral der in einer andern
Richtung und Entfernung dieſen in der Atmosphäre
durch kreuzt aufgehoben wird, und
für uns daher verſchwindet.
Alle Sterne funkeln mehr am Horizont, als
wenn ſie weiter herauf geſtiegen ſind, weil
die Dünſte hier weit ſtärker ſich bewegen
und daher weit häufiger ſolche Stralen von
andern durchſchnitten werden können. Auf Bergen
nim̃t man deshalb auch das Funkeln nicht
den Kreiſen vergleicht, die im Waſser entſtehen
, wenn man etwas hinein fallen läßt,
die nur vernichtet werden, wenn durch ein andrer
Körper ähnliche Kreiſe bewirkt werden,
die dieſe durchſchneiden Ueber die Interferenz
des Lichts S. Annalen der Chemie 1816 1ter
Theil p. 199, 239. – Frenelle 1819 und die Defraction
– Thomſons Chemie Franz. Ueberſetzung
von Rifle – Fiſchers mechaniſche Naturlehre
2ter Band
12. Vorlesung, 12. Dezember 1827
Aus dieſer Erſcheinung nun ließ ſich das
Funkeln der Sterne erklären, indem ihr
Licht, daß durch Stralen zu uns kömmt, durch
einen andern Stral der in einer andern
Richtung und Entfernung dieſen in der Atmosphäre
durch kreuzt aufgehoben wird, und
für uns daher verſchwindet.
Alle Sterne funkeln mehr am Horizont, als
wenn ſie weiter herauf geſtiegen ſind, weil
die Dünſte hier weit ſtärker ſich bewegen
und daher weit häufiger ſolche Stralen von
andern durchſchnitten werden können. Auf Bergen
nim̃t man deshalb auch das Funkeln nicht
ſo häufig wahr, als in den Ebenen aus demſelben
Gründen. – Je mehr Dünſte nur der Stral
zu paſsiren hat deſto mehr wird er von
ſeiner graden Richtung abgelenkt, und gebrochen
. –
Die Scheiben funkeln nicht, weil hier immer
ein Stral den andern erſetzt, ſo daß
wenn einer verfinſtert wird der andere
leuchtet. – In den Tropenländern haben die
Sterne ein weit milderes planetariſches
Licht, weil hier die Atmosphäre reiner iſt.
Wenn die Luft feucht iſt funkeln ſie nicht ſo
ſehr, weit mehr wenn ſie ſich erkältet, indem
ſich dann Niederſchläge bilden und die Atmosphäre
trüben. Im Allgemeinen iſt das
Funkeln um ſo größer je unruhiger die
Atmosphäre iſt. Große Sterne funkeln mehr
als kleine weil ihr Eindruck auf die Netzhaut
weit ſtärker und alle Urſache des
Funkelns in einem weit größern Maaßſtabe
vorhanden iſt.
Von der Interferenz des Lichts ſcheinen noch
manche andere Phänomen abzuhängen:
Gründen. – Je mehr Dünſte nur der Stral
zu paſsiren hat deſto mehr wird er von
ſeiner graden Richtung abgelenkt, und gebrochen
. –
Die Scheiben funkeln nicht, weil hier immer
ein Stral den andern erſetzt, ſo daß
wenn einer verfinſtert wird der andere
leuchtet. – In den Tropenländern haben die
Sterne ein weit milderes planetariſches
Licht, weil hier die Atmosphäre reiner iſt.
Wenn die Luft feucht iſt funkeln ſie nicht ſo
ſehr, weit mehr wenn ſie ſich erkältet, indem
ſich dann Niederſchläge bilden und die Atmosphäre
trüben. Im Allgemeinen iſt das
Funkeln um ſo größer je unruhiger die
Atmosphäre iſt. Große Sterne funkeln mehr
als kleine weil ihr Eindruck auf die Netzhaut
weit ſtärker und alle Urſache des
Funkelns in einem weit größern Maaßſtabe
vorhanden iſt.
Von der Interferenz des Lichts ſcheinen noch
manche andere Phänomen abzuhängen:
bei Sonnenfinſterniſsen ſieht man bisweilen
während der Finſterniß ſelbſt einen großen
erleuchteten Ring – Das ſcheinbare
Kleben der Sterne am Monde wenn ſie
von demſelben verdeckt werden. – uſw.
Anmerkung Young hat durch die Interferenz
des Lichts die Feinheit der Wolle unterſucht.
Von den Sternen, die mit bloßem Auge ſichtbar ſind.
Durch unſere natürliche Geſichtskraft ſehen
wir Sterne von 6ter bis 7ter Größe. Nach
geometriſchen Meſsungen iſt es wahrſcheinlich
, daß dieſe 10 Syrius Weiten von uns
entfernt ſind, ſo daß das Licht um
von dieſen Sternen zu uns zu gelangen
30 Jahre braucht. Unſere natürliche
Geſichtskraft aber verhält ſich zu der Sehkraft
des größten 4 füßigen Telescops
wie 3 Fuß zu 4 Meilen.
Man hat lange Zeit behauptet, daß man
auch bei Tage Sterne ſehen könne, beſonders
ſei dieß aus dunklen Räumen tiefen
während der Finſterniß ſelbſt einen großen
erleuchteten Ring – Das ſcheinbare
Kleben der Sterne am Monde wenn ſie
von demſelben verdeckt werden. – uſw.
Anmerkung Young hat durch die Interferenz
des Lichts die Feinheit der Wolle unterſucht.
Von den Sternen, die mit bloßem Auge ſichtbar ſind.
Durch unſere natürliche Geſichtskraft ſehen
wir Sterne von 6ter bis 7ter Größe. Nach
geometriſchen Meſsungen iſt es wahrſcheinlich
, daß dieſe 10 Syrius Weiten von uns
entfernt ſind, ſo daß das Licht um
von dieſen Sternen zu uns zu gelangen
30 Jahre braucht. Unſere natürliche
Geſichtskraft aber verhält ſich zu der Sehkraft
des größten 4 füßigen Telescops
wie 3 Fuß zu 4 Meilen.
Man hat lange Zeit behauptet, daß man
auch bei Tage Sterne ſehen könne, beſonders
ſei dieß aus dunklen Räumen tiefen
Schachten der Fall. Doc hat ſelbſt einen
großen Theil ſeines Lebens in Gruben zugebracht
, und doch niemand finden können, der
wirkliche Sterne bei Tage geſehen hätte.
Auch von der Pariſer Sternwarte will man
bei Tage Sterne geſehen haben. – Die Führer
im Chamounÿ Thal behaupten, daß man
von der Höhe des Montblanc bei hellem
Tage Sterne ſehen Rönne; doch ſcheint dieß
ſehr zweifelhaft zu ſein. – Auch glaubte
man daß man unter den Tropen den
Stern Canopus bei Tage ſehen könne; einige
Leute können wirklich die ♀ die 30″ Durchmeſser
hat, bei Tage ſehen; wiewohl den
den Syrius nicht, der ein helleres Licht hat
als Canopus. – Doc hat 18 Minuten nach
Sonnenaufgang in Südamerika einmal
wirklich noch den Jupiter ſehen können.
Leute die eine beſondere Schärfe des Geſichts
haben, können ſelbſt Sterne 8ter Größe
mit bloßen Augen ſehen. Nach J.F. Benzenberg
hat es Perſonen gegeben die die Trabanten
des ♃ mit bloßen Augen ſehen kannten. –
großen Theil ſeines Lebens in Gruben zugebracht
, und doch niemand finden können, der
wirkliche Sterne bei Tage geſehen hätte.
Auch von der Pariſer Sternwarte will man
bei Tage Sterne geſehen haben. – Die Führer
im Chamounÿ Thal behaupten, daß man
von der Höhe des Montblanc bei hellem
Tage Sterne ſehen Rönne; doch ſcheint dieß
ſehr zweifelhaft zu ſein. – Auch glaubte
man daß man unter den Tropen den
Stern Canopus bei Tage ſehen könne; einige
Leute können wirklich die ♀ die 30″ Durchmeſser
hat, bei Tage ſehen; wiewohl den
den Syrius nicht, der ein helleres Licht hat
als Canopus. – Doc hat 18 Minuten nach
Sonnenaufgang in Südamerika einmal
wirklich noch den Jupiter ſehen können.
Leute die eine beſondere Schärfe des Geſichts
haben, können ſelbſt Sterne 8ter Größe
mit bloßen Augen ſehen. Nach J.F. Benzenberg
hat es Perſonen gegeben die die Trabanten
des ♃ mit bloßen Augen ſehen kannten. –
Das ganze Syſtem des ♃ und das des ♄
nimmt nur einen Durchmeſser ein der
dem halben Durchmeſser des Vollmondes
gleich iſt. – Daß man nicht manche Sterne
ſieht, liegt auch hauptſächlich mit daran
daß man nicht weiß wo man ſie ſuchen
ſoll. – Eine größere Schärfe der Klarheit
folgt aus den Zuſammenfallen der
Dinge ſelbſt. Alle Scheiben ſieht man nur
in einen Geſichts-Winkel von 1′; dagegen
alle verlängerten Gegenſtände z. B. Baumſtämmen
, Blitzableiter und dergleichen mehr
unter einem Geſichts-Winkel von 4 bis 5″.
Viel auch trägt der Hintergrund zum klaren
Sehen bei; ſo bemerkte Doc in der
Gegend von Pichinca auf einer Entfernung
von 3¼ Meile bei den ſchwarzen Trachit
Steinen einen weißen Fleck vorüber
ziehen und in einem Winkel von 3–4″.
Es war dieß wie es ſich nachher fand
ſein Reiſebegleiter deſsen weiße Puncho,
eine dort übliche Tracht, ſich gegen das
ſchwarze Geſtein deutlich repräſentirte. –
nimmt nur einen Durchmeſser ein der
dem halben Durchmeſser des Vollmondes
gleich iſt. – Daß man nicht manche Sterne
ſieht, liegt auch hauptſächlich mit daran
daß man nicht weiß wo man ſie ſuchen
ſoll. – Eine größere Schärfe der Klarheit
folgt aus den Zuſammenfallen der
Dinge ſelbſt. Alle Scheiben ſieht man nur
in einen Geſichts-Winkel von 1′; dagegen
alle verlängerten Gegenſtände z. B. Baumſtämmen
, Blitzableiter und dergleichen mehr
unter einem Geſichts-Winkel von 4 bis 5″.
Viel auch trägt der Hintergrund zum klaren
Sehen bei; ſo bemerkte Doc in der
Gegend von Pichinca auf einer Entfernung
von 3¼ Meile bei den ſchwarzen Trachit
Steinen einen weißen Fleck vorüber
ziehen und in einem Winkel von 3–4″.
Es war dieß wie es ſich nachher fand
ſein Reiſebegleiter deſsen weiße Puncho,
eine dort übliche Tracht, ſich gegen das
ſchwarze Geſtein deutlich repräſentirte. –
Es kommt nun hauptſächlich ſehr darauf an ob
der Gegenſtand hell oder dunkel iſt den man
ſehen will – poſitives und negatives Sehen,
z. B. die Berge die man nur dadurch ſieht
daß ſich ihre dunklen Umriſse gegen das
helle Licht auszeichnen.
Man hat die Bemerkung gemacht daß man
durch Fernröhre bei Tage Sterne ſieht. Es
iſt ſchwer die Urſache zu erklären: ſie erſcheinen
nicht viel größer, und die Concentration
des Lichts kann auch nicht die Urſache
ſein, da man auch durch die frühere Luftthermometer
dieſelbe Erſcheinung hatte. –
(?)
Die Urſache mag wohl an der Geſchwindigkeit
der Bewegung liegen; man ſieht etwas
ſich bewegendes weit eher als etwas ruhendes.
Man glaubte früher durch die Länge des
Fernrohrs ein deutlicheres Sehen hervor zu
bringen. – Das Fernrohr mit welchem Caſsini
einen Saturntrabanten entdeckte war 155′
lang; ein anderes hatte die Länge von 250′
noch ein anderes hatte die Länge von 625′
Campani beinah ſo hoch wie der Mützelsberg
der Gegenſtand hell oder dunkel iſt den man
ſehen will – poſitives und negatives Sehen,
z. B. die Berge die man nur dadurch ſieht
daß ſich ihre dunklen Umriſse gegen das
helle Licht auszeichnen.
Man hat die Bemerkung gemacht daß man
durch Fernröhre bei Tage Sterne ſieht. Es
iſt ſchwer die Urſache zu erklären: ſie erſcheinen
nicht viel größer, und die Concentration
des Lichts kann auch nicht die Urſache
ſein, da man auch durch die frühere Luftthermometer
dieſelbe Erſcheinung hatte. –
(?)
Die Urſache mag wohl an der Geſchwindigkeit
der Bewegung liegen; man ſieht etwas
ſich bewegendes weit eher als etwas ruhendes.
Man glaubte früher durch die Länge des
Fernrohrs ein deutlicheres Sehen hervor zu
bringen. – Das Fernrohr mit welchem Caſsini
einen Saturntrabanten entdeckte war 155′
lang; ein anderes hatte die Länge von 250′
noch ein anderes hatte die Länge von 625′
Campani beinah ſo hoch wie der Mützelsberg
Natürlich konnten dieſe Fernröhre nicht aus
einem förmlichen Röhr ähnlich wie ein Maßbaum
beſtehen, ſondern wurde durch Maſchienen
bewerkſtelligt, indem ſich zwiſchen
dem Objectiv Glaſe und dem Ocular Glaſe
eine Luftſchicht befand; man nannte ſie daher
auch Luftfernröhre. – Man gab früher
die Anzahl der Sterne die man mit dem
bloßen Auge ſehen auf 6000 an. – Die Berechnung
iſt nicht richtig. – Nach Rachtel
ſind es wenigſtens 11000. – Nach Herſchel
giebt es allein 6ter Größe 8000 Sterne, 7ter
Größe 14000.
Vom Teleskopiſchen Sehen
Das Teleskopiſche Sehen iſt nicht nur
wegen phyſiſcher Erſcheinungen merkwürdig
, ſondern den größten Vortheil daran
zog man da, wo man es mit den Meßinſtrumenten
verband. Es entſtand nun
erſt dadurch die meſsende Aſtronomie.
Der franzöſiſche Aſtronom Morin hatte zuerſt
1634 die Idee dazu die Teleskope zu
einem förmlichen Röhr ähnlich wie ein Maßbaum
beſtehen, ſondern wurde durch Maſchienen
bewerkſtelligt, indem ſich zwiſchen
dem Objectiv Glaſe und dem Ocular Glaſe
eine Luftſchicht befand; man nannte ſie daher
auch Luftfernröhre. – Man gab früher
die Anzahl der Sterne die man mit dem
bloßen Auge ſehen auf 6000 an. – Die Berechnung
iſt nicht richtig. – Nach Rachtel
ſind es wenigſtens 11000. – Nach Herſchel
giebt es allein 6ter Größe 8000 Sterne, 7ter
Größe 14000.
Vom Teleskopiſchen Sehen
Das Teleskopiſche Sehen iſt nicht nur
wegen phyſiſcher Erſcheinungen merkwürdig
, ſondern den größten Vortheil daran
zog man da, wo man es mit den Meßinſtrumenten
verband. Es entſtand nun
erſt dadurch die meſsende Aſtronomie.
Der franzöſiſche Aſtronom Morin hatte zuerſt
1634 die Idee dazu die Teleskope zu
Meßinſtrumente anzuwenden. Doch erſt durch
1664 Picard und Ozou (?) kam dieſe Idee
zur Ausführung und erſt in den letzten Regierungs
Jahren Ludwigs XIV wurden ſie ganz
gewöhnlich gebraucht. – Wenn man bedenkt
daß vor der Erfindung der Fernröhre man
alle Meſsungen nur mit Dioptern ausführen
konnte, ſo muß man ſich auch wundern
, wie dennoch die Beſtimmungen der
Araber, und ſelbſt noch die des Columbus
und mehrere andern bis auf die Genauigkeit
von 4 bis 5 Minuten gekommen ſind.
Freilich iſt jetzt die Genauigkeit bis auf 10 bis
12″ ja ſelbſt bis auf 1″ zu bringen möglich.
Eine beſondere Art von Fernröhre ſind die
Cometenſucher, die eine ſchwache Vergrößerung
auch ein ſtarkes Objectiv Glas haben und haupſächlich
dazu dienen um Neuigkeiten am
Himmel zu entdecken. – Die Nachtfernröhre
ſind auf dieſelbe Art conſtruirt.
Die Vergrößerung ſchwächt den Lichteindruck
ein großes Objectiv-Glas auch ſammelt das
Licht. Die Vergrößerung der Teleskopen deren
1664 Picard und Ozou (?) kam dieſe Idee
zur Ausführung und erſt in den letzten Regierungs
Jahren Ludwigs XIV wurden ſie ganz
gewöhnlich gebraucht. – Wenn man bedenkt
daß vor der Erfindung der Fernröhre man
alle Meſsungen nur mit Dioptern ausführen
konnte, ſo muß man ſich auch wundern
, wie dennoch die Beſtimmungen der
Araber, und ſelbſt noch die des Columbus
und mehrere andern bis auf die Genauigkeit
von 4 bis 5 Minuten gekommen ſind.
Freilich iſt jetzt die Genauigkeit bis auf 10 bis
12″ ja ſelbſt bis auf 1″ zu bringen möglich.
Eine beſondere Art von Fernröhre ſind die
Cometenſucher, die eine ſchwache Vergrößerung
auch ein ſtarkes Objectiv Glas haben und haupſächlich
dazu dienen um Neuigkeiten am
Himmel zu entdecken. – Die Nachtfernröhre
ſind auf dieſelbe Art conſtruirt.
Die Vergrößerung ſchwächt den Lichteindruck
ein großes Objectiv-Glas auch ſammelt das
Licht. Die Vergrößerung der Teleskopen deren
man ſich bei Sternwarten bedient, iſt 180 bis
200 mal.
13. Vorlesung, 15. Dezember 1827
Eintheilung der Aſtrognoſie.
Geballte und nicht geballte Materien ſind wie
Inſelgruppen im Weltall verbreitet. Zwiſchen
dieſen Inſelgruppen liegen einzelne Sterne
wie die Sporaden im Weltmeer.
Die Inſel zu der unſer eignes Planetſyſtem
gehört umfaßt alles was wir mit bloßen Augen
ſehen können. – Unſer Sonnenſyſtem allein hat
eine ſehr große Ausdehnung; man kann rechnen
daß die Entfernung des Uranus von der Sonne
nur der 100ſte Theil von der Entfernung der
Sonne bis zu den äußerſten Cometen ſei, die
erſt noch 80,000 Jahren zurückkehren. – Unſer
ganzes Sonnenſyſtem, dieſe Cometen ſelbſt miteinbegriffen
, würde 37000 mal der Länge
nach in unſerer Sternſchicht Platz haben nach
Herſchels Berechnungen
In der Weltbeſchreibung wie in der Weltgeſchichte
muß man von den äußerſten Theilen
anfangen und dann auf das näher liegende
200 mal.
13. Vorlesung, 15. Dezember 1827
Eintheilung der Aſtrognoſie.
Geballte und nicht geballte Materien ſind wie
Inſelgruppen im Weltall verbreitet. Zwiſchen
dieſen Inſelgruppen liegen einzelne Sterne
wie die Sporaden im Weltmeer.
Die Inſel zu der unſer eignes Planetſyſtem
gehört umfaßt alles was wir mit bloßen Augen
ſehen können. – Unſer Sonnenſyſtem allein hat
eine ſehr große Ausdehnung; man kann rechnen
daß die Entfernung des Uranus von der Sonne
nur der 100ſte Theil von der Entfernung der
Sonne bis zu den äußerſten Cometen ſei, die
erſt noch 80,000 Jahren zurückkehren. – Unſer
ganzes Sonnenſyſtem, dieſe Cometen ſelbſt miteinbegriffen
, würde 37000 mal der Länge
nach in unſerer Sternſchicht Platz haben nach
Herſchels Berechnungen
In der Weltbeſchreibung wie in der Weltgeſchichte
muß man von den äußerſten Theilen
anfangen und dann auf das näher liegende
übergehen. – Eben ſo wie in der Weltgeſchichte giebt
es auch in der Weltbeſchreibung einen mythiſchen
Theil, doch wäre es Unrecht zu glauben
daß bloße Muthmaſsungen es wären die wir
für die entferntere Theile hätten. Unſere Kenntniß
davon beruht auf wirklichen Beobachtungen.
Wir betrachten:
1, Die entferntern Gruppen
2, Unſere Sternſchicht
3, Unſer eignes Planetensyſtem.
1, Die entferntern Sterngruppen
Einige Nebelflecke ſind dem bloßen Auge
ſichtbar, die bloßen Sternhaufen ſind, ſo der
Nebelfleck im Gürtel der Andromeda, im Schwerdt
des Orion, in der Krippe des Krebſes. Am
früheſten wurden dieſe Sternhaufen im Anfang
des 17ten Jahrhunderts beobachtet. Der Nebelfleck
im Gürtel der Andromeeda wurde ſchon
von Simon Majus beobachtet, ſpäter von Huygens
aber der eigentliche Columbus dieſer Räume
war Herſchel. Schon Lambert und Kästner
wollten durch Vernunftſchlüſse zur Erklärung
der Nebelflecke gelangen
es auch in der Weltbeſchreibung einen mythiſchen
Theil, doch wäre es Unrecht zu glauben
daß bloße Muthmaſsungen es wären die wir
für die entferntere Theile hätten. Unſere Kenntniß
davon beruht auf wirklichen Beobachtungen.
Wir betrachten:
1, Die entferntern Gruppen
2, Unſere Sternſchicht
3, Unſer eignes Planetensyſtem.
1, Die entferntern Sterngruppen
Einige Nebelflecke ſind dem bloßen Auge
ſichtbar, die bloßen Sternhaufen ſind, ſo der
Nebelfleck im Gürtel der Andromeda, im Schwerdt
des Orion, in der Krippe des Krebſes. Am
früheſten wurden dieſe Sternhaufen im Anfang
des 17ten Jahrhunderts beobachtet. Der Nebelfleck
im Gürtel der Andromeeda wurde ſchon
von Simon Majus beobachtet, ſpäter von Huygens
aber der eigentliche Columbus dieſer Räume
war Herſchel. Schon Lambert und Kästner
wollten durch Vernunftſchlüſse zur Erklärung
der Nebelflecke gelangen
Herſchel ſtellte zuerſt die Idee auf den Himmel
nach drei Dimenſionen zu meſsen. Er maß
zuerſt die Tiefe des Himmels, und brachte gleichſam
ein Senkblei zum Maaß derſelben in die
Aſtronomie.
Wir können die bisher bekannten Nebelflecke
eintheilen, in ſolche die für unſre Teleskope noch
auflösbar ſind, und ſolche die man nicht hat aufleſen
können. – Zu der erſten Art gehört unſre
Milchſtraße, die aber hier nicht her gehört
da ſie in unſrer Sternſchicht liegt. Es erſcheinen
dieſe bei gehöriger Vergrößerung, als eine
Menge von Sternen die unauflösbaren
dagegen hat man bei unſern größten Fernröhren
bei 1800facher Vergrößerung nicht
anders wie als Nebel ſehen können.
Es iſt nun die Frage ob dieſe letztern uns nur
wegen ihrer außerordentlich großen Entfernung
ſo erſcheinen, und ob man nicht mit noch
größern Teleskopen dahin kommen könnte, auch
dieſe in Sternhaufen aufzulöſen. Streng genommen
könnte dieß wohl möglich ſein allein
nach drei Dimenſionen zu meſsen. Er maß
zuerſt die Tiefe des Himmels, und brachte gleichſam
ein Senkblei zum Maaß derſelben in die
Aſtronomie.
Wir können die bisher bekannten Nebelflecke
eintheilen, in ſolche die für unſre Teleskope noch
auflösbar ſind, und ſolche die man nicht hat aufleſen
können. – Zu der erſten Art gehört unſre
Milchſtraße, die aber hier nicht her gehört
da ſie in unſrer Sternſchicht liegt. Es erſcheinen
dieſe bei gehöriger Vergrößerung, als eine
Menge von Sternen die unauflösbaren
dagegen hat man bei unſern größten Fernröhren
bei 1800facher Vergrößerung nicht
anders wie als Nebel ſehen können.
Es iſt nun die Frage ob dieſe letztern uns nur
wegen ihrer außerordentlich großen Entfernung
ſo erſcheinen, und ob man nicht mit noch
größern Teleskopen dahin kommen könnte, auch
dieſe in Sternhaufen aufzulöſen. Streng genommen
könnte dieß wohl möglich ſein allein
ſchließt man der Analogie nach, ſo iſt es wohl
wahrſcheinlich, daß ſie ganz unauflösbar ſind.
Bei einem Uebergang von Fernröhren die 130
mal vergrößern zu ſolchen, deren Vergrößerung
1800 beträgt ſieht man ſie in derſelben Erleuchtung;
ſo daß was wohl zu ſchlieſsen erlaubt ſein dürfte
, daß bei noch ſtärkerer Vergrößerung auch
der Nebel ſich nicht in Sterne auflöſen laſsen
könnte.
Bei einigen dieſer Nebelflecke bemerkte man
einen glänzenden Stern, der ganz anders
erſcheint, als wenn es ein Stern ſein würde
der von Nebel eingehüllt wäre. Häufig bemerkt
man ein oder zwei kleine Sterne mitten
in dieſen Nebelflecken und man hat bemerkt
daß ſie ſich mit dieſen fortbewegen.
Würden dieſe Sterne uns näher liegen als
die Nebelflecke alſo nicht mit ihnen zuſammen
ſein, ſo würden ſie ſich bei ihrer Bewegung von
demſelben trennen.
Die Zahl der Nebelflecke die man bisher beobachtet
hat beträgt ſchon mehr als 3000, von denen
wahrſcheinlich, daß ſie ganz unauflösbar ſind.
Bei einem Uebergang von Fernröhren die 130
mal vergrößern zu ſolchen, deren Vergrößerung
1800 beträgt ſieht man ſie in derſelben Erleuchtung;
ſo daß was wohl zu ſchlieſsen erlaubt ſein dürfte
, daß bei noch ſtärkerer Vergrößerung auch
der Nebel ſich nicht in Sterne auflöſen laſsen
könnte.
Bei einigen dieſer Nebelflecke bemerkte man
einen glänzenden Stern, der ganz anders
erſcheint, als wenn es ein Stern ſein würde
der von Nebel eingehüllt wäre. Häufig bemerkt
man ein oder zwei kleine Sterne mitten
in dieſen Nebelflecken und man hat bemerkt
daß ſie ſich mit dieſen fortbewegen.
Würden dieſe Sterne uns näher liegen als
die Nebelflecke alſo nicht mit ihnen zuſammen
ſein, ſo würden ſie ſich bei ihrer Bewegung von
demſelben trennen.
Die Zahl der Nebelflecke die man bisher beobachtet
hat beträgt ſchon mehr als 3000, von denen
der größte Theil unauflöslich iſt. Alle zuſammen
genommen, würden einen Raum von
600 Vollmonden einnehmen. Herſchel glaubt
daß die nächſten unauflöslichen Nebelflecken
8000 Syrius Weiten von uns entfernt ſind,
die weiteſten auch die man wahrgenom̃en
hat ſchätzt man 300000 Syrius Meilen entfernt.
Es ſind dieſe Nebelflecke gleichſam Lichtwolken
, wie unſre Dunſtwolken; nur daß ſtatt
der Dunſtbläſchen in letztere, ganze Weltkörper
in den Nebelflecken enthalten ſind
Unter den Nebelflecken die unauflößlich ſind
können wir dreierlei Arten unterſcheiden:
1, bloße Nebelflecke, ganz kernlos und ohne Sterne
2, Nebelſterne, in denen es im Innern eine
Zuſammenziehung. Dieſe Verdichtung iſt nie
am Rande, ſondern immer in der Mitte;
weshalb ſie nicht Attraction herzuröhren ſcheint.
3, Nebel in denen im Innern einzelne Sterne
ſind.
Die planetariſchen Nebelflecke haben 12 bis 15
Secunden im Durchmeſser; nach dem Schätzen
ihrer Entfernung wurde ein ſolcher den Raum
genommen, würden einen Raum von
600 Vollmonden einnehmen. Herſchel glaubt
daß die nächſten unauflöslichen Nebelflecken
8000 Syrius Weiten von uns entfernt ſind,
die weiteſten auch die man wahrgenom̃en
hat ſchätzt man 300000 Syrius Meilen entfernt.
Es ſind dieſe Nebelflecke gleichſam Lichtwolken
, wie unſre Dunſtwolken; nur daß ſtatt
der Dunſtbläſchen in letztere, ganze Weltkörper
in den Nebelflecken enthalten ſind
Unter den Nebelflecken die unauflößlich ſind
können wir dreierlei Arten unterſcheiden:
1, bloße Nebelflecke, ganz kernlos und ohne Sterne
2, Nebelſterne, in denen es im Innern eine
Zuſammenziehung. Dieſe Verdichtung iſt nie
am Rande, ſondern immer in der Mitte;
weshalb ſie nicht Attraction herzuröhren ſcheint.
3, Nebel in denen im Innern einzelne Sterne
ſind.
Die planetariſchen Nebelflecke haben 12 bis 15
Secunden im Durchmeſser; nach dem Schätzen
ihrer Entfernung wurde ein ſolcher den Raum
von der Sonne bis zum Uranus ausfüllen Herſchel
glaubte auf ſie die Lage aller übrigen wie
auf einen Fixpunkt zu beziehen.
Die übrigen ſind von den wunderlichſten Formen
; Pinſelartig, Kammartig, auch wie die
Schweife der Kometen. Zwiſchen γ und β
der Leier iſt ein Ring der in der Mitte einen
ſchwarzen Fleck hat und mehrere Secunden im
Durchmeſser beträgt Von Danger (?) und
Montpellier wurde dieſer entdeckt und hat Herſchel
viel beſchäftigt
Die Bewegung in dieſen Nebelflecken ſcheint
die Schnelligkeit des Lichts zu überſteigen. Der
Nebelfleck im Orion ändert ſich fortwährend.
Er wurde ſchon im 17ten Jahrhundert von Huygens
und von 1774 bis 1810 von Herſchel beobachtet.
Er ſcheint ganz auseinander zu gehen; Sterne
von 8ter Größe die früher in Nebel eingefüllt
waren haben ſich jetzt davon entfernt.
Viele der Nebelflecke haben um die zuſammengezogenen
Maſsen einen Ring, ähnlich
wie der des Saturn Herſchel will verſchiedene
Stufen der Verdichtung geſehen haben, die nicht
glaubte auf ſie die Lage aller übrigen wie
auf einen Fixpunkt zu beziehen.
Die übrigen ſind von den wunderlichſten Formen
; Pinſelartig, Kammartig, auch wie die
Schweife der Kometen. Zwiſchen γ und β
der Leier iſt ein Ring der in der Mitte einen
ſchwarzen Fleck hat und mehrere Secunden im
Durchmeſser beträgt Von Danger (?) und
Montpellier wurde dieſer entdeckt und hat Herſchel
viel beſchäftigt
Die Bewegung in dieſen Nebelflecken ſcheint
die Schnelligkeit des Lichts zu überſteigen. Der
Nebelfleck im Orion ändert ſich fortwährend.
Er wurde ſchon im 17ten Jahrhundert von Huygens
und von 1774 bis 1810 von Herſchel beobachtet.
Er ſcheint ganz auseinander zu gehen; Sterne
von 8ter Größe die früher in Nebel eingefüllt
waren haben ſich jetzt davon entfernt.
Viele der Nebelflecke haben um die zuſammengezogenen
Maſsen einen Ring, ähnlich
wie der des Saturn Herſchel will verſchiedene
Stufen der Verdichtung geſehen haben, die nicht
immer nur an einem Punkt ſondern auch
oft an zweier ſtatt findet.
Bei einigen iſt noch gar keine Verdichtung
zu ſehen, bei einigen iſt ſie im Beginn, und
andere ſind im Begriff ſich zu theilen. Daraus
kann man ſchlieſsen daß dieſe älter,
jene junger ſind. Bereits 600 Nebelflecke
hat man beobachtet die ſich in der Mitte verdichtet
haben.
2 Unſere Sternſchicht.
Wenn man unſere Sternſchicht einen Nebelfleck
nennen wollten ſo könnte dieß nur
uneigentlich geſprochen ſein; nur dann
verdiente ſie dieſen Namen, wenn man
ſie von weiter Entfernung betrachtet ſich
denken würde. Wenn es gewiß iſt, daß die
Milchſtraße ganz in Sterne aufgelöſt werden
kann, ſo ſind wir berechtigt keinen Nebel
anzunehmen. Doch iſt ein Nebelfleck darin
anzuführen, der im Thierkreiſe ſelbſt liegt
Zodiackal Licht außerhalb unſerer Erdbahn
oft an zweier ſtatt findet.
Bei einigen iſt noch gar keine Verdichtung
zu ſehen, bei einigen iſt ſie im Beginn, und
andere ſind im Begriff ſich zu theilen. Daraus
kann man ſchlieſsen daß dieſe älter,
jene junger ſind. Bereits 600 Nebelflecke
hat man beobachtet die ſich in der Mitte verdichtet
haben.
2 Unſere Sternſchicht.
Wenn man unſere Sternſchicht einen Nebelfleck
nennen wollten ſo könnte dieß nur
uneigentlich geſprochen ſein; nur dann
verdiente ſie dieſen Namen, wenn man
ſie von weiter Entfernung betrachtet ſich
denken würde. Wenn es gewiß iſt, daß die
Milchſtraße ganz in Sterne aufgelöſt werden
kann, ſo ſind wir berechtigt keinen Nebel
anzunehmen. Doch iſt ein Nebelfleck darin
anzuführen, der im Thierkreiſe ſelbſt liegt
Zodiackal Licht außerhalb unſerer Erdbahn
und ſelbſt außerhalb der des Mars.
Um ſich von der Möglichkeit unſerer Sternſchicht
eine gewiße Form zu geben eine Idee
zu machen iſt es nöthig zuerſt von den verſchiedenen
Lichtſtärken zu ſprechen.
Wären alle Sterne gleich groß, ſo könnte man
aus ihrer ſcheinbaren Größe auf ihre Entfernung
ſchlieſsen, daß iſt aber nicht der Fall
man muß daher noch ein anderes Maaß
hinzufügen, nun dieß erhalten wir durch
die Lichtſtärke. Den Alten war dieſes Maaß
nicht bekannt. –
Schon in den früheſten Zeiten beſchäftigten
ſich die Aſtrologen mit den größern Sternen
; wir kennen ſehr alte Beobachtungen
über Syrius und Aldebaran. – Hipparch
unternahm es zuerſt einen Sternkatalog
anzulegen. – Plinius ſpricht davon daß ein
Stern verloren gegangen wäre, und das Hipparch
darauf auf die Idee gekommen ſei die
Sterne zu zählen. Bei den Ptolomäern findet ſich
Um ſich von der Möglichkeit unſerer Sternſchicht
eine gewiße Form zu geben eine Idee
zu machen iſt es nöthig zuerſt von den verſchiedenen
Lichtſtärken zu ſprechen.
Wären alle Sterne gleich groß, ſo könnte man
aus ihrer ſcheinbaren Größe auf ihre Entfernung
ſchlieſsen, daß iſt aber nicht der Fall
man muß daher noch ein anderes Maaß
hinzufügen, nun dieß erhalten wir durch
die Lichtſtärke. Den Alten war dieſes Maaß
nicht bekannt. –
Schon in den früheſten Zeiten beſchäftigten
ſich die Aſtrologen mit den größern Sternen
; wir kennen ſehr alte Beobachtungen
über Syrius und Aldebaran. – Hipparch
unternahm es zuerſt einen Sternkatalog
anzulegen. – Plinius ſpricht davon daß ein
Stern verloren gegangen wäre, und das Hipparch
darauf auf die Idee gekommen ſei die
Sterne zu zählen. Bei den Ptolomäern findet ſich
ſchon ein Katalog der die Sterne bis zur 6ten
Größe aufnimmt und ſie noch verſchiedener
Größe beſtimmt, durch Einführung einzelner
Buchſtaben. Es iſt dieß von der größten
Wichtigkeit
geworden um die Revolutionen am Himmel
zu erkennen: findet man z. B. daß
ein Stern der mit δ bezeichnet war, jetzt
glänzender als α erſcheint ſo iſt es wahrſcheinlich
daß ſich ſein Licht oder ſeine Entfernung
verändert hat, wenn auch
zwiſchen α und β, oder β und γ uſw. Die Täuſchung
der Sinne Einfluß haben kann –
Photometriſche Skalen –
Durch die Größe der Sterne erhielt man
nur 2 Dimenſionen, durch die Photometriſchen
Meſsungen ſeit Herſchel aber 3.
durch die photometriſchen Meſsungen erhält
man die Entfernung der Sterne, ſie ſind deshalb
von vergrößten Wichtigkeit, jedoch haben
ſie auch ihre großen Schwierigkeiten.
Lambert fand nach dieſen Meſsungen das
Licht des Vollmonds zwiſchen 277000 und 300,000
Größe aufnimmt und ſie noch verſchiedener
Größe beſtimmt, durch Einführung einzelner
Buchſtaben. Es iſt dieß von der größten
Wichtigkeit
geworden um die Revolutionen am Himmel
zu erkennen: findet man z. B. daß
ein Stern der mit δ bezeichnet war, jetzt
glänzender als α erſcheint ſo iſt es wahrſcheinlich
daß ſich ſein Licht oder ſeine Entfernung
verändert hat, wenn auch
zwiſchen α und β, oder β und γ uſw. Die Täuſchung
der Sinne Einfluß haben kann –
Photometriſche Skalen –
Durch die Größe der Sterne erhielt man
nur 2 Dimenſionen, durch die Photometriſchen
Meſsungen ſeit Herſchel aber 3.
durch die photometriſchen Meſsungen erhält
man die Entfernung der Sterne, ſie ſind deshalb
von vergrößten Wichtigkeit, jedoch haben
ſie auch ihre großen Schwierigkeiten.
Lambert fand nach dieſen Meſsungen das
Licht des Vollmonds zwiſchen 277000 und 300,000
ſchwächer als daß der Sonne. Der Aldebaran, ein
Stern erſter Größe hat ein 400,000 mal ſchwächeres
Licht als der Vollmond. Die Sonne würde
dieſelbe Lichtſtärke als Aldebaran haben wenn
ihre Entfernung von uns 31100 Halbmeſser
der Erdbahnbetragen würde ⅓ Syrius Weite Nach
Olbers Meſsungen hat ein Theil der Mondatmosphäre
900000 mal geringere Lichtſtärke als
die Scheibe ſelbſt. – ♀ hat 3000 mal ſchwächere
Lichtſtärke als ☾ nach Lamberts –
Ein großer Unterſchied iſt zwiſchen ſelbſtleuchtenden
Körpern und ſolchen die reflectirtes
Licht haben, wie ſchon früher angeführt worden
iſt. – Man hätte glauben ſollen wenn man
die Größe der Sonne und die Größe der Fixſterne
mit der der Planeten vergleicht, daß die
Urſache des Lichtprozeſses die Größe ſelbſt ſei;
auch Herſchel’s Beobachtungen haben es wahrſcheinloch
gemacht, daß es ſelbſt leuchtende Nebel im
Himmelsraum gebe, die nicht zuſammen geballt
ſind. – Zodiakal Licht . – An der dunkeln
Scheibe der Venus bemerkt man wie beim Mond
Stern erſter Größe hat ein 400,000 mal ſchwächeres
Licht als der Vollmond. Die Sonne würde
dieſelbe Lichtſtärke als Aldebaran haben wenn
ihre Entfernung von uns 31100 Halbmeſser
der Erdbahnbetragen würde ⅓ Syrius Weite Nach
Olbers Meſsungen hat ein Theil der Mondatmosphäre
900000 mal geringere Lichtſtärke als
die Scheibe ſelbſt. – ♀ hat 3000 mal ſchwächere
Lichtſtärke als ☾ nach Lamberts –
Ein großer Unterſchied iſt zwiſchen ſelbſtleuchtenden
Körpern und ſolchen die reflectirtes
Licht haben, wie ſchon früher angeführt worden
iſt. – Man hätte glauben ſollen wenn man
die Größe der Sonne und die Größe der Fixſterne
mit der der Planeten vergleicht, daß die
Urſache des Lichtprozeſses die Größe ſelbſt ſei;
auch Herſchel’s Beobachtungen haben es wahrſcheinloch
gemacht, daß es ſelbſt leuchtende Nebel im
Himmelsraum gebe, die nicht zuſammen geballt
ſind. – Zodiakal Licht . – An der dunkeln
Scheibe der Venus bemerkt man wie beim Mond
ein aſchfarbenes Licht, es kann dieß aber nicht ſo
wie beim Monde vom Wind erſchein erklärt werden
man glaubt daher daß die Venus ein eignes
Licht habe, eine eigne Phosphoreszens, ſo daß
die dunkle Scheibe von Zeit zu Zeit ſichtbar wird.
Die Lichtſstärken kann man auf verſchiedener
Art meſsen: – die ſicherſte Methode iſt durch
den Vergleich der Schatten die durch zwei leuchtende
Gegenſtände entſtehen. Sind in gleicher
Entfernung vom Licht die Schatten gleich ſtark,
ſo kann man auf eine gleiche Lichtſtärke ſchlieſsen.
Nach den Unterſuchungen des Grafen Rumfort nim̃t
die Lichtſtärke in den Quadraten der Entfernung
ab.
Eine andere Methode die von Houget angewendet
wurde beſteht in der Vergleichung des Sonnenlichts
mit dem einer Wachskerze, durch die Anwendung
von Hohlgläſern; ſie iſt nicht ſo gut
wie die erſte.
Eine dritte iſt zuerſt bei Herſchels Beobachtungen
des Jupiters Trabanten, wenn ſie in dem Schatten
des Jupiters eintreten, ausgegangen. Sie beſteht
darin daß man Schirme in den Telescop
wie beim Monde vom Wind erſchein erklärt werden
man glaubt daher daß die Venus ein eignes
Licht habe, eine eigne Phosphoreszens, ſo daß
die dunkle Scheibe von Zeit zu Zeit ſichtbar wird.
Die Lichtſstärken kann man auf verſchiedener
Art meſsen: – die ſicherſte Methode iſt durch
den Vergleich der Schatten die durch zwei leuchtende
Gegenſtände entſtehen. Sind in gleicher
Entfernung vom Licht die Schatten gleich ſtark,
ſo kann man auf eine gleiche Lichtſtärke ſchlieſsen.
Nach den Unterſuchungen des Grafen Rumfort nim̃t
die Lichtſtärke in den Quadraten der Entfernung
ab.
Eine andere Methode die von Houget angewendet
wurde beſteht in der Vergleichung des Sonnenlichts
mit dem einer Wachskerze, durch die Anwendung
von Hohlgläſern; ſie iſt nicht ſo gut
wie die erſte.
Eine dritte iſt zuerſt bei Herſchels Beobachtungen
des Jupiters Trabanten, wenn ſie in dem Schatten
des Jupiters eintreten, ausgegangen. Sie beſteht
darin daß man Schirme in den Telescop
ſetzt und das Licht von einen Stern durchfallen läſst;
ein Theil des Lichts daß in den Telescop fällt wird
dann verkleinert – man richtet zuerſt zwei
Spiegeltelescopen auf einen Stern, nur zuſehen
ob die gleiche Lichtſtärke ergeben. Darauf richtet
man daß eine Telescop auf einen Stern von
dem man z. B. glaubt daß er 4 mal weiter
entfernt iſt, mit dem andern ſieht man auf den
Stern erſter Größe und verkleinert dieſen durch
allmählige Bedeckung ſo lange bis er nur ſo
groß iſt als der kleinere; hat dieſer dadurch den
4 ten Theil ſeiner Größe verloren, ſo kann man
ſchlieſsen daß der kleinere zweimal ſoweit entfernt
iſt. Dies Mittel wurde von Grandjean de
Touchy vorgeſchlagen, und von Bally angewendet.
Die wichtigſte Anwendung geſchah von Herſchel
ſelbſt, der dadurch die Form unſrer Sternſchicht
beſtimmte.
Eine vierte Methode endlich wurde von Doc
ſelbſt angewendet, durch den Gebrauch der Spiegelſextanten
. Man hat durch dieſes Inſtrument 2
Bilder von verſchiedenen Sternen neben einander
bringen und ſomit ineinander verglichen.
ein Theil des Lichts daß in den Telescop fällt wird
dann verkleinert – man richtet zuerſt zwei
Spiegeltelescopen auf einen Stern, nur zuſehen
ob die gleiche Lichtſtärke ergeben. Darauf richtet
man daß eine Telescop auf einen Stern von
dem man z. B. glaubt daß er 4 mal weiter
entfernt iſt, mit dem andern ſieht man auf den
Stern erſter Größe und verkleinert dieſen durch
allmählige Bedeckung ſo lange bis er nur ſo
groß iſt als der kleinere; hat dieſer dadurch den
4 ten Theil ſeiner Größe verloren, ſo kann man
ſchlieſsen daß der kleinere zweimal ſoweit entfernt
iſt. Dies Mittel wurde von Grandjean de
Touchy vorgeſchlagen, und von Bally angewendet.
Die wichtigſte Anwendung geſchah von Herſchel
ſelbſt, der dadurch die Form unſrer Sternſchicht
beſtimmte.
Eine vierte Methode endlich wurde von Doc
ſelbſt angewendet, durch den Gebrauch der Spiegelſextanten
. Man hat durch dieſes Inſtrument 2
Bilder von verſchiedenen Sternen neben einander
bringen und ſomit ineinander verglichen.
Doch würde dieß nicht zum richtigen Reſultat führen
. – Man ſieht durch den Spiegelſextanten ungleiche
Stralen und reflectirte, man kañ durch
das Inſtrument ſo lange auf und abſchieben
bis beide Stralen eine gleiche Größe zeigen.
14. Vorlesung, 19. Dezember 1827
Doc hat dadurch den Streit entſchieden, das Canopus
keine größere Lichtſtärke hat als Syrius
im Gegentheil iſt ſie noch ſchwächer. Canopus verhält
ſich zum Syrius wie 98 zu 100. α des Centaur
nur wie 96 zu 100.
Die Vertheilung der Sterne ihrer Größe nach
iſt auf der nördlichen und ſüdlichen Hemisphäre
ziemlich gleich. Wir ſehen
am nördl. Himmel; am ſüdl. Himmel
Sterne erſter Größe 9 9.
〃 2〃 〃 26. 27.
〃 3〃 〃 76. 101.
〃 4〃 〃 195. 181.
Wenn die Sterne in ihrer Lichtſtärke verſchieden
ſind, ſo ſind ſie auch in phyſiſcher Art verſchieden.
Frauenhofen hat das Licht der Sterne durch ein Prisma
betrachtet, und verſchiedene Querſtriche im Spectrum
bemerkt. Das Spectrum bleibt aber gleich,
man mag das Licht der Sonne oder der Mondes durch
das Prisma ſehen, es iſt alſo kein Unterſchied zwiſchen
. – Man ſieht durch den Spiegelſextanten ungleiche
Stralen und reflectirte, man kañ durch
das Inſtrument ſo lange auf und abſchieben
bis beide Stralen eine gleiche Größe zeigen.
14. Vorlesung, 19. Dezember 1827
Doc hat dadurch den Streit entſchieden, das Canopus
keine größere Lichtſtärke hat als Syrius
im Gegentheil iſt ſie noch ſchwächer. Canopus verhält
ſich zum Syrius wie 98 zu 100. α des Centaur
nur wie 96 zu 100.
Die Vertheilung der Sterne ihrer Größe nach
iſt auf der nördlichen und ſüdlichen Hemisphäre
ziemlich gleich. Wir ſehen
am nördl. Himmel; am ſüdl. Himmel
Sterne erſter Größe 9 9.
〃 2〃 〃 26. 27.
〃 3〃 〃 76. 101.
〃 4〃 〃 195. 181.
Wenn die Sterne in ihrer Lichtſtärke verſchieden
ſind, ſo ſind ſie auch in phyſiſcher Art verſchieden.
Frauenhofen hat das Licht der Sterne durch ein Prisma
betrachtet, und verſchiedene Querſtriche im Spectrum
bemerkt. Das Spectrum bleibt aber gleich,
man mag das Licht der Sonne oder der Mondes durch
das Prisma ſehen, es iſt alſo kein Unterſchied zwiſchen
eigenem directen und reflectirten Licht, daß von
der Sonne herkommt. Aber das Ofenfeuer, das
electriſche Licht, und das Sternlicht haben verſchiedene
Spectren. Selbſt das Licht der Sterne
unter ſich iſt verſchieden. Castor gab ein andres
Spectum als Pollux, der ein gleiches mit
der Sonne hat.
Auch ſelbſt die Farbe der Sterne iſt verſchieden,
wie man ſchon mit bloßen Augen bemerken kañ.
Bei den Sternen erſter Größe. – Bei den Perſern
wurde ſchon früher behauptet, daß die Aequinoctial
Punkte durch 2 rothe Sterne bezeichnet
werden, Anteles und Aldebaran, und die Solſtial
Punkte durch 2 weiße stellae regiae. Außerdem
hat noch der Pelez eudes ein rothes Licht. –
Syrius der früher roth genannt wurde hat jetzt
ein weißes Licht, es würde wenn die Sache erwieſen
iſt ein Zeichen daß er jetzt in ſtärkeren
Lichtprozeſse iſt, als damals. – Der Syrius war
den Aegyptern ſehr merkwürdig; er erſchien
ihnen am 20ten July und dient zur Bezeichnung ihres
Jahres, daher der Name Hundſstern Perioden. –
Ihr Jahr war demnach beweglich 1461 und 1460 .
Zahl der Sterne. – Wir müſsen hier unterſcheiden:
der Sonne herkommt. Aber das Ofenfeuer, das
electriſche Licht, und das Sternlicht haben verſchiedene
Spectren. Selbſt das Licht der Sterne
unter ſich iſt verſchieden. Castor gab ein andres
Spectum als Pollux, der ein gleiches mit
der Sonne hat.
Auch ſelbſt die Farbe der Sterne iſt verſchieden,
wie man ſchon mit bloßen Augen bemerken kañ.
Bei den Sternen erſter Größe. – Bei den Perſern
wurde ſchon früher behauptet, daß die Aequinoctial
Punkte durch 2 rothe Sterne bezeichnet
werden, Anteles und Aldebaran, und die Solſtial
Punkte durch 2 weiße stellae regiae. Außerdem
hat noch der Pelez eudes ein rothes Licht. –
Syrius der früher roth genannt wurde hat jetzt
ein weißes Licht, es würde wenn die Sache erwieſen
iſt ein Zeichen daß er jetzt in ſtärkeren
Lichtprozeſse iſt, als damals. – Der Syrius war
den Aegyptern ſehr merkwürdig; er erſchien
ihnen am 20ten July und dient zur Bezeichnung ihres
Jahres, daher der Name Hundſstern Perioden. –
Ihr Jahr war demnach beweglich 1461 und 1460 .
Zahl der Sterne. – Wir müſsen hier unterſcheiden:
die Sterne die man mit bloßen Augen ſehen
kann, und die die nur durch Telescope ſichtbar
ſind. Man kann mit bloßen Augen die Sterne,
von 1ter bis 6ter Größe ſehen. Gewöhnlich wird die Zahl
derſelben auf 5000 geſetzt. Es iſt dieß aber nicht
ganz richtig, Herſchel hat 8000 gefunden wovon
6ter Größe 6800. – Bis dahin laſsen ſie ſich leichter
beſtimmen, auch zwiſchen den übrigen iſt ziemliche
Ungewißheit; viele nennen Sterne ſchon
7ter Größe, die andern noch für 6ter Größe halten
. Struve hat ſich viel damit beſchäftigt; er ſetzt
die Zahl der Sterne von 6 bis 7ter Größe auf 12000.
Harding und Bode 11000. Gute Augen ſehen gewiß
noch Sterne 7ter Größe. Von den Sternen 1–7ter
Größe kann man die Zahl 14200 annehmen, als
kommt demnach nicht ein Stern 1ter bis 7ter Größe
auf einen Raum von 12 Mondflächen. Daher iſt
es ſo ſelten daß der Mond einen Stern bedeckt.
Der alte Catalog von Hipparch unter Atmagestus
Ptolomäus enthält nur 1022 Sterne. Die Sterne
1ter 2ter und 3ter Größte ſind ziemlich mit beſtim̃theit
angegeben, und die die Unterſchiede mit
dem jetzigen Catalogen nicht ſehr groß; bei den
übrigen aber iſt eine bedeutende Verſchiedenheit.
kann, und die die nur durch Telescope ſichtbar
ſind. Man kann mit bloßen Augen die Sterne,
von 1ter bis 6ter Größe ſehen. Gewöhnlich wird die Zahl
derſelben auf 5000 geſetzt. Es iſt dieß aber nicht
ganz richtig, Herſchel hat 8000 gefunden wovon
6ter Größe 6800. – Bis dahin laſsen ſie ſich leichter
beſtimmen, auch zwiſchen den übrigen iſt ziemliche
Ungewißheit; viele nennen Sterne ſchon
7ter Größe, die andern noch für 6ter Größe halten
. Struve hat ſich viel damit beſchäftigt; er ſetzt
die Zahl der Sterne von 6 bis 7ter Größe auf 12000.
Harding und Bode 11000. Gute Augen ſehen gewiß
noch Sterne 7ter Größe. Von den Sternen 1–7ter
Größe kann man die Zahl 14200 annehmen, als
kommt demnach nicht ein Stern 1ter bis 7ter Größe
auf einen Raum von 12 Mondflächen. Daher iſt
es ſo ſelten daß der Mond einen Stern bedeckt.
Der alte Catalog von Hipparch unter Atmagestus
Ptolomäus enthält nur 1022 Sterne. Die Sterne
1ter 2ter und 3ter Größte ſind ziemlich mit beſtim̃theit
angegeben, und die die Unterſchiede mit
dem jetzigen Catalogen nicht ſehr groß; bei den
übrigen aber iſt eine bedeutende Verſchiedenheit.
Eine andere Frage iſt wie viel Sterne beſtimmt
ſind in Bezug auf ihren Ort, verſchieden von
dem wie viel man überhaupt durch Telescope
geſehen hat. – Nach Bode ſind 17240 beobachtet.
Rechnet man die neuerdings beobachteten von
Harding und Besſel hierzu ſo iſt es wahrſcheinlich
die Zahl der beobachteten Sterne 120000 beträgt.
Aber von dieſen ſind nur gut und feſt beſtim̃t:
8–9000 nach den Catalogen von Piazzi u Besſel –
Um die Beobachtung zu erleichtern, hat die hieſige
Academie den Verſchlag gemacht, den Him̃el
in Zonen zu theilen, in der Art, daß einer jeden
Sternarte ein beſonderer Theil zur Beobachtung
zugetheilt würde, beſonders nun die Cometenbahn
zu berechnen.
Wie viel Sterne man durch Teleskope ſehen
könne iſt eine ſehr unbeſtimmte Frage. Herſchel
ſah in Zeit von 40 Minuten 230000 Sterne paſsiren
indem im Telescop ein Querfaden ſich befand die
er die Sterne welche paſsirten zählten – und
zwiſchen einen Theil der Milchſtraße der noch lange
nicht zu den ſternreichſten gehört. – Litro /?/
glaubt daß man den ganzen Himmel vielleicht
mit eine Breite von einem Quadrat .... 148 Milionen
ſind in Bezug auf ihren Ort, verſchieden von
dem wie viel man überhaupt durch Telescope
geſehen hat. – Nach Bode ſind 17240 beobachtet.
Rechnet man die neuerdings beobachteten von
Harding und Besſel hierzu ſo iſt es wahrſcheinlich
die Zahl der beobachteten Sterne 120000 beträgt.
Aber von dieſen ſind nur gut und feſt beſtim̃t:
8–9000 nach den Catalogen von Piazzi u Besſel –
Um die Beobachtung zu erleichtern, hat die hieſige
Academie den Verſchlag gemacht, den Him̃el
in Zonen zu theilen, in der Art, daß einer jeden
Sternarte ein beſonderer Theil zur Beobachtung
zugetheilt würde, beſonders nun die Cometenbahn
zu berechnen.
Wie viel Sterne man durch Teleskope ſehen
könne iſt eine ſehr unbeſtimmte Frage. Herſchel
ſah in Zeit von 40 Minuten 230000 Sterne paſsiren
indem im Telescop ein Querfaden ſich befand die
er die Sterne welche paſsirten zählten – und
zwiſchen einen Theil der Milchſtraße der noch lange
nicht zu den ſternreichſten gehört. – Litro /?/
glaubt daß man den ganzen Himmel vielleicht
mit eine Breite von einem Quadrat .... 148 Milionen
Sternen würde entdecken können, wenn die Fernröhre
ſcharf genug waren. Es würden dann 200 telescopiſche
Sterne auf die Größe eines Vollmonds kommen
oder auf jede Quadrat-Secunde einen Stern.
15. Vorlesung, 22. Dezember 1827
Sterne des ſüdlichen Himmels
Wir können die Sterne der ſüdlichen Hemisphäre
ſchon zum großen Theil bei der Inſel Rhodus bei
39° breite ſehen, wenigſten noch die welche 57°½ S.
Abweichung haben. Je mehr man ſich dem Aequator
nähert, deſto mehr Sterne ſieht man. Die
Alten kannten wenig vom ſüdlichen Himmel ihre
Beobachtungen gingen nicht über den Wendekreis
der Krebſes hinaus. Da aber die Erdaxe nicht
immer dieſelbe Lage gegen die Erdbahn beibehält
ſondern im 25000 Jahren ſich um ſich ſelbſt
bewegt, ſo ſahen ſie ſchon in den nördlichen Gegenden
viele Sterne, die bei uns
jetzt am ſüdlichen Himmel ſichtbar ſind. – Seit
der Entdeckung von Amerika iſt viel geſchehen
um den ſüdlichen Himmel zu beobachten. –
So wie in frühern Zeiten Poſidonius noch Spanien
ſich begab, um den Canopus zu betrachten, weit
er ihm dort näher zu ſein glaubte; ſo reißte
ſcharf genug waren. Es würden dann 200 telescopiſche
Sterne auf die Größe eines Vollmonds kommen
oder auf jede Quadrat-Secunde einen Stern.
15. Vorlesung, 22. Dezember 1827
Sterne des ſüdlichen Himmels
Wir können die Sterne der ſüdlichen Hemisphäre
ſchon zum großen Theil bei der Inſel Rhodus bei
39° breite ſehen, wenigſten noch die welche 57°½ S.
Abweichung haben. Je mehr man ſich dem Aequator
nähert, deſto mehr Sterne ſieht man. Die
Alten kannten wenig vom ſüdlichen Himmel ihre
Beobachtungen gingen nicht über den Wendekreis
der Krebſes hinaus. Da aber die Erdaxe nicht
immer dieſelbe Lage gegen die Erdbahn beibehält
ſondern im 25000 Jahren ſich um ſich ſelbſt
bewegt, ſo ſahen ſie ſchon in den nördlichen Gegenden
viele Sterne, die bei uns
jetzt am ſüdlichen Himmel ſichtbar ſind. – Seit
der Entdeckung von Amerika iſt viel geſchehen
um den ſüdlichen Himmel zu beobachten. –
So wie in frühern Zeiten Poſidonius noch Spanien
ſich begab, um den Canopus zu betrachten, weit
er ihm dort näher zu ſein glaubte; ſo reißte
Haley freilich in ganz andrer Art nach St. Helena, und
Lacaille nach dem Cap der Guten Hoffnung.
Jetzt iſt Valecie /?/ von den Engländern nach dem Cap.
geſchickt um Beobachtungen am ſüdlichen Himmel
anzuſtellen die viel erwarten laſsen, leider iſt
er aber bis jetzt noch nicht mit gehörigen Inſtrumenten
verſehen, die ihm jedoch nachgeſchickt werden
ſollen.
Unter ſüdliche Hemisphäre verſteht man nicht den
ganzen Raum von Pol zu Pol, er iſt kein Raum
der 5te Theil von demſelben den man ſehen kann.
Von Madera aus und den Cabroniſchen Inſeln
ſieht man ihn zuerſt: der ſüdliche Himmel iſt
nicht ſowohl wegen der Menge von Sternen
merkwürdig, ſondern vielmehr durch die Gruppirungen
, die Landſchaften am Himmel. Sternenhaufen
ſind getrennt durch faſt ganz ſternleere Räume
der große Contraſt von Helle und Dunkelheit erregt
einen außerordentlichen Eindruck. Wir
ſehen hier die Magelhaniſchen Wolken, die weißen
Nebelflecke und die eigenthümlichen ſchwarzen Flecken.
Wenn man von Norden nach Süden geht, ſo ſieht
man dieſe Herrlichkeiten des Himmels in folgender
Ordnung. Zuerſt Canopus bei 37°½ Alexandrien
Lacaille nach dem Cap der Guten Hoffnung.
Jetzt iſt Valecie /?/ von den Engländern nach dem Cap.
geſchickt um Beobachtungen am ſüdlichen Himmel
anzuſtellen die viel erwarten laſsen, leider iſt
er aber bis jetzt noch nicht mit gehörigen Inſtrumenten
verſehen, die ihm jedoch nachgeſchickt werden
ſollen.
Unter ſüdliche Hemisphäre verſteht man nicht den
ganzen Raum von Pol zu Pol, er iſt kein Raum
der 5te Theil von demſelben den man ſehen kann.
Von Madera aus und den Cabroniſchen Inſeln
ſieht man ihn zuerſt: der ſüdliche Himmel iſt
nicht ſowohl wegen der Menge von Sternen
merkwürdig, ſondern vielmehr durch die Gruppirungen
, die Landſchaften am Himmel. Sternenhaufen
ſind getrennt durch faſt ganz ſternleere Räume
der große Contraſt von Helle und Dunkelheit erregt
einen außerordentlichen Eindruck. Wir
ſehen hier die Magelhaniſchen Wolken, die weißen
Nebelflecke und die eigenthümlichen ſchwarzen Flecken.
Wenn man von Norden nach Süden geht, ſo ſieht
man dieſe Herrlichkeiten des Himmels in folgender
Ordnung. Zuerſt Canopus bei 37°½ Alexandrien
darauf die Füße des Centaur; dann das ſüdliche
Kreuz, dann den Kohlenſack und zuletzt die Magelhaniſchen
Wolken. – So iſt jedoch die Folge nicht
im̃er geweſen, da durch die Bewegung der Erdachſe
und ihren Nichtparalelllismus die Sternbilder von Zeit
zu Zeit eine andere Lage erhalten.
Unter den Ptolomäern war α Cruciſin Alesandrien
in einer Höhe von 6° zu ſehen jetzt ſteht dieſer
Stern dort 3° unter dem Horizont. Damals
ſah man zuerſt das ſüdliche Kreuz, darauf die
Füße des Centaur, und dann erſt Canopus.
Etwas ganz beſonders Charakteriſtiſches liegt im
eignen Licht des Sterne des ſüdlichen Himmels.
Es iſt weißlich weniger röthlich und mehr
goldgelb, wegen der wenigen Dünſte in den
dortigen Gegenden. Die leuchtenden Nebel
am Himmel ſind nicht allein ſo wie die Wolken
, ſondern ſie ſind auch in den Sterngruppen
zu ſehen; wie im Schützen, in der ſüdlichen Krone
und ſüdlichen Kreuz und im Schiff Argo.
Lacaille hat den ſüdlichen Himmel zuerſt in
Provinzen eingetheilt; man findet hier ganz
eigne Benennungen der Sternbilder meiſt von
Kreuz, dann den Kohlenſack und zuletzt die Magelhaniſchen
Wolken. – So iſt jedoch die Folge nicht
im̃er geweſen, da durch die Bewegung der Erdachſe
und ihren Nichtparalelllismus die Sternbilder von Zeit
zu Zeit eine andere Lage erhalten.
Unter den Ptolomäern war α Cruciſin Alesandrien
in einer Höhe von 6° zu ſehen jetzt ſteht dieſer
Stern dort 3° unter dem Horizont. Damals
ſah man zuerſt das ſüdliche Kreuz, darauf die
Füße des Centaur, und dann erſt Canopus.
Etwas ganz beſonders Charakteriſtiſches liegt im
eignen Licht des Sterne des ſüdlichen Himmels.
Es iſt weißlich weniger röthlich und mehr
goldgelb, wegen der wenigen Dünſte in den
dortigen Gegenden. Die leuchtenden Nebel
am Himmel ſind nicht allein ſo wie die Wolken
, ſondern ſie ſind auch in den Sterngruppen
zu ſehen; wie im Schützen, in der ſüdlichen Krone
und ſüdlichen Kreuz und im Schiff Argo.
Lacaille hat den ſüdlichen Himmel zuerſt in
Provinzen eingetheilt; man findet hier ganz
eigne Benennungen der Sternbilder meiſt von
Inſtrumenten hergenommen, und weil man den
nördlichen Himmel, der mythiſchen nennen kañ,
ſo kann dieſen der induſtrielle bezeichnet werden.
Kohlſäcke
Der Kohlſäcke exabancs giebt es zwei. – Der
eine dieſer ſchwarzen Flecke befindet ſich im ſüdlichen
Kreuz im untern Theil deſselben, ſo daß
α beinah darin verſenkt iſt. Den andern hat
Doc nie geſehen, das er in ſeinen Reiſen
nicht weiter als 15° S. Breite gekommen iſt,
und der Kohlſack ſchon weit hinauf ſtehen muß
um ihn deutlich erkennen zu kennen. Er ſteht
in der Eiche im Carlsbilde. Der im ſüdlichen Kreuze
wird zuerſt bei 3° Breite an den Catarakten
des Orinoko geſehen, in der Größe von 6 Mondsflächen
. –
Lacaille gab als Urſache dieſer ſchwarzen Flecken
den Contraſt der Helligkeit gegen das Dunkle
an, es ſcheint dieß auch nicht richtig zu ſein.
Vielmehr glaubt Doc, wie auch ſchon vor ihm Reinhold
Förster ausgeſprochen, daß es Oeffnungen
ſind durch die man in weitern Räume ſieht. –
Es iſt eine Erfahrung daß wenn man zwei Röhren
von verſchiedener Länge betrachtet, die Öffnung
der längern weil dunkler erſcheinen wird als
nördlichen Himmel, der mythiſchen nennen kañ,
ſo kann dieſen der induſtrielle bezeichnet werden.
Kohlſäcke
Der Kohlſäcke exabancs giebt es zwei. – Der
eine dieſer ſchwarzen Flecke befindet ſich im ſüdlichen
Kreuz im untern Theil deſselben, ſo daß
α beinah darin verſenkt iſt. Den andern hat
Doc nie geſehen, das er in ſeinen Reiſen
nicht weiter als 15° S. Breite gekommen iſt,
und der Kohlſack ſchon weit hinauf ſtehen muß
um ihn deutlich erkennen zu kennen. Er ſteht
in der Eiche im Carlsbilde. Der im ſüdlichen Kreuze
wird zuerſt bei 3° Breite an den Catarakten
des Orinoko geſehen, in der Größe von 6 Mondsflächen
. –
Lacaille gab als Urſache dieſer ſchwarzen Flecken
den Contraſt der Helligkeit gegen das Dunkle
an, es ſcheint dieß auch nicht richtig zu ſein.
Vielmehr glaubt Doc, wie auch ſchon vor ihm Reinhold
Förster ausgeſprochen, daß es Oeffnungen
ſind durch die man in weitern Räume ſieht. –
Es iſt eine Erfahrung daß wenn man zwei Röhren
von verſchiedener Länge betrachtet, die Öffnung
der längern weil dunkler erſcheinen wird als
die der kürzeren. Es würde dieß mehr zur Erklärung
führen Die Hypotheſe von Olbers als
die Ideen des Contraſtes. – Herſchel hat ähnlich
Fleck im Scorpion geſehen der dunkler iſt,
als die übrigen, daher iſt er keinesweges
ſchwarz, ſondern nur ſtralender; eben ſo bemerkt
Francais lalaod im Schlangenträger
Ofiucus einen ähnlichen Fleck vielleicht
rühren dieſe Sternlarven davon her daß ein
Sternhaufen vermöge der größern Attraction
die übrigen Sterne angezogen hat, jetzt
immer befinden ſich ſolche Sternleerſtellen
in der Nähe von großen Sternhaufen. –
Beſonders giebt dieß der Scorpion der einer
der ſternreichſten Bilder iſt.
In jedem Theile des Himmels ſind Sterne die nur
ihr Licht ſenden aber in den Kohlſäcken ſcheinen
keine zu ſein. Daher ſind gewiß auch dort Weltkörper
vorhanden nur ſind unſere Fernröhre
noch zu unvollſtändig nur ſie ſehen zu können.
Magelhaniſche Wolken. Entgegengeſetzt von den
Kohlſäcken finden ſich die Capwolken oder Magelhaniſchen
Wolken. Sie ſind nicht weit vom Pol
entfernt und haben früher vielleicht ſelbſt im
führen Die Hypotheſe von Olbers als
die Ideen des Contraſtes. – Herſchel hat ähnlich
Fleck im Scorpion geſehen der dunkler iſt,
als die übrigen, daher iſt er keinesweges
ſchwarz, ſondern nur ſtralender; eben ſo bemerkt
Francais lalaod im Schlangenträger
Ofiucus einen ähnlichen Fleck vielleicht
rühren dieſe Sternlarven davon her daß ein
Sternhaufen vermöge der größern Attraction
die übrigen Sterne angezogen hat, jetzt
immer befinden ſich ſolche Sternleerſtellen
in der Nähe von großen Sternhaufen. –
Beſonders giebt dieß der Scorpion der einer
der ſternreichſten Bilder iſt.
In jedem Theile des Himmels ſind Sterne die nur
ihr Licht ſenden aber in den Kohlſäcken ſcheinen
keine zu ſein. Daher ſind gewiß auch dort Weltkörper
vorhanden nur ſind unſere Fernröhre
noch zu unvollſtändig nur ſie ſehen zu können.
Magelhaniſche Wolken. Entgegengeſetzt von den
Kohlſäcken finden ſich die Capwolken oder Magelhaniſchen
Wolken. Sie ſind nicht weit vom Pol
entfernt und haben früher vielleicht ſelbſt im
Pol ſelbſt geſtanden; nachher ſind ſie dadurch merkwürdig
geworden, daß ſie um den Pol kreuzen.
Sie ſind an Lichtglanz der Milchſtraße gleich.
Doc ſelbſt hat Sterne darin bemerkt; doch hat er
nicht unterſuchen können ob ſie ſich in Sterne
auflöſen laſsen oder nicht; eben ſo wenig iſt
es entſchieden ob ſie zu unſern Sternſchicht gehören
, ſie haben eine Breite von ungefahr
von 8 Vollmonden und 3 bis 4° in der Länge.
Von den Griechen ſind ſie nicht geſehen wenigſtens
nicht beſchrieben worden, doch kannten
ſie die Araber gewiß ſchon. Profeſsor Ideler der
ſich viel mit dieſen Unterſuchung beſchäftigt,
hat eine Stelle aufgefunden in deren ſie
beſchrieben worden. 1515 – Sie wurden von
ihnen weiße Axſen genannt.
Der Kruſenſtern begleitende Miſsion, Dr Horn
hat geglaubt, daß die Magelhaniſchen Wolken
früher da geſtanden hätten, wo ſich die Kohlſäcke
jetzt befinden. Doc iſt nicht der Meinung,
es ſcheinen vielmehr dieſe Wolken in gar keine
Beziehung zu den Kohlſäcken zu beſtehen.
Südliche Kreuz
Das Kreuz war ſchon den Alten bekommt, daher
ſonderten ſie es nicht als beſonderes Sternbild
ab, da die Kreuzgeſtalt ſich ſo in den vorſchriftlichen
geworden, daß ſie um den Pol kreuzen.
Sie ſind an Lichtglanz der Milchſtraße gleich.
Doc ſelbſt hat Sterne darin bemerkt; doch hat er
nicht unterſuchen können ob ſie ſich in Sterne
auflöſen laſsen oder nicht; eben ſo wenig iſt
es entſchieden ob ſie zu unſern Sternſchicht gehören
, ſie haben eine Breite von ungefahr
von 8 Vollmonden und 3 bis 4° in der Länge.
Von den Griechen ſind ſie nicht geſehen wenigſtens
nicht beſchrieben worden, doch kannten
ſie die Araber gewiß ſchon. Profeſsor Ideler der
ſich viel mit dieſen Unterſuchung beſchäftigt,
hat eine Stelle aufgefunden in deren ſie
beſchrieben worden. 1515 – Sie wurden von
ihnen weiße Axſen genannt.
Der Kruſenſtern begleitende Miſsion, Dr Horn
hat geglaubt, daß die Magelhaniſchen Wolken
früher da geſtanden hätten, wo ſich die Kohlſäcke
jetzt befinden. Doc iſt nicht der Meinung,
es ſcheinen vielmehr dieſe Wolken in gar keine
Beziehung zu den Kohlſäcken zu beſtehen.
Südliche Kreuz
Das Kreuz war ſchon den Alten bekommt, daher
ſonderten ſie es nicht als beſonderes Sternbild
ab, da die Kreuzgeſtalt ſich ſo in den vorſchriftlichen
Zeiten kein beſonders Intereſse hatte.
Als man anfing das rothe Meer zu beſchiffen
ſind wahrſcheinlich die erſten Nachrichten davon
nach dem Mittelalter gekommen.
Die früher rechneten dieſes Sternbild zu
den Füßen des Centaur. Aroſto hat zuerſt angeführt
welchen Nutzen man daraus für die
ſüdlichen Zonen ziehen könne um die Stunden
des Tages zu beſtimmen. Bei uns in den
nördlichen Himmel bilden einige Sterne im
Schwan ein ähnliches Sternbild welches die
Form des Kreuzes hat. In nachdem es geſenkt
, dann ſenkrecht und endlich wieder geſenkt
ſteht kann man die Zeit danach bemerken
. Aus einer Stelle in Dantes Divina comedia
ſcheint hervor zu gehen daß er ſchon das
ſüdliche Kreuz kannte er ſtarb 1321 – In den
ſüdlichen Gegenden ſagt man ſehr häufig um
anzudeuten, daß es ſpät ſei: das Kreuz ſtehe
ſchon ſenkrecht. –
Meſsende Aſtronomie
Bisher haben wir nur von photometriſchen
Meſsungen geſprochen wir kommen jetzt zu
Gegenſtänden die der meſsenden Aſtronomie
angehören.
Als man anfing das rothe Meer zu beſchiffen
ſind wahrſcheinlich die erſten Nachrichten davon
nach dem Mittelalter gekommen.
Die früher rechneten dieſes Sternbild zu
den Füßen des Centaur. Aroſto hat zuerſt angeführt
welchen Nutzen man daraus für die
ſüdlichen Zonen ziehen könne um die Stunden
des Tages zu beſtimmen. Bei uns in den
nördlichen Himmel bilden einige Sterne im
Schwan ein ähnliches Sternbild welches die
Form des Kreuzes hat. In nachdem es geſenkt
, dann ſenkrecht und endlich wieder geſenkt
ſteht kann man die Zeit danach bemerken
. Aus einer Stelle in Dantes Divina comedia
ſcheint hervor zu gehen daß er ſchon das
ſüdliche Kreuz kannte er ſtarb 1321 – In den
ſüdlichen Gegenden ſagt man ſehr häufig um
anzudeuten, daß es ſpät ſei: das Kreuz ſtehe
ſchon ſenkrecht. –
Meſsende Aſtronomie
Bisher haben wir nur von photometriſchen
Meſsungen geſprochen wir kommen jetzt zu
Gegenſtänden die der meſsenden Aſtronomie
angehören.
Doppelſtern. Geſchichte der Doppelſterne
Galliläi hat zuerſt auf das aufmerkſam
gemacht was wir Doppelſterne nennen.
Es ſtellte ſich die Frage ob ſie phyſiſch oder blos
optiſch genannt werden können und äußerte
die Meinung daß ſie vielleicht dazu dienen köñten
die Paralellaxen zu finden. – Herſchel hat
dieſe Unterſuchungen wieder aufgenommen
und 1782 zuerſt gezeigt daß der größte Theil
dieſer Doppelſterne in gewiſser Beziehung
auf einander ſtehen. Durch Besſels Beobachtungen
iſt es neuerdings ganz beſtimmt erkannt
worden daß ſie eine eigne Bewegung haben.
Es iſt dabei merkwürdig daß entweder zweifarbige
Sterne ſich um einander bewegen oder
ein farbiger um einen ungefärbten. In einem
Ronal kann man ihre Bewegung ſehen,
ein Zeichen wie ſchnell ſie ſein muß, da die
Entfernung der Fixſterne wenigſtens 4 Billionen
Meilen beträgt. So lange Herſchel Vater und
Sohn und Homs ihre Beobachtungen machten hatten
ſie 675 ſolcher Doppelſterne beſchrieben.
Struve hat vor wenigen Monaten einen Catalogus
von Doppelſterne heraus gegeben worin
er 3112 Doppelſterne zählt die bis jetzt beobachtet
Galliläi hat zuerſt auf das aufmerkſam
gemacht was wir Doppelſterne nennen.
Es ſtellte ſich die Frage ob ſie phyſiſch oder blos
optiſch genannt werden können und äußerte
die Meinung daß ſie vielleicht dazu dienen köñten
die Paralellaxen zu finden. – Herſchel hat
dieſe Unterſuchungen wieder aufgenommen
und 1782 zuerſt gezeigt daß der größte Theil
dieſer Doppelſterne in gewiſser Beziehung
auf einander ſtehen. Durch Besſels Beobachtungen
iſt es neuerdings ganz beſtimmt erkannt
worden daß ſie eine eigne Bewegung haben.
Es iſt dabei merkwürdig daß entweder zweifarbige
Sterne ſich um einander bewegen oder
ein farbiger um einen ungefärbten. In einem
Ronal kann man ihre Bewegung ſehen,
ein Zeichen wie ſchnell ſie ſein muß, da die
Entfernung der Fixſterne wenigſtens 4 Billionen
Meilen beträgt. So lange Herſchel Vater und
Sohn und Homs ihre Beobachtungen machten hatten
ſie 675 ſolcher Doppelſterne beſchrieben.
Struve hat vor wenigen Monaten einen Catalogus
von Doppelſterne heraus gegeben worin
er 3112 Doppelſterne zählt die bis jetzt beobachtet
wieder ſieht, von denen wir 2340 nur
ſeine Thätigkeit verdanken. – Man hat nicht nur
unterſucht wie ſie vertheilt ſind, ſondern auch
welche ſich uns näher und welche entfernter
befinden. Man fand daß von 1ter bis 5ter Größe
unter 5 Sterne ein Doppelſtern, von 6ter bis 7ter
aber unter 12 Sternen kaum ein Doppelſtern
ſich befinde. Vielleicht rührt letzteres daher, daß
es für unſere Fernröhre nicht ſo leicht iſt in
den entferntern Räumen die Doppelſterne
zu finden dabei hat. Strüve bemerkt, daß wenn
man die Sterne 1ter bis 7ter Größe zuſammenwirft
, auf 11 Sterne ein Doppelſtern käme; dieß
machte demnach 33000 Sterne von 1ter bis 7ter Größe
überhaupt, wenn man durch bekannte die Zahl
der Doppelſterne vorausfolgt, wie oben bemerkt.
Wenn die Doppelſterne bloß eine Folge von
zufälliger Projection wäre, ſo gebe es keinen
Grund, warum man mehr unter den größern
als unter den kleinern entdeckt hätte. –
Caſtor iſt ein Doppelſtern 2ter und 4ter Größe, wo
der kleinere eine Indigo blaue Farbe hat; der
nördliche Polarſtern 2ter und 11ter Größe; ϐ im
Orion iſt 16 fach ϑ in der Leier 4 fach. – Die alten
ſeine Thätigkeit verdanken. – Man hat nicht nur
unterſucht wie ſie vertheilt ſind, ſondern auch
welche ſich uns näher und welche entfernter
befinden. Man fand daß von 1ter bis 5ter Größe
unter 5 Sterne ein Doppelſtern, von 6ter bis 7ter
aber unter 12 Sternen kaum ein Doppelſtern
ſich befinde. Vielleicht rührt letzteres daher, daß
es für unſere Fernröhre nicht ſo leicht iſt in
den entferntern Räumen die Doppelſterne
zu finden dabei hat. Strüve bemerkt, daß wenn
man die Sterne 1ter bis 7ter Größe zuſammenwirft
, auf 11 Sterne ein Doppelſtern käme; dieß
machte demnach 33000 Sterne von 1ter bis 7ter Größe
überhaupt, wenn man durch bekannte die Zahl
der Doppelſterne vorausfolgt, wie oben bemerkt.
Wenn die Doppelſterne bloß eine Folge von
zufälliger Projection wäre, ſo gebe es keinen
Grund, warum man mehr unter den größern
als unter den kleinern entdeckt hätte. –
Caſtor iſt ein Doppelſtern 2ter und 4ter Größe, wo
der kleinere eine Indigo blaue Farbe hat; der
nördliche Polarſtern 2ter und 11ter Größe; ϐ im
Orion iſt 16 fach ϑ in der Leier 4 fach. – Die alten
Unterſuchungen die Bradley ſchon 1756 über die Aberation
des Lichts machte, haben ſchon viel Licht über
dieſe Sachen verbreitet, und uns in den Stand
geſetzt, ſelbſt bei dem kleinen 61ſten Stern im Schwan
die Umlaufszeit zu finden.
Farbe der Doppelſterne. Einige ſind ſoweit
von einander entfernt daß der Unterſchied
ihrer Farbe nicht auffallend iſt, aber bei
andere iſt es merklicher. – Man hat kein
Beiſpiel daß der größere Stern bunt und der
kleinere weiß ſei; aber wohl daß zwei bunte
ſich um einander bewegen. Man könnte glauben
wenn die Farben blau, grün, roth und gelb wären
daß dieſe Erſcheinung mit den Complementar
Farben zuſammenhänge. Dieß aber iſt keinesweges
der Fall. Es ſind häufig Fälle, daß wenn
ein Stern weiß iſt, der andere blau erſcheint,
bei wenigen ſind beide roth, und dieß kann
nicht von den Inſtrumenten herröhren, da ſie ſich
in den verſchiedenſten Telescopen von gleicher
Farbe zeigen. Es finden ſich auch ſelbſt die Farben
bei den unauflößlichen Nebelflecken ſo iſt
der in der Andromeda röthlich. Blaue und grüne
Sterne haben ſich wie der junge Herſchel bemerkt
des Lichts machte, haben ſchon viel Licht über
dieſe Sachen verbreitet, und uns in den Stand
geſetzt, ſelbſt bei dem kleinen 61ſten Stern im Schwan
die Umlaufszeit zu finden.
Farbe der Doppelſterne. Einige ſind ſoweit
von einander entfernt daß der Unterſchied
ihrer Farbe nicht auffallend iſt, aber bei
andere iſt es merklicher. – Man hat kein
Beiſpiel daß der größere Stern bunt und der
kleinere weiß ſei; aber wohl daß zwei bunte
ſich um einander bewegen. Man könnte glauben
wenn die Farben blau, grün, roth und gelb wären
daß dieſe Erſcheinung mit den Complementar
Farben zuſammenhänge. Dieß aber iſt keinesweges
der Fall. Es ſind häufig Fälle, daß wenn
ein Stern weiß iſt, der andere blau erſcheint,
bei wenigen ſind beide roth, und dieß kann
nicht von den Inſtrumenten herröhren, da ſie ſich
in den verſchiedenſten Telescopen von gleicher
Farbe zeigen. Es finden ſich auch ſelbſt die Farben
bei den unauflößlichen Nebelflecken ſo iſt
der in der Andromeda röthlich. Blaue und grüne
Sterne haben ſich wie der junge Herſchel bemerkt
hat nie iſolirt gefunden, wohl aber rothe.
Die Bewegung der Doppelſterne iſt zwiefach:
entweder bewegen ſich einer um den andern
oder beide um einen gemeinſchaftlichen Schwerpunkt
der außerhalb der Sterne ſelbſt liegt. Von der
erſten Art ſind die meiſten.
Die Veränderungen ihrer Lage wie wir ſie von
hier ausſehen können ſind zwiefach entweder in
den Entfernung der Sterne von einander oder
auch daß ſie in Oppoſition treten, ſo daß einer
hinter den andern zu ſtehen kommt. ζ des Herkules
war noch 1795 ſichtbar und wurde von Herſchel
beobachtet; nach und nach ſchmolz er zuſam̃en
und jetzt iſt der eine gar nicht mehr zu ſehen
vielleicht tritt er ſpäter wieder hervor. Die
Schnelligkeit der Bewegung iſt außerordentlich
groß Castor macht alle Jahr eine Bahn von 1°;
des großen Bären hat einige Jahre ſich 6°, andre
12° bewegt vermuthlich war er einmal dem
Hauptſtern näher und einmal entfernter; in 52
Jahren glaubt man daß er einen Kreislauf
macht.
In unſerm Syſtem iſt alle Bewegung: Rotation
und Umlauf bei den Hauptplaneten von Weſten
Die Bewegung der Doppelſterne iſt zwiefach:
entweder bewegen ſich einer um den andern
oder beide um einen gemeinſchaftlichen Schwerpunkt
der außerhalb der Sterne ſelbſt liegt. Von der
erſten Art ſind die meiſten.
Die Veränderungen ihrer Lage wie wir ſie von
hier ausſehen können ſind zwiefach entweder in
den Entfernung der Sterne von einander oder
auch daß ſie in Oppoſition treten, ſo daß einer
hinter den andern zu ſtehen kommt. ζ des Herkules
war noch 1795 ſichtbar und wurde von Herſchel
beobachtet; nach und nach ſchmolz er zuſam̃en
und jetzt iſt der eine gar nicht mehr zu ſehen
vielleicht tritt er ſpäter wieder hervor. Die
Schnelligkeit der Bewegung iſt außerordentlich
groß Castor macht alle Jahr eine Bahn von 1°;
des großen Bären hat einige Jahre ſich 6°, andre
12° bewegt vermuthlich war er einmal dem
Hauptſtern näher und einmal entfernter; in 52
Jahren glaubt man daß er einen Kreislauf
macht.
In unſerm Syſtem iſt alle Bewegung: Rotation
und Umlauf bei den Hauptplaneten von Weſten
nach Oſten, die Kometen dagegen bewegen ſich
nach allen Richtungen. Eben ſo verſchieden von
dieſen iſt die Bewegung der Doppelſterne, von
denen ſich viele von Oſten nach Weſten alſo
ganz entgegengeſetzt bewegen.
Die Bewegungen der Doppelſterne ſind denen
ſich wie Beewegungen, jetzt wollen wir zu den
Revolutionen im Weltraum gehen.
Veränderungen
im Weltraum.
Entſtehung neuer Sterne. Es giebt gewiſse
Gegenden am Himmel die man die vulkaniſchen
Gegenden des Weltraums nennen
könnte, indem faſt alle Veränderungen
die ſich am Himmel zeigen in ihnen geſchehen
. Alle neu entſtandene Sterne hat man
in dem Raum zwiſchen Caſsiopeia, Schwan,
Adler und Schlangenträger Ophikus geſehen
Sie waren immer nur von kurzer Dauer:
gewöhnlich fingen ſie mit einem ſehr ſtarken
Lichte an und nach der Zeit von einigen Monaten
waren ſie verſchwunden. Merkwürdig
iſt dabei die Verſchiedenheit ihrer Farben; gewöhnlich
fingen ſie mit einem weißen Lichte an,
nach allen Richtungen. Eben ſo verſchieden von
dieſen iſt die Bewegung der Doppelſterne, von
denen ſich viele von Oſten nach Weſten alſo
ganz entgegengeſetzt bewegen.
Die Bewegungen der Doppelſterne ſind denen
ſich wie Beewegungen, jetzt wollen wir zu den
Revolutionen im Weltraum gehen.
Veränderungen
im Weltraum.
Entſtehung neuer Sterne. Es giebt gewiſse
Gegenden am Himmel die man die vulkaniſchen
Gegenden des Weltraums nennen
könnte, indem faſt alle Veränderungen
die ſich am Himmel zeigen in ihnen geſchehen
. Alle neu entſtandene Sterne hat man
in dem Raum zwiſchen Caſsiopeia, Schwan,
Adler und Schlangenträger Ophikus geſehen
Sie waren immer nur von kurzer Dauer:
gewöhnlich fingen ſie mit einem ſehr ſtarken
Lichte an und nach der Zeit von einigen Monaten
waren ſie verſchwunden. Merkwürdig
iſt dabei die Verſchiedenheit ihrer Farben; gewöhnlich
fingen ſie mit einem weißen Lichte an,
nach und nach wurde das Licht trüber bis zum
völligen Verlöſchen. Dabei verändern ſie
nicht ihren Ort, ſondern bleiben vom Anfang
ihres Erſcheinens bis zum Verſchwinden auf demſelben
Fleck.
Die älteſten Nachrichten von dieſen Erſcheinungen
ſind vom Jahr 389 p.C. wo ein Stern im Adler
aufgelodert ſein ſoll; er hatte nach der Beſchreibung
ein ſehr helles Licht gleich dem der ♀ in ihrer
vollen Lichtſtärke; doch dauerte er nur 3 Monate
, und verſchwand – Einen andern entdeckten
die Araber im Scorpion der den 4ten Theil
der Mondſcheibe zum Durchmeſser hatte; er
dauerte 4 Monat. – Im Jahre 1572 zeigte ſich
ein Stern in der Caſsiopeia: er war ſehr
funkelnd, zuerſt weiß, dann gelb, darauf
roth immer trüber bis er nach 16 Monaten
verſchwand; er war ſo leuchtend wie die
Venus; und hatte auch keine Paralaxe. – von Tycho Brache
beobachtet
An demſelben Orte war ſchon ein Stern in
den Jahren 945 und 1264 alſo 1572 zum dritten
mal aufgelodert, ſo daß man glaubt, daß
völligen Verlöſchen. Dabei verändern ſie
nicht ihren Ort, ſondern bleiben vom Anfang
ihres Erſcheinens bis zum Verſchwinden auf demſelben
Fleck.
Die älteſten Nachrichten von dieſen Erſcheinungen
ſind vom Jahr 389 p.C. wo ein Stern im Adler
aufgelodert ſein ſoll; er hatte nach der Beſchreibung
ein ſehr helles Licht gleich dem der ♀ in ihrer
vollen Lichtſtärke; doch dauerte er nur 3 Monate
, und verſchwand – Einen andern entdeckten
die Araber im Scorpion der den 4ten Theil
der Mondſcheibe zum Durchmeſser hatte; er
dauerte 4 Monat. – Im Jahre 1572 zeigte ſich
ein Stern in der Caſsiopeia: er war ſehr
funkelnd, zuerſt weiß, dann gelb, darauf
roth immer trüber bis er nach 16 Monaten
verſchwand; er war ſo leuchtend wie die
Venus; und hatte auch keine Paralaxe. – von Tycho Brache
beobachtet
An demſelben Orte war ſchon ein Stern in
den Jahren 945 und 1264 alſo 1572 zum dritten
mal aufgelodert, ſo daß man glaubt, daß
dieß Erſcheinen periodiſch ſei; und gleichſam
dort ein vulkaniſcher Boden exiſtire. – Dann
Caſsini bemerkte in der Caſsiopeya mehreremale
dieſe Erſcheinung. Im Jahre 1604 ſah Keppler
einen Stern auflodern im Füße des Schlangenträgers
: er war zuerſt gelb, wurde dann nach
und nach Saffranfarbig, purpure, blos roth und
verſchwand nachdem er 1 Jahr lang am Himmel
geſtanden hatte. Es war zu einer Zeit wo Jupiter
und Saturn ſo wie Mars ſich grade in der
Nähe befanden. Es wurde die Frage aufgeworfen
ob daß vielleicht derſelbe Stern ſein
könne der den Weiſen bei Chriſtis Geburt erſchien
; man fand das 747 p.C. Jupiter und Saturn
in Conjunction geweſen ſein demnach
wäre dieß 6 Jahre nach unſrer Zeitrechnung
geweſen, und Chriſtus Geburt 6 Jahr zu früh angeſetzt
worden.
1670 erſchien ein Stern im Schwan oder vielmehr
eigentlich in dem kleinen Sternbilde des Fuchſes,
der vom Pater Antel zuerſt geſehen wurde, er
war nur 3ter Größe; Caſsini beobachtete ihn wieder;
1671 loderte er wieder auf und verſchwand dañ
dort ein vulkaniſcher Boden exiſtire. – Dann
Caſsini bemerkte in der Caſsiopeya mehreremale
dieſe Erſcheinung. Im Jahre 1604 ſah Keppler
einen Stern auflodern im Füße des Schlangenträgers
: er war zuerſt gelb, wurde dann nach
und nach Saffranfarbig, purpure, blos roth und
verſchwand nachdem er 1 Jahr lang am Himmel
geſtanden hatte. Es war zu einer Zeit wo Jupiter
und Saturn ſo wie Mars ſich grade in der
Nähe befanden. Es wurde die Frage aufgeworfen
ob daß vielleicht derſelbe Stern ſein
könne der den Weiſen bei Chriſtis Geburt erſchien
; man fand das 747 p.C. Jupiter und Saturn
in Conjunction geweſen ſein demnach
wäre dieß 6 Jahre nach unſrer Zeitrechnung
geweſen, und Chriſtus Geburt 6 Jahr zu früh angeſetzt
worden.
1670 erſchien ein Stern im Schwan oder vielmehr
eigentlich in dem kleinen Sternbilde des Fuchſes,
der vom Pater Antel zuerſt geſehen wurde, er
war nur 3ter Größe; Caſsini beobachtete ihn wieder;
1671 loderte er wieder auf und verſchwand dañ
ganz. – Im Siebengeſtirn ſieht man jetzt nur
6 ausgezeichnete Sterne und einen Stern erſter
Größe, 3 Sterne 5ter Größe und 2 Sterne 6ter Größe;
man glaubt daß einer verloren gegangen ſei –
nach der mythiſchen Erzählung wurde er bei der Belagerung
von Troja fortgetragen und zum Bären
verſetzt, wo er als Reiterlein ſteht
Veränderliche Sterne. Es giebt Sterne die blos ihr
Licht verändern. Perſeus im Kopf der Meduſa
der Stern α ändert ſeine Lichtſtärke in einer
Periode von 2 Tagen 20 Stunden 48 Minuten. –
η im Antinous, wurde in Zeit von 7 Tagen von
3ter Größe, bis zu 4ter Größe verändert. Einige
verändern ihre Lichtſtärke regelmäßig, andere
unregelmäßig; ſo iſt der Stern Mira im Wallfiſch
, denFabricius ſchon 1596 beobachtete. Caſsini
beobachtete 393 Tage hindurch: er geht von 2ter
Größe zur 3ten über und verſchwindet dann faſt
ganz. – Ein anderer Stern endlich wurde ſchon
von Antel 1600 im Schwanz der Schwans bemerkte
der neue Stern war im Kopf des Schwans erſchienen
Kegler beobachtete ihn 19 Jahr lang; er
ſchien lange Zeit, verſchwand dann, und wurde
dadurch als Stern 3ter Größe ſichtbar; jetzt iſt er
noch als Stern 6ter Größe zu ſehen.
6 ausgezeichnete Sterne und einen Stern erſter
Größe, 3 Sterne 5ter Größe und 2 Sterne 6ter Größe;
man glaubt daß einer verloren gegangen ſei –
nach der mythiſchen Erzählung wurde er bei der Belagerung
von Troja fortgetragen und zum Bären
verſetzt, wo er als Reiterlein ſteht
Veränderliche Sterne. Es giebt Sterne die blos ihr
Licht verändern. Perſeus im Kopf der Meduſa
der Stern α ändert ſeine Lichtſtärke in einer
Periode von 2 Tagen 20 Stunden 48 Minuten. –
η im Antinous, wurde in Zeit von 7 Tagen von
3ter Größe, bis zu 4ter Größe verändert. Einige
verändern ihre Lichtſtärke regelmäßig, andere
unregelmäßig; ſo iſt der Stern Mira im Wallfiſch
, denFabricius ſchon 1596 beobachtete. Caſsini
beobachtete 393 Tage hindurch: er geht von 2ter
Größe zur 3ten über und verſchwindet dann faſt
ganz. – Ein anderer Stern endlich wurde ſchon
von Antel 1600 im Schwanz der Schwans bemerkte
der neue Stern war im Kopf des Schwans erſchienen
Kegler beobachtete ihn 19 Jahr lang; er
ſchien lange Zeit, verſchwand dann, und wurde
dadurch als Stern 3ter Größe ſichtbar; jetzt iſt er
noch als Stern 6ter Größe zu ſehen.
Caſtor war ſonſt heller als Pollux jetzt wird er im̃er
lichtarmer.Eben ſo iſt ein Stern in Adler der
ſein Licht ſehr verändert hat. – In den Quarre des
Wagens, im großen Bär iſt ein Stern δ jetzt viel
ſchwächer als er noch zu Tychos Zeiten war.
Schwierig iſt es über die Erſcheinung eine feſte Meinung
aus zuſprechen. Einige glaubten es von einer
linſenförmigen Geſtalt der Sterne herzuleiten, ſo
daß ſie bald ihre Breite bald ihre ſchmale Seite
zeigen; andere glaubten es von dunklen Fleken
auf dieſen Sternen herzuleiten. Endlich iſt eine
andere Meinung daß es dunkle Weltkörper gebe,
die ſich vor dem Hellen vorbeiſchieben und ſie ſo von
Zeit zu Zeit verdecken, in der Art wie Philolaus
die Gegenerde ſich vorſtellte.
16. Vorlesung, 29. Dezember 1827
Gründe unſrer Sternſchicht eine beſtimmte Form
zuzuſchreiben.
In der Entfernung der Fixſterne muß man
zweierlei unterſcheiden: 1, ihre Entfernung
von der Erde ob z. B. die Sterne 1ter Größe
uns näher ſind als 5ter Größe 2 die Entfernung
der Sterngruppen in ſich ſelbſt.Die ſcheinbare
Größe der Sterne hängt von ihren wahren Größe
lichtarmer.Eben ſo iſt ein Stern in Adler der
ſein Licht ſehr verändert hat. – In den Quarre des
Wagens, im großen Bär iſt ein Stern δ jetzt viel
ſchwächer als er noch zu Tychos Zeiten war.
Schwierig iſt es über die Erſcheinung eine feſte Meinung
aus zuſprechen. Einige glaubten es von einer
linſenförmigen Geſtalt der Sterne herzuleiten, ſo
daß ſie bald ihre Breite bald ihre ſchmale Seite
zeigen; andere glaubten es von dunklen Fleken
auf dieſen Sternen herzuleiten. Endlich iſt eine
andere Meinung daß es dunkle Weltkörper gebe,
die ſich vor dem Hellen vorbeiſchieben und ſie ſo von
Zeit zu Zeit verdecken, in der Art wie Philolaus
die Gegenerde ſich vorſtellte.
16. Vorlesung, 29. Dezember 1827
Gründe unſrer Sternſchicht eine beſtimmte Form
zuzuſchreiben.
In der Entfernung der Fixſterne muß man
zweierlei unterſcheiden: 1, ihre Entfernung
von der Erde ob z. B. die Sterne 1ter Größe
uns näher ſind als 5ter Größe 2 die Entfernung
der Sterngruppen in ſich ſelbſt.Die ſcheinbare
Größe der Sterne hängt von ihren wahren Größe
und ihrer Entfernung ab.
Die Betrachtung unſer Planetenſyſtems macht es
nicht wahrſcheinlich daß die Sterne alle gleichweit
entfernt ſind; eben ſo auch daß ſie nicht
alle gleich groß ſind; die Doppelſterne machen
beſonders dies noch unwahrſcheinlicher. Um etwas
ſicheres zur Beſtimmung zu haben, muß man
eine ſcheinbare mittelbare Größe annehmen;
dann ſind die ſcheinbar kleinern die entferntern
, die ſcheinbar größern die nähern die
Wahrſcheinlichkeits-Rechnung giebt, daß wenn
17 Sterne zuſammen zu liegen ſcheinen
ſich die Wahrſcheinlichkeit wie 50000 : 1 verhält,
daß ſie nicht wirklich zuſammen liegen,
und dieſe Erſcheinung eine Folge der Projection
iſt. –
Herſchels Viſions Radius – Herſchel hat zuerſt
die Idee gehabt die Form unſrer Sternſchicht
zu beſtimmen.
Die Zählung der Sterne hat ihn dazu veranlaßt
auf die Tiefe des Himmels zu ſchlieſsen. – Er
hat den Himmel gleichſam geſagt. –
Die Stern Menge nimmt auf eine merkliche
Weiſe ab wenn man ſich von der Milchſtraße
Die Betrachtung unſer Planetenſyſtems macht es
nicht wahrſcheinlich daß die Sterne alle gleichweit
entfernt ſind; eben ſo auch daß ſie nicht
alle gleich groß ſind; die Doppelſterne machen
beſonders dies noch unwahrſcheinlicher. Um etwas
ſicheres zur Beſtimmung zu haben, muß man
eine ſcheinbare mittelbare Größe annehmen;
dann ſind die ſcheinbar kleinern die entferntern
, die ſcheinbar größern die nähern die
Wahrſcheinlichkeits-Rechnung giebt, daß wenn
17 Sterne zuſammen zu liegen ſcheinen
ſich die Wahrſcheinlichkeit wie 50000 : 1 verhält,
daß ſie nicht wirklich zuſammen liegen,
und dieſe Erſcheinung eine Folge der Projection
iſt. –
Herſchels Viſions Radius – Herſchel hat zuerſt
die Idee gehabt die Form unſrer Sternſchicht
zu beſtimmen.
Die Zählung der Sterne hat ihn dazu veranlaßt
auf die Tiefe des Himmels zu ſchlieſsen. – Er
hat den Himmel gleichſam geſagt. –
Die Stern Menge nimmt auf eine merkliche
Weiſe ab wenn man ſich von der Milchſtraße
entfernt. Herſchel fand in einer Quadratſicht in der
Milchſtraße 550–600 Sterne je weiter er davon
abging deſto weniger fand er zuletzt nur 5–66. –
Die Milchſtraße ſcheint eine Projection zu ſein;
die Waage und der Waſsermann, das Haupthaar
der Berenize und die Bildhauer Werkſtatt
ſind die Pole der Milchſtraße.
Ware die Milchſtraße nicht Projection ſo ſähe
man nicht ein, warum grade am größten
Kreiſe die Sterne ſo aufgehäuft wären.
In wirklichen Sternhaufen ſieht man zwar daß
viele Sterne von einer Größe zuſammen
gedrängt ſind, und immer mehr nach innen
als nach außen; in der Milchſtraße aber ſind
Sterne von allen Größen zuſammen gehäuft
. –
Herſchels merkwürdige Richtungen des
Himmels haben es wahrſcheinlich gemacht daß
die große Axe
Milchſtraße 550–600 Sterne je weiter er davon
abging deſto weniger fand er zuletzt nur 5–66. –
Die Milchſtraße ſcheint eine Projection zu ſein;
die Waage und der Waſsermann, das Haupthaar
der Berenize und die Bildhauer Werkſtatt
ſind die Pole der Milchſtraße.
Ware die Milchſtraße nicht Projection ſo ſähe
man nicht ein, warum grade am größten
Kreiſe die Sterne ſo aufgehäuft wären.
In wirklichen Sternhaufen ſieht man zwar daß
viele Sterne von einer Größe zuſammen
gedrängt ſind, und immer mehr nach innen
als nach außen; in der Milchſtraße aber ſind
Sterne von allen Größen zuſammen gehäuft
. –
Herſchels merkwürdige Richtungen des
Himmels haben es wahrſcheinlich gemacht daß
die große Axe
unſrer Sterninſel 800 Syrius-Meilen lang iſt;
die kleine aber 140–150 Syrius Meilen beträgt.
Herſchel hat zu erfahren geſucht ob wir würklich
auf einer Sterninſel aus befinden oder ob
unſere Sternſchicht mit andern Gruppen in
Verbindung ſtehn. – Früher glaubte er heiter
der Milchſtraße überall nur den Himmel
zu ſehen. Später aber bemerkte er Nebelflecke
von denen man glaubt daß ſie aus
näher wären; man erklärte dadurch auch die
Sternarmuth hinter der Milchſtraße, indem
ſie von der größere Maſse der Nebelflecke
angezogen wurden.
Nach eben derſelben Wahrſcheinlichkeit wie
Herſchel unſere Sternſchicht beſtimmte, glaubte
er daß unſer Sonnenſyſtem ſich zwiſchen
den Adler und Orion befinde, und das Verhältniß
vom Adler zum Orion ſie wie 5 : 3;
nemlich vom Adler bis zum Orion 500 und
vom Orion bis zu uns 300.
(?)
Man hat von der Milchſtraße aus noch mehrere
auslaufende Trümmer an andern Stellen
geſehen ſo daß man glaubt ſie ſei in der Theilung
die kleine aber 140–150 Syrius Meilen beträgt.
Herſchel hat zu erfahren geſucht ob wir würklich
auf einer Sterninſel aus befinden oder ob
unſere Sternſchicht mit andern Gruppen in
Verbindung ſtehn. – Früher glaubte er heiter
der Milchſtraße überall nur den Himmel
zu ſehen. Später aber bemerkte er Nebelflecke
von denen man glaubt daß ſie aus
näher wären; man erklärte dadurch auch die
Sternarmuth hinter der Milchſtraße, indem
ſie von der größere Maſse der Nebelflecke
angezogen wurden.
Nach eben derſelben Wahrſcheinlichkeit wie
Herſchel unſere Sternſchicht beſtimmte, glaubte
er daß unſer Sonnenſyſtem ſich zwiſchen
den Adler und Orion befinde, und das Verhältniß
vom Adler zum Orion ſie wie 5 : 3;
nemlich vom Adler bis zum Orion 500 und
vom Orion bis zu uns 300.
(?)
Man hat von der Milchſtraße aus noch mehrere
auslaufende Trümmer an andern Stellen
geſehen ſo daß man glaubt ſie ſei in der Theilung
begriffen. Die Milchſtraße ſelbſt iſt ſchon früher
als zuſammenhäufung von Sternen angeſehen
worden.
So lange man nicht durch Beobachtungen ſondern
nur durch Vernunftſchlüſse auf die Milchſtraße
ſchlieſsen konnten, waren ſchon dieſelben Ideen
von Kant 1755 und ſpäter von Lambert 1761 ausgeſprochen
worden. Herſchels erſte Beobachtungen
waren erſt 1790 – doch ſelbſt früher
als die Vernunftſchlüſse Kants und Lamberts
und die Beobachtungen Herſchels hatten die
Araber ſie ſchon als ſolche erkannt. – Die
Araber nannten ſie den Fluß; die ſpaniſchen
Mönche den Jakobs Stab.
Die Milchſtraße theilt ſich im Sternbilde des
Schwans, ſo daß β in einem Arm demſelben
und die andere in dem andern Arm liegen
in derſelben Gegend wo die neuen Sterne
aufgelodert ſind – Auch bei den Füßen des
Centaur ſieht man einen Theil derſelben abgehen
.
Die Breite der Milchſtraße iſt 2° bis 17°; am breiteſten
iſt ſie bei dem Canopus am ſchmalſten
als zuſammenhäufung von Sternen angeſehen
worden.
So lange man nicht durch Beobachtungen ſondern
nur durch Vernunftſchlüſse auf die Milchſtraße
ſchlieſsen konnten, waren ſchon dieſelben Ideen
von Kant 1755 und ſpäter von Lambert 1761 ausgeſprochen
worden. Herſchels erſte Beobachtungen
waren erſt 1790 – doch ſelbſt früher
als die Vernunftſchlüſse Kants und Lamberts
und die Beobachtungen Herſchels hatten die
Araber ſie ſchon als ſolche erkannt. – Die
Araber nannten ſie den Fluß; die ſpaniſchen
Mönche den Jakobs Stab.
Die Milchſtraße theilt ſich im Sternbilde des
Schwans, ſo daß β in einem Arm demſelben
und die andere in dem andern Arm liegen
in derſelben Gegend wo die neuen Sterne
aufgelodert ſind – Auch bei den Füßen des
Centaur ſieht man einen Theil derſelben abgehen
.
Die Breite der Milchſtraße iſt 2° bis 17°; am breiteſten
iſt ſie bei dem Canopus am ſchmalſten
bei dem Fuß des ſüdlichen Kreuzes.
Die ganze Zone der Nebelflecke erſtrekt ſich
durch die Jungfrau, das Haupthaar, der Beroniza
durchſtreicht die Milchſtraße bei der Caſsiopeia
und endet bei der Bildhauer Werkstatt. –
Daß iſt die welche Herſchel bemerkt hat und
vielleicht einen Theil der Sterne entzog die zu
unſerm Syſtem gehören.
Bewegung der Fixſterne. Wir ſprechen hier nicht
von einer Bewegung einzelner Fixſterne,
ſondern von der die allen gemeinſchaftlich angehört
; es iſt nicht eine ſcheinbare Folge der Projection
, Oberation, der Geſchwindigkeit unſrer
Erdachſe, ſondern eine wirkliche Bewegung.
In neuerer Zeit haben Herſchel in England
und Prevôt in Genf Unterſuchungen angeſtellt
aus dem hervorzugehen ſcheint; daß unſer ganzes
Sternſyſtem ſich nach dem Herkules hinbewegt
. In den neueſten Zeiten wurden dieſe
Unterſuchungen von Neuem vorgenommen
und man hat deutlich eingeſehen, daß wenn
man auch vieles der Translation der Sternſchichten
zuſchieben wollte doch noch immer viel
Die ganze Zone der Nebelflecke erſtrekt ſich
durch die Jungfrau, das Haupthaar, der Beroniza
durchſtreicht die Milchſtraße bei der Caſsiopeia
und endet bei der Bildhauer Werkstatt. –
Daß iſt die welche Herſchel bemerkt hat und
vielleicht einen Theil der Sterne entzog die zu
unſerm Syſtem gehören.
Bewegung der Fixſterne. Wir ſprechen hier nicht
von einer Bewegung einzelner Fixſterne,
ſondern von der die allen gemeinſchaftlich angehört
; es iſt nicht eine ſcheinbare Folge der Projection
, Oberation, der Geſchwindigkeit unſrer
Erdachſe, ſondern eine wirkliche Bewegung.
In neuerer Zeit haben Herſchel in England
und Prevôt in Genf Unterſuchungen angeſtellt
aus dem hervorzugehen ſcheint; daß unſer ganzes
Sternſyſtem ſich nach dem Herkules hinbewegt
. In den neueſten Zeiten wurden dieſe
Unterſuchungen von Neuem vorgenommen
und man hat deutlich eingeſehen, daß wenn
man auch vieles der Translation der Sternſchichten
zuſchieben wollte doch noch immer viel
übrig bleibt, was man der Bewegung der Fixſterne
ſelbſt zuſchreiben muß. – Doc hat ſich viel damit
beſchäftigt nachdem ſeit Lacailles Zeiten nicht da
für gethan iſt; und es fand ſich was durch Fallou
einen engliſchen Aſtronom beſtätigt wurde,
daß die Sterne 1ter Größe am ſüdlichen Himmel
nur eine kleine Bewegung haben, weit weniger
als Arctur und Syrius; eben ſo gering als
Aldebaran, obgleich ſie weit näher liegen; ebenfalls
daß Sterne 4ter und 5ter Größe oft eigenthümlich
ſtärkere Bewegung zeigen als 1ter Größe.
Entfernung der Fixſterne
Die abſolute Entfernung der Fixſterne iſt uns
wie gewöhnlich geſagt wird nicht bekannt. Gewiſsermaßen
iſt dies allerdings wahr; doch
muß man bemerken, daß man die Größe
einer Sache kennt, wenn ihre Grenzen bekañt
ſind. – Die Grenzen der Entfernung der Fixſterne
kann man kennen lernen, aus ihrer
Parallaxe. Wir können hier aus nicht mit
der Art die Parallaxe und die Entfernung der
Fixſterne zu beſtimmen, aufhalten. Die Weltbeſchreibung
begnügt ſich damit, die Reſultate
ſelbſt zuſchreiben muß. – Doc hat ſich viel damit
beſchäftigt nachdem ſeit Lacailles Zeiten nicht da
für gethan iſt; und es fand ſich was durch Fallou
einen engliſchen Aſtronom beſtätigt wurde,
daß die Sterne 1ter Größe am ſüdlichen Himmel
nur eine kleine Bewegung haben, weit weniger
als Arctur und Syrius; eben ſo gering als
Aldebaran, obgleich ſie weit näher liegen; ebenfalls
daß Sterne 4ter und 5ter Größe oft eigenthümlich
ſtärkere Bewegung zeigen als 1ter Größe.
Entfernung der Fixſterne
Die abſolute Entfernung der Fixſterne iſt uns
wie gewöhnlich geſagt wird nicht bekannt. Gewiſsermaßen
iſt dies allerdings wahr; doch
muß man bemerken, daß man die Größe
einer Sache kennt, wenn ihre Grenzen bekañt
ſind. – Die Grenzen der Entfernung der Fixſterne
kann man kennen lernen, aus ihrer
Parallaxe. Wir können hier aus nicht mit
der Art die Parallaxe und die Entfernung der
Fixſterne zu beſtimmen, aufhalten. Die Weltbeſchreibung
begnügt ſich damit, die Reſultate
zu entwickeln, welche die meſsende Aſtronomie
gefunden hat die Parallaxe hängt ab: 1, von
der Entfernung um die ſich der Beobachter verändert
hat. 2, von der Entfernung des Gegenſtandes
ſelbſt, 3, von den Winkeln welche die
Viſirlinien bilden. – Daraus kann man ſchlieſsen
ob wirklich eine Parallaxe ſtatt findet oder nicht
daher war bei Jodly einer Baſis von 40 Millionen
Meilen die Axe der Erdbahn die Viſionsradien
parallel erſcheinen. Daraus entſteht die Grenze
für die Entfernung der Fixſterne. Sobald der
Winkel den die Viſions Radien bilden noch 1″
beträgt, ſo iſt der Stern wenigſtens 4 Billionen
Meilen. – Man hatte früher als einen der
gegründeſten Einwendungen zu das Kopernikaniſchen
Syſtem den betrachtet daß man bei
den Fixſternen keine Verſchiedenheit der Geſichtsradien
bemerke, und wußte daß damals
nicht zu erklären. Bei der außerordentlichen
Entfernung der Fixſterne iſt dieß aber
ſehr natürlich.
Brannelag in Dublin hat mit ſeinem 8 füßigen
Kreis Beobachtungen des Sterns α in der Leÿer
gemacht und glaubte bei ihm eine Parallaxe
gefunden hat die Parallaxe hängt ab: 1, von
der Entfernung um die ſich der Beobachter verändert
hat. 2, von der Entfernung des Gegenſtandes
ſelbſt, 3, von den Winkeln welche die
Viſirlinien bilden. – Daraus kann man ſchlieſsen
ob wirklich eine Parallaxe ſtatt findet oder nicht
daher war bei Jodly einer Baſis von 40 Millionen
Meilen die Axe der Erdbahn die Viſionsradien
parallel erſcheinen. Daraus entſteht die Grenze
für die Entfernung der Fixſterne. Sobald der
Winkel den die Viſions Radien bilden noch 1″
beträgt, ſo iſt der Stern wenigſtens 4 Billionen
Meilen. – Man hatte früher als einen der
gegründeſten Einwendungen zu das Kopernikaniſchen
Syſtem den betrachtet daß man bei
den Fixſternen keine Verſchiedenheit der Geſichtsradien
bemerke, und wußte daß damals
nicht zu erklären. Bei der außerordentlichen
Entfernung der Fixſterne iſt dieß aber
ſehr natürlich.
Brannelag in Dublin hat mit ſeinem 8 füßigen
Kreis Beobachtungen des Sterns α in der Leÿer
gemacht und glaubte bei ihm eine Parallaxe
von 1½ Sekunde gefunden zu haben. – Doch wurde
dieſe Meinung durch die feinere Beobachtungen
vernichtet die Herr Pouce in Greenwich
anſtellte. Er hatte an einer beſondern abgeſonderten
Mauer mit einem 12 füßigen Fernrohr
ein Vorrichtung gemacht, durch die daſſelbe
grade nach dem Zenith hin gerichtet war;
durch ein Fadenkreuz konnte er die Entfernung
meſsen. Das Inſtrument war ſo genau daß
er einen Winkel von 0,2 Secunden angeben
könnte. Er findet aber durchaus keine Parallaxe
.
Sind nun die Entfernungen der Sterne 1ter
Größe auf 4 Billion Meilen angenommen,
ſo kann man auch den Durchmeſser dieſer Weltkörper
auf dieſelbe Weiſe finden, indem
man die Grenzen beſtimmt und angiebt
daß ſie wenigſtens ſo viel betragen müſsen.
Das einzige und beſte Mittel bieten uns
die Bedeckungen der Sterne durch den Mond
und die Bewegung des Mondes ſelbſt. – Der
Mond durchläuft in 1″ Zeit ½″ Raum im Bogen
; hätte demnach ein Stern einen Durchmeſser
von 1″ ſo müßten 2″ Zeit vergehen bis
dieſe Meinung durch die feinere Beobachtungen
vernichtet die Herr Pouce in Greenwich
anſtellte. Er hatte an einer beſondern abgeſonderten
Mauer mit einem 12 füßigen Fernrohr
ein Vorrichtung gemacht, durch die daſſelbe
grade nach dem Zenith hin gerichtet war;
durch ein Fadenkreuz konnte er die Entfernung
meſsen. Das Inſtrument war ſo genau daß
er einen Winkel von 0,2 Secunden angeben
könnte. Er findet aber durchaus keine Parallaxe
.
Sind nun die Entfernungen der Sterne 1ter
Größe auf 4 Billion Meilen angenommen,
ſo kann man auch den Durchmeſser dieſer Weltkörper
auf dieſelbe Weiſe finden, indem
man die Grenzen beſtimmt und angiebt
daß ſie wenigſtens ſo viel betragen müſsen.
Das einzige und beſte Mittel bieten uns
die Bedeckungen der Sterne durch den Mond
und die Bewegung des Mondes ſelbſt. – Der
Mond durchläuft in 1″ Zeit ½″ Raum im Bogen
; hätte demnach ein Stern einen Durchmeſser
von 1″ ſo müßten 2″ Zeit vergehen bis
er vom Monde bedeckt werden könnte. – In den
gewöhnlichen Fällen, die ausgenommen wovon
früher die Rede war, wo aber die Inflection
des Lichts hinzutritt iſt aber die Bedeckung des
Sterns augenblicklich; man kann daher die Folge
ziehen daß der Fixſtern nicht 1″ im Durchmeſser
haben kann. –
Herſchel hat angenom̃en das Veja α in der
Länge ⅓″ Durchmeſser hat; bei der angenommenen
Entfernung würde jetzt der
Durchmeſser 34 mal größer ſein als der
Durchmeſser der Sonne.
Huygens und Halay haben ſchon lange bevor
Kant und Lambert durch Vernunftſchlüſse
und Herſchel durch Beobachtungen
dieſes zu ergründen ſuchten, ſich damit beſchäftigt
. Aber ſchon viel früher haben Aristarch
und die allen Philoſophen dieſe Ideen in
verſchiedenen Formen ausgeſprochen.
Thales ſagte ſchon die Fixſterne ſeine Sonnen,
und andere ſie ſeien Welten und beſtänden
wie unſere Erde, aus Erde, Waſser und Luft
Heraklid vom Pontus – Herſchel aber hat
gewöhnlichen Fällen, die ausgenommen wovon
früher die Rede war, wo aber die Inflection
des Lichts hinzutritt iſt aber die Bedeckung des
Sterns augenblicklich; man kann daher die Folge
ziehen daß der Fixſtern nicht 1″ im Durchmeſser
haben kann. –
Herſchel hat angenom̃en das Veja α in der
Länge ⅓″ Durchmeſser hat; bei der angenommenen
Entfernung würde jetzt der
Durchmeſser 34 mal größer ſein als der
Durchmeſser der Sonne.
Huygens und Halay haben ſchon lange bevor
Kant und Lambert durch Vernunftſchlüſse
und Herſchel durch Beobachtungen
dieſes zu ergründen ſuchten, ſich damit beſchäftigt
. Aber ſchon viel früher haben Aristarch
und die allen Philoſophen dieſe Ideen in
verſchiedenen Formen ausgeſprochen.
Thales ſagte ſchon die Fixſterne ſeine Sonnen,
und andere ſie ſeien Welten und beſtänden
wie unſere Erde, aus Erde, Waſser und Luft
Heraklid vom Pontus – Herſchel aber hat
dieſe Idee zur Klarheit gebracht: die Beobachtungen
der Fixſterne gehören jetzt nicht mehr
der beſchauenden ſondern der Winkel-meſsenden
Aſtronomie an.
Bevor wir dieſen Gegenstand verlaſsen wird
es dienlich ſein ein Reſultat daraus zu ziehen:
Man muß wohl unterſcheiden was wir mit
Sicherheit wiſsen von dem was wir nur der
Analogie nach kennen durch Schlüſse erfaſsen.
Mit Sicherheit wiſsen wir 1, Die Exiſtenz der
Sterne und der Nebel, wozu beſonders die
neuern Fernröhre merkwürdig geworden
ſind. Das große 40 füßige Fernrohr von Herſchel
hat nie dazu dienen können die Geſtalt
der Sterne beſtimmt anzugeben, aber doch
die entfernteſten Räumen damit zu durchdringen;
durch dieſer wurden die Trabanten der Saturn
und der Uranus entdeckt. –
2, Mit einer Art von Gewißheit kennen wir
die Zahl der Sterne 1ter bis 7ter Größe wenigſtens
120,000
3, Die Farbe der Sterne in den entfernteſten
Räumen; ja ſelbſt die röthliche Farbe einiger
Nebelflecke.
der Fixſterne gehören jetzt nicht mehr
der beſchauenden ſondern der Winkel-meſsenden
Aſtronomie an.
Bevor wir dieſen Gegenstand verlaſsen wird
es dienlich ſein ein Reſultat daraus zu ziehen:
Man muß wohl unterſcheiden was wir mit
Sicherheit wiſsen von dem was wir nur der
Analogie nach kennen durch Schlüſse erfaſsen.
Mit Sicherheit wiſsen wir 1, Die Exiſtenz der
Sterne und der Nebel, wozu beſonders die
neuern Fernröhre merkwürdig geworden
ſind. Das große 40 füßige Fernrohr von Herſchel
hat nie dazu dienen können die Geſtalt
der Sterne beſtimmt anzugeben, aber doch
die entfernteſten Räumen damit zu durchdringen;
durch dieſer wurden die Trabanten der Saturn
und der Uranus entdeckt. –
2, Mit einer Art von Gewißheit kennen wir
die Zahl der Sterne 1ter bis 7ter Größe wenigſtens
120,000
3, Die Farbe der Sterne in den entfernteſten
Räumen; ja ſelbſt die röthliche Farbe einiger
Nebelflecke.
Dagegen kennt man nicht mit Gewißheit: die Geſtalt
der Sterne ſelbſt: ſie ſcheinen faſt wie Scheiben
; aber man kennt. 4, die Geſtalt der Sterngruppen
: 5, das Minimum der Entfernung und
des Durchmeſsers. – Mit Beſtimmtheit endlich
kennt man. 6, alles was zu unſerm Sonnenſyſtem
gehört.
Aber vollkommen ungewiß iſt aus noch Alles
was auf Projection ſich bezieht, ob die Zuſammenhäufungen
nur bloße Täuſchungen ſind
oder nicht; ungewiß ſind wir über das was
zu unſerm Sternſyſtem gehört: ob wir die
Magelhaniſchen Wolken, das Haupthaar der
Beronica dazu rechnen können, ob alle Nebelflecke
und Sterne 6ter und 7ter Größe unſerm
Syſtem angehören oder nicht. Ob die Nebelflecke
oder die Sterne 6ter und 7ter Größe
entfernter von uns ſind. Endlich iſt ungewiß
wie die Dimenſionen unſrer Sternſchicht
ſind; wir kennen ſie nur durch photometriſche
Meſsungen.
17. Vorlesung, 2. Januar 1828
3, Unſer Sonnenſyſtem
Durch wirkliche Beobachtung ſehen wir eigentlich
der Sterne ſelbſt: ſie ſcheinen faſt wie Scheiben
; aber man kennt. 4, die Geſtalt der Sterngruppen
: 5, das Minimum der Entfernung und
des Durchmeſsers. – Mit Beſtimmtheit endlich
kennt man. 6, alles was zu unſerm Sonnenſyſtem
gehört.
Aber vollkommen ungewiß iſt aus noch Alles
was auf Projection ſich bezieht, ob die Zuſammenhäufungen
nur bloße Täuſchungen ſind
oder nicht; ungewiß ſind wir über das was
zu unſerm Sternſyſtem gehört: ob wir die
Magelhaniſchen Wolken, das Haupthaar der
Beronica dazu rechnen können, ob alle Nebelflecke
und Sterne 6ter und 7ter Größe unſerm
Syſtem angehören oder nicht. Ob die Nebelflecke
oder die Sterne 6ter und 7ter Größe
entfernter von uns ſind. Endlich iſt ungewiß
wie die Dimenſionen unſrer Sternſchicht
ſind; wir kennen ſie nur durch photometriſche
Meſsungen.
17. Vorlesung, 2. Januar 1828
3, Unſer Sonnenſyſtem
Durch wirkliche Beobachtung ſehen wir eigentlich
nichts unſere Sonnenſyſtem Ähnliches in den Him̃elsräumen
. Unſere Sonne hat viele Ähnlichkeit
mit den Fixſternen; die Planeten aber
ſind dunkle Körper, doch iſt es noch nicht entſchieden
ob alles Licht, welches ſie haben der Sonne
angehört oder ob ſie nicht außer dieſem
noch eigne Phosphoreszens haben. Beſtimmt
ſehen wir aber beim Monde eine doppelte
Beleuchtung; die Erde empfängt einmal Licht
von der Sonne und giebt es dann dem Monde
wieder aſchfarbenes Licht des Mondes im
erſten und dritten Viertel – Es iſt damit nicht
das Nichtverſchwinden der Mondſcheibe bei einer
Letalen Mondsfinſterniß zu verwechſeln;
dieß kommt von der Inflection des Lichts her
und wird darüber ſpäter geſprochen werden. –
Wir haben demnach zu unterſcheiden: 1, das reflectirte
Licht; 2, das zweimal reflectirte Licht.
Unſer Sonnenſyſtem beſteht aus 11 Hauptplaneten,
18 Nebenplaneten und Monden, 2 Kometen die
in der Bahn der Hauptplaneten eingeſchloſsen
ſind; und viele Tauſend andern Kometen, die
über die Bahn des Uranus hinaus gehen; wahrſcheinlich
noch aus einer Menge kleinrer Weltkörper
. Unſere Sonne hat viele Ähnlichkeit
mit den Fixſternen; die Planeten aber
ſind dunkle Körper, doch iſt es noch nicht entſchieden
ob alles Licht, welches ſie haben der Sonne
angehört oder ob ſie nicht außer dieſem
noch eigne Phosphoreszens haben. Beſtimmt
ſehen wir aber beim Monde eine doppelte
Beleuchtung; die Erde empfängt einmal Licht
von der Sonne und giebt es dann dem Monde
wieder aſchfarbenes Licht des Mondes im
erſten und dritten Viertel – Es iſt damit nicht
das Nichtverſchwinden der Mondſcheibe bei einer
Letalen Mondsfinſterniß zu verwechſeln;
dieß kommt von der Inflection des Lichts her
und wird darüber ſpäter geſprochen werden. –
Wir haben demnach zu unterſcheiden: 1, das reflectirte
Licht; 2, das zweimal reflectirte Licht.
Unſer Sonnenſyſtem beſteht aus 11 Hauptplaneten,
18 Nebenplaneten und Monden, 2 Kometen die
in der Bahn der Hauptplaneten eingeſchloſsen
ſind; und viele Tauſend andern Kometen, die
über die Bahn des Uranus hinaus gehen; wahrſcheinlich
noch aus einer Menge kleinrer Weltkörper
: Aeroliten, und endlich einer nebligen,
leuchtende Materie: Das Zodiakal Licht – den
Planeten hat man ſchon frühzeitig den Namen
der Wandelſterne beigelegt.
Die Idee daß die Sonne als Centralkörper
in der Mitte ſtehe hat ſchon frühzeitig geherrſcht
, wenigſtens wurde ſie geahndet. Doch beging
man darin Fehler, daß man einmal
nicht als ganz in der Mitte ſtehend anſah
ſondern ſich einen Körper dachte um den
die Sonne und die Erde ſich drehte, wie Philolaus
, und zweitens, daß man Rotation mit
Translation verwechſelte. Ariſtarch von Samos
kannte ſchon beide Bewegungen
Von den 6 Arten von Weltkörpern, ſind die
Planeten dem Raume nach der unwichtigſte
Theil, doch für uns der Wichtigſte, weil ſie
uns eine Menge von Kenntniſsen verſchaffen
zu denen wir nicht gekommen ſein würden
wenn die Erde allein da geweſen wäre.
Gewiß iſt es daß einige Planeten eine Art
von eigne Phosphoreszenz haben; beſonders ♀,
bei dem man die dunkle Seite wie ein aſchfarbenes
Licht ſieht; es kann dieß nicht wie beim
Monde vom Wiederſchein erklärte werden, da
leuchtende Materie: Das Zodiakal Licht – den
Planeten hat man ſchon frühzeitig den Namen
der Wandelſterne beigelegt.
Die Idee daß die Sonne als Centralkörper
in der Mitte ſtehe hat ſchon frühzeitig geherrſcht
, wenigſtens wurde ſie geahndet. Doch beging
man darin Fehler, daß man einmal
nicht als ganz in der Mitte ſtehend anſah
ſondern ſich einen Körper dachte um den
die Sonne und die Erde ſich drehte, wie Philolaus
, und zweitens, daß man Rotation mit
Translation verwechſelte. Ariſtarch von Samos
kannte ſchon beide Bewegungen
Von den 6 Arten von Weltkörpern, ſind die
Planeten dem Raume nach der unwichtigſte
Theil, doch für uns der Wichtigſte, weil ſie
uns eine Menge von Kenntniſsen verſchaffen
zu denen wir nicht gekommen ſein würden
wenn die Erde allein da geweſen wäre.
Gewiß iſt es daß einige Planeten eine Art
von eigne Phosphoreszenz haben; beſonders ♀,
bei dem man die dunkle Seite wie ein aſchfarbenes
Licht ſieht; es kann dieß nicht wie beim
Monde vom Wiederſchein erklärte werden, da
ſich kein Körper ſo in der Nähe befindet. – Beim
Monde hat man auch eine ſolche Phosphoreszenz
vermuthet, daß ſcheint dieß unrichtig zu ſein,
und ſein aſchfarbenes Licht nur vom Wiederſchein
von der Erde her zu rühren. Auch bei ♂
und ⚶ hat man eine ſolche Phosphoreszenz
geglaubt, da beide eine ſehr große Lichtſtärke
beſitzen.
Nicht alle Planeten haben ein weißes Licht:
Mars hat ein trübes röthliches Licht, Saturn
mehr gräulich weiß. Merkur und Venus haben
die größte Weiße. Die Jupiters Trabanten
ſind bisweilen blau und orangefarbig, was
wir ſchon bei den entferntern Weltkörpern
ebenfalls geſehen haben.
Die Alten ſprechen bald von 5 bald von 7
Planeten; wo ſie im letztern Falle Sonne
und Mond hinzurechneten. Am entfernteſten
war Saturn Kronos dann Jupiter Zeus,
Phaeton Mars, Sonne, Venus Aphrodita,
Lucifer, Phosphorus Merkur Hermes Mond
Luna Cicero: Somnium Scipionis . Sie benañten
die Tage der Woche danach, indem ſie
dieſe kleine Zeitperiode folgender Art entſtehen
Monde hat man auch eine ſolche Phosphoreszenz
vermuthet, daß ſcheint dieß unrichtig zu ſein,
und ſein aſchfarbenes Licht nur vom Wiederſchein
von der Erde her zu rühren. Auch bei ♂
und ⚶ hat man eine ſolche Phosphoreszenz
geglaubt, da beide eine ſehr große Lichtſtärke
beſitzen.
Nicht alle Planeten haben ein weißes Licht:
Mars hat ein trübes röthliches Licht, Saturn
mehr gräulich weiß. Merkur und Venus haben
die größte Weiße. Die Jupiters Trabanten
ſind bisweilen blau und orangefarbig, was
wir ſchon bei den entferntern Weltkörpern
ebenfalls geſehen haben.
Die Alten ſprechen bald von 5 bald von 7
Planeten; wo ſie im letztern Falle Sonne
und Mond hinzurechneten. Am entfernteſten
war Saturn Kronos dann Jupiter Zeus,
Phaeton Mars, Sonne, Venus Aphrodita,
Lucifer, Phosphorus Merkur Hermes Mond
Luna Cicero: Somnium Scipionis . Sie benañten
die Tage der Woche danach, indem ſie
dieſe kleine Zeitperiode folgender Art entſtehen
ließen wie die Casſius angiebt. Durch jeden
der Planeten wurde eine Stunde bezeichnet,
mit der erſten Stunde des Sonabends anfangend
die mit ♄ bezeichnet wurde zählen ſie
immer bis 24 fort, wo als dann der Tag den
Namen von den Planeten erhielt, welcher ſeine
erſte Stunde bezeichnete, ſo folgten ♄ ☉ ☾ ♂ ☿ ♃ ♀
für die Bezeichnung der Tage und der Namen
derſelben.
Unerachtet die Alten nur 5 Planeten kannten, ſo
hatten ſie doch ſie Vermuthung von einer weit
größern Zahl. Artinidos ? hat ſchon behauptet
daß es mehrere gäbe, die man aber wegen
ihrer Ferne nicht ſehen könne. Andre leiteten
die Mondsfinſterniſse von Planeten her die ſich
verſchieben.
Lange Zeit blieb dieſer Zuſtand der Kenntniß,
ſeit dem 17ten Jahrhundert folgten aber die
neuen Entdeckungen ſchnell auf einander.
Man muß hierbei wohl das Sehen eines
Sterns vom Entdecken unterſcheiden; die
Entdeckung muß man dem zuſchreiben der
zuerſt erkannte, was für ein Weltkörper
es ſei uſw. 1610 wurde ein Jupiters Trabant
der Planeten wurde eine Stunde bezeichnet,
mit der erſten Stunde des Sonabends anfangend
die mit ♄ bezeichnet wurde zählen ſie
immer bis 24 fort, wo als dann der Tag den
Namen von den Planeten erhielt, welcher ſeine
erſte Stunde bezeichnete, ſo folgten ♄ ☉ ☾ ♂ ☿ ♃ ♀
für die Bezeichnung der Tage und der Namen
derſelben.
Unerachtet die Alten nur 5 Planeten kannten, ſo
hatten ſie doch ſie Vermuthung von einer weit
größern Zahl. Artinidos ? hat ſchon behauptet
daß es mehrere gäbe, die man aber wegen
ihrer Ferne nicht ſehen könne. Andre leiteten
die Mondsfinſterniſse von Planeten her die ſich
verſchieben.
Lange Zeit blieb dieſer Zuſtand der Kenntniß,
ſeit dem 17ten Jahrhundert folgten aber die
neuen Entdeckungen ſchnell auf einander.
Man muß hierbei wohl das Sehen eines
Sterns vom Entdecken unterſcheiden; die
Entdeckung muß man dem zuſchreiben der
zuerſt erkannte, was für ein Weltkörper
es ſei uſw. 1610 wurde ein Jupiters Trabant
entdeckt. 1655 der 6te Saturn Trabant von Huygens
1672 der 7te von Dom. Castiri 1781 Uranus von
Herſchel ſchon 1690 von Fflanz Staedt /?/ geſehen
1790 der dritte Uranus Trabant 1796 der 6te
alle von Herſchel, 1801 Ceres von Piazzi:
1802 Pallas von Olbers; 1804 Juno und 1807 Veſta
von Olbers; 1818 der Enkeſche Komet und 1826
der Bielaſche planetariſche Komet. So daß
6 Hauptplaneten 8 Satelliten 4 planetariſche
Kometen von 6 deutſchen Aſtronomen entdeckt
wurden, in den Zeitraum von 50 Jahren.
Entfernung der Planeten. Unſere Erde iſt
108 Sonnendurchmeſser oder 20½ Mil. Meilen
von der Sonne entfernt. Saturn 1030 Soñendurchmeſser
; Uranus beinah doppelt ſo viel
um 19 Erdweiten Entfernungen der Erde von
der Sonne oder 2000 Sonnendurchmeſser, oder
400 Mil. Meilen. Die großen Entfernungen
der Kometen können wir nur wenig. Der
von 1680 geht nur 3½ mal ſo weit als Uranus;
der von 1811 aber 22 mal ſo weit als Uranus.
Unſer Planetſyſtem iſt daher nur ſehr klein
gegen die Entfernungen in die Cometen hingehen,
die 22000 Jahre zu ihrem Umlauf gebrauchen.
Gegen die bekannten wie der von 1811 verhält
1672 der 7te von Dom. Castiri 1781 Uranus von
Herſchel ſchon 1690 von Fflanz Staedt /?/ geſehen
1790 der dritte Uranus Trabant 1796 der 6te
alle von Herſchel, 1801 Ceres von Piazzi:
1802 Pallas von Olbers; 1804 Juno und 1807 Veſta
von Olbers; 1818 der Enkeſche Komet und 1826
der Bielaſche planetariſche Komet. So daß
6 Hauptplaneten 8 Satelliten 4 planetariſche
Kometen von 6 deutſchen Aſtronomen entdeckt
wurden, in den Zeitraum von 50 Jahren.
Entfernung der Planeten. Unſere Erde iſt
108 Sonnendurchmeſser oder 20½ Mil. Meilen
von der Sonne entfernt. Saturn 1030 Soñendurchmeſser
; Uranus beinah doppelt ſo viel
um 19 Erdweiten Entfernungen der Erde von
der Sonne oder 2000 Sonnendurchmeſser, oder
400 Mil. Meilen. Die großen Entfernungen
der Kometen können wir nur wenig. Der
von 1680 geht nur 3½ mal ſo weit als Uranus;
der von 1811 aber 22 mal ſo weit als Uranus.
Unſer Planetſyſtem iſt daher nur ſehr klein
gegen die Entfernungen in die Cometen hingehen,
die 22000 Jahre zu ihrem Umlauf gebrauchen.
Gegen die bekannten wie der von 1811 verhält
ſich demnach die Entfernung des Planetenſyſtems
wie 1 : 22; nach der Wahrſcheinlichkeit gegen
die entferntern aber wie 1 : 100. – Er bleibt im̃er
noch ein leerer Raum zwiſchen den Sonnenſyſtem
und den nächſten Fixſternen: der Abſtand
des Uranus iſt nur der 10000ſte Theil
von dem des Syrius. Die äußerſte Grenze
des Cometen von 1811 war 1 : 22, nehmen wir
nun das doppelte an ſo daß die weiteſte
Entfernung der Planeten zu der der Cometen
wie 1 : 44, ſo wird der ganze Durchmeſser
des Sonnenſyſtems noch 1/200 der Syrius
weite betragen. – Laplace hat die Meinung
aufgeſtellt, daß die Kometen von
einem Syſtem zum andern übergehen, doch
kann dieß nur bloß eine Vermuthung
ſein.
Größe. – In der Größe der Planeten ſieht man
kein Verhältniß zu ihren Abſtänden. Vom
Merkur bis zum Uranus übergehend ſieht man
2 mal ein Maximum und 3 mal ein Minimum.
Der kleinſte von den planetariſchen Weltkörpern
iſt der innerſte Mond des Saturn;
die größten der Satelliten iſt der 3te des Jupiters
und der äußerſte des Saturn.
wie 1 : 22; nach der Wahrſcheinlichkeit gegen
die entferntern aber wie 1 : 100. – Er bleibt im̃er
noch ein leerer Raum zwiſchen den Sonnenſyſtem
und den nächſten Fixſternen: der Abſtand
des Uranus iſt nur der 10000ſte Theil
von dem des Syrius. Die äußerſte Grenze
des Cometen von 1811 war 1 : 22, nehmen wir
nun das doppelte an ſo daß die weiteſte
Entfernung der Planeten zu der der Cometen
wie 1 : 44, ſo wird der ganze Durchmeſser
des Sonnenſyſtems noch 1/200 der Syrius
weite betragen. – Laplace hat die Meinung
aufgeſtellt, daß die Kometen von
einem Syſtem zum andern übergehen, doch
kann dieß nur bloß eine Vermuthung
ſein.
Größe. – In der Größe der Planeten ſieht man
kein Verhältniß zu ihren Abſtänden. Vom
Merkur bis zum Uranus übergehend ſieht man
2 mal ein Maximum und 3 mal ein Minimum.
Der kleinſte von den planetariſchen Weltkörpern
iſt der innerſte Mond des Saturn;
die größten der Satelliten iſt der 3te des Jupiters
und der äußerſte des Saturn.
Der erſte Jupiters Trabant iſt 5 Durchmeſser
der Hauptplaneten von demſelben entfernt;
der erſte Uranus Trabant, 13 Durchmeſser
des Uranus. Unſer Mond 6½ Erddurchmeſser
von der Erde. Die erſten Monde verhalten
ſich bei Saturn, Jupiter und Uranus wie
23. 25 und (?) – Die Monde des Uranus ſind
am weiteſten von ihrem Hauptplaneten
entfernt. Der Saturn Trabant ſteht um
510,000 Meilen von ſeinem Hauptplaneten
ab. – Unſer Mond 50,000 Meilen.
Die Abſtände der Planeten untereinander
haben ſchon früh die Aufmerkſamkeit der
Menſchen auf ſich gezogen. Prewost in Genf
hat den Satz der Pythagoräer unterſucht:
daß ſich die Abſtände verhalten wie die
Atomen. Keppler brachte die Abſtände in
einer Reihe. – Er ſetzte die Entfernung der
Sonne vom Merkur = 4 dann wurde Venus
4 + 2°. 3 = 7 = 4 + 3 |; Erde 4 + 2 . 3 = 10; Mars 4 + 2 ? 3 =
= 16 uſw. – Die Abſtände ſind ſpäterhin
näher beſtimmt und nicht ganz ſo gefunden
worden, doch nur wenig abweichend, jedoch
glaubte er aus dieſer Reihe ſchon vorher
zu beſtimmen daß zwiſchen Mars und Jupiter
der Hauptplaneten von demſelben entfernt;
der erſte Uranus Trabant, 13 Durchmeſser
des Uranus. Unſer Mond 6½ Erddurchmeſser
von der Erde. Die erſten Monde verhalten
ſich bei Saturn, Jupiter und Uranus wie
23. 25 und (?) – Die Monde des Uranus ſind
am weiteſten von ihrem Hauptplaneten
entfernt. Der Saturn Trabant ſteht um
510,000 Meilen von ſeinem Hauptplaneten
ab. – Unſer Mond 50,000 Meilen.
Die Abſtände der Planeten untereinander
haben ſchon früh die Aufmerkſamkeit der
Menſchen auf ſich gezogen. Prewost in Genf
hat den Satz der Pythagoräer unterſucht:
daß ſich die Abſtände verhalten wie die
Atomen. Keppler brachte die Abſtände in
einer Reihe. – Er ſetzte die Entfernung der
Sonne vom Merkur = 4 dann wurde Venus
4 + 2°. 3 = 7 = 4 + 3 |; Erde 4 + 2 . 3 = 10; Mars 4 + 2 ? 3 =
= 16 uſw. – Die Abſtände ſind ſpäterhin
näher beſtimmt und nicht ganz ſo gefunden
worden, doch nur wenig abweichend, jedoch
glaubte er aus dieſer Reihe ſchon vorher
zu beſtimmen daß zwiſchen Mars und Jupiter
noch ein Planet liegen müſse, deſsen Abſtand
ſei = 4 + 23. 3 = 28; man fand ſpäter ſtatt einen
deren 4. – Man hat gefunden daß der
Abſtand von ♀ nicht 7 ſondern 7½ beträgt; ♃
ſtatt 52 iſt 53,7, entfernt; Uranus ſollte 196 ſein,
iſt aber 198,3.
Bewegung Alle Hauptplaneten haben das miteinander
gemein, daß ſie ſich in derſelben Richtung
um die Sonne bewegen, und zwar in
derſelben Ebene; eben ſo auch die N. Planeten
um ihre Hauptplaneten; dagegen nehmen die Kometen
alle Richtungen an, eben ſo wie wir es
bei den Doppelſternen geſehen haben.
Die nächſten Planeten ſind am wenigſten gegen
die Ebene der Sonnenäquators geneigt
Merkur 2°45′; am meiſten Pallas 37°8; Juno
16°. – Die Bahnen der Uranus Monde ſind
ſenkrecht auf der Bahn des Uranus ſelbſt. Dagegen
bei uns die Bahnen der Erde und des
Mondes wenig verſchieden. Der äußerſte Satellit
des ♄ und der äußerſte des ♃ ſind weniger
geneigt als die nähern deshalb kommen
nur ſelten Verfinſterungen vor.
Bei allen Nebenplaneten iſt die Umlaufszeit
ſei = 4 + 23. 3 = 28; man fand ſpäter ſtatt einen
deren 4. – Man hat gefunden daß der
Abſtand von ♀ nicht 7 ſondern 7½ beträgt; ♃
ſtatt 52 iſt 53,7, entfernt; Uranus ſollte 196 ſein,
iſt aber 198,3.
Bewegung Alle Hauptplaneten haben das miteinander
gemein, daß ſie ſich in derſelben Richtung
um die Sonne bewegen, und zwar in
derſelben Ebene; eben ſo auch die N. Planeten
um ihre Hauptplaneten; dagegen nehmen die Kometen
alle Richtungen an, eben ſo wie wir es
bei den Doppelſternen geſehen haben.
Die nächſten Planeten ſind am wenigſten gegen
die Ebene der Sonnenäquators geneigt
Merkur 2°45′; am meiſten Pallas 37°8; Juno
16°. – Die Bahnen der Uranus Monde ſind
ſenkrecht auf der Bahn des Uranus ſelbſt. Dagegen
bei uns die Bahnen der Erde und des
Mondes wenig verſchieden. Der äußerſte Satellit
des ♄ und der äußerſte des ♃ ſind weniger
geneigt als die nähern deshalb kommen
nur ſelten Verfinſterungen vor.
Bei allen Nebenplaneten iſt die Umlaufszeit
um ihren Hauptplanet gleich der Rotationszeit
um ihre Axe, ſo daß ſie dem Hauptplanet immer
dieſelbe Seite zu kehren. Die Bahnen
aller Nebenplaneten haben nur wenig Excentricität
– Unter den Hauptplaneten haben die
größte Excentricität der Bahnen: Juno, Pallas,
Merkur, Veſta. – Juno, 2500, Mars 900, Jupiter
400, Venus der geringſte 0,006 – Bei Pallas und
Juno iſt mit der großen Excentricität,
eine große Neigung der Axe verbunden, bei
Merkur aber nicht.
18. Vorlesung, 5. Januar 1828
Dichtigkeit. Wenn man die Dichtigkeit von
7 Planeten die man mit ziemlicher Gewißheit
kennt, vergleicht, ſo ſieht man daß die Dichtigkeiten
abnehmen, wenn die Abſtände zunehmen.
Eine Ausnahme macht Uranus, der weiter
entfernt und doch dabei dichter iſt als Saturn.
Schon im Naturbilde haben wir angedeutet wie
wir 2 Theile in dem Planetenſyſtem unterſcheiden
können nämlich von der Sonne bis zu
dem kleinen Planeten, Aſtäroiden – innern
Planeten – und von dem Aſtäroiden bis zum Uranus
, äußere Planeten. Es finden in dieſen
beiden Theilen des Planetenſyſtems große
um ihre Axe, ſo daß ſie dem Hauptplanet immer
dieſelbe Seite zu kehren. Die Bahnen
aller Nebenplaneten haben nur wenig Excentricität
– Unter den Hauptplaneten haben die
größte Excentricität der Bahnen: Juno, Pallas,
Merkur, Veſta. – Juno, 2500, Mars 900, Jupiter
400, Venus der geringſte 0,006 – Bei Pallas und
Juno iſt mit der großen Excentricität,
eine große Neigung der Axe verbunden, bei
Merkur aber nicht.
18. Vorlesung, 5. Januar 1828
Dichtigkeit. Wenn man die Dichtigkeit von
7 Planeten die man mit ziemlicher Gewißheit
kennt, vergleicht, ſo ſieht man daß die Dichtigkeiten
abnehmen, wenn die Abſtände zunehmen.
Eine Ausnahme macht Uranus, der weiter
entfernt und doch dabei dichter iſt als Saturn.
Schon im Naturbilde haben wir angedeutet wie
wir 2 Theile in dem Planetenſyſtem unterſcheiden
können nämlich von der Sonne bis zu
dem kleinen Planeten, Aſtäroiden – innern
Planeten – und von dem Aſtäroiden bis zum Uranus
, äußere Planeten. Es finden in dieſen
beiden Theilen des Planetenſyſtems große
Verſchiedenheiten ſtatt, hinſichts ihrer Bahnen,
Dichtigkeit, Stellung der Axe zur Aequator.
Ebene der Sonne, Mondenreichthum, Abplattung
und dgl.
Die Sonne hat nicht wie Keppler fälſchlich annahm
die größte Dichtigkeit der Weltkörper
unſeres Sonnenſyſtems; ſie iſt 1,2 das 🜄 als
Einheit genommen ungefähr die der Salpeterſäure
.
🜄?
– Die Dichtigkeit des Merkur iſt nicht genau
bekannt, doch iſt ſie gewiß nicht unter 17, Dichtigkeit
der Platina Körner nach andern iſt ſie zwiſchen
20 und 21. – Venus, 5, 2 – Erde 4,8 bis 5,4
noch ſpäter näher zu erläutern Mars 3,3. –
Hier fängt das neue Syſtem der äußern Planeten
an, die auffallend weniger dicht ſind: Jupiter
1,08, Saturn, 0,47 Tannenholz Uranus etwas dichter
0,9 ungefähr Alkaliſche Metalle
Die Vergleiche ſind deshalb angeführt, damit man
nicht etwa glaubt, daß dieſe minder dichte Planeten
nur aus Flüſsigkeiten beſtehen könnten; es
können wirklich erdige Stoffe ſein wie z. B. Bimſtein
|0,7| Mandelſtein den man in Mexiko ſo
leicht findet, daß er auf dem Waſser ſchwimmt.
Um die Maſse zu kennen iſt außer der Dichtigkeit
Dichtigkeit, Stellung der Axe zur Aequator.
Ebene der Sonne, Mondenreichthum, Abplattung
und dgl.
Die Sonne hat nicht wie Keppler fälſchlich annahm
die größte Dichtigkeit der Weltkörper
unſeres Sonnenſyſtems; ſie iſt 1,2 das 🜄 als
Einheit genommen ungefähr die der Salpeterſäure
.
🜄?
– Die Dichtigkeit des Merkur iſt nicht genau
bekannt, doch iſt ſie gewiß nicht unter 17, Dichtigkeit
der Platina Körner nach andern iſt ſie zwiſchen
20 und 21. – Venus, 5, 2 – Erde 4,8 bis 5,4
noch ſpäter näher zu erläutern Mars 3,3. –
Hier fängt das neue Syſtem der äußern Planeten
an, die auffallend weniger dicht ſind: Jupiter
1,08, Saturn, 0,47 Tannenholz Uranus etwas dichter
0,9 ungefähr Alkaliſche Metalle
Die Vergleiche ſind deshalb angeführt, damit man
nicht etwa glaubt, daß dieſe minder dichte Planeten
nur aus Flüſsigkeiten beſtehen könnten; es
können wirklich erdige Stoffe ſein wie z. B. Bimſtein
|0,7| Mandelſtein den man in Mexiko ſo
leicht findet, daß er auf dem Waſser ſchwimmt.
Um die Maſse zu kennen iſt außer der Dichtigkeit
noch die Kenntniß des Volumens nöthig. – Die
Planeten ziehen ſich nach der Quantität ihrer materiellen
Theilchen an, daher ♃ und ♄ trotz ihrer geringen
Dichtigkeit wegen ihres großen Volumens
viele Störungen hervor bringen können.
Die Dichtigkeit hat auf zweierlei Weiſe beſtimmt
werden können: einmal durch die Beobachtung
wie ſich die Planeten gegenſeitig ſtören, 2, durch die
Größe der Planeten, wiewohl die materiellen Theile
nicht bei allen Planeten gleich expanſirt ſind
Aragos Beobachtungen . – Gams Gaus hatte die Maſse
des Jupiters außerordentlich verbeſsert durch die
Beobachtung der Störungen, welche er in der Bahn
des Pallas ausübt. – Die Cometen von denen
man einiger maßen hat die Maſse beſtimmen
können erhalten einen ſehr geringe Dichtigkeit,
und 0,005 der Erde.
Im Durchſchnitt haben die innere Planeten eine
5 mal größere Dichtigkeit als die äußern. Keppler
hatte mit Unrecht vermuthet daß ſich die Dichtigkeiten
der Planeten wie die Quadratwurzeln der
Entfernungen verhalten
Die Sonne hat 560 mal mehr wägbare Theile als
Planeten ziehen ſich nach der Quantität ihrer materiellen
Theilchen an, daher ♃ und ♄ trotz ihrer geringen
Dichtigkeit wegen ihres großen Volumens
viele Störungen hervor bringen können.
Die Dichtigkeit hat auf zweierlei Weiſe beſtimmt
werden können: einmal durch die Beobachtung
wie ſich die Planeten gegenſeitig ſtören, 2, durch die
Größe der Planeten, wiewohl die materiellen Theile
nicht bei allen Planeten gleich expanſirt ſind
Aragos Beobachtungen . – Gams Gaus hatte die Maſse
des Jupiters außerordentlich verbeſsert durch die
Beobachtung der Störungen, welche er in der Bahn
des Pallas ausübt. – Die Cometen von denen
man einiger maßen hat die Maſse beſtimmen
können erhalten einen ſehr geringe Dichtigkeit,
und 0,005 der Erde.
Im Durchſchnitt haben die innere Planeten eine
5 mal größere Dichtigkeit als die äußern. Keppler
hatte mit Unrecht vermuthet daß ſich die Dichtigkeiten
der Planeten wie die Quadratwurzeln der
Entfernungen verhalten
Die Sonne hat 560 mal mehr wägbare Theile als
alle Planeten zuſammen genommen und einen
2000C? mal größere Kubikinhalt. Faſt ¾ der ganzen
Planeten Maſse gehören dem Jupiter allein an;
♃ und ♄ zuſammen genommen verhalten ſich Hinſichts
der Zahl ihrer Maſsentheile zu allen übrigen
Planeten wie 20 : 1. – Unſere Erde iſt weit von dieſen
großen Planeten entfernt, und kañ daher in
ihrer Bahn nicht ſo leicht eine Störung durch ſie er
leiden. ♀ iſt an Maſse ſo ziemlich der ♁ gleich; ♂
aber kaum nur die Hälfte.
Man hätte glauben können, daß die Satelliten dünner
ſein müſsen als ihre Hauptplaneten, wenn man
von unſerm Mond ſchließen wollte indem ſich verhält
☾ : ♂ = 1 : 1,47. | = 0,55 : 1? | Rd
Von den Jupiters Monden aber ſind 3 dichter als
der Jupiter ſelbſt; der 4te bei weitem dichter; er
verhält ſich zum Jupiter wie 1,7 : 1. Ähnlich bei ♄
ziehen wir aus allen dieſen ein Reſultat, ſo findet
ſich daß die innere Planeten, die in der Sonne
und den Aſtäroiden liegen kleiner ſind als die Erde
.
(1,17 : 1·)? | Rd)
Setzen wir die Erde = 1 ſo iſt die mittlere Größe
von Venus, Merkur, Erde und Mars = ½. –
2000C? mal größere Kubikinhalt. Faſt ¾ der ganzen
Planeten Maſse gehören dem Jupiter allein an;
♃ und ♄ zuſammen genommen verhalten ſich Hinſichts
der Zahl ihrer Maſsentheile zu allen übrigen
Planeten wie 20 : 1. – Unſere Erde iſt weit von dieſen
großen Planeten entfernt, und kañ daher in
ihrer Bahn nicht ſo leicht eine Störung durch ſie er
leiden. ♀ iſt an Maſse ſo ziemlich der ♁ gleich; ♂
aber kaum nur die Hälfte.
Man hätte glauben können, daß die Satelliten dünner
ſein müſsen als ihre Hauptplaneten, wenn man
von unſerm Mond ſchließen wollte indem ſich verhält
☾ : ♂ = 1 : 1,47. | = 0,55 : 1? | Rd
Von den Jupiters Monden aber ſind 3 dichter als
der Jupiter ſelbſt; der 4te bei weitem dichter; er
verhält ſich zum Jupiter wie 1,7 : 1. Ähnlich bei ♄
ziehen wir aus allen dieſen ein Reſultat, ſo findet
ſich daß die innere Planeten, die in der Sonne
und den Aſtäroiden liegen kleiner ſind als die Erde
.
(1,17 : 1·)? | Rd)
Setzen wir die Erde = 1 ſo iſt die mittlere Größe
von Venus, Merkur, Erde und Mars = ½. –
Bei den äußern Planeten iſt die Größe weit ungleicher
; das Mittel iſt 780.
Sie ſchwanken zwiſchen 1333 und 77. – Die innere
Planeten ſind dichter als die äußeren; die Dichtigkeit
von jenen iſt wie Platina und Magnetſtein.
Die Dichtigkeit der äußern übertrifft nicht die des
Waſsers. Selbſt der wenig dichte der innere Planeten
, Mars iſt noch 3 mal dichter als der dichteſte
der äußere Jupiter. – Die äußere Planeten haben
einen ſchnellere Rotation 10 Stunden als die innere
und haben eine größere Abplattung. Mars ſcheint
eine Ausnahme zu machen, wiewohl ſeine Rotation
nach 24½ Stunde beträgt; ſeine Abplattung aber
iſt nach Herſchel1/15 . – Die äußere Planeten
ſind mondreicher als die innere; es ſind hier 17
Satelliten und der Ring der Saturn vermuthlich
eine Menge von Monden die noch in Verbindung
mit einander ſtehen . Die innere haben
nur ein einzigen Mond, den unſerer Erde.
Den Mond den man der Venus zuſchrieb exiſtirt
nicht. – Bei den äußern Planeten bemerkt
man merkwürdige Zonen, paralelle Streifen;
man hat ſie Verdickungen ihrer Atmosphären genannt
, doch nach Sambulaſton und Cuitors Unterſuchungen
; das Mittel iſt 780.
Sie ſchwanken zwiſchen 1333 und 77. – Die innere
Planeten ſind dichter als die äußeren; die Dichtigkeit
von jenen iſt wie Platina und Magnetſtein.
Die Dichtigkeit der äußern übertrifft nicht die des
Waſsers. Selbſt der wenig dichte der innere Planeten
, Mars iſt noch 3 mal dichter als der dichteſte
der äußere Jupiter. – Die äußere Planeten haben
einen ſchnellere Rotation 10 Stunden als die innere
und haben eine größere Abplattung. Mars ſcheint
eine Ausnahme zu machen, wiewohl ſeine Rotation
nach 24½ Stunde beträgt; ſeine Abplattung aber
iſt nach Herſchel1/15 . – Die äußere Planeten
ſind mondreicher als die innere; es ſind hier 17
Satelliten und der Ring der Saturn vermuthlich
eine Menge von Monden die noch in Verbindung
mit einander ſtehen . Die innere haben
nur ein einzigen Mond, den unſerer Erde.
Den Mond den man der Venus zuſchrieb exiſtirt
nicht. – Bei den äußern Planeten bemerkt
man merkwürdige Zonen, paralelle Streifen;
man hat ſie Verdickungen ihrer Atmosphären genannt
, doch nach Sambulaſton und Cuitors Unterſuchungen
bei ♃ und ♄ iſt dies nicht wahrſcheinlich. Bei den
innern Planeten hat man nichts von dieſer Erſcheinung
geſehen.
Die Schiefe der Ekliptik der Winkel den der Aequator
mit der Bahn macht iſt nach Herſchel
bei der Venus 72°, wogegen ſie bei Merkur,
Mars und Erde ſchwankt zwiſchen 20° und 22°. Bei
den äußern iſt der Unterſchied größer; Uranus
ſteht mit ſeiner Axe ſenkrecht auf der Bahn; dagegen
Jupiter nur eine Schiefe von 3° hat.
Erſt ſehr ſpät hat man die Umlaufszeit einiger
Planeten gefunden. Von Jupiter, Venus und Mars
ſchon zwiſchen 1665 und 1671; dagegen war Saturn
erſt durch Herſchel 1789; von Merkur aber nicht
mit derſelben Gewißheit, durch Schröder 1800.
Die Abplattung iſt ſehr verſchieden. Bei Mars
giebt ſie Herſchel ſehr beträchtlich an: 1/15 trotz
ſeiner langſamen Umlaufszeit. Es kann ſeine
Richtigkeit haben, da die Abplattung von ſehr vielen
Elementen abhängig iſt, von dem erſten Stoß
den der Planet erhalten hat, von der Art der
Verhärtung und von der innern Dichtigkeit. –
Die Abplattung der Erde iſt 1/290; der Jupiter 1/15,
innern Planeten hat man nichts von dieſer Erſcheinung
geſehen.
Die Schiefe der Ekliptik der Winkel den der Aequator
mit der Bahn macht iſt nach Herſchel
bei der Venus 72°, wogegen ſie bei Merkur,
Mars und Erde ſchwankt zwiſchen 20° und 22°. Bei
den äußern iſt der Unterſchied größer; Uranus
ſteht mit ſeiner Axe ſenkrecht auf der Bahn; dagegen
Jupiter nur eine Schiefe von 3° hat.
Erſt ſehr ſpät hat man die Umlaufszeit einiger
Planeten gefunden. Von Jupiter, Venus und Mars
ſchon zwiſchen 1665 und 1671; dagegen war Saturn
erſt durch Herſchel 1789; von Merkur aber nicht
mit derſelben Gewißheit, durch Schröder 1800.
Die Abplattung iſt ſehr verſchieden. Bei Mars
giebt ſie Herſchel ſehr beträchtlich an: 1/15 trotz
ſeiner langſamen Umlaufszeit. Es kann ſeine
Richtigkeit haben, da die Abplattung von ſehr vielen
Elementen abhängig iſt, von dem erſten Stoß
den der Planet erhalten hat, von der Art der
Verhärtung und von der innern Dichtigkeit. –
Die Abplattung der Erde iſt 1/290; der Jupiter 1/15,
Saturn 1/11 und zwiſchen die Hauptabplattung vielleicht
unter einem Winkel 45° Von Uranus kennt
man ſie nicht genau Herſchel giebt ſie ſehr beträchtlich
an, auf jeden Fall iſt ſie noch größer wie
die des Saturn.
Die merkwürdige Erſcheinung daß ſich in den Schichten
unſerer Erde d. Menge von Thieren und Pflanzenformen
im höchſten Norden vorfinden und zwar
nicht nur ſolcher die den jetzt beſtehenden nicht
ähnlich ſind, ſondern auch ſolche die wir jetzt in
heißen Zonen finden hat Veranlaſsung zu mancherlei
Erklarungen gegeben. –
Man hat die Erklärung in einer größere
Wärmekraft des Centralkörpers geſucht und geglaubt
daß die Sonne mehrere Sonnenflecke gehabt
habe, denen die Sonnenfackeln immer vorher
gehen. Da nun dieſe Sonnenfackeln die Wärmeſtralen
der Sonne zu vermehren ſcheinen
ſo iſt es möglich daß auf der ganzen Erde eine
hohere Temperatur ſtatt gefunden habe, gleich
der die jetzt unter den Tropen iſt. Wie groß
aber dieſe Veränderung ſei, ob nicht vielleicht
gar nicht merklich gegen die eigne Temperatur der
unter einem Winkel 45° Von Uranus kennt
man ſie nicht genau Herſchel giebt ſie ſehr beträchtlich
an, auf jeden Fall iſt ſie noch größer wie
die des Saturn.
Die merkwürdige Erſcheinung daß ſich in den Schichten
unſerer Erde d. Menge von Thieren und Pflanzenformen
im höchſten Norden vorfinden und zwar
nicht nur ſolcher die den jetzt beſtehenden nicht
ähnlich ſind, ſondern auch ſolche die wir jetzt in
heißen Zonen finden hat Veranlaſsung zu mancherlei
Erklarungen gegeben. –
Man hat die Erklärung in einer größere
Wärmekraft des Centralkörpers geſucht und geglaubt
daß die Sonne mehrere Sonnenflecke gehabt
habe, denen die Sonnenfackeln immer vorher
gehen. Da nun dieſe Sonnenfackeln die Wärmeſtralen
der Sonne zu vermehren ſcheinen
ſo iſt es möglich daß auf der ganzen Erde eine
hohere Temperatur ſtatt gefunden habe, gleich
der die jetzt unter den Tropen iſt. Wie groß
aber dieſe Veränderung ſei, ob nicht vielleicht
gar nicht merklich gegen die eigne Temperatur der
Erde die ſchon exiſtirte, werden wir ſpäter unterſuchen
.
Zweitens hat man den Grund in der Schiefe der
Ekliptik geſucht; aus ältern Beobachtungen von
2900 Jahren her aus einem chineſiſchen
Manuſcript
das Gobel nach Europa brachte, geht hervor
daß die Schiefe der Ekliptik in der Zeit
im Abnehmen begriffen iſt. Man hat ehedem
daraus geſchloſsen, daß dieſe Abnahme wohl
immer weiter gehen könnte, und zuletzt die
Erdaxe ſenkrecht auf die Bahn wie bei ♂ zu
ſtehen kommen könnte , ſo daß ein ewiger Frühling
auf der Erde ſtatt finden würde. – Eine
Stelle in Herodot hatte man mißverſtanden
wo er ſagt, daß in Aegypten die Sonne ſchon
2mal dort untergegangen wäre, wo ſie
jetzt aufgehe, und dort aufgegangen wo ſie
jetzt untergehe. Ideler hat dieſe Stelle ſehr richtig
aus der Grundſtern-Periode erklärt,
wonach ihr Jahr wandelbar war, ſo daß Herodot
nur davon gehört hatte, daß die Sonnenwende
4 mal dahin gefallen war, wo eine andere Benennung
der Monate ſtatt fand.
.
Zweitens hat man den Grund in der Schiefe der
Ekliptik geſucht; aus ältern Beobachtungen von
2900 Jahren her aus einem chineſiſchen
Manuſcript
das Gobel nach Europa brachte, geht hervor
daß die Schiefe der Ekliptik in der Zeit
im Abnehmen begriffen iſt. Man hat ehedem
daraus geſchloſsen, daß dieſe Abnahme wohl
immer weiter gehen könnte, und zuletzt die
Erdaxe ſenkrecht auf die Bahn wie bei ♂ zu
ſtehen kommen könnte , ſo daß ein ewiger Frühling
auf der Erde ſtatt finden würde. – Eine
Stelle in Herodot hatte man mißverſtanden
wo er ſagt, daß in Aegypten die Sonne ſchon
2mal dort untergegangen wäre, wo ſie
jetzt aufgehe, und dort aufgegangen wo ſie
jetzt untergehe. Ideler hat dieſe Stelle ſehr richtig
aus der Grundſtern-Periode erklärt,
wonach ihr Jahr wandelbar war, ſo daß Herodot
nur davon gehört hatte, daß die Sonnenwende
4 mal dahin gefallen war, wo eine andere Benennung
der Monate ſtatt fand.
In neuere Zeiten iſt beſonders durch Laplace
entdeckt worden, daß die Schiefe der Ekliptik
nicht ununterbrochen abnehme, ſondern daß ſo
wie alle Veränderungen auch dieſe periodiſch
iſt. – Die Dauer dieſer Periode iſt aber weniger
gewiß als ihre Quantität; ſie kann nur
eine Verſchiedenheit der Lage, die auf die Climate
gar keinen Einfluß haben kann; es würde
ungefähr ſo ſein daß Toledo dorthin käme
wo jetzt Cadix liegt.
Eine dritte Erklärung iſt die, daß wenn man
ſich ſeit Louvils Zeiten in dieſer Abnahme der Schiefe
der Ekliptik geirrt hat, und die Erdaxe in einem
Zeitraum von 25 bis 28000 Jahren oscillirt, ſo wäre es
vielleicht möglich daß eine Verſchiedenheit der
Temperatur dadurch entſtanden ſei, daß ein fremder
Weltkörper wenn auch nur von geringer
Dichtigkeit, der aber durch eine deſto größere
Geſchwindigkeit eine gewiſse Kraft erhalten hätte
an die Erde geſtoßen, und die Erdaxe dadurch
eine andere Lage bekommen habe. – Es kommt
dann nur darauf an zu unterſuchen, wenn die
Erdaxe früher eine andere Lage gegen ihre
entdeckt worden, daß die Schiefe der Ekliptik
nicht ununterbrochen abnehme, ſondern daß ſo
wie alle Veränderungen auch dieſe periodiſch
iſt. – Die Dauer dieſer Periode iſt aber weniger
gewiß als ihre Quantität; ſie kann nur
eine Verſchiedenheit der Lage, die auf die Climate
gar keinen Einfluß haben kann; es würde
ungefähr ſo ſein daß Toledo dorthin käme
wo jetzt Cadix liegt.
Eine dritte Erklärung iſt die, daß wenn man
ſich ſeit Louvils Zeiten in dieſer Abnahme der Schiefe
der Ekliptik geirrt hat, und die Erdaxe in einem
Zeitraum von 25 bis 28000 Jahren oscillirt, ſo wäre es
vielleicht möglich daß eine Verſchiedenheit der
Temperatur dadurch entſtanden ſei, daß ein fremder
Weltkörper wenn auch nur von geringer
Dichtigkeit, der aber durch eine deſto größere
Geſchwindigkeit eine gewiſse Kraft erhalten hätte
an die Erde geſtoßen, und die Erdaxe dadurch
eine andere Lage bekommen habe. – Es kommt
dann nur darauf an zu unterſuchen, wenn die
Erdaxe früher eine andere Lage gegen ihre
Bahn hatte, ob dann die Climate auf der Erde
von der Art ſein könnten, daß ſie, eine ſolche
Verſchiedenheit in der Production hervorgebracht
haben wurden. – Die Unterſuchung iſt um ſo
wichtiger und nothwendiger, da man in der
Geographie häufig annimmt, daß wenn der Aequator
ſenkrecht auf der Ekliptik wäre, überall
Tropengewächſe auf der Erde verbreitet ſein
würden; aber ebenſo brauchte man den Ausdruck
eines ewigen Frühlings uſw.
Die Neigung des Aequators eines Planeten
gegen deſsen Bahn beſtimmt die Dauer des
Tages und die Höhe, welche die Sonne an einem
beſtimmten Orte erreicht. Die Jahreszeiten ſtehen
hiermit in genauer Verbindung; jemehr die Jahreszeiten
gleich werden, deſto ähnlicher wird
die Länge der Tage und der Nächte, die Umlaufszeit
eines Planeten um den Centralkörper beſtimmt
die Entfernung den Epoche um welche
die Jahreszeiten ſich ändern. Die Lange und
Dauer der Jahreszeiten wird dadurch beſtimmt,
dieß iſt die aſtronomiſche Klimatologie;
von der Art ſein könnten, daß ſie, eine ſolche
Verſchiedenheit in der Production hervorgebracht
haben wurden. – Die Unterſuchung iſt um ſo
wichtiger und nothwendiger, da man in der
Geographie häufig annimmt, daß wenn der Aequator
ſenkrecht auf der Ekliptik wäre, überall
Tropengewächſe auf der Erde verbreitet ſein
würden; aber ebenſo brauchte man den Ausdruck
eines ewigen Frühlings uſw.
Die Neigung des Aequators eines Planeten
gegen deſsen Bahn beſtimmt die Dauer des
Tages und die Höhe, welche die Sonne an einem
beſtimmten Orte erreicht. Die Jahreszeiten ſtehen
hiermit in genauer Verbindung; jemehr die Jahreszeiten
gleich werden, deſto ähnlicher wird
die Länge der Tage und der Nächte, die Umlaufszeit
eines Planeten um den Centralkörper beſtimmt
die Entfernung den Epoche um welche
die Jahreszeiten ſich ändern. Die Lange und
Dauer der Jahreszeiten wird dadurch beſtimmt,
dieß iſt die aſtronomiſche Klimatologie;
dagegen die chemiſche ganz anders, die durch den
Winkel beſtimmt wird, den die Sonnenſtralen
bilden, indem ſie auf die Erde fallen.
Die Wärme wächſt aber nicht in dem Verhältniß
wie der Winkel wächſt indem die Sonnenſtralen
auf die Erde fallen. – In größer der
Winkel iſt unter den die Sonnenſtralen auf die
Erde fallen, deſto mehr werden ſie zurückgeworfen
; aber die Lichtſtralen die ſo zurückgeworfen
werden daß ſie bleiben wie ſie
waren tragen weniger zu Erwärmung bei;
die Quantität der zurückgeworfenen, nicht
abſorbirten Stralen beſtimmt die Erwärmung
der Fläche. Sie iſt ganz dieſelbe oder
doch nur wenig verſchieden wenn der Winkel 70°
und wenn er 90° iſt; ſehr beträchtlich iſt dagegen
die Zunahme der Wärme vom Horizont an bis
zu einen Winkel von 20°. Daher iſt die phyſiſche
Wärme nicht das Mittel zwiſchen den obern und
untern Stand der Sonne.
Jupiter der nur 3° Schiefe der Ekliptik hat,
Winkel beſtimmt wird, den die Sonnenſtralen
bilden, indem ſie auf die Erde fallen.
Die Wärme wächſt aber nicht in dem Verhältniß
wie der Winkel wächſt indem die Sonnenſtralen
auf die Erde fallen. – In größer der
Winkel iſt unter den die Sonnenſtralen auf die
Erde fallen, deſto mehr werden ſie zurückgeworfen
; aber die Lichtſtralen die ſo zurückgeworfen
werden daß ſie bleiben wie ſie
waren tragen weniger zu Erwärmung bei;
die Quantität der zurückgeworfenen, nicht
abſorbirten Stralen beſtimmt die Erwärmung
der Fläche. Sie iſt ganz dieſelbe oder
doch nur wenig verſchieden wenn der Winkel 70°
und wenn er 90° iſt; ſehr beträchtlich iſt dagegen
die Zunahme der Wärme vom Horizont an bis
zu einen Winkel von 20°. Daher iſt die phyſiſche
Wärme nicht das Mittel zwiſchen den obern und
untern Stand der Sonne.
Jupiter der nur 3° Schiefe der Ekliptik hat,
Venus 72° und Uranus 90° ſind die Extreme für
die Neigung des Aequators der Planeten zu
ihrer Bahn. – Wir brauchen dieſe Extreme nur
zu unterſuchen, ob für alle übrige Fälle das
Reſultat zu ziehen, denn je größer die Schiefe
der Ekliptik deſto größer iſt für einen Ort
der Unterſchied der kleinſten und größten
Meridianhöhe der Sonne, oder die Verſchiedenheit
der Jahreszeit.
19. Vorlesung, 9. Januar 1828
Stände der Aequator, Erdachſe ſenkrecht auf der
Erdbahn, ſo ſtände die Sonne an jedem Orte einmal
im Zenith und einmal im Nadir; fiele
der Aequator mit der Erdbahn zuſammen, ſo
würde an jedem Orte eine ewig gleiche Temperatur
herrſchen, die die mittlere wäre für
jeden Ort.
Dieſem Zuſtand iſt Jupiter ſehr nahe; wir nähern
uns demſelben. – Bei dem andern Zuſtande
iſt Uranus; wäre die Erde in demſelben, ſo würde
die Sonne einmal in Petersburg und Berlin
Palmen hervorbringen können; aber dann wieder
im Nadir ſtehen, wo dies Clima aufhören
würde.
die Neigung des Aequators der Planeten zu
ihrer Bahn. – Wir brauchen dieſe Extreme nur
zu unterſuchen, ob für alle übrige Fälle das
Reſultat zu ziehen, denn je größer die Schiefe
der Ekliptik deſto größer iſt für einen Ort
der Unterſchied der kleinſten und größten
Meridianhöhe der Sonne, oder die Verſchiedenheit
der Jahreszeit.
19. Vorlesung, 9. Januar 1828
Stände der Aequator, Erdachſe ſenkrecht auf der
Erdbahn, ſo ſtände die Sonne an jedem Orte einmal
im Zenith und einmal im Nadir; fiele
der Aequator mit der Erdbahn zuſammen, ſo
würde an jedem Orte eine ewig gleiche Temperatur
herrſchen, die die mittlere wäre für
jeden Ort.
Dieſem Zuſtand iſt Jupiter ſehr nahe; wir nähern
uns demſelben. – Bei dem andern Zuſtande
iſt Uranus; wäre die Erde in demſelben, ſo würde
die Sonne einmal in Petersburg und Berlin
Palmen hervorbringen können; aber dann wieder
im Nadir ſtehen, wo dies Clima aufhören
würde.
Es würde demnach in allen Punkten die größte
Hitze und ein andersmal die ſtrengſte Kälte
herrſchen.
In dem Falle wo die Erdachſe in der Bahn der Erde
liegt wie beinah bei ♃ würde die Höhe
der Sonne für jeden Art das Complement der
Breite deſselben ſein; für 70° Breite würde die
Sonne 20° hoch ſtehen, für 75° würde ſie 15° ſtehen
uſw.; es würde daher in dieſem Falle nicht ein
ewiger Frühling ſtatt finden, ſondern nur für
jeden Ort ein und dieſelbe Temperatur, während
des ganzen Jahres. Es würde dieſer Zuſtand
allerdings günſtiger für die Vegetation ſein,
als der vorige wo die Extreme ſtatt fanden,
doch würde das Palmen Clima nur höchſtens bis
ins ſüdliche Frankreich hinaufreichen. –
Die Tropengewächſe wie baumartige Farrenkräuter
und dgl. würden ebenfalls nur bis hieher
kommen. Die Temperatur von Madera iſt
16° R. von Van Dymens Land 10° R. – Man findet hier
das Bambus Schilf verſteinert in den Uebergangs-
Gebirgen. Doc hat ſelbſt es in einer Höhe von 5–6000′
Hitze und ein andersmal die ſtrengſte Kälte
herrſchen.
In dem Falle wo die Erdachſe in der Bahn der Erde
liegt wie beinah bei ♃ würde die Höhe
der Sonne für jeden Art das Complement der
Breite deſselben ſein; für 70° Breite würde die
Sonne 20° hoch ſtehen, für 75° würde ſie 15° ſtehen
uſw.; es würde daher in dieſem Falle nicht ein
ewiger Frühling ſtatt finden, ſondern nur für
jeden Ort ein und dieſelbe Temperatur, während
des ganzen Jahres. Es würde dieſer Zuſtand
allerdings günſtiger für die Vegetation ſein,
als der vorige wo die Extreme ſtatt fanden,
doch würde das Palmen Clima nur höchſtens bis
ins ſüdliche Frankreich hinaufreichen. –
Die Tropengewächſe wie baumartige Farrenkräuter
und dgl. würden ebenfalls nur bis hieher
kommen. Die Temperatur von Madera iſt
16° R. von Van Dymens Land 10° R. – Man findet hier
das Bambus Schilf verſteinert in den Uebergangs-
Gebirgen. Doc hat ſelbſt es in einer Höhe von 5–6000′
gefunden, dort herrſcht noch eine mittlere Wärme
von 15° R. – Die Bergpalme Cerepeandicola geht
nicht weiter herunter als 900 Toiſen und geht hinauf
bis 1500 Toiſen, wonach die Temperatur von
Mayland herrſcht, 10° R. – Die Butra montana
und noch eine 3te Palme gehen bis 1400 Toiſen in
der Andes Kette wo noch 11½° R. –
Die höchſte Höhe wo Palmen wachſen ſind 1500
Toiſen bis 1700 Toiſen Andes-Kette ſind keine
Palmengewächſe mehr zu finden. Wo die mittlere
Temperatur 8° beträgt, geht ſie bis 0° hinüber.
Die Palmen brauchen aber eine größere Wärme,
ſie darf nicht tiefer als 5° R. hinunter gehen,
doch iſt aber die mittlere Wärme 10° bei 45°
Breite . – Die Palme würde alſo bei der angenommenen
Stellung der Erdaxe oval bis in
Iberien und das ſüdliche Frankreich aber nicht höher
hinauf dringen können bis in den tiefen Norden
. –
Ueber Atmosphären der Planeten
Man hat lange Zeit geglaubt, daß bei jeden
von 15° R. – Die Bergpalme Cerepeandicola geht
nicht weiter herunter als 900 Toiſen und geht hinauf
bis 1500 Toiſen, wonach die Temperatur von
Mayland herrſcht, 10° R. – Die Butra montana
und noch eine 3te Palme gehen bis 1400 Toiſen in
der Andes Kette wo noch 11½° R. –
Die höchſte Höhe wo Palmen wachſen ſind 1500
Toiſen bis 1700 Toiſen Andes-Kette ſind keine
Palmengewächſe mehr zu finden. Wo die mittlere
Temperatur 8° beträgt, geht ſie bis 0° hinüber.
Die Palmen brauchen aber eine größere Wärme,
ſie darf nicht tiefer als 5° R. hinunter gehen,
doch iſt aber die mittlere Wärme 10° bei 45°
Breite . – Die Palme würde alſo bei der angenommenen
Stellung der Erdaxe oval bis in
Iberien und das ſüdliche Frankreich aber nicht höher
hinauf dringen können bis in den tiefen Norden
. –
Ueber Atmosphären der Planeten
Man hat lange Zeit geglaubt, daß bei jeden
Körper bei jeglicher Temperatur alles gasartig
werden und den Körper ſelbſt umhüllen könnte.
Es iſt jedoch gefunden worden daß dies nicht ganz
der Fall iſt, ſondern daß es gewiſse Grenzen
der Temperatur giebt, wo dieſe Verdampfung
vor ſich geht. Wenn man alſo geglaubt hat, daß
unſere Atmosphäre nicht blos aus Stickſtoff, Sauerſtoff
und einigen andern Stoffen, ſondern auch
aus Theilen der Erde beſtehe, wovon man die
Aerolithen als Sammlungen anſah, ſo iſt dies
gegen die Beobachtung.
Man hat bei der Luft eine Grenze geſucht durch
die Dämmerung (?) und geglaubt daß bei einer
Höhe von 8 oder 10 Meilen die Atmosphäre (?) eine
Brechung der Lichtſtralen zu haben; ſie würde
dort nicht mehr den Barometer druck von 1½‴
tragen. Wenn man ſich eine Meile hoch in der Luft
erhoben hat, ſo hat man den Druck der Atmosphäre
noch 14″ gefunden. – Man könnte glauben
daß die Atmosphäre keine Grenze habe, doch würde
aber nach und nach von der Erdaxe und Atmosphäre
etwas verloren gehen müſsen. –
werden und den Körper ſelbſt umhüllen könnte.
Es iſt jedoch gefunden worden daß dies nicht ganz
der Fall iſt, ſondern daß es gewiſse Grenzen
der Temperatur giebt, wo dieſe Verdampfung
vor ſich geht. Wenn man alſo geglaubt hat, daß
unſere Atmosphäre nicht blos aus Stickſtoff, Sauerſtoff
und einigen andern Stoffen, ſondern auch
aus Theilen der Erde beſtehe, wovon man die
Aerolithen als Sammlungen anſah, ſo iſt dies
gegen die Beobachtung.
Man hat bei der Luft eine Grenze geſucht durch
die Dämmerung (?) und geglaubt daß bei einer
Höhe von 8 oder 10 Meilen die Atmosphäre (?) eine
Brechung der Lichtſtralen zu haben; ſie würde
dort nicht mehr den Barometer druck von 1½‴
tragen. Wenn man ſich eine Meile hoch in der Luft
erhoben hat, ſo hat man den Druck der Atmosphäre
noch 14″ gefunden. – Man könnte glauben
daß die Atmosphäre keine Grenze habe, doch würde
aber nach und nach von der Erdaxe und Atmosphäre
etwas verloren gehen müſsen. –
Es iſt darüber ein großer Streit zwiſchen den Mathematikern
und Phyſikern geführt worden. –
Man hat angenommen daß die Grenze der Luft
da wäre, wo das specifiſche Gewicht derſelben mit
der Elaſtizität im Gleichgewicht käme. – Laplace
hat ſich gegen dieſe Meinung geſtämmt, und ſogar
behauptet daß die Erde einen Theil der Atmosphäre
des Mondes angezogen habe; dagegen aber
ſagt Ambulaston in England es würden doch gewiß
die verſchiedenen andere Planeten auch von
unſrer Atmosphäre einen großen Theil an ſich
gezogen und um ſich gehüllt haben. Aber ein
merkwürdiger Verſuch hat das Gegentheil gezeigt.
Kater und Widal Verſuche an der ♀ wo es ſich fand
daß die ſcheinbaren Orte immer vollkommen
mit den berechneten übereinſtimmten; woraus folgt, daß
wen die Sonne eine Atmosphäre habe ſie keinen
Einfluß auf den Ort der Venus haben könne. –
Noch genauere Beobachtungen wurden an den Jupiters
Trabanten gemacht, wenn ſie bei ♃ vorüber
gehen. Würde ♃ von einer ſo dichten Atmosphäre
umgeben ſein, ſo würden die Trabanten eine
und Phyſikern geführt worden. –
Man hat angenommen daß die Grenze der Luft
da wäre, wo das specifiſche Gewicht derſelben mit
der Elaſtizität im Gleichgewicht käme. – Laplace
hat ſich gegen dieſe Meinung geſtämmt, und ſogar
behauptet daß die Erde einen Theil der Atmosphäre
des Mondes angezogen habe; dagegen aber
ſagt Ambulaston in England es würden doch gewiß
die verſchiedenen andere Planeten auch von
unſrer Atmosphäre einen großen Theil an ſich
gezogen und um ſich gehüllt haben. Aber ein
merkwürdiger Verſuch hat das Gegentheil gezeigt.
Kater und Widal Verſuche an der ♀ wo es ſich fand
daß die ſcheinbaren Orte immer vollkommen
mit den berechneten übereinſtimmten; woraus folgt, daß
wen die Sonne eine Atmosphäre habe ſie keinen
Einfluß auf den Ort der Venus haben könne. –
Noch genauere Beobachtungen wurden an den Jupiters
Trabanten gemacht, wenn ſie bei ♃ vorüber
gehen. Würde ♃ von einer ſo dichten Atmosphäre
umgeben ſein, ſo würden die Trabanten eine
Refraction zeigen wenn ſie bedeckt werden; dieß
hat ſich aber nicht gezeigt.
Bergmaſsen. – Die 3te und letzte Beobachtung
der vergleichenden Aſtronomie ſind die Bergmaſsen.
Man glaubte früher eine große Uebereinſtimmung
der Planeten mit der Erde, als man nur die Antes
Kette als das höchſte Gebirge kannte, daß die größten
Anhäufungen in den ſüdlichen Hemisphären ſich
befänden. Seitdem man aber fand daß das Himalaya
Gebirge in der nördl. Halbkugel höher ſei,
iſt dieſe Idee weggefallen. – Schröder glaubt in
der ♀ das höchſte Gebirge gefunden zu haben, 6
mal ſo groß als das Himalaya Gebirge. – Bei
☿ giebt Schröder ein Gebirge zu 90,000 Toiſen Höhe
an die Berechnung iſt jedoch nicht ganz exact und
läßt viele Zweifel übrig. – Leibnitz und Dörfel
im Mond haben eine Höhe von 4200 Toiſen; 1/214 des
Mondhalbmeſsers. – Das Himalaya Gebirge hat eine
Höhe von 1/746 des Erdhalbmeſsers, alſo iſt das
Verhältniß ungefähr wie 1 : 4. – Die Schwerkraft
würde auf dem Monde 4 mal geringer als auf die Erde
ſein.
hat ſich aber nicht gezeigt.
Bergmaſsen. – Die 3te und letzte Beobachtung
der vergleichenden Aſtronomie ſind die Bergmaſsen.
Man glaubte früher eine große Uebereinſtimmung
der Planeten mit der Erde, als man nur die Antes
Kette als das höchſte Gebirge kannte, daß die größten
Anhäufungen in den ſüdlichen Hemisphären ſich
befänden. Seitdem man aber fand daß das Himalaya
Gebirge in der nördl. Halbkugel höher ſei,
iſt dieſe Idee weggefallen. – Schröder glaubt in
der ♀ das höchſte Gebirge gefunden zu haben, 6
mal ſo groß als das Himalaya Gebirge. – Bei
☿ giebt Schröder ein Gebirge zu 90,000 Toiſen Höhe
an die Berechnung iſt jedoch nicht ganz exact und
läßt viele Zweifel übrig. – Leibnitz und Dörfel
im Mond haben eine Höhe von 4200 Toiſen; 1/214 des
Mondhalbmeſsers. – Das Himalaya Gebirge hat eine
Höhe von 1/746 des Erdhalbmeſsers, alſo iſt das
Verhältniß ungefähr wie 1 : 4. – Die Schwerkraft
würde auf dem Monde 4 mal geringer als auf die Erde
ſein.
Geſetze der Planeten-Bewegungen
Es giebt gewiſse Dinge die man häufig zufällig
nennt. Der Ausdruck iſt nicht richtig, man ſollte
vielmehr nur ſagen Dinge die faktiſch ſind, deren
Cauſal Verhältniß man aber nicht kennt.
Größe der Planeten, Dichtigkeit, Neigung der Axen,
Excentricität der Bahnen Abplattung u.ſ.w. ſcheinen
von der Bildung der Planeten herzukommen;
wie aber der Zuſammenhang ſei iſt aus noch
unbekannt; eben ſo wie es die Vertheilung der
Maſsen mit der Erde iſt.
Geſetzlich fängt es erſt dann an zu werden wenn
z. B. die Vertheilung der Maſsen nach den Abſtänden
und der Rotation gegeben iſt.
Das was Keppler als 3 Geſetze aufſtellte wurde
von Newton ausgearbeitet und der Cauſale Zuſammenhang
derſelben nachgewieſen. Keppler ſteht merkwürdiger
Weiſe mit 5 großen Aſtronomen zuſammen
in einer auf einander folgenden Reiſe: Copernicus
† 1543 Ticho † 1601 Galiläi, Keppler, Newton.
Der erſte war der Schöpfer unſeres Weltſyſtems,
der zweite hat die meſsende Aſtronomie zu großen
Es giebt gewiſse Dinge die man häufig zufällig
nennt. Der Ausdruck iſt nicht richtig, man ſollte
vielmehr nur ſagen Dinge die faktiſch ſind, deren
Cauſal Verhältniß man aber nicht kennt.
Größe der Planeten, Dichtigkeit, Neigung der Axen,
Excentricität der Bahnen Abplattung u.ſ.w. ſcheinen
von der Bildung der Planeten herzukommen;
wie aber der Zuſammenhang ſei iſt aus noch
unbekannt; eben ſo wie es die Vertheilung der
Maſsen mit der Erde iſt.
Geſetzlich fängt es erſt dann an zu werden wenn
z. B. die Vertheilung der Maſsen nach den Abſtänden
und der Rotation gegeben iſt.
Das was Keppler als 3 Geſetze aufſtellte wurde
von Newton ausgearbeitet und der Cauſale Zuſammenhang
derſelben nachgewieſen. Keppler ſteht merkwürdiger
Weiſe mit 5 großen Aſtronomen zuſammen
in einer auf einander folgenden Reiſe: Copernicus
† 1543 Ticho † 1601 Galiläi, Keppler, Newton.
Der erſte war der Schöpfer unſeres Weltſyſtems,
der zweite hat die meſsende Aſtronomie zu großen
Fortſchritten gebracht; der dritte erhob die phyſikaliſche
Aſtronomie, dann trat Keppler auf der
die Geſetze der Bewegung der Weltkörper als
Analogien durch Induction fand nach Zonen,
Terpien und dgl. Sein Name iſt durch 3 Geſetze
unſterblich geworden. Es ſind dieß folgende
ſ Physik d Erman
1826/7.
1, Die Planeten bewegen ſich in Ellipſen in deren
einen Brennpunkt der Sonne liegt Tychos Beobachtungen
des ♂ brachten ihn zuerſt hierauf
2, Die Zeiten in welchen ein Planet durch 2 beliebige
Bogen geht verhalten ſich wie die elliptiſchen
Ausſchnitte die zwiſchen den Bogen liegen. – Es
konnte hieraus jederzeit beſtimmt werden wo
ſich der Planet zu der oder der Zeit befinde.
3, Die Quadratzahlen der periodiſchen Umlaufszeiten
zweier Planeten verhalten ſich wie die Cuben
ihrer mittlern Entfernung von der Sonne.
Dieß feſselte die Bewegung mehrerer Planeten
unter ein Geſetz. – Durch phantaſtiſche Ideen
war Keppler auf dies 3te Geſetz gekommen, durch
die verſchiedene Länge der Saiten, die Terzien,
Quarten, und Octaven geben Harmoniereihe des
Aſtronomie, dann trat Keppler auf der
die Geſetze der Bewegung der Weltkörper als
Analogien durch Induction fand nach Zonen,
Terpien und dgl. Sein Name iſt durch 3 Geſetze
unſterblich geworden. Es ſind dieß folgende
ſ Physik d Erman
1826/7.
1, Die Planeten bewegen ſich in Ellipſen in deren
einen Brennpunkt der Sonne liegt Tychos Beobachtungen
des ♂ brachten ihn zuerſt hierauf
2, Die Zeiten in welchen ein Planet durch 2 beliebige
Bogen geht verhalten ſich wie die elliptiſchen
Ausſchnitte die zwiſchen den Bogen liegen. – Es
konnte hieraus jederzeit beſtimmt werden wo
ſich der Planet zu der oder der Zeit befinde.
3, Die Quadratzahlen der periodiſchen Umlaufszeiten
zweier Planeten verhalten ſich wie die Cuben
ihrer mittlern Entfernung von der Sonne.
Dieß feſselte die Bewegung mehrerer Planeten
unter ein Geſetz. – Durch phantaſtiſche Ideen
war Keppler auf dies 3te Geſetz gekommen, durch
die verſchiedene Länge der Saiten, die Terzien,
Quarten, und Octaven geben Harmoniereihe des
Pythagoras Rd. ſchon am 15ten Maÿ 1618 fand er das
Geſetz; verrechnete ſich aber, und glaubte daher
noch nicht das nöthige zu haben erſt nach 2 Monaten
nahm er die Rechnung wieder vor und entdeckte
die Nichtigkeit des Geſetzes.
20. Vorlesung, 12. Januar 1828
Wir gehen jetzt zu den einzelnen Weltkörpern
ſelbſt über, und betrachten zuerſt die Sonne
nebſt den Planeten und ihren Trabanten durchdañ auch die
Cometen, und zwar hier 1, diejenigen deren Bahn
von den bekannten Planetenbahnen eingeſchloſsen
iſt, 2, die über die Planeten hinaus gehen. –
Die Aeroliten endlich werden ihrer Natur nach
in dem geognoſtiſchen Theile abgehandelt werden.
Von der Sonne
Der Centralkörper, die Sonne hat 825 mal ſoviel
Volumen und 560 mal ſo viel Maſse als alle Planeten
zuſammen genommen. – Der Durchmeſser
der Sonne beträgt 109¾ Erddurchmeſser. Ihre Entfernung
von der Erde 20,871000 Meilen. – Will man
einen Vergleich haben, ſo kann folgendes dazu dienen
: wenn eine Kanonenkugel in 1″ einen Raum
von 1500 Fuß zurücklegt, ſo wird ſie bei dieſer
Geſetz; verrechnete ſich aber, und glaubte daher
noch nicht das nöthige zu haben erſt nach 2 Monaten
nahm er die Rechnung wieder vor und entdeckte
die Nichtigkeit des Geſetzes.
20. Vorlesung, 12. Januar 1828
Wir gehen jetzt zu den einzelnen Weltkörpern
ſelbſt über, und betrachten zuerſt die Sonne
nebſt den Planeten und ihren Trabanten durchdañ auch die
Cometen, und zwar hier 1, diejenigen deren Bahn
von den bekannten Planetenbahnen eingeſchloſsen
iſt, 2, die über die Planeten hinaus gehen. –
Die Aeroliten endlich werden ihrer Natur nach
in dem geognoſtiſchen Theile abgehandelt werden.
Von der Sonne
Der Centralkörper, die Sonne hat 825 mal ſoviel
Volumen und 560 mal ſo viel Maſse als alle Planeten
zuſammen genommen. – Der Durchmeſser
der Sonne beträgt 109¾ Erddurchmeſser. Ihre Entfernung
von der Erde 20,871000 Meilen. – Will man
einen Vergleich haben, ſo kann folgendes dazu dienen
: wenn eine Kanonenkugel in 1″ einen Raum
von 1500 Fuß zurücklegt, ſo wird ſie bei dieſer
Geſchwindigkeit 15′ gebrauchen um von Paris bis Berlin
zu kommen; vom Mond bis zur Erde aber 9 Jahre.
Das Licht braucht nur 8½″ von der Sonne.
Am öſtlichen Rande der Sonne ſieht man bisweilen
Flecken, die ſich von Oſten nach Weſten bewegen
und nach 13 Tagen verſchwinden: man ſieht ſie nicht
an der ganzen Scheibe der Sonne ſondern in einiger
Entfernung von ihrem Aequator; gewöhnlich
30–31° vom Aequator entfernt. Man hat daraus
auf die Dauer der Rotation der Sonne geſchloſsen,
die demnach 25,12 Tage betragen würde.
Man hat geſagt daß einmal die Hälfte der Sonne
mit Flecken bedeckt geweſen ſei, und ſich dabei
auf Flecken in den chineſiſchen Annalen geſtützt
321 post Christum . – Im 6ten Jahrhundert hat man Sonnenflecke
mit bloßen Augen geſehen, die arabiſchen
Aſtronomen glaubten den Merkur vor der Sonne
vorbei gehen geſehen zu haben In ſpäterer Zeit
hat Keppler ſich auf ähnliche Art getäuſcht . – Die
Peruaner kannten die Sonnenflecke ſchon im 16ten
Jahrhundert. – Der Engländer Harriot hat nach
Jacks Unterſuchungen ſie wohl zuerſt als Sonnenflecke
zu kommen; vom Mond bis zur Erde aber 9 Jahre.
Das Licht braucht nur 8½″ von der Sonne.
Am öſtlichen Rande der Sonne ſieht man bisweilen
Flecken, die ſich von Oſten nach Weſten bewegen
und nach 13 Tagen verſchwinden: man ſieht ſie nicht
an der ganzen Scheibe der Sonne ſondern in einiger
Entfernung von ihrem Aequator; gewöhnlich
30–31° vom Aequator entfernt. Man hat daraus
auf die Dauer der Rotation der Sonne geſchloſsen,
die demnach 25,12 Tage betragen würde.
Man hat geſagt daß einmal die Hälfte der Sonne
mit Flecken bedeckt geweſen ſei, und ſich dabei
auf Flecken in den chineſiſchen Annalen geſtützt
321 post Christum . – Im 6ten Jahrhundert hat man Sonnenflecke
mit bloßen Augen geſehen, die arabiſchen
Aſtronomen glaubten den Merkur vor der Sonne
vorbei gehen geſehen zu haben In ſpäterer Zeit
hat Keppler ſich auf ähnliche Art getäuſcht . – Die
Peruaner kannten die Sonnenflecke ſchon im 16ten
Jahrhundert. – Der Engländer Harriot hat nach
Jacks Unterſuchungen ſie wohl zuerſt als Sonnenflecke
erkannt. – Zwiſchen den Deutſchen und
italieniſchen Aſtronomen hat es lange Zeit viele
Streitigkeiten gegeben, wer der neue Entdecker
der Sonnenflecke ſei, gewöhnlich wird die Entdeckung
dem Jeſuit Scheuler zugeſchrieben in Ingolſtadt
Galiläi wollte ſie einen Italiener zuſchreiben.
Man muß bei den Flecken, den Fleck ſelbſt der
Kohlenſchwarz iſt, unterſcheiden von den aſchfarbenen
Rande der ihn umgiebt. Penumbra
Der ganze Raum iſt gleichſam gegittert und mit
hellen Lichtadern durchſchnitten. Die Flecke entfernen
ſich nie weit vom Aequator nur höchſtens
30°–31°. – Bevor der Fleck ſichtbar wird erſcheint
ein helles Licht welches man Sonnenfackel, Lichtfackel
zu nennen pflegt. – Die Penumbra iſt
vollkommen begrenzt und verliert ſich nach
und nach in das Licht der Sonne. – 1773 machte ein
Profeſsor in Glasgow die Entdeckung, daß die
Penumbra, wenn der Fleck ſich in der Mitte der Sonne
befindet auf beiden Seiten gleich groß iſt a;
ſobald er aber ſich der Seite der Sonne nähert wo er
untergeht erſcheint die Penumbra auf der einen
italieniſchen Aſtronomen hat es lange Zeit viele
Streitigkeiten gegeben, wer der neue Entdecker
der Sonnenflecke ſei, gewöhnlich wird die Entdeckung
dem Jeſuit Scheuler zugeſchrieben in Ingolſtadt
Galiläi wollte ſie einen Italiener zuſchreiben.
Man muß bei den Flecken, den Fleck ſelbſt der
Kohlenſchwarz iſt, unterſcheiden von den aſchfarbenen
Rande der ihn umgiebt. Penumbra
Der ganze Raum iſt gleichſam gegittert und mit
hellen Lichtadern durchſchnitten. Die Flecke entfernen
ſich nie weit vom Aequator nur höchſtens
30°–31°. – Bevor der Fleck ſichtbar wird erſcheint
ein helles Licht welches man Sonnenfackel, Lichtfackel
zu nennen pflegt. – Die Penumbra iſt
vollkommen begrenzt und verliert ſich nach
und nach in das Licht der Sonne. – 1773 machte ein
Profeſsor in Glasgow die Entdeckung, daß die
Penumbra, wenn der Fleck ſich in der Mitte der Sonne
befindet auf beiden Seiten gleich groß iſt a;
ſobald er aber ſich der Seite der Sonne nähert wo er
untergeht erſcheint die Penumbra auf der einen
Seite ſchmaler und auf der andern breiter b. –.
Man hat aus dieſen Flecken zu ſchlieſsen geglaubt,
daß der Sonnenkörper ſelbſt dunkel und nur mit
einer Photophäre bedeckt iſt, und daß das was
wir als ſchwarzen Fleck ſehen der Sonnenkörper ſelbſt
iſt; den aſchfarbenen Theil hielt man als das weniger
leuchtende der Sphäre. Wenn dies alles ſo wäre, ſo
müßte ſich die Penumbra nach und nach verlieren
und nicht wie es der Fall iſt, förmlich abgeſchnitten
ſein. – Man kan annehmen daß die Sonne
zwei Wolkenſchichten um ſich habe, wovon die eine
leuchtend, die andere es aber nicht iſt, ſo daß der aſchfarbene
Theil von der zweiten Schicht entſteht. Es
ſpricht dafür die verſchiedene Größe des Randes, der
breiter auf der Seite ſcheint wo der Fleck untergeht
ſiehe beiſtehende Figur – Dieſe Erklärung wurde
von Herſchel und Arago gegeben. Es iſt merkwürdig
daß eine jetzt noch ſo allgemein ausgeſprochne
Idee noch vor weniger Zeit ſo abſurde erſchien daß
ſie einen jungen Mann in Oxfort das Leben rettete
– indem man ihn, weil er ſie ausſprach, für wahnſinnig
erklärte.
Man hat aus dieſen Flecken zu ſchlieſsen geglaubt,
daß der Sonnenkörper ſelbſt dunkel und nur mit
einer Photophäre bedeckt iſt, und daß das was
wir als ſchwarzen Fleck ſehen der Sonnenkörper ſelbſt
iſt; den aſchfarbenen Theil hielt man als das weniger
leuchtende der Sphäre. Wenn dies alles ſo wäre, ſo
müßte ſich die Penumbra nach und nach verlieren
und nicht wie es der Fall iſt, förmlich abgeſchnitten
ſein. – Man kan annehmen daß die Sonne
zwei Wolkenſchichten um ſich habe, wovon die eine
leuchtend, die andere es aber nicht iſt, ſo daß der aſchfarbene
Theil von der zweiten Schicht entſteht. Es
ſpricht dafür die verſchiedene Größe des Randes, der
breiter auf der Seite ſcheint wo der Fleck untergeht
ſiehe beiſtehende Figur – Dieſe Erklärung wurde
von Herſchel und Arago gegeben. Es iſt merkwürdig
daß eine jetzt noch ſo allgemein ausgeſprochne
Idee noch vor weniger Zeit ſo abſurde erſchien daß
ſie einen jungen Mann in Oxfort das Leben rettete
– indem man ihn, weil er ſie ausſprach, für wahnſinnig
erklärte.
Bisweilen kommen 2 Sonnenflecke zuſammen, und
man findet dann häufig daß eine Penumbra die
andere bedeckt; man kann dieſe Erſcheinung nur
dadurch erklären, daß man noch mehr Schichten in
der Photoſphäre der Sonne annimmt.
Herſchel hat geglaubt daß diejenige Jahre in denen
viele Sonnenflecken erſcheinen die heißeſten Jahre
ſeien wegen der vorangeſendeten Fackeln , und
hat in einer tabellariſchen Ueberſicht die Sonnenflecke
eines jeden Jahres mit den dermaligen Kornpreiſen
zuſammengeſtellt. Es iſt dieſe Meinung
allerdings wahrſcheinlich, jedoch iſt die Lichtſtärke der
Fackeln nicht immer gleich, und noch nicht erwieſen ob
ſie auch eine größere Wärme hervor bringen könne. –
Ueber das Sonnenlicht ſind in den neueſten Zeiten
merkwürdige Entdeckungen gemacht. Es giebt dreierlei
Sonnenſtralen: 1, Lichtſtralen; 2, Stralen die
nicht leuchten aber Wärme geben und 3, chemiſch magnetiſche
Stralen.
Schon Mariot und Rochon hatten 1775 die Entdeckung
gemacht, daß der violette Stral weniger erwärme
als die übrigen, der rothe aber am meiſten. Herſchel
fand daß Verhältniß der Erwärmung des rothen
man findet dann häufig daß eine Penumbra die
andere bedeckt; man kann dieſe Erſcheinung nur
dadurch erklären, daß man noch mehr Schichten in
der Photoſphäre der Sonne annimmt.
Herſchel hat geglaubt daß diejenige Jahre in denen
viele Sonnenflecken erſcheinen die heißeſten Jahre
ſeien wegen der vorangeſendeten Fackeln , und
hat in einer tabellariſchen Ueberſicht die Sonnenflecke
eines jeden Jahres mit den dermaligen Kornpreiſen
zuſammengeſtellt. Es iſt dieſe Meinung
allerdings wahrſcheinlich, jedoch iſt die Lichtſtärke der
Fackeln nicht immer gleich, und noch nicht erwieſen ob
ſie auch eine größere Wärme hervor bringen könne. –
Ueber das Sonnenlicht ſind in den neueſten Zeiten
merkwürdige Entdeckungen gemacht. Es giebt dreierlei
Sonnenſtralen: 1, Lichtſtralen; 2, Stralen die
nicht leuchten aber Wärme geben und 3, chemiſch magnetiſche
Stralen.
Schon Mariot und Rochon hatten 1775 die Entdeckung
gemacht, daß der violette Stral weniger erwärme
als die übrigen, der rothe aber am meiſten. Herſchel
fand daß Verhältniß der Erwärmung des rothen
Strals zum violetten wie 8 : 2, das Maximum der
Erwärmung aber über den rothen Stral hat; da wo
kein Licht iſt. Sobenk hat durch ſeine Beobachtungen
gezeigt, daß auch hier kleine Verſchiedenheiten ſtatt
finden; bisweilen liegt das Maximum der Wärme
im rothen Stral, bisweilen außerhalb demſelben.
Die chemiſch wirkenden Stralen fallen auf die Seite
des violetten Strals, und bringen eine dunkelgrüne
Erleuchtung bei Pflanzenpigmenten hervor.
(?)
Scheele
entdeckte daß das Chlorgaß vom violetten Stral
geſchwärzt wurde. Gueliſak fand daß bei einer
Mengung von Chlorgaß und Waſserſtofgaß durch das
Sonnenlicht eine Exploſion hervorgebracht wurde;
aber nicht im rothen Stral, ſondern nur im violetten
; dieſelbe Erſcheinung fand ſtatt wenn man
den Sonnenſtral durch violett gefärbtes Glas leitete
, aber nicht wenn das Glas roth gefärbt war. –
(?)
Sobeck fand daß die Lichtphosphor im violetten Licht
leuchtend wurde, im rothen aber ſogleich verliſcht. –
Miſtriß Sommerville in London entdeckte daß wenn man den
violetten Stral auf das Eiſen leitet, die magnetiſche
Erſcheinung am ſtärkſten wird; daſselbe wurde
noch einmal vom Profeſsor Baumgärtner in Wien
Erwärmung aber über den rothen Stral hat; da wo
kein Licht iſt. Sobenk hat durch ſeine Beobachtungen
gezeigt, daß auch hier kleine Verſchiedenheiten ſtatt
finden; bisweilen liegt das Maximum der Wärme
im rothen Stral, bisweilen außerhalb demſelben.
Die chemiſch wirkenden Stralen fallen auf die Seite
des violetten Strals, und bringen eine dunkelgrüne
Erleuchtung bei Pflanzenpigmenten hervor.
(?)
Scheele
entdeckte daß das Chlorgaß vom violetten Stral
geſchwärzt wurde. Gueliſak fand daß bei einer
Mengung von Chlorgaß und Waſserſtofgaß durch das
Sonnenlicht eine Exploſion hervorgebracht wurde;
aber nicht im rothen Stral, ſondern nur im violetten
; dieſelbe Erſcheinung fand ſtatt wenn man
den Sonnenſtral durch violett gefärbtes Glas leitete
, aber nicht wenn das Glas roth gefärbt war. –
(?)
Sobeck fand daß die Lichtphosphor im violetten Licht
leuchtend wurde, im rothen aber ſogleich verliſcht. –
Miſtriß Sommerville in London entdeckte daß wenn man den
violetten Stral auf das Eiſen leitet, die magnetiſche
Erſcheinung am ſtärkſten wird; daſselbe wurde
noch einmal vom Profeſsor Baumgärtner in Wien
unterſucht und beſtätigt. Als am meiſten leuchtend
kann man den gelben Stral annehmen.
Man hat die Vermuthung geäußert daß die Sonne
durch ſtetes Ausſtrömen des Lichts abgenommen
habe, doch iſt dies nur ſcheinbar geweſen; die Meſsungen
zeigen, daß ſo lange man darüber Notizen hat
der Durchmeſser der Sonne derſelbe geblieben ſei.
Die Stärke des Sonnenlichts iſt nach Houguets Berechnungen
300,000 mal ſtärker als daß des Vollmonds.
Wenn die Sonne einmal eine Höhe von 66°, ein anders
mal von 19° hat, ſo verhalt ſich die Quantität
des Lichts wie 3 : 2.
Man hat die Frage aufgeſtellt, ob die Sonne an
den Rändern oder im Centrum heller ſei. Nach
der Theorie ſollten die Sonnenränder heller ſein
da die Fläche dort gekrümmter erſcheint, und die
leuchtenden Körperſtralen deshalb mehr zuſam̃en
gedrängt ſind; Houguet hat dies lange geglaubt.
Eine andere Vorſtellung wäre: da die Sonne
eine Photosphäre hat die elaſtiſch flüſsig iſt ſo muß
eine Condentation erfolgen und die Ränder müßten
weniger hell ſein als das Centrum: daß wäre
Kepplers Idee.
(?)
kann man den gelben Stral annehmen.
Man hat die Vermuthung geäußert daß die Sonne
durch ſtetes Ausſtrömen des Lichts abgenommen
habe, doch iſt dies nur ſcheinbar geweſen; die Meſsungen
zeigen, daß ſo lange man darüber Notizen hat
der Durchmeſser der Sonne derſelbe geblieben ſei.
Die Stärke des Sonnenlichts iſt nach Houguets Berechnungen
300,000 mal ſtärker als daß des Vollmonds.
Wenn die Sonne einmal eine Höhe von 66°, ein anders
mal von 19° hat, ſo verhalt ſich die Quantität
des Lichts wie 3 : 2.
Man hat die Frage aufgeſtellt, ob die Sonne an
den Rändern oder im Centrum heller ſei. Nach
der Theorie ſollten die Sonnenränder heller ſein
da die Fläche dort gekrümmter erſcheint, und die
leuchtenden Körperſtralen deshalb mehr zuſam̃en
gedrängt ſind; Houguet hat dies lange geglaubt.
Eine andere Vorſtellung wäre: da die Sonne
eine Photosphäre hat die elaſtiſch flüſsig iſt ſo muß
eine Condentation erfolgen und die Ränder müßten
weniger hell ſein als das Centrum: daß wäre
Kepplers Idee.
(?)
Die erſte Vorſtellung iſt an und für ſich wahr aber
man wüßte nicht daß die Quantität des Lichts bei
einer Fläche, auch von der Lage dieſer Fläche abhängt
. Nach neuern optiſchen Verſuchen hat es ſich gezeigt
daß das Sonnenlicht eben ſo dicht am Centrum
als an den Rändern iſt. Es war dieß die Entdeckung
Aragos doch Rochons Fernrohr mit dem Doppelspath,
und die colorirte Polariſation des Lichts. Iſt das
Licht von zweien leuchtenden Gegenſtänden nur
verſchieden, und man betrachtet ſie durch das Fernrohr
indem man ſie nebeneinander bringt ſo
entſtehen zwei gefärbte Bilder und zwar nach den
Complementar Farben. Man kann nun das Sonnenbild
ſo ſchieben; daß der Rand des einem Bildes
auf das Centrum des andern kommt; es würde
dann nicht weiß entſtehen können, wenn die Lichtſtärke
am Centrum und den Rändern verſchieden
wäre, was auch(doch) geſchieht.
Ähnlich hat man die(der?) Natur des Sonnenkörpers ſelbſt
und ſeiner Dichtigkeit nach beſtehen(einſehen?) können, daß
das was das Licht ausſtralt nicht ein feſter Körper
ſondern ein gasförmiger iſt. – Kommt das
Licht an (von) einen Körper der auch nur die Dichtigkeit
man wüßte nicht daß die Quantität des Lichts bei
einer Fläche, auch von der Lage dieſer Fläche abhängt
. Nach neuern optiſchen Verſuchen hat es ſich gezeigt
daß das Sonnenlicht eben ſo dicht am Centrum
als an den Rändern iſt. Es war dieß die Entdeckung
Aragos doch Rochons Fernrohr mit dem Doppelspath,
und die colorirte Polariſation des Lichts. Iſt das
Licht von zweien leuchtenden Gegenſtänden nur
verſchieden, und man betrachtet ſie durch das Fernrohr
indem man ſie nebeneinander bringt ſo
entſtehen zwei gefärbte Bilder und zwar nach den
Complementar Farben. Man kann nun das Sonnenbild
ſo ſchieben; daß der Rand des einem Bildes
auf das Centrum des andern kommt; es würde
dann nicht weiß entſtehen können, wenn die Lichtſtärke
am Centrum und den Rändern verſchieden
wäre, was auch(doch) geſchieht.
Ähnlich hat man die(der?) Natur des Sonnenkörpers ſelbſt
und ſeiner Dichtigkeit nach beſtehen(einſehen?) können, daß
das was das Licht ausſtralt nicht ein feſter Körper
ſondern ein gasförmiger iſt. – Kommt das
Licht an (von) einen Körper der auch nur die Dichtigkeit
Waſsers hat, ſo wird es polariſirt; von gasartigen
Körpern aber nicht. – Das Sonnenlicht verhielt
ſich bei der Unterſuchung grade ſo wie die Flamme
des Waſserſtoffgaſes.
Gausſ hat das Licht der Sonne für die Vermeſsungen
durch ſeinen Heliotroht angewendet, vermoge welchen
man einen gewiſsen Planet 7 bis 9 Meilen
ſehen kann.
Mit den Sonnenflecken darf man nicht andere
Flecken verwechſeln, die ſich oft mit einer ſehr
großen Geſchwindigkeit vor der Sonnenſcheibe vorbei
bewegen. Olbers glaubt daß dieß Aeroliten
ſeien. – Ein engliſcher Aſtronom ſtellte die Idee
auf daß es vielleicht Vögel ſein könnten; doch
kennen wir keine Vögel die ſich mit einer Geſchwindigkeit
von 50 Meilen in der Secunde bewegen könnten.
Man ſchreibt der Sonne zweierlei Bewegung zu:
1, ein Schwanken ihres Mittelpunkts; wenn dieß ſo
ſtark wäre daß das Centrum ihrer Bewegbahn
außerhalb des Sonnenkörpers ſelbſt fiele, ſo würde
man eine ähnliche Erſcheinung wie bei den Doppelſternen
haben; ſie rührt her von der Rückwirkung
der Planeten Rd. aber hier iſt die Bewegung ſehr
Körpern aber nicht. – Das Sonnenlicht verhielt
ſich bei der Unterſuchung grade ſo wie die Flamme
des Waſserſtoffgaſes.
Gausſ hat das Licht der Sonne für die Vermeſsungen
durch ſeinen Heliotroht angewendet, vermoge welchen
man einen gewiſsen Planet 7 bis 9 Meilen
ſehen kann.
Mit den Sonnenflecken darf man nicht andere
Flecken verwechſeln, die ſich oft mit einer ſehr
großen Geſchwindigkeit vor der Sonnenſcheibe vorbei
bewegen. Olbers glaubt daß dieß Aeroliten
ſeien. – Ein engliſcher Aſtronom ſtellte die Idee
auf daß es vielleicht Vögel ſein könnten; doch
kennen wir keine Vögel die ſich mit einer Geſchwindigkeit
von 50 Meilen in der Secunde bewegen könnten.
Man ſchreibt der Sonne zweierlei Bewegung zu:
1, ein Schwanken ihres Mittelpunkts; wenn dieß ſo
ſtark wäre daß das Centrum ihrer Bewegbahn
außerhalb des Sonnenkörpers ſelbſt fiele, ſo würde
man eine ähnliche Erſcheinung wie bei den Doppelſternen
haben; ſie rührt her von der Rückwirkung
der Planeten Rd. aber hier iſt die Bewegung ſehr
gering, und beträgt etwa 60 Meilen (Minuten).
Die zweite Bewegung der Sonne iſt eine noch ſehr
ungewiſse; die Translation der Sonne und ihres Syſtems
in unſrer Sternſchicht. Man glaubt daß ſie
in der Richtung nach des Herkules geſchehe.
21. Vorlesung, 16. Januar 1828
Innere Planeten
Wir betrachten zuerſt die innern Planeten; die
zwiſchen der Sonne und den Aeſteroiden liegen.
Es zerfallen dieſe in die untern Planeten die von
der Erdbahn eingeſchloſsen werden, und die obern.
Zu jenen gehören ☿ und ♀. – Es iſt bei ihnen zu
bemerken: die obere und untere Conjunction; ſie
können nur entweder jenſeits der Sonne ſtehen,
oder zwiſchen der Sonne und der Erde; im erſten
Fall erſcheinen ſie voll aber von kleinerm Durchmeſser
, im andern Fall ſind ſie größer aber
weniger leuchtend.
1, Merkur ☿ –
Der Merkur iſt ſehr ſchwer mit bloßen Augen zu ſehen,
weil er ſich am weiteſten (29°) von der Sonne entfernt.
In den ſchönen Climaten von 35° Breite kann man
ihn ſehr leicht mit bloßen Augen ſehen. – Seine
Die zweite Bewegung der Sonne iſt eine noch ſehr
ungewiſse; die Translation der Sonne und ihres Syſtems
in unſrer Sternſchicht. Man glaubt daß ſie
in der Richtung nach des Herkules geſchehe.
21. Vorlesung, 16. Januar 1828
Innere Planeten
Wir betrachten zuerſt die innern Planeten; die
zwiſchen der Sonne und den Aeſteroiden liegen.
Es zerfallen dieſe in die untern Planeten die von
der Erdbahn eingeſchloſsen werden, und die obern.
Zu jenen gehören ☿ und ♀. – Es iſt bei ihnen zu
bemerken: die obere und untere Conjunction; ſie
können nur entweder jenſeits der Sonne ſtehen,
oder zwiſchen der Sonne und der Erde; im erſten
Fall erſcheinen ſie voll aber von kleinerm Durchmeſser
, im andern Fall ſind ſie größer aber
weniger leuchtend.
1, Merkur ☿ –
Der Merkur iſt ſehr ſchwer mit bloßen Augen zu ſehen,
weil er ſich am weiteſten (29°) von der Sonne entfernt.
In den ſchönen Climaten von 35° Breite kann man
ihn ſehr leicht mit bloßen Augen ſehen. – Seine
Lichtſtärke iſt noch größer wie die des Jupiters.
Sein Durchmeſser wechſelt von 4″ bis 1½″ je nachdem
er ſich in der untern oder obern Conjunction
befindet 580 Meilen etwa um 1/5 größer als ☾ . –
Seine Umlaufszeit beträgt 87 Tage. Die Bahn iſt
ſehr excentriſch; die Entfernung beträgt 8 Mil. Meilen
die Erde von ☉ 21 Mill. Meilen vom ☾ 51800 . Die Aegypter
ahnten ſchon daß ☿ und ♀ ſich um die ☉ bewegen
, und Copernicus wurde dadurch auf die
Erfindung des Weltſyſtems geleitet.
Die Rotation des Merkur iſt erſt im Jahre
1800 beſtimmt worden. – Es haben zu dieſer Beſtimmung
nicht ſowohl die Berge des Merkur geführt
wiewohl dieſe ſehr hoch ſind nach Schröder ſogar
58000′ als vielmehr die Atmosphäre die der Merkur
zu haben ſcheint. Harding hat beſonders viele Beobachtungen
bei Merkur angeſtellt, und ſeine Rotation
theils durch den Umlauf eines Fleckens, theils
eines Streifens beſtimmt.
Was übrigens die Atmosphäre betrifft ſo iſt noch hier
wie bei den andern Planeten ein großer Zweifel
ob ſie wirklich exiſtirt, oder ob die Flecken und Streifen
nicht von andern Flüſsigkeiten herrühren. – Doc
hat den Merkur beobachtet als er durch die Sonne ging,
Sein Durchmeſser wechſelt von 4″ bis 1½″ je nachdem
er ſich in der untern oder obern Conjunction
befindet 580 Meilen etwa um 1/5 größer als ☾ . –
Seine Umlaufszeit beträgt 87 Tage. Die Bahn iſt
ſehr excentriſch; die Entfernung beträgt 8 Mil. Meilen
die Erde von ☉ 21 Mill. Meilen vom ☾ 51800 . Die Aegypter
ahnten ſchon daß ☿ und ♀ ſich um die ☉ bewegen
, und Copernicus wurde dadurch auf die
Erfindung des Weltſyſtems geleitet.
Die Rotation des Merkur iſt erſt im Jahre
1800 beſtimmt worden. – Es haben zu dieſer Beſtimmung
nicht ſowohl die Berge des Merkur geführt
wiewohl dieſe ſehr hoch ſind nach Schröder ſogar
58000′ als vielmehr die Atmosphäre die der Merkur
zu haben ſcheint. Harding hat beſonders viele Beobachtungen
bei Merkur angeſtellt, und ſeine Rotation
theils durch den Umlauf eines Fleckens, theils
eines Streifens beſtimmt.
Was übrigens die Atmosphäre betrifft ſo iſt noch hier
wie bei den andern Planeten ein großer Zweifel
ob ſie wirklich exiſtirt, oder ob die Flecken und Streifen
nicht von andern Flüſsigkeiten herrühren. – Doc
hat den Merkur beobachtet als er durch die Sonne ging,
nichts von einer Atmosphäre dabei bemerkt.
Der erſte Durchgang des Merkur durch die Sonne
iſt von Castelli beobachtet worden. Halay reiſte um
ihn zu beobachten nach St Helena.
Im Ganzen hat man bereits 21 Durchgänge beobachtet
. Der nächſte wird im Jahre 1832 ſein; dann der
darauf folgende 1835 das letztere Jahr iſt noch deshalb
ſehr wichtig, weil nach der Berechnung der Halayſche
Comet dann wiederkehren ſoll
2, Venus (♀) – als Abend- und Morgenſtern bekannt.
Die Entdeckung dieſes Planeten ſchreibt man Parmenides
zu. – Die Lichtſtärke iſt ſehr groß und nur
3000 mal ſchwächer als die des Mondes. – Der Durchmeſser
des Planeten iſt 86 mal geringer als der
der Erde. – Die Bergmaſsen ſind meiſt in Ketten
vertheilt was den untern Planeten überhaupt eigenthümlich
iſt wie bei ☿ und ♁. – Schon Lahion hat
darauf aufmerkſam gemacht daß die Berge auf
der Venus größer ſeien als die auf dem Monde.
Schröder hat ihre Höhe zu 7 Meilen angegeben ſiehe
Cereographiſche und Aphroditographiſche Fragmente
Die Rotation iſt in neuern Zeiten faſt eben ſo
gefunden wie ſchon Don. Cassini angab 23 Stund. 21 Minuten.
Der erſte Durchgang des Merkur durch die Sonne
iſt von Castelli beobachtet worden. Halay reiſte um
ihn zu beobachten nach St Helena.
Im Ganzen hat man bereits 21 Durchgänge beobachtet
. Der nächſte wird im Jahre 1832 ſein; dann der
darauf folgende 1835 das letztere Jahr iſt noch deshalb
ſehr wichtig, weil nach der Berechnung der Halayſche
Comet dann wiederkehren ſoll
2, Venus (♀) – als Abend- und Morgenſtern bekannt.
Die Entdeckung dieſes Planeten ſchreibt man Parmenides
zu. – Die Lichtſtärke iſt ſehr groß und nur
3000 mal ſchwächer als die des Mondes. – Der Durchmeſser
des Planeten iſt 86 mal geringer als der
der Erde. – Die Bergmaſsen ſind meiſt in Ketten
vertheilt was den untern Planeten überhaupt eigenthümlich
iſt wie bei ☿ und ♁. – Schon Lahion hat
darauf aufmerkſam gemacht daß die Berge auf
der Venus größer ſeien als die auf dem Monde.
Schröder hat ihre Höhe zu 7 Meilen angegeben ſiehe
Cereographiſche und Aphroditographiſche Fragmente
Die Rotation iſt in neuern Zeiten faſt eben ſo
gefunden wie ſchon Don. Cassini angab 23 Stund. 21 Minuten.
Oft iſt von Venus Monden gefabelt worden, ſelbſt der
große Casſini behauptete Monde bei der Venus geſehen
zu haben, und Lambert hat ſich ſogar die Mühe
gegeben Tafeln für dieſen Mond zu berechnen.
Die Phasen des Merkur und der Venus ſind von
Wichtigkeit geworden, für das Copernikaniſche Syſtem.
Es war ſchon eine alte Entdeckung daß Venus und
Merkur periodiſch und zunehmen, doch kannte man
dieſe Veränderung nicht genau. – Erſt ſeit der Erfindung
der Fernröhren geſchahen dieſe merkwürdige
Entdeckungen. Seit 1610 folgten die Entdeckungen
in der Aſtronomie in folgender Ordnung:
Zuerſt die Sonnenflecke, dann die Trabanten des
Jupiter, der Ring des Saturn, Phasen des Merkur.
Der Durchgang der Venus wurde zuerſt vorhergeſagt
von Keppler, und von Herrox im 17ten Jahrhundert
zuerſt beobachtet; ſpäter von Lestlin in St.
Helena 1761 der beſonders deshalb dahin reiſte
Der berühmteſte Durchgang der Venus war 1769, besonders
deshalb, weil er zu großen Reiſen Veranlassung
gab, nach Lappland und Kalefornien. – Es iſt dieſer
Durchgang der Venus uns noch deshalb ſehr wichtig
weil die Sonnenparallaxe dadurch beſtimmt werden
kann. Enke hat gezeigt daß die wirkliche Sonnenparallaxe
große Casſini behauptete Monde bei der Venus geſehen
zu haben, und Lambert hat ſich ſogar die Mühe
gegeben Tafeln für dieſen Mond zu berechnen.
Die Phasen des Merkur und der Venus ſind von
Wichtigkeit geworden, für das Copernikaniſche Syſtem.
Es war ſchon eine alte Entdeckung daß Venus und
Merkur periodiſch und zunehmen, doch kannte man
dieſe Veränderung nicht genau. – Erſt ſeit der Erfindung
der Fernröhren geſchahen dieſe merkwürdige
Entdeckungen. Seit 1610 folgten die Entdeckungen
in der Aſtronomie in folgender Ordnung:
Zuerſt die Sonnenflecke, dann die Trabanten des
Jupiter, der Ring des Saturn, Phasen des Merkur.
Der Durchgang der Venus wurde zuerſt vorhergeſagt
von Keppler, und von Herrox im 17ten Jahrhundert
zuerſt beobachtet; ſpäter von Lestlin in St.
Helena 1761 der beſonders deshalb dahin reiſte
Der berühmteſte Durchgang der Venus war 1769, besonders
deshalb, weil er zu großen Reiſen Veranlassung
gab, nach Lappland und Kalefornien. – Es iſt dieſer
Durchgang der Venus uns noch deshalb ſehr wichtig
weil die Sonnenparallaxe dadurch beſtimmt werden
kann. Enke hat gezeigt daß die wirkliche Sonnenparallaxe
mit der Berechnung nur zwiſchen 8,5 und 8,4″
differiren kann; dieß giebt aber ſchon einen Unterſchied
von 178000 Meilen in der Entfernung 1/232′ der
ganzen Entfernung betragen
3, Die Erde ♁ – Wir nehmen hier nur das, was
zum aſtronomiſchen Theil gehört; über die innere
Beſchaffenheit und dgl. wird im geognoſtiſchen Theile
die Rede ſein.
Ueber die Geſtalt der Erde hat man lange Zeit falſche
Begriffe gehabt von 1683 bis 1718 waren die Meſsungen
von Casſini und Maralji ſo unvollkommen,
daß man daraus ſchlieſsen konnte die Erde ſei am
Aequator abgeplattet und an den Polen ſpitz indem
man nicht weit aus einander liegende Grade nur in Verbindung
bringen konnte. – Erſt nachdem Maupertius
in Lappland ſeine Gradmessung gemacht hatte,
konnte man auf die wichtige Abplattung kommen. –
Letztere Messung wurde in neuern Zeiten durch
Schwanberg ſehr angegriffen, indem man glaubte
viele Fehler darin entdeckt zu haben; doch fand es ſich
daß man nicht ganz auf derſelben Stelle nachgemeſsen
hatte. Profeſsor Roſenberg hat gezeigt daß die Fehler
nicht ganz ſo auf Maupertuis Seite fallen, als
differiren kann; dieß giebt aber ſchon einen Unterſchied
von 178000 Meilen in der Entfernung 1/232′ der
ganzen Entfernung betragen
3, Die Erde ♁ – Wir nehmen hier nur das, was
zum aſtronomiſchen Theil gehört; über die innere
Beſchaffenheit und dgl. wird im geognoſtiſchen Theile
die Rede ſein.
Ueber die Geſtalt der Erde hat man lange Zeit falſche
Begriffe gehabt von 1683 bis 1718 waren die Meſsungen
von Casſini und Maralji ſo unvollkommen,
daß man daraus ſchlieſsen konnte die Erde ſei am
Aequator abgeplattet und an den Polen ſpitz indem
man nicht weit aus einander liegende Grade nur in Verbindung
bringen konnte. – Erſt nachdem Maupertius
in Lappland ſeine Gradmessung gemacht hatte,
konnte man auf die wichtige Abplattung kommen. –
Letztere Messung wurde in neuern Zeiten durch
Schwanberg ſehr angegriffen, indem man glaubte
viele Fehler darin entdeckt zu haben; doch fand es ſich
daß man nicht ganz auf derſelben Stelle nachgemeſsen
hatte. Profeſsor Roſenberg hat gezeigt daß die Fehler
nicht ganz ſo auf Maupertuis Seite fallen, als
Schwanberg gefunden hatte. Bei der Vergleichung der
Gradmeſsung von Peru mit der von Frankreich fand
man die Abplattung 1/305 hinaus; aber bei der Vergleichung
derLappländiſchen Grad mit den von Frankreich
1/304. – Nach den Verſuchen die man mit dem Pendel gemacht
hat beſonders bei den großen Reiſen von
Fresenay und Duperay ſchien die Abplattung viel größer
zu ſein, man fand 1/289. –
Es iſt alſo ein Schwanken zwiſchen 1/305 und 1/289; es
macht dies einen Unterſchied von 593 Toiſen oder
3500 Fuß.
Die Excentrizität der Erdbahn iſt jetzt im Abnehmen. –
Sie wächſt bei ☿, ♂ und ♃
Beweiſe für die Rotation der Erde durch den Fall
der Körper. – Man hat für die Rotation der Erde
hauptſächlich dreierlei Beweiſe: 1, die Abplattung,
2, Verſchiedenheit der Pendellänge um an verſchiedenen
Orten dieſelbe Zahl von Schwingungen hervorzubringen
. 3, Der Fall der Körper.
Ware die Rotation der Erde 17 mal ſchneller als ſie
es iſt, ſo würde die Schwere unter dem Aequator
= 0 ſein; würde ſie noch größer ſein ſo würden die
Körper damit verſchleudert werden. Siehe Erman Phyſik 1826/7
Gradmeſsung von Peru mit der von Frankreich fand
man die Abplattung 1/305 hinaus; aber bei der Vergleichung
derLappländiſchen Grad mit den von Frankreich
1/304. – Nach den Verſuchen die man mit dem Pendel gemacht
hat beſonders bei den großen Reiſen von
Fresenay und Duperay ſchien die Abplattung viel größer
zu ſein, man fand 1/289. –
Es iſt alſo ein Schwanken zwiſchen 1/305 und 1/289; es
macht dies einen Unterſchied von 593 Toiſen oder
3500 Fuß.
Die Excentrizität der Erdbahn iſt jetzt im Abnehmen. –
Sie wächſt bei ☿, ♂ und ♃
Beweiſe für die Rotation der Erde durch den Fall
der Körper. – Man hat für die Rotation der Erde
hauptſächlich dreierlei Beweiſe: 1, die Abplattung,
2, Verſchiedenheit der Pendellänge um an verſchiedenen
Orten dieſelbe Zahl von Schwingungen hervorzubringen
. 3, Der Fall der Körper.
Ware die Rotation der Erde 17 mal ſchneller als ſie
es iſt, ſo würde die Schwere unter dem Aequator
= 0 ſein; würde ſie noch größer ſein ſo würden die
Körper damit verſchleudert werden. Siehe Erman Phyſik 1826/7
Um die Rotation der Erde zu erforſchen war man auf
die Idee gekommen von ſehr hohen Punkten Körper
auf die Erde herabfallen zu laſsen kleine Steine von
den Spitzen der Maaſtbäume aus man glaubte da
ſich die Erde von Weſten gegen Oſten bewegt, ſo würde
der Körper zurückbleiben, und dafür mehr nach Weſten
hin fallen. Bei angeſtellten Verſuchen fand ſich aber
das Gegentheil, der Körper fiel etwas gegen Oſten.
Man hatte nur nicht bedacht, was Newton klar zeigte,
daß der Körper indem er herabfalle die Schwungkraft
der Erde mit erhalte. Dieſe iſt um ſo großer
, je weiter er vom Mittelpunkt der Erde entfernt
iſt, deshalb erhält er eine größere Schwungkraft
als die Punkte welche ſich auf der Oberfläche
der Erde befinden; und ſo entſtehet eine geringe
Abweichung gegen Oſten, die ſich auch bei allen angeſtellten
genauen Verſuchen fand. Die Hauptſächlichſten
geſchahen: auf dem Thurm Asinelli in Bologna
vom Profeſsor Igelini; in Hamburg von Bengenburg;
einige andere in Kohlengruben. – Wenn die Höhe
von den der Körper herabfiel 250 bis 260 Fuß betrug,
ſo war die Deviation gegen Osten 4 bis 5 Zoll.
die Idee gekommen von ſehr hohen Punkten Körper
auf die Erde herabfallen zu laſsen kleine Steine von
den Spitzen der Maaſtbäume aus man glaubte da
ſich die Erde von Weſten gegen Oſten bewegt, ſo würde
der Körper zurückbleiben, und dafür mehr nach Weſten
hin fallen. Bei angeſtellten Verſuchen fand ſich aber
das Gegentheil, der Körper fiel etwas gegen Oſten.
Man hatte nur nicht bedacht, was Newton klar zeigte,
daß der Körper indem er herabfalle die Schwungkraft
der Erde mit erhalte. Dieſe iſt um ſo großer
, je weiter er vom Mittelpunkt der Erde entfernt
iſt, deshalb erhält er eine größere Schwungkraft
als die Punkte welche ſich auf der Oberfläche
der Erde befinden; und ſo entſtehet eine geringe
Abweichung gegen Oſten, die ſich auch bei allen angeſtellten
genauen Verſuchen fand. Die Hauptſächlichſten
geſchahen: auf dem Thurm Asinelli in Bologna
vom Profeſsor Igelini; in Hamburg von Bengenburg;
einige andere in Kohlengruben. – Wenn die Höhe
von den der Körper herabfiel 250 bis 260 Fuß betrug,
ſo war die Deviation gegen Osten 4 bis 5 Zoll.
Die Beweiſe für die Translation ſind etwas
ſchwieriger; man kann ſie nur durch Vernunftſchlüſse
darthun. – Als das Syſtem des Copernikus bekannt
geworden war ſuchte man zuerſt nach ob keine Veränderungen
in den weit entfernten Sterngruppen
hervorgebracht würden. Daher wurden eine Menge
von Sternen beobachtet. Cook ſtellte ſchon Beobachtungen
bei γ des Drachen an; Bradlay wiederholte
dieſe Beobachtungen und fand 1728, daß alle Sterne
die bei Tage culminiren gegen S. rückten, die
ihre Culmination in der Nacht haben aber gegen
N.; und alle kleine Ellipſen beſchreiben, die man
nur aus der Translation der Erde erklären kann.
Der Werth der großen Axe dieſer Ellipſen den jeder
Stern beſchreibt, beträgt 40″. –
Es ſteht dieß zugleich mit der Geſchwindigkeit des
Lichts in Verbindung Nach dem # der Kräfte –
Vorrücken der Nachtgleiche. – Nach dem Copernikaniſchen
Syſtem der Rotation müßte die Axe
der Erde ſich immer paralell bleiben; dieß iſt aber
nicht ganz richtig, ſie ändert ihre Lage indem ſie
wie ſchon früher erwähnt in einem Zeitraum
von 25.700 Jahren eine Ellipſe beſchreibt, ſo daß
ſchwieriger; man kann ſie nur durch Vernunftſchlüſse
darthun. – Als das Syſtem des Copernikus bekannt
geworden war ſuchte man zuerſt nach ob keine Veränderungen
in den weit entfernten Sterngruppen
hervorgebracht würden. Daher wurden eine Menge
von Sternen beobachtet. Cook ſtellte ſchon Beobachtungen
bei γ des Drachen an; Bradlay wiederholte
dieſe Beobachtungen und fand 1728, daß alle Sterne
die bei Tage culminiren gegen S. rückten, die
ihre Culmination in der Nacht haben aber gegen
N.; und alle kleine Ellipſen beſchreiben, die man
nur aus der Translation der Erde erklären kann.
Der Werth der großen Axe dieſer Ellipſen den jeder
Stern beſchreibt, beträgt 40″. –
Es ſteht dieß zugleich mit der Geſchwindigkeit des
Lichts in Verbindung Nach dem # der Kräfte –
Vorrücken der Nachtgleiche. – Nach dem Copernikaniſchen
Syſtem der Rotation müßte die Axe
der Erde ſich immer paralell bleiben; dieß iſt aber
nicht ganz richtig, ſie ändert ihre Lage indem ſie
wie ſchon früher erwähnt in einem Zeitraum
von 25.700 Jahren eine Ellipſe beſchreibt, ſo daß
die Pole des Aequators ſich um die Pole der Ekliptik
bewegen. Es iſt dies eine Folge der Zuſammenſetzung
der Bewegung die durch die Abplattung der
Erde hervor geht. Wäre die Erde eine Kugel und
würde die Sonne in einem Winkel von 45° ihre
Attraction aus üben, ſo würde ſich auf beiden
Seiten gleich viel Maſse befinden; es würde daher
kein Grund vorhanden ſein warum der Winkel
der Erdaxe mit der Erdbahn verändert werden ſollte
; wenn aber beim Aequator eine größere Menge
von Theilen angehäuft iſt, als an den Polen
ſo befindet ſich eine größere Maſse auf der einen
Seite, wo die Attractions Kraft wirkt als auf der
andern, und ſo muß die Schiefe der Ekliptik abweichend
ſein. Durch ein kleines Modell iſt dieß deutlich
einzuſehen – Doc zeigte ein ſolches vor . – Zuerſt
wurde dieß ſchon von Hipparch entdeckt, der andeutete
daß das Vorrücken der Nachtgleiche aus
der verſchiedenen Länge der Sterne erſichtlich
war. Wo auch die Sonne und der Mond ſtehen,
haben ſie eine Tendenz die Schiefe der Ekliptik
zu verändern. – Jeder Theil des Aequators ſtrebt
bewegen. Es iſt dies eine Folge der Zuſammenſetzung
der Bewegung die durch die Abplattung der
Erde hervor geht. Wäre die Erde eine Kugel und
würde die Sonne in einem Winkel von 45° ihre
Attraction aus üben, ſo würde ſich auf beiden
Seiten gleich viel Maſse befinden; es würde daher
kein Grund vorhanden ſein warum der Winkel
der Erdaxe mit der Erdbahn verändert werden ſollte
; wenn aber beim Aequator eine größere Menge
von Theilen angehäuft iſt, als an den Polen
ſo befindet ſich eine größere Maſse auf der einen
Seite, wo die Attractions Kraft wirkt als auf der
andern, und ſo muß die Schiefe der Ekliptik abweichend
ſein. Durch ein kleines Modell iſt dieß deutlich
einzuſehen – Doc zeigte ein ſolches vor . – Zuerſt
wurde dieß ſchon von Hipparch entdeckt, der andeutete
daß das Vorrücken der Nachtgleiche aus
der verſchiedenen Länge der Sterne erſichtlich
war. Wo auch die Sonne und der Mond ſtehen,
haben ſie eine Tendenz die Schiefe der Ekliptik
zu verändern. – Jeder Theil des Aequators ſtrebt
nach dem Parallelogram der Kräfte zu entfliehen
Außerdem haben noch alle Planeten eine Wirkung
auf die Bahn der Erde; wenn die eine Wirkung
additiv iſt, iſt dieſe ſubtractiv. – Es geht daraus
hervor daß die Sternbilder nicht mehr den frühern
entſprechen, wo ſonſt der Widder war, ſind jetzt
die Fiſche.
22. Vorlesung, 19. Januar 1828
In Aegypten hat man über den Thierkreis mehere
Monumente gefunden aus verſchiedenen
Zeitaltern; einen Zodiakus fand man in Tempyris
nördlich von Theben, 2 andere ſüdlich von
Theben in Eben Natopolis – Sie ſind nicht als
Kreiſe dargestellt, ſondern die einzelnen Zeichen
in 2 Reihen gestellt. Indem Zodiakus von Tempyris
eröffnet den Zug der Löwe, in dem von
Esle, die Jungfrau. Da man weiß daß der
Anfang des Jahres den Aegyptern in das Sommerſolſtitium
fiel, ſo hat man geglaubt daß dieß
um die damalige Zeit in den Löwen gefallen
wäre, während es jetzt in den Zwillingen iſt. Burkhard
hat durch ſeine Unterſuchungen gezeigt, daß dieß
2470 Jahr vor unſrer Zeitrechnung ſtatt gefunden
Außerdem haben noch alle Planeten eine Wirkung
auf die Bahn der Erde; wenn die eine Wirkung
additiv iſt, iſt dieſe ſubtractiv. – Es geht daraus
hervor daß die Sternbilder nicht mehr den frühern
entſprechen, wo ſonſt der Widder war, ſind jetzt
die Fiſche.
22. Vorlesung, 19. Januar 1828
In Aegypten hat man über den Thierkreis mehere
Monumente gefunden aus verſchiedenen
Zeitaltern; einen Zodiakus fand man in Tempyris
nördlich von Theben, 2 andere ſüdlich von
Theben in Eben Natopolis – Sie ſind nicht als
Kreiſe dargestellt, ſondern die einzelnen Zeichen
in 2 Reihen gestellt. Indem Zodiakus von Tempyris
eröffnet den Zug der Löwe, in dem von
Esle, die Jungfrau. Da man weiß daß der
Anfang des Jahres den Aegyptern in das Sommerſolſtitium
fiel, ſo hat man geglaubt daß dieß
um die damalige Zeit in den Löwen gefallen
wäre, während es jetzt in den Zwillingen iſt. Burkhard
hat durch ſeine Unterſuchungen gezeigt, daß dieß
2470 Jahr vor unſrer Zeitrechnung ſtatt gefunden
haben müſsen, es müßte dieſer Thierkreis demnach
4000 Jahre wenigſtens alt ſein. – Aus andern
Urſachen glaubt man daß der jüngere Thierkreis
aus den Zeiten des Tiberius herſtamme; es müßte
alſo zwiſchen beiden Monumenten ein Zeitraum
von 2000 Jahren ſein. Es fällt dieß Alter, und der
Unterſchied aber weg, wenn man bedenkt daß das
Jahr der Aegypter beweglich war. Viscontis Unterſuchungen
Man hat geglaubt daß die Waage erſt zu Cäſars
Zeiten angeſetzt worden wäre, und Soſigenes habe
ſie erſt nach Aegypten gebracht. Nach Idelers und
Buttmanns Unterſuchungen ſcheint dieß aber keinesweges
der Fall zu ſein ſondern ſchon früher in Aegypten
die Waage als Sternbild dageweſen zu
ſein. Es ſcheint daß die 12 Sternbilder des Thierkreiſes
aus den 27 Mondſtationen entſtanden ſeien.
Das Vorrücken der Nachtgleiche hat keinen Einfluß
auf das Klima und eben ſo wenig auf die Rectaſcension
und Declination der Sterne; wohl aber
auf die Breite von daraus man die Sterne zu ſehen
bekommt; für denselben Horizont eines Punkts
4000 Jahre wenigſtens alt ſein. – Aus andern
Urſachen glaubt man daß der jüngere Thierkreis
aus den Zeiten des Tiberius herſtamme; es müßte
alſo zwiſchen beiden Monumenten ein Zeitraum
von 2000 Jahren ſein. Es fällt dieß Alter, und der
Unterſchied aber weg, wenn man bedenkt daß das
Jahr der Aegypter beweglich war. Viscontis Unterſuchungen
Man hat geglaubt daß die Waage erſt zu Cäſars
Zeiten angeſetzt worden wäre, und Soſigenes habe
ſie erſt nach Aegypten gebracht. Nach Idelers und
Buttmanns Unterſuchungen ſcheint dieß aber keinesweges
der Fall zu ſein ſondern ſchon früher in Aegypten
die Waage als Sternbild dageweſen zu
ſein. Es ſcheint daß die 12 Sternbilder des Thierkreiſes
aus den 27 Mondſtationen entſtanden ſeien.
Das Vorrücken der Nachtgleiche hat keinen Einfluß
auf das Klima und eben ſo wenig auf die Rectaſcension
und Declination der Sterne; wohl aber
auf die Breite von daraus man die Sterne zu ſehen
bekommt; für denselben Horizont eines Punkts
werden andre Sterne ſichtbar; ebenfalls entſteht
auch eine Änderung des Polarſterns ſelbſt. Zur Zeit
des Eudoxius lag der Pol nahe bei den hintern Sternen
des kleinen Bärs zwiſchen α und β, jetzt liegt er
außerhalb des kleinen Bärs, und nach und nach wird
er fortrücken zum Zepheus und Schwan.
Die Schiefe der Ekliptik hat eine kleine Veränderung,
die Nutation von 18″, ſo daß ſie in einer Zeit von
18 Jahren und 6 Stunden einen kleinen Kreis beſchreibt
. Doch wichtiger iſt die große Aenderung,
von der bereits die Rede war; man kann nicht
mit Gewißheit ſagen wie groß die Aenderung ſei,
doch dauert ſie 21 bis 22000 Jahre. – Die erſten Beobachtungen
darüber ſind von Anaximandei, der durch
Sonnenuhren den Winkel der Ekliptik mit dem Aequator
maß; die Reſultate der erſtern genauern
Meſsungen verdanken wir den chineſiſchen
Annalen von 1100 a C., wo dieſe Winkel auf 23°54′
gefunden wurden. – Pydias in Marſeille fand
im Jahr 340 a C. durch eine Meſsung dieſen Winkel
23°49′ groß, und Younes 1000 p C. 23°36′, und Besſel
in den neueſten Zeiten (1800) 23°27′56″ – Laplace
auch eine Änderung des Polarſterns ſelbſt. Zur Zeit
des Eudoxius lag der Pol nahe bei den hintern Sternen
des kleinen Bärs zwiſchen α und β, jetzt liegt er
außerhalb des kleinen Bärs, und nach und nach wird
er fortrücken zum Zepheus und Schwan.
Die Schiefe der Ekliptik hat eine kleine Veränderung,
die Nutation von 18″, ſo daß ſie in einer Zeit von
18 Jahren und 6 Stunden einen kleinen Kreis beſchreibt
. Doch wichtiger iſt die große Aenderung,
von der bereits die Rede war; man kann nicht
mit Gewißheit ſagen wie groß die Aenderung ſei,
doch dauert ſie 21 bis 22000 Jahre. – Die erſten Beobachtungen
darüber ſind von Anaximandei, der durch
Sonnenuhren den Winkel der Ekliptik mit dem Aequator
maß; die Reſultate der erſtern genauern
Meſsungen verdanken wir den chineſiſchen
Annalen von 1100 a C., wo dieſe Winkel auf 23°54′
gefunden wurden. – Pydias in Marſeille fand
im Jahr 340 a C. durch eine Meſsung dieſen Winkel
23°49′ groß, und Younes 1000 p C. 23°36′, und Besſel
in den neueſten Zeiten (1800) 23°27′56″ – Laplace
hat über die Abnahme der Schiefe der Ekliptik beſondere
Unterſuchungen angeſtellt und gefunden daß die äußerſte
Grenze der Veränderung nur 1½ Grad betragen.
Dieß würde auf der Erde ungefähr den Unterſchied
machen als wenn Cadix dahin fiel wo Cordova
liegt.
Der Mond ☾
Bei den Alten exiſtirte eine hiſtoriſche Sage
wem der Mond zuerſt erſchienen wäre; ſie ſetzten
ſeine Entſtehung in die Zeit der Schlacht des Herkules
mit den Gyganten; Maupertuis gründete darauf
ſeine Anſicht, daß es ein Comet geweſen ſei, der
ſeinen Schweif verloren habe und von der Zeit
an, um die Erde kreiſe. – Kreuzer glaubt das jene
Sage nur eine Anſpielung auf die Mondjahre ſei.
Der Durchmeſser des Mondes beträgt 466 Meilen; Rußland
iſt etwas größer als der Theil des Mondes den
wir ſehen. Die Rotations-Axe ſteht faſt ſenkrecht
auf die Mondsbahn. – Die Entfernung von der Erde
beträgt 51800 Meilen. Die Genauigkeit dieſer Beſtimmung
iſt bis auf 1/1300 Viele Reiſende ſind demnach
weiter geweſen als die Entfernung des Mondes beträgt
–
Unterſuchungen angeſtellt und gefunden daß die äußerſte
Grenze der Veränderung nur 1½ Grad betragen.
Dieß würde auf der Erde ungefähr den Unterſchied
machen als wenn Cadix dahin fiel wo Cordova
liegt.
Der Mond ☾
Bei den Alten exiſtirte eine hiſtoriſche Sage
wem der Mond zuerſt erſchienen wäre; ſie ſetzten
ſeine Entſtehung in die Zeit der Schlacht des Herkules
mit den Gyganten; Maupertuis gründete darauf
ſeine Anſicht, daß es ein Comet geweſen ſei, der
ſeinen Schweif verloren habe und von der Zeit
an, um die Erde kreiſe. – Kreuzer glaubt das jene
Sage nur eine Anſpielung auf die Mondjahre ſei.
Der Durchmeſser des Mondes beträgt 466 Meilen; Rußland
iſt etwas größer als der Theil des Mondes den
wir ſehen. Die Rotations-Axe ſteht faſt ſenkrecht
auf die Mondsbahn. – Die Entfernung von der Erde
beträgt 51800 Meilen. Die Genauigkeit dieſer Beſtimmung
iſt bis auf 1/1300 Viele Reiſende ſind demnach
weiter geweſen als die Entfernung des Mondes beträgt
–
Die genaueſte Meſsung geſchah durch die Aſtronomen
Lalandes in Berlin und am grünen Vorgebirge
. – Nach Lambert iſt das Licht des Mondes 300000
mal geringer als das der Sonne. Neben dem Vollmond,
ſieht man beim erſten und letzten Viertel ein aſchfarbenes
Licht, dieß iſt die Reflection der Beleuchtung
der Erde auf den Mond; es fällt verſchieden
aus, je nachdem die Reflection vom Meere
oder vom Continente herrührt. je nach dem dieſer
oder jener Theil der Erde grade dem Monde zugekehrt
iſt. – In frühern Zeiten hat man die Idee
gehabt, daß dieſes aſchfarbene Licht von einer eignen
Phosphoreszenz des Mondes herkomme, wie es
bei der Venus der Fall iſt. Leonarde da Vinci gab
zuerſt eine ſchöne Erklärung über dieß aſchfarbene
Licht des Mondes 1521 . – Bei totalen Mondfinſterniſsen
ſieht man ein rothes Licht, daß um
ſo beträchtlicher erſcheint je reiner die Atmosphäre
iſt, beſonders ſtark unter den Tropen, wo es Doc
mehrmals beobachtet hat. Es iſt dieß Licht nicht
reflectirt von der Erde, ſondern inflectirt von
der Atmosphäre, und verſchieden nach der Lage die
Lalandes in Berlin und am grünen Vorgebirge
. – Nach Lambert iſt das Licht des Mondes 300000
mal geringer als das der Sonne. Neben dem Vollmond,
ſieht man beim erſten und letzten Viertel ein aſchfarbenes
Licht, dieß iſt die Reflection der Beleuchtung
der Erde auf den Mond; es fällt verſchieden
aus, je nachdem die Reflection vom Meere
oder vom Continente herrührt. je nach dem dieſer
oder jener Theil der Erde grade dem Monde zugekehrt
iſt. – In frühern Zeiten hat man die Idee
gehabt, daß dieſes aſchfarbene Licht von einer eignen
Phosphoreszenz des Mondes herkomme, wie es
bei der Venus der Fall iſt. Leonarde da Vinci gab
zuerſt eine ſchöne Erklärung über dieß aſchfarbene
Licht des Mondes 1521 . – Bei totalen Mondfinſterniſsen
ſieht man ein rothes Licht, daß um
ſo beträchtlicher erſcheint je reiner die Atmosphäre
iſt, beſonders ſtark unter den Tropen, wo es Doc
mehrmals beobachtet hat. Es iſt dieß Licht nicht
reflectirt von der Erde, ſondern inflectirt von
der Atmosphäre, und verſchieden nach der Lage die
die Erde zum Monde hat, größer in der Erdferne
als in der Erdnähe. – Es giebt ſelbſt noch Beobachtungen
wo der Mond ganz verſchwunden
iſt. –
In den neueſten Zeiten, noch im vergangenen
Jahre ſind Beobachtungen über die Wärme des
Mondslichts gemacht worden. Doc hat häufige Beobachtungen
darüber mit Herrn Arago auf der
Pariſer Sternwarte vermittelſt großer Hohlſpiegel
angeſtellt, und nicht das geringſte von
Wärme bemerken können. Daniel der dieſe Verſuche
wiederholte hat ebenfalls keine Wärme
ſpüren können.
Anſehen des Mondes. Bei den Alten war die Meinung
, daß das was wir von den Flecken des Mondes
ſehen nur eine Spiegelung der Erde ſei durch
das Lichts des Weltheerds hervorgebracht. – Bei den
Perſern herrſcht dieſe Idee noch heut zu Tage.
Die Flecken des Mondes haben ſehr verſchiedene
Farben; ſchon in frühern Zeiten wurden ſie für Meere
gehalten, indem man wußte das Flüſsigkeiten das
als in der Erdnähe. – Es giebt ſelbſt noch Beobachtungen
wo der Mond ganz verſchwunden
iſt. –
In den neueſten Zeiten, noch im vergangenen
Jahre ſind Beobachtungen über die Wärme des
Mondslichts gemacht worden. Doc hat häufige Beobachtungen
darüber mit Herrn Arago auf der
Pariſer Sternwarte vermittelſt großer Hohlſpiegel
angeſtellt, und nicht das geringſte von
Wärme bemerken können. Daniel der dieſe Verſuche
wiederholte hat ebenfalls keine Wärme
ſpüren können.
Anſehen des Mondes. Bei den Alten war die Meinung
, daß das was wir von den Flecken des Mondes
ſehen nur eine Spiegelung der Erde ſei durch
das Lichts des Weltheerds hervorgebracht. – Bei den
Perſern herrſcht dieſe Idee noch heut zu Tage.
Die Flecken des Mondes haben ſehr verſchiedene
Farben; ſchon in frühern Zeiten wurden ſie für Meere
gehalten, indem man wußte das Flüſsigkeiten das
Licht weniger reflectirten als feſte Körper. – Keppler
nahm im Gegentheil die hellern Stellen für Waſsen
und die dunklern für erhöhte Theile des Monds an. –
Die Sicherheit, daß es nicht Waſser von großen Flächen
geben kann iſt dadurch erwieſen worden daß die einzelnen
Theile unter einander in einem Niveau liegen.
Merkwürdig iſt es daß einzelne Theile immer ſchwärzlich
ſind wie z. B. Cäſar. – Galiläi iſt ſchon auf die
Berge aufmerkſam geweſen und hat Meſsungen angeſtellt
. –
Man hat mehrere Methoden die Höhe der Berge zu
meſsen.
Wenn man durch Fernröhre den Mond betrachtet
in ſeinen erſten Viertel ſo bemerkt man helle
Flecken die in dem aſchfarbenen Theile liegen; wenn
es Berge ſind, wie zu vermuthen, ſo müſsen ſie um
ſo höher ſein, je weiter ſie von dem erleuchteten Theil
des Mondes entfernt, und jemehr ſie beleuchtet ſind.
Durch die Entfernung dieſer hellen Punkte, kann man
daher auf die Höhe des Berges ſchlieſsen.
Eine andere Art die Erhöhung der Berge zu beſtimmen
, iſt auf dem Mondrande, beſonders bei den Sonnenfinſterniſsen
nahm im Gegentheil die hellern Stellen für Waſsen
und die dunklern für erhöhte Theile des Monds an. –
Die Sicherheit, daß es nicht Waſser von großen Flächen
geben kann iſt dadurch erwieſen worden daß die einzelnen
Theile unter einander in einem Niveau liegen.
Merkwürdig iſt es daß einzelne Theile immer ſchwärzlich
ſind wie z. B. Cäſar. – Galiläi iſt ſchon auf die
Berge aufmerkſam geweſen und hat Meſsungen angeſtellt
. –
Man hat mehrere Methoden die Höhe der Berge zu
meſsen.
Wenn man durch Fernröhre den Mond betrachtet
in ſeinen erſten Viertel ſo bemerkt man helle
Flecken die in dem aſchfarbenen Theile liegen; wenn
es Berge ſind, wie zu vermuthen, ſo müſsen ſie um
ſo höher ſein, je weiter ſie von dem erleuchteten Theil
des Mondes entfernt, und jemehr ſie beleuchtet ſind.
Durch die Entfernung dieſer hellen Punkte, kann man
daher auf die Höhe des Berges ſchlieſsen.
Eine andere Art die Erhöhung der Berge zu beſtimmen
, iſt auf dem Mondrande, beſonders bei den Sonnenfinſterniſsen
. Endlich eine 3te Art durch die Größe der
Schatten welche die Berge werfen und die die größte
Genauigkeit giebt.
Wir kennen jetzt die Orographie des Mondes beinah
beſser wie die der Erde; es ſind alle Berge gemeſsen
, bis auf Höhen von 3 bis 400′ ungefähr
wie die Michelsberge
Wir ſehen immer nur einen Theil des Mondes; man
glaubte früher daher daß der Mond keine Rotation
habe, doch iſt dieß nicht der Fall, ſondern ſeine Rotation
iſt gleich der Umlaufszeit um die Erde Beiſpiel
wenn man um einen Baum immer ſo herum
geht daß man ihm im Geſicht behält . – Nur durch ein
Schwanken des Mondes wird bisweilen etwas mehr
geſehen, doch beträgt dieß und ungefähr 6 bis 8 Grad
ſo daß wohl unſre Nachkommen nicht die Hoffnung haben
werden die andere Seite des Mondes zu ſehen.
Galiläi entdeckte zuerſt dieſe Lobration während ſeiner
Gefangenſchaft 1657. – Tob. Meier, Bouval, und Nicolet
haben ſich ſpäter viel damit beſchäftigt.
Schatten welche die Berge werfen und die die größte
Genauigkeit giebt.
Wir kennen jetzt die Orographie des Mondes beinah
beſser wie die der Erde; es ſind alle Berge gemeſsen
, bis auf Höhen von 3 bis 400′ ungefähr
wie die Michelsberge
Wir ſehen immer nur einen Theil des Mondes; man
glaubte früher daher daß der Mond keine Rotation
habe, doch iſt dieß nicht der Fall, ſondern ſeine Rotation
iſt gleich der Umlaufszeit um die Erde Beiſpiel
wenn man um einen Baum immer ſo herum
geht daß man ihm im Geſicht behält . – Nur durch ein
Schwanken des Mondes wird bisweilen etwas mehr
geſehen, doch beträgt dieß und ungefähr 6 bis 8 Grad
ſo daß wohl unſre Nachkommen nicht die Hoffnung haben
werden die andere Seite des Mondes zu ſehen.
Galiläi entdeckte zuerſt dieſe Lobration während ſeiner
Gefangenſchaft 1657. – Tob. Meier, Bouval, und Nicolet
haben ſich ſpäter viel damit beſchäftigt.
Entweder man ſieht an den Rändern neue Flecken –
Libration in der Länge – oder man ſieht mehr vom Nordpol
oder Südpol; Libration in der Breite. – Die erſte
Libration entſteht dadurch, daß die Rotation des Mondes
gleichartig aber ſeine Umlaufszeit um die Erde nicht
ganz gleichartig iſt; die Libration der Breite aber,
weil die Axe des Mondes nicht ganz ſenkrecht auf
ſeiner Bahn ſteht.
Die Orographie des Mondes hat das Merkwürdige, daß
während die übrigen innern Planeten hauptſächlich
Kettengebirge haben, beim Monde nur ſelten Ketten
zu finden ſind, ſondern einzelne hohe Berge meiſtens
ſind. – Wenige Ketten finden ſich in der nördlichen
Hemisphäre: die Apenninen, Alpen usw. Der höchſte
Punkt iſt Huygens in den Apenninen, 3500′ hoch, ohne
Krater. Auf der ſüdlichen Hemisphäre finden ſich überall
Krater, alles iſt durchlöchert, ſelbſt die größten
Höhen, Leibnitz und Dorffler.
4166 Toiſen, 1/204 des Mondshalbmeſser die höchſten Punkte
auf der Erde, im Himalaya Gebirge ſind nur 1/700 des
Erdradius –
Libration in der Länge – oder man ſieht mehr vom Nordpol
oder Südpol; Libration in der Breite. – Die erſte
Libration entſteht dadurch, daß die Rotation des Mondes
gleichartig aber ſeine Umlaufszeit um die Erde nicht
ganz gleichartig iſt; die Libration der Breite aber,
weil die Axe des Mondes nicht ganz ſenkrecht auf
ſeiner Bahn ſteht.
Die Orographie des Mondes hat das Merkwürdige, daß
während die übrigen innern Planeten hauptſächlich
Kettengebirge haben, beim Monde nur ſelten Ketten
zu finden ſind, ſondern einzelne hohe Berge meiſtens
ſind. – Wenige Ketten finden ſich in der nördlichen
Hemisphäre: die Apenninen, Alpen usw. Der höchſte
Punkt iſt Huygens in den Apenninen, 3500′ hoch, ohne
Krater. Auf der ſüdlichen Hemisphäre finden ſich überall
Krater, alles iſt durchlöchert, ſelbſt die größten
Höhen, Leibnitz und Dorffler.
4166 Toiſen, 1/204 des Mondshalbmeſser die höchſten Punkte
auf der Erde, im Himalaya Gebirge ſind nur 1/700 des
Erdradius –
Die Berge des Mondes ſind ſehr verſchieden von denen
auf der Erde, es ſind mehr große Hochländer als Berge;
Hipparch und Ptolomäus ſind ſo groß als ganz Böhmen
20 Meilen im Durchmeſser . –
Gewöhnlich ſind die Erhöhungen, Ringgebirge, nur (und?) ſolche
wo auf den Bergen in der Mitte ſich noch ein kleiner
Kegel erhebt; bisweilen ſteht dieſer Kegel auch nicht
in der Mitte, ſondern auf dem Rande. –
Was man von Rinnen oder Flußbetten auf dem Monde
geſprochen hat, iſt eigentlich nicht ſo zu nennen;
es ſind dieß Streifen, die über Berg und Thal von
einem Krater zum andern gehen eine Art von Teufelsmauer
, man glaubt daß ſie Reihen von kleinen
Kratern ſeien . – Mit den Mondvulkanen hat
man ſich vielfach beſchäftigt, beſonders in den Jahren
1783 bis 87 : Herſchel und Graf Brühl in London . –
Von Zeit zu Zeit hat man im aſchfarbenen Theile des
Mondes glänzende Punkte geſehen, die man für Ausbrüche
der Vulkane anſah. – Schröder glaubte ſelbſt
mit etwas Einbildungskraft bald darauf kleine
Kegel geſehen zu haben. Jetzt iſt man Vorurtheilsfreier
auf der Erde, es ſind mehr große Hochländer als Berge;
Hipparch und Ptolomäus ſind ſo groß als ganz Böhmen
20 Meilen im Durchmeſser . –
Gewöhnlich ſind die Erhöhungen, Ringgebirge, nur (und?) ſolche
wo auf den Bergen in der Mitte ſich noch ein kleiner
Kegel erhebt; bisweilen ſteht dieſer Kegel auch nicht
in der Mitte, ſondern auf dem Rande. –
Was man von Rinnen oder Flußbetten auf dem Monde
geſprochen hat, iſt eigentlich nicht ſo zu nennen;
es ſind dieß Streifen, die über Berg und Thal von
einem Krater zum andern gehen eine Art von Teufelsmauer
, man glaubt daß ſie Reihen von kleinen
Kratern ſeien . – Mit den Mondvulkanen hat
man ſich vielfach beſchäftigt, beſonders in den Jahren
1783 bis 87 : Herſchel und Graf Brühl in London . –
Von Zeit zu Zeit hat man im aſchfarbenen Theile des
Mondes glänzende Punkte geſehen, die man für Ausbrüche
der Vulkane anſah. – Schröder glaubte ſelbſt
mit etwas Einbildungskraft bald darauf kleine
Kegel geſehen zu haben. Jetzt iſt man Vorurtheilsfreier
geworden, und hat mit mehr Mühe die Beobachtungen
angeſtellt; ſchwer bleibt an einem Tage das zu vergleichen
was an einem andern beobachtet wurde. –
Es iſt merkwürdig, daß alle dieſe Erſcheinungen an
einem Punkte geſehen worden ſind, auf dem Ariſtarch:
es mag dieſe Erſcheinung von einer beſonderen Reflection
des Lichts entſtehen. – Man hat gefunden
daß das Mondlicht doch nicht von dem Meere ſondern
vom Innern von Afrika oder vom Innern
von Indien reflectirt worden iſt, und das Ariſtarch
nicht aus eignem Feuer leuchtet, ſondern daß
die Erleuchtung ein Reſultat der Spiegelung der Felſen
auf der Erde ſelbſt iſt.
23. Vorlesung, 23. Januar 1828
Von den Mondkarten, ſind beſonders zum Gebrauch
als am meiſten zugänglich zu empfehlen die vom
Inſpector Lohrmann. Andre iſt in Bonners Schriften,
eine ſchöne Mondcharte; und als die größte iſt zu
nennen die von Tob. Mayer, verbeſsert von Duykhuiſen
. – Außerdem iſt noch die Schröderſche Karte
ſehr gut.
Flüſsigkeiten in großen Maſsen finden ſich auf
angeſtellt; ſchwer bleibt an einem Tage das zu vergleichen
was an einem andern beobachtet wurde. –
Es iſt merkwürdig, daß alle dieſe Erſcheinungen an
einem Punkte geſehen worden ſind, auf dem Ariſtarch:
es mag dieſe Erſcheinung von einer beſonderen Reflection
des Lichts entſtehen. – Man hat gefunden
daß das Mondlicht doch nicht von dem Meere ſondern
vom Innern von Afrika oder vom Innern
von Indien reflectirt worden iſt, und das Ariſtarch
nicht aus eignem Feuer leuchtet, ſondern daß
die Erleuchtung ein Reſultat der Spiegelung der Felſen
auf der Erde ſelbſt iſt.
23. Vorlesung, 23. Januar 1828
Von den Mondkarten, ſind beſonders zum Gebrauch
als am meiſten zugänglich zu empfehlen die vom
Inſpector Lohrmann. Andre iſt in Bonners Schriften,
eine ſchöne Mondcharte; und als die größte iſt zu
nennen die von Tob. Mayer, verbeſsert von Duykhuiſen
. – Außerdem iſt noch die Schröderſche Karte
ſehr gut.
Flüſsigkeiten in großen Maſsen finden ſich auf
dem Monde nicht, da überall wo man große Flächen
ſieht ſich immer Krater befanden.
Eine beſondere Art von Unebenheiten ſind die weißen
Streifen die dem Monde eigenthümlich ſind und durch
Berg und Thal fortgehen. Man weiß eigentlich nicht was
ſie ſind; häufig hat man ſie mit Unrecht auf den
Karten Dampfartig gezeichnet: bei ſchwacher Vergrößerung
ſind ſie weniger Lichtvoll, als bei ſtärkern
; am meiſten erſcheinen ſie bei Tycho.
Seit dem tiefſten Alterthum hat die Meinung exiſtirt
, daß man Werke der Kunſt auf dem Monde
entdecken könne; Philolaus und Xenophon glaubten
daß man Städte im Monde ſehen könne. Es iſt
daher nicht ohne Intereſse zu unterſuchen was man
von hier aus mit Genauigkeit vom Monde ſehen
könne. – Die größten Städte in Europa wie z. B.
London nehmen nur einen Flächenraum von 0,7 (7)
geographiſche □ Meilen ein, ein ſehr kleiner Raum
der bei einer ſolchen Entfernung wohl mit unſern
jetzigen Fernröhren nicht gut mit Sicherheit
geſehen werden könnte. – Diejenigen Aſtronomen
ſieht ſich immer Krater befanden.
Eine beſondere Art von Unebenheiten ſind die weißen
Streifen die dem Monde eigenthümlich ſind und durch
Berg und Thal fortgehen. Man weiß eigentlich nicht was
ſie ſind; häufig hat man ſie mit Unrecht auf den
Karten Dampfartig gezeichnet: bei ſchwacher Vergrößerung
ſind ſie weniger Lichtvoll, als bei ſtärkern
; am meiſten erſcheinen ſie bei Tycho.
Seit dem tiefſten Alterthum hat die Meinung exiſtirt
, daß man Werke der Kunſt auf dem Monde
entdecken könne; Philolaus und Xenophon glaubten
daß man Städte im Monde ſehen könne. Es iſt
daher nicht ohne Intereſse zu unterſuchen was man
von hier aus mit Genauigkeit vom Monde ſehen
könne. – Die größten Städte in Europa wie z. B.
London nehmen nur einen Flächenraum von 0,7 (7)
geographiſche □ Meilen ein, ein ſehr kleiner Raum
der bei einer ſolchen Entfernung wohl mit unſern
jetzigen Fernröhren nicht gut mit Sicherheit
geſehen werden könnte. – Diejenigen Aſtronomen
die ſich lange mit den Mond beſchäftigten ſind in
neuren Zeiten wieder auf die Meinungen der
Alten zurückgekommen. So will Schröder Farben
auf dem Monde geſehen haben, die nach ſeiner Meinung
vom Anbau herkommen ſollen, ſelbſt Seleniten-Wohnungen
, Palmenwälder uſw. wollte er
unterſchieden haben; auf dem Berge Schröter einen
Sternentempel und dgl. m. ſogar die Temperatur
auf dem Monde in Hinſicht der Vegetabilien
wollte man beſtimmen. Offenbar ſind dieß
Uebertreibungen.
Es iſt allerdings möglich mit Fernröhren, in dem
Stande wie ſie jetzt ſind, eine Angular-Distance
von 1″ zu meſsen; dieß macht 1800 Fuß für den
Mond. Aber man kann das noch unterſcheiden
wenn’s nur ⅓ ſo groß iſt, als das was man
meſsen kann. Man würde alſo Gegenſtände
von 6–700 Q Fuß Fläche noch unterſcheiden
können; ein Schatten der einen großen Contraſt
mit der Erde des Mondes abgeben würde
, könnte um ſo deutlicher unterſchieden
neuren Zeiten wieder auf die Meinungen der
Alten zurückgekommen. So will Schröder Farben
auf dem Monde geſehen haben, die nach ſeiner Meinung
vom Anbau herkommen ſollen, ſelbſt Seleniten-Wohnungen
, Palmenwälder uſw. wollte er
unterſchieden haben; auf dem Berge Schröter einen
Sternentempel und dgl. m. ſogar die Temperatur
auf dem Monde in Hinſicht der Vegetabilien
wollte man beſtimmen. Offenbar ſind dieß
Uebertreibungen.
Es iſt allerdings möglich mit Fernröhren, in dem
Stande wie ſie jetzt ſind, eine Angular-Distance
von 1″ zu meſsen; dieß macht 1800 Fuß für den
Mond. Aber man kann das noch unterſcheiden
wenn’s nur ⅓ ſo groß iſt, als das was man
meſsen kann. Man würde alſo Gegenſtände
von 6–700 Q Fuß Fläche noch unterſcheiden
können; ein Schatten der einen großen Contraſt
mit der Erde des Mondes abgeben würde
, könnte um ſo deutlicher unterſchieden
werden, ſo daß man Höhen von 500 Fuß, ſelbſt
noch von 300 Fuß würde meſsen können man
würde alſo noch Gebäude von dieſer Höhe ſehen
können. Wenn man erfahren will, wie man ein Kunſtwerk
unterſcheiden könne, ſo weiß Doc durchaus
kein Mittel dazu anzugeben. Die ſogenannten
Mondſtädte von denen man häufig
ſprechen hört, haben aber 30 bis 40 Q M. Flächeninhalt
, und ſehen daher mehr Ländern ähnlich
als Werken der Kunſt.
Die Atmosphäre des Mondes iſt ſehr dem Vacuum
ähnlich, welches wir nur in unſern Maſchienen
hervorbringen können; ein Barometer
würde nur einige Linien hoch ſtehen. – Man
hat geglaubt bei Sonnenfinſterniſsen Spuren
dieſer Atmosphäre geſehen zu haben indem man
Ringe bemerkt hat. – Noch merkwürdiger ſind
die Flecken die man im Monde geſehen hat.
Am 2ten Januar 1778 wurde auf dem Meere eine
Mondfinſterniß beobachtet, wo es ſchien, als wenn
ein Stern durch den Mond geſchienen hätte; es
noch von 300 Fuß würde meſsen können man
würde alſo noch Gebäude von dieſer Höhe ſehen
können. Wenn man erfahren will, wie man ein Kunſtwerk
unterſcheiden könne, ſo weiß Doc durchaus
kein Mittel dazu anzugeben. Die ſogenannten
Mondſtädte von denen man häufig
ſprechen hört, haben aber 30 bis 40 Q M. Flächeninhalt
, und ſehen daher mehr Ländern ähnlich
als Werken der Kunſt.
Die Atmosphäre des Mondes iſt ſehr dem Vacuum
ähnlich, welches wir nur in unſern Maſchienen
hervorbringen können; ein Barometer
würde nur einige Linien hoch ſtehen. – Man
hat geglaubt bei Sonnenfinſterniſsen Spuren
dieſer Atmosphäre geſehen zu haben indem man
Ringe bemerkt hat. – Noch merkwürdiger ſind
die Flecken die man im Monde geſehen hat.
Am 2ten Januar 1778 wurde auf dem Meere eine
Mondfinſterniß beobachtet, wo es ſchien, als wenn
ein Stern durch den Mond geſchienen hätte; es
ſcheint dieß von Ausſchnitten im Monde herzurühren,
Kraterartige Vertiefungen, die nur ein Paar Secunden
vor dem Wiedererſcheinen des Lichts ſchon
geſehen werden konnten. – Schon früher iſt etwas
ähnliches in Rom beobachtet worden. Dieſe Ringe,
Flecken uſw. ſind vermuthlich optiſche Täuſchungen
ſowohl durch unſer Auge als unſre Atmosphäre.
Hallay hat geglaubt Blitze in der Atmosphäre des
Mondes zu ſehen, während die Sonne verfinſtert
war. Noch ſonderbarere Erſcheinungen kommen
an den Rändern des Mondes vor; Lemonnier hat
ſie ſchon beſchrieben, und vor Kurzen wurden
in Frankreich Entdeckungen gemacht, man ſah
Erſcheinungen ähnlich wie Raketen die von dem
Rande des Mondes aufſtiegen. – Alle dieſe Erſcheinungen
ſind aber ſo unſicher daß ſie nicht
hinreichen um auf die Größe der Atmosphäre
des Mondes zu ſchlieſsen.
Die erſte Topographie des Mondes war von Hevil;
Kraterartige Vertiefungen, die nur ein Paar Secunden
vor dem Wiedererſcheinen des Lichts ſchon
geſehen werden konnten. – Schon früher iſt etwas
ähnliches in Rom beobachtet worden. Dieſe Ringe,
Flecken uſw. ſind vermuthlich optiſche Täuſchungen
ſowohl durch unſer Auge als unſre Atmosphäre.
Hallay hat geglaubt Blitze in der Atmosphäre des
Mondes zu ſehen, während die Sonne verfinſtert
war. Noch ſonderbarere Erſcheinungen kommen
an den Rändern des Mondes vor; Lemonnier hat
ſie ſchon beſchrieben, und vor Kurzen wurden
in Frankreich Entdeckungen gemacht, man ſah
Erſcheinungen ähnlich wie Raketen die von dem
Rande des Mondes aufſtiegen. – Alle dieſe Erſcheinungen
ſind aber ſo unſicher daß ſie nicht
hinreichen um auf die Größe der Atmosphäre
des Mondes zu ſchlieſsen.
Die erſte Topographie des Mondes war von Hevil;
ſpäter und vollſtändiger von Riccioli oder eigentlich
Grimaldi, der den Bergen zuerſt die Namen der
berühmteſten Aſtronomen und Philoſophen gab. –
In ſpätere Zeiten ſchrieben Dom. Casſini und Lahire
in Frankreich über die Topographie des Mondes.
Einfluß des Mondes. Der Mond hat in mannigfaltiger
Weiſe Einfluß auf die Bewohner unſres
Erdkörpers gehabt, beſonders in der geiſtigen Entwickelung
.
Vielfältige Beobachtungen am Mond angeſtellt,
führten zu Entdeckungen; die uns ſonſt vielleicht
unbekannt geblieben wären.
Man hat viel über den Nutzen des Mondes geſprochen,
und ihn darin zu finden geglaubt, daß er da
wäre um unſre Nächte zu erhellen; ſehr natürlich
mußte dagegen die Einwendung gemacht werden
, warum denn nicht immer Vollmond wäre.
Laplace hat in ſeiner mechani coeleſte angegeben
, daß dieß bei einer gewiſsen Lage des
Mondes gegen die Erde und die Sonne ſehr leicht
denkbar wäre Recept zu beſtändigen Mondſcheine .
Grimaldi, der den Bergen zuerſt die Namen der
berühmteſten Aſtronomen und Philoſophen gab. –
In ſpätere Zeiten ſchrieben Dom. Casſini und Lahire
in Frankreich über die Topographie des Mondes.
Einfluß des Mondes. Der Mond hat in mannigfaltiger
Weiſe Einfluß auf die Bewohner unſres
Erdkörpers gehabt, beſonders in der geiſtigen Entwickelung
.
Vielfältige Beobachtungen am Mond angeſtellt,
führten zu Entdeckungen; die uns ſonſt vielleicht
unbekannt geblieben wären.
Man hat viel über den Nutzen des Mondes geſprochen,
und ihn darin zu finden geglaubt, daß er da
wäre um unſre Nächte zu erhellen; ſehr natürlich
mußte dagegen die Einwendung gemacht werden
, warum denn nicht immer Vollmond wäre.
Laplace hat in ſeiner mechani coeleſte angegeben
, daß dieß bei einer gewiſsen Lage des
Mondes gegen die Erde und die Sonne ſehr leicht
denkbar wäre Recept zu beſtändigen Mondſcheine .
Es wäre aber dann der Mond nicht mehr Nebenplanet
ſondern ein Weltkörper für ſich.
Der Mond erregt Ebbe und Fluth nicht nur im
Meere ſondern auch in der Atmosphäre der Erde,
letztern iſt mehr berechnet als beobachtet worden.
Die Monddiſtancen geben ein untrügliches Mittel
an um ſich (mit)auf? dem Meere zurecht zu finden,
man kann ſich ſicherer darauf verlaſsen als auf
alle Thermometer. – Einen außerordentlichen Einfluß
hat der Mond auf die aſtronomiſchen und
mathematiſchen Kenntniſse gehabt. – Die Mechanik
des Himmels verdankt ihr Daſein den erſten
Beobachtungen des Mondes; ſelbſt die Figur
der Erde konnte aus dem Monde berechnet werden.
?
Man kann ſelbſt auf die Veränderlichkeit des Tages
aus der Bewegung des Mondes ſchlieſsen, woraus
man wieder wird beweiſen können, daß die Temperatur
der Erde ſich nicht hat ſehr verändern köñen.
(=Länge?)
Hevil ſtellt die Meinung auf, daß wenn es Bewohner
im Monde gebe, ihnen unſre Erde als
Mond dienen könnte –
ſondern ein Weltkörper für ſich.
Der Mond erregt Ebbe und Fluth nicht nur im
Meere ſondern auch in der Atmosphäre der Erde,
letztern iſt mehr berechnet als beobachtet worden.
Die Monddiſtancen geben ein untrügliches Mittel
an um ſich (mit)auf? dem Meere zurecht zu finden,
man kann ſich ſicherer darauf verlaſsen als auf
alle Thermometer. – Einen außerordentlichen Einfluß
hat der Mond auf die aſtronomiſchen und
mathematiſchen Kenntniſse gehabt. – Die Mechanik
des Himmels verdankt ihr Daſein den erſten
Beobachtungen des Mondes; ſelbſt die Figur
der Erde konnte aus dem Monde berechnet werden.
?
Man kann ſelbſt auf die Veränderlichkeit des Tages
aus der Bewegung des Mondes ſchlieſsen, woraus
man wieder wird beweiſen können, daß die Temperatur
der Erde ſich nicht hat ſehr verändern köñen.
(=Länge?)
Hevil ſtellt die Meinung auf, daß wenn es Bewohner
im Monde gebe, ihnen unſre Erde als
Mond dienen könnte –
Vom Zodiakal Licht.
Man ſagt gewöhnlich daß das Zodiakal Licht von
Casſini 1683 entdeckt worden ſei. Man war damals
zuerſt aufmerkſam geworden daß im Frühjahr
nach Sonnenuntergang, ein Schein pyramidaliſch
ſich erhob. Casſini ſelbſt ſtellte die Frage auf, ob,
dieß nicht erſt jetzt erſchienen ſei, und ſtarb mit
der Idee, daß es große Veränderungen hervorbringen
könne. – Zu derſelben Zeit war es in
Perſien ebenfalls geſehen, und von Jardin /?/
beobachtet worden; man erfuhr hier daß es bei
den Bewohnern in den Tropengegenden ſchon längſt
bekannt war und den Namen Niafatsch führte. –
Doc fand in Paris in einem mexikaniſchen Codex
wo unter den Wundern von der Ankunft von
Cortez eine pyramidaliſche Licht Erſcheinung genannt
wird, die man gegen Oſten geſehen habe.
Meron, Casſini und mehrere andre haben behauptet,
daß das Zodiakal Licht im Zuſammenhange mit
dem Nordlicht wäre, ja daß ſelbſt die Sonnenflecke
damit in Verbindung ſtänden. Neuere
Man ſagt gewöhnlich daß das Zodiakal Licht von
Casſini 1683 entdeckt worden ſei. Man war damals
zuerſt aufmerkſam geworden daß im Frühjahr
nach Sonnenuntergang, ein Schein pyramidaliſch
ſich erhob. Casſini ſelbſt ſtellte die Frage auf, ob,
dieß nicht erſt jetzt erſchienen ſei, und ſtarb mit
der Idee, daß es große Veränderungen hervorbringen
könne. – Zu derſelben Zeit war es in
Perſien ebenfalls geſehen, und von Jardin /?/
beobachtet worden; man erfuhr hier daß es bei
den Bewohnern in den Tropengegenden ſchon längſt
bekannt war und den Namen Niafatsch führte. –
Doc fand in Paris in einem mexikaniſchen Codex
wo unter den Wundern von der Ankunft von
Cortez eine pyramidaliſche Licht Erſcheinung genannt
wird, die man gegen Oſten geſehen habe.
Meron, Casſini und mehrere andre haben behauptet,
daß das Zodiakal Licht im Zuſammenhange mit
dem Nordlicht wäre, ja daß ſelbſt die Sonnenflecke
damit in Verbindung ſtänden. Neuere
Beobachtungen haben es nicht erwieſen. Doc hat aber
ſelbſt geſehen daß es ſich ſehr ändert und häufig
ganz verſchieden erſcheint. Bei Beobachtungen die er
in Caracas darüber anſtellte fand ſich daß das
Zodiakal Licht an demſelben Abend oft von 2 zu
2 Minuten wechſelte. Man könnte glauben daß
dieß bloß von Verdickungen in der Atmosphäre herrühre
, aber bei Nebelflecken(?) war zu derſelben Zeit
durchaus kein Veränderung zu bemerken. –
Lange hat man geglaubt daß dieſes Licht die Atmosphäre
der Sonne wäre; in neurer Zeit iſt aber
bewieſen worden, daß dieſe ſich nicht weiter als
bis Merkur aus dehnen können; das Zodiakal Licht
weicht aber bis über Mars hinaus; vielmehr ſcheint
es nach Laplace Meinung ein Theil zu ſein der von
der Atmosphäre getreñt worden iſt.
Mars. ♂
Der Durchmeſser beträgt 1646 Meilen oder 0,67
der Erdhalbmeſsers. – Ueber die Abplattung iſt noch nichts
beſtimmtes gefunden; man iſt darüber noch ſehr
im Streit. Herſchel hielt ſie für ſehr beträchtlich: 1/12,
ſelbſt geſehen daß es ſich ſehr ändert und häufig
ganz verſchieden erſcheint. Bei Beobachtungen die er
in Caracas darüber anſtellte fand ſich daß das
Zodiakal Licht an demſelben Abend oft von 2 zu
2 Minuten wechſelte. Man könnte glauben daß
dieß bloß von Verdickungen in der Atmosphäre herrühre
, aber bei Nebelflecken(?) war zu derſelben Zeit
durchaus kein Veränderung zu bemerken. –
Lange hat man geglaubt daß dieſes Licht die Atmosphäre
der Sonne wäre; in neurer Zeit iſt aber
bewieſen worden, daß dieſe ſich nicht weiter als
bis Merkur aus dehnen können; das Zodiakal Licht
weicht aber bis über Mars hinaus; vielmehr ſcheint
es nach Laplace Meinung ein Theil zu ſein der von
der Atmosphäre getreñt worden iſt.
Mars. ♂
Der Durchmeſser beträgt 1646 Meilen oder 0,67
der Erdhalbmeſsers. – Ueber die Abplattung iſt noch nichts
beſtimmtes gefunden; man iſt darüber noch ſehr
im Streit. Herſchel hielt ſie für ſehr beträchtlich: 1/12,
Schröder kaum 1/80. Harding giebt ſie auch zu 1/12 an, welcher
allerdings viel bei der geringen Rotation wäre.
Die Flecken die man im Mars ſieht ſind zweierlei Arttheils
bewegliche, wie Wolken, die Verfinſterung hervorbringen
welche ſich ſchnell ausbreitet und 2
helle Flecken an den Polen die man für Eismaſsen
hält Kurowskÿ in Berlin hat ſie in neurer Zeit beobachtet
. – Lacaille hat ſich des Mars bedient um
die Sonnenparalaxe zu beobachten. – Keppler iſt durch
die Excentrizität der Marsbahn zuerſt auf die Idee
der elliptiſchen Bahnen der Planeten gekommen.
Kleine Planeten auf der Grenze
Schon die Alten glaubten daß es eine weit größere
Zahl von Planeten gebe als ihnen bekannt waren,
die man aber wegen ihrer Kleinheit nicht ſehen könne.
Wie ſchon früher erwähnt glaubte Keppler der Richtigkeit
ſeines Geſetzes wegen daß zwiſchen Mars und
Jupiter noch ein Planet ſich befinden müſse. –
Man fand im Anfang dieſes Jahrhunderts 4 kleine
Planeten, denen man die Namen, Veſta, Pallas, Ceres
und Juno gab. Alle dieſe zuſammen genom̃en
allerdings viel bei der geringen Rotation wäre.
Die Flecken die man im Mars ſieht ſind zweierlei Arttheils
bewegliche, wie Wolken, die Verfinſterung hervorbringen
welche ſich ſchnell ausbreitet und 2
helle Flecken an den Polen die man für Eismaſsen
hält Kurowskÿ in Berlin hat ſie in neurer Zeit beobachtet
. – Lacaille hat ſich des Mars bedient um
die Sonnenparalaxe zu beobachten. – Keppler iſt durch
die Excentrizität der Marsbahn zuerſt auf die Idee
der elliptiſchen Bahnen der Planeten gekommen.
Kleine Planeten auf der Grenze
Schon die Alten glaubten daß es eine weit größere
Zahl von Planeten gebe als ihnen bekannt waren,
die man aber wegen ihrer Kleinheit nicht ſehen könne.
Wie ſchon früher erwähnt glaubte Keppler der Richtigkeit
ſeines Geſetzes wegen daß zwiſchen Mars und
Jupiter noch ein Planet ſich befinden müſse. –
Man fand im Anfang dieſes Jahrhunderts 4 kleine
Planeten, denen man die Namen, Veſta, Pallas, Ceres
und Juno gab. Alle dieſe zuſammen genom̃en
als eine Kugel betrachtet würden die Maſse nicht
viel größer ſein als unſer Mond; der kleinſte,
Veſta, hat wahrſcheinlich nicht mehr als 40 bis 50 Meilen
im Durchmeſser. Herſchel nannte ſie Aſtäroiden,
Laplace telescopiſche Planeten.
Dieſe kleinen Planeten ſind im umgekehrter
Reihe ihrer Entfernung entdeckt worden. Ihrer
Entfernung nach folgen ſie: Veſta ⚶ entdeckt
1807 von Olbers; der Name wurde von Gausſ;
Juno ⚵ 1804 von Harding in Göttingen entdeckt;
Pallas ⚲⚴ 1802 von Olbers; Ceres ⚳ 1801 von
Piazi wegen eines Schreibfehlers – Olbers entdeckte
Veſta durch theoretiſche Betrachtungen; er
glaubte daß in der Jungfrau die Karten aller
kleinen Planeten liegen müſse, und wenn ein
großer Planet zertrümmert würde, ſo müßten
die Trümmer hier durch gehen; er beobachtete
dieſen Punkt deshalb ſehr genau und entdeckte
dort den Planet. – Nach Enkes Berechnungen,
wenn dieſe Planeten wieder ſo nahe zuſammen
kommen können, daß ſie vielleicht zum Theil ſich
wieder vereinigen würden, fand ſich ein Zeitraum
viel größer ſein als unſer Mond; der kleinſte,
Veſta, hat wahrſcheinlich nicht mehr als 40 bis 50 Meilen
im Durchmeſser. Herſchel nannte ſie Aſtäroiden,
Laplace telescopiſche Planeten.
Dieſe kleinen Planeten ſind im umgekehrter
Reihe ihrer Entfernung entdeckt worden. Ihrer
Entfernung nach folgen ſie: Veſta ⚶ entdeckt
1807 von Olbers; der Name wurde von Gausſ;
Juno ⚵ 1804 von Harding in Göttingen entdeckt;
Pallas ⚲⚴ 1802 von Olbers; Ceres ⚳ 1801 von
Piazi wegen eines Schreibfehlers – Olbers entdeckte
Veſta durch theoretiſche Betrachtungen; er
glaubte daß in der Jungfrau die Karten aller
kleinen Planeten liegen müſse, und wenn ein
großer Planet zertrümmert würde, ſo müßten
die Trümmer hier durch gehen; er beobachtete
dieſen Punkt deshalb ſehr genau und entdeckte
dort den Planet. – Nach Enkes Berechnungen,
wenn dieſe Planeten wieder ſo nahe zuſammen
kommen können, daß ſie vielleicht zum Theil ſich
wieder vereinigen würden, fand ſich ein Zeitraum
von 3000 Jahren.
Die Umlaufszeit dieſer Aſtäroiden iſt einander
ſehr ähnlich: Veſta 3 Jahr 7 Monat, Ceres 4 Jahr
7 Monat. – Sie haben alle eine große Excentrizität
ihrer elliptiſchen Bahnen, am meiſten ⚵ und ⚴ –
Ihre Bahnen bilden ziemlich große Winkel mit der
Erdbahn 30–43°. – Die Bahnen der 4 Planeten
ſind ſonderbar in einander verſchlungen. –
Der Durchmeſser der Veſta beträgt noch nicht
2″ trotz dem iſt dieſer Planet ſehr leuchtend.
24. Vorlesung, 26. Januar 1828
Äußere Planeten
Wir gehen jetzt zu dem Planeten über die zu dem
Syſtem der dünnere, größere und mondreichere
gehören. – An der Grenze befinden ſich die beiden
mächtigſten Planeten, die wegen ihrer großen
Maſse vielen Einfluß auf die Bewegung der andern
haben; es ſind dieß Jupiter und Saturn.
Jupiter ♃ iſt merkwürdig durch ſeine große
Lichtſtärke, er iſt von großer Helligkeit und hat
eine gelbe Farbe. – Sein Durchmesser beträgt
11 Erdmesser. Sein kubiſcher Inhalt iſt um ⅓ größer
Die Umlaufszeit dieſer Aſtäroiden iſt einander
ſehr ähnlich: Veſta 3 Jahr 7 Monat, Ceres 4 Jahr
7 Monat. – Sie haben alle eine große Excentrizität
ihrer elliptiſchen Bahnen, am meiſten ⚵ und ⚴ –
Ihre Bahnen bilden ziemlich große Winkel mit der
Erdbahn 30–43°. – Die Bahnen der 4 Planeten
ſind ſonderbar in einander verſchlungen. –
Der Durchmeſser der Veſta beträgt noch nicht
2″ trotz dem iſt dieſer Planet ſehr leuchtend.
24. Vorlesung, 26. Januar 1828
Äußere Planeten
Wir gehen jetzt zu dem Planeten über die zu dem
Syſtem der dünnere, größere und mondreichere
gehören. – An der Grenze befinden ſich die beiden
mächtigſten Planeten, die wegen ihrer großen
Maſse vielen Einfluß auf die Bewegung der andern
haben; es ſind dieß Jupiter und Saturn.
Jupiter ♃ iſt merkwürdig durch ſeine große
Lichtſtärke, er iſt von großer Helligkeit und hat
eine gelbe Farbe. – Sein Durchmesser beträgt
11 Erdmesser. Sein kubiſcher Inhalt iſt um ⅓ größer
als alle übrigen Planeten zuſammen wenn
man ſie ſich in einer Kugel vereinigt denkt. – Geerachtet
er nur die Dichtigkeit der concentrirten
Salpeterſäure hat, ſo iſt es doch wegen ſeiner großen
Maſse leicht erklärlich daß er viele Störungen
hervor bringen kann theils im Lauf der Planeten
theils in dem der Cometen. – Man bemerkt
am Jupiter viele Streifen und Flecken;
ausſchlieſsen muß aber hiervon die Erſcheinung
wenn die Jupiter Monde ihren Schatten auf den
Planeten werfen, und ſie bei ihm vorüberziehen.
Man hat die Monde früher geſehen als dieſe Streifen
Gewöhnlich ſieht man 5 große Streifen in der
Nähe des Aequators, woran der mittlere ſehr hell
iſt. – Ihre Zahl iſt aber ſehr unbeſtimmt, man
hat ſelbſt geglaubt 10 geſehen zu haben; zwiſchen
dieſen Streifen befinden ſich kleine Flecke die mit
ihnen paralell fortgehen. Aber auch in den Streifen
ſelbſt ſieht man eine Bewegung die mit
der Rotation ſelbſt zuſammenhängt.
Es iſt durch einen ſolchen Fleck der wie Dom Caſsini
man ſie ſich in einer Kugel vereinigt denkt. – Geerachtet
er nur die Dichtigkeit der concentrirten
Salpeterſäure hat, ſo iſt es doch wegen ſeiner großen
Maſse leicht erklärlich daß er viele Störungen
hervor bringen kann theils im Lauf der Planeten
theils in dem der Cometen. – Man bemerkt
am Jupiter viele Streifen und Flecken;
ausſchlieſsen muß aber hiervon die Erſcheinung
wenn die Jupiter Monde ihren Schatten auf den
Planeten werfen, und ſie bei ihm vorüberziehen.
Man hat die Monde früher geſehen als dieſe Streifen
Gewöhnlich ſieht man 5 große Streifen in der
Nähe des Aequators, woran der mittlere ſehr hell
iſt. – Ihre Zahl iſt aber ſehr unbeſtimmt, man
hat ſelbſt geglaubt 10 geſehen zu haben; zwiſchen
dieſen Streifen befinden ſich kleine Flecke die mit
ihnen paralell fortgehen. Aber auch in den Streifen
ſelbſt ſieht man eine Bewegung die mit
der Rotation ſelbſt zuſammenhängt.
Es iſt durch einen ſolchen Fleck der wie Dom Caſsini
ſagt auf einem ſüdlichen Theil (eines ſüdlichen)
in der ſüdl. Hemisphäre am Jupiter ſtand und
in den Jahren von 1665 bis 1666 immer ununterbrochen
wieder kam, die Rotation des Jupiters
auf 9 Stunden 56 Stunden beſtimmt werden.
Im Jahre 1690 wurde er wieder mehrere Monate
hindurch beobachtet. – Schröder hat bei ſeinen Beobachtungen
dieſelbe Zeit heraus gebracht. – Derſelbe
Cassini beſtimmte zuerſt die Abplattung
auf 1/14. – Schröder glaubt ſogar eine Unregelmäßigkeit
in ſeiner Form, um noch eine Abplattung
von N.O nach S.W. gefunden zu haben;
doch iſt dieſe Angabe nicht ſehr ſicher.
Von allen Planeten iſt ♃ der wichtigste für die
Schifffarth wegen den Verfinſterungen ſeiner
Trabanten.
Der erſte Jupiters Mond wurde von Simon
Meier in Anſpach 1609 geſehen; und von ihm das
Brandenburgiſchen Geſtirn genannt. – Man entdeckte
bei ihnen Flecke, und fand daſselbe Geſetz
wie bei unſerm Mond, daß die Rotation derſelben
in der ſüdl. Hemisphäre am Jupiter ſtand und
in den Jahren von 1665 bis 1666 immer ununterbrochen
wieder kam, die Rotation des Jupiters
auf 9 Stunden 56 Stunden beſtimmt werden.
Im Jahre 1690 wurde er wieder mehrere Monate
hindurch beobachtet. – Schröder hat bei ſeinen Beobachtungen
dieſelbe Zeit heraus gebracht. – Derſelbe
Cassini beſtimmte zuerſt die Abplattung
auf 1/14. – Schröder glaubt ſogar eine Unregelmäßigkeit
in ſeiner Form, um noch eine Abplattung
von N.O nach S.W. gefunden zu haben;
doch iſt dieſe Angabe nicht ſehr ſicher.
Von allen Planeten iſt ♃ der wichtigste für die
Schifffarth wegen den Verfinſterungen ſeiner
Trabanten.
Der erſte Jupiters Mond wurde von Simon
Meier in Anſpach 1609 geſehen; und von ihm das
Brandenburgiſchen Geſtirn genannt. – Man entdeckte
bei ihnen Flecke, und fand daſselbe Geſetz
wie bei unſerm Mond, daß die Rotation derſelben
gleich iſt der Umlaufszeit um den Hauptplaneten.
Alle Jupiters Trabanten ſind größer als unſer
Mond; der erſte iſt der größte. Laplace hat viel
dafür gethan und die Tabellen über die Jupiters
Monde ſehr verbeſsert. – Die drei erſten Jupiters
Trabanten werden nie zugleich verfinſtert.
Wenn die Verfinſterung eintritt ſieht man
ſie als helle Punkte vor dem Jupiter ſich fortbewegen
; von der Oppoſition entfernt folgt
dann der Schatten ſelbſt.
?
Der große franzöſiſche
Aſtronom Herr Arago hat ſich viel mit dieſen
Verfinſterungen beſchäftigt.
Saturn ♄
Obgleich entfernter als ♃ hat ♄ doch ein kleineres
Volumen als jener. Sein Durchmeſser beträgt 9,
4 Erddurchmeſser. Seine Rotation iſt ähnlich der des
Jupiters, 10 Stunden 16 Minuten. – Dieſe ſowohl
wie die Abplattung wurden 1789 von Herſchel
entdeckt. Er glaubt daß ſie doppelt ſei, nur
ſchreibt dieß als Folge der flüſsigen Hülle zu
ſowohl an den Polen als am Aequator. – Die größte
Alle Jupiters Trabanten ſind größer als unſer
Mond; der erſte iſt der größte. Laplace hat viel
dafür gethan und die Tabellen über die Jupiters
Monde ſehr verbeſsert. – Die drei erſten Jupiters
Trabanten werden nie zugleich verfinſtert.
Wenn die Verfinſterung eintritt ſieht man
ſie als helle Punkte vor dem Jupiter ſich fortbewegen
; von der Oppoſition entfernt folgt
dann der Schatten ſelbſt.
?
Der große franzöſiſche
Aſtronom Herr Arago hat ſich viel mit dieſen
Verfinſterungen beſchäftigt.
Saturn ♄
Obgleich entfernter als ♃ hat ♄ doch ein kleineres
Volumen als jener. Sein Durchmeſser beträgt 9,
4 Erddurchmeſser. Seine Rotation iſt ähnlich der des
Jupiters, 10 Stunden 16 Minuten. – Dieſe ſowohl
wie die Abplattung wurden 1789 von Herſchel
entdeckt. Er glaubt daß ſie doppelt ſei, nur
ſchreibt dieß als Folge der flüſsigen Hülle zu
ſowohl an den Polen als am Aequator. – Die größte
Abplattung macht einen Winkel von 45° mit dem
Aequator. – Auch hier finden ſich wie bei Jupiter,
Streifen, die bräunlich ſind Herſchel, Schröder, Kurowskÿ
. – Die Trabanten des Saturn ſind nur
bei ſtarker Vergrößerung zu ſehen; es ſind deren
7, 5 davon ſind leicht zu erkennen, die beiden
innern aber weitſchwieriger, ſie ſind kleiner
als Vesta. Merkwürdig iſt es das Saturn die
größten und kleinſten Trabanten hat, von denen
die kleinern grade die innere ſind Sie wurden
mit dem 40 füßigen Fernrohr entdeckt Nach
den Flecken die man bei einigen beſonders am
7ten ſieht folgen auch dieſe Trabanten demſelben
Geſetz wie unſer Mond und die Trabanten des
Jupiters bisweilen werden in Büchern ſtatt 1te u. 2te
der 6te und 7te genannt, es iſt dieß unrecht; man
zählt die Monde immer nach der Entfernung von
Innen heraus.
Eine höchſt ſonderbare Erſcheinung iſt der Ring des
Saturn. Er iſt nicht eigentlich von Galliläi ſondern
Aequator. – Auch hier finden ſich wie bei Jupiter,
Streifen, die bräunlich ſind Herſchel, Schröder, Kurowskÿ
. – Die Trabanten des Saturn ſind nur
bei ſtarker Vergrößerung zu ſehen; es ſind deren
7, 5 davon ſind leicht zu erkennen, die beiden
innern aber weitſchwieriger, ſie ſind kleiner
als Vesta. Merkwürdig iſt es das Saturn die
größten und kleinſten Trabanten hat, von denen
die kleinern grade die innere ſind Sie wurden
mit dem 40 füßigen Fernrohr entdeckt Nach
den Flecken die man bei einigen beſonders am
7ten ſieht folgen auch dieſe Trabanten demſelben
Geſetz wie unſer Mond und die Trabanten des
Jupiters bisweilen werden in Büchern ſtatt 1te u. 2te
der 6te und 7te genannt, es iſt dieß unrecht; man
zählt die Monde immer nach der Entfernung von
Innen heraus.
Eine höchſt ſonderbare Erſcheinung iſt der Ring des
Saturn. Er iſt nicht eigentlich von Galliläi ſondern
von Huygens entdeckt, indem die Entdeckung im̃er
den gehört der erkennt was er eigentlich iſt.
Huygens hat 1650 zuerſt angegeben warum der Ring
uns nicht immer auf dieſelbe Weiſe erſcheine.
Er verſchwindet für gewöhnliche Fernröhre wenn
die Sonne durchſcheint, da er ſehr dünne iſt, und
nur 113 Meilen dicke hat. – Durch größere Fernröhre
wie das von Herſchel iſt er aber (nicht?) wieder
verſchwunden. Er iſt nicht einfach gewöhnlich ſieht
man nur 2 Ringe, doch iſt es zweifelhaft ob er
nicht durch eine dünne Materie mit dem Planet
ſelbſt zuſammen hänge; es ſcheint dieß wahrſcheinlich
zu ſein, daran noch nie einen Stern
zwiſchen dem Ring und dem Planeten hat durchſcheinen
geſehen. Pristley, Clarke Herſchel hat
glaubthaft gemacht daß er unbeweglich ſei; es
iſt dieß nicht ganz wahrſcheinlich; doch will er
mit Harly einen Knoten im Ringe beobachtet
haben, der 36 Stunden lang unbeweglich erſchien.
Laplace hat dagegen die Idee aufgeſtellt daß die
verſchiedenen Ringe nicht in einer Ebene liegen,
den gehört der erkennt was er eigentlich iſt.
Huygens hat 1650 zuerſt angegeben warum der Ring
uns nicht immer auf dieſelbe Weiſe erſcheine.
Er verſchwindet für gewöhnliche Fernröhre wenn
die Sonne durchſcheint, da er ſehr dünne iſt, und
nur 113 Meilen dicke hat. – Durch größere Fernröhre
wie das von Herſchel iſt er aber (nicht?) wieder
verſchwunden. Er iſt nicht einfach gewöhnlich ſieht
man nur 2 Ringe, doch iſt es zweifelhaft ob er
nicht durch eine dünne Materie mit dem Planet
ſelbſt zuſammen hänge; es ſcheint dieß wahrſcheinlich
zu ſein, daran noch nie einen Stern
zwiſchen dem Ring und dem Planeten hat durchſcheinen
geſehen. Pristley, Clarke Herſchel hat
glaubthaft gemacht daß er unbeweglich ſei; es
iſt dieß nicht ganz wahrſcheinlich; doch will er
mit Harly einen Knoten im Ringe beobachtet
haben, der 36 Stunden lang unbeweglich erſchien.
Laplace hat dagegen die Idee aufgeſtellt daß die
verſchiedenen Ringe nicht in einer Ebene liegen,
doch wird man immer einen ſolchen Knoten auf
demſelben Fleck ſehen. Auch Olbers hat eine Erklärung
darüber gegeben, wie die Sonne Einfluß auf dieſe
Erſcheinung hat.
Die Nächte auf dem Saturn müſsen die maler
iſchten von allen ſein; von den vielen Monden
ſieht man immer mehrere zugleich, und zwar
in der Art, daß man Vollmond, erſtes und letztes
Viertel zugleich haben kann.
Uranus (⛢)
Durch die Entdeckung des Uranus wurde unſer
Sonnenſyſtem um die Hälfte vergrößert. –
Der Durchmeſser des Uranus beträgt 4 Erddurchmeſser
; ſein optiſcher Durchmeſser eine Winkelweite
, von 4″ da man ihn trotz dieſes kleinen
Schwinkels mit bloßen Augen ſehen kann, hat man
geglaubt daß er eine eigne Phosphoreszens habe.
Herſchel hat geglaubt zwei Ringe zu ſehen, aber
bei ſpätern Beobachtungen, die er ſelbſt anſtellte
fand ſich dieß nicht beſtätigt. – Von den 6 Trabanten
die Herſchel mit ſeinen ſchönen Telescopen geſehen
hat, haben andere Aſtronomen nur zwei ſehen können,
demſelben Fleck ſehen. Auch Olbers hat eine Erklärung
darüber gegeben, wie die Sonne Einfluß auf dieſe
Erſcheinung hat.
Die Nächte auf dem Saturn müſsen die maler
iſchten von allen ſein; von den vielen Monden
ſieht man immer mehrere zugleich, und zwar
in der Art, daß man Vollmond, erſtes und letztes
Viertel zugleich haben kann.
Uranus (⛢)
Durch die Entdeckung des Uranus wurde unſer
Sonnenſyſtem um die Hälfte vergrößert. –
Der Durchmeſser des Uranus beträgt 4 Erddurchmeſser
; ſein optiſcher Durchmeſser eine Winkelweite
, von 4″ da man ihn trotz dieſes kleinen
Schwinkels mit bloßen Augen ſehen kann, hat man
geglaubt daß er eine eigne Phosphoreszens habe.
Herſchel hat geglaubt zwei Ringe zu ſehen, aber
bei ſpätern Beobachtungen, die er ſelbſt anſtellte
fand ſich dieß nicht beſtätigt. – Von den 6 Trabanten
die Herſchel mit ſeinen ſchönen Telescopen geſehen
hat, haben andere Aſtronomen nur zwei ſehen können,
den 2ten und 4ten.
Bis jetzt hat man auf dem Uranus noch keine Flecke
unterſcheiden können, daher weiß man noch nichts
von ſeiner Rotation; nach den Monden zuurtheilen
geſchieht ſie von Norden nach Süden, nicht von W.
nach O. Es läge demnach die Rotations Axe in
der Bahn des Planeten.
Von den Kometen
Schon das Alterthum hat ſich viel mit den Kometen
beſchäftigt. Die Pythagoräiſche Schule behandelte
ſie als Planeten; die Chaldäer rühmten ſich daß
ſie ihre Wiederkunft vorher ſagen könnten; es machte
ſich dieß jedoch wohl nur auf die Ähnlichkeit des Schweifs
nur Kerns gründen, und man glaubte das dieß
dieſelben wären. Man findet manche Stellen
über dieſen Gegenſtand in den Werken der
alten Philoſophen, doch iſt nichts ſo verſtändlich
als eine Stelle bei Seneca, wo er berichtet daß
ein großer Comet erſchienen ſei und dissertirt
ob es derſelbe ſein könne der bei dem Tode Julius
Bis jetzt hat man auf dem Uranus noch keine Flecke
unterſcheiden können, daher weiß man noch nichts
von ſeiner Rotation; nach den Monden zuurtheilen
geſchieht ſie von Norden nach Süden, nicht von W.
nach O. Es läge demnach die Rotations Axe in
der Bahn des Planeten.
Von den Kometen
Schon das Alterthum hat ſich viel mit den Kometen
beſchäftigt. Die Pythagoräiſche Schule behandelte
ſie als Planeten; die Chaldäer rühmten ſich daß
ſie ihre Wiederkunft vorher ſagen könnten; es machte
ſich dieß jedoch wohl nur auf die Ähnlichkeit des Schweifs
nur Kerns gründen, und man glaubte das dieß
dieſelben wären. Man findet manche Stellen
über dieſen Gegenſtand in den Werken der
alten Philoſophen, doch iſt nichts ſo verſtändlich
als eine Stelle bei Seneca, wo er berichtet daß
ein großer Comet erſchienen ſei und dissertirt
ob es derſelbe ſein könne der bei dem Tode Julius
Cäſar s erſchienen wäre. Auch hier ſind alle ſeine Behauptungen
auf Ähnlichkeiten gegründet. Noch im Ende
des 15ten und zu Anfang des 16ten Jahrhunderts glaubte
man daß die Cometen bloße Meteore ſeien,
nur Acosta erklärte daraus die Höhe der Paſsatwinde
.
Die Bewegung der Kometen geſchieht in ſehr
excentriſchen Ellipſen. Gewöhnlich ſchreibt man dem
Prediger Dörfel in Plauen im Voigtland die
Entdeckung zu daß ſie paraboliſch ſei 1680
zu Ende des 17ten Jahrh. erkannte ſie Henrÿ Percy
Herzog von Northumberland all elliptiſch. –
Newton bildet dieſe Theorie weiter aus nur Halay
wandte ſie auf einzelne äußere Kometen
an, die wieder gekommen ſind Doc fand in einem
Manuſcript von 1490 ſchon einige Cometen
beſonders abgehandelt
Bei dem Erſcheinen der Cometen von 1811 und
1819 war in Paris großer Unwille gegen den Aſtronomen
daß man die Erſcheinung derſelben nicht vorher
geſagt hatte. Gewöhnlich werden die Cometen
allerdings von den Aſtronomen zuerſt geſehen,
auf Ähnlichkeiten gegründet. Noch im Ende
des 15ten und zu Anfang des 16ten Jahrhunderts glaubte
man daß die Cometen bloße Meteore ſeien,
nur Acosta erklärte daraus die Höhe der Paſsatwinde
.
Die Bewegung der Kometen geſchieht in ſehr
excentriſchen Ellipſen. Gewöhnlich ſchreibt man dem
Prediger Dörfel in Plauen im Voigtland die
Entdeckung zu daß ſie paraboliſch ſei 1680
zu Ende des 17ten Jahrh. erkannte ſie Henrÿ Percy
Herzog von Northumberland all elliptiſch. –
Newton bildet dieſe Theorie weiter aus nur Halay
wandte ſie auf einzelne äußere Kometen
an, die wieder gekommen ſind Doc fand in einem
Manuſcript von 1490 ſchon einige Cometen
beſonders abgehandelt
Bei dem Erſcheinen der Cometen von 1811 und
1819 war in Paris großer Unwille gegen den Aſtronomen
daß man die Erſcheinung derſelben nicht vorher
geſagt hatte. Gewöhnlich werden die Cometen
allerdings von den Aſtronomen zuerſt geſehen,
da ſie weiter ſehen können; tritt aber der Fall
ein daß ſie hinter der Sonne ſich befinden und
dann auf einmal hervortreten, ſo iſt es natürlich
daß man ſie auch mit den beſten Fernröhren
nicht früher ſehen konnte, als mit bloßen Augen,
da ſie erſt ſichtbar wurden, wenn ſie ſich in
unſrer Nähe befinden.
Man hat ehedem geglaubt von den kleinen Planeten
einen Uebergang zu den Cometen zu finden
; die Meinung wurde unterſtützt durch die
ſehr excentriſchen Bahnen. Allein alle kleinen
Planeten bewegen ſich von Weſten nach Oſten, dagegen
die Cometen ſich in allen Richtungen bewegen
können. Laplace hat bewieſen, daß überhaupt
Planeten, ein Cometen geweſen noch werden
können.
Man hat bei den Cometen zu unterſcheiden,
den Kern, die Hülle, und den Schweif.
Der Kern iſt nicht ſo abgeſondert als man
früher geglaubt hat. – Zwiſchen dem Kern und der
Kugelförmigen Dunſthülle, iſt kein ſcharfer Abſchnitt,
ein daß ſie hinter der Sonne ſich befinden und
dann auf einmal hervortreten, ſo iſt es natürlich
daß man ſie auch mit den beſten Fernröhren
nicht früher ſehen konnte, als mit bloßen Augen,
da ſie erſt ſichtbar wurden, wenn ſie ſich in
unſrer Nähe befinden.
Man hat ehedem geglaubt von den kleinen Planeten
einen Uebergang zu den Cometen zu finden
; die Meinung wurde unterſtützt durch die
ſehr excentriſchen Bahnen. Allein alle kleinen
Planeten bewegen ſich von Weſten nach Oſten, dagegen
die Cometen ſich in allen Richtungen bewegen
können. Laplace hat bewieſen, daß überhaupt
Planeten, ein Cometen geweſen noch werden
können.
Man hat bei den Cometen zu unterſcheiden,
den Kern, die Hülle, und den Schweif.
Der Kern iſt nicht ſo abgeſondert als man
früher geglaubt hat. – Zwiſchen dem Kern und der
Kugelförmigen Dunſthülle, iſt kein ſcharfer Abſchnitt,
ſondern eine allmählige Verdickung. – Der Kern der
dichteſten Theil iſt jedoch noch ſo wenig dicht, daß
ein einziges mal von Herſchel am 9ten Nvbr. 1795
ein Doppelſtern 12ten und 13te Größe durch den
Kern ſelbſt Geſehen worden iſt. – Lahire hat geglaubt
Phasen bei den Cometen geſehen zu haben,
und daraus geſchloſsen, daß ſie kein eignes Licht
hätten; aber nie iſt wieder ſeit der Zeit etwas
Ähnliches geſehen worden; man glaubte in der
Diaphanität des Kerns einen Beweis zu finden.
Olbers hat berechnet daß der Comet von 1819, 3 Stunden
lang vor der Scheibe der der Sonne ſein würde;
höchſt richtig wäre es geweſen ihn dañ zu beobachten
, und zu ſehen ob er dunkel geweſen wäre. –
Man hat in den Catalogen der Sonnenflecke nachgeſchlagen
, und gefunden daß an dem beſtimmten Tage
den 26te Juny Sonnenflecke am Rande, und bei andere
Sternwarten auch im Centrum der Sonne geſehen
worden ſind. Olbers hält dieß alles für ſehr ungewiß,
ſo daß er wohl nicht wieder geſehen worden ſein.
Die Dunſthülle hangt mit dem Schweife nicht immer
dichteſten Theil iſt jedoch noch ſo wenig dicht, daß
ein einziges mal von Herſchel am 9ten Nvbr. 1795
ein Doppelſtern 12ten und 13te Größe durch den
Kern ſelbſt Geſehen worden iſt. – Lahire hat geglaubt
Phasen bei den Cometen geſehen zu haben,
und daraus geſchloſsen, daß ſie kein eignes Licht
hätten; aber nie iſt wieder ſeit der Zeit etwas
Ähnliches geſehen worden; man glaubte in der
Diaphanität des Kerns einen Beweis zu finden.
Olbers hat berechnet daß der Comet von 1819, 3 Stunden
lang vor der Scheibe der der Sonne ſein würde;
höchſt richtig wäre es geweſen ihn dañ zu beobachten
, und zu ſehen ob er dunkel geweſen wäre. –
Man hat in den Catalogen der Sonnenflecke nachgeſchlagen
, und gefunden daß an dem beſtimmten Tage
den 26te Juny Sonnenflecke am Rande, und bei andere
Sternwarten auch im Centrum der Sonne geſehen
worden ſind. Olbers hält dieß alles für ſehr ungewiß,
ſo daß er wohl nicht wieder geſehen worden ſein.
Die Dunſthülle hangt mit dem Schweife nicht immer
zuſammen. Merkwürdig iſt es, daß Galliläi ſchon
den Schweif mit einer Flamme verglichen und
dabei bemerkt hat, daß alle Flammen tranſparant
wären. – Wenn ſich die Kometen der Sonne
nähern, ſo wird ihr Schweif auf Koſten der Dunſthülle
immer größer. – Die Schweife ſind ſehr
verſchiedenartig: man hat Cometen mit 2 Schweifen
ja einen mit 6 Schweifen geſehen; andere dagegen
haben gar keine Schweife. Der Schweif des Cometen
von 1618 ſoll eine ſolche Länge gehabt haben,
daß als der Comet ſchon im Zenith ſtand der
Schweif noch nicht ganz auf gegangen war. – Gewöhnlich
liegen die Schweife nicht ganz in der Richtung,
die die Cometen gegen die Sonne haben. Bei dem
Kometen von 1823 war der Schweif getheilt und
zwar ſo daß beide convexe Seiten gegen einander
zugekehrt waren. – Man hat früher
geglaubt daß der Schweif immer der Sonne
abgekehrt wäre. Allein der Comet von 1823 der
von Wilde Briolair, Galban und hernach von Kurowsky
beobachtet wurde hatte 2 Schweife von denen
der eine der Sonne abgekehrt, der andere aber
den Schweif mit einer Flamme verglichen und
dabei bemerkt hat, daß alle Flammen tranſparant
wären. – Wenn ſich die Kometen der Sonne
nähern, ſo wird ihr Schweif auf Koſten der Dunſthülle
immer größer. – Die Schweife ſind ſehr
verſchiedenartig: man hat Cometen mit 2 Schweifen
ja einen mit 6 Schweifen geſehen; andere dagegen
haben gar keine Schweife. Der Schweif des Cometen
von 1618 ſoll eine ſolche Länge gehabt haben,
daß als der Comet ſchon im Zenith ſtand der
Schweif noch nicht ganz auf gegangen war. – Gewöhnlich
liegen die Schweife nicht ganz in der Richtung,
die die Cometen gegen die Sonne haben. Bei dem
Kometen von 1823 war der Schweif getheilt und
zwar ſo daß beide convexe Seiten gegen einander
zugekehrt waren. – Man hat früher
geglaubt daß der Schweif immer der Sonne
abgekehrt wäre. Allein der Comet von 1823 der
von Wilde Briolair, Galban und hernach von Kurowsky
beobachtet wurde hatte 2 Schweife von denen
der eine der Sonne abgekehrt, der andere aber
ihr hier zugewandt war; beide bildeten einen Winkel
von 160° gegeneinander. Es ſchien dieß alle frühern
Theorien umzuwerfen.
Als der Enkeſche Comet in Paramala wieder erſchien
will Herr Dummler eine Rotation des Schweifes von
19 Stunden und 38″ bemerkt haben; man hat dieß jedoch
noch bei keinem andere Cometen geſehen.
Gewiß iſt es daß die Cometen, wenn ſie wird er erſcheinen
nicht immer gleich ſind. Der Schweif des
Halayſchen Cometen iſt immer kleiner und kleiner
geworden.
Durchmeſser. Bei den Cometen v. 1811 fand Herſchel
den Durchmeſser des Kerns, wo das meiſte
Licht reflectirt wurde 93 Meilen; die Dunſthülle
hatte ſchon 27000 Meilen und der Schweif eine Länge
von 22 Mill. Meilen.
Licht der Cometen. Die Phasen die Lahire geſehen
haben will wären ein Beweis geweſen, daß das
Licht der Cometen ein reflectirtes ſei. – Am 3ten
July 1819 unterſuchte Herr Arago ob der Schweif
eine eigne Phosphoreszenz habe oder ob ſein Licht
auch reflectirt ſei. Er ſtellte ſeine Beobachtungen mit dem
von 160° gegeneinander. Es ſchien dieß alle frühern
Theorien umzuwerfen.
Als der Enkeſche Comet in Paramala wieder erſchien
will Herr Dummler eine Rotation des Schweifes von
19 Stunden und 38″ bemerkt haben; man hat dieß jedoch
noch bei keinem andere Cometen geſehen.
Gewiß iſt es daß die Cometen, wenn ſie wird er erſcheinen
nicht immer gleich ſind. Der Schweif des
Halayſchen Cometen iſt immer kleiner und kleiner
geworden.
Durchmeſser. Bei den Cometen v. 1811 fand Herſchel
den Durchmeſser des Kerns, wo das meiſte
Licht reflectirt wurde 93 Meilen; die Dunſthülle
hatte ſchon 27000 Meilen und der Schweif eine Länge
von 22 Mill. Meilen.
Licht der Cometen. Die Phasen die Lahire geſehen
haben will wären ein Beweis geweſen, daß das
Licht der Cometen ein reflectirtes ſei. – Am 3ten
July 1819 unterſuchte Herr Arago ob der Schweif
eine eigne Phosphoreszenz habe oder ob ſein Licht
auch reflectirt ſei. Er ſtellte ſeine Beobachtungen mit dem
Doppelſpath an, und fand eine colorirte Polariſation
, ein Zeichen des reflectirten Lichtes.
Doc war ſelbſt gegenwartig und beobachtete zu
gleichen Zeit Capella, wo ſich dieſe Polariſation
nicht fand.
Die Zahl der Cometen iſt ſchwer zu beſtimmen;
man kann nur von denen reden die wirklich beobachtet
worden ſind. Hiſtoriſch kennt man an 400,
von denen 128 wirklich beobachtet ſind, und
zwar davon im 17ten Jahrhundert 10, im 18ten 65;
in den 28 Jahren unſers Jahrhunderts ſind ſchon
mehr als im ganzen vorigen Jahrhundert beobachtet
worden. – Nach einer Probabilitäts Rechnung
würde das Minimum der Anzahl von Cometen
400,000 ſein.
25. Vorlesung, 30. Januar 1828
Leslie und Arago Paris, Pons
ehemals in Marſeille, jetzt in Italien
Auffallend iſt die größere Zahl von großen Cometen
in neurer Zeit. – In der Zeit von 1769 bis
1807 iſt kein Comet von beträchtlicher Größe
geſehen worden. In den Jahren von 1807, 11 und 19
erſchienen ſo große Cometen, daß man ſie mit
bloßen Augen ſehen konnte.
, ein Zeichen des reflectirten Lichtes.
Doc war ſelbſt gegenwartig und beobachtete zu
gleichen Zeit Capella, wo ſich dieſe Polariſation
nicht fand.
Die Zahl der Cometen iſt ſchwer zu beſtimmen;
man kann nur von denen reden die wirklich beobachtet
worden ſind. Hiſtoriſch kennt man an 400,
von denen 128 wirklich beobachtet ſind, und
zwar davon im 17ten Jahrhundert 10, im 18ten 65;
in den 28 Jahren unſers Jahrhunderts ſind ſchon
mehr als im ganzen vorigen Jahrhundert beobachtet
worden. – Nach einer Probabilitäts Rechnung
würde das Minimum der Anzahl von Cometen
400,000 ſein.
25. Vorlesung, 30. Januar 1828
Leslie und Arago Paris, Pons
ehemals in Marſeille, jetzt in Italien
Auffallend iſt die größere Zahl von großen Cometen
in neurer Zeit. – In der Zeit von 1769 bis
1807 iſt kein Comet von beträchtlicher Größe
geſehen worden. In den Jahren von 1807, 11 und 19
erſchienen ſo große Cometen, daß man ſie mit
bloßen Augen ſehen konnte.
Die Wiederkehr der Cometen iſt faktiſch bet
vor 8 Jahren noch kannte man nur die Wiederkehr
von einem Cometen des Halayſchen, der 1835
wieder erwartet wird. Der zweite war der
Enkeſche, deſsen Wiederkehr Enke im Jahr 1819 erkannte
; ſeit der Zeit iſt er ſchon mehrere male
erſchienen. Der dritte iſt der von Biela deſsen
Wiederkehr 1826 erkannt wurde. Olbers hat die elliptiſche
Bahn eines Cometen im Jahre 1815 berechnet
deſsen Wiederkehr in 70 Jahren erwartet wird;
ſonderbar iſt es jedoch daß in der Geſchichte der
Cometen ſich kein einziger findet den man hieran
knüpfen könnte.
?
Die Aſtronomen waren es die dem Publikum
zuerſt eine Furcht von den Cometen beibrachten
Lalandes that dieß ſelbſt , aber auch ſie ſind es
die dieſe Furcht durch ihre Beobachtungen wieder
vermindert haben.
Der Comet von 1780 iſt der Sonne am nächſten
gekommen bis auf 34000 Meilen; von der Erde blieb
er aber 10 Mill. Meilen ab. – Der von 1770 kam der
vor 8 Jahren noch kannte man nur die Wiederkehr
von einem Cometen des Halayſchen, der 1835
wieder erwartet wird. Der zweite war der
Enkeſche, deſsen Wiederkehr Enke im Jahr 1819 erkannte
; ſeit der Zeit iſt er ſchon mehrere male
erſchienen. Der dritte iſt der von Biela deſsen
Wiederkehr 1826 erkannt wurde. Olbers hat die elliptiſche
Bahn eines Cometen im Jahre 1815 berechnet
deſsen Wiederkehr in 70 Jahren erwartet wird;
ſonderbar iſt es jedoch daß in der Geſchichte der
Cometen ſich kein einziger findet den man hieran
knüpfen könnte.
?
Die Aſtronomen waren es die dem Publikum
zuerſt eine Furcht von den Cometen beibrachten
Lalandes that dieß ſelbſt , aber auch ſie ſind es
die dieſe Furcht durch ihre Beobachtungen wieder
vermindert haben.
Der Comet von 1780 iſt der Sonne am nächſten
gekommen bis auf 34000 Meilen; von der Erde blieb
er aber 10 Mill. Meilen ab. – Der von 1770 kam der
Erde am nächsten; doch war er noch 6 Mond weiten
von ihr entfernt. Lichtenberg glaubte mit Unrecht
daß er zwiſchen der Erde und dem Monde durchgegangen
wäre. Kein Komet hat ſich bis jetzt
auf dieſe Weiſe der Erde genähert. –
Der Bielaſche Komet iſt der Erdbahn am nächſten
gekommen; er war 1826 nur 2 Mondweiten
von derſelben entfernt.
Die Gefahr die ein Comet der Erde bringen
könnte wenn ſie zuſammen flieſsen, wird
durch die geringe Dichtigkeit derſelben ſehr
vermindert. Doch würde ein ſolcher vermöge
ſeiner großen Geſchwindigkeit immer noch einen
beträchtlichen Stoß bringen können.
Man weiß jedoch von einem Comet daß es ſehr
wahrſcheinlich iſt, er ſei durch die Jupiters Monde
durchgegangen ohne jedoch eine ſichtbare Veränderung hervorgebracht
zu haben; es ſcheint demnach daß ſeine
Attraction nicht ſehr ſtark iſt. – Wenn der Comet
von 1770 und 1/5000 der Maſse der Erde gehabt
hätte, ſo würde er unſer Jahr um 3 Stunden
von ihr entfernt. Lichtenberg glaubte mit Unrecht
daß er zwiſchen der Erde und dem Monde durchgegangen
wäre. Kein Komet hat ſich bis jetzt
auf dieſe Weiſe der Erde genähert. –
Der Bielaſche Komet iſt der Erdbahn am nächſten
gekommen; er war 1826 nur 2 Mondweiten
von derſelben entfernt.
Die Gefahr die ein Comet der Erde bringen
könnte wenn ſie zuſammen flieſsen, wird
durch die geringe Dichtigkeit derſelben ſehr
vermindert. Doch würde ein ſolcher vermöge
ſeiner großen Geſchwindigkeit immer noch einen
beträchtlichen Stoß bringen können.
Man weiß jedoch von einem Comet daß es ſehr
wahrſcheinlich iſt, er ſei durch die Jupiters Monde
durchgegangen ohne jedoch eine ſichtbare Veränderung hervorgebracht
zu haben; es ſcheint demnach daß ſeine
Attraction nicht ſehr ſtark iſt. – Wenn der Comet
von 1770 und 1/5000 der Maſse der Erde gehabt
hätte, ſo würde er unſer Jahr um 3 Stunden
vermehrt haben, welches aber nicht der Fall war. –
Der Bielaſche Comet iſt der Erde am gefährlichſten
indem er die Erdbahn durchſchneidet.
Innere Cometen
1, Der Enkeſche Komet geht in ſeiner Sonnennähe
bis ☿, in ſeiner Sonnenferne bis ♃. Im Jahre
1786 wurde er zuerſt von Mechin beobachtet, bei
ſeinem 2ten Erſcheinen von Miß Herſchel; 1805
von Pons; 1819 ebenfalls von Pons, 1822 erſchien
er genau nach der Vorherſagung von Enke, und
wurde in Paramata geſehen; 1826 beobachtete
ihn Harding; er iſt ſeit der Beſtimmung von Enke
6mal erſchienen, und bewegt ſich von Weſten
nach Oſten. Er kann der Erde nie ſehr nahe
kommen, und ſchneidet auch nicht die Erdbahn.
Seine Umlaufszeiten ſind in den letzten Jahren
verſchieden geweſen, ſo daß es ſcheint er ſei
von der dunſtförmigen Materie im Weltraum
in ſeinem Lauf retardirt werden; das erſtemal
betrug ſeine Umlaufszeit 1208,2 Tage; ſpäter 1207,7
und zuletzt 1207,2. –
Der Bielaſche Comet iſt der Erde am gefährlichſten
indem er die Erdbahn durchſchneidet.
Innere Cometen
1, Der Enkeſche Komet geht in ſeiner Sonnennähe
bis ☿, in ſeiner Sonnenferne bis ♃. Im Jahre
1786 wurde er zuerſt von Mechin beobachtet, bei
ſeinem 2ten Erſcheinen von Miß Herſchel; 1805
von Pons; 1819 ebenfalls von Pons, 1822 erſchien
er genau nach der Vorherſagung von Enke, und
wurde in Paramata geſehen; 1826 beobachtete
ihn Harding; er iſt ſeit der Beſtimmung von Enke
6mal erſchienen, und bewegt ſich von Weſten
nach Oſten. Er kann der Erde nie ſehr nahe
kommen, und ſchneidet auch nicht die Erdbahn.
Seine Umlaufszeiten ſind in den letzten Jahren
verſchieden geweſen, ſo daß es ſcheint er ſei
von der dunſtförmigen Materie im Weltraum
in ſeinem Lauf retardirt werden; das erſtemal
betrug ſeine Umlaufszeit 1208,2 Tage; ſpäter 1207,7
und zuletzt 1207,2. –
Es iſt zu erwarten daß er das meiſten Licht verbreiten
wird, nicht nur über die Natur der Kometen
ſelbſt, ſondern auch über die Störungen welche
die kleinere Planeten erleiden. – Vermuthlich
übt auch Jupiter manche Störung in ſeiner
Bahn.
2, Der Bielaſche Komet erſchien in den Jah- (?)
ren 1783, 1805, 1826. Seine Umlaufzeit beträgt
6 Jahr und 9 Monat. In der Sonnennähe kömmt
er der Erdbahn ſehr nahe, in der Sonnenferne
geht er über Jupiter hinaus. 1826 wurde von
Biela erkannt daß er die Erdbahn durchſchneide
; er befand ſich in dieſem Jahre nur
114000 Meilen von der Erdbahn entfernt. – Sein
Schweif kann ſich demnach mit unſerer Atmosphäre
vermiſchen. – Schon früher iſt erwöhnt
worden, daß man glaubte der Höhenrauch
von 1783 ſei eine Folge eines Cometen
geweſen, nun auf die Unwahrſcheinlichkeit
dieſer Behauptung aufmerkſam gemacht
worden.
wird, nicht nur über die Natur der Kometen
ſelbſt, ſondern auch über die Störungen welche
die kleinere Planeten erleiden. – Vermuthlich
übt auch Jupiter manche Störung in ſeiner
Bahn.
2, Der Bielaſche Komet erſchien in den Jah- (?)
ren 1783, 1805, 1826. Seine Umlaufzeit beträgt
6 Jahr und 9 Monat. In der Sonnennähe kömmt
er der Erdbahn ſehr nahe, in der Sonnenferne
geht er über Jupiter hinaus. 1826 wurde von
Biela erkannt daß er die Erdbahn durchſchneide
; er befand ſich in dieſem Jahre nur
114000 Meilen von der Erdbahn entfernt. – Sein
Schweif kann ſich demnach mit unſerer Atmosphäre
vermiſchen. – Schon früher iſt erwöhnt
worden, daß man glaubte der Höhenrauch
von 1783 ſei eine Folge eines Cometen
geweſen, nun auf die Unwahrſcheinlichkeit
dieſer Behauptung aufmerkſam gemacht
worden.
Äußere Cometen Man kennt von dieſen bis jetzt
nur einen, den Halleyſchen, deſsen Rückkehr bekañt
iſt. Zuerſt wurde er geſehen 1495 dann 1531, 1607,
1682, nach der Halleyſchen Vorausſagung 1759; er
wird wieder erwartet 1835, den 16te Nvb. in der
Sonnennähe. Seine Umlaufsperiode beträgt 76 Jahre;
er hat geſchwankt zwiſchen 75 und 76½.
Ein andrer erſchien 1770, deſsen Erſcheinen LeccieLexel /?/
vorher ſagte; es iſt derſelbe der durch dem Jupiters
Monde wahrſcheinlich durchgegangen iſt; 1779 erſchien
er abermals und kam dem Jupiter ſo
nahe daß er durch deſsen große Maſse vermuthlich
abgelenkt wurde, und ſeit der Zeit nicht
wieder erſchien, und wohl auch nie wieder erſcheinen
wird.
Ein andrer wurde 1815 von Olbers beobachtet und
nach 70 Jahren wieder erwartet wo er in ſeiner
Sonnennähe 37 Halbmeſser der Erde von dieſer entfernt
ſein ſoll.
Bahn der Cometen
Eine einzige beſtimmte anfängliche Geſchwindigkeit
nur einen, den Halleyſchen, deſsen Rückkehr bekañt
iſt. Zuerſt wurde er geſehen 1495 dann 1531, 1607,
1682, nach der Halleyſchen Vorausſagung 1759; er
wird wieder erwartet 1835, den 16te Nvb. in der
Sonnennähe. Seine Umlaufsperiode beträgt 76 Jahre;
er hat geſchwankt zwiſchen 75 und 76½.
Ein andrer erſchien 1770, deſsen Erſcheinen LeccieLexel /?/
vorher ſagte; es iſt derſelbe der durch dem Jupiters
Monde wahrſcheinlich durchgegangen iſt; 1779 erſchien
er abermals und kam dem Jupiter ſo
nahe daß er durch deſsen große Maſse vermuthlich
abgelenkt wurde, und ſeit der Zeit nicht
wieder erſchien, und wohl auch nie wieder erſcheinen
wird.
Ein andrer wurde 1815 von Olbers beobachtet und
nach 70 Jahren wieder erwartet wo er in ſeiner
Sonnennähe 37 Halbmeſser der Erde von dieſer entfernt
ſein ſoll.
Bahn der Cometen
Eine einzige beſtimmte anfängliche Geſchwindigkeit
kann es nur noch machen daß ein Körper ſich
in einer Kreislinie oder Paralel bewege. Viele
verſchiedene Geſchwindigkeiten aber können
eine Ellipſe oder Hyporabel hervorbringen. –
Da nur ein geringer Stoß eine Ellipſe hervor
bringen kann, ſo iſt doch mehr Wahrſcheinlichkeit
vorhanden, daß die Cometen ſich in Ellipſen bewegen
. Laplace hat zuerſt darauf aufmerkſam
gemacht daß die Cometen vollkommen von
den Planeten verſchieden ſind, er hat ſelbſt gemeint
, daß ſie irrende Nebelflecke ſind, die
von einem Syſtem zum andern übergehen köñen.
Ueberhaupt hat er die Idee aufgeſtellt, daß
alle Weltkörper in dieſem nebelartigen Zuſtande
geweſen, und daß ſo weit als das Soñenſyſtem
weicht eine nebelartige Materie geweſen
ſei; nach und nach habe ſich dieſe Materie
zuſammen gezogen und angefangen langſam
zu rotiren.
Wenn Körper ſich dem Kern mehr nähern ſo iſt
ihre Rotation geſchwinder, wenn die Rotation zu
nahm ſo mußte die Atmosphäre nach und nach
in einer Kreislinie oder Paralel bewege. Viele
verſchiedene Geſchwindigkeiten aber können
eine Ellipſe oder Hyporabel hervorbringen. –
Da nur ein geringer Stoß eine Ellipſe hervor
bringen kann, ſo iſt doch mehr Wahrſcheinlichkeit
vorhanden, daß die Cometen ſich in Ellipſen bewegen
. Laplace hat zuerſt darauf aufmerkſam
gemacht daß die Cometen vollkommen von
den Planeten verſchieden ſind, er hat ſelbſt gemeint
, daß ſie irrende Nebelflecke ſind, die
von einem Syſtem zum andern übergehen köñen.
Ueberhaupt hat er die Idee aufgeſtellt, daß
alle Weltkörper in dieſem nebelartigen Zuſtande
geweſen, und daß ſo weit als das Soñenſyſtem
weicht eine nebelartige Materie geweſen
ſei; nach und nach habe ſich dieſe Materie
zuſammen gezogen und angefangen langſam
zu rotiren.
Wenn Körper ſich dem Kern mehr nähern ſo iſt
ihre Rotation geſchwinder, wenn die Rotation zu
nahm ſo mußte die Atmosphäre nach und nach
verſchwinden. – Durch dieſe Zuſammenziehung
der Atmosphäre mußte ſie ganze Zonen trennen;
daher die kleinen Planeten, Ringe uſw. – Bei den
allmähligen Zuſammenballung bildete ſich entweder
alle Materie um einen Kern zuſam̃en,
ſo entſtanden die Planeten, oder dieſe dienten
als Centrum um die ſich andere Theile der
Materie in Kugeln zuſammen ballten; ſo entſtanden
die Monde; der Ring des Saturn bildet
eine Kette von ſolchen Monden die ſich noch nicht
getrennt haben. – Buffon hatte früher angenommen
daß ein Comet gegen die Sonne geſtoßen
und dadurch dieſe kreiſende Bewegung
hervorgebracht habe; man würde aber dieß
nicht erklären können, warum die Planeten
wieder für ſich rotirten.
Die Sicherheit für die Dauer unſeres Planetenſyſtems
beruht noch auf die Kenntniß der Mechanik
des Himmels. – Es liegt in der Schwäche
unſrer Einbildungskraft, daß man manches
für zufällig hatten kann, was nicht nach leicht zu
der Atmosphäre mußte ſie ganze Zonen trennen;
daher die kleinen Planeten, Ringe uſw. – Bei den
allmähligen Zuſammenballung bildete ſich entweder
alle Materie um einen Kern zuſam̃en,
ſo entſtanden die Planeten, oder dieſe dienten
als Centrum um die ſich andere Theile der
Materie in Kugeln zuſammen ballten; ſo entſtanden
die Monde; der Ring des Saturn bildet
eine Kette von ſolchen Monden die ſich noch nicht
getrennt haben. – Buffon hatte früher angenommen
daß ein Comet gegen die Sonne geſtoßen
und dadurch dieſe kreiſende Bewegung
hervorgebracht habe; man würde aber dieß
nicht erklären können, warum die Planeten
wieder für ſich rotirten.
Die Sicherheit für die Dauer unſeres Planetenſyſtems
beruht noch auf die Kenntniß der Mechanik
des Himmels. – Es liegt in der Schwäche
unſrer Einbildungskraft, daß man manches
für zufällig hatten kann, was nicht nach leicht zu
erkennenden Geſetzen beſteht; und geſetzlich neñen
wir nur dies was durch kurze Perioden als
wiederkehrend erkannt wurde; aber vielleicht
haben dieſe ſogenannten zufälligen Erſcheinungen
Perioden, die über alle Erfahrung hinausreichen,
ſo das Auflodern der Sterne uſw.
Aber auch ſelbſt bei dem was wir periodiſch erkennen
iſt nicht alles geſetzlich was aus einer
Urſache hergeleitet werden kann; ſo kann eine
Ordnung der Dinge auf eine andere folgen,
weil ſie in einer größern Weltordnung begriffen
iſt, die wir nicht einſehen. – So viel iſt
jedoch erkannt daß im Planetenſyſtem ſelbſt
kein Grund zur Deſtruction vorhanden iſt, ſo daß
eine Urſache von Außen kommen müßte
um die Zerſtörung herbeizuführen. Es gibt
allerdings viele Störungen, aber alle dieſe
ſind nur Oscillationen. Es ſind dieſe Störungen
zweierlei Art, entweder ſolche die die Richtung
der Planeten in ihren Bahnen ändern
können, kleine periodiſche Störungen, oder 2,
wir nur dies was durch kurze Perioden als
wiederkehrend erkannt wurde; aber vielleicht
haben dieſe ſogenannten zufälligen Erſcheinungen
Perioden, die über alle Erfahrung hinausreichen,
ſo das Auflodern der Sterne uſw.
Aber auch ſelbſt bei dem was wir periodiſch erkennen
iſt nicht alles geſetzlich was aus einer
Urſache hergeleitet werden kann; ſo kann eine
Ordnung der Dinge auf eine andere folgen,
weil ſie in einer größern Weltordnung begriffen
iſt, die wir nicht einſehen. – So viel iſt
jedoch erkannt daß im Planetenſyſtem ſelbſt
kein Grund zur Deſtruction vorhanden iſt, ſo daß
eine Urſache von Außen kommen müßte
um die Zerſtörung herbeizuführen. Es gibt
allerdings viele Störungen, aber alle dieſe
ſind nur Oscillationen. Es ſind dieſe Störungen
zweierlei Art, entweder ſolche die die Richtung
der Planeten in ihren Bahnen ändern
können, kleine periodiſche Störungen, oder 2,
ſolche die ſich anhäufen ſäkuläre Störungen; aber
auch dieſe ſind nur Oscillationen um ein mittleres
Verhältniß. –
Die Excentrizität der Erde war am größten
8400 Jahre vor unſerer Zeitrechnung, und wird
am geringsten werden 23000 Jahre nach derſelben
. Jupiter und Saturn haben ſehr verſchiedene
Excentrizitäten; die des erſtern wächſt,
und die des Saturn iſt im Abnehmen nach Jahrtauſenden
gleicht ſich dieß wieder aus. – Ein
Grund der Sicherheit daß keine StörungenZerstörungen dadurch
hervorgebracht werden können, liegt darin
, daß das Verhältniß der Umlaufszeiten von
♃ und ♁ nicht durch ganze Zahlen ausgedrückt
werden kann, ſondern irrational iſt. Wenn
das Verhältniß wie 12 : 30 wäre, ſo würden
ſie nicht allein ſich ſelbſt gegen einander zerſtören
, ſondern auch das ganze Planetenſyſtem.
Das Wichtigſte für die Stabilität des Syſtems
ſind die großen Axen der Bahnen, die in ihrer abſoluten
Größe immer dieſelben bleiben das
auch dieſe ſind nur Oscillationen um ein mittleres
Verhältniß. –
Die Excentrizität der Erde war am größten
8400 Jahre vor unſerer Zeitrechnung, und wird
am geringsten werden 23000 Jahre nach derſelben
. Jupiter und Saturn haben ſehr verſchiedene
Excentrizitäten; die des erſtern wächſt,
und die des Saturn iſt im Abnehmen nach Jahrtauſenden
gleicht ſich dieß wieder aus. – Ein
Grund der Sicherheit daß keine StörungenZerstörungen dadurch
hervorgebracht werden können, liegt darin
, daß das Verhältniß der Umlaufszeiten von
♃ und ♁ nicht durch ganze Zahlen ausgedrückt
werden kann, ſondern irrational iſt. Wenn
das Verhältniß wie 12 : 30 wäre, ſo würden
ſie nicht allein ſich ſelbſt gegen einander zerſtören
, ſondern auch das ganze Planetenſyſtem.
Das Wichtigſte für die Stabilität des Syſtems
ſind die großen Axen der Bahnen, die in ihrer abſoluten
Größe immer dieſelben bleiben das
Schwanken der Exentrizität uſw. verändert ſie nicht. ?
Je mehr die Planeten ſich von der Kreisbahn entfernen
, und je näher ſie an einander kom̃en
deſto größer werden die Störungen; und es
würde im Planetenſyſtem ſelbſt ein Grund
zur eignen Zerſtörung liegen. Laplace ſieht
nur 2 Gefahren: durch eine Abnahme des widerſtehenden
Mittels, würde die Attraction zunehmen
; und durch die Abnahme der Maſse der
Sonne ſelbſt könnte die Attraction vermindert
werden.
Alle Störungen ſind periodiſch, und die Richtung
der großen Axe ändert ſich immerwährend, und man
hat darin noch keine Periodicität bemerkt, doch bringt
dieß keine Gefahr hervor, ſondern nur die Aenderung
daß die Abſciſsen Linie bald gegen einen andern
Fixſtern gerichtet iſt.
?
26. Vorlesung, 2. Februar 1828
Die Telluriſchen Verhältniſse.
Es iſt dieß der Theil unſrer Wiſsenſchaft den
man gewöhnlich allein unter dem Namen phyſiſche
Je mehr die Planeten ſich von der Kreisbahn entfernen
, und je näher ſie an einander kom̃en
deſto größer werden die Störungen; und es
würde im Planetenſyſtem ſelbſt ein Grund
zur eignen Zerſtörung liegen. Laplace ſieht
nur 2 Gefahren: durch eine Abnahme des widerſtehenden
Mittels, würde die Attraction zunehmen
; und durch die Abnahme der Maſse der
Sonne ſelbſt könnte die Attraction vermindert
werden.
Alle Störungen ſind periodiſch, und die Richtung
der großen Axe ändert ſich immerwährend, und man
hat darin noch keine Periodicität bemerkt, doch bringt
dieß keine Gefahr hervor, ſondern nur die Aenderung
daß die Abſciſsen Linie bald gegen einen andern
Fixſtern gerichtet iſt.
?
26. Vorlesung, 2. Februar 1828
Die Telluriſchen Verhältniſse.
Es iſt dieß der Theil unſrer Wiſsenſchaft den
man gewöhnlich allein unter dem Namen phyſiſche
Geographie bezeichnet. – Wir theilen dieſen Haupttheil
der Kosmographie in 3 Hauptmomente ein;
wir betrachten nur 1, das Starre, 2, die flüſsigen
Hüllen; und zwar die elaſtiſch flüſsigen im Luftmeer
und die tropfbarflüſsigen im Ocean 3,
das Organiſche, die Pflanzen und Thiere.
1, Das Starre
Der ſtarre Theil wird gewöhnlich mit dem Namen
Geognoſie belegt; es iſt dieß eine falſche
Benennung indem außer den Gebirgsarten noch
vieles andere dazu gehört. Es würde aber unnütz
ſein ſolche Benennungen die einmal durch
den Gebrauch geheiligt ſind, verändern zu wollen.
Wir werden in dieſem Theile betrachten:
1, die Geſtalt der Erde
2, die innere Wärme, und die Lichterſcheinungen
der Erde.
3, electro-magnetiſchen Erſcheinungen
4, die Veränderungen welche eine Folge der
Communicationen der äußeren Oberfläche
der Kosmographie in 3 Hauptmomente ein;
wir betrachten nur 1, das Starre, 2, die flüſsigen
Hüllen; und zwar die elaſtiſch flüſsigen im Luftmeer
und die tropfbarflüſsigen im Ocean 3,
das Organiſche, die Pflanzen und Thiere.
1, Das Starre
Der ſtarre Theil wird gewöhnlich mit dem Namen
Geognoſie belegt; es iſt dieß eine falſche
Benennung indem außer den Gebirgsarten noch
vieles andere dazu gehört. Es würde aber unnütz
ſein ſolche Benennungen die einmal durch
den Gebrauch geheiligt ſind, verändern zu wollen.
Wir werden in dieſem Theile betrachten:
1, die Geſtalt der Erde
2, die innere Wärme, und die Lichterſcheinungen
der Erde.
3, electro-magnetiſchen Erſcheinungen
4, die Veränderungen welche eine Folge der
Communicationen der äußeren Oberfläche
mit dem Innern der Erde ſind heiße Quellen,
Vulkan etc
5, Das Oberflächen-Anſehen ſelbſt das Gegliederte
der Continente.
Von der Geſtalt der Erde
Die Kenntniß der Geſtalt der Erde iſt nicht
blos ein Gegenſtand der Neugierde; die Beſtimmung
derſelben hat Einfluß auf das bürgerliche
Leben,die Schifffahrt, die Beſtim̃ung der
Entfernungen und auf die Möglichkeit richtige
Karten zu zeichnen, auf Alles was das Graphiſche
betrifft. –
Was für die Beſtimmung der Geſtalt der Erde
geſchehen iſt, und wie man ſich nach und nach der
Wahrheit genähert hat ſoll hier geſchichtlich angeführt
werden.
Die erſte Anſicht von der Erde war eine
flache Erdſcheibe vom Oceanus umflutet, ſo giebt
ſie uns Homer und dieß war auch vermuthlich die
Anſicht von Thales, wiewohl Plinius ſagt Thales habe
Vulkan etc
5, Das Oberflächen-Anſehen ſelbſt das Gegliederte
der Continente.
Von der Geſtalt der Erde
Die Kenntniß der Geſtalt der Erde iſt nicht
blos ein Gegenſtand der Neugierde; die Beſtimmung
derſelben hat Einfluß auf das bürgerliche
Leben,die Schifffahrt, die Beſtim̃ung der
Entfernungen und auf die Möglichkeit richtige
Karten zu zeichnen, auf Alles was das Graphiſche
betrifft. –
Was für die Beſtimmung der Geſtalt der Erde
geſchehen iſt, und wie man ſich nach und nach der
Wahrheit genähert hat ſoll hier geſchichtlich angeführt
werden.
Die erſte Anſicht von der Erde war eine
flache Erdſcheibe vom Oceanus umflutet, ſo giebt
ſie uns Homer und dieß war auch vermuthlich die
Anſicht von Thales, wiewohl Plinius ſagt Thales habe
ſchon die Anſicht von einer Kugelgeſtalt gehabt.
Es ſcheint dieß erſt die Anſicht des pythagoriſchen
Bundes geweſen zu ſein, nach dem Zeugniß das
uns Philalaus davon giebt. – Die Gründe die
wir noch jetzt für die runde Geſtalt der Erde
haben werden ſchon von den Alten angeführt;
der Schatten der Erde bei Mondfinſterniſsen; die
Bemerkung, daß wenn man von Cypern her
kam man den Canopus immer höher und höher
hinauf ſteigen ſah u.ſ.w. Aristoteles ſagt in einer
merkwürdigen Stelle: „Die Erde müſse eine
ſphäriſche Geſtalt haben, weil alle Theilchen derſelben
vermöge der Schwere nach einem Mittelpunkt
getrieben werden; wäre demnach irgend wo eine
größere Anhäufung von Theilen, ſo würden dieſe
herabrutſchen bis ſie ins Gleichgewicht kämen.”
Was in den früheſten ſchon allgemeine Meinung war,
wurde ſpäter ſo irrig angeſehen, daß man eine ſolche
Idee durchaus verbot und der Pabſt Zacharias den
Vigelius ſeines Biſchoffsamts entſetzte weil er behauptete
daß es Antipoden gäbe. Auch Christ. Columbus hatte noch viele
Schwierigkeiten um mit ſeiner Idee gehört zu werden. –
Es ſcheint dieß erſt die Anſicht des pythagoriſchen
Bundes geweſen zu ſein, nach dem Zeugniß das
uns Philalaus davon giebt. – Die Gründe die
wir noch jetzt für die runde Geſtalt der Erde
haben werden ſchon von den Alten angeführt;
der Schatten der Erde bei Mondfinſterniſsen; die
Bemerkung, daß wenn man von Cypern her
kam man den Canopus immer höher und höher
hinauf ſteigen ſah u.ſ.w. Aristoteles ſagt in einer
merkwürdigen Stelle: „Die Erde müſse eine
ſphäriſche Geſtalt haben, weil alle Theilchen derſelben
vermöge der Schwere nach einem Mittelpunkt
getrieben werden; wäre demnach irgend wo eine
größere Anhäufung von Theilen, ſo würden dieſe
herabrutſchen bis ſie ins Gleichgewicht kämen.”
Was in den früheſten ſchon allgemeine Meinung war,
wurde ſpäter ſo irrig angeſehen, daß man eine ſolche
Idee durchaus verbot und der Pabſt Zacharias den
Vigelius ſeines Biſchoffsamts entſetzte weil er behauptete
daß es Antipoden gäbe. Auch Christ. Columbus hatte noch viele
Schwierigkeiten um mit ſeiner Idee gehört zu werden. –
Beſtimmung durch Meſsungen. Eine jede Meſsung iſt
zum Theil mathematiſch theils aſtronomiſch. – Schon früher
hatte man ſich mit Meſsungen beſchäftigt, die rein
mathematiſch waren und nur geringe Beſtimmungen
der Aſtronomie voraus ſetzten. – Unter dem Kalifen
Almand wurde ſo eine Gradmeſsung von Norden
gegen Süden vorgenommen. –
In neuern Zeiten wurden 1½ Grad in Penſylvanien
mit Ketten gemeſsen. – Doch iſt dieſe Art von
Meſsung wie Delambre bewieſen hat wegen der
Unvollkommenheit der Inſtrumente ſowohl als der
Schwierigkeit in geraden Linie fortzugehen, nicht ſo
ſicher als man vielleicht glauben ſollte.
Snellius – nicht Picard, wie man gewöhnlich ſagt – iſt
zuerſt darauf gefallen durch trigometriſche Netze
und die unmittelbare Meſsung einer einzigen
Baſis die Meſsung einer Gradlänge zu vollführen.
Zuerſt wurde eine ſolche Meſsung zwiſchen Alkmar
und Leyden vorgenommen.
Es wurde dieſe Meſsung zugleich Veranlaſsung
zur Vervollkommung aſtronomiſcher Inſtrumente und
zum Theil mathematiſch theils aſtronomiſch. – Schon früher
hatte man ſich mit Meſsungen beſchäftigt, die rein
mathematiſch waren und nur geringe Beſtimmungen
der Aſtronomie voraus ſetzten. – Unter dem Kalifen
Almand wurde ſo eine Gradmeſsung von Norden
gegen Süden vorgenommen. –
In neuern Zeiten wurden 1½ Grad in Penſylvanien
mit Ketten gemeſsen. – Doch iſt dieſe Art von
Meſsung wie Delambre bewieſen hat wegen der
Unvollkommenheit der Inſtrumente ſowohl als der
Schwierigkeit in geraden Linie fortzugehen, nicht ſo
ſicher als man vielleicht glauben ſollte.
Snellius – nicht Picard, wie man gewöhnlich ſagt – iſt
zuerſt darauf gefallen durch trigometriſche Netze
und die unmittelbare Meſsung einer einzigen
Baſis die Meſsung einer Gradlänge zu vollführen.
Zuerſt wurde eine ſolche Meſsung zwiſchen Alkmar
und Leyden vorgenommen.
Es wurde dieſe Meſsung zugleich Veranlaſsung
zur Vervollkommung aſtronomiſcher Inſtrumente und
Analyſe ſelbſt.
Der 2te Theil der Meſsung iſt der aſtronomiſche Theil;
man ſoll nur den Winkel beſtimmen der zwiſchen
den 2 Standorten und (zwiſchen) einen Stern entſteht, der
in dem einen Standort ſich im Zenith befindet. –
Um einen Grad zu bekommen mißt man den Unterſchied
der Meridianhöhe eines Sterns von 2 Standorten
geſehen.
s. Gäodasie 1827/28
In den frühern Zeiten war in dieſer Art der Verſuch
von Erathostenes der mehr eine Schätzung als
Meſsung zu nennen iſt; erfand hier die Länge
eines Grads auf 252000 Stadien.
Auf den Durchmeſser des Sonnenbildes wurde durchaus
keine Rückſicht genommen. Eben ſo wenig darauf
daß Sienä und Alexandria nicht in einem Meridian
liegen. –
Eine 2te Meſsung der Art, aber auch eben ſo unvollkommen
wird einen gewiſsen Posidonius zu geſchrieben
. Es war nur Canopus in Rhodus kaum ſichtbar
; in Alexandrien ſtand er aber ſehr hoch; daraus
verglich er die Entfernung durch bloße Schätzung.
Der 2te Theil der Meſsung iſt der aſtronomiſche Theil;
man ſoll nur den Winkel beſtimmen der zwiſchen
den 2 Standorten und (zwiſchen) einen Stern entſteht, der
in dem einen Standort ſich im Zenith befindet. –
Um einen Grad zu bekommen mißt man den Unterſchied
der Meridianhöhe eines Sterns von 2 Standorten
geſehen.
s. Gäodasie 1827/28
In den frühern Zeiten war in dieſer Art der Verſuch
von Erathostenes der mehr eine Schätzung als
Meſsung zu nennen iſt; erfand hier die Länge
eines Grads auf 252000 Stadien.
Auf den Durchmeſser des Sonnenbildes wurde durchaus
keine Rückſicht genommen. Eben ſo wenig darauf
daß Sienä und Alexandria nicht in einem Meridian
liegen. –
Eine 2te Meſsung der Art, aber auch eben ſo unvollkommen
wird einen gewiſsen Posidonius zu geſchrieben
. Es war nur Canopus in Rhodus kaum ſichtbar
; in Alexandrien ſtand er aber ſehr hoch; daraus
verglich er die Entfernung durch bloße Schätzung.
Ptolomäus Amagestus rühmt ſich, ſelbſt eine Meſsung gemacht
zu haben; doch war dieß nur eine Winkelmeſsung
. Unter Almamud geſchah geſchah die 4te
Meſsung um die Richtigkeit der frühern zu unterſuchen
; ſie fanden daſselbe was Ptolomäus Amagestus
gefunden hatte.
Was bisweilen die Zufälligkeit für ziemlich richtige
Reſultate geben kann zeigt die Meſsung eines
Franzoſen Fernel, die er in ſeinem Wagen machte
indem er die Umdrehung des Rades beobachtete.
S. Gäodäsie 1827/28
–
Lacaille fand in einer ſpäter Meſsung beinah
daſselbe Reſultat.
Wie ſchon oben erwähnt verließ Snellius zuerſt
dieſe Methode, nachdem Newton lange Zeit durch
die Meſsung eines Englanders irre geleitet worden
war.
?
Die beſten Meſsungen im 17ten Jahrhundert
ſind die von Picard 1669 und Dom Casſini
1689 in Frankreich. Das man die beiden Meſsungen
vergleich fand ſich das ſonderbare Reſultat, daß die
Erde an den Polen zugeſpitzt und nicht abgeplattet
ſei; es fiel dieß um ſo mehr auf da Newton ſchon
zu haben; doch war dieß nur eine Winkelmeſsung
. Unter Almamud geſchah geſchah die 4te
Meſsung um die Richtigkeit der frühern zu unterſuchen
; ſie fanden daſselbe was Ptolomäus Amagestus
gefunden hatte.
Was bisweilen die Zufälligkeit für ziemlich richtige
Reſultate geben kann zeigt die Meſsung eines
Franzoſen Fernel, die er in ſeinem Wagen machte
indem er die Umdrehung des Rades beobachtete.
S. Gäodäsie 1827/28
–
Lacaille fand in einer ſpäter Meſsung beinah
daſselbe Reſultat.
Wie ſchon oben erwähnt verließ Snellius zuerſt
dieſe Methode, nachdem Newton lange Zeit durch
die Meſsung eines Englanders irre geleitet worden
war.
?
Die beſten Meſsungen im 17ten Jahrhundert
ſind die von Picard 1669 und Dom Casſini
1689 in Frankreich. Das man die beiden Meſsungen
vergleich fand ſich das ſonderbare Reſultat, daß die
Erde an den Polen zugeſpitzt und nicht abgeplattet
ſei; es fiel dieß um ſo mehr auf da Newton ſchon
empiriſch das Gegentheil gezeigt hatte. –
Pendelſchwingungen. Die Beobachtungen mit dem Pendel
zeigten das Gegentheil: Riché wurde auf ſeiner
Reiſe nach Bayonne von Casſini aufgefordert,
dort das Pendel ſchwingen zu laſsen, und fand daß
er es verkürzen mußte um dieſelbe Zahl von
Schwingungen in einer gewiſsen Zeit zu haben,
die das Pendel in Paris machte. Es entſtand
die Frage nach der Urſache dieſer Erſcheinung;
entweder war unter dem Aequator eine größe
Wurfkraft der Erde oder 2, die Erdmaſse war dort
mehr angehäuft als an den Polen und das Pendel
daher weiter vom Mittelpunkt entfernt. – Die
nähere Unterſuchung dieſes Gegenſtandes gab Veranlaſsung
zu vielen großen Reiſen: Hugo, Godel
und andere reiſten nach Quito in den Jahren
von 1735 bis 1746. um dort eine Meſsung zu veranſtalten
. Sie hatten hier eine ſchwierige Beobachtung
in der Andeskette zu machen; ſie mußten
bis nahe an die Schneegrenze hinauf nach dem Hauſe
Pendelſchwingungen. Die Beobachtungen mit dem Pendel
zeigten das Gegentheil: Riché wurde auf ſeiner
Reiſe nach Bayonne von Casſini aufgefordert,
dort das Pendel ſchwingen zu laſsen, und fand daß
er es verkürzen mußte um dieſelbe Zahl von
Schwingungen in einer gewiſsen Zeit zu haben,
die das Pendel in Paris machte. Es entſtand
die Frage nach der Urſache dieſer Erſcheinung;
entweder war unter dem Aequator eine größe
Wurfkraft der Erde oder 2, die Erdmaſse war dort
mehr angehäuft als an den Polen und das Pendel
daher weiter vom Mittelpunkt entfernt. – Die
nähere Unterſuchung dieſes Gegenſtandes gab Veranlaſsung
zu vielen großen Reiſen: Hugo, Godel
und andere reiſten nach Quito in den Jahren
von 1735 bis 1746. um dort eine Meſsung zu veranſtalten
. Sie hatten hier eine ſchwierige Beobachtung
in der Andeskette zu machen; ſie mußten
bis nahe an die Schneegrenze hinauf nach dem Hauſe
des Pichincha wo das Thermometer nur höchſtens
auf 6–8° R. ſteigt in der Nacht aber gewöhnlich
auf −4° ſteht. – Dazu kam daß man ſich noch der
pyramidaliſchen Signale bediente, die wegen
der Lichtverſchiedenheit nicht einen feſten Viſionspunkt
geben. Später erfand man die ſogenannten
Nachtſignale mit Hohlſpiegeln und Lampen; eine
dritte Methode gab Besſel an der das Sonnenbild
ſelbſt benutzt, das auf weit entfernte Punkte hingeleitet
werden kann. – Gausſ, Heliotrop
Im Jahre 1726 begab ſich eine andere Geſellſchaft
unter denen Cleron, Camus und Maupertius ſich befanden
nach Norden in Lappland in der Gegend
von Torneo um dort einen Grad zu meſsen. –
Durch Vergleichung dieſer beiden Gradmeſsungen
fand ſich die Abplattung auf 305–310. –
In den neuern Zeiten ſind viele Zweifel über
dieſe Meſsung entſtanden. Swanberg glaubte
einen Unterſchied von 1200′, auf den Grad zu
finden. Profeſsor Roſenberger in Halle hat ſie jedoch
von Neuem unterſucht und gefunden daß es
auf 6–8° R. ſteigt in der Nacht aber gewöhnlich
auf −4° ſteht. – Dazu kam daß man ſich noch der
pyramidaliſchen Signale bediente, die wegen
der Lichtverſchiedenheit nicht einen feſten Viſionspunkt
geben. Später erfand man die ſogenannten
Nachtſignale mit Hohlſpiegeln und Lampen; eine
dritte Methode gab Besſel an der das Sonnenbild
ſelbſt benutzt, das auf weit entfernte Punkte hingeleitet
werden kann. – Gausſ, Heliotrop
Im Jahre 1726 begab ſich eine andere Geſellſchaft
unter denen Cleron, Camus und Maupertius ſich befanden
nach Norden in Lappland in der Gegend
von Torneo um dort einen Grad zu meſsen. –
Durch Vergleichung dieſer beiden Gradmeſsungen
fand ſich die Abplattung auf 305–310. –
In den neuern Zeiten ſind viele Zweifel über
dieſe Meſsung entſtanden. Swanberg glaubte
einen Unterſchied von 1200′, auf den Grad zu
finden. Profeſsor Roſenberger in Halle hat ſie jedoch
von Neuem unterſucht und gefunden daß es
nicht wahrſcheinlich ſei, daß Maupertius ſo große
Irrthümer gemacht habe; er fand das Swanbergs
Meſsung nicht auf denſelben Punkten geſchah.
Wir haben jetzt im Allgemeinen folgende große
Meſsungen:
1, Die alte Peruaniſche Gradmeſsung neu
berechnet von Delambre und Zach. – 2, Die große
franzöſiſche Meſsung zur Beſtimmung des Meter
als 10 millioniſten Theil des Quadranten; 3,
die Meſsung des General Roy unter dem Much
arbeitete; die Aſtronomiſchen Beobachtungen dazu ſind
von Herſchel Vater und Sohn und Arago. –
(?)
Außer dieſen ſind noch in neuren Zeiten mehrere
andere Vermeſsungen angeſtellt worden,
wie von den Engländern Lemton und Paske in
Oſtindien; Struvo in Rußland. Die Vermeſsung
von Gausſ iſt noch nicht ihrem Reſultat noch bekannt.
Je weiter man gegen Norden kömmt, deſto größer
werden die Grade; nach der peruaniſchen Meſsung
war ein Grad am Aequator 56731 Toiſen; im
Lappland dagegen 57209.
Irrthümer gemacht habe; er fand das Swanbergs
Meſsung nicht auf denſelben Punkten geſchah.
Wir haben jetzt im Allgemeinen folgende große
Meſsungen:
1, Die alte Peruaniſche Gradmeſsung neu
berechnet von Delambre und Zach. – 2, Die große
franzöſiſche Meſsung zur Beſtimmung des Meter
als 10 millioniſten Theil des Quadranten; 3,
die Meſsung des General Roy unter dem Much
arbeitete; die Aſtronomiſchen Beobachtungen dazu ſind
von Herſchel Vater und Sohn und Arago. –
(?)
Außer dieſen ſind noch in neuren Zeiten mehrere
andere Vermeſsungen angeſtellt worden,
wie von den Engländern Lemton und Paske in
Oſtindien; Struvo in Rußland. Die Vermeſsung
von Gausſ iſt noch nicht ihrem Reſultat noch bekannt.
Je weiter man gegen Norden kömmt, deſto größer
werden die Grade; nach der peruaniſchen Meſsung
war ein Grad am Aequator 56731 Toiſen; im
Lappland dagegen 57209.
In neuren Zeiten hat man zur Beſtimmung der
Abplattung die Pendelverſuche vorgezogen. Man
hat als allgemeines Geſetz gefunden daß man
die Pendelſchnur in dem Verhältniß der Quadrate
der Sinus der Breite verkürzen müſse. – Man
hat 2 Methoden bei Beobachtungen mit dem Pendel.
Man richtet entweder an jedem beſtimmten
Ort das Pendel ſo ein, daß es eine gewiſse
Zahl von Schwingungen in einer Secunde macht,
und bemerkt den Unterſchied der Pendellänge
zwiſchen zweien Orten; ſo war die von Riché
in Bayonne, und ſpäter von andern an der afrikaniſchen
Küſte. – Oder nach einer 2ten Methode nim̃t
man eine beſtimmte Normal Länge des Pendels,
und beobachtet die Anzahl der Schwingungen die
es bei einem jedem Orte macht. – Besſel hat noch
eine andere Methode erfunden, die er aber
noch nicht bekannt gemacht hat. – Von den Franzoſen
und Engländern iſt hierin am meiſten
geſchehen; beſonders hat in neurer Zeit Capitain
Savy Beobachtungen in Weſtindien angeſtellt,
Abplattung die Pendelverſuche vorgezogen. Man
hat als allgemeines Geſetz gefunden daß man
die Pendelſchnur in dem Verhältniß der Quadrate
der Sinus der Breite verkürzen müſse. – Man
hat 2 Methoden bei Beobachtungen mit dem Pendel.
Man richtet entweder an jedem beſtimmten
Ort das Pendel ſo ein, daß es eine gewiſse
Zahl von Schwingungen in einer Secunde macht,
und bemerkt den Unterſchied der Pendellänge
zwiſchen zweien Orten; ſo war die von Riché
in Bayonne, und ſpäter von andern an der afrikaniſchen
Küſte. – Oder nach einer 2ten Methode nim̃t
man eine beſtimmte Normal Länge des Pendels,
und beobachtet die Anzahl der Schwingungen die
es bei einem jedem Orte macht. – Besſel hat noch
eine andere Methode erfunden, die er aber
noch nicht bekannt gemacht hat. – Von den Franzoſen
und Engländern iſt hierin am meiſten
geſchehen; beſonders hat in neurer Zeit Capitain
Savy Beobachtungen in Weſtindien angeſtellt,
ebenſo in Gröndland und Spitzbergen. Freſenay
und Duperay haben auf ihren großen Reiſen
in vielen Orten Pendelſchwingungen beobachtet.
Nach den verſchiedenen Methoden die man zur
Beſtimmung der Abplattung der Erde angeſtellt
hat ſchwankt dieſelbe zwiſchen 1/305 und 1/280; man
fand ſie früher kleiner als in den neueſten Zeiten
. Die Größe dieſes Unterſchiedes zwiſchen
den verſchiedenen Beſtimmungen betragt 3600′
oder 1/18 –
Die Folge der Abplattung würde ungefähr
2½ mal unſrer höchſten Berge betragen; ſodaß
das Himalaya Gebirge 2½ mal unter dem
Aequator aufgetragen werden mußte. Ein
Punkt auf dem Aequator iſt 10700 Toiſen oder
64000 Fuß entfernter vom Mittelpunkt als ein
Punkt am Pol; etwa 8 Meilen, bei einem Halbmeſser
von 860 Meilen. – Die Gradmeſsungen
geben eine geringere Abplattung als die Pendelſchwingungen
|1/305| und die neure franzöſiſche
mit der von Swanberg in Lappland verglichen
und Duperay haben auf ihren großen Reiſen
in vielen Orten Pendelſchwingungen beobachtet.
Nach den verſchiedenen Methoden die man zur
Beſtimmung der Abplattung der Erde angeſtellt
hat ſchwankt dieſelbe zwiſchen 1/305 und 1/280; man
fand ſie früher kleiner als in den neueſten Zeiten
. Die Größe dieſes Unterſchiedes zwiſchen
den verſchiedenen Beſtimmungen betragt 3600′
oder 1/18 –
Die Folge der Abplattung würde ungefähr
2½ mal unſrer höchſten Berge betragen; ſodaß
das Himalaya Gebirge 2½ mal unter dem
Aequator aufgetragen werden mußte. Ein
Punkt auf dem Aequator iſt 10700 Toiſen oder
64000 Fuß entfernter vom Mittelpunkt als ein
Punkt am Pol; etwa 8 Meilen, bei einem Halbmeſser
von 860 Meilen. – Die Gradmeſsungen
geben eine geringere Abplattung als die Pendelſchwingungen
|1/305| und die neure franzöſiſche
mit der von Swanberg in Lappland verglichen
nähert ſich dieſen 1/290 . – Die Mondstheorie giebt
1/305, nach Bouvard und Burkhards Beobachtungen
1/291. – Alle Pendelverſuche ſchwanken zwiſchen 1/280.
und 1/290.
Man hat gefragt ob die ſüdliche Abplattung größer
ſei als die nördliche, da im Süden weit mehr
Waſser und weniger Continent ſich befinden;
er hat dieß ſelbſt verurſacht, daß man glaubte
die Erde habe eine andere Geſtalt als die elliptiſche.
So gab dieß auch Lacaille’s Meſsung am Cap de
Bonesperence. – Freſenay’s und Duperay’s Unterſuchungen
, ſo wie die Reiſen von Manaſpina Malestina
und Bristbay haben gezeigt daß keine Verſchiedenheit
zwiſchen der nördlichen und ſüdlichen Abplattung
ſtatt findet. –
Merkwürdig iſt es aber, daß ſich in den verſchiedenen
Meridianen die Abplattung verſchieden zeigt.
Bei den Pendelverſuchen kann man ſehr leicht auf
Irrthümer kommen; auf Inſeln wo viel Baſalt
iſt fanden Arago und Doc daß die Pendelſchwingungen
ſchneller waren. Savy fand daß ähnliche
auf der Inſel Ascenſion.
1/305, nach Bouvard und Burkhards Beobachtungen
1/291. – Alle Pendelverſuche ſchwanken zwiſchen 1/280.
und 1/290.
Man hat gefragt ob die ſüdliche Abplattung größer
ſei als die nördliche, da im Süden weit mehr
Waſser und weniger Continent ſich befinden;
er hat dieß ſelbſt verurſacht, daß man glaubte
die Erde habe eine andere Geſtalt als die elliptiſche.
So gab dieß auch Lacaille’s Meſsung am Cap de
Bonesperence. – Freſenay’s und Duperay’s Unterſuchungen
, ſo wie die Reiſen von Manaſpina Malestina
und Bristbay haben gezeigt daß keine Verſchiedenheit
zwiſchen der nördlichen und ſüdlichen Abplattung
ſtatt findet. –
Merkwürdig iſt es aber, daß ſich in den verſchiedenen
Meridianen die Abplattung verſchieden zeigt.
Bei den Pendelverſuchen kann man ſehr leicht auf
Irrthümer kommen; auf Inſeln wo viel Baſalt
iſt fanden Arago und Doc daß die Pendelſchwingungen
ſchneller waren. Savy fand daß ähnliche
auf der Inſel Ascenſion.
27. Vorlesung, 6. Februar 1828
Auch in den Länge hat man eine Abplattung gefunden.
Auf Laplaces Vorſchlag hat ſich das franzöſiſche Gouvernement
mit dem öſterreichiſchen und braſilianiſchen
vereinigt um zu unterſuchen ob eine
ſolche Abplattung der Rede nach in der Richtung der
Paralelkreiſe von Oſten nach Weſten ſtatt finden,
und es hat ſich wirklich eine ſolche gefunden. –
Schon 1733 zu Casſini und Marolgis Zeiten wurde
eine Gradſenke vom Meridian zu Paris gemeſsen;
es geſchah dieß durch Azimuth und Höhe. – Seit
den letzten Jahren wird jetzt eine größere Meſsung
unternommen unter Leitung von Bousſon,
Henri, Plana und Marini. Vom Ausfluß der Garonne
bei Maronnes fängt dieſe Meſsung an und geht
über den Mont Cenis und Mont Blanc, durch das
nordliche Italien, bis nach Fiume; 15 Längengrade
ſind bereits gemeſsen, das öſterrichiſche Gouvernement
will dieſe Meſsung bis Aſpara in
Siebenbürgen fortſetzen laſsen, ſo daß dann eine
Länge von 24 Graden gemeſsen iſt. –
Man hat bis jetzt gefunden daß die Abplattung
in der Länge noch größer iſt; 1/250 bis 1/260.
Auch in den Länge hat man eine Abplattung gefunden.
Auf Laplaces Vorſchlag hat ſich das franzöſiſche Gouvernement
mit dem öſterreichiſchen und braſilianiſchen
vereinigt um zu unterſuchen ob eine
ſolche Abplattung der Rede nach in der Richtung der
Paralelkreiſe von Oſten nach Weſten ſtatt finden,
und es hat ſich wirklich eine ſolche gefunden. –
Schon 1733 zu Casſini und Marolgis Zeiten wurde
eine Gradſenke vom Meridian zu Paris gemeſsen;
es geſchah dieß durch Azimuth und Höhe. – Seit
den letzten Jahren wird jetzt eine größere Meſsung
unternommen unter Leitung von Bousſon,
Henri, Plana und Marini. Vom Ausfluß der Garonne
bei Maronnes fängt dieſe Meſsung an und geht
über den Mont Cenis und Mont Blanc, durch das
nordliche Italien, bis nach Fiume; 15 Längengrade
ſind bereits gemeſsen, das öſterrichiſche Gouvernement
will dieſe Meſsung bis Aſpara in
Siebenbürgen fortſetzen laſsen, ſo daß dann eine
Länge von 24 Graden gemeſsen iſt. –
Man hat bis jetzt gefunden daß die Abplattung
in der Länge noch größer iſt; 1/250 bis 1/260.
Man muß jedoch noch erſt das Ende der Meſsung abwarten
; es könnte die Abplattung größer erſcheinen
, wegen den hohen Alpen über die ſie geht.
Die Abplattung im Allgemeinen beweiſt daß
die Dichtigkeit der Schichten im Zunehmen iſt
nach dem Centrum hin und zwar ſcheint dieß
im Quadrate der Entfernung vom Mittelpunkt
zu ſein. Es iſt dieß auch ein nothwendigkeit Bedingniß
zur Grundlage des Oceans; wäre
die Dichtigkeit des Meeres an der Oberfläche
ſo wie Queckſilber, ſo würden wir wegen der
Cohärenz die größten Ueberſchwem̃ungen
die Folge ſein. –
?
Die Theorie giebt, wenn keine
zunehmende Dichtigkeit wäre müßte die Abplattung
1/230 ſein.
Es brauchen jedoch deshalb die untern Schichten
keine feſten Körper zu ſein, ſie können eben ſo
gut tropfbarflüſsig, ja ſelbſt elaſtiſche Flüſsigkeiten
ſein.
Cimmis ein Infanterie Capitaine in Nordamerika
glaubte daß das Innre der Erde hoht ſei. – Halaye
; es könnte die Abplattung größer erſcheinen
, wegen den hohen Alpen über die ſie geht.
Die Abplattung im Allgemeinen beweiſt daß
die Dichtigkeit der Schichten im Zunehmen iſt
nach dem Centrum hin und zwar ſcheint dieß
im Quadrate der Entfernung vom Mittelpunkt
zu ſein. Es iſt dieß auch ein nothwendigkeit Bedingniß
zur Grundlage des Oceans; wäre
die Dichtigkeit des Meeres an der Oberfläche
ſo wie Queckſilber, ſo würden wir wegen der
Cohärenz die größten Ueberſchwem̃ungen
die Folge ſein. –
?
Die Theorie giebt, wenn keine
zunehmende Dichtigkeit wäre müßte die Abplattung
1/230 ſein.
Es brauchen jedoch deshalb die untern Schichten
keine feſten Körper zu ſein, ſie können eben ſo
gut tropfbarflüſsig, ja ſelbſt elaſtiſche Flüſsigkeiten
ſein.
Cimmis ein Infanterie Capitaine in Nordamerika
glaubte daß das Innre der Erde hoht ſei. – Halaye
hat ſchon eine ähnliche Idee gehabt, und Franklin
glaubte das Erdbeben daraus erklären zu können.
Man glaubte ſelbſt den innern Raum der Erde erleuchten
zu müſsen und brachte daher Planeten
an die man Pluto und Proſerpina nannte. –
Dieß letztere würde gar nicht nöthig ſein, da
die Compreſsion der Luft ſo groß ſein würde, daß
nicht nur die Temperatur daſelbſt ſehr gelinde wäre
, ſondern daß auch ein Lichtprozeß entſtehen könnte
Franklin glaubte feſt daran und Lichtenberg hat
das Ganze als ſehr wahrſcheinlich beſchrieben.
Die Luft iſt im Innern der Erde ſo dicht daß ſchon
bei 40 Meilen Tiefe eine Platina Kugel ſchwim̃en
würde
Die Erde iſt nicht nur ihrer Geſtalt nach unterſucht
, ſondern ſie iſt auch gewogen worden. Wenn
man die Geſetze des Gleichgewichts, Abplattung, Rotation
mit einander vergleicht und die Dichtigkeit
nähernd annimmt, ſo hat ſchon die Theorie gelehrt
, daraus die Dichtigkeit der Erde zu finden.
Laplace, Felori und Thomas Young fanden die
glaubte das Erdbeben daraus erklären zu können.
Man glaubte ſelbſt den innern Raum der Erde erleuchten
zu müſsen und brachte daher Planeten
an die man Pluto und Proſerpina nannte. –
Dieß letztere würde gar nicht nöthig ſein, da
die Compreſsion der Luft ſo groß ſein würde, daß
nicht nur die Temperatur daſelbſt ſehr gelinde wäre
, ſondern daß auch ein Lichtprozeß entſtehen könnte
Franklin glaubte feſt daran und Lichtenberg hat
das Ganze als ſehr wahrſcheinlich beſchrieben.
Die Luft iſt im Innern der Erde ſo dicht daß ſchon
bei 40 Meilen Tiefe eine Platina Kugel ſchwim̃en
würde
Die Erde iſt nicht nur ihrer Geſtalt nach unterſucht
, ſondern ſie iſt auch gewogen worden. Wenn
man die Geſetze des Gleichgewichts, Abplattung, Rotation
mit einander vergleicht und die Dichtigkeit
nähernd annimmt, ſo hat ſchon die Theorie gelehrt
, daraus die Dichtigkeit der Erde zu finden.
Laplace, Felori und Thomas Young fanden die
Dichtigkeit auf dieſe Art, und die Theorie hat bei
nahe daſselbe gegeben als man durch unmittelbare
Abwägung fand. Die Theorie giebt 4,7
wenn das Waſser = 1. Da die Subſtanzen die
wir auf die Oberfläche der Erde ſehen, noch nicht
3 mal dichter ſind als das Waſser, ſo folgt ſchon
hieraus, daß die Schichten nach dem Centrum
zu dichter werden.
Ein 2tes Reſultat für die Beſtimmung der Dichtigkeit
geht durch die gemeſsene Anziehung der
Gebirge hervor; Mestlyn und Houton bemerkten
dieß zuerſt bei ihren Meſsungen in Schottland
in der Nähe des Shehalgin 1774. – Man nimmt zu
dieſer Beobachtung ein Gebirge das von W. nach
O. ſtreicht, und beobachtet mit einem aſtronomiſche
Inſtrumente. Wenn man als dann am
N. und S. Abhange das(des?) Gebirges beobachtet ſo wird
man verſchiedene Reſultate finden, indem das
Loth von ſeiner lothrechten Lage abgelenkt wird;
dadurch findet man die Änderung der Anziehung
des Gebirges. Wenn man die Zahl der Maſsentheile
nahe daſselbe gegeben als man durch unmittelbare
Abwägung fand. Die Theorie giebt 4,7
wenn das Waſser = 1. Da die Subſtanzen die
wir auf die Oberfläche der Erde ſehen, noch nicht
3 mal dichter ſind als das Waſser, ſo folgt ſchon
hieraus, daß die Schichten nach dem Centrum
zu dichter werden.
Ein 2tes Reſultat für die Beſtimmung der Dichtigkeit
geht durch die gemeſsene Anziehung der
Gebirge hervor; Mestlyn und Houton bemerkten
dieß zuerſt bei ihren Meſsungen in Schottland
in der Nähe des Shehalgin 1774. – Man nimmt zu
dieſer Beobachtung ein Gebirge das von W. nach
O. ſtreicht, und beobachtet mit einem aſtronomiſche
Inſtrumente. Wenn man als dann am
N. und S. Abhange das(des?) Gebirges beobachtet ſo wird
man verſchiedene Reſultate finden, indem das
Loth von ſeiner lothrechten Lage abgelenkt wird;
dadurch findet man die Änderung der Anziehung
des Gebirges. Wenn man die Zahl der Maſsentheile
eines zur Beobachtung gebrauchten Berges beſtimmen
kann, ſo entsteht daraus eine Verhältnißzahl
die auf die Zahl der Maſsentheile der
ganzen Erde ſchlieſsen läßt.
?
Schon bei der Meſsung
in Quito wurde man durch den Chimboraſso
darauf geführt – Den Schehalgin hat man oft unrichtig
geſchätzt, da man glaubte er beſtehe nur
aus Granit; neuerdings hat man aber 3 Gebirgsarten
gefunden und daraus das Mittel
genommen. Auch hier findet man noch die Dichtigkeit
der Erde genau 4,7, daſselbe Reſultat
wie Laplace. Carolini Prof. in Mayland hat bei
der großen Gradmeſsung von Bordeaux nach
Fiume, an dem Mont Cenis ähnliche Verſuche gemacht
; während Biot in Bordeaux nur 4,4 fand.
Zach hat während ſeines Aufenthalts in Marſeille,
ähnliche Beobachtungen, verſuchen wollen, aber
der Berg den er zu ſeiner Beobachtung nahm war
nicht hoch genug um ein genaues Reſultat zu
geben.
kann, ſo entsteht daraus eine Verhältnißzahl
die auf die Zahl der Maſsentheile der
ganzen Erde ſchlieſsen läßt.
?
Schon bei der Meſsung
in Quito wurde man durch den Chimboraſso
darauf geführt – Den Schehalgin hat man oft unrichtig
geſchätzt, da man glaubte er beſtehe nur
aus Granit; neuerdings hat man aber 3 Gebirgsarten
gefunden und daraus das Mittel
genommen. Auch hier findet man noch die Dichtigkeit
der Erde genau 4,7, daſselbe Reſultat
wie Laplace. Carolini Prof. in Mayland hat bei
der großen Gradmeſsung von Bordeaux nach
Fiume, an dem Mont Cenis ähnliche Verſuche gemacht
; während Biot in Bordeaux nur 4,4 fand.
Zach hat während ſeines Aufenthalts in Marſeille,
ähnliche Beobachtungen, verſuchen wollen, aber
der Berg den er zu ſeiner Beobachtung nahm war
nicht hoch genug um ein genaues Reſultat zu
geben.
Eine 3te Art die Dichtigkeit zu finden iſt durch die
Drehwage von Cavendiſch. Schon Michel war 1768
auf die Idee gekommen, daß wenn ein Stab aufgehangen
wird, durch ſeine Oscillation die Attraction
zu meſsen. Ein ſolcher Apparat war
das des Houlaſton gekommen und Cavendiſch
ließ danach einen Apparat machen.
ſ. Phyſik 1826/27
Ein
Verſuch damit gab die Dichtigkeit 5,4. – Es findet
ſich jedoch daß hier electriſche und magnetiſche
Kräfte mit einwirken wie Herr Arago gezeigt hat.
Als das wahrſcheinlichſte muß man ſich an die
Theorie und die 2te Methode hatten. – Leider
iſt bei Schehalgin nicht ein und dieſelbe Gebirgsart
vorhanden. Würde man einen Berg finden
können der groß genug wäre um die geſuchten
Reſultate hervor zu bringen, und vor ein und
derſelben Gebirgsmaſse beſtände, ſo würde dieß
für die Beobachtung von ſehr großen Vortheil
ſein.
Von der Wärme des Erdkörpers
Wir können uns hier nicht mit den ſpeciellen
Drehwage von Cavendiſch. Schon Michel war 1768
auf die Idee gekommen, daß wenn ein Stab aufgehangen
wird, durch ſeine Oscillation die Attraction
zu meſsen. Ein ſolcher Apparat war
das des Houlaſton gekommen und Cavendiſch
ließ danach einen Apparat machen.
ſ. Phyſik 1826/27
Ein
Verſuch damit gab die Dichtigkeit 5,4. – Es findet
ſich jedoch daß hier electriſche und magnetiſche
Kräfte mit einwirken wie Herr Arago gezeigt hat.
Als das wahrſcheinlichſte muß man ſich an die
Theorie und die 2te Methode hatten. – Leider
iſt bei Schehalgin nicht ein und dieſelbe Gebirgsart
vorhanden. Würde man einen Berg finden
können der groß genug wäre um die geſuchten
Reſultate hervor zu bringen, und vor ein und
derſelben Gebirgsmaſse beſtände, ſo würde dieß
für die Beobachtung von ſehr großen Vortheil
ſein.
Von der Wärme des Erdkörpers
Wir können uns hier nicht mit den ſpeciellen
Erſcheinungen der Wärme beſchäftigen, ſondern
nur allgemeine Betrachtungen über die Vertheilung
der Wärme auf den Erdkörper geben.
Man kann ſich 3 Quellen der Wärme vorſtellen.
1, Durch die Sonnenſtralen verſchieden nach der
Größe der Wirkung, durch den Einfalls Winkel
der Stralen, und die Dauer der Gegenwart der
Sonne ſelbſt.
2, Von der Ausſtralung aller Geſtirne ſelbſt, von
derjenigen Wärme alſo die dem Weltkörper
ſelbſt angehört.
S. Fournier theorie analytique de la chaleur . –
Wenn der Weltkörper ſelbſt abſolute Kälte hätte
ſo würden die Bewohner deſselben in einer
eblen Lage ſein; er würde die erhaltene Wärme,
früher aus ſtralen, als bis von neuem die Sonne
ihre Wärme zu kommen laſsen könnte; da die
Quantität der Wärme, die im Weltraum verbreitet
, ſehr der mittlere Temperatur unſerer Polarzonen
gleich kommt.
3, Derjenige Theil der primitiven Wärme,
welcher der Erdkörper angehört. Bei der Verdichtung
nur allgemeine Betrachtungen über die Vertheilung
der Wärme auf den Erdkörper geben.
Man kann ſich 3 Quellen der Wärme vorſtellen.
1, Durch die Sonnenſtralen verſchieden nach der
Größe der Wirkung, durch den Einfalls Winkel
der Stralen, und die Dauer der Gegenwart der
Sonne ſelbſt.
2, Von der Ausſtralung aller Geſtirne ſelbſt, von
derjenigen Wärme alſo die dem Weltkörper
ſelbſt angehört.
S. Fournier theorie analytique de la chaleur . –
Wenn der Weltkörper ſelbſt abſolute Kälte hätte
ſo würden die Bewohner deſselben in einer
eblen Lage ſein; er würde die erhaltene Wärme,
früher aus ſtralen, als bis von neuem die Sonne
ihre Wärme zu kommen laſsen könnte; da die
Quantität der Wärme, die im Weltraum verbreitet
, ſehr der mittlere Temperatur unſerer Polarzonen
gleich kommt.
3, Derjenige Theil der primitiven Wärme,
welcher der Erdkörper angehört. Bei der Verdichtung
des Planeten iſt Wärme erregt worden
wovon noch ein großer Theil latent iſt (blieb?) als
die Oberfläche oxidirte. – Dieſe letztere Quelle
iſt es hauptſächlich wovon hier die Rede ſein ſoll.
Dieſe innre Wärme hat jetzt faſt gar keinen
Einfluß mehr auf die Wärme der Oberfläche ſelbſt.
Die Theorie zeigt, daß ein ſolches Gleichgewicht
zwiſchen der Wärme der Sonne. Der derjenige
die ausgeſtralt wird eingetreten iſt, daß
in einem Jahrtauſend, durch die Erkältung der
innere Wärme noch nicht um 1/30 die Wärme
der Oberfläche vermindernt würde. – Laplace
hat gefunden, daß wenn die innre Wärme
noch ſo groß wäre, ſie noch nicht 1/14 Unterſchied
auf die Wärme an der Oberfläche hervorbringen
könne.
Die periodiſche Veränderung der Temperatur
der Erdoberfläche hängt von der Veränderung
des Sonnenſcheins ab; im Innern der Erde iſt
dieß nicht mehr der Fall.
28. Vorlesung, 9. Februar 1828
Bei 12′ Tiefe bemerkt
man ſchon keine tägliche Veränderung der
wovon noch ein großer Theil latent iſt (blieb?) als
die Oberfläche oxidirte. – Dieſe letztere Quelle
iſt es hauptſächlich wovon hier die Rede ſein ſoll.
Dieſe innre Wärme hat jetzt faſt gar keinen
Einfluß mehr auf die Wärme der Oberfläche ſelbſt.
Die Theorie zeigt, daß ein ſolches Gleichgewicht
zwiſchen der Wärme der Sonne. Der derjenige
die ausgeſtralt wird eingetreten iſt, daß
in einem Jahrtauſend, durch die Erkältung der
innere Wärme noch nicht um 1/30 die Wärme
der Oberfläche vermindernt würde. – Laplace
hat gefunden, daß wenn die innre Wärme
noch ſo groß wäre, ſie noch nicht 1/14 Unterſchied
auf die Wärme an der Oberfläche hervorbringen
könne.
Die periodiſche Veränderung der Temperatur
der Erdoberfläche hängt von der Veränderung
des Sonnenſcheins ab; im Innern der Erde iſt
dieß nicht mehr der Fall.
28. Vorlesung, 9. Februar 1828
Bei 12′ Tiefe bemerkt
man ſchon keine tägliche Veränderung der
Wärme mehr; die Tag und Nachtwärme ſind gleich.
Bei 120′ Tiefe iſt ſchon in einer jährlichen Thermometer
Beobachtung keine Veränderung zu
finden Lamberts . 1825 hat Arago und Docent
eine Beobachtung gemacht, indem ſie das
Thermometer in die Erde einließen; bei 10′
Tiefe ſtand es bei Tage eben ſo wie bei
der Nacht; bei 80 und 90′ zeigte es eine beſtändige
Wärme an, die ſich gar nicht mehr
änderte.
?|
Im Anfang October fing das Thermometer
erſt an zu ſteigen.
Alle Punkte in einer Verticallinie erreichen
nicht zu gleicher Zeit das Maximum der Wärme.
Je tiefer ſie liegen, deſto Körper iſt die Zeit
zwiſchen Maximum und Minimum.
Die Mondsbeobachtungen zeigen daß die
Dauer des Tages ſeit Hipparchs Zeiten ſich
nicht um 0″004 verändert hat; da nun die
Rotation vom Durchmeſser abhängt, ſo kañ
man daraus ſchlieſsen daß die mittlere Temperatur
dieſelbe geblieben. Wenn die Rotation
Bei 120′ Tiefe iſt ſchon in einer jährlichen Thermometer
Beobachtung keine Veränderung zu
finden Lamberts . 1825 hat Arago und Docent
eine Beobachtung gemacht, indem ſie das
Thermometer in die Erde einließen; bei 10′
Tiefe ſtand es bei Tage eben ſo wie bei
der Nacht; bei 80 und 90′ zeigte es eine beſtändige
Wärme an, die ſich gar nicht mehr
änderte.
?|
Im Anfang October fing das Thermometer
erſt an zu ſteigen.
Alle Punkte in einer Verticallinie erreichen
nicht zu gleicher Zeit das Maximum der Wärme.
Je tiefer ſie liegen, deſto Körper iſt die Zeit
zwiſchen Maximum und Minimum.
Die Mondsbeobachtungen zeigen daß die
Dauer des Tages ſeit Hipparchs Zeiten ſich
nicht um 0″004 verändert hat; da nun die
Rotation vom Durchmeſser abhängt, ſo kañ
man daraus ſchlieſsen daß die mittlere Temperatur
dieſelbe geblieben. Wenn die Rotation
ſowie die Translation der Erde zunähme, ſo
würde der Punkt, wo die innre gleiche Temperatur
anfängt viel näher liegen.
(?)
Je kürzer
die Tageszeiten je kürzer die Jahreszeiten ſind,
deſto weniger Zeit iſt da damit die Wärme ſich
verbreiten könne, die Tiefen verhalten ſich
wie die Quadrat Wurzeln der Abwechſelungen.
Aus Verſuchen hat man gefunden daß bei
20–22′ Tiefe nur die mittlere Temperatur
des Orts ſich findet; umgekehrt hat man aus
dieſer Temperatur die mittlere Temperatur
finden können. Doc ſelbſt hat Verſuchen
mit Herrn Arago beigewohnt 1825 20ten July wo
die Wärme der Atmosphäre 26½° wäre und
der Sand 42° hatte, fand ſich bei
1½′ Tiefe. – Thermometer Stand 22° 5
10′ – – 11°
20′ – – 9° 2
Dieſelbe Wärme die man in den Kellern
beobachtet hat. Und dieß iſt etwa 1° mehr als
die mittlere Temperatur von Paris beträgt,
wo dieſe Verſuche gemacht wurden.
würde der Punkt, wo die innre gleiche Temperatur
anfängt viel näher liegen.
(?)
Je kürzer
die Tageszeiten je kürzer die Jahreszeiten ſind,
deſto weniger Zeit iſt da damit die Wärme ſich
verbreiten könne, die Tiefen verhalten ſich
wie die Quadrat Wurzeln der Abwechſelungen.
Aus Verſuchen hat man gefunden daß bei
20–22′ Tiefe nur die mittlere Temperatur
des Orts ſich findet; umgekehrt hat man aus
dieſer Temperatur die mittlere Temperatur
finden können. Doc ſelbſt hat Verſuchen
mit Herrn Arago beigewohnt 1825 20ten July wo
die Wärme der Atmosphäre 26½° wäre und
der Sand 42° hatte, fand ſich bei
1½′ Tiefe. – Thermometer Stand 22° 5
10′ – – 11°
20′ – – 9° 2
Dieſelbe Wärme die man in den Kellern
beobachtet hat. Und dieß iſt etwa 1° mehr als
die mittlere Temperatur von Paris beträgt,
wo dieſe Verſuche gemacht wurden.
Man hat zweierlei Arten von Beobachtungen
angeſtellt: 1, In Bergwerken, theils in Grubenluft
theils in Grubenwasser 2, In den Quellen.
In den älteſten Zeiten ſchon hat man eine
Idee von der Wärme des innern Weltkörpers
gehabt; daß der Pyriphlegethon mit den Vulkanen
zuſam̃enhänge.
?
– Später haben Leibnitz und
Hallayn ſich mit dieſer Idee beſchäftigt. Damit
daß der Troß(?) nicht tief eindringe nahmen
ſie eine Grundwarme an, und daraus entſtand
der Begriff einer Central Wärme
Meran ſchrieb 1720 und 1765 über die Centralemanation
. Er glaubte daß die Centralwärme
, die lange mit der äußern im Gleichgewicht
iſt, einen großer Einfluß auf die Oberfläche
haben müßte als die été solaire.
In Bergwerken haben Gebhard in Wiliczka,
Sausſure in CPeſt Beobachtungen gemacht, die
merkwürdigſten ſind aber in Corwallis v. Fox
und Boyle gemacht worden. – Man kann in den
angeſtellt: 1, In Bergwerken, theils in Grubenluft
theils in Grubenwasser 2, In den Quellen.
In den älteſten Zeiten ſchon hat man eine
Idee von der Wärme des innern Weltkörpers
gehabt; daß der Pyriphlegethon mit den Vulkanen
zuſam̃enhänge.
?
– Später haben Leibnitz und
Hallayn ſich mit dieſer Idee beſchäftigt. Damit
daß der Troß(?) nicht tief eindringe nahmen
ſie eine Grundwarme an, und daraus entſtand
der Begriff einer Central Wärme
Meran ſchrieb 1720 und 1765 über die Centralemanation
. Er glaubte daß die Centralwärme
, die lange mit der äußern im Gleichgewicht
iſt, einen großer Einfluß auf die Oberfläche
haben müßte als die été solaire.
In Bergwerken haben Gebhard in Wiliczka,
Sausſure in CPeſt Beobachtungen gemacht, die
merkwürdigſten ſind aber in Corwallis v. Fox
und Boyle gemacht worden. – Man kann in den
Bergwerken die Luft beobachten, doch iſt dieſe
ſehr afficirt von der atmosphäriſchen Luft.
Der Luftzug iſt immer ſehr ſtark. Das Waſser
in den Bergwerken giebt ein beſseres Mittel.
Die beſtimmteſten Reſultate von allen geben
die Bohrlöcher in den Steinen ſelbſt; ſo fand
E v Trebra in Sachſen bei einer Tiefe von 90
Klafter eine Wärme von 9° R. bei 120 Klafter
12° Warme wobei die mittlere Temperatur
des Orts bei Freiberg 6–7° R beträgt .
Andere Verſuche machte Daubuisſon in England,
bei einer Tiefe von 1000 Fuß. Doc ſelbſt hat
viele Beobachtungen in den Tiefen, auf den
großen Höhen v. Bajapok gemacht, und fand den
Stand der Thermometers 15°. –
Bei Mexiko in einer Tiefe von 1440′ fand man
bei den Quellen die Temperatur v 27° R, welches(während?)
die mittlere Temperatur des Orts 12 bis 13° beträgt
. – Auch Coroin hat viele Verſuche gemacht,
die ähnliche Reſultate zeigten.
Daß Factum daß die Temperatur nach der
ſehr afficirt von der atmosphäriſchen Luft.
Der Luftzug iſt immer ſehr ſtark. Das Waſser
in den Bergwerken giebt ein beſseres Mittel.
Die beſtimmteſten Reſultate von allen geben
die Bohrlöcher in den Steinen ſelbſt; ſo fand
E v Trebra in Sachſen bei einer Tiefe von 90
Klafter eine Wärme von 9° R. bei 120 Klafter
12° Warme wobei die mittlere Temperatur
des Orts bei Freiberg 6–7° R beträgt .
Andere Verſuche machte Daubuisſon in England,
bei einer Tiefe von 1000 Fuß. Doc ſelbſt hat
viele Beobachtungen in den Tiefen, auf den
großen Höhen v. Bajapok gemacht, und fand den
Stand der Thermometers 15°. –
Bei Mexiko in einer Tiefe von 1440′ fand man
bei den Quellen die Temperatur v 27° R, welches(während?)
die mittlere Temperatur des Orts 12 bis 13° beträgt
. – Auch Coroin hat viele Verſuche gemacht,
die ähnliche Reſultate zeigten.
Daß Factum daß die Temperatur nach der
Tiefe hin zu nimmt, kann nicht bezweifelt werden
. Daß Verhältniß dieſer Zunahme iſt aber
wohl ſehr beſchränkt. Wenn man 80 Fuß tief
in die Oberfläche herabſteigt, ſo hat man ſchon
1° Wärme mehr; ſie nimmt alſo hier 8 mal
ſchneller zu, als ſie in der Atmosphäre abnimmt
, wo bei 650′ nur 1′ Unterſchied gemerkt
wird. – Die mittlere Temperatur
von Paris iſt 8½°; im Keller des Obſervatoriums
von Paris, der 85′ Tiefe hat, hat man
ſeit 70 bis 80 Jahren als allgemeines Reſultat
gefunden; alſo 1° Unterſchied mit der Oberfläche.
(7½°)
Auf die Verſuche in Quellen hat zuerſt Dr Ruboch
in England aufmerkſam gemacht 1775. Das
conſtante Verhältniß mit der Luft iſt zweierlei
Art, eine Art von Quellen verändern ihre
Temperatur gar nicht, bei andern finden ſich
kleine Modificationen in den Monaten.
Erdwärme im Norden. Herr v Buch hat auf
ſeinen Reiſen, bis zur Hudſonsbay nur flieſsende
. Daß Verhältniß dieſer Zunahme iſt aber
wohl ſehr beſchränkt. Wenn man 80 Fuß tief
in die Oberfläche herabſteigt, ſo hat man ſchon
1° Wärme mehr; ſie nimmt alſo hier 8 mal
ſchneller zu, als ſie in der Atmosphäre abnimmt
, wo bei 650′ nur 1′ Unterſchied gemerkt
wird. – Die mittlere Temperatur
von Paris iſt 8½°; im Keller des Obſervatoriums
von Paris, der 85′ Tiefe hat, hat man
ſeit 70 bis 80 Jahren als allgemeines Reſultat
gefunden; alſo 1° Unterſchied mit der Oberfläche.
(7½°)
Auf die Verſuche in Quellen hat zuerſt Dr Ruboch
in England aufmerkſam gemacht 1775. Das
conſtante Verhältniß mit der Luft iſt zweierlei
Art, eine Art von Quellen verändern ihre
Temperatur gar nicht, bei andern finden ſich
kleine Modificationen in den Monaten.
Erdwärme im Norden. Herr v Buch hat auf
ſeinen Reiſen, bis zur Hudſonsbay nur flieſsende
Quellen gefunden, während des ganzen Winters.
In Schweden in einer Breite von 66° ſteigt die
Wärme der Quellen bis auf 3°. – Dagegen in
unſrer Zone die Quellen weniger verſchieden
von der Luft ſind. Nach Italien zu aber ſcheint
die Temperatur der Quellen geringer zu ſein,
und beſonders auf den canariſchen Inſeln.
Doc Unterſuchung den Quellen unter den Tropen;
leider konnten dieſe Unterſuchungen nur immer
in gebirgigen Gegenden vorgenommen
werden, wo leicht eine Täuſchung möglich iſt,
indem dort das Waſser, das Kälter iſt, von den
Bergen herüber kommen und ſich mit dem untern
vermiſchen kann; doch ſcheint dieß keinen
ſehr großen Unterſchied hervorbringen Ermañ am Luiſenbrunnen
Die iſotermen Schichten ſagte man folgen der
Temperatur, ſo daß Schichten von 1000′ Höhe eben
ſo wären als am Meereſstrande; man erklärte
daraus daß die Quellen die Wärme ihrer
Schicht haben, und nicht die der Luft.
/?/
In Schweden in einer Breite von 66° ſteigt die
Wärme der Quellen bis auf 3°. – Dagegen in
unſrer Zone die Quellen weniger verſchieden
von der Luft ſind. Nach Italien zu aber ſcheint
die Temperatur der Quellen geringer zu ſein,
und beſonders auf den canariſchen Inſeln.
Doc Unterſuchung den Quellen unter den Tropen;
leider konnten dieſe Unterſuchungen nur immer
in gebirgigen Gegenden vorgenommen
werden, wo leicht eine Täuſchung möglich iſt,
indem dort das Waſser, das Kälter iſt, von den
Bergen herüber kommen und ſich mit dem untern
vermiſchen kann; doch ſcheint dieß keinen
ſehr großen Unterſchied hervorbringen Ermañ am Luiſenbrunnen
Die iſotermen Schichten ſagte man folgen der
Temperatur, ſo daß Schichten von 1000′ Höhe eben
ſo wären als am Meereſstrande; man erklärte
daraus daß die Quellen die Wärme ihrer
Schicht haben, und nicht die der Luft.
/?/
?|
Die Urſache dieſer Phänomens ſind manigfach;
die wichtigſte iſt die Regenzeit ſelbſt; in den ſüdlichen
Gegenden regnet es nicht mehr nach dem
Monat May ſondern nur im Winter. Die Wärme
des Erdkörpers muß dort alſo vermindert
werden. Vielleicht trägt zur größere
Wärme im Norden auch der Schnee viel bei,
der ein ſchlechter Wärmeleiter iſt, und die
Erdwärme daher nicht hinaus läßt. Noch viele
andere theoretiſche Gründe treten hinzu,
daß der Erdkörper in den nördlichen Zonen
mehr erwärmt wird.
Von der periodiſchen Bewegung der Wärme
ſelbſt kommt es her, daß in gleichen Tiefen,
in gleichen Entfernungen vom Centrum der
Erde bei verſchiedenen Breiten die iſotermen
Schichten nicht gleiche Wärme haben.
Eis in der Erde
Das letzte Phänomen daß wir hier zu betrachten
haben ſind die großen Eismaſsen
die man in der Erde gefunden haben ſoll.
Die Urſache dieſer Phänomens ſind manigfach;
die wichtigſte iſt die Regenzeit ſelbſt; in den ſüdlichen
Gegenden regnet es nicht mehr nach dem
Monat May ſondern nur im Winter. Die Wärme
des Erdkörpers muß dort alſo vermindert
werden. Vielleicht trägt zur größere
Wärme im Norden auch der Schnee viel bei,
der ein ſchlechter Wärmeleiter iſt, und die
Erdwärme daher nicht hinaus läßt. Noch viele
andere theoretiſche Gründe treten hinzu,
daß der Erdkörper in den nördlichen Zonen
mehr erwärmt wird.
Von der periodiſchen Bewegung der Wärme
ſelbſt kommt es her, daß in gleichen Tiefen,
in gleichen Entfernungen vom Centrum der
Erde bei verſchiedenen Breiten die iſotermen
Schichten nicht gleiche Wärme haben.
Eis in der Erde
Das letzte Phänomen daß wir hier zu betrachten
haben ſind die großen Eismaſsen
die man in der Erde gefunden haben ſoll.
Es wird erzählt die Coſacken hätten in einer
Tiefe von 100′ nicht weiter arbeiten können,
weil ſie auf große Eismaſsen geſtoßen ſeien.
Es iſt dieſe Erzählung jedoch nicht zu trauen.
In neuere Zeiten hat Capt Franklin auf ſeiner
Landreiſe zu dem Ausfluſse des Kupferfluſses
Makenzie 65½ Grad der Breite bei einer Tiefe
von 3′ große Eismaſse gefunden die er aber
nicht genau beſchrieben hat. Es iſt dieß wohl
wahr, daß zwiſchen den Eismaſsen ſich Erde
findet und dort eine Vegetation ſich zeigt,
doch iſt dieß nicht der eigentliche Erdkörper
ſondern nur aufgehäuftes Land.
Noch iſt eine merkwürdige Beobachtung hier
anzugeben, daß diejenigen Quellen die Kohlenſäure
enthalten, wenn ſie auch ganz nahe
liegen von denen die ſolche nicht haben 3 bis 4°
mehr Temperatur haben als dieſe. Es zeigt dieß
daß dieſe Säure aus der Tiefe der Erde kom̃t,
wo ſie entwickelt wird und hinaufſteigend ſich
Tiefe von 100′ nicht weiter arbeiten können,
weil ſie auf große Eismaſsen geſtoßen ſeien.
Es iſt dieſe Erzählung jedoch nicht zu trauen.
In neuere Zeiten hat Capt Franklin auf ſeiner
Landreiſe zu dem Ausfluſse des Kupferfluſses
Makenzie 65½ Grad der Breite bei einer Tiefe
von 3′ große Eismaſse gefunden die er aber
nicht genau beſchrieben hat. Es iſt dieß wohl
wahr, daß zwiſchen den Eismaſsen ſich Erde
findet und dort eine Vegetation ſich zeigt,
doch iſt dieß nicht der eigentliche Erdkörper
ſondern nur aufgehäuftes Land.
Noch iſt eine merkwürdige Beobachtung hier
anzugeben, daß diejenigen Quellen die Kohlenſäure
enthalten, wenn ſie auch ganz nahe
liegen von denen die ſolche nicht haben 3 bis 4°
mehr Temperatur haben als dieſe. Es zeigt dieß
daß dieſe Säure aus der Tiefe der Erde kom̃t,
wo ſie entwickelt wird und hinaufſteigend ſich
dem Waſser mittheilt
Magnetismus
So wie bei den frühern Kapiteln ſoll auch hier
nicht eine Auseinanderſetzung der Theorie noch eine
Aufzählung einzelnen Phänomene erfolgen, ſondern
nur die Vertheilung der Magnetismus auf der
Erde gegeben werden. – Die ältern Beobachter
glaubten daß der Magnetismus dem Eiſen allein
angehöre; ſpäter ſah man ein daß er auch dem
Eiſenerz zu komme, dann, daß die welche der Erdoberfläche
näher ſind mehr magnetiſche Kraft hätten
als die tiefer liegenden. – Das Eiſen behält die
magnetiſche Kraft beſser wenn es nicht rein
ſondern mit andern Stoffen gemiſcht iſt, wie
das gekühlte Eiſen Stahl oder mit Sauerſtoff,
mit Schwefel und Phosphor. – Später fand man
daß Nickel und Cobalt auch als Nadeln gebraucht
werden können. Ritter und Richter glaubten
die magnetiſche Eigenſchaft auch bei Mangan und
Chrom gefunden zu haben; doch iſt dieß nicht gegründet. –
Magnetismus
So wie bei den frühern Kapiteln ſoll auch hier
nicht eine Auseinanderſetzung der Theorie noch eine
Aufzählung einzelnen Phänomene erfolgen, ſondern
nur die Vertheilung der Magnetismus auf der
Erde gegeben werden. – Die ältern Beobachter
glaubten daß der Magnetismus dem Eiſen allein
angehöre; ſpäter ſah man ein daß er auch dem
Eiſenerz zu komme, dann, daß die welche der Erdoberfläche
näher ſind mehr magnetiſche Kraft hätten
als die tiefer liegenden. – Das Eiſen behält die
magnetiſche Kraft beſser wenn es nicht rein
ſondern mit andern Stoffen gemiſcht iſt, wie
das gekühlte Eiſen Stahl oder mit Sauerſtoff,
mit Schwefel und Phosphor. – Später fand man
daß Nickel und Cobalt auch als Nadeln gebraucht
werden können. Ritter und Richter glaubten
die magnetiſche Eigenſchaft auch bei Mangan und
Chrom gefunden zu haben; doch iſt dieß nicht gegründet. –
Herr Arago hat die Erfahrung gemacht daß in allen Körpern
auchf eine gewiſse Zeit eine magnetiſche Kraft
hervor gebracht werden könne. Auf einer Reiſe von London
nach Paris die Arago mit Doc machte, hatte er
Nadeln in großen hölzernen Kaſten mitgenommen,
und fand hier daß die Schwingungen keine Dauer
hatten; ſpäter nahm man kupferne Ringe, und es
fand ſich hier daß die Nadeln ſo wirkten als
wenn ſie in einer hemmenden Flüſsigkeit ſich
befänden. Endlich fand man das merkwürdige
Reſultat daß die Nähe von Körpern die noch
gar nicht metalliſch ſind, einer hemmenden
Einfluß auf die Nadel habe; man hat Nadeln
nicht nur durch die Annäherung ſolcher Körper
beruhigt ſondern auch gezeigt, daß ſie ebenſo
dadurch in Bewegung geſetzt werden können. Coulon
war ſchon früher und dieſe Idee gekommen nur
hatte kleine Nadeln von Holz vor Magnetnadeln
ſchwingen laſsen, die Beobachtung hatte aber nicht
immer gleiche Reſultate gegeben, ebenſo die
auchf eine gewiſse Zeit eine magnetiſche Kraft
hervor gebracht werden könne. Auf einer Reiſe von London
nach Paris die Arago mit Doc machte, hatte er
Nadeln in großen hölzernen Kaſten mitgenommen,
und fand hier daß die Schwingungen keine Dauer
hatten; ſpäter nahm man kupferne Ringe, und es
fand ſich hier daß die Nadeln ſo wirkten als
wenn ſie in einer hemmenden Flüſsigkeit ſich
befänden. Endlich fand man das merkwürdige
Reſultat daß die Nähe von Körpern die noch
gar nicht metalliſch ſind, einer hemmenden
Einfluß auf die Nadel habe; man hat Nadeln
nicht nur durch die Annäherung ſolcher Körper
beruhigt ſondern auch gezeigt, daß ſie ebenſo
dadurch in Bewegung geſetzt werden können. Coulon
war ſchon früher und dieſe Idee gekommen nur
hatte kleine Nadeln von Holz vor Magnetnadeln
ſchwingen laſsen, die Beobachtung hatte aber nicht
immer gleiche Reſultate gegeben, ebenſo die
Verſuche Biots, ſo daß Arago die Entdeckung
mit Recht zugeſchrieben werden muß.
Ein Phyſiker in Norwegen machte die Beobachtung
daß wenn man eine freihängende Nadel an
der Nord- und Südſeite ſchwingen läßt, nicht immer
daſselbe Reſultat daraus hervor geht, ſondern
eine Ablenkung ſtatt findet. –
Prof. Oerstadt fand 1820. daß Wärme Elaſtizität
und Magnetismus in enger Verbindung mit einander
ſtehen, bei Gelegenheit von Experimenten
mit der voltaiſchen Säule. Wenn nemlich die
Magnetnadel unter einem rechten Winkel der
Strömung entgegen ſteht, ſo weicht ſie ab.
s. Physick 1826/27
Hermstaedts Milit Chemie.
p. 229–233.
Dampierre (?) machte die Entdeckung daß wenn
2 electriſche Strömungen ſich einander gegenüber
geſtellt würden, der Kupferdrath dieſelben
Bewegungen machte wie die Magnetnadel.
Wenn man Kupferdrath in eine Schraubenlinie
bringt, und einen electriſchen Funken durch gehen
läßt ſo würde dieſer Drath magnetiſch. Man entdeckte
ſpäter daß die Richtung der Schraubenlinien
mit Recht zugeſchrieben werden muß.
Ein Phyſiker in Norwegen machte die Beobachtung
daß wenn man eine freihängende Nadel an
der Nord- und Südſeite ſchwingen läßt, nicht immer
daſselbe Reſultat daraus hervor geht, ſondern
eine Ablenkung ſtatt findet. –
Prof. Oerstadt fand 1820. daß Wärme Elaſtizität
und Magnetismus in enger Verbindung mit einander
ſtehen, bei Gelegenheit von Experimenten
mit der voltaiſchen Säule. Wenn nemlich die
Magnetnadel unter einem rechten Winkel der
Strömung entgegen ſteht, ſo weicht ſie ab.
s. Physick 1826/27
Hermstaedts Milit Chemie.
p. 229–233.
Dampierre (?) machte die Entdeckung daß wenn
2 electriſche Strömungen ſich einander gegenüber
geſtellt würden, der Kupferdrath dieſelben
Bewegungen machte wie die Magnetnadel.
Wenn man Kupferdrath in eine Schraubenlinie
bringt, und einen electriſchen Funken durch gehen
läßt ſo würde dieſer Drath magnetiſch. Man entdeckte
ſpäter daß die Richtung der Schraubenlinien
hinſichts der Stärke des Magnets einen großen Einfluß
habe.
Durch dem Multiplicator wurde es möglich die
feinſten Veränderungen zu finden. Requerel zeigte
daß man mit der Magnetnadel die kleinſten
chemiſchen Veränderungen entdecken könne, durch
die Schwingung der Nadel kann man auf das Vorhandenſein
(der Nadel) den Quark Säure ſchlieſsen;
es werde dieß mit Recht Hydroelectricität genannt
. –
Senbeck machte die glänzende Entdeckung, der Thermoelectrität
. Er fand nun daß man Magnetismus
und Electrizität erregen könne wenn die Metalle
auf eine ungleiche Art erwärmt würden. –
Dieß iſt vielleicht die Urſache des Erdmagnetismus
, da die Erde auf verſchiedene Art erwärmt
wird, vielleicht ſind aber auch die chemiſchen Veränderungen
im Innern des Erdkörpers Urſache
an der magnetiſchen electriſchen Spannung, dem
Verrücken des magnetiſchen Aequators uſw.
Die Sonnenſtralen bringen ſelbſt Magnetismus
hervor; wie ſchon früher bemerkt fand man daß
habe.
Durch dem Multiplicator wurde es möglich die
feinſten Veränderungen zu finden. Requerel zeigte
daß man mit der Magnetnadel die kleinſten
chemiſchen Veränderungen entdecken könne, durch
die Schwingung der Nadel kann man auf das Vorhandenſein
(der Nadel) den Quark Säure ſchlieſsen;
es werde dieß mit Recht Hydroelectricität genannt
. –
Senbeck machte die glänzende Entdeckung, der Thermoelectrität
. Er fand nun daß man Magnetismus
und Electrizität erregen könne wenn die Metalle
auf eine ungleiche Art erwärmt würden. –
Dieß iſt vielleicht die Urſache des Erdmagnetismus
, da die Erde auf verſchiedene Art erwärmt
wird, vielleicht ſind aber auch die chemiſchen Veränderungen
im Innern des Erdkörpers Urſache
an der magnetiſchen electriſchen Spannung, dem
Verrücken des magnetiſchen Aequators uſw.
Die Sonnenſtralen bringen ſelbſt Magnetismus
hervor; wie ſchon früher bemerkt fand man daß
der violette Stral chemiſche Veränderungen
bewirke. Sommervil fand auch eine Erregung
des Magnetismus durch demſelben; Wollanſton hat
dieß nicht nur beſtätigt, ſondern noch den Verſuch
auf eine ſehr ſcharfſinnigen Art nachgemacht.
Was vorher Nordpol war kann durch den Sonnenlicht
zum Südpol werden.
Die magnetiſche Kraft bleibt ſich gleichförmig bis
zu einer großen Höhe. Doc hat in der Grotte bei
Alisana auf einer Höhe von 14000′ dieſelbe
Schwingungen wie am Meereſspiegel gefunden.
In der größten Höhe wurden dieſe Verſuche von
Gueliſac angeſtellt 21500 wo die Schwingungen der
Nadel dieſelben waren wie unten.
Lange hat man aus dieſer Erfahrung den ſolchen
Schluß gezogen daß die magnetiſche Kraft auf
dieſen Höhen dieſelbe geblieben ſei; allein man
muß grade im Gegentheil ſchlieſsen, daß die
Intenſität abgenommen hat, da die magnetiſche
Kraft mit der Warme zuſammenhängt; während
bewirke. Sommervil fand auch eine Erregung
des Magnetismus durch demſelben; Wollanſton hat
dieß nicht nur beſtätigt, ſondern noch den Verſuch
auf eine ſehr ſcharfſinnigen Art nachgemacht.
Was vorher Nordpol war kann durch den Sonnenlicht
zum Südpol werden.
Die magnetiſche Kraft bleibt ſich gleichförmig bis
zu einer großen Höhe. Doc hat in der Grotte bei
Alisana auf einer Höhe von 14000′ dieſelbe
Schwingungen wie am Meereſspiegel gefunden.
In der größten Höhe wurden dieſe Verſuche von
Gueliſac angeſtellt 21500 wo die Schwingungen der
Nadel dieſelben waren wie unten.
Lange hat man aus dieſer Erfahrung den ſolchen
Schluß gezogen daß die magnetiſche Kraft auf
dieſen Höhen dieſelbe geblieben ſei; allein man
muß grade im Gegentheil ſchlieſsen, daß die
Intenſität abgenommen hat, da die magnetiſche
Kraft mit der Warme zuſammenhängt; während
im Thal die Temperatur 26° war, war ſie auf
der Höhe − 9°; es hätten eben daher die Schwingungen
ſchneller werden müſsen; da dieß aber nicht
ſtatt fand ſo ſieht man daß die Intenſität der
magnetiſchen Kraft unten ſtärker iſt als auf
der Höhe. – Durch den Prof. Kupfer in Caſan
wurde dieſe Entdeckung gemacht; daß nur die
magnetiſche Kraft abnimmt mit der Zunahme
der Wärme. –
29. Vorlesung, 13. Februar 1828
Aehnliche Verſuche wie in der
Höhe wurden auch in der Tiefe gemacht. Prof.
Ermann ſtellte eine Reihe ſolcher Verſuche in
Bergwerken an, er hat geglaubt, daß
keine Zunahme zu entdecken geweſen wäre.
Cauſton hat geglaubt daß die Schwingungen
der Nadel in den Finſterniß anders wäre als
bei Sonnenſchein doch iſt dieß nicht der Fall.
Casſini hat Verſuche in Kellern angeſtellt und
dieſe Veränderung nicht gefunden.
Man hat viele Hypotheſen über das Phänomen
des Erdmagnetismus aufgeſtellt. So wie von
der Höhe − 9°; es hätten eben daher die Schwingungen
ſchneller werden müſsen; da dieß aber nicht
ſtatt fand ſo ſieht man daß die Intenſität der
magnetiſchen Kraft unten ſtärker iſt als auf
der Höhe. – Durch den Prof. Kupfer in Caſan
wurde dieſe Entdeckung gemacht; daß nur die
magnetiſche Kraft abnimmt mit der Zunahme
der Wärme. –
29. Vorlesung, 13. Februar 1828
Aehnliche Verſuche wie in der
Höhe wurden auch in der Tiefe gemacht. Prof.
Ermann ſtellte eine Reihe ſolcher Verſuche in
Bergwerken an, er hat geglaubt, daß
keine Zunahme zu entdecken geweſen wäre.
Cauſton hat geglaubt daß die Schwingungen
der Nadel in den Finſterniß anders wäre als
bei Sonnenſchein doch iſt dieß nicht der Fall.
Casſini hat Verſuche in Kellern angeſtellt und
dieſe Veränderung nicht gefunden.
Man hat viele Hypotheſen über das Phänomen
des Erdmagnetismus aufgeſtellt. So wie von
primitiven Wärme noch ein Ueberbleibſel nach der
Erſtarrung in der innere Wärme vorhanden
iſt, ſo glaubten einige, es wäre möglich, daß
auch die Erſtarrung die magnetiſche Kraft erhalten
hätte. Es wäre demnach Magnetismus und
Electricität eine Folge der primitiven Geſtalt
der Erde. – Nach einer andern Idee wird die magnetiſche
Kraft erzeugt durch die Sonne, durch die
magnetiſche Kraft der Sonnenſtralen ſelbſt.
Dann würde aber die magnetiſche Kraft nur
auf der Oberfläche der Erde exiſtiren können
und nicht im Innern derſelben. – Nach Subecks
Thermomagnetismus, ſtellte man die Idee auf,
daß die Erde durch die ungleiche Erwärmung
die magnetiſche Kraft erhalte. – Eine andere
Meinung iſt dagegen daß die Wärme eine Folge
der electriſchen Strömung wäre. Die Erſcheinungen
des Magnetismus ſind dreierlei Art:
die Intenſität der Kraft, die magnetiſche Abweichung
und die Neigung.
Erſtarrung in der innere Wärme vorhanden
iſt, ſo glaubten einige, es wäre möglich, daß
auch die Erſtarrung die magnetiſche Kraft erhalten
hätte. Es wäre demnach Magnetismus und
Electricität eine Folge der primitiven Geſtalt
der Erde. – Nach einer andern Idee wird die magnetiſche
Kraft erzeugt durch die Sonne, durch die
magnetiſche Kraft der Sonnenſtralen ſelbſt.
Dann würde aber die magnetiſche Kraft nur
auf der Oberfläche der Erde exiſtiren können
und nicht im Innern derſelben. – Nach Subecks
Thermomagnetismus, ſtellte man die Idee auf,
daß die Erde durch die ungleiche Erwärmung
die magnetiſche Kraft erhalte. – Eine andere
Meinung iſt dagegen daß die Wärme eine Folge
der electriſchen Strömung wäre. Die Erſcheinungen
des Magnetismus ſind dreierlei Art:
die Intenſität der Kraft, die magnetiſche Abweichung
und die Neigung.
Man hat geglaubt daß die magnetiſchen Pole der
Erde zu gleicher Zeit die Pole der größten Kälte
wären. Raster’s iſoteren Wärme Man hat Amerika
und Europa mit einander verglichen, und gefunden
daß die magnetiſche Polardiſtanz der
Orte in Amerika geringer ſei als der in Europa
die in gleicher Breite liegen; dagegen kam man
auf dieſe Idee, wenn die magnetiſchen Pole ſich
nur bewegen, wie es wirklich der Fall iſt, ſo
würde das Wohlthätige daraus entſtehen, daß
das Maximum der Warme und Kälte an denſelben
Orten ſich ändere. Dagegen ſpricht die Erfahrung
, daß die größte Kälte gar nicht da herrſcht,
wo der magnetiſche Pol ſich befindet, unter Ö. vom
Makenzie Fluß, (ferner) zwiſchen den Inſeln von Neu-
Sibirien und der Behringſstraße und hier iſt
die weſtliche Küſte von Amerika weit wärmer
als die öſtliche.
Eine andere Meinung diſputirt darüber ob
die magnetiſchen Pole vielleicht die alten Erdpole
geweſen ſeien. Kluge hat darüber eine Abhandlung
Erde zu gleicher Zeit die Pole der größten Kälte
wären. Raster’s iſoteren Wärme Man hat Amerika
und Europa mit einander verglichen, und gefunden
daß die magnetiſche Polardiſtanz der
Orte in Amerika geringer ſei als der in Europa
die in gleicher Breite liegen; dagegen kam man
auf dieſe Idee, wenn die magnetiſchen Pole ſich
nur bewegen, wie es wirklich der Fall iſt, ſo
würde das Wohlthätige daraus entſtehen, daß
das Maximum der Warme und Kälte an denſelben
Orten ſich ändere. Dagegen ſpricht die Erfahrung
, daß die größte Kälte gar nicht da herrſcht,
wo der magnetiſche Pol ſich befindet, unter Ö. vom
Makenzie Fluß, (ferner) zwiſchen den Inſeln von Neu-
Sibirien und der Behringſstraße und hier iſt
die weſtliche Küſte von Amerika weit wärmer
als die öſtliche.
Eine andere Meinung diſputirt darüber ob
die magnetiſchen Pole vielleicht die alten Erdpole
geweſen ſeien. Kluge hat darüber eine Abhandlung
heraus gegeben. Nicht nur die genauen Unterſuchungen
von Laplace ſondern alles was man in
neueſten Zeiten von Gradmeſsungen weiß
beweiſen das Gegentheil, daß die Abplattung an
den wirklichen Erdpolen ſei.
Der magnetiſchen Pole hat man nach verſchiedenen
Theorien bald 2 bald 4 angenommen. Hallay
nahm 4 an, und zwar 2 bewegliche und 2 unbewegliche
. Hanstädt ebenfalls 4. – Tob. Mayer
nahm einen kleinen beweglichen Magnet in
den Innern der Erde an Steinhauſer ſetzte die
Planeten Pluto und Proſerpina noch hinzu um
dieſen innern Magnet zu erleuchten ſ. oben
Magnetiſche Abweichung oder Declination die verſchieden
für jeden Punkt iſt. Die Alter kannten
nur die magnetiſche Kraft aber keinesweges
ſeine Richtung; erſt ſpäter lernte man dieſe kennen
. Die Entdeckung der Abweichung ſchreibt man
Flarie Gonie aus Amalvi zu. Es iſt ſchon im Roman
de la Roſe von dem franzöſiſchen Dichter Laurice von der
von Laplace ſondern alles was man in
neueſten Zeiten von Gradmeſsungen weiß
beweiſen das Gegentheil, daß die Abplattung an
den wirklichen Erdpolen ſei.
Der magnetiſchen Pole hat man nach verſchiedenen
Theorien bald 2 bald 4 angenommen. Hallay
nahm 4 an, und zwar 2 bewegliche und 2 unbewegliche
. Hanstädt ebenfalls 4. – Tob. Mayer
nahm einen kleinen beweglichen Magnet in
den Innern der Erde an Steinhauſer ſetzte die
Planeten Pluto und Proſerpina noch hinzu um
dieſen innern Magnet zu erleuchten ſ. oben
Magnetiſche Abweichung oder Declination die verſchieden
für jeden Punkt iſt. Die Alter kannten
nur die magnetiſche Kraft aber keinesweges
ſeine Richtung; erſt ſpäter lernte man dieſe kennen
. Die Entdeckung der Abweichung ſchreibt man
Flarie Gonie aus Amalvi zu. Es iſt ſchon im Roman
de la Roſe von dem franzöſiſchen Dichter Laurice von der
Marinette die Rede die nichts anders als der Compaß
zu ſein ſcheint, und es ſcheint daß der Compaß
bereits im 12ten Jahrhundert den Normanen bekannt
geweſen ſei. – Auch die Kenntniß der Abweichung
ſcheinen ſie bereits gehabt zu haben. Die Normanen
nannten ihn Leitſtern.
Mit Unrecht hat ſich Columbus gerühmt zuerſt eine
Linie gefunden zu haben wo die magnetiſche
Abweichung nicht wäre; es war dieß ſchon
früher gefunden worden.
Die Wichtigkeit, die Abweichung kennen zu lernen,
iſt nicht bloß für die Schifffarth ſondern auch bei
Aufnahmen ſehr groß. – Die Magnetnadel hat
außer der örtlichen Abweichung noch eine ſtündliche
für denſelben Ort, die ſelbſt ¼ Grad beträgt,
ſo daß wenn man des Morgens und Abends Beobachtungen
macht man ſich leicht irren kann. – Das
gewöhnliche Mittel um dieſe Abweichung kennen
zu lernen iſt ein freihängendes magnetiſches
Fernrohr; von Zach iſt dieß angegeben und
zu ſein ſcheint, und es ſcheint daß der Compaß
bereits im 12ten Jahrhundert den Normanen bekannt
geweſen ſei. – Auch die Kenntniß der Abweichung
ſcheinen ſie bereits gehabt zu haben. Die Normanen
nannten ihn Leitſtern.
Mit Unrecht hat ſich Columbus gerühmt zuerſt eine
Linie gefunden zu haben wo die magnetiſche
Abweichung nicht wäre; es war dieß ſchon
früher gefunden worden.
Die Wichtigkeit, die Abweichung kennen zu lernen,
iſt nicht bloß für die Schifffarth ſondern auch bei
Aufnahmen ſehr groß. – Die Magnetnadel hat
außer der örtlichen Abweichung noch eine ſtündliche
für denſelben Ort, die ſelbſt ¼ Grad beträgt,
ſo daß wenn man des Morgens und Abends Beobachtungen
macht man ſich leicht irren kann. – Das
gewöhnliche Mittel um dieſe Abweichung kennen
zu lernen iſt ein freihängendes magnetiſches
Fernrohr; von Zach iſt dieß angegeben und
Doc hat ſich deſsen häufig bedient. Man wird dann
finden daß das Fernrohr vonMinute zu Minnute
auf andere Gegenstände gerichtet iſt.
Wenn man durch(auch?) den Nordpol beſtimmen kann,
ſo braucht man nur den Winkel zu meſsen,
den die Richtung nach dieſem Gegenſtande mit
der Linie macht die auf ein Signal gerichtet,
daß im Meridian ſteht.
In der 2ten Cookſchen Reiſe hat man zuerſt
der Uebelſtand gefunden der für den Steuermañ
erwächſt wenn viel Eiſen auf das Schiff angehäuft
iſt.
Die Nadel wird dadurch abgelenkt, und kann
daher natürlich nicht die richtige Richtung bezeichnen.
Man hat darüber sehr verwirrte Ideen gehabt
bis Barlon ein Mittel zur Berichtigung fand, eine
kleine Platte nach der man die Nadel revidiren
kann. Um zu wiſsen wie groß die Abweichung iſt,
die das Eiſen auf dem Schiff hervorbringt risirt
man vom Schiffe aus nach dem Lande hin, und
finden daß das Fernrohr vonMinute zu Minnute
auf andere Gegenstände gerichtet iſt.
Wenn man durch(auch?) den Nordpol beſtimmen kann,
ſo braucht man nur den Winkel zu meſsen,
den die Richtung nach dieſem Gegenſtande mit
der Linie macht die auf ein Signal gerichtet,
daß im Meridian ſteht.
In der 2ten Cookſchen Reiſe hat man zuerſt
der Uebelſtand gefunden der für den Steuermañ
erwächſt wenn viel Eiſen auf das Schiff angehäuft
iſt.
Die Nadel wird dadurch abgelenkt, und kann
daher natürlich nicht die richtige Richtung bezeichnen.
Man hat darüber sehr verwirrte Ideen gehabt
bis Barlon ein Mittel zur Berichtigung fand, eine
kleine Platte nach der man die Nadel revidiren
kann. Um zu wiſsen wie groß die Abweichung iſt,
die das Eiſen auf dem Schiff hervorbringt risirt
man vom Schiffe aus nach dem Lande hin, und
umgekehrt vom Lande nach dem Schiffe hin.
Der Compaß wird in beiden Fällen Winkel
mit dieſer Viſirlinie machen, die, wenn kein
Eiſen auf dem Schiffe vorhanden wäre gleich
ſein müßten, daraus findet man die Größe
den Abweichung und indem man bei allen
Winden dieß macht kann man eine Tabelle entwerfen
nach der die Nadelabweichung revidirt
werden kann. – Corrections Platte. – s. Physik 1826/27
1538 hat Tegro Nuñez eine Linie ohne Abweichung
gefunden am Cap.
Man war ſchon vor längerer Zeit darauf gefallen
daß man durch die Abweichung der Nadel
würde die Länge des Orts entdecken können;
doch iſt dieß ein ſehr unſichres Mittel.
Die früheſten magnetiſchen Charten hat ſchon
Alonzo de Santa Cruz 1530 entworfen Sallazar
Geſchichte der ſpaniſchen Navigation . – Die
magnetiſchen Linien zeigen eine große Veränderlichkeit
. 1580 war in London die magnetiſche
Abweichung 11°15′ Ö; 1657 keine; 1660 1° u.
Der Compaß wird in beiden Fällen Winkel
mit dieſer Viſirlinie machen, die, wenn kein
Eiſen auf dem Schiffe vorhanden wäre gleich
ſein müßten, daraus findet man die Größe
den Abweichung und indem man bei allen
Winden dieß macht kann man eine Tabelle entwerfen
nach der die Nadelabweichung revidirt
werden kann. – Corrections Platte. – s. Physik 1826/27
1538 hat Tegro Nuñez eine Linie ohne Abweichung
gefunden am Cap.
Man war ſchon vor längerer Zeit darauf gefallen
daß man durch die Abweichung der Nadel
würde die Länge des Orts entdecken können;
doch iſt dieß ein ſehr unſichres Mittel.
Die früheſten magnetiſchen Charten hat ſchon
Alonzo de Santa Cruz 1530 entworfen Sallazar
Geſchichte der ſpaniſchen Navigation . – Die
magnetiſchen Linien zeigen eine große Veränderlichkeit
. 1580 war in London die magnetiſche
Abweichung 11°15′ Ö; 1657 keine; 1660 1° u.
In Paris das S.W. von London liegt trat die
Linie ohne Abweichung ſpäter als in London ein,
ſie hatte aber 2 Zweige; zu derſelben Zeit war keine
Abweichung in Conſtantinopel nach Hanſteins
Beobachtungen. – Der Punkt der größten
Elongation iſt 1818 geweſen, ſeit der Zeit naht
ſich der magnetiſche Pol wieder den Nordpol.
Seit dem 1ſten Jahrhundert iſt die Linie ohne Abweichung
eigentlich erſt bekannt; doch kann
man nicht ſagen daß ſie auf die jetzt bekannte
zu reduciren wäre. Schuberts Reiſen haben
viele Zweifel über den Zuſammenhang der
Linien ohne Abweichung gewekt. Man kann ſich
3 oder 4 ſolcher Linien denken:
Die erſte Linie ohne Abweichung iſt im atlantiſchen
Ocean. Von den Sandwichs Inſeln
in der ſüdlichen Hemisphäre zum Cap Auguſtin
längs der Küſte von Braſilien nach Trinid und
zum Mataras und von dort hinauf bis zum magnetiſchen
Pol bei Canada W. vom Makenziefluſs.
Die zweite iſt der Südſee, weſtlich von den Küſte
Linie ohne Abweichung ſpäter als in London ein,
ſie hatte aber 2 Zweige; zu derſelben Zeit war keine
Abweichung in Conſtantinopel nach Hanſteins
Beobachtungen. – Der Punkt der größten
Elongation iſt 1818 geweſen, ſeit der Zeit naht
ſich der magnetiſche Pol wieder den Nordpol.
Seit dem 1ſten Jahrhundert iſt die Linie ohne Abweichung
eigentlich erſt bekannt; doch kann
man nicht ſagen daß ſie auf die jetzt bekannte
zu reduciren wäre. Schuberts Reiſen haben
viele Zweifel über den Zuſammenhang der
Linien ohne Abweichung gewekt. Man kann ſich
3 oder 4 ſolcher Linien denken:
Die erſte Linie ohne Abweichung iſt im atlantiſchen
Ocean. Von den Sandwichs Inſeln
in der ſüdlichen Hemisphäre zum Cap Auguſtin
längs der Küſte von Braſilien nach Trinid und
zum Mataras und von dort hinauf bis zum magnetiſchen
Pol bei Canada W. vom Makenziefluſs.
Die zweite iſt der Südſee, weſtlich von den Küſte
von Peru man vermuthet daß ſie nach Californien
geht.
Die 3te u 4te vereint ſchneidet Neu Holland
und den weſtlichen Theil der molukiſchen Inſeln,
theilt ſich dann in 2 Zweige; die eine geht nach
China, Jakutzk und Japan; die andere in wunderbaren
Verſchlingungen, nach Bengalen, Caſan
und Orenburg, nach Schuberts Angaben und
Hanſteen
Sonderbar iſt es, daß man noch keine Linie
ohne Abweichung im Innern von Afrika gefunden
hat. – Ebenfalls hat man bemerkt, daß
dieſe Linien, wenn ſie auf dem Continente
ſtehen nur eine ſehr ſchwache Bewegung haben,
ſo in Jamaika und der Inſel Cuba.
Trotz der vortrefflichen Reiſen die das engliſche
Gouvernement hat anſtellen laſsen iſt der
magnetiſche Pol in Amerika noch nicht feſt
beſtimmt und wird ſehr verſchieden angegeben
. Savy giebt ihn in 60° n B. an. Parry und
Fraenlin 70°. – Auf jeden Fall liegt er im nördl.
geht.
Die 3te u 4te vereint ſchneidet Neu Holland
und den weſtlichen Theil der molukiſchen Inſeln,
theilt ſich dann in 2 Zweige; die eine geht nach
China, Jakutzk und Japan; die andere in wunderbaren
Verſchlingungen, nach Bengalen, Caſan
und Orenburg, nach Schuberts Angaben und
Hanſteen
Sonderbar iſt es, daß man noch keine Linie
ohne Abweichung im Innern von Afrika gefunden
hat. – Ebenfalls hat man bemerkt, daß
dieſe Linien, wenn ſie auf dem Continente
ſtehen nur eine ſehr ſchwache Bewegung haben,
ſo in Jamaika und der Inſel Cuba.
Trotz der vortrefflichen Reiſen die das engliſche
Gouvernement hat anſtellen laſsen iſt der
magnetiſche Pol in Amerika noch nicht feſt
beſtimmt und wird ſehr verſchieden angegeben
. Savy giebt ihn in 60° n B. an. Parry und
Fraenlin 70°. – Auf jeden Fall liegt er im nördl.
Theil von Canada 80°–100° d.L.
30. Vorlesung, 16. Februar 1828
Anmerkungen
Die Kraft welche die electen magnetiſchen
Erſcheinungen hervorbringt zeigt ſich lichtentbindend
an den Polen ſ. Nordlicht
Hauptſächlich folgende Entdeckungen haben näheres
Licht über den Magnetismus verbreitet: die
Erfindung der Magnetoscope, Electroscope. –
Magnet Gewitter. Prof. Ottemanns. – Die Indendität
der magnetiſchen und elektriſchen Kraft.
Orſtädt, Arago, Seebeck, Ermann, Requerel, Morichini,
Nas Sommervil, Baumgärtner – Es iſt die Hoffnung
daß man alle 3 Erſcheinungen des Magnetismus
(nun) einmal wird aus einer Urſache
herleiten können; bisher iſt man vom Cauſal
Zuſammenhang noch weit entfernt. Ueberall
wo Heterogenität der Stoffe hinzu kommt darf
man keine Hoffnung haben die Cauſalverhältniſse
ſobald zu finden wie Newton ſein Gravitations
Geſetz fand.
30. Vorlesung, 16. Februar 1828
Anmerkungen
Die Kraft welche die electen magnetiſchen
Erſcheinungen hervorbringt zeigt ſich lichtentbindend
an den Polen ſ. Nordlicht
Hauptſächlich folgende Entdeckungen haben näheres
Licht über den Magnetismus verbreitet: die
Erfindung der Magnetoscope, Electroscope. –
Magnet Gewitter. Prof. Ottemanns. – Die Indendität
der magnetiſchen und elektriſchen Kraft.
Orſtädt, Arago, Seebeck, Ermann, Requerel, Morichini,
Nas Sommervil, Baumgärtner – Es iſt die Hoffnung
daß man alle 3 Erſcheinungen des Magnetismus
(nun) einmal wird aus einer Urſache
herleiten können; bisher iſt man vom Cauſal
Zuſammenhang noch weit entfernt. Ueberall
wo Heterogenität der Stoffe hinzu kommt darf
man keine Hoffnung haben die Cauſalverhältniſse
ſobald zu finden wie Newton ſein Gravitations
Geſetz fand.
Wie oben erwähnt kennt man weder die Zahl
noch die Lage der magnetiſch Pole, mit mehr Genauigkeit
kennt man den magnetiſchen Aequator
, wo immer die Inclination = 0 iſt. –
Von den magnetiſchen Polen liegt der eine,
der mit etwas Genauigkeit beſtimmt iſt n.
von Canada; ein 2ter W. von Teneſay 70–75°
n.B. Die beiden ſüdlichen Polen ſind dem Süd
Pole näher als die nördliche; der eine ungefähr
im Meridian von Van Dymens Land, der andere
in Meridian vom neuen Archipelagus Sandwichsinſeln
, Georgien Inſel – Dieſe Pole ſind ihrer
Lage nach ſehr unzugänglich; nur der eine nördliche
ſcheint von Parry beinah umgangen worden
zu ſein.
Vom magnetiſchen Aequator hat man vor wenigen
Jahren gefunden daß er nicht ein größter
Kreis iſt, ſondern ſich unregelmäßig ſchlängelt
und dem Aequator durchſchneidet. Dieſe Unregelmäßigkeit
giebt für jede mathematiſche
noch die Lage der magnetiſch Pole, mit mehr Genauigkeit
kennt man den magnetiſchen Aequator
, wo immer die Inclination = 0 iſt. –
Von den magnetiſchen Polen liegt der eine,
der mit etwas Genauigkeit beſtimmt iſt n.
von Canada; ein 2ter W. von Teneſay 70–75°
n.B. Die beiden ſüdlichen Polen ſind dem Süd
Pole näher als die nördliche; der eine ungefähr
im Meridian von Van Dymens Land, der andere
in Meridian vom neuen Archipelagus Sandwichsinſeln
, Georgien Inſel – Dieſe Pole ſind ihrer
Lage nach ſehr unzugänglich; nur der eine nördliche
ſcheint von Parry beinah umgangen worden
zu ſein.
Vom magnetiſchen Aequator hat man vor wenigen
Jahren gefunden daß er nicht ein größter
Kreis iſt, ſondern ſich unregelmäßig ſchlängelt
und dem Aequator durchſchneidet. Dieſe Unregelmäßigkeit
giebt für jede mathematiſche
Anwendung viele Schwierigkeiten. Was man
unterſucht hat von Euler und Tob. Mayer an
bis Biot und Hanſteen hat in nichts beſtanden als
die Richtung der Linie ohne Inclination zu finden
.
Man hat den Erdmagnetismus und die Linien
ohne Abweichung und Inclination dadurch erklären
wollen daß man einen Magnet im
Innern der Erde annahm, und um die Periodicität
zu erklären hat man ihm eine Bewegung
zu ſchreiben müſsen. Man kann nicht ſagen
daß dieß eine Erklärung ſei, man hat nur
die Schwierigkeit von der Oberfläche der Erde in
die Tiefe gebracht. – Eine große Schwierigkeit
liegt darin, daß die Linien ohne Abweichung welche
wir jetzt ſehen ganz verſchieden ſind von der
die man im Anfang des 17ten Jahrhunderts kannte
, ſo daß ſie nicht nur ihre Lage ſondern auch
ihre Geſtalt geändert hat. Man weiß nur ſo viel
daß die Linien, wenn ſie vom Meere auf den
unterſucht hat von Euler und Tob. Mayer an
bis Biot und Hanſteen hat in nichts beſtanden als
die Richtung der Linie ohne Inclination zu finden
.
Man hat den Erdmagnetismus und die Linien
ohne Abweichung und Inclination dadurch erklären
wollen daß man einen Magnet im
Innern der Erde annahm, und um die Periodicität
zu erklären hat man ihm eine Bewegung
zu ſchreiben müſsen. Man kann nicht ſagen
daß dieß eine Erklärung ſei, man hat nur
die Schwierigkeit von der Oberfläche der Erde in
die Tiefe gebracht. – Eine große Schwierigkeit
liegt darin, daß die Linien ohne Abweichung welche
wir jetzt ſehen ganz verſchieden ſind von der
die man im Anfang des 17ten Jahrhunderts kannte
, ſo daß ſie nicht nur ihre Lage ſondern auch
ihre Geſtalt geändert hat. Man weiß nur ſo viel
daß die Linien, wenn ſie vom Meere auf den
Continent kommen dort länger verharren.
Durch mathematiſche Anwendung auf empiriſche
Geſetze kann keine Einſicht in den Cauſal
Zuſammenhang gegeben werden; ſie wird vielmehr
vorbereitet durch Beobachtungen und
Verſuche.
Ueberall wo von quantitativen Veränderungen
die Rede iſt kann die Mathematik angewendet
werden; man würde ſo z. B. einem Fluß
durch eine analytiſche Formel ausdrücken
können, doch würde dieſe nur auf die Oberfläche
nicht auf die untern Bewegungen Bezug haben
können. Man kann mathematiſch interpetiren,
da wo man die Zwiſchen Zuſtände kennt; wenn
man aber bedenkt daß alle genauen Beobachtungen
dieſer Art nicht über 30 bis 35 Jahr
hinaus gehen, und daraus auf eine Periode
von 3000 bis 4000 Jahren geſchloſsen werden
ſoll, ſo kann natürlich keine Hoffnung für
eine Schärfeentſtehen wie wir ſie ſo oft bei aſtronomiſchen
Berechnungen gefunden haben. –
Durch mathematiſche Anwendung auf empiriſche
Geſetze kann keine Einſicht in den Cauſal
Zuſammenhang gegeben werden; ſie wird vielmehr
vorbereitet durch Beobachtungen und
Verſuche.
Ueberall wo von quantitativen Veränderungen
die Rede iſt kann die Mathematik angewendet
werden; man würde ſo z. B. einem Fluß
durch eine analytiſche Formel ausdrücken
können, doch würde dieſe nur auf die Oberfläche
nicht auf die untern Bewegungen Bezug haben
können. Man kann mathematiſch interpetiren,
da wo man die Zwiſchen Zuſtände kennt; wenn
man aber bedenkt daß alle genauen Beobachtungen
dieſer Art nicht über 30 bis 35 Jahr
hinaus gehen, und daraus auf eine Periode
von 3000 bis 4000 Jahren geſchloſsen werden
ſoll, ſo kann natürlich keine Hoffnung für
eine Schärfeentſtehen wie wir ſie ſo oft bei aſtronomiſchen
Berechnungen gefunden haben. –
Spielend hat man geglaubt die Zahl der Umlaufszeit
in der geheimniſsen wollen Periode des
Kaligus zu finden, und brachte durch ein Multiplum
der wunderbaren Zahl, die Zahl 432 heraus. –
Am beſten und nützlichſten iſt es auf die empiriſchen
Geſetze zurück zu gehen, und in dieſer
Hinſicht iſt der Muth des Prof. Hanſteen in Norwegen
zu rühmen, der nachdem er viele Unterſuchungen
gemacht, ſich entſchloſsen hat eine Reiſe
nach dem öſtlichen Aſien zu machen.
Zu der Declination iſt noch hinzu zu ſetzen die
ſtündliche Abweichung der Magnetnadel. Sie iſt
nicht, wie man häufig hört von Graham entdeckt,
ſchon ein Jeſuit entdeckte ſie 1683. – Unter den
Tropen iſt dieſe Abweichung nur ſehr gering. –
Ein vortreffliches Mittel zur Beobachtung derſelben
giebt das magnetiſche Fernrohr ſ. oben das frei
ſchwebend aufgehängt iſt. – Nach Verſuchen von
Casſini und Gilpin während 12 Jahren 2 Ebben
und 2 Fluthen der magnetiſchen Kraft.
Sie wird größer vom Winterſolſtitium, bis zur
in der geheimniſsen wollen Periode des
Kaligus zu finden, und brachte durch ein Multiplum
der wunderbaren Zahl, die Zahl 432 heraus. –
Am beſten und nützlichſten iſt es auf die empiriſchen
Geſetze zurück zu gehen, und in dieſer
Hinſicht iſt der Muth des Prof. Hanſteen in Norwegen
zu rühmen, der nachdem er viele Unterſuchungen
gemacht, ſich entſchloſsen hat eine Reiſe
nach dem öſtlichen Aſien zu machen.
Zu der Declination iſt noch hinzu zu ſetzen die
ſtündliche Abweichung der Magnetnadel. Sie iſt
nicht, wie man häufig hört von Graham entdeckt,
ſchon ein Jeſuit entdeckte ſie 1683. – Unter den
Tropen iſt dieſe Abweichung nur ſehr gering. –
Ein vortreffliches Mittel zur Beobachtung derſelben
giebt das magnetiſche Fernrohr ſ. oben das frei
ſchwebend aufgehängt iſt. – Nach Verſuchen von
Casſini und Gilpin während 12 Jahren 2 Ebben
und 2 Fluthen der magnetiſchen Kraft.
Sie wird größer vom Winterſolſtitium, bis zur
Frühlings Nachtgleiche, dann nimmt ſie ab bis
zum Sommerſolſtitium, und z. B. zu bis zur Herbſtnachtgleiche
, von wo ſie bis zum Winterſolſtitium
wieder abnimmt. – Eine ähnliche Erſcheinung
wie es beim Barometer der Fall iſt.
Die Quantität der Abweichung iſt ſehr verſchieden
in den verſchiedenen Jahreszeiten; es giebt
Monate wo ſie kaum 2–3′ beträgt, ſie ſteigen
aber bis 8 und 10 Minuten. Im July um 19′ im
December bis auf 6 oder 7′. – Außerdem ſteigt
dieſe Abweichung durch den Einfluß der magnetiſchen
Ungewitter und Nordlichts und dgl.
bis auf 20–22′.
Neuerdings wurde in Paris beſtätigt was
ſchon Celsius in Schweden entdekt hatte, daß Nordlichter
, ſelbſt wenn ſie nicht geſehen wurden,
den größten Einfluß auf die Magnetnadel
haben. – Arago zeichnete in Paris die Tage und
Stunden auf wo die Abweichung der Magnetnadel
am größten war, und es fand ſich daß dieß dieſelben
waren, an denen Parry auf ſeiner Reiſe
zum Sommerſolſtitium, und z. B. zu bis zur Herbſtnachtgleiche
, von wo ſie bis zum Winterſolſtitium
wieder abnimmt. – Eine ähnliche Erſcheinung
wie es beim Barometer der Fall iſt.
Die Quantität der Abweichung iſt ſehr verſchieden
in den verſchiedenen Jahreszeiten; es giebt
Monate wo ſie kaum 2–3′ beträgt, ſie ſteigen
aber bis 8 und 10 Minuten. Im July um 19′ im
December bis auf 6 oder 7′. – Außerdem ſteigt
dieſe Abweichung durch den Einfluß der magnetiſchen
Ungewitter und Nordlichts und dgl.
bis auf 20–22′.
Neuerdings wurde in Paris beſtätigt was
ſchon Celsius in Schweden entdekt hatte, daß Nordlichter
, ſelbſt wenn ſie nicht geſehen wurden,
den größten Einfluß auf die Magnetnadel
haben. – Arago zeichnete in Paris die Tage und
Stunden auf wo die Abweichung der Magnetnadel
am größten war, und es fand ſich daß dieß dieſelben
waren, an denen Parry auf ſeiner Reiſe
die größten Nordlichter ſah.
Merkwürdig iſt es, daß bei uns, wo die Abweichung
weſtlich iſt die Magnetnadel von Morgens 7 Uhr
bis Mittags 12 Uhr immer mehr gegen Weſten
geht. Man hat dieß aus der Erwärmung der
Erde herzuleiten geſucht. – In der ſüdlichen
Hemisphäre fand ſich auf den Reiſen von Frerenay
und Duperay das Gegentheil, die Nadel
wurde dort gegen Oſten abgelenkt. –
Man muß nicht glauben daß dieſe Veränderungen
der Declination mit einer Unruhe
begleitet ſind. Doc hat 1800 bei der Erſcheinung
eines Nordlichts; die Nadel nicht verändert gefunden
, aber wohl die Intenſität der magnetiſchen
Kraft, die geringer geworden war.
(?)|
Ihre Declination hatte ſich ſehr verändert,
und zwar umgekehrt von der Gegend wo das
Centrum des Nordlichts ſich befand, ſo daß
das Nordlicht eine abſtoßende Kraft zu
äußere ſcheint. Es war aber ſchlechterdings keine
Oscillation zu bemerken.
Merkwürdig iſt es, daß bei uns, wo die Abweichung
weſtlich iſt die Magnetnadel von Morgens 7 Uhr
bis Mittags 12 Uhr immer mehr gegen Weſten
geht. Man hat dieß aus der Erwärmung der
Erde herzuleiten geſucht. – In der ſüdlichen
Hemisphäre fand ſich auf den Reiſen von Frerenay
und Duperay das Gegentheil, die Nadel
wurde dort gegen Oſten abgelenkt. –
Man muß nicht glauben daß dieſe Veränderungen
der Declination mit einer Unruhe
begleitet ſind. Doc hat 1800 bei der Erſcheinung
eines Nordlichts; die Nadel nicht verändert gefunden
, aber wohl die Intenſität der magnetiſchen
Kraft, die geringer geworden war.
(?)|
Ihre Declination hatte ſich ſehr verändert,
und zwar umgekehrt von der Gegend wo das
Centrum des Nordlichts ſich befand, ſo daß
das Nordlicht eine abſtoßende Kraft zu
äußere ſcheint. Es war aber ſchlechterdings keine
Oscillation zu bemerken.
Beim geſtirnten Himmel, giebt es Stunden
des Nachts, wo die Nadel ſo unruhig wird, daß
man ſie gar nicht beobachten kann. Doc hat mit
dem Prof. Altmanns darüber Verſuche angeſtellt
und mehrere Nächte hintereinander zu
derſelben Stunde dieſe Unruhe bemerkt; ſie
ſcheint aus der Veränderung des magnetiſchen
Meridians hervorzugehen.
Magnetiſche Inclination.
Erklärung ſ. Phyſik 1826/27 – Unter allen
Inſtrumenten iſt die Inclinations-Nadel die
merkwürdigſte geweſen. Die Beſtimmung des
magnetiſchen Aequators, derjenigen Linie wo keine
Inklination ſtatt findet iſt von der größten Wichtigkeit
. Doc hat vermöge dieſes Inſtruments
den Punkt beſtimmt wo dieſe Linie die Andeskette
durchſchneidet. Freſenay und Duperay haben ſie
auf ihren großen Reiſen mehrmals durchſchnitten
auf der letzten Reiſe 6 mal ſogar in der Südſee.
In Afrika tritt der magnetiſche Aequator beim
Cap Gardafu ſüdlich von der Straße von Babolmandel
des Nachts, wo die Nadel ſo unruhig wird, daß
man ſie gar nicht beobachten kann. Doc hat mit
dem Prof. Altmanns darüber Verſuche angeſtellt
und mehrere Nächte hintereinander zu
derſelben Stunde dieſe Unruhe bemerkt; ſie
ſcheint aus der Veränderung des magnetiſchen
Meridians hervorzugehen.
Magnetiſche Inclination.
Erklärung ſ. Phyſik 1826/27 – Unter allen
Inſtrumenten iſt die Inclinations-Nadel die
merkwürdigſte geweſen. Die Beſtimmung des
magnetiſchen Aequators, derjenigen Linie wo keine
Inklination ſtatt findet iſt von der größten Wichtigkeit
. Doc hat vermöge dieſes Inſtruments
den Punkt beſtimmt wo dieſe Linie die Andeskette
durchſchneidet. Freſenay und Duperay haben ſie
auf ihren großen Reiſen mehrmals durchſchnitten
auf der letzten Reiſe 6 mal ſogar in der Südſee.
In Afrika tritt der magnetiſche Aequator beim
Cap Gardafu ſüdlich von der Straße von Babolmandel
wie er im Innern weiter fortgeht weiß man
nicht, doch bleibt er ſüdlich vom Aequator der Erde
vom Innern Afrikas an, in dem Meere zwiſchen Afrika
und Amerika bis etwas weſtlich von den Gallapagos
Inſeln dort geht er nördlich vom Aequator über.
Es hat dieſe Linie eine merkwürdige Bewegung;
ſo wie ſich der magnetiſche Nordpol von W. gegen
O. bewegt, ſo ſchiebt ſich der Aequator von O. gegen
W. d. h. die Durchſchnitts Punkte des magnetiſchen
Aequators mit dem Erdäquator haben eine Bewegung
von O. gegen W. Da man magnetiſche
Breite neñt: den Abſtand von den magnetiſchen
Aequator und davon die Größe der Inclination
abhängt ſo hat man zugleich bemerkt daß das
Fortſchieben des magnetiſchen Aequators eine
Urſache iſt von der großen Verſchiedenheit der
magnetiſchen Inclination. Im vorigen Jahr fanden
Doc mit Ermann und Enke für Berlin die magnetiſche
Inclination 68°39′. Im Jahre 1806 fand ſie
Doc mit Guelisac im Thiergarten 69°15′; ſie iſt
nicht, doch bleibt er ſüdlich vom Aequator der Erde
vom Innern Afrikas an, in dem Meere zwiſchen Afrika
und Amerika bis etwas weſtlich von den Gallapagos
Inſeln dort geht er nördlich vom Aequator über.
Es hat dieſe Linie eine merkwürdige Bewegung;
ſo wie ſich der magnetiſche Nordpol von W. gegen
O. bewegt, ſo ſchiebt ſich der Aequator von O. gegen
W. d. h. die Durchſchnitts Punkte des magnetiſchen
Aequators mit dem Erdäquator haben eine Bewegung
von O. gegen W. Da man magnetiſche
Breite neñt: den Abſtand von den magnetiſchen
Aequator und davon die Größe der Inclination
abhängt ſo hat man zugleich bemerkt daß das
Fortſchieben des magnetiſchen Aequators eine
Urſache iſt von der großen Verſchiedenheit der
magnetiſchen Inclination. Im vorigen Jahr fanden
Doc mit Ermann und Enke für Berlin die magnetiſche
Inclination 68°39′. Im Jahre 1806 fand ſie
Doc mit Guelisac im Thiergarten 69°15′; ſie iſt
alſo kleiner geworden. – Die größte Inclination
die beobachtet worden iſt, wurde von Parray bemerkt
: bei 73° n.B. war ſie 88°. – Ähnliche Veränderungen
der Inclination wie in Berlin wurden
in Paris bemerkt; Doc fand aus Beobachtungen
die er mit Borda 1798 und 1827 anstellte eine
jährliche Abnahme von 4′. – In Havannah hat
Doc ſeine Beobachtungen mit der des Capt. Lavy verglichen
und fand einen Unterſchied von 4′. –
Die Inclination wechſelt noch ſtündlich. Erſt in
dieſem Jahre hat man dieß mit Beſtimmtheit
gefunden. Sie wird größer von 9 Uhr des Morgens
bis 6 Uhr des Abends und nimmt dann wieder
ab. Arago hat in Paris darüber eine Abhandlung
vorgeleſen.
Intenſitat der magnetiſchen Kraft.
Seit 20 Jahren erſt hat man genauere Kenntniß
über die Intenſität des Magnetismus. Borda iſt
zuerſt auf die Idee gekommen ob die magnetiſche
Kraft nicht verſchieden ſein ſollte bei verſchiedenen
die beobachtet worden iſt, wurde von Parray bemerkt
: bei 73° n.B. war ſie 88°. – Ähnliche Veränderungen
der Inclination wie in Berlin wurden
in Paris bemerkt; Doc fand aus Beobachtungen
die er mit Borda 1798 und 1827 anstellte eine
jährliche Abnahme von 4′. – In Havannah hat
Doc ſeine Beobachtungen mit der des Capt. Lavy verglichen
und fand einen Unterſchied von 4′. –
Die Inclination wechſelt noch ſtündlich. Erſt in
dieſem Jahre hat man dieß mit Beſtimmtheit
gefunden. Sie wird größer von 9 Uhr des Morgens
bis 6 Uhr des Abends und nimmt dann wieder
ab. Arago hat in Paris darüber eine Abhandlung
vorgeleſen.
Intenſitat der magnetiſchen Kraft.
Seit 20 Jahren erſt hat man genauere Kenntniß
über die Intenſität des Magnetismus. Borda iſt
zuerſt auf die Idee gekommen ob die magnetiſche
Kraft nicht verſchieden ſein ſollte bei verſchiedenen
Breiten. Es gab daher La Peyrouſe auf
ſeiner unglücklichen Reiſe die Inſtruction mit
die Nadel in den verſchiedenen Breiten oscillire
zu laſsen; man glaubte hierbei gefunden zu
haben daß die Oscillationen immer dieſelben
geblieben ſeien.
Doc hat die Nadel auf ſeiner ganzen Reiſe
oscilliren laſsen, und bemerkte daß die Intenſität
der magnetiſchen Kraft vom Aequator gegen
den Pol hin zunehme. Durch andere wurde dieſe
Erfahrung beſtätigt. Doc hat dieſe Verſuche
angeſtellt vom 17° n. B. bis 59° n.B.
Wenn die Nadel bei 59° n.B. 240 Oscillationen
macht, ſo machte ſie in denſelben Zeitraum unter
dem Aequator nur 211.
Nennen wir die Intenſität der magnetiſchen Kraft
= 1, ſo iſt ſie in Paris = 1,34, in Berlin 1,37. –
Hansteen hat ſeine Nadel mit der des Doc verglichen
in Paris, und die Beobachtungen gegen
den Nordpol hin fortgeſetzt; eben ſo Parry; bei
76° B. war die Intenſität nach obiger Annahme 1,7.
ſeiner unglücklichen Reiſe die Inſtruction mit
die Nadel in den verſchiedenen Breiten oscillire
zu laſsen; man glaubte hierbei gefunden zu
haben daß die Oscillationen immer dieſelben
geblieben ſeien.
Doc hat die Nadel auf ſeiner ganzen Reiſe
oscilliren laſsen, und bemerkte daß die Intenſität
der magnetiſchen Kraft vom Aequator gegen
den Pol hin zunehme. Durch andere wurde dieſe
Erfahrung beſtätigt. Doc hat dieſe Verſuche
angeſtellt vom 17° n. B. bis 59° n.B.
Wenn die Nadel bei 59° n.B. 240 Oscillationen
macht, ſo machte ſie in denſelben Zeitraum unter
dem Aequator nur 211.
Nennen wir die Intenſität der magnetiſchen Kraft
= 1, ſo iſt ſie in Paris = 1,34, in Berlin 1,37. –
Hansteen hat ſeine Nadel mit der des Doc verglichen
in Paris, und die Beobachtungen gegen
den Nordpol hin fortgeſetzt; eben ſo Parry; bei
76° B. war die Intenſität nach obiger Annahme 1,7.
Während der Erſcheinung eines Nordlichts ſcheint die
Stärke der magnetiſchen Kraft abzunehmen, nach
Verſuchen der Doc und neuerdings nach andern
die in Norwegen angeſtellt wurden.
Die Intenſität verändert ſich noch ſtündlich; ſie
nimmt ab von Morgen bis Mittag und darauf
bis zum andern Morgen wieder zu.
Schade iſt es daß man nicht ein beſtimmtes
Maaß hat um die Nadel zu beobachten. Nach
langer Zeit iſt man nicht gewiß daß dieſelbe
Nadel auch dieſelbe Kraft hat.
Es wäre gut ſich Nadeln von verſchiedener
Länge und Kraft zu bedienen. Würde das Verhältniß
nicht daſselbe geblieben ſein, ſo würde
man daraus ſchlieſsen können, daß es Wahrſcheinlichkeit
gebe daß die Intenſität ab oder
zugenommen haben. Die Iſodynamischen Linien
ſind nicht paralell mit den Linien von gleicher
Abweichung. –
31. Vorlesung, 20. Februar 1828
Man hat früher die Abnahme der Intenſität geleugnet
; ſpäter hat man geglaubt ſie mit der Inclination
vereinigen zu können. Thomas Young
Stärke der magnetiſchen Kraft abzunehmen, nach
Verſuchen der Doc und neuerdings nach andern
die in Norwegen angeſtellt wurden.
Die Intenſität verändert ſich noch ſtündlich; ſie
nimmt ab von Morgen bis Mittag und darauf
bis zum andern Morgen wieder zu.
Schade iſt es daß man nicht ein beſtimmtes
Maaß hat um die Nadel zu beobachten. Nach
langer Zeit iſt man nicht gewiß daß dieſelbe
Nadel auch dieſelbe Kraft hat.
Es wäre gut ſich Nadeln von verſchiedener
Länge und Kraft zu bedienen. Würde das Verhältniß
nicht daſselbe geblieben ſein, ſo würde
man daraus ſchlieſsen können, daß es Wahrſcheinlichkeit
gebe daß die Intenſität ab oder
zugenommen haben. Die Iſodynamischen Linien
ſind nicht paralell mit den Linien von gleicher
Abweichung. –
31. Vorlesung, 20. Februar 1828
Man hat früher die Abnahme der Intenſität geleugnet
; ſpäter hat man geglaubt ſie mit der Inclination
vereinigen zu können. Thomas Young
brachte ſie in eine Formel.
I = Intensität
φ = Inclination V
I = √(4 − 3 sin2 φ.)
Capt. Savy hat geglaubt eine andere Formel auffinden
zu müſsen in der die Inclination nicht berückſichtigt
wird. Er nahm hiezu die ſogenannte
eiſerne Terrelle. Er betrachtete nur die Erde
als eine eiſerne Kugel und fand
δ = magnetiſche
Polar Diſtanz
I = √(1 − 3 cos2 δ)
Es führte dieſe Theorie dazu daß der Unterſchied
von Maximum zu Minimum der Intenſität ſein
mußte wie 1 : 2; Savy fand dieß auch wirklich:
Doc aber fand, mit der Andeskette verglichen
1 : 17. – Die Kraft nimmt daher auch von O. gegen
W ab.
(?)
Wenn man nun die Punkte im innern
Afrika mit einander vergleicht, ſo giebt
dieß daſelbe Reſultat wie die Theorie der Terrelle;
wogegen das andere Reſultat bei Punkten hervor
geht die mehr weſtlich liegen.
Es bleibt nun noch übrig die Geſetze der 3 Erſcheinungen
Abweichung, Neigung und Intenſität
unter einen Geſichtspunkt zu vereinigen. Dieß
I = Intensität
φ = Inclination V
I = √(4 − 3 sin2 φ.)
Capt. Savy hat geglaubt eine andere Formel auffinden
zu müſsen in der die Inclination nicht berückſichtigt
wird. Er nahm hiezu die ſogenannte
eiſerne Terrelle. Er betrachtete nur die Erde
als eine eiſerne Kugel und fand
δ = magnetiſche
Polar Diſtanz
I = √(1 − 3 cos2 δ)
Es führte dieſe Theorie dazu daß der Unterſchied
von Maximum zu Minimum der Intenſität ſein
mußte wie 1 : 2; Savy fand dieß auch wirklich:
Doc aber fand, mit der Andeskette verglichen
1 : 17. – Die Kraft nimmt daher auch von O. gegen
W ab.
(?)
Wenn man nun die Punkte im innern
Afrika mit einander vergleicht, ſo giebt
dieß daſelbe Reſultat wie die Theorie der Terrelle;
wogegen das andere Reſultat bei Punkten hervor
geht die mehr weſtlich liegen.
Es bleibt nun noch übrig die Geſetze der 3 Erſcheinungen
Abweichung, Neigung und Intenſität
unter einen Geſichtspunkt zu vereinigen. Dieß
iſt das größte Ziel der empiriſchen Wiſsenſchaft,
zu dem man aber bis jetzt noch nicht gelangt.
Erdlicht, Polarlicht. Nordlicht
Es iſt die Frage ob überhaupt ein Unterſchied
zwiſchen Planeten und Central Körpern exiſtirt,
daß jene alles Licht von dieſer bekommen, und ob
nicht vielmehr die Planeten auch ein eignes Licht
haben, wie es bei der Venus der aſchfarbene
Theil zu beweiſen ſcheint. Eben damals in der
Urzeit, wo die innre Wärme den Erdkörper
durchdrang können auch Proceſse Licht erzeugt
haben, ſo daß die Erde ihre eigne Phosphoreszens
gehabt hat. Daß ſolche Lichtprozeſse aufhören
können haben wir an den verſchwindenden Sternen
geſehen im Schlangenträger und der Caſsiopeia. –
Es wäre möglich daß dieſer Prozeß nicht nur
am Pol wäre, ſondern auch nahe am Aequator.
Wenn kein Sternlicht vorhanden und der Himmel
ganz bezogen iſt ſo bemerkt man doch eine gewiſse
Erleuchtung; ob dieß nun blos von der Sonne
zu dem man aber bis jetzt noch nicht gelangt.
Erdlicht, Polarlicht. Nordlicht
Es iſt die Frage ob überhaupt ein Unterſchied
zwiſchen Planeten und Central Körpern exiſtirt,
daß jene alles Licht von dieſer bekommen, und ob
nicht vielmehr die Planeten auch ein eignes Licht
haben, wie es bei der Venus der aſchfarbene
Theil zu beweiſen ſcheint. Eben damals in der
Urzeit, wo die innre Wärme den Erdkörper
durchdrang können auch Proceſse Licht erzeugt
haben, ſo daß die Erde ihre eigne Phosphoreszens
gehabt hat. Daß ſolche Lichtprozeſse aufhören
können haben wir an den verſchwindenden Sternen
geſehen im Schlangenträger und der Caſsiopeia. –
Es wäre möglich daß dieſer Prozeß nicht nur
am Pol wäre, ſondern auch nahe am Aequator.
Wenn kein Sternlicht vorhanden und der Himmel
ganz bezogen iſt ſo bemerkt man doch eine gewiſse
Erleuchtung; ob dieß nun blos von der Sonne
eingeſogen iſt, und wieder gegeben wird, oder
ob es von einer eignen Phosphoreszens der Erde herrührt
iſt zweifelhaft. Daß jenes ſtatt finden könne
, zeigt das Holz; beim Grubenbau, hat
man nur ſelten das Holz unter leuchtend geſehen
, wie wohl es auf der Oberfläche der Erde geſchieht
, wenn es lange dem Sonnenlicht ausgeſetzt
geweſen iſt. Gewiß iſt es daß manche Körper nur
denn in der Nacht leuchten wenn ſie während des
Tages dem Sonnenlicht ausgeſetzt geweſen ſind.
Merkwürdig iſt es daß die Alten von ſolchen
Erſcheinungen wie das Nordlicht iſt, nie deutlich
reden, wiewohl Doc, Casſius und Plinius von hellen
rothen Streifen ſprechen.
Die Erſcheinung des Nordlichts iſt ſehr verſchieden
; doch muß man gewiße Modificationen
unterſcheiden, die ſich immer wieder finden, und
andern die zufällig ſind.
Gewöhnlich fängt es mit Segmenten von Kreiſen
an, ein dunkler Nebel der ſich 6 bis 8° unter dem
ob es von einer eignen Phosphoreszens der Erde herrührt
iſt zweifelhaft. Daß jenes ſtatt finden könne
, zeigt das Holz; beim Grubenbau, hat
man nur ſelten das Holz unter leuchtend geſehen
, wie wohl es auf der Oberfläche der Erde geſchieht
, wenn es lange dem Sonnenlicht ausgeſetzt
geweſen iſt. Gewiß iſt es daß manche Körper nur
denn in der Nacht leuchten wenn ſie während des
Tages dem Sonnenlicht ausgeſetzt geweſen ſind.
Merkwürdig iſt es daß die Alten von ſolchen
Erſcheinungen wie das Nordlicht iſt, nie deutlich
reden, wiewohl Doc, Casſius und Plinius von hellen
rothen Streifen ſprechen.
Die Erſcheinung des Nordlichts iſt ſehr verſchieden
; doch muß man gewiße Modificationen
unterſcheiden, die ſich immer wieder finden, und
andern die zufällig ſind.
Gewöhnlich fängt es mit Segmenten von Kreiſen
an, ein dunkler Nebel der ſich 6 bis 8° unter dem
Horizontal erhebt; dieſer iſt begrenzt von einer
milchweißen Zone die 1½° Breiten hat; aus dieſer
gehen denn Stralen ſenkrecht in die Höhe, die auch
vielleicht wirklich geneigt ſind nach der magnetiſchen
Kraft. Dieſe vereinigen ſich in einen
Punkt, und bilden daraus was man gewöhnlich
zelt zu nennen pflegt. Der Nebel hat eine
bräunlich graue farbe. Parry hat gefunden, daß
man die kleinſten Sterne durch dieſelben ſehen
könne. Warsteens glaubte daß der Nebel aus
Waſserdämpfen beſtehe die niedergeſchoſsen
wären; dieß ſpricht aber dagegen. Gegen W. hin
war dieſer Nebel immer dünner. – Der Lichtbodenbogen
iſt meiſtens niedrig, gewöhnlich nur 12
bis 15°. Bisweilen geht der Bogen durch den Zenith
dann ſind aber mehrere ſolchen Bogen.
Hanſteen hat viele Unterſuchungen über dieſe
Erſcheinung gemacht und geglaubt daß das
Vereinigen dieſer Stralen nur optiſch wäre,
und jeder Stral ſein eigens Zenith habe. –
milchweißen Zone die 1½° Breiten hat; aus dieſer
gehen denn Stralen ſenkrecht in die Höhe, die auch
vielleicht wirklich geneigt ſind nach der magnetiſchen
Kraft. Dieſe vereinigen ſich in einen
Punkt, und bilden daraus was man gewöhnlich
zelt zu nennen pflegt. Der Nebel hat eine
bräunlich graue farbe. Parry hat gefunden, daß
man die kleinſten Sterne durch dieſelben ſehen
könne. Warsteens glaubte daß der Nebel aus
Waſserdämpfen beſtehe die niedergeſchoſsen
wären; dieß ſpricht aber dagegen. Gegen W. hin
war dieſer Nebel immer dünner. – Der Lichtbodenbogen
iſt meiſtens niedrig, gewöhnlich nur 12
bis 15°. Bisweilen geht der Bogen durch den Zenith
dann ſind aber mehrere ſolchen Bogen.
Hanſteen hat viele Unterſuchungen über dieſe
Erſcheinung gemacht und geglaubt daß das
Vereinigen dieſer Stralen nur optiſch wäre,
und jeder Stral ſein eigens Zenith habe. –
Die Farben dieſer Stralen ſind ſehr ſchön, roth,
purpur, grün, gelb. – Franklin und Parry geben
an, daß wenn die Streifen zwiſchen 2 großen
Sternen ſich befinden, ſo geht die größere Intenſität
von einem Stern zum andern über. –
?|
Oft ſind erleuchtete Wolken geſehen worden.
Tienemann behauptet daß die kleinen weißen
Wölkchen, gewöhnlich Schäfchen genannt im beſondern
Verkehr mit dem Nordlicht ſtehen. Es iſt bekannt
daß ſie immer in ſehr großer Höhe geſehen
werden. Er glaubt in Island dieſelben
Wolken die bei Nacht leuchtend erſchienen bei
Tage als ſolche Schäfchen geſehen zu haben. Franklin
hat beinah daſselbe geſehen; nach Verſchwinden
des Nordlichts ſah er ſolche Wolken wieder beim
anbrechenden Tage. Auch bei uns haben dieſe Wolken
merkwürdige Bahnen(?) und haben oft die Aufmerkſamkeit
der Phyſiker beſchäftigt.
Die Stärke des Nordlichts iſt ungleich nach der
Breite; es nimmt nördlich nicht immer zu.
purpur, grün, gelb. – Franklin und Parry geben
an, daß wenn die Streifen zwiſchen 2 großen
Sternen ſich befinden, ſo geht die größere Intenſität
von einem Stern zum andern über. –
?|
Oft ſind erleuchtete Wolken geſehen worden.
Tienemann behauptet daß die kleinen weißen
Wölkchen, gewöhnlich Schäfchen genannt im beſondern
Verkehr mit dem Nordlicht ſtehen. Es iſt bekannt
daß ſie immer in ſehr großer Höhe geſehen
werden. Er glaubt in Island dieſelben
Wolken die bei Nacht leuchtend erſchienen bei
Tage als ſolche Schäfchen geſehen zu haben. Franklin
hat beinah daſselbe geſehen; nach Verſchwinden
des Nordlichts ſah er ſolche Wolken wieder beim
anbrechenden Tage. Auch bei uns haben dieſe Wolken
merkwürdige Bahnen(?) und haben oft die Aufmerkſamkeit
der Phyſiker beſchäftigt.
Die Stärke des Nordlichts iſt ungleich nach der
Breite; es nimmt nördlich nicht immer zu.
Man hat lange geglaubt daß die Höhe des Nordlichts
ſehr beträchtlich wäre. Es wäre Unrecht die
Höhe der Convergenz Punkte zu nehmen, man darf
nur die Bogen nehmen. Man glaubte ſie früher
80 bis 100 Meilen hoch gefunden zu haben. Cavendiſch
fand ihre Höhe nur 10 bis 15 Meilen. Sternſchnuppen
ſind in dieſer Höhe ſchon leuchtend. Wrangel will
beobachtet haben, worauf er ſehr dringt, daß die
Sternſchnuppen die Nordlichter anſteckten. –
An der Hudſons Bay und Cumberlands Houſe
ſind neue Meſsungen von Richardson und einem
andern Begleiter Franklins angeſtellt worden
, ſie fanden die Nordlichter gewöhnlich nur
1 bis höchſtens 1½ Meile hoch, alſo nicht früher als das
Himalaya Gebirge. Oft iſt das Phänomen nah
unter den Wolken geſehen worden. Auf der 3ten
Reiſe die Parry anſtellte ſah er und ſeine Begleiter
Scherer und Rosſ einen Stral des Nordlichts
zwiſchen ſich und dem Lande niederſchießen. Das
Land war nur 9000 Fuß entfernt. Parry macht dabei
aufmerkſam, daß der leuchtende Bogen Schatten
ſehr beträchtlich wäre. Es wäre Unrecht die
Höhe der Convergenz Punkte zu nehmen, man darf
nur die Bogen nehmen. Man glaubte ſie früher
80 bis 100 Meilen hoch gefunden zu haben. Cavendiſch
fand ihre Höhe nur 10 bis 15 Meilen. Sternſchnuppen
ſind in dieſer Höhe ſchon leuchtend. Wrangel will
beobachtet haben, worauf er ſehr dringt, daß die
Sternſchnuppen die Nordlichter anſteckten. –
An der Hudſons Bay und Cumberlands Houſe
ſind neue Meſsungen von Richardson und einem
andern Begleiter Franklins angeſtellt worden
, ſie fanden die Nordlichter gewöhnlich nur
1 bis höchſtens 1½ Meile hoch, alſo nicht früher als das
Himalaya Gebirge. Oft iſt das Phänomen nah
unter den Wolken geſehen worden. Auf der 3ten
Reiſe die Parry anſtellte ſah er und ſeine Begleiter
Scherer und Rosſ einen Stral des Nordlichts
zwiſchen ſich und dem Lande niederſchießen. Das
Land war nur 9000 Fuß entfernt. Parry macht dabei
aufmerkſam, daß der leuchtende Bogen Schatten
geworfen habe, die an derſelben Stelle nur von
kurzer Dauer waren auf dem Meere ſichtbar waren
; es mußte daher der Stral ſehr nahe geweſen
ſein.
?|
Auch am Südpol zeigt ſich dieſe Erſcheinung doch
nicht ſo häufig als am Nordpol. – Man zweifelt
noch ob das Nordlicht in Malta geſehen worden
ſei. Gewiß hat man es aber in Liſsabon und
Mexiko geſehen.
Mit der Periodität dieſes Phänomens hat man ſich
ſchon in frühen Zeiten beſchäftigt. Man hat es ſpäter
mit dem Zodiakal Licht, ja ſelbſt mit den Sonnenflecken
in Verbindung bringen wollen.
Der Phyſiker Herr Prof. Ritter hat geglaubt daß
die Erdlichter häufiger geworden ſind. Man kann
nur auf Beobachtungen zurück gehen die nicht
über das 15te Jahrhundert hinaus gehen.
Man hat gefunden
Erdlichter von 1722 bis 1744 auf das Mittlere Jahr 40
〃 1746 〃 1780 〃 〃 5
〃 1790 〃 1814 〃 〃 kaum 1.
kurzer Dauer waren auf dem Meere ſichtbar waren
; es mußte daher der Stral ſehr nahe geweſen
ſein.
?|
Auch am Südpol zeigt ſich dieſe Erſcheinung doch
nicht ſo häufig als am Nordpol. – Man zweifelt
noch ob das Nordlicht in Malta geſehen worden
ſei. Gewiß hat man es aber in Liſsabon und
Mexiko geſehen.
Mit der Periodität dieſes Phänomens hat man ſich
ſchon in frühen Zeiten beſchäftigt. Man hat es ſpäter
mit dem Zodiakal Licht, ja ſelbſt mit den Sonnenflecken
in Verbindung bringen wollen.
Der Phyſiker Herr Prof. Ritter hat geglaubt daß
die Erdlichter häufiger geworden ſind. Man kann
nur auf Beobachtungen zurück gehen die nicht
über das 15te Jahrhundert hinaus gehen.
Man hat gefunden
Erdlichter von 1722 bis 1744 auf das Mittlere Jahr 40
〃 1746 〃 1780 〃 〃 5
〃 1790 〃 1814 〃 〃 kaum 1.
Man hat aber dabei nicht beachtet daß ſie auf
ganz verſchiedene Orten beobachtet worden, immer
nur zwiſchen 45 bis 68° ſ. Br., wo es nah iſt daß
man nur die höhern hat ſehen können.
Die Monate und Jahreszeiten haben ſehr vielen
Einfluß auf die Erſcheinung der Nordlichter. Parry
hat 1824 in 120 Tagen 30 Nordlichter geſehen wo
von in ganzen Februar nur 5 erſchienen. Im
November waren mehr als im Januar erſchienen.
Das ziſchende Getöſe das mehrere gehört haben
wollen, iſt in neuern Zeiten ſehr beſtritten
worden. – Von Peterin und Pallas wird ein ſolches
Geräuſch gänzlich geleugnet. Wrangel glaubt etwas
gehört zu haben. Leopold v Buch hat auf seiner
Reiſe nach Norwegen Erkundigungen darüber
eingezogen, und hat gehört, daß man nie
etwas vornehme. Hanſteen dagegen ſpricht davon
wie von einer poſitiven Sache: „man höre
die magnetiſche Materie heraus ſtrömen.“
Edmonstone und Harry wollen dieß Geräuſch ebenfalls
gehört haben.
ganz verſchiedene Orten beobachtet worden, immer
nur zwiſchen 45 bis 68° ſ. Br., wo es nah iſt daß
man nur die höhern hat ſehen können.
Die Monate und Jahreszeiten haben ſehr vielen
Einfluß auf die Erſcheinung der Nordlichter. Parry
hat 1824 in 120 Tagen 30 Nordlichter geſehen wo
von in ganzen Februar nur 5 erſchienen. Im
November waren mehr als im Januar erſchienen.
Das ziſchende Getöſe das mehrere gehört haben
wollen, iſt in neuern Zeiten ſehr beſtritten
worden. – Von Peterin und Pallas wird ein ſolches
Geräuſch gänzlich geleugnet. Wrangel glaubt etwas
gehört zu haben. Leopold v Buch hat auf seiner
Reiſe nach Norwegen Erkundigungen darüber
eingezogen, und hat gehört, daß man nie
etwas vornehme. Hanſteen dagegen ſpricht davon
wie von einer poſitiven Sache: „man höre
die magnetiſche Materie heraus ſtrömen.“
Edmonstone und Harry wollen dieß Geräuſch ebenfalls
gehört haben.
Franklin glaubt man lieſse ſich durch daß Raſseln
des Schnees täuſchen; daher iſt die ganze Sache noch
ganz ungewiß.
Eben dieſe Zweifel herrſchen über den magnetiſchen
Einfluß des Nordlichts. Celsius und Wilke haben zuerſt
beobachtet, daß bei gewiſsen Nordlichtern die
Magnetnadel abweiche.
s. oben Magnetismus
Neuerdings iſt dieß geleugnet
worden.
Was die Richtung der Bogen betrifft ſo müßte dieſe
nach dem magnetiſchen Meridian hingehen wenn
es mit Magnetismus zuſammenhängt – Man
hat jedoch gefunden daß das Centrum des Bogens
von den Streifen des Nordlichts nicht immer in
den magnetiſchen Meridian, ſondern in den Weltmeridian
fällt. – Kranz in Grönland. –
Die Beunruhigung der Nadel in einzelnen Fällen
kann durchaus nicht geleugnet werden. Hanſteen
hat ſelbſt Veränderungen in der Inclination bemerkt
. – Parry hat auf ſeiner Reiſe bei 72 und
73° Breite nicht die geringſte Einwirkung auf die
Magnetnadel ſehen können; es iſt dieß merkwürdig
da man in Paris die großten Declinationen der
des Schnees täuſchen; daher iſt die ganze Sache noch
ganz ungewiß.
Eben dieſe Zweifel herrſchen über den magnetiſchen
Einfluß des Nordlichts. Celsius und Wilke haben zuerſt
beobachtet, daß bei gewiſsen Nordlichtern die
Magnetnadel abweiche.
s. oben Magnetismus
Neuerdings iſt dieß geleugnet
worden.
Was die Richtung der Bogen betrifft ſo müßte dieſe
nach dem magnetiſchen Meridian hingehen wenn
es mit Magnetismus zuſammenhängt – Man
hat jedoch gefunden daß das Centrum des Bogens
von den Streifen des Nordlichts nicht immer in
den magnetiſchen Meridian, ſondern in den Weltmeridian
fällt. – Kranz in Grönland. –
Die Beunruhigung der Nadel in einzelnen Fällen
kann durchaus nicht geleugnet werden. Hanſteen
hat ſelbſt Veränderungen in der Inclination bemerkt
. – Parry hat auf ſeiner Reiſe bei 72 und
73° Breite nicht die geringſte Einwirkung auf die
Magnetnadel ſehen können; es iſt dieß merkwürdig
da man in Paris die großten Declinationen der
Nadel an den Tagen fand, an welchen Parry die
größten Nordlichter ſah, Vielleicht iſt dieſe Wirkung
in großer Entfernung größer, vielleicht hat es
aber auch an der Beobachtung gelegen des Parrys;
indem die Irregularitäten der Abweichung in
den Stunden dort ſehr anwachſe. Franklin auf ſeiner
Landreiſe hat daſselbe wie Wilke und Celſius
geſehen.
Parry hat an der Spitze der Maſten Conſolatoren
anbringen laſsen, aber nie eine electriſche
Erſcheinung bei dem Erſcheinen der Nordlichter
bemerkt, wie wohl viel electriſche Spannung ſich
in der untern Atmosphäre zeigte.
In früherer Zeit wollten Waltmann und Beckmann
einige Veränderungen in der elecktriſchen Spannung
beobachtet haben. Doch viele tauſend Verſuche
nachher haben es wahrſcheinlich gemacht daß
dieß wohl nicht der Fall ſei. Deswegen kann
jedoch die Erſcheinung immer mit der Electricität
zuſammenhängen.
Die Urſachen des Nordlichts werden verſchieden
größten Nordlichter ſah, Vielleicht iſt dieſe Wirkung
in großer Entfernung größer, vielleicht hat es
aber auch an der Beobachtung gelegen des Parrys;
indem die Irregularitäten der Abweichung in
den Stunden dort ſehr anwachſe. Franklin auf ſeiner
Landreiſe hat daſselbe wie Wilke und Celſius
geſehen.
Parry hat an der Spitze der Maſten Conſolatoren
anbringen laſsen, aber nie eine electriſche
Erſcheinung bei dem Erſcheinen der Nordlichter
bemerkt, wie wohl viel electriſche Spannung ſich
in der untern Atmosphäre zeigte.
In früherer Zeit wollten Waltmann und Beckmann
einige Veränderungen in der elecktriſchen Spannung
beobachtet haben. Doch viele tauſend Verſuche
nachher haben es wahrſcheinlich gemacht daß
dieß wohl nicht der Fall ſei. Deswegen kann
jedoch die Erſcheinung immer mit der Electricität
zuſammenhängen.
Die Urſachen des Nordlichts werden verſchieden
angegeben. Man glaubte daß es Eiſtheilchen wären
die in der Luft ſchwämmen und verſchieden beleuchtet
werden. Meran hält es für eine Folge des Zodiakallichts
, wenn es ſo nahe herankomme daß es
von der Erde angezogen würde. Eine neue Meinung
wurde von Bivot aufgeſtellt, daß es Magneteiſenſand
, der durch den nördlichen Vulkan ausgeſpeiet
würde.
Zuſammenhang mit der Atmoſphäre.
Franklin, Hough und Richardson verſichern daß es
gar nicht zu leugnen wäre, daß dieſes Phänomen
mit der Atmoſphäre zuſammenhänge, daß Spuren
davon noch zurückbleiben wie die Wölkchen welche
Tienemann ſah. – Es würde machen daß über dieſen
Wolken eine Electricität vorhanden iſt.
Gueliſar hat gezeigt, daß eine große Vertheilung in
ſeinen Streifen eine beſondere Spannung in dieſe
Federbuſchartigen Wolken hervorbringen könne. –
Devy und Arago zeigten bei der Voltaiſchen Säule
wenn man 2 Kohlenſtücke in der electriſchen
die in der Luft ſchwämmen und verſchieden beleuchtet
werden. Meran hält es für eine Folge des Zodiakallichts
, wenn es ſo nahe herankomme daß es
von der Erde angezogen würde. Eine neue Meinung
wurde von Bivot aufgeſtellt, daß es Magneteiſenſand
, der durch den nördlichen Vulkan ausgeſpeiet
würde.
Zuſammenhang mit der Atmoſphäre.
Franklin, Hough und Richardson verſichern daß es
gar nicht zu leugnen wäre, daß dieſes Phänomen
mit der Atmoſphäre zuſammenhänge, daß Spuren
davon noch zurückbleiben wie die Wölkchen welche
Tienemann ſah. – Es würde machen daß über dieſen
Wolken eine Electricität vorhanden iſt.
Gueliſar hat gezeigt, daß eine große Vertheilung in
ſeinen Streifen eine beſondere Spannung in dieſe
Federbuſchartigen Wolken hervorbringen könne. –
Devy und Arago zeigten bei der Voltaiſchen Säule
wenn man 2 Kohlenſtücke in der electriſchen
Strömung zuſammen brachte man eine Flamme
hervorbringen kann die 2 bis 3′ lang iſt.
Arago hat vorgeſchlagen zu verſuchen ob man
ſie mit dem Magnet anziehen könne; und man
hat auch wirklich gefunden daß die Flamme mit
dem Nordpol angezogen, und mit dem Südpol
abgeſtoßen wurde. Aehnlich kann auch die Wirkung
des Erdmagnet Pols auf die Wölkchen ſein
32. Vorlesung, 23. Februar 1828
Bevor wir weiter gehen, wollen wir noch einmal
das ganze Gebiet der Geognoſie überſehen. Die
Geognoſie haben wir in 5 Abſchnitte zertheilt:
1, von der Form und Dichtigkeit des Erdkörpers,
2, Innere Wärme des Erdkörpers, Electromagnetismus
, Nordlichte.
3, Veränderungen auf der Oberfläche als Comunikationen
mit dem Innern, Erdbeben, Quellen
, Vulkan.
4, Betrachtung der äußern Rinde, Gebirgsarten,
beſtimmt wiederkehrende AſtAſsociationen derſelben
, FoFoſsilien, Spuren der Organiſation,
hervorbringen kann die 2 bis 3′ lang iſt.
Arago hat vorgeſchlagen zu verſuchen ob man
ſie mit dem Magnet anziehen könne; und man
hat auch wirklich gefunden daß die Flamme mit
dem Nordpol angezogen, und mit dem Südpol
abgeſtoßen wurde. Aehnlich kann auch die Wirkung
des Erdmagnet Pols auf die Wölkchen ſein
32. Vorlesung, 23. Februar 1828
Bevor wir weiter gehen, wollen wir noch einmal
das ganze Gebiet der Geognoſie überſehen. Die
Geognoſie haben wir in 5 Abſchnitte zertheilt:
1, von der Form und Dichtigkeit des Erdkörpers,
2, Innere Wärme des Erdkörpers, Electromagnetismus
, Nordlichte.
3, Veränderungen auf der Oberfläche als Comunikationen
mit dem Innern, Erdbeben, Quellen
, Vulkan.
4, Betrachtung der äußern Rinde, Gebirgsarten,
beſtimmt wiederkehrende AſtAſsociationen derſelben
, FoFoſsilien, Spuren der Organiſation,
Verbreitung der Geſchiebe, zuſammenhängend, mit
dem Phänomen der Exploſionen uſw. –
5, Oberflächen Anſehen, Gliederung, der Ketten; keinesweges
einzelner Bergketten, ſondern dieſe
nur als Beiſpiele z. B. ob die Axe der Gebirge
mit dem Gebirgsarten paralell iſt uſw.
Das erſte hat ſchon die Alten beſchäftigt, ſchon
bei ihnen gab es, die entgegenſtehenden Meinungen
der Vulkaniſten und Neptuniſten. Dieſer
Streit dauerte bis in der neueſten Zeit fort, wo
endlich der Vulkanismus die Ueberhand gewonnen
hat. – Dieſelben Geognoſten die früher
Mandelſteine, Porphyr, Granat nicht durch Wärme
entſtanden glaubten ſind jetzt davon überzeugt
daß es vulkaniſche Produkte ſeien.
Die Araber claſsificirten die und
Steinmaſsen nur nach dem äußern Anſehen,
nicht nach ihrer chemiſchen Beſchaffenheit. – Die
Cryſtallographie die dieß unterſucht iſt erſt
in neuere Zeiten in Frankreich aber mehr noch
in Deutſchland durch Weiß gegründet worden.
dem Phänomen der Exploſionen uſw. –
5, Oberflächen Anſehen, Gliederung, der Ketten; keinesweges
einzelner Bergketten, ſondern dieſe
nur als Beiſpiele z. B. ob die Axe der Gebirge
mit dem Gebirgsarten paralell iſt uſw.
Das erſte hat ſchon die Alten beſchäftigt, ſchon
bei ihnen gab es, die entgegenſtehenden Meinungen
der Vulkaniſten und Neptuniſten. Dieſer
Streit dauerte bis in der neueſten Zeit fort, wo
endlich der Vulkanismus die Ueberhand gewonnen
hat. – Dieſelben Geognoſten die früher
Mandelſteine, Porphyr, Granat nicht durch Wärme
entſtanden glaubten ſind jetzt davon überzeugt
daß es vulkaniſche Produkte ſeien.
Die Araber claſsificirten die und
Steinmaſsen nur nach dem äußern Anſehen,
nicht nach ihrer chemiſchen Beſchaffenheit. – Die
Cryſtallographie die dieß unterſucht iſt erſt
in neuere Zeiten in Frankreich aber mehr noch
in Deutſchland durch Weiß gegründet worden.
Die Geognoſie iſt nur erſt ſeit 40 Jahren eine
Wiſsenſchaft geworden, hauptſächlich durch das glänzende
Verdienſt Werners in der Lehre ſeiner Gebirgsformationen
. – Früher kannte man über
die Formation der Gebirge gar nichts, man nahm
die Phantaſie zu Hülfe, und ſtellte Hypotheſen
auf, um doch etwas zu haben. Das Wort Geognoſie
bezeichnete daher lange Zeit keine Wiſsenſchaft
, ſondern nur ein Spiel der Phantaſie, und
wurde noch ſo behandelt in der joniſchen Schule,
unter der phyſiſchen Philoſophie. Die Geognoſie
erhielt dadurch ein myſtiſches Anſehen dunkle
Sagen vom Urſprung der Vulkane Merkwürdiger
Weiſe zeigt ſich bei den verſchieden Mythen etwas
Uebereinſtimmendes. – Jetzt ſind ſorgfältige
, verurtheilsfreie Beobachtungen an die
Stelle der Hypotheſen und Speculationen getreten.
Die Dämmerung der Wahrheit iſt zu hellen Sonnenlicht
geworden.
Wiſsenſchaft geworden, hauptſächlich durch das glänzende
Verdienſt Werners in der Lehre ſeiner Gebirgsformationen
. – Früher kannte man über
die Formation der Gebirge gar nichts, man nahm
die Phantaſie zu Hülfe, und ſtellte Hypotheſen
auf, um doch etwas zu haben. Das Wort Geognoſie
bezeichnete daher lange Zeit keine Wiſsenſchaft
, ſondern nur ein Spiel der Phantaſie, und
wurde noch ſo behandelt in der joniſchen Schule,
unter der phyſiſchen Philoſophie. Die Geognoſie
erhielt dadurch ein myſtiſches Anſehen dunkle
Sagen vom Urſprung der Vulkane Merkwürdiger
Weiſe zeigt ſich bei den verſchieden Mythen etwas
Uebereinſtimmendes. – Jetzt ſind ſorgfältige
, verurtheilsfreie Beobachtungen an die
Stelle der Hypotheſen und Speculationen getreten.
Die Dämmerung der Wahrheit iſt zu hellen Sonnenlicht
geworden.
Erdbeben
Das Erdbeben iſt eine bloß dynamiſche Veränderung
der Erdoberfläche. Seiner Defination nach
iſt es eine Erſchütterung der feſten und flüſsigen
Theile der Erdoberfläche durch innere Urſachen
die unſern Sinnen entgehen, die wir errathen,
aber nicht erkennen können. – Das Geſicht
daß man bei einen ſolchen Erdbeben auf dem
Meere hat iſt höchſt ſonderbar, man glaubt daß
das Schiff auf einer Sandbank gerathen wäre.
Doc hat 2 mal ein Erdbeben auf dem Meere mitgemacht
; es entſteht dadurch ein Zittern des ganzen
Schiffes. – Man war ehedem ſehr geneigt das
Erdbeben Localurſachen zuzuſchreiben; die Beobachtungen
des Phänomens bezeigen das Gegentheil
; es iſt allgemein verbreitet, und zeigt ſich
bisweilen an allen Stellen des Erdkörpers, nur
bei einigen häufiger als bei andern.
Das Vorurtheil iſt ſehr verbreitet, daß vor dem
Erdbeben ein beſonderer Zuſtand der Atmosphäre
vorhergehe; ein minderer Stand des
Das Erdbeben iſt eine bloß dynamiſche Veränderung
der Erdoberfläche. Seiner Defination nach
iſt es eine Erſchütterung der feſten und flüſsigen
Theile der Erdoberfläche durch innere Urſachen
die unſern Sinnen entgehen, die wir errathen,
aber nicht erkennen können. – Das Geſicht
daß man bei einen ſolchen Erdbeben auf dem
Meere hat iſt höchſt ſonderbar, man glaubt daß
das Schiff auf einer Sandbank gerathen wäre.
Doc hat 2 mal ein Erdbeben auf dem Meere mitgemacht
; es entſteht dadurch ein Zittern des ganzen
Schiffes. – Man war ehedem ſehr geneigt das
Erdbeben Localurſachen zuzuſchreiben; die Beobachtungen
des Phänomens bezeigen das Gegentheil
; es iſt allgemein verbreitet, und zeigt ſich
bisweilen an allen Stellen des Erdkörpers, nur
bei einigen häufiger als bei andern.
Das Vorurtheil iſt ſehr verbreitet, daß vor dem
Erdbeben ein beſonderer Zuſtand der Atmosphäre
vorhergehe; ein minderer Stand des
Barometers, röthlicher Dunſt der Atmosphäre, Aufhören
der Winde udgl. – Es bezeigt ſich dieß als
falſch wenn man dort beobachtet wo die Erdbeben
ſehr häufig ſind; ſo im ſüdlichen Amerika ſind
mehrere täglich zu verſpüren und ſind dort eine
ſo gewöhnliche Erſcheinung daß man ſie nicht
einmal gegenſeitig weckt, wenn ein Erdbeben bemerkt
wird. – Selbſt die ſtärkſten Winde wohnten
dort vor dem Erdbeben.
Jedoch hat allerdings ein ſtarkes Erdbeben oft die
Folge daß ſich nach demſelben das Wetter ändert
, beſonders in Gegenden wo die Regenzeit ſpäter
einzutreffen pflegt, wird ſie früh herangezogen
. Wenn das Barometer ſich vorher ändert
ſo mag dieß wohl eine Folge von Stößen ſein
die ſchon in andern Gegenden vorhergingen, und
wo die Veränderungen in der Luft ſich fortgepflanzt
haben. Es giebt kein Beiſpiel daß ein
Barometer der im Steigen war, ſtehen geblieben
wäre, ſondern die ſtündlichen Veränderungen
der Winde udgl. – Es bezeigt ſich dieß als
falſch wenn man dort beobachtet wo die Erdbeben
ſehr häufig ſind; ſo im ſüdlichen Amerika ſind
mehrere täglich zu verſpüren und ſind dort eine
ſo gewöhnliche Erſcheinung daß man ſie nicht
einmal gegenſeitig weckt, wenn ein Erdbeben bemerkt
wird. – Selbſt die ſtärkſten Winde wohnten
dort vor dem Erdbeben.
Jedoch hat allerdings ein ſtarkes Erdbeben oft die
Folge daß ſich nach demſelben das Wetter ändert
, beſonders in Gegenden wo die Regenzeit ſpäter
einzutreffen pflegt, wird ſie früh herangezogen
. Wenn das Barometer ſich vorher ändert
ſo mag dieß wohl eine Folge von Stößen ſein
die ſchon in andern Gegenden vorhergingen, und
wo die Veränderungen in der Luft ſich fortgepflanzt
haben. Es giebt kein Beiſpiel daß ein
Barometer der im Steigen war, ſtehen geblieben
wäre, ſondern die ſtündlichen Veränderungen
blieben immer dieſelben.
Häufig ſind die Erdbeben mit einem Getöſe
verbunden; ſo die meiſten in der Hochebene
von Quito die wahrſcheinlich ganz unterminirt
iſt, und wo mehrere Stunden vor dem Stoß eine
Art Raſseln und Klirren gehört wird, bisweilen
von ſehr hellen Klang, ähnlich dem Niederfallen
von glasartigen Gegenſtänden. – Dies Getöſe
iſt aber nicht immer von einem Erdbeben begleitet
. Das merkwürdigſte Beiſpiel von ſolchem
Donner mollos subterraneos von den Spaniern genannt
, ohne Erdbeben war im Jahre 1784 in Paraguato
. Erſt war dieſer Donner ganz ſchwach, im
Januar fing er an immer ſtärker zu werden, und
immer häufiger zu kommen, ſo daß keine 2 Minuten
vergingen wo man ihn nicht gehört hätte.
Man hat Verſuche gemacht ob nicht irgend eine Erſchütterung
da wäre, und bis an den Rand mit
Waſser gefüllte Gläſer in den Bergwerksgruben
Häufig ſind die Erdbeben mit einem Getöſe
verbunden; ſo die meiſten in der Hochebene
von Quito die wahrſcheinlich ganz unterminirt
iſt, und wo mehrere Stunden vor dem Stoß eine
Art Raſseln und Klirren gehört wird, bisweilen
von ſehr hellen Klang, ähnlich dem Niederfallen
von glasartigen Gegenſtänden. – Dies Getöſe
iſt aber nicht immer von einem Erdbeben begleitet
. Das merkwürdigſte Beiſpiel von ſolchem
Donner mollos subterraneos von den Spaniern genannt
, ohne Erdbeben war im Jahre 1784 in Paraguato
. Erſt war dieſer Donner ganz ſchwach, im
Januar fing er an immer ſtärker zu werden, und
immer häufiger zu kommen, ſo daß keine 2 Minuten
vergingen wo man ihn nicht gehört hätte.
Man hat Verſuche gemacht ob nicht irgend eine Erſchütterung
da wäre, und bis an den Rand mit
Waſser gefüllte Gläſer in den Bergwerksgruben
hingeſetzt doch fand ſich durchaus keine Erſchütterung.
Das Phänomen war nur ſehr eingeſchränkt kaum
noch 1½ Quad. Meile Raum, wie wohl dieſe Gegend
Thonſchiefer Gebirge hat, und viele Silberadern
ſich verbreiten. – Es hörte ohne Erſchüttern
auf in derſelben Art wie es angefangen
hatte, indem es nach und nach ſchwächer und ſeltener
wurde bis es ganz aufhörte.
Dieſes Getöſe hat eine Verbindung mit dem,
wenn entfernte Vulkan einen ſtarken
Ausbruch haben. So hörte man von bis
Berlin dieß Getöſe.
?
Im Jahre 1812 wurde der
Ausbruch des St. Vincent durch den Carracas zerſtört
und wurde in einen Raum von 2 bis 3000
Q. M. gehört. Bei dem Ausbruch des RKotopazi
hörte man dieſes Getöſe in einer Entfernung
von 120 Meilen 1744 die durch Thäler und Berge
durchſchnitten iſt. – Man ſollte glauben
daß dieß Getöſe, da es ſo weit gehört wird, bedeutend
Das Phänomen war nur ſehr eingeſchränkt kaum
noch 1½ Quad. Meile Raum, wie wohl dieſe Gegend
Thonſchiefer Gebirge hat, und viele Silberadern
ſich verbreiten. – Es hörte ohne Erſchüttern
auf in derſelben Art wie es angefangen
hatte, indem es nach und nach ſchwächer und ſeltener
wurde bis es ganz aufhörte.
Dieſes Getöſe hat eine Verbindung mit dem,
wenn entfernte Vulkan einen ſtarken
Ausbruch haben. So hörte man von bis
Berlin dieß Getöſe.
?
Im Jahre 1812 wurde der
Ausbruch des St. Vincent durch den Carracas zerſtört
und wurde in einen Raum von 2 bis 3000
Q. M. gehört. Bei dem Ausbruch des RKotopazi
hörte man dieſes Getöſe in einer Entfernung
von 120 Meilen 1744 die durch Thäler und Berge
durchſchnitten iſt. – Man ſollte glauben
daß dieß Getöſe, da es ſo weit gehört wird, bedeutend
in der Nähe zunehmen müßte; doch iſt
dieß in verſchiedenen Gegenden ſehr verſchieden;
oft hört man es in der Nähe weniger als in
weiter Ferne St Vincent, Katopaxi, Lisſabon geben
Beiſpiele . Man muß ſich im Innern der Erde
verſchiedene Spalten vorſtellen; wenn eine Spalte
nach dem Vulkan hin gerichtet iſt, gehen andere
Spalten nach andern Gegenden; jene können daher
auch nur zur Fortpflanzung des Getöſes fähig ſein.
Magnetiſche Veränderungen. Die Intenſität
wird durch das Erdbeben nicht verändert, wohl aber
die Inclination, die oft eine bedeutende Änderung annim̃t
und dann bisweilen 1½ Jahren in ihrer neuen
Lage bleibt. Doc ſelbſt Beobachtung .
Man nimmt gewöhnlich eine Bewegung von unten
nach oben wahr. Was man aber von verſchiebender
Bewegung nach einer (Seite) und dgl. geſprochen hat
ſind phantaſtiſche Ideen, von Perſonen aufgeſtellt
die die Erdbeben nicht kennen. Während des Erdbebens
iſt es gar nicht zu bemerken welche Richtung es
nimmt. Von der merkwürdigen Gleichmäßigkeit
dieß in verſchiedenen Gegenden ſehr verſchieden;
oft hört man es in der Nähe weniger als in
weiter Ferne St Vincent, Katopaxi, Lisſabon geben
Beiſpiele . Man muß ſich im Innern der Erde
verſchiedene Spalten vorſtellen; wenn eine Spalte
nach dem Vulkan hin gerichtet iſt, gehen andere
Spalten nach andern Gegenden; jene können daher
auch nur zur Fortpflanzung des Getöſes fähig ſein.
Magnetiſche Veränderungen. Die Intenſität
wird durch das Erdbeben nicht verändert, wohl aber
die Inclination, die oft eine bedeutende Änderung annim̃t
und dann bisweilen 1½ Jahren in ihrer neuen
Lage bleibt. Doc ſelbſt Beobachtung .
Man nimmt gewöhnlich eine Bewegung von unten
nach oben wahr. Was man aber von verſchiebender
Bewegung nach einer (Seite) und dgl. geſprochen hat
ſind phantaſtiſche Ideen, von Perſonen aufgeſtellt
die die Erdbeben nicht kennen. Während des Erdbebens
iſt es gar nicht zu bemerken welche Richtung es
nimmt. Von der merkwürdigen Gleichmäßigkeit
der oscillirenden Bewegung wahrend des Erdbebens
giebt die Stadt Quito ein Beiſpiel. Quito hat viele
große meiſtens 3–4 Stock hohe Häuſer; bei einem
Ausbruch des Pichincha in deſsen Nähe es liegt
war kein einziges Haus eingefallen, alles an
ſeinem Ort geblieben, und einzelne Riſse waren
in den Mauern zu bemerken; ſelbſt die Gläſer
waren auf ihre Stelle ſtehen geblieben.
Eine andere Erſcheinung bei den Erdbeben iſt
das Verſchieben der Erdoberfläche. Ein merkwürdiges
Beiſpiel hiervon liefert die Gegend von Reobamba
in Calabrien, in ganz neurer Zeit, wo
ſich Theile der Erdoberfläche in Bewegung geſetzt hatten
, und die Eigenthümer ſehr über ihren Beſitz
hernach in Verwirrung kamen, von einer Seite waren
Feldſtücke auf die andern vorſetzt worden.
Die Colca liegt über 300 Fuß über Reobamba,
und einige Felder waren nach dem Erdbeben
auf die Colca hinauf gekommen; es muß alſo eine
große Exploſion mit dabei geweſen ſein.
Merkwürdig iſt noch das Spalten der Erde, in der
giebt die Stadt Quito ein Beiſpiel. Quito hat viele
große meiſtens 3–4 Stock hohe Häuſer; bei einem
Ausbruch des Pichincha in deſsen Nähe es liegt
war kein einziges Haus eingefallen, alles an
ſeinem Ort geblieben, und einzelne Riſse waren
in den Mauern zu bemerken; ſelbſt die Gläſer
waren auf ihre Stelle ſtehen geblieben.
Eine andere Erſcheinung bei den Erdbeben iſt
das Verſchieben der Erdoberfläche. Ein merkwürdiges
Beiſpiel hiervon liefert die Gegend von Reobamba
in Calabrien, in ganz neurer Zeit, wo
ſich Theile der Erdoberfläche in Bewegung geſetzt hatten
, und die Eigenthümer ſehr über ihren Beſitz
hernach in Verwirrung kamen, von einer Seite waren
Feldſtücke auf die andern vorſetzt worden.
Die Colca liegt über 300 Fuß über Reobamba,
und einige Felder waren nach dem Erdbeben
auf die Colca hinauf gekommen; es muß alſo eine
große Exploſion mit dabei geweſen ſein.
Merkwürdig iſt noch das Spalten der Erde, in der
Art daß bisweilen ganze Häuſer unversehrt in
dem Erdboden verſinken, andern werden zertrümmert
. Reobamba hatte 12000 Einwoher, eine Menge
Häuſer und viele Kirchen, und jetzt iſt kein Schutthaufen
zu finden der mehr als 5 Fuß hoch wäre;
das Andere iſt alles verſchüttet. Doc hat ſelbſt
Perſonen geſprochen die eine ganze Zeitlang ſo
unter der Erde bei Licht gelebt haben, und ſagen
aus, daß alles unzerſtört geweſen ſei und es
ihnen auch an Luft nicht gefehlt habe. Andere die
nicht genug Lebensmittel mit hatten und die man
nicht mehr erretten konnte ſind verhungert, aber
keines weges erſchlagen; ſie leuchteten nach dem
über der Oberfläche ſtehenden Prieſtern und
ließen ſich von ihnen ſegnen.
Beſonders häufig ſind die Erdbeben an den Theilen
der Erde, wo man ſagen könnte, daß die höchſte
Schwäche wäre, wo hohe Gebirge ſind. So an der
ſudlichen Küſte von Amerika.
Für den Zuſammenhang der Erdbeben mit den
Vulkanen kann man als ein deutliches Zeichen
dem Erdboden verſinken, andern werden zertrümmert
. Reobamba hatte 12000 Einwoher, eine Menge
Häuſer und viele Kirchen, und jetzt iſt kein Schutthaufen
zu finden der mehr als 5 Fuß hoch wäre;
das Andere iſt alles verſchüttet. Doc hat ſelbſt
Perſonen geſprochen die eine ganze Zeitlang ſo
unter der Erde bei Licht gelebt haben, und ſagen
aus, daß alles unzerſtört geweſen ſei und es
ihnen auch an Luft nicht gefehlt habe. Andere die
nicht genug Lebensmittel mit hatten und die man
nicht mehr erretten konnte ſind verhungert, aber
keines weges erſchlagen; ſie leuchteten nach dem
über der Oberfläche ſtehenden Prieſtern und
ließen ſich von ihnen ſegnen.
Beſonders häufig ſind die Erdbeben an den Theilen
der Erde, wo man ſagen könnte, daß die höchſte
Schwäche wäre, wo hohe Gebirge ſind. So an der
ſudlichen Küſte von Amerika.
Für den Zuſammenhang der Erdbeben mit den
Vulkanen kann man als ein deutliches Zeichen
anführen die Erſcheinungen die im Innern
eines brennenden Kraters vorgehen; man hört
ein unterirdiſches Getöſe, die Gegend wird erſchüttert
und dann kommt der Ausbruch. –
Doc hat dieß ſelbſt bei dem Pichincha geſehen. – Man
hat mit Recht geſagt, daß die Vulkan Sicherheitsklappen
für die Gegend wären; wo ſie nicht
ſind haben die elaſtiſchen Dämpfe keinen Ausweg
und es iſt daher, daß ganze Provinzen
erſchüttert werden. Für die Anwohner des Chimboraſso
würde es gewiß ſehr vortheilhaft ſein
wenn dieſer große Berg ein Vulkan wäre. –
Die Spalten durch die ſich die Erdbeben fortpflanzen
erweitern ſich mit der Zeit; noch entſtehen
neue Spalten in der Erde die vorher
nicht da waren; ſo erbebte 1798 die ganze Küſte
von Cumana /?/ aber nicht die kleine Halbinſel
die gegenüber liegt. Später ſind die Erdbeben
auch in dieſer zu gleicher Zeit bemerkt worden.
Die Erdbeben wirken nicht dynamiſch und mechaniſch
eines brennenden Kraters vorgehen; man hört
ein unterirdiſches Getöſe, die Gegend wird erſchüttert
und dann kommt der Ausbruch. –
Doc hat dieß ſelbſt bei dem Pichincha geſehen. – Man
hat mit Recht geſagt, daß die Vulkan Sicherheitsklappen
für die Gegend wären; wo ſie nicht
ſind haben die elaſtiſchen Dämpfe keinen Ausweg
und es iſt daher, daß ganze Provinzen
erſchüttert werden. Für die Anwohner des Chimboraſso
würde es gewiß ſehr vortheilhaft ſein
wenn dieſer große Berg ein Vulkan wäre. –
Die Spalten durch die ſich die Erdbeben fortpflanzen
erweitern ſich mit der Zeit; noch entſtehen
neue Spalten in der Erde die vorher
nicht da waren; ſo erbebte 1798 die ganze Küſte
von Cumana /?/ aber nicht die kleine Halbinſel
die gegenüber liegt. Später ſind die Erdbeben
auch in dieſer zu gleicher Zeit bemerkt worden.
Die Erdbeben wirken nicht dynamiſch und mechaniſch
allein ſondern auch chemiſch. Man hat bisweilen
Rauch und Flammen geſehen die ein Erdbeben
begleiteten. Bei dem Erdbeben bei Liſsabon
1755 hat der Fels bei Colareg Flammen ausgespien
und 3 Wochen lang geraucht. –
Während des Erdbebens kommen auch bisweilen
ſonderbare Steinarten hervor Moya dem
Anſehen nach verwitterter Porphyr, nach Klapproth
und Roſens aus verkohlten vegetabiliſchen
Stoffen beſtehende Steinarten.
Ob Electricität unmittelbar in Verbindung mit
dem Erdbeben ſtehe iſt ſehr beſtritten worden. Doc
hat bei den heftigſten Erdſtößen keine Veränderung
geſehen. Doch kann es nicht geleugnet werden.
In Italien bei den Erdbeben von 1808 im Thal
von Pignerol fand man bei den Erdſtößen deren
oft 60 bis 80 in einem Tage waren eine große
Veränderung der Spannung im Electrometer.
Nicht zu leugnen iſt es daß die Urſache der Erdbeben
, elaſtiſche Flüſsigkeiten im Innern der
Rauch und Flammen geſehen die ein Erdbeben
begleiteten. Bei dem Erdbeben bei Liſsabon
1755 hat der Fels bei Colareg Flammen ausgespien
und 3 Wochen lang geraucht. –
Während des Erdbebens kommen auch bisweilen
ſonderbare Steinarten hervor Moya dem
Anſehen nach verwitterter Porphyr, nach Klapproth
und Roſens aus verkohlten vegetabiliſchen
Stoffen beſtehende Steinarten.
Ob Electricität unmittelbar in Verbindung mit
dem Erdbeben ſtehe iſt ſehr beſtritten worden. Doc
hat bei den heftigſten Erdſtößen keine Veränderung
geſehen. Doch kann es nicht geleugnet werden.
In Italien bei den Erdbeben von 1808 im Thal
von Pignerol fand man bei den Erdſtößen deren
oft 60 bis 80 in einem Tage waren eine große
Veränderung der Spannung im Electrometer.
Nicht zu leugnen iſt es daß die Urſache der Erdbeben
, elaſtiſche Flüſsigkeiten im Innern der
Erde ſind, die ſich ausdehnen. Wenn man noch
Zweifel darüber hat ſo fallen dieſe weg wenn
man Kratern beſucht, wo man zuerſt ein Getöſe
hört, ähnlich dem Erdbeben, durch(dann auch?) eine Erſchütterung
bemerkt und endlich Schlacken hervorkommen
ſieht.
33. Vorlesung, 27. Februar 1828
Die Erdbeben als dynamiſche Wirkungen der
innern Wärme erſchüttern nicht bloß, ſondern
es werden auch durch ſie Erdſchichten erhoben.
Man hat hiervon viele Beiſpiele; neuerdings
in Chili, wo Erdbeben Kalkſteinſchichten
von 30 bis 40 Meilen Länge um 4 bis 5 erhöben
haben. – Reinhard Reinbracht? ſagt daſselbe
von den Molukiſchen Inſeln beſonders von Banda
und Paramata. – In Schweden hat man ſchon lange
Zeit ſeit Celsius darauf aufmerkſam machte, beobachtet
daß bei der innern ſüdlichen und öſtlichen
Küſte der Meereſspiegel herabſinke da nun
in andern Theilen dieß nicht der Fall iſt, ſo hat
Leopold v Buch zuerſt die ſcharfſinige Idee aufgeſtellt
daß vielmehr der Continent gehoben werde.
Zweifel darüber hat ſo fallen dieſe weg wenn
man Kratern beſucht, wo man zuerſt ein Getöſe
hört, ähnlich dem Erdbeben, durch(dann auch?) eine Erſchütterung
bemerkt und endlich Schlacken hervorkommen
ſieht.
33. Vorlesung, 27. Februar 1828
Die Erdbeben als dynamiſche Wirkungen der
innern Wärme erſchüttern nicht bloß, ſondern
es werden auch durch ſie Erdſchichten erhoben.
Man hat hiervon viele Beiſpiele; neuerdings
in Chili, wo Erdbeben Kalkſteinſchichten
von 30 bis 40 Meilen Länge um 4 bis 5 erhöben
haben. – Reinhard Reinbracht? ſagt daſselbe
von den Molukiſchen Inſeln beſonders von Banda
und Paramata. – In Schweden hat man ſchon lange
Zeit ſeit Celsius darauf aufmerkſam machte, beobachtet
daß bei der innern ſüdlichen und öſtlichen
Küſte der Meereſspiegel herabſinke da nun
in andern Theilen dieß nicht der Fall iſt, ſo hat
Leopold v Buch zuerſt die ſcharfſinige Idee aufgeſtellt
daß vielmehr der Continent gehoben werde.
Es geſchieht ein ſolches Heben nur ſehr allmählig,
indem es in 100 Jahren nur etwa 3 bis 4 Fuß
beträgt. Auch in andern Theilen der Welt iſt man
ſchon auf eine ähnliche Erſcheinung aufmerkſam
geweſen; ſo im engliſchen Guyana und in mehreren
Inſeln der Südſee.
Quellen
Von dieſen Wirkungen der dynamiſchen Kräfte
gehen wir zu den Quellen über, beſonders zu den
heißen Quellen.
Wenn man Thermalquellen alle diejenigen
nennen wollte, die eine höhere Temperatur als
die Atmosphäre haben, ſo würden in der temperirten
Zone alle Quellen Thermalquellen genannt
werden müſsen. Von einer ſolchen allgemeinen
Beſtimmung kann daher hier nicht die
Rede ſein. Die Thermalquellen haben eine bedeutende
höhere Temperatur, von 60 bis 70° R.,
bei Caracal bis 72° R. – Doc fand bei einer heißen
Quelle im nördlichen Theile von Mexiko eine Wärme
indem es in 100 Jahren nur etwa 3 bis 4 Fuß
beträgt. Auch in andern Theilen der Welt iſt man
ſchon auf eine ähnliche Erſcheinung aufmerkſam
geweſen; ſo im engliſchen Guyana und in mehreren
Inſeln der Südſee.
Quellen
Von dieſen Wirkungen der dynamiſchen Kräfte
gehen wir zu den Quellen über, beſonders zu den
heißen Quellen.
Wenn man Thermalquellen alle diejenigen
nennen wollte, die eine höhere Temperatur als
die Atmosphäre haben, ſo würden in der temperirten
Zone alle Quellen Thermalquellen genannt
werden müſsen. Von einer ſolchen allgemeinen
Beſtimmung kann daher hier nicht die
Rede ſein. Die Thermalquellen haben eine bedeutende
höhere Temperatur, von 60 bis 70° R.,
bei Caracal bis 72° R. – Doc fand bei einer heißen
Quelle im nördlichen Theile von Mexiko eine Wärme
von 77° R, und würde man das Thermometer
tiefer hinein hatten können, ſo würde man
wohl 80° R finden.
Dieſe Quellen haben das Merkwürdige, wodurch
ſie ſich als Dämpfe charakteriſiren daß ſie durch
chemiſche Verſuche keinen Niederſchlag erleiden,
ſondern ſich ganz wie deſtillirtes Waſser verhalten
Nach Verſuchen von Link auf ſeiner Reiſe
nach Portugall, in Amerika, und Bossingon in
Columbien, und andere in neuern Zeiten wiederholten
Dagegen finden ſich andere heiße Quellen in
denen man Stickſtoffgas gefunden hat im nördl.
Amerika. – Ungewißer iſt es, ob dieß auch in
der Burſcheider Quelle der Fall iſt, es ſcheint das
was man für Stickſtoff aus der Quelle hielt eher
eine Zerſetzung des Schwefelwaſserſtoffgaſes und
der atmosphäriſchen Luft ſei. –
Hermstaedts Meinung
iſt gegen die des Doc
ſ. Chemie für Milit.
Perſonen
Andere enthalten
freie Schwefelſäure wie der Eſsigfluß Popaja
in dem die Fiſche ſterben; außer der freien
tiefer hinein hatten können, ſo würde man
wohl 80° R finden.
Dieſe Quellen haben das Merkwürdige, wodurch
ſie ſich als Dämpfe charakteriſiren daß ſie durch
chemiſche Verſuche keinen Niederſchlag erleiden,
ſondern ſich ganz wie deſtillirtes Waſser verhalten
Nach Verſuchen von Link auf ſeiner Reiſe
nach Portugall, in Amerika, und Bossingon in
Columbien, und andere in neuern Zeiten wiederholten
Dagegen finden ſich andere heiße Quellen in
denen man Stickſtoffgas gefunden hat im nördl.
Amerika. – Ungewißer iſt es, ob dieß auch in
der Burſcheider Quelle der Fall iſt, es ſcheint das
was man für Stickſtoff aus der Quelle hielt eher
eine Zerſetzung des Schwefelwaſserſtoffgaſes und
der atmosphäriſchen Luft ſei. –
Hermstaedts Meinung
iſt gegen die des Doc
ſ. Chemie für Milit.
Perſonen
Andere enthalten
freie Schwefelſäure wie der Eſsigfluß Popaja
in dem die Fiſche ſterben; außer der freien
Schwefelſäuren enthält dieſer nach der Salzſäure. –
Ähnlich iſt der Kraterſee bei Java.
Beim Ausbrechen der Quellen iſt eine merkwürdige
Erſcheinung bei dem Vulkan von Toriello
in der Gegend von Mexiko. Die Quellen Rio
Cutimba und Rio Saavedro haben jetzt eine Temperatur
von 40 bis 60° R., während ſie vorher kaum
10° hatten; ſie waren eine Zeitlang ganz verſchwunden
, und brechen jetzt wieder herraus.
Die Thermalquellen ſind merkwürdig wegen
der vielen Subſtanzen die ſie aufgelößt enthalten
, wodurch ſie als Heilkräfte wirken. Zu
den Zuſammengeſetzten gehört Carlsbad wo man
ſchon bis jetzt 12 Stoffe kennt. Nach Berzelius genauer
Unterſuchung iſt beſonders viel Flußſpathſäure
enthalten; außerdem Strontium, Mangan, Lithium
etc Um ſo merkwürdiger da Flußſpath und Lithium
in Glimard enthalten ſind . – Struve und Soltmann
haben es dahin gebracht dieſe Quellen künſtlich
Ähnlich iſt der Kraterſee bei Java.
Beim Ausbrechen der Quellen iſt eine merkwürdige
Erſcheinung bei dem Vulkan von Toriello
in der Gegend von Mexiko. Die Quellen Rio
Cutimba und Rio Saavedro haben jetzt eine Temperatur
von 40 bis 60° R., während ſie vorher kaum
10° hatten; ſie waren eine Zeitlang ganz verſchwunden
, und brechen jetzt wieder herraus.
Die Thermalquellen ſind merkwürdig wegen
der vielen Subſtanzen die ſie aufgelößt enthalten
, wodurch ſie als Heilkräfte wirken. Zu
den Zuſammengeſetzten gehört Carlsbad wo man
ſchon bis jetzt 12 Stoffe kennt. Nach Berzelius genauer
Unterſuchung iſt beſonders viel Flußſpathſäure
enthalten; außerdem Strontium, Mangan, Lithium
etc Um ſo merkwürdiger da Flußſpath und Lithium
in Glimard enthalten ſind . – Struve und Soltmann
haben es dahin gebracht dieſe Quellen künſtlich
nach zubilden.
Man hat ſonderbare Wunder in den heißen Quellen
geſucht, ſo daß ſie die Wärme bei weiten länger
hatten als Waſser das bis zu dieſer Temperatur
gekommen iſt; doch nach genauen Verſuchen iſt
dieß nicht der Fall. – Man hat ferner geglaubt
daß die Quelle von Wisbaden eine Abweichung
in der Magnetnadel hervorbringe; man hat die
frühern Verſuche nachgemacht und nur eine ganz
geringe Aenderung in der Abweichung gefunden,
wie es nach Requerel natürlich iſt, da ein jeder
chemiſche Prozeß eine Wirkung auf die Magnetnadel
äußert.
Eine von den ſchönen Arbeiten des Herrn Dr Struve,
ſind die Auslaugungen der Gebirgsarten aus
denen der Heilquellen beſtehen, und wo man mit
einen geringen Druck eine Flüſsigkeit erhält
die ganz ähnlich dem wahren Waſser der Heilquellen
iſt. –
ſ. oben Magnetism̃s;
chemiſche Einwirkung
Eine ſehr merkwürdige Subſtanz in den warmen
Man hat ſonderbare Wunder in den heißen Quellen
geſucht, ſo daß ſie die Wärme bei weiten länger
hatten als Waſser das bis zu dieſer Temperatur
gekommen iſt; doch nach genauen Verſuchen iſt
dieß nicht der Fall. – Man hat ferner geglaubt
daß die Quelle von Wisbaden eine Abweichung
in der Magnetnadel hervorbringe; man hat die
frühern Verſuche nachgemacht und nur eine ganz
geringe Aenderung in der Abweichung gefunden,
wie es nach Requerel natürlich iſt, da ein jeder
chemiſche Prozeß eine Wirkung auf die Magnetnadel
äußert.
Eine von den ſchönen Arbeiten des Herrn Dr Struve,
ſind die Auslaugungen der Gebirgsarten aus
denen der Heilquellen beſtehen, und wo man mit
einen geringen Druck eine Flüſsigkeit erhält
die ganz ähnlich dem wahren Waſser der Heilquellen
iſt. –
ſ. oben Magnetism̃s;
chemiſche Einwirkung
Eine ſehr merkwürdige Subſtanz in den warmen
Quellen iſt ein vegetabiliſch animaliſcher Stoff,
von dem man nicht glauben darf daß er erſt auf
der Oberfläche der Erde entſteht, ſondern von dem
man nicht gut leugnen kann, daß er ſchon im Waſser
vorhanden iſt. Amoniac
So lange man noch keine klare Begriffe von der
innern Wärme der Erde hatte, hielt man die
heißen Quellen für Lokalphänomen, und erklärte
ſie aus dem Brennen der Steinkohlenlagern unter
der Erde; von der Wirkung großer galvaniſcher
Säulen und dgl. Jetzt iſt man von dieſen
Hypotheſen zurückgekommen.
Auffallend iſt die geringe Quantität von fixer
Luft die einige Thermomatquellen hatten, und
die doch dabei ſehr wirkſam ſind. Das Bruñenwaſser
in Berlin hat 12 Gran fixe Beſtandtheile
, dagen Carlsbad kaum 3 Gran.
Den Gleichhalt der Wärme betreffend, ſo hat ſie
bei vielen Quellen wie die Quantität der Beſtandtheile
von dem man nicht glauben darf daß er erſt auf
der Oberfläche der Erde entſteht, ſondern von dem
man nicht gut leugnen kann, daß er ſchon im Waſser
vorhanden iſt. Amoniac
So lange man noch keine klare Begriffe von der
innern Wärme der Erde hatte, hielt man die
heißen Quellen für Lokalphänomen, und erklärte
ſie aus dem Brennen der Steinkohlenlagern unter
der Erde; von der Wirkung großer galvaniſcher
Säulen und dgl. Jetzt iſt man von dieſen
Hypotheſen zurückgekommen.
Auffallend iſt die geringe Quantität von fixer
Luft die einige Thermomatquellen hatten, und
die doch dabei ſehr wirkſam ſind. Das Bruñenwaſser
in Berlin hat 12 Gran fixe Beſtandtheile
, dagen Carlsbad kaum 3 Gran.
Den Gleichhalt der Wärme betreffend, ſo hat ſie
bei vielen Quellen wie die Quantität der Beſtandtheile
ſich nicht geändert hat, ebenſo auch die
Wärme nicht bedeutend geändert wenig Unterſchied
findet ſich bei der Analyſe von Klapproth
und Bergelius – Dagegen haben ſich andere ſowohl
an Wärme als an Beſtandtheilen geändert,
ſo die Quelle von Pyrmont ſehr wahrſcheinlich.
Andere Quellen ſind blos gasartig, und ſtoßen
nicht Waſser ſondern nur Luft aus. Dahin
gehören die Deſtillationen von Naphta was
verwechſelt worden iſt mit Waſserſtoffgas. –
Auch dieß findet ſich jedoch bei andern. Man kann
ſagen die älteſte Gasbeleuchtung iſt in Indien
an den Tempel des Brama, auf dem Himalaya-
Gebirge.
Es ſtrömt dort Waſserſtoffgas aus, das angezündet
wird, und fortbrennt. So zeigen ſich ähnlich auch
andere Gasarten auf verſchieden Stellen der Erde.
Die Quellen die Kieſelerde enthalten bilden ſich
Becken von ganz eigner Geſtalt; Niederſchlagen von
Wärme nicht bedeutend geändert wenig Unterſchied
findet ſich bei der Analyſe von Klapproth
und Bergelius – Dagegen haben ſich andere ſowohl
an Wärme als an Beſtandtheilen geändert,
ſo die Quelle von Pyrmont ſehr wahrſcheinlich.
Andere Quellen ſind blos gasartig, und ſtoßen
nicht Waſser ſondern nur Luft aus. Dahin
gehören die Deſtillationen von Naphta was
verwechſelt worden iſt mit Waſserſtoffgas. –
Auch dieß findet ſich jedoch bei andern. Man kann
ſagen die älteſte Gasbeleuchtung iſt in Indien
an den Tempel des Brama, auf dem Himalaya-
Gebirge.
Es ſtrömt dort Waſserſtoffgas aus, das angezündet
wird, und fortbrennt. So zeigen ſich ähnlich auch
andere Gasarten auf verſchieden Stellen der Erde.
Die Quellen die Kieſelerde enthalten bilden ſich
Becken von ganz eigner Geſtalt; Niederſchlagen von
faſrigen Kalkſtein, die den Namen Tuff führen,
wenn ſie mit Vegetabilien gemengt ſind, und die
oft zu einer feſten Mauer anwachſen. in Amerika
eine ſolche 10 bis 12′ breit
?
Koth oder Luftvulkane.
Die erſte vulkaniſche Erſcheinung zu der
wir von den Luftquellen kommen ſind die ſogenannten
Koth und Luftvulkane, von den
Italiener
Salse genannt. Es ſind dieß kleine, 150 bis
160 Fuß hohe Hügel, auf deren Höhe ſich kleine Krater
befinden die mit Waſser angefüllt ſind, und aus
denen ſich Gas entwickelt. Beſonders häufig ſind
ſie in Sicilien. Doc hat ähnliche in Columbien, in
der Gegend von Chartagena unterſucht. Es erhoben
ſich dort eine Menge kleiner Kegel von 10 bis 12′ Höhe;
den andern Tag ſtanden ſie nicht mehr an demſelben
Orte, ſondern waren verſchwunden; es waren kleine
Krater von 9″ Durchmeſser die mit kalten Waſser
gefüllt waren. Alte Traditionen berichten daß auch
wenn ſie mit Vegetabilien gemengt ſind, und die
oft zu einer feſten Mauer anwachſen. in Amerika
eine ſolche 10 bis 12′ breit
?
Koth oder Luftvulkane.
Die erſte vulkaniſche Erſcheinung zu der
wir von den Luftquellen kommen ſind die ſogenannten
Koth und Luftvulkane, von den
Italiener
Salse genannt. Es ſind dieß kleine, 150 bis
160 Fuß hohe Hügel, auf deren Höhe ſich kleine Krater
befinden die mit Waſser angefüllt ſind, und aus
denen ſich Gas entwickelt. Beſonders häufig ſind
ſie in Sicilien. Doc hat ähnliche in Columbien, in
der Gegend von Chartagena unterſucht. Es erhoben
ſich dort eine Menge kleiner Kegel von 10 bis 12′ Höhe;
den andern Tag ſtanden ſie nicht mehr an demſelben
Orte, ſondern waren verſchwunden; es waren kleine
Krater von 9″ Durchmeſser die mit kalten Waſser
gefüllt waren. Alte Traditionen berichten daß auch
Flammen dort geſehen worden ſind. In Italien
werden ſolche Flammen ſehr häufig geſehen; ſo daß
gar nicht daran zu zweifeln iſt. Bisweilen werden
auch Steine ausgeworfen; dieß ſcheint mit einer
jüngern Formation der Erde zuſammenhängen,
denn ſie werfen tertiäres Geſtein mit heraus.
Das Gas welches ſie entwickeln iſt weder Kohlenſäure
noch Hydrogen, wie man geglaubt hat,
ſondern Stickgas.
Aehnlich iſt ein Phänomen in der Krimm geſehen
worden wo ſchon Pallas einen Ausbruch beſchrieben
hat, jetzt in neuren Zeiten hat Herr Paroot daſelbſt
chemiſche Verſuche angeſtellt und gefunden
daß auch dort Stickgas entwickelt wird.
Es fängt dieſes Phänomen mit der Erhebung von
Inſeln zuſammen. Bei Azow iſt 2 mal eine
Inſel entſtanden, hat eine Zeitlang beſtanden,
und iſt dann wieder verſunken; das letzte mal
erſchien ſie am 10ten December 1814.
In andern Orten in Italien hat man nicht Stickgas
werden ſolche Flammen ſehr häufig geſehen; ſo daß
gar nicht daran zu zweifeln iſt. Bisweilen werden
auch Steine ausgeworfen; dieß ſcheint mit einer
jüngern Formation der Erde zuſammenhängen,
denn ſie werfen tertiäres Geſtein mit heraus.
Das Gas welches ſie entwickeln iſt weder Kohlenſäure
noch Hydrogen, wie man geglaubt hat,
ſondern Stickgas.
Aehnlich iſt ein Phänomen in der Krimm geſehen
worden wo ſchon Pallas einen Ausbruch beſchrieben
hat, jetzt in neuren Zeiten hat Herr Paroot daſelbſt
chemiſche Verſuche angeſtellt und gefunden
daß auch dort Stickgas entwickelt wird.
Es fängt dieſes Phänomen mit der Erhebung von
Inſeln zuſammen. Bei Azow iſt 2 mal eine
Inſel entſtanden, hat eine Zeitlang beſtanden,
und iſt dann wieder verſunken; das letzte mal
erſchien ſie am 10ten December 1814.
In andern Orten in Italien hat man nicht Stickgas
gefunden, ſind dem Geruch nach Schwefel-
Waſserſtoffgas.
Der Vulkan von Popaja, der den Eſsigfluß bildet
, hat keinen Krater aber kleine Öffnungen die
heiße Schwefelquellen ſind; mit ungeheuren Getöſe
hört man dort die Dämpfe heraus kommen, worauf
ſich ein großer Niederſchlag und ganze Gewölbe
von Schwefel bilden.
Die eigentlichen Vulkane
Dieſe ſtehen innigſt in Verbindung mit der Hervorbringung
der Vulkane Gebirgsarten irdiſcher
Subſtanzen ſelbſt. Sehr fälſchlich hat man oft den
Namen Vulkane auf einzelne Eruptionen angewendet
. –
s. L v Buch über Vulkane
Wenn die vulkaniſchen Phänomen in ihrer Vollſtändigkeit
da ſind, ſo iſt ein Vulkan ein hoher
Kegel von Trachyt, der auf ſeiner Oberfläche eine
Öffnung hat die mit dem Innern der Erde in Zuſammenhang
ſteht; es fließen dort geſchmolzene
Waſserſtoffgas.
Der Vulkan von Popaja, der den Eſsigfluß bildet
, hat keinen Krater aber kleine Öffnungen die
heiße Schwefelquellen ſind; mit ungeheuren Getöſe
hört man dort die Dämpfe heraus kommen, worauf
ſich ein großer Niederſchlag und ganze Gewölbe
von Schwefel bilden.
Die eigentlichen Vulkane
Dieſe ſtehen innigſt in Verbindung mit der Hervorbringung
der Vulkane Gebirgsarten irdiſcher
Subſtanzen ſelbſt. Sehr fälſchlich hat man oft den
Namen Vulkane auf einzelne Eruptionen angewendet
. –
s. L v Buch über Vulkane
Wenn die vulkaniſchen Phänomen in ihrer Vollſtändigkeit
da ſind, ſo iſt ein Vulkan ein hoher
Kegel von Trachyt, der auf ſeiner Oberfläche eine
Öffnung hat die mit dem Innern der Erde in Zuſammenhang
ſteht; es fließen dort geſchmolzene
Erdarten heraus, wiedie (?) ſonſt Erdquellen. – Man
kann gewiſse Graduationen des Zuſammenhangs
dabei annehmen; ſo:
Die ganze Provinz Quito war man geneigt
als einen Vulkan zu betrachten, ſo daß die einzelnen
Vulkane nur Eſsen eines Ganzen wären.
Es würde dieſe Anſicht aber nicht richtig ſein;
jeder Vulkan iſt ein Centrum eigner Erſcheinung.
Eine andere Graduation des Zuſammenhangs iſt
wie ſie ſich bei dem Pick von Teneriffa befindet;
ein und derſelbe Berg hat dort ſeit mehreren
Jahrhunderten nie mehr als einen Ausbruch gehabt
, ſo daß der Pik von Teneriffa der einzige
Vulkan iſt, der aber mit allen übrigen durch
Spalten im Innern zuſammen hängt. –
34. Vorlesung, 1. März 1828
Die bisweilen eingeſchobenen Anmerkungen
gehören aber nicht zum Vortrag ſondern wurden
von Doc beim Beginn einer Vorleſung häufig als
Ueberblick gegeben, wegen ihren Ueberſichtlichkeit
ſind ſie hier mit aufgenommen.
Anmerkung Der Hauptzweck einer Wiſsenſchaft iſt
kann gewiſse Graduationen des Zuſammenhangs
dabei annehmen; ſo:
Die ganze Provinz Quito war man geneigt
als einen Vulkan zu betrachten, ſo daß die einzelnen
Vulkane nur Eſsen eines Ganzen wären.
Es würde dieſe Anſicht aber nicht richtig ſein;
jeder Vulkan iſt ein Centrum eigner Erſcheinung.
Eine andere Graduation des Zuſammenhangs iſt
wie ſie ſich bei dem Pick von Teneriffa befindet;
ein und derſelbe Berg hat dort ſeit mehreren
Jahrhunderten nie mehr als einen Ausbruch gehabt
, ſo daß der Pik von Teneriffa der einzige
Vulkan iſt, der aber mit allen übrigen durch
Spalten im Innern zuſammen hängt. –
34. Vorlesung, 1. März 1828
Die bisweilen eingeſchobenen Anmerkungen
gehören aber nicht zum Vortrag ſondern wurden
von Doc beim Beginn einer Vorleſung häufig als
Ueberblick gegeben, wegen ihren Ueberſichtlichkeit
ſind ſie hier mit aufgenommen.
Anmerkung Der Hauptzweck einer Wiſsenſchaft iſt
jederzeit, das Viele, Zerſtreute zuſammen zu
ziehen, und ein Geſetz aufzufinden durch welches der
cauſale Zuſammenhang mit dieſen Erſcheinungen
nachzuweiſen iſt. Beſonders iſt dieß bei allen Gegenſtänden
der Natur; man kann ſich nur erſt
dann einen klaren Begriff von einer Erſcheinung
machen wenn man eingeſehen hat, wie ſie mit
andern in Verbindung steht. Wir ſehen hier alle
Wirkungen aus der innern Wärme hergeleitet;
dieſe dehnt im Innern der Erde die Stoffe aus
es entwickeln ſich Dämpfe; die dynamiſche Wirkung
davon ſind die Erdbeben, ſchaffend ſind die
Quellen und Vulkane. –
Das Erſtarren des Beweglichen iſt die Bildung
von Gebirgsarten. Die Gebirgsarten werden
hervorgebracht 1, durch die Quellen; aus ihren
Ablagerungen wie bei der Quelle von Travertino
bei Tivoli; die SüdSüßwaſserformationen
in Deutſchland, die ſo hart wie Marmor ſind. Auch
bringen ſie feſte Schichten hervor indem ſie aufſchwellen
ziehen, und ein Geſetz aufzufinden durch welches der
cauſale Zuſammenhang mit dieſen Erſcheinungen
nachzuweiſen iſt. Beſonders iſt dieß bei allen Gegenſtänden
der Natur; man kann ſich nur erſt
dann einen klaren Begriff von einer Erſcheinung
machen wenn man eingeſehen hat, wie ſie mit
andern in Verbindung steht. Wir ſehen hier alle
Wirkungen aus der innern Wärme hergeleitet;
dieſe dehnt im Innern der Erde die Stoffe aus
es entwickeln ſich Dämpfe; die dynamiſche Wirkung
davon ſind die Erdbeben, ſchaffend ſind die
Quellen und Vulkane. –
Das Erſtarren des Beweglichen iſt die Bildung
von Gebirgsarten. Die Gebirgsarten werden
hervorgebracht 1, durch die Quellen; aus ihren
Ablagerungen wie bei der Quelle von Travertino
bei Tivoli; die SüdSüßwaſserformationen
in Deutſchland, die ſo hart wie Marmor ſind. Auch
bringen ſie feſte Schichten hervor indem ſie aufſchwellen
und fortſchieben: Tuffſchichten uſw. 2,
durch die Salse, Kothvulkane, werden große Lattenſchichten
von mehrere Q.M. hervorgebracht.
3, Die Vulkane. – In den Trachyt Vulkanen
ſehen wir den eigentlichen Hervorgang von
körnigen Geſtein, das erdig iſt, wenn es durch
Druck entſtanden körnig, wenn es von oben
herab getropft iſt.
Die Vulkane werden wir betrachten in 3 Beziehungen
:
1, Ihre Entſtehung
2, Der Zuſtand ihrer vollendeten Thätigkeit,
gleichſam ihr reifes Alter.
3, Im alternden Zuſtand, Solfatagen.
Von der Entſtehung eines Vulkans auf trockenem
Boden haben wir kein Beiſpiel; was Doc in einem
ſeiner Werke über den Cherullo beſchrieben hat,
war auch nur ein Ausbruch zu nennen; von der
Entſtehung im Meere giebt es dagegen mehrere
Beiſpiele. Leopold v Buch hat zuerſt eine
richtige (?)darüber aufgeſtellt, ſo wie von der
durch die Salse, Kothvulkane, werden große Lattenſchichten
von mehrere Q.M. hervorgebracht.
3, Die Vulkane. – In den Trachyt Vulkanen
ſehen wir den eigentlichen Hervorgang von
körnigen Geſtein, das erdig iſt, wenn es durch
Druck entſtanden körnig, wenn es von oben
herab getropft iſt.
Die Vulkane werden wir betrachten in 3 Beziehungen
:
1, Ihre Entſtehung
2, Der Zuſtand ihrer vollendeten Thätigkeit,
gleichſam ihr reifes Alter.
3, Im alternden Zuſtand, Solfatagen.
Von der Entſtehung eines Vulkans auf trockenem
Boden haben wir kein Beiſpiel; was Doc in einem
ſeiner Werke über den Cherullo beſchrieben hat,
war auch nur ein Ausbruch zu nennen; von der
Entſtehung im Meere giebt es dagegen mehrere
Beiſpiele. Leopold v Buch hat zuerſt eine
richtige (?)darüber aufgeſtellt, ſo wie von der
Erhebung der Inſeln. – Man muß unterſcheiden
Erhebungs Krater, und Ausbruchs Krater. Wenn
das Meer durch elaſtiſche Dämpfe gehoben wird
ſo entſteht eine Inſel Erhebungskrater und erſt
mehrere Jahre nachher erfolgt ein Ausbruch.
In den Erhebungskrater durch Ausbrüche entſteht
erſt die Erhebung des Trachyt felſens, und dieß
iſt was man Ausbruchskrater nennt. So entſtand
die Inſel Palma und andere. – Die Umriſse
der Inſeln ſind gewöhnlich paralell mit den Pändern
der Krater. So iſt der Pick von Teneriffa
mit großen Bollwerken umgeben. – Der Mantel
der ſich in großer Entfernung von ihm befindet
umgiebt ihn rings herum, und iſt von Trachyt
Geſtein. – In Fortaventura liegt die Stadt Santaeura
im Krater ſelbſt. – Da die ganze Maſse
erhoben worden iſt, ſo entſtehen Thäler, die nach
dem Erhebungskrater hinauf gehen. Auf der Inſel
Amſterdam am Cap der guten Hoffnung iſt
noch kein Trachyt Krater gebildet. Der Eliasberg auf
Erhebungs Krater, und Ausbruchs Krater. Wenn
das Meer durch elaſtiſche Dämpfe gehoben wird
ſo entſteht eine Inſel Erhebungskrater und erſt
mehrere Jahre nachher erfolgt ein Ausbruch.
In den Erhebungskrater durch Ausbrüche entſteht
erſt die Erhebung des Trachyt felſens, und dieß
iſt was man Ausbruchskrater nennt. So entſtand
die Inſel Palma und andere. – Die Umriſse
der Inſeln ſind gewöhnlich paralell mit den Pändern
der Krater. So iſt der Pick von Teneriffa
mit großen Bollwerken umgeben. – Der Mantel
der ſich in großer Entfernung von ihm befindet
umgiebt ihn rings herum, und iſt von Trachyt
Geſtein. – In Fortaventura liegt die Stadt Santaeura
im Krater ſelbſt. – Da die ganze Maſse
erhoben worden iſt, ſo entſtehen Thäler, die nach
dem Erhebungskrater hinauf gehen. Auf der Inſel
Amſterdam am Cap der guten Hoffnung iſt
noch kein Trachyt Krater gebildet. Der Eliasberg auf
St. Antonia iſt von Thonſchiefer; dort hat die Natur
mehrere Jahrhundert lang daran gearbeitet einen
Trachyt Kegel in dem Keſsel zu erheben, aber nicht
dazu gekommen. – So kommt es auch das Inſeln
entſtehen, aber wieder verſinken – Unter den
azoriſchen Inſeln iſt eine kleine Inſel mehrmals
entſtanden und wieder verſchwunden;
zum erſten mal 1638 bald darauf verſchwand
ſie dann entſtand ſie 1719 und endlich wieder
1811. Sie erhebt ſich jedesmal zu 2 bis 300 Fuß,
das Senkblei zeigt an dem Ort dieſelbe Tiefe,
alſo iſt es eine Erhebung im Ganzen von 600
Fuß. Die Perioden waren das erſte mal 81
das andere mal 92 Jahre, alſo wenig Unterſchied
.
Aehnliche Phänomen erzeugen ſich häufig auf
dem Meere, ohne daß Inſeln entſtehen. So an
der Küſte von Lima und der Weſtküſte von
Peru, wo Doc ſelbſt durch den ſtarken Wellenſchlag
aufgeweckt wurde, ohne daß dabei nur irgend ein
Luftſtoß zu bemerken war. – Bisweilen hat man
mehrere Jahrhundert lang daran gearbeitet einen
Trachyt Kegel in dem Keſsel zu erheben, aber nicht
dazu gekommen. – So kommt es auch das Inſeln
entſtehen, aber wieder verſinken – Unter den
azoriſchen Inſeln iſt eine kleine Inſel mehrmals
entſtanden und wieder verſchwunden;
zum erſten mal 1638 bald darauf verſchwand
ſie dann entſtand ſie 1719 und endlich wieder
1811. Sie erhebt ſich jedesmal zu 2 bis 300 Fuß,
das Senkblei zeigt an dem Ort dieſelbe Tiefe,
alſo iſt es eine Erhebung im Ganzen von 600
Fuß. Die Perioden waren das erſte mal 81
das andere mal 92 Jahre, alſo wenig Unterſchied
.
Aehnliche Phänomen erzeugen ſich häufig auf
dem Meere, ohne daß Inſeln entſtehen. So an
der Küſte von Lima und der Weſtküſte von
Peru, wo Doc ſelbſt durch den ſtarken Wellenſchlag
aufgeweckt wurde, ohne daß dabei nur irgend ein
Luftſtoß zu bemerken war. – Bisweilen hat man
auch Flammen aufſteigen geſehen; es ſcheint nicht
Waſserſtoffgas zu ſein, ſondern andere chemiſche
Subſtanzen. So hat Danzerotti 1731 dieſes beobachtet
, worauf eine Menge todter Fiſche auf dem
Meere ſchwammen. – Bei einer ähnlichen Erſcheinung
war der Golf von Cariaco auf einer
Strecke von ¾ QM. erwärmt. Wie aus einer
ſo großen Tiefe des Meeres Flammen hervorſchlagen
können, iſt ſchwer zu ermitteln. Herr v Buch
hat die Meinung aufgeſtellt ob dieß nicht von
den Metalloide herrühren könne, von denen
freilich ein großer Theil oxidirt, ein andrer
aber noch in Flammen befindlich wäre.
Die Nähe in der die brennenden Vulkane mit dem
Meere ſind iſt merkwürdig, doch nicht ſo durchgängig
nöthig, wie man früher geglaubt hat. Der Pocopatepeni
in Mexiko iſt 36 Meilen vom Meere entfernt.
Doc ſelbſt hat den Bacamago öſtlich von der Andeskette
beſucht der 40 Meilen vom Meere entfernt iſt. Herr
Rüppel beſchreibt einen Vulkan in Afrika in
Waſserſtoffgas zu ſein, ſondern andere chemiſche
Subſtanzen. So hat Danzerotti 1731 dieſes beobachtet
, worauf eine Menge todter Fiſche auf dem
Meere ſchwammen. – Bei einer ähnlichen Erſcheinung
war der Golf von Cariaco auf einer
Strecke von ¾ QM. erwärmt. Wie aus einer
ſo großen Tiefe des Meeres Flammen hervorſchlagen
können, iſt ſchwer zu ermitteln. Herr v Buch
hat die Meinung aufgeſtellt ob dieß nicht von
den Metalloide herrühren könne, von denen
freilich ein großer Theil oxidirt, ein andrer
aber noch in Flammen befindlich wäre.
Die Nähe in der die brennenden Vulkane mit dem
Meere ſind iſt merkwürdig, doch nicht ſo durchgängig
nöthig, wie man früher geglaubt hat. Der Pocopatepeni
in Mexiko iſt 36 Meilen vom Meere entfernt.
Doc ſelbſt hat den Bacamago öſtlich von der Andeskette
beſucht der 40 Meilen vom Meere entfernt iſt. Herr
Rüppel beſchreibt einen Vulkan in Afrika in
Corduran der 100 Meilen vom Meere liegt.
Das merkwürdigſte Beiſpiel iſt aber in Aſien
wo Klapproth und Gueliſar in chineſiſchen Schriften
die Erwährung eines Feuerberges Hochan nördlich
von der chineſiſchen Stadt Kutschin gefunden
haben der 270 deutſche Meilen vom Meere entfernt
liegt. Man hat lange Zeit geglaubt daß
dieß ein anders Phänomen geweſen ſei ähnlich
wie bei der Entſtehung des Bora (?) aber
nach der Beſchreibung iſt es ein vollſtändiger
Vulkan, der nicht nur Salmiak ſondern auch
Steine geſchmolzen hervorbringt, und aus den
man bei Nacht Feuer und Rauch heraus kommen
ſieht.
Man glaubt daß bei ſolchen Vulkanen Seen in
der Nähe ſind, wie dieß bei bekanntern der
Fall iſt. Was der Grund ſein kann, daß Waſsermaſsen
in der Nähe des Vulkans nöthig ſein
müſsen, ſo hat man noch keine Erklärung geben
können, die mit den Anſichten einer guten
Phyſik beſtehen kann. – Von dem Emporſteigen
Das merkwürdigſte Beiſpiel iſt aber in Aſien
wo Klapproth und Gueliſar in chineſiſchen Schriften
die Erwährung eines Feuerberges Hochan nördlich
von der chineſiſchen Stadt Kutschin gefunden
haben der 270 deutſche Meilen vom Meere entfernt
liegt. Man hat lange Zeit geglaubt daß
dieß ein anders Phänomen geweſen ſei ähnlich
wie bei der Entſtehung des Bora (?) aber
nach der Beſchreibung iſt es ein vollſtändiger
Vulkan, der nicht nur Salmiak ſondern auch
Steine geſchmolzen hervorbringt, und aus den
man bei Nacht Feuer und Rauch heraus kommen
ſieht.
Man glaubt daß bei ſolchen Vulkanen Seen in
der Nähe ſind, wie dieß bei bekanntern der
Fall iſt. Was der Grund ſein kann, daß Waſsermaſsen
in der Nähe des Vulkans nöthig ſein
müſsen, ſo hat man noch keine Erklärung geben
können, die mit den Anſichten einer guten
Phyſik beſtehen kann. – Von dem Emporſteigen
eines Vulkans auf dem Trokenen iſt die Erſcheinung
des monte nuovo 1533 merkwürdig geweſen.
Die ganze Maſse des Berges iſt freilich mehr einen
Schlackenhügel ähnlich, aber doch iſt ein kleiner
Erguß von Lava dabei, wie Doc ſelbſt geſehen
hat. Auf der Iſtia geſchah 1302 ein Ausbruch,
und jetzt wieder ein neuer, ſo daß die Meinung
entſtanden iſt, daß das vulkaniſche Feuer vielleicht
vom Veſuv ſich etwas entfernen wird, und
der Berg bei Iſtia ein permanenter Vulkan werden
möchte. –
von Doc in ſeiner
Reiſebeſchreibung
beſchrieben
Der Vulkan von Cherullo in Mexiko liegt auf
einer ſchönen Ebene, wo dieſer einzige Baſaltberg
liegt auf dem ſich ein Trachyt Kegel erhebt es
iſt dieß ein Zeichen daß er ſchon früher Ausbrüche
gehabt hat. – Auf einmal muß ein unterirrdiſcher
Domen durchbrochen worden ſein; es wurden
Klüfte gebildet und Bimſtein heraus geworfen;
ähnlich wie Plinius den ersten Ausbruch des Veſuv
beſchreibt Einige Menſchen die ſich in den Indigo
Pflanzungen befanden merkten, daß ſie ihre
des monte nuovo 1533 merkwürdig geweſen.
Die ganze Maſse des Berges iſt freilich mehr einen
Schlackenhügel ähnlich, aber doch iſt ein kleiner
Erguß von Lava dabei, wie Doc ſelbſt geſehen
hat. Auf der Iſtia geſchah 1302 ein Ausbruch,
und jetzt wieder ein neuer, ſo daß die Meinung
entſtanden iſt, daß das vulkaniſche Feuer vielleicht
vom Veſuv ſich etwas entfernen wird, und
der Berg bei Iſtia ein permanenter Vulkan werden
möchte. –
von Doc in ſeiner
Reiſebeſchreibung
beſchrieben
Der Vulkan von Cherullo in Mexiko liegt auf
einer ſchönen Ebene, wo dieſer einzige Baſaltberg
liegt auf dem ſich ein Trachyt Kegel erhebt es
iſt dieß ein Zeichen daß er ſchon früher Ausbrüche
gehabt hat. – Auf einmal muß ein unterirrdiſcher
Domen durchbrochen worden ſein; es wurden
Klüfte gebildet und Bimſtein heraus geworfen;
ähnlich wie Plinius den ersten Ausbruch des Veſuv
beſchreibt Einige Menſchen die ſich in den Indigo
Pflanzungen befanden merkten, daß ſie ihre
Strohhüte voll Aſche hatten und flohen auf einem
Hügel. Doc hat dieſe Gegend beſehen und gefunden
daß ein großer Theil ſich wie eine Blaſe erhoben
hat um 200 bis 300 Fuß. In der Mitte der Blaſe
iſt eine Spalte aus der der Cherullo ſich erhoben
hat; Lava Ausbrüche ſind hier zu bemerken;
auch ſind hier die ſogenannten Ofen ornli entſtanden
nur 2 bis 3000 kleiner Kegel von denen
jeder raucht ſo daß man in einiger Entfernung
glaubt einen bewohnten Ort zu ſehen.
Die Vulkane in ihrer vollen Thätigkeit
Die Thätigkeit der Vulkane iſt ſehr ungleich. Als
ſehr kleine Perioden iſt der Berg bei Stromboli
merkwürdig, wo in 6 bis 7 Minuten die Ausbrüche
aufeinander folgen. Schon Strabo hat darauf
aufmerkſam gemacht. Es ſind dieß pulſirende
Lichterſcheinungen die ſich Millionen male wiederholen
. – Damit im großen Contraſt ſtehen die
großen Vulkane in Südamerika. – Es ſcheinen
ſich dieſe Perioden der Thätigkeit nach der
Hügel. Doc hat dieſe Gegend beſehen und gefunden
daß ein großer Theil ſich wie eine Blaſe erhoben
hat um 200 bis 300 Fuß. In der Mitte der Blaſe
iſt eine Spalte aus der der Cherullo ſich erhoben
hat; Lava Ausbrüche ſind hier zu bemerken;
auch ſind hier die ſogenannten Ofen ornli entſtanden
nur 2 bis 3000 kleiner Kegel von denen
jeder raucht ſo daß man in einiger Entfernung
glaubt einen bewohnten Ort zu ſehen.
Die Vulkane in ihrer vollen Thätigkeit
Die Thätigkeit der Vulkane iſt ſehr ungleich. Als
ſehr kleine Perioden iſt der Berg bei Stromboli
merkwürdig, wo in 6 bis 7 Minuten die Ausbrüche
aufeinander folgen. Schon Strabo hat darauf
aufmerkſam gemacht. Es ſind dieß pulſirende
Lichterſcheinungen die ſich Millionen male wiederholen
. – Damit im großen Contraſt ſtehen die
großen Vulkane in Südamerika. – Es ſcheinen
ſich dieſe Perioden der Thätigkeit nach der
Größe der Vulkane zu richten. Die Ausbrüche
des Veſuvs ſind häufiger als die des Aetna
und dieſe häufiger als der Vulkane in Südamerika
. Die Urſache ſcheint darin zu liegen, daß die
Dämpfe die geſchmolzenen Maſsen nicht ſo hoch hinauf
treiben können, und zur Seite ein Ausbruch nicht möglich
iſt, da ſie meiſtens im Hochgebirge liegen. So
vergehen daher oft mehrere Jahre ohne daß man
Rauch und leuchtende Erſcheinungen ſieht. – Der Rauch
der auf dem Veſuv immer während gelagert iſt,
wird nicht durch Waſserdämpfe gebildet die aus
dem Innern emporſteigen, ſondern vielmehr aus
denen welche ſich in der atmosphäriſchen Luft befinden
, und ſich niederſchlagen.
Unter den Domen von Trachyt muß man diejenigen
unterſcheiden die keine Öffnungen haben, und die
welche nur Seitenöffnungen haben. – Der Chimboraſso
hat ſelbſt keine Öffnung aber zur Seite kleine
Trachytberge, und hat zu dieſen den Ausbruch geſchickt.
Von allen Bergen die geſpieen haben und noch jetzt
des Veſuvs ſind häufiger als die des Aetna
und dieſe häufiger als der Vulkane in Südamerika
. Die Urſache ſcheint darin zu liegen, daß die
Dämpfe die geſchmolzenen Maſsen nicht ſo hoch hinauf
treiben können, und zur Seite ein Ausbruch nicht möglich
iſt, da ſie meiſtens im Hochgebirge liegen. So
vergehen daher oft mehrere Jahre ohne daß man
Rauch und leuchtende Erſcheinungen ſieht. – Der Rauch
der auf dem Veſuv immer während gelagert iſt,
wird nicht durch Waſserdämpfe gebildet die aus
dem Innern emporſteigen, ſondern vielmehr aus
denen welche ſich in der atmosphäriſchen Luft befinden
, und ſich niederſchlagen.
Unter den Domen von Trachyt muß man diejenigen
unterſcheiden die keine Öffnungen haben, und die
welche nur Seitenöffnungen haben. – Der Chimboraſso
hat ſelbſt keine Öffnung aber zur Seite kleine
Trachytberge, und hat zu dieſen den Ausbruch geſchickt.
Von allen Bergen die geſpieen haben und noch jetzt
ſpeien iſt der höchſte der Kotopaxi 17712′ dann
folgt der Pocopotoneto 16600′. – Vergleicht man die
Höhe mit dem Durchmeſser, ſo findet ſich eine
merkwürdige Ähnlichkeit zwiſchen den Aetna, Veſuv
und Pick von Teneriffa. Die Höhe verhält
ſich bei dieſen zum Durchmeſser des Umfangs
wie 1 : 28 ſo daß der Abhang nur 10 bis 12° beträgt.
Ein merkwürdiges Verhältniß findet zwiſchen
den Aſchenkegel und der Größe des Berges ſelbſt
ſtatt. Es hat:
Höhe des Aſchenkegels. Ganze Höhe.
Veſuv 1338 T. 3758 T.
Aetna 1020 〃 10200. nach Sausſure
u. Herſchel d J.
Pik von Teneriffa 504 〃 11430
Mit der Höhe des Berges ſcheint demnach die Höhe
des Aſchenkegels abzunehmen. Bei dem kleinſten,
am Veſuv beträgt der Aſchenkegel ⅓ ſeiner Höhe
beim Aetna 1/10, beim Pick von Teneriffa 1/22.
Der eigentliche Ausbruchskrater findet ſich bisweilen
gar nicht und doch ſind Lavaſtröme an den ſeiten
zu ſehen. Ein merkwürdiges Beiſpiel daran iſt
folgt der Pocopotoneto 16600′. – Vergleicht man die
Höhe mit dem Durchmeſser, ſo findet ſich eine
merkwürdige Ähnlichkeit zwiſchen den Aetna, Veſuv
und Pick von Teneriffa. Die Höhe verhält
ſich bei dieſen zum Durchmeſser des Umfangs
wie 1 : 28 ſo daß der Abhang nur 10 bis 12° beträgt.
Ein merkwürdiges Verhältniß findet zwiſchen
den Aſchenkegel und der Größe des Berges ſelbſt
ſtatt. Es hat:
Höhe des Aſchenkegels. Ganze Höhe.
Veſuv 1338 T. 3758 T.
Aetna 1020 〃 10200. nach Sausſure
u. Herſchel d J.
Pik von Teneriffa 504 〃 11430
Mit der Höhe des Berges ſcheint demnach die Höhe
des Aſchenkegels abzunehmen. Bei dem kleinſten,
am Veſuv beträgt der Aſchenkegel ⅓ ſeiner Höhe
beim Aetna 1/10, beim Pick von Teneriffa 1/22.
Der eigentliche Ausbruchskrater findet ſich bisweilen
gar nicht und doch ſind Lavaſtröme an den ſeiten
zu ſehen. Ein merkwürdiges Beiſpiel daran iſt
der Monte Aetisana 12000′ es iſt ungewiß ob hier
die Lavaſtröme auf einmal erſcheinen oder mehrere
nach einander. Eben ſo der Chimboraſso der aber einen
Seitenausbruch hatte.
Viel hat man nach Vorzeichen der Ausbrüche geſucht;
man hat geglaubt daß ſie mit dem Zuſtand der Atmosphäre
in Verbindung ſtehen, und daß ſie mehr
im Herbſt ſtatt finden. Doch Beiſpiele zeigen daß
die Ausbrüche in allen Jahreszeiten geſchehen. –
Bei dem Vulkan im Stromboli wird allgemein behauptet
daß die pulſirende Lichterſcheinungen im
Winter häufiger werden als im Sommer. Ein ſichreres
Zeichen hat man beim Veſuv im Ausbleiben der
Quellen entdeckt. Der Herzog de la Torre hat die Bemerkung
gemacht, daß die Quellen von Resina mehrere
Wochen vor dem Ausbruch ausbleiben.
Die Größe des Kraters ſteht eben ſo wenig mit der
Mächtigkeit der Vulkane im Verhältniß, wie die Aſchenkegel
. Der Pick von Teneriffa iſt ſehr mächtig und
der Durchmeſser ſeines Kraters betragt doch nur
300 Fuß. Der Aetna hat ebenfalls nur einen ſehr kleinen
die Lavaſtröme auf einmal erſcheinen oder mehrere
nach einander. Eben ſo der Chimboraſso der aber einen
Seitenausbruch hatte.
Viel hat man nach Vorzeichen der Ausbrüche geſucht;
man hat geglaubt daß ſie mit dem Zuſtand der Atmosphäre
in Verbindung ſtehen, und daß ſie mehr
im Herbſt ſtatt finden. Doch Beiſpiele zeigen daß
die Ausbrüche in allen Jahreszeiten geſchehen. –
Bei dem Vulkan im Stromboli wird allgemein behauptet
daß die pulſirende Lichterſcheinungen im
Winter häufiger werden als im Sommer. Ein ſichreres
Zeichen hat man beim Veſuv im Ausbleiben der
Quellen entdeckt. Der Herzog de la Torre hat die Bemerkung
gemacht, daß die Quellen von Resina mehrere
Wochen vor dem Ausbruch ausbleiben.
Die Größe des Kraters ſteht eben ſo wenig mit der
Mächtigkeit der Vulkane im Verhältniß, wie die Aſchenkegel
. Der Pick von Teneriffa iſt ſehr mächtig und
der Durchmeſser ſeines Kraters betragt doch nur
300 Fuß. Der Aetna hat ebenfalls nur einen ſehr kleinen
Krater; dagegen hat der Veſuv einen Krater von
1600′ Durchmeſser. Der größten Krater hat Doc bei
dem Pichincha gefunden, er beträgt 4200′ bei einer
Tiefe von wenigſtens 3000 bis 4000 Fuß. – Die
Krater ſind von Rändern umgeben, wo ſie wieder
kleine Kegel bilden können. Ähnlich wie bei den Vulkanen
hat es ſich auch beim Cherullo gezeigt. – Die
Ränder ſind ſehr ungleich, ſo daß ſie in Thürme ausarten,
welche ſehr gut dazu dienen um den Durchmeſser
des Kraters zu meſsen.
wie die Mondberge
Man hat früher geglaubt daß die Ränder der
Krater unbeſtändig wären, und ſich mit der Zeit
veränderten. Aber bei näherer Unterſuchung iſt dieß
nicht gefunden worden. Bei dem Pick von Teneriffa
hat man nach 20 Jahren keine Veränderung gefunden;
er iſt dieſer Zeit ganz gleich geblieben. Eben ſo der
Veſuv nach Unterſuchungen von Sausſure, Buch und Doc
35. Vorlesung, 5. März 1828
Anmerkungen. Der Proceß wodurch Gebirgsarten entſtehen
iſt dreierlei, und zwar entweder durch organiſche.
1, Durch Süßwaſserformationen, Niederſchlag von Flüſsigkeiten
1600′ Durchmeſser. Der größten Krater hat Doc bei
dem Pichincha gefunden, er beträgt 4200′ bei einer
Tiefe von wenigſtens 3000 bis 4000 Fuß. – Die
Krater ſind von Rändern umgeben, wo ſie wieder
kleine Kegel bilden können. Ähnlich wie bei den Vulkanen
hat es ſich auch beim Cherullo gezeigt. – Die
Ränder ſind ſehr ungleich, ſo daß ſie in Thürme ausarten,
welche ſehr gut dazu dienen um den Durchmeſser
des Kraters zu meſsen.
wie die Mondberge
Man hat früher geglaubt daß die Ränder der
Krater unbeſtändig wären, und ſich mit der Zeit
veränderten. Aber bei näherer Unterſuchung iſt dieß
nicht gefunden worden. Bei dem Pick von Teneriffa
hat man nach 20 Jahren keine Veränderung gefunden;
er iſt dieſer Zeit ganz gleich geblieben. Eben ſo der
Veſuv nach Unterſuchungen von Sausſure, Buch und Doc
35. Vorlesung, 5. März 1828
Anmerkungen. Der Proceß wodurch Gebirgsarten entſtehen
iſt dreierlei, und zwar entweder durch organiſche.
1, Durch Süßwaſserformationen, Niederſchlag von Flüſsigkeiten
, Anſchwemmungen und durch Fortführung:
2, Durch vulkaniſche Wirkung, theils Laven hervorbringend
die flüſsig hervorkommen ſich dann erſt erhärten,
theils durch trockene Auſwerfungen wie Bimſtein etc.
3, Durch organiſche Kräfte, wie man bei den Korallen
ſieht, die emporſteigen, veralten und dann zertrümmert
werden, ſie bilden
dann nicht bloß einfach und fragmentariſche Gebirge
ſondern auch Conglomerate.
Die Tiefe des Kraters – Wir verdanken dieß
dem großen Leop. v Buch – iſt das Maaß der wahrſcheinlichen
Entfernung großer Lava Ausbrüche. – Im
Krater bilden ſich einzelne Schlakenkegel die nach dem
Ausbruch ſich verändern; die Ränder ſelbſt bleiben aber
unverändert. Bei dem letzten Ausbruch des Veſuv
1822 iſt der Rand etwas niedriger geworden; die Tiefe
hat man zu 600′ geſchätzt. Der Boden des Kraters iſt durch
die Dämpfe über den Rand gehoben worden, ſo daß man
geſagt hat der Veſuv ſei an und für ſich höher geworden.
Doch dieß ſind erhobene Schlackenmassen fallen in einer
Nacht wieder zuſammen und die alte Form des Berges
ergiebt ſich wieder. Die Ränder ſind ſehr dick. Wenn der Schnee
2, Durch vulkaniſche Wirkung, theils Laven hervorbringend
die flüſsig hervorkommen ſich dann erſt erhärten,
theils durch trockene Auſwerfungen wie Bimſtein etc.
3, Durch organiſche Kräfte, wie man bei den Korallen
ſieht, die emporſteigen, veralten und dann zertrümmert
werden, ſie bilden
dann nicht bloß einfach und fragmentariſche Gebirge
ſondern auch Conglomerate.
Die Tiefe des Kraters – Wir verdanken dieß
dem großen Leop. v Buch – iſt das Maaß der wahrſcheinlichen
Entfernung großer Lava Ausbrüche. – Im
Krater bilden ſich einzelne Schlakenkegel die nach dem
Ausbruch ſich verändern; die Ränder ſelbſt bleiben aber
unverändert. Bei dem letzten Ausbruch des Veſuv
1822 iſt der Rand etwas niedriger geworden; die Tiefe
hat man zu 600′ geſchätzt. Der Boden des Kraters iſt durch
die Dämpfe über den Rand gehoben worden, ſo daß man
geſagt hat der Veſuv ſei an und für ſich höher geworden.
Doch dieß ſind erhobene Schlackenmassen fallen in einer
Nacht wieder zuſammen und die alte Form des Berges
ergiebt ſich wieder. Die Ränder ſind ſehr dick. Wenn der Schnee
geſchmolzen wird, wie es 1804 bei dem Cotopaxi der
Fall war wo eine Nacht hinreichte um den ganzen
Berg von weiß zu ſchwarz zu machen, ſo iſt dieß nicht
ſowohl die Wärme der Eruption die dieß hervorbringt,
als vielmehr die, welche durch die Spalten des Randes
durchdringt. Die Ränder haben ſich auch übereinander
gelagert; man muß glauben, daß die Steinmaſsen
ſich als Schichten gebildet haben. Die Spalten werden dann
von Zeit zu Zeit durch flüſsige Lava gefüllt; beſonders
bemerkte man dieß bei dem Ausbruch des
Veſuv 1822.
Eruptions Geſetze.
Bei jedem Vulkan ſind dieſe Geſetze dieſelben:
Zuerſt erfolgt ein Erdbeben, immer vor der Eruption
; während derſelben können wohl Riſse in Gebäuden
entſtehen, doch ſind dieſe nie eine Folge des
Erdbebens, ſondern vielmehr des Luftdrucks der durch
die Eruption hervorgebracht wird. Dann folgt Lava;
auf der Erde Lavaſtröme, im Waſser Lavaſchichten,
durch Rauch und Aſchenwürfe. Die Dampfe ſteigen
herauf, vermiſchen ſich mit der Atmosphäre und es
entſtehen Gewitter, Regen. Dieß hat die Urſache zu den
Fall war wo eine Nacht hinreichte um den ganzen
Berg von weiß zu ſchwarz zu machen, ſo iſt dieß nicht
ſowohl die Wärme der Eruption die dieß hervorbringt,
als vielmehr die, welche durch die Spalten des Randes
durchdringt. Die Ränder haben ſich auch übereinander
gelagert; man muß glauben, daß die Steinmaſsen
ſich als Schichten gebildet haben. Die Spalten werden dann
von Zeit zu Zeit durch flüſsige Lava gefüllt; beſonders
bemerkte man dieß bei dem Ausbruch des
Veſuv 1822.
Eruptions Geſetze.
Bei jedem Vulkan ſind dieſe Geſetze dieſelben:
Zuerſt erfolgt ein Erdbeben, immer vor der Eruption
; während derſelben können wohl Riſse in Gebäuden
entſtehen, doch ſind dieſe nie eine Folge des
Erdbebens, ſondern vielmehr des Luftdrucks der durch
die Eruption hervorgebracht wird. Dann folgt Lava;
auf der Erde Lavaſtröme, im Waſser Lavaſchichten,
durch Rauch und Aſchenwürfe. Die Dampfe ſteigen
herauf, vermiſchen ſich mit der Atmosphäre und es
entſtehen Gewitter, Regen. Dieß hat die Urſache zu den
Glauben gegeben daß die Vulkane Waſser ausſpeien.
Endlich kommt der Ausbruch der Mophiten, Kohlenſaures Gas etc.
Die Eruption des Veſuvs im Jahre 79 p C. weil Plinius
getödtet wurde iſt ſehr beträchtlich geweſen. Bis faſt zum
17ten Jahrh. iſt er in völliger Ruhe geweſen, in welcher Zeit
nur 1500 ein Ausbruch geweſen zu ſein ſcheint. 1635 erfolgte
ein neuer Ausbruch; von dieſer Zeit an erfolgten mehrere
Ausbrüche in kurzen Perioden. Man muß jedoch nicht
glauben daß in der Zwiſchenzeit wo keine Ausbrüche
ſtattfanden, der Veſuv eine Solfatare geweſen ſei. –
Da wo die Vulkane bis an die Grenze des ewigen
Schnees weichen bieten ſie ein eignes Phänomen dar;
bei den Ausbrüchen ſieht man oft eine Menge todter
Fiſche die aus den Vulkanen heraus kommen. Es ſcheint
dieß vom Schnee herzurühren der ſchmilzt und unterirdiſche
Seen bildet. Fiſche die die Gewohnheit haben gegen
den Strom hinan zu ſchwimmen und Höhlen zu ſuchen
in denen ſie wohnen ſteigen hier hinein durch die Quellen
der Bäche und halten ſich in dieſen Seen auf, von wo
ſie bei einer Eruption vielleicht ſchon todt heraus geſchleudert
werden. Es ſind dieß Fiſche mit kleinen Mundfäden –
Bartfiſche, milodosclopi . – Ein ſolcher Ausbruch von Fiſchen
hat beſonders 1698, den 20ten July ſtatt gefunden, als der
Endlich kommt der Ausbruch der Mophiten, Kohlenſaures Gas etc.
Die Eruption des Veſuvs im Jahre 79 p C. weil Plinius
getödtet wurde iſt ſehr beträchtlich geweſen. Bis faſt zum
17ten Jahrh. iſt er in völliger Ruhe geweſen, in welcher Zeit
nur 1500 ein Ausbruch geweſen zu ſein ſcheint. 1635 erfolgte
ein neuer Ausbruch; von dieſer Zeit an erfolgten mehrere
Ausbrüche in kurzen Perioden. Man muß jedoch nicht
glauben daß in der Zwiſchenzeit wo keine Ausbrüche
ſtattfanden, der Veſuv eine Solfatare geweſen ſei. –
Da wo die Vulkane bis an die Grenze des ewigen
Schnees weichen bieten ſie ein eignes Phänomen dar;
bei den Ausbrüchen ſieht man oft eine Menge todter
Fiſche die aus den Vulkanen heraus kommen. Es ſcheint
dieß vom Schnee herzurühren der ſchmilzt und unterirdiſche
Seen bildet. Fiſche die die Gewohnheit haben gegen
den Strom hinan zu ſchwimmen und Höhlen zu ſuchen
in denen ſie wohnen ſteigen hier hinein durch die Quellen
der Bäche und halten ſich in dieſen Seen auf, von wo
ſie bei einer Eruption vielleicht ſchon todt heraus geſchleudert
werden. Es ſind dieß Fiſche mit kleinen Mundfäden –
Bartfiſche, milodosclopi . – Ein ſolcher Ausbruch von Fiſchen
hat beſonders 1698, den 20ten July ſtatt gefunden, als der
Camboarasov ſeinen Gipfel verlor. Etwas Ähnliches hat
bei den Vulkan von Ibabubo ſtatt gefunden. – Die Natur
der Eruption iſt dreierlei.
1, Fragmente von uranfänglichen Geſtein die heraus geworfen
werden alſo nicht Producte der Vulkane ſelbſt. Es ſind
dieß z. B. fussogrande, fussoblanco. Glimmerſchiefer, Hornblendeſchiefer
. – Nicht nur Fragmente ſondern ſelbſt große
Stücke finden ſich in der Lava eingeſchloſsen.
2, Geſteine die nicht wie dieſe unverändert, ſondern durch
die vulkaniſche Kraft verändert heraus kommen. Uranfängliches
Geſtein das zu vulkaniſchen Producten verändert
iſt. So der Kalkſtein der Apeninnen erſcheint durch die
Ausbrüche des Veſuv als körniger Marmor.
3, Werden wirkliche vulkaniſche Maſsen hervorgebracht,
Lavaſtröme, wenn ſie im Trokenen, Lavaſchichten wenn ſie
in Waſser wirken. – Es kann hier ein förmliches Schmelzen
uranfänglicher Subſtanzen nicht verkannt werden. –
Die Tiefe beſtimmt nicht nur die Macht des Ausbruchs ſondern
auch ſelbſt die Art der Producte.
Herrn v Buchs Reiſen
Die Maſsen ſind
glasartig, wenn ſie von der Höhe, ſteinartig wenn ſie
von der Tiefe kommen. Je tiefer die Maſsen hervorkommen
deſto feſter ſind ſie, weil der Druck um ſo größer wird
ſo kommen Baſaltartige Maſsen, während aus der Höhe nur
bei den Vulkan von Ibabubo ſtatt gefunden. – Die Natur
der Eruption iſt dreierlei.
1, Fragmente von uranfänglichen Geſtein die heraus geworfen
werden alſo nicht Producte der Vulkane ſelbſt. Es ſind
dieß z. B. fussogrande, fussoblanco. Glimmerſchiefer, Hornblendeſchiefer
. – Nicht nur Fragmente ſondern ſelbſt große
Stücke finden ſich in der Lava eingeſchloſsen.
2, Geſteine die nicht wie dieſe unverändert, ſondern durch
die vulkaniſche Kraft verändert heraus kommen. Uranfängliches
Geſtein das zu vulkaniſchen Producten verändert
iſt. So der Kalkſtein der Apeninnen erſcheint durch die
Ausbrüche des Veſuv als körniger Marmor.
3, Werden wirkliche vulkaniſche Maſsen hervorgebracht,
Lavaſtröme, wenn ſie im Trokenen, Lavaſchichten wenn ſie
in Waſser wirken. – Es kann hier ein förmliches Schmelzen
uranfänglicher Subſtanzen nicht verkannt werden. –
Die Tiefe beſtimmt nicht nur die Macht des Ausbruchs ſondern
auch ſelbſt die Art der Producte.
Herrn v Buchs Reiſen
Die Maſsen ſind
glasartig, wenn ſie von der Höhe, ſteinartig wenn ſie
von der Tiefe kommen. Je tiefer die Maſsen hervorkommen
deſto feſter ſind ſie, weil der Druck um ſo größer wird
ſo kommen Baſaltartige Maſsen, während aus der Höhe nur
Oxydian, Bimstein etc. – Auffallend iſt die Verſchiedenheit
der Vulkane in ihren Producten. Der Aetna bringt
weder Oxydian noch Bimſtein hervor, während andern ungeheure
Schichten von Bimſtein produciren. Die größten
Maſsen von Bimſtein wirft der Cotopaxi aus; Maſsen
von 30′ Länge und 5–6′ Höhe. – Latacumba Merkwürdig
ſind dieſe wegen der großen Glimmer criſtalle die
ſie enthalten. – Die Oberfläche der Laven wenn ſie erkalten
gleicht den Eisſchollen in den Polargegenden. Sie bilden
das wüſte Land, indem ſie keine Vegetation tragen. Sobald
aber Aſche herauf fällt, können ſie in fruchtbares Land
umgewandelt werden. Bisweilen bilden die elaſtiſchen
Dämpfe noch kleine Kegel wie die Ornitos beim Cherullo,
die ſchon eben beſchrieben wurden. – Beim Veſuv hat man
1822 etwas Ähnliches gefunden. – Merkwürdig ſind die
Höhlen die in den Laven entſtehen. Die Urſache davon ſcheinen
Metalle zu ſein. Durch Sublimation ſchießt an den Wänden
dieſer Höhlen Eiſenſatz etc an. Man hat ſchon 7 Metalle
entdeckt die in der Lava bisweilen mehr oder weniger enthalten
ſind; Eiſen, Kupfer, Titan, Mangan, Spießglanz, Arſenik und
Solen. Früher hat man geleugnet daß dieſe Verbindung mit den
Vulkanen hätten. – Die Urſache der Eruption iſt gewiß in der größte
der Vulkane in ihren Producten. Der Aetna bringt
weder Oxydian noch Bimſtein hervor, während andern ungeheure
Schichten von Bimſtein produciren. Die größten
Maſsen von Bimſtein wirft der Cotopaxi aus; Maſsen
von 30′ Länge und 5–6′ Höhe. – Latacumba Merkwürdig
ſind dieſe wegen der großen Glimmer criſtalle die
ſie enthalten. – Die Oberfläche der Laven wenn ſie erkalten
gleicht den Eisſchollen in den Polargegenden. Sie bilden
das wüſte Land, indem ſie keine Vegetation tragen. Sobald
aber Aſche herauf fällt, können ſie in fruchtbares Land
umgewandelt werden. Bisweilen bilden die elaſtiſchen
Dämpfe noch kleine Kegel wie die Ornitos beim Cherullo,
die ſchon eben beſchrieben wurden. – Beim Veſuv hat man
1822 etwas Ähnliches gefunden. – Merkwürdig ſind die
Höhlen die in den Laven entſtehen. Die Urſache davon ſcheinen
Metalle zu ſein. Durch Sublimation ſchießt an den Wänden
dieſer Höhlen Eiſenſatz etc an. Man hat ſchon 7 Metalle
entdeckt die in der Lava bisweilen mehr oder weniger enthalten
ſind; Eiſen, Kupfer, Titan, Mangan, Spießglanz, Arſenik und
Solen. Früher hat man geleugnet daß dieſe Verbindung mit den
Vulkanen hätten. – Die Urſache der Eruption iſt gewiß in der größte
Tiefe, aber der Stoff woraus die Lava entſteht kommt von höhern
Orten her. – Die Maſse der Lava iſt ſehr verſchieden nicht nur
bei den verſchiedenen Vulkanen die oft ſehr nahe an einander
liegen, wie Veſuv und Aetna ſondern auch ſelbſt bei Ausbrüchen
deſselben Vulkans, zu verſchiedenen Zeiten. – Die Feldſpathartige
Lava gehört vermuthlich den erſten Ausbrüchen zu.
Das Anſehe des Aſchenausbruchs iſt mit der Geſtalt einer
Pinie zu vergleichen; ein hoher grad aufſteigender Stamm,
der oben ſich in eine Krone ausbreitet; indem die Dämpfe
mit der Aſche hervorbrechen. Man muß hierbei ein 4 faches
Vorkommen unterſcheiden. Entweder ſie wird aus dem
Ausbruchs Krater emporgeſchleudert, weit in die Luft hinein
und fällt von einer großen Höhe zu Boden. – Die Aſchenauswürfe
können dann ſehr bedeutend werden, ſo beim
erſten Ausbruch des Veſuvs lag ſie 60–70 Fuß hoh wie noch
das verſchüttete Herculanum bezeugt. Bei den Ausbrüchen
von 1631 und 1822. lag ſie dagegen nur 2 bis 3′ hoch.
2, Sie kommt nicht durch den Krater ſelbſt ſondern aus einer
Seitenöffnung hervor. 1822 kam noch einmal die Nachricht daß
trockenes Waſsers nahe am Krater aus dem Berge hervor
breche; es war dieß trockene Aſche, die wie eine Quelle heraus
brach. – 3, Die mit Waſserdampfen gemiſchten Schlam̃ Ausbrüche.
Herr Steininger in Trier hat in ſeinem vorzüglichen Werk über die
Eifel hierauf zuerſt aufmerkſam gemacht. – Man ſieht dieß in
Orten her. – Die Maſse der Lava iſt ſehr verſchieden nicht nur
bei den verſchiedenen Vulkanen die oft ſehr nahe an einander
liegen, wie Veſuv und Aetna ſondern auch ſelbſt bei Ausbrüchen
deſselben Vulkans, zu verſchiedenen Zeiten. – Die Feldſpathartige
Lava gehört vermuthlich den erſten Ausbrüchen zu.
Das Anſehe des Aſchenausbruchs iſt mit der Geſtalt einer
Pinie zu vergleichen; ein hoher grad aufſteigender Stamm,
der oben ſich in eine Krone ausbreitet; indem die Dämpfe
mit der Aſche hervorbrechen. Man muß hierbei ein 4 faches
Vorkommen unterſcheiden. Entweder ſie wird aus dem
Ausbruchs Krater emporgeſchleudert, weit in die Luft hinein
und fällt von einer großen Höhe zu Boden. – Die Aſchenauswürfe
können dann ſehr bedeutend werden, ſo beim
erſten Ausbruch des Veſuvs lag ſie 60–70 Fuß hoh wie noch
das verſchüttete Herculanum bezeugt. Bei den Ausbrüchen
von 1631 und 1822. lag ſie dagegen nur 2 bis 3′ hoch.
2, Sie kommt nicht durch den Krater ſelbſt ſondern aus einer
Seitenöffnung hervor. 1822 kam noch einmal die Nachricht daß
trockenes Waſsers nahe am Krater aus dem Berge hervor
breche; es war dieß trockene Aſche, die wie eine Quelle heraus
brach. – 3, Die mit Waſserdampfen gemiſchten Schlam̃ Ausbrüche.
Herr Steininger in Trier hat in ſeinem vorzüglichen Werk über die
Eifel hierauf zuerſt aufmerkſam gemacht. – Man ſieht dieß in
dem Tuffſtein u. Traßſtein am Rhein. 4, endlich die trockenen
ausgeſtoßenen Maſsen.
Vulkane im Greiſenalter
Der letzte Zuſtand der Vulkane in ihrem Alter iſt der der Solfatagen
, wo ſie nicht mehr ſolche gewaltige Eruptionen haben,
ſondern nur Gas ausſtrömen. – Beſonders Schwefelwaſserſtoff
Gas. – Eine andere Art dieſes Ätnas iſt, daß die Seen in dem
Krater bilden, die freie Salzſäure und Schwefelſäure enthalten
. – Das Heraufſteigen der Schwefelſäure iſt um ſo
merkwürdiger da man früher glaubte es könne ſich der
Schwefel nur im ſpätern Geſtein Kalkſtein finden. Doc hat
ihn auch im Glimmer gefunden Quito – Die Schwefeldämpfe
verwandeln ihn in Gyps.
36. Vorlesung, 8. März 1828
Die brennenden Vulkane ſind manigfaltig gruppirt, theils
als Kreis Vulkane, theils als Reihen Vulkane.
S. Puffendorffs Añalen:
Ueber die canariſchen
Inſeln v L v Buch
v Humboldts geognoſtiſchen
Anſicht von Südamerika
.
– Beiſpiele
von Kreis Vulkanen ſind der Veſuv, Pick von Teneriffa,
die Azoren, die canariſchen Inſeln. Die Reihenvulkane ſind
ſolche die ſich auf Spalten gebildet haben. Die vielleicht ſchon früher
exiſtirten wie auf der Andeskette um am Fuße derſelben
bei Guatinala. Es wechſeln dieſe ſelbſt wie die Gebirgsarten
ab, wie bei den Philipinen und Molucken.
Die temporären Ausbrüche der Vulkane ſind oft mit Hebungen
begleitet; doch findet man nur höchſt ſelten uranfängliches Geſtein
am Fuße der Vulkane entſtehen. – Dieſe Proceſse der
bloß dynamiſchen Erdbeben und die dynamiſch und chemiſch
wirkenden heißen Quellen und Vulkane leiten auf Vermuthungen
ausgeſtoßenen Maſsen.
Vulkane im Greiſenalter
Der letzte Zuſtand der Vulkane in ihrem Alter iſt der der Solfatagen
, wo ſie nicht mehr ſolche gewaltige Eruptionen haben,
ſondern nur Gas ausſtrömen. – Beſonders Schwefelwaſserſtoff
Gas. – Eine andere Art dieſes Ätnas iſt, daß die Seen in dem
Krater bilden, die freie Salzſäure und Schwefelſäure enthalten
. – Das Heraufſteigen der Schwefelſäure iſt um ſo
merkwürdiger da man früher glaubte es könne ſich der
Schwefel nur im ſpätern Geſtein Kalkſtein finden. Doc hat
ihn auch im Glimmer gefunden Quito – Die Schwefeldämpfe
verwandeln ihn in Gyps.
36. Vorlesung, 8. März 1828
Die brennenden Vulkane ſind manigfaltig gruppirt, theils
als Kreis Vulkane, theils als Reihen Vulkane.
S. Puffendorffs Añalen:
Ueber die canariſchen
Inſeln v L v Buch
v Humboldts geognoſtiſchen
Anſicht von Südamerika
.
– Beiſpiele
von Kreis Vulkanen ſind der Veſuv, Pick von Teneriffa,
die Azoren, die canariſchen Inſeln. Die Reihenvulkane ſind
ſolche die ſich auf Spalten gebildet haben. Die vielleicht ſchon früher
exiſtirten wie auf der Andeskette um am Fuße derſelben
bei Guatinala. Es wechſeln dieſe ſelbſt wie die Gebirgsarten
ab, wie bei den Philipinen und Molucken.
Die temporären Ausbrüche der Vulkane ſind oft mit Hebungen
begleitet; doch findet man nur höchſt ſelten uranfängliches Geſtein
am Fuße der Vulkane entſtehen. – Dieſe Proceſse der
bloß dynamiſchen Erdbeben und die dynamiſch und chemiſch
wirkenden heißen Quellen und Vulkane leiten auf Vermuthungen
was früher bei der Entſtehung der Erde und bei ihrer Fortbildung
geſchehen iſt, wie ſich die Oxydation des Erdmetalloids
gebildet hat.
Die Vulkane ſind lange nur im Zerſtörenden Wirkung betracht
werden, erſt in neurer Zeit hat man ſie auch als bildend
betrachtet. Vor unſern Augen entſtanden neue Kalkfoſsilien
und neue Produkte ſtiegen aus den Vulkanen hervor.
Die periodiſchen und neuen Gebilden der vulkaniſchen Gebirgsarten
ſind nicht nur ſelbſtkörnig, ſondern machen auch ein
ander Geſtein körnig, ſo bilden ſie den pariſchen Marmor
bloß durch Contact mit Flötzgeſtein Fleuriande Belville . Man
hat endeckt daß Maſsen, die man unter verſchiedenem Druckſchmelzen
und dann erkalten läßt entweder feſt oxydiren oder
glasartig werden. – Auf künſtlichen Wege hat man es dahin
gebracht ſolche Foſsilien hervor zu bringen Witſcheling, Ambetaſton
– Von der größten Wichtigkeit ſind dieſe Entdeckungen
nicht nur für den Bergbau, ſondern ſie belehren uns
noch über den Cauſal zuſammenhang mehrerer geognoſtiſcher
Erſcheinungen.
Das Starre des Erdkörpers.
Unterſuchung der äußern Erdrinde; Geognoſie der Lagerungsverhältniſse
Man hat lange Zeit gefragt wie tief wir in die Erdrinde eingedrungen
ſind, und gewöhnlich iſt die Grube von Ansin (?)
bei Valenciennes 850′ unter dem M. als die tiefſte angegeben
Es ſcheint gewiß zu ſein daß die tiefſten Arbeiten der Menſchen
geſchehen iſt, wie ſich die Oxydation des Erdmetalloids
gebildet hat.
Die Vulkane ſind lange nur im Zerſtörenden Wirkung betracht
werden, erſt in neurer Zeit hat man ſie auch als bildend
betrachtet. Vor unſern Augen entſtanden neue Kalkfoſsilien
und neue Produkte ſtiegen aus den Vulkanen hervor.
Die periodiſchen und neuen Gebilden der vulkaniſchen Gebirgsarten
ſind nicht nur ſelbſtkörnig, ſondern machen auch ein
ander Geſtein körnig, ſo bilden ſie den pariſchen Marmor
bloß durch Contact mit Flötzgeſtein Fleuriande Belville . Man
hat endeckt daß Maſsen, die man unter verſchiedenem Druckſchmelzen
und dann erkalten läßt entweder feſt oxydiren oder
glasartig werden. – Auf künſtlichen Wege hat man es dahin
gebracht ſolche Foſsilien hervor zu bringen Witſcheling, Ambetaſton
– Von der größten Wichtigkeit ſind dieſe Entdeckungen
nicht nur für den Bergbau, ſondern ſie belehren uns
noch über den Cauſal zuſammenhang mehrerer geognoſtiſcher
Erſcheinungen.
Das Starre des Erdkörpers.
Unterſuchung der äußern Erdrinde; Geognoſie der Lagerungsverhältniſse
Man hat lange Zeit gefragt wie tief wir in die Erdrinde eingedrungen
ſind, und gewöhnlich iſt die Grube von Ansin (?)
bei Valenciennes 850′ unter dem M. als die tiefſte angegeben
Es ſcheint gewiß zu ſein daß die tiefſten Arbeiten der Menſchen
oberhalb Lüttich im Val St Lambert die Grube bei Marles 1600′
tief, ſei. Nach Angaben der Herren v Deckel und Anhauſen iſt dieſe
1400′ unter dem M. Im Freibergiſchen iſt die tiefſte Grube 1670′
aber ihr Boden liegt nur 500′ unter dem M., eine Grube in
Guatamala iſt 1630′ tief. Man iſt demnach 4 mal ſo tief
in die Erde eingedrungen, als man in allen Jahrh. in die Höhe
hinauf gebaut hat. Die höchſten Pyramiden, der Straßburger
Münster etc. ſind nicht höher als 440 bis 450 Fuß. – Die Ameiſen
bauen in Verhältniß eben ſo hoch: 10 bis 12′ – Es iſt aber
nicht nur richtig was in der Erde vorgeht, ſondern auch
zu wiſsen wie im Innern der Gebirge. Wenn man annim̃t,
wozu aus allerdings manches berechnet daß die Gebirge durch
Emporhebung der Erdoberfläche entſtanden ſind, ſo wird das
Innern der Gebirge zugleich über das Innere der Erde Keñtniß
verſchaffen. – Der höchſte Gipfel auf dem Himalaya Gebirge,
den höchſten welche wir kennen iſt 26000′ über dem M. erhaben;
nim̃t man um an daß dieſer auch die höchſte Tiefe unter ſich
haben wurde, ſo können wir doch nur 1 geogr. Meile von dem
Innern der Erde dadurch kennen lernen. – Die Vulkane wirken
gewiß aus ſehr großen Tiefen, und es iſt wahrſcheinlicher
daß ihre Eruptions Produkte, Fragmente von Gebirgsarten
ſind, die ſehr tief liegen. – Wir kennen 5 körnige Gebirgsarten
– Urgebirgsarten, wie man ſie ehedem nannte:
1, das ſchwarze Eiſenſelinit 2, die älteſten Baſaltformationen,
3, Trachyt weiß, glaſig
tief, ſei. Nach Angaben der Herren v Deckel und Anhauſen iſt dieſe
1400′ unter dem M. Im Freibergiſchen iſt die tiefſte Grube 1670′
aber ihr Boden liegt nur 500′ unter dem M., eine Grube in
Guatamala iſt 1630′ tief. Man iſt demnach 4 mal ſo tief
in die Erde eingedrungen, als man in allen Jahrh. in die Höhe
hinauf gebaut hat. Die höchſten Pyramiden, der Straßburger
Münster etc. ſind nicht höher als 440 bis 450 Fuß. – Die Ameiſen
bauen in Verhältniß eben ſo hoch: 10 bis 12′ – Es iſt aber
nicht nur richtig was in der Erde vorgeht, ſondern auch
zu wiſsen wie im Innern der Gebirge. Wenn man annim̃t,
wozu aus allerdings manches berechnet daß die Gebirge durch
Emporhebung der Erdoberfläche entſtanden ſind, ſo wird das
Innern der Gebirge zugleich über das Innere der Erde Keñtniß
verſchaffen. – Der höchſte Gipfel auf dem Himalaya Gebirge,
den höchſten welche wir kennen iſt 26000′ über dem M. erhaben;
nim̃t man um an daß dieſer auch die höchſte Tiefe unter ſich
haben wurde, ſo können wir doch nur 1 geogr. Meile von dem
Innern der Erde dadurch kennen lernen. – Die Vulkane wirken
gewiß aus ſehr großen Tiefen, und es iſt wahrſcheinlicher
daß ihre Eruptions Produkte, Fragmente von Gebirgsarten
ſind, die ſehr tief liegen. – Wir kennen 5 körnige Gebirgsarten
– Urgebirgsarten, wie man ſie ehedem nannte:
1, das ſchwarze Eiſenſelinit 2, die älteſten Baſaltformationen,
3, Trachyt weiß, glaſig
4, Porphyre, ohne und mit Quarz; 5, Syenit, Gneiß,
Thonſchiefer. Der Syenit bildet gleichſam einen
Uebergang.
Betrachtet man von der Oberfläche der Erde
nach ihrem Mittelpunkte hin, die Schichten, ſo findet
man zuerſt lockere Schichten, Süßwaſserformationen
mit Thieren- und Pflanzenüberreſten
, und zwiſchen letztern Dycotiledonen.
Monocotyledonen ſind
ſolche Baumgewächſe deren
Stämme keine
Jahresringe haben.
Palmen, Baumartige
Farrenkräuter.
–
Dann folgen, 2, feſte Schichten von Sandſchein,
mit Ueberbleibſeln von Fiſchen, um krokodylartigen
Thieren: ſo wie an Pflanzen Monocotyledonen
.
Dicotyledonen haben
Jahresringe, wie das
Laubholz in der temperirten
Zone.
– Hierauf 3, Thonſchiefer, ſchwarzer
Kalk, Grauwacke, Kreide. – Dann 4, körniger
Feldſpath, Quarz und Granatartige Maſsen,
ohne organiſche Gebilde. – Urgebirge.
Die 3te Schicht wird Uebergangsgebirge genannt;
man findet hier gleichſam das Aufkeimen des
organiſchen Lebens; Bambusſchilf iſt darin enthalten
ein Monocotyledon. Die 2te Schicht iſt das
Flötzgebirge, ſecundäres Gebirge; die erſte das
Thonſchiefer. Der Syenit bildet gleichſam einen
Uebergang.
Betrachtet man von der Oberfläche der Erde
nach ihrem Mittelpunkte hin, die Schichten, ſo findet
man zuerſt lockere Schichten, Süßwaſserformationen
mit Thieren- und Pflanzenüberreſten
, und zwiſchen letztern Dycotiledonen.
Monocotyledonen ſind
ſolche Baumgewächſe deren
Stämme keine
Jahresringe haben.
Palmen, Baumartige
Farrenkräuter.
–
Dann folgen, 2, feſte Schichten von Sandſchein,
mit Ueberbleibſeln von Fiſchen, um krokodylartigen
Thieren: ſo wie an Pflanzen Monocotyledonen
.
Dicotyledonen haben
Jahresringe, wie das
Laubholz in der temperirten
Zone.
– Hierauf 3, Thonſchiefer, ſchwarzer
Kalk, Grauwacke, Kreide. – Dann 4, körniger
Feldſpath, Quarz und Granatartige Maſsen,
ohne organiſche Gebilde. – Urgebirge.
Die 3te Schicht wird Uebergangsgebirge genannt;
man findet hier gleichſam das Aufkeimen des
organiſchen Lebens; Bambusſchilf iſt darin enthalten
ein Monocotyledon. Die 2te Schicht iſt das
Flötzgebirge, ſecundäres Gebirge; die erſte das
tertiäre Gebirge; dieß bedeckt die übrigen Schichten
.
Zwei große Zerſtörungen, zwei untergegangene
Welten die in dem Geſtein begraben liegen
zeigen ſich uns: die Grenze macht das Flötzgebirge
liegt die große Steinkohlen Formation, mit
Palmengewächſen und baumartigen Farrenkräutern
.
(darin)
Zwiſchen dem Flötzgebirge und dem tertiären
Gebirge iſt das große Lager der Bernſteinhaltigen
Braunkohle von Bäumen, die dem
großen Waldbäumen der temperirten Zone
gleichen. Die erſte Vegetation beſtand nur
aus Monocotyledonen; die Palmengewächſe
und Baumartigen Farrenkräuter befinden ſich
in den Uebergangsgebirge, und ſpäter auch
noch im Gipſe, wo man nur Elephantenzähne
findet.
(auch ſchon)
Die Dicotyledonen beginnen erſt im
Flötzgebirge.
Bei den bisher beobachteten Gebirgsſchichten
.
Zwei große Zerſtörungen, zwei untergegangene
Welten die in dem Geſtein begraben liegen
zeigen ſich uns: die Grenze macht das Flötzgebirge
liegt die große Steinkohlen Formation, mit
Palmengewächſen und baumartigen Farrenkräutern
.
(darin)
Zwiſchen dem Flötzgebirge und dem tertiären
Gebirge iſt das große Lager der Bernſteinhaltigen
Braunkohle von Bäumen, die dem
großen Waldbäumen der temperirten Zone
gleichen. Die erſte Vegetation beſtand nur
aus Monocotyledonen; die Palmengewächſe
und Baumartigen Farrenkräuter befinden ſich
in den Uebergangsgebirge, und ſpäter auch
noch im Gipſe, wo man nur Elephantenzähne
findet.
(auch ſchon)
Die Dicotyledonen beginnen erſt im
Flötzgebirge.
Bei den bisher beobachteten Gebirgsſchichten
findet ſich ein gänzlicher Mangel an Menſchenknochen
; dieß führt zu der Vermuthung daß wir
in eine Periode vorgedrungen ſind in der noch
keine Menſchen waren. Man glaubte früher ein
Menſchenſkelet gefunden zu haben; bei näherer
Unterſuchung fand es ſich aber daß es von einem
Salamander ähnlichen Thiere herrühre. In Guadalupe
fand man Menſchenſkelette die aber
aus hiſtoriſcher Zeit herrühren. –
Vor 3 oder 4 Jahren hat man geglaubt in der
Nähe von Paris Menſchenſkelette gefunden zu
haben; doch iſt nichts gefunden worden, das
einem Knochengewebe ähnlich ſehe.
Die Reſte faſt aller Thiere und die Pflanzenreſte
finden wir von unten nach oben in folgender
Art gereicht. Je näher hinauf deſto mehr ſind
die organiſchen Gebilde von zuſammengeſetzter
Art. Im Uebergangsgebirge, Bambus Schilf,
Stengelgewächſe, Farrenkräuter, große Maſsen
von Korallen in einfacher Bildung; auch ſchon
; dieß führt zu der Vermuthung daß wir
in eine Periode vorgedrungen ſind in der noch
keine Menſchen waren. Man glaubte früher ein
Menſchenſkelet gefunden zu haben; bei näherer
Unterſuchung fand es ſich aber daß es von einem
Salamander ähnlichen Thiere herrühre. In Guadalupe
fand man Menſchenſkelette die aber
aus hiſtoriſcher Zeit herrühren. –
Vor 3 oder 4 Jahren hat man geglaubt in der
Nähe von Paris Menſchenſkelette gefunden zu
haben; doch iſt nichts gefunden worden, das
einem Knochengewebe ähnlich ſehe.
Die Reſte faſt aller Thiere und die Pflanzenreſte
finden wir von unten nach oben in folgender
Art gereicht. Je näher hinauf deſto mehr ſind
die organiſchen Gebilde von zuſammengeſetzter
Art. Im Uebergangsgebirge, Bambus Schilf,
Stengelgewächſe, Farrenkräuter, große Maſsen
von Korallen in einfacher Bildung; auch ſchon
ſehr ausgebildete Thiere, Trilogiten, mit großen
Augen verſehen, Muſcheln, Krebsartige Thiere 4
bis 4½ Fuß lang, Säpiaartige Thiere, Zelatopoden,
Eronephatiden. –
Im Flötzgebirge: Polypamale Muſcheln dazu gehören
die Amoreshörner, Thiere die einen Theil
der Muſchel ſelbſt verderben und in ſich tragen.
Auf der Reiſe des Capt Bodel hat Parron die Spierole
lebendig gefunden; Doc hat ſie ſelbſt geſehen,
Beliniten, Muliten. – Ein- und zweiſchalige Seemuſcheln
; wirkliche Säpien Tintenfiſchen; ein großer
Theil von Fiſchen im Eismeer und von
Tropenformen aber nicht von derſelben Species.
In den neuren Schichten finden ſich krokodilartige
Thiere, Formen von ungeheurer Größe: der
alte Megelosaurus, auf deſsen Größe von 40 bis
50′ man aus den Schenkelknochen von 4 Fuß ſchlieſsen
kann.
Ein ſehr ſonderbares Krokodil mit einem Schwanenhals
, der beinah ⅔ der Länge des Thieres aus macht:
Augen verſehen, Muſcheln, Krebsartige Thiere 4
bis 4½ Fuß lang, Säpiaartige Thiere, Zelatopoden,
Eronephatiden. –
Im Flötzgebirge: Polypamale Muſcheln dazu gehören
die Amoreshörner, Thiere die einen Theil
der Muſchel ſelbſt verderben und in ſich tragen.
Auf der Reiſe des Capt Bodel hat Parron die Spierole
lebendig gefunden; Doc hat ſie ſelbſt geſehen,
Beliniten, Muliten. – Ein- und zweiſchalige Seemuſcheln
; wirkliche Säpien Tintenfiſchen; ein großer
Theil von Fiſchen im Eismeer und von
Tropenformen aber nicht von derſelben Species.
In den neuren Schichten finden ſich krokodilartige
Thiere, Formen von ungeheurer Größe: der
alte Megelosaurus, auf deſsen Größe von 40 bis
50′ man aus den Schenkelknochen von 4 Fuß ſchlieſsen
kann.
Ein ſehr ſonderbares Krokodil mit einem Schwanenhals
, der beinah ⅔ der Länge des Thieres aus macht:
Cyneoſaurus /?/; ein Krokodil mit Fiſchaugen, Ichtioſaurus
. Endlich fliegende Eidechſen, Perodactyles,
deren Flügel mit den Fingern zuſammen hängen.
Höher noch als dieſe folgen Reſte von Wallfiſchen,
warmblütige Säugethieren des Landes; anfangs
von ganz unbekannten Formen, ähnlich dem Rhinozeros
ſelbſt Pferde; koloſsale Tapyre die
man lange für allein amerikaniſch gehalten hat
bis Cuvier ſie auch in Frankreich fand . – Merkwürdigerweiſe
hat man keine Auerochſen gefunden
; in neurer Zeit iſt beſtimmt erwieſen,
daß unſer jetziges Rindvieh nicht von den Auerochſen
abſtammt, ſondern von einem Ochſen
ähnlichen Thiere, von dem man Reſte in Amerika
gefunden hat.
Wir kommen nun zu den Elephanten, Rhinozeros
und Nilpferden. Im Jahre 1771 fand man in
Foſsilien noch Stücke von Elephanten mit dem
Fleiſch; 1798 fand im Norden Herr Adams eine große
Eismaſse aus der Knochen hervorragten; man
haute dieſen Eisblock aus und es dauerte 5 bis 6
. Endlich fliegende Eidechſen, Perodactyles,
deren Flügel mit den Fingern zuſammen hängen.
Höher noch als dieſe folgen Reſte von Wallfiſchen,
warmblütige Säugethieren des Landes; anfangs
von ganz unbekannten Formen, ähnlich dem Rhinozeros
ſelbſt Pferde; koloſsale Tapyre die
man lange für allein amerikaniſch gehalten hat
bis Cuvier ſie auch in Frankreich fand . – Merkwürdigerweiſe
hat man keine Auerochſen gefunden
; in neurer Zeit iſt beſtimmt erwieſen,
daß unſer jetziges Rindvieh nicht von den Auerochſen
abſtammt, ſondern von einem Ochſen
ähnlichen Thiere, von dem man Reſte in Amerika
gefunden hat.
Wir kommen nun zu den Elephanten, Rhinozeros
und Nilpferden. Im Jahre 1771 fand man in
Foſsilien noch Stücke von Elephanten mit dem
Fleiſch; 1798 fand im Norden Herr Adams eine große
Eismaſse aus der Knochen hervorragten; man
haute dieſen Eisblock aus und es dauerte 5 bis 6
Jahre bis die ganze Maſse geſchmolzen war; während
dieſer Zeit nährten ſich Hunde und Wölfe
von dem Fleiſch des Elephanten. Als im Jahre 1804
der Körper ganz frei und entblößt war, hatten
die Augen noch große Maſse von Muskelfleiſch
; 15 zöllige Haare befanden ſich auf den Körper.
Pachideomen Dickhäuter, Rhinozeroſse Cuvier hat
nur 130 Skelette entdeckt. – Megalterion ein
großes Faulthier ähnlich dem Armadil. –
Mit Unterſuchungen in dieſer Art haben ſich beſonders
beſchäftigt: Lamper, Sommerding Blumenbach,
Cuvier Lamarque und Brognial.
37. Vorlesung, 12. März 1828
Man hat ſich oft gewundert in Höhlen die Knochen
ſehr großer Thiere zu finden, Bären, Löwen etc.
Profeſsor Buckland hat die Entdeckung gemacht
daß in mehreren Höhlen ſich Hyänen Knochen
dabei fanden, und daß die Knochen, der Bären,
Löwen uſw. benagt ſind; man findet ſelbſt die
Excremente der Hyänen in Kugeln geballt dabei,
ſo daß wohl zu glauben iſt daß dieſe Thiere die
Knochen der größern dorthin getragen haben.
dieſer Zeit nährten ſich Hunde und Wölfe
von dem Fleiſch des Elephanten. Als im Jahre 1804
der Körper ganz frei und entblößt war, hatten
die Augen noch große Maſse von Muskelfleiſch
; 15 zöllige Haare befanden ſich auf den Körper.
Pachideomen Dickhäuter, Rhinozeroſse Cuvier hat
nur 130 Skelette entdeckt. – Megalterion ein
großes Faulthier ähnlich dem Armadil. –
Mit Unterſuchungen in dieſer Art haben ſich beſonders
beſchäftigt: Lamper, Sommerding Blumenbach,
Cuvier Lamarque und Brognial.
37. Vorlesung, 12. März 1828
Man hat ſich oft gewundert in Höhlen die Knochen
ſehr großer Thiere zu finden, Bären, Löwen etc.
Profeſsor Buckland hat die Entdeckung gemacht
daß in mehreren Höhlen ſich Hyänen Knochen
dabei fanden, und daß die Knochen, der Bären,
Löwen uſw. benagt ſind; man findet ſelbſt die
Excremente der Hyänen in Kugeln geballt dabei,
ſo daß wohl zu glauben iſt daß dieſe Thiere die
Knochen der größern dorthin getragen haben.
Ein merkwürdiger Unterſchied iſt auch von Buckland
gefunden um die antidiluvianiſchen Knochen
zu unterſcheiden von denen aus hiſtoriſcher Zeit
herſtammenden; ſie haben einen großen Theil
der belinösen Kraft verloren und bleiben an
der Zunge hängen.
Skelette von Pachideomen hat man 130 entdeckt; von
wiederkäuenden Thieren 20 und reiſsende 22.
Vögelarten nur wenig oder gar nicht, da dieſe
ſich leichter einer Revolution auf der Erde entziehen
konnten. Im Allgemeinen gilt: daß
je tiefer man da die Erde eindringt deſto
unbekanntere organiſche Geſtalten findet man,
bis ſie endlich ganz aufhören. In einem großen
Theil der Erde fehlt die frühere Organiſation
gänzlich, man findet dort keine Reſte eines frühern
Thier- und Pflanzenlebens. Franklin hat in Nordamerika
unterſucht; eben ſo findet dieß ſtatt
in Skandinavien und Doc hat bei den Unterſuchungen
am Orinoko auch keine Thier- und Pflanzenreſte
finden können.
gefunden um die antidiluvianiſchen Knochen
zu unterſcheiden von denen aus hiſtoriſcher Zeit
herſtammenden; ſie haben einen großen Theil
der belinösen Kraft verloren und bleiben an
der Zunge hängen.
Skelette von Pachideomen hat man 130 entdeckt; von
wiederkäuenden Thieren 20 und reiſsende 22.
Vögelarten nur wenig oder gar nicht, da dieſe
ſich leichter einer Revolution auf der Erde entziehen
konnten. Im Allgemeinen gilt: daß
je tiefer man da die Erde eindringt deſto
unbekanntere organiſche Geſtalten findet man,
bis ſie endlich ganz aufhören. In einem großen
Theil der Erde fehlt die frühere Organiſation
gänzlich, man findet dort keine Reſte eines frühern
Thier- und Pflanzenlebens. Franklin hat in Nordamerika
unterſucht; eben ſo findet dieß ſtatt
in Skandinavien und Doc hat bei den Unterſuchungen
am Orinoko auch keine Thier- und Pflanzenreſte
finden können.
So wenig fortdauernd auch jetzt die Prozeſse
der Gebirgsbildung ſind, ſo verbreiten doch die
früher angegebenen Erſcheinungen, ein Bild(Licht über) dieſer
Bildungen. Leop. v Buch hat die Meinung aufgeſtellt
daß die körnigen Gebirgsarten ſpäter gehoben
worden ſind, als Flötzgebirge, (Granit, Gneiß, Glim̃er)
Granit geht allmählig in Gneiß über, und dieſer
in Glimmerſchiefer Ein periodiſcher Uebergang,
eine periodiſche Alternanz (und Prauſion) unterſcheiden
dieß von den körnigen Gebirgsarten. –
In neuren vulkaniſchen Erſcheinungen findet
man Unterbrechungen, Contraſte, in dem ältere
Urgebirge Spuren eines fortgehenden Prozeſses,
einer allmähligen Oxydation.
Durch die nähere Unterſuchung der Erdſchichten
und der organiſchen Ueberreſte hat die Geognoſie
noch die wichtigſten Aufklärungen zu erwarten
; man ſieht jetzt ſchon zwar ein, wie die Wärme
zur Bildung der Erdwinde gewirkt hat, iſt aber
der Gebirgsbildung ſind, ſo verbreiten doch die
früher angegebenen Erſcheinungen, ein Bild(Licht über) dieſer
Bildungen. Leop. v Buch hat die Meinung aufgeſtellt
daß die körnigen Gebirgsarten ſpäter gehoben
worden ſind, als Flötzgebirge, (Granit, Gneiß, Glim̃er)
Granit geht allmählig in Gneiß über, und dieſer
in Glimmerſchiefer Ein periodiſcher Uebergang,
eine periodiſche Alternanz (und Prauſion) unterſcheiden
dieß von den körnigen Gebirgsarten. –
In neuren vulkaniſchen Erſcheinungen findet
man Unterbrechungen, Contraſte, in dem ältere
Urgebirge Spuren eines fortgehenden Prozeſses,
einer allmähligen Oxydation.
Durch die nähere Unterſuchung der Erdſchichten
und der organiſchen Ueberreſte hat die Geognoſie
noch die wichtigſten Aufklärungen zu erwarten
; man ſieht jetzt ſchon zwar ein, wie die Wärme
zur Bildung der Erdwinde gewirkt hat, iſt aber
noch nicht gehörig belehrt wie die triſikaten und
biſilikaten Schichten etc entſtanden ſind. – Es iſt
wahrſcheinlich daß die untern Formationen in
die Spalten der obern hineingedrungen ſind.
Früher glaubte man
umgekehrt die beiden
obern Schichten hätten
ſich in die Spalten
der untern hinein
geſenkt Doc
Von
dem Basalt hat man das Hervordringen aus
der Tiefe an 3 Orten ſehr deutlich bemerkt: 1,
Bei Mark Sühl in der Gegend von Eiſenach am
Druidenſtein, 2, bei Siegen Gerhard 3, an der
blauen Kuppe bei Eſchwege am linken Ufer
der Werra Prof. Hoffmann Baſalt iſt hier
in bunten Granit eingedrungen.
Die 2te Abtheilung der Gebirgsmaſsen iſt
Granit, Porphyr, Dolonit.
?
– Das Flötz und tertiären
Gebirge beſteht aus theils feſtern, theils
lockeren Maſsen. Hier herrſchen Kalkgebirge,
theils einfache, theils Conglomerate, Sandſtein
Gebirgs Fragmente etc. nur anfängliche Bildungen
. – Der neu erkannte Typus der Flötzformation
würde ſein, von unten nach oben gereiht:
biſilikaten Schichten etc entſtanden ſind. – Es iſt
wahrſcheinlich daß die untern Formationen in
die Spalten der obern hineingedrungen ſind.
Früher glaubte man
umgekehrt die beiden
obern Schichten hätten
ſich in die Spalten
der untern hinein
geſenkt Doc
Von
dem Basalt hat man das Hervordringen aus
der Tiefe an 3 Orten ſehr deutlich bemerkt: 1,
Bei Mark Sühl in der Gegend von Eiſenach am
Druidenſtein, 2, bei Siegen Gerhard 3, an der
blauen Kuppe bei Eſchwege am linken Ufer
der Werra Prof. Hoffmann Baſalt iſt hier
in bunten Granit eingedrungen.
Die 2te Abtheilung der Gebirgsmaſsen iſt
Granit, Porphyr, Dolonit.
?
– Das Flötz und tertiären
Gebirge beſteht aus theils feſtern, theils
lockeren Maſsen. Hier herrſchen Kalkgebirge,
theils einfache, theils Conglomerate, Sandſtein
Gebirgs Fragmente etc. nur anfängliche Bildungen
. – Der neu erkannte Typus der Flötzformation
würde ſein, von unten nach oben gereiht:
1, Steinkohlen Gebirge, mit rothen Sandſtein,
von Quarz und Porphyr durchdrungen. 2, Zeckſtein
mit Verſteinerungen, 3, bunter thonartiger
Kalkſtein; 4, Muſchelkalk Rüdersdorff
Mergel, Sandſtein bald dem rothen, bald dem
bunten ähnlich. Endlich 5, die große Juraformation
, Laienſandſtein nach unten zugefärbt,
mit Oliten und Kruſtaliten, Geſteine mit
großen Maſsen krokodylartige Thiere Megaloſaurus
, Ichtioſaurus, Cyneoſaurus –
Quaderſandſtein, grüner Sand, Eiſenſandſtein
endlich Kreide mit Muliten.
Wenn man Zeckſtein und Muſchelkalk als Mittelglied
als eine geognoſtiſchen Horizont betrachtet
ſo geigen ſich, wenn man die Strecke von
den Steinkohlen mit Monocotyledonen unter dieſen
Horizont bis zu den Dicotyledonen unter denſelben
in einem höhern phyloſophiſchen Geſichtspunkt betrachtet
2 organiſche Zerſtörungen in 2 Gebirgsgebilden.
von Quarz und Porphyr durchdrungen. 2, Zeckſtein
mit Verſteinerungen, 3, bunter thonartiger
Kalkſtein; 4, Muſchelkalk Rüdersdorff
Mergel, Sandſtein bald dem rothen, bald dem
bunten ähnlich. Endlich 5, die große Juraformation
, Laienſandſtein nach unten zugefärbt,
mit Oliten und Kruſtaliten, Geſteine mit
großen Maſsen krokodylartige Thiere Megaloſaurus
, Ichtioſaurus, Cyneoſaurus –
Quaderſandſtein, grüner Sand, Eiſenſandſtein
endlich Kreide mit Muliten.
Wenn man Zeckſtein und Muſchelkalk als Mittelglied
als eine geognoſtiſchen Horizont betrachtet
ſo geigen ſich, wenn man die Strecke von
den Steinkohlen mit Monocotyledonen unter dieſen
Horizont bis zu den Dicotyledonen unter denſelben
in einem höhern phyloſophiſchen Geſichtspunkt betrachtet
2 organiſche Zerſtörungen in 2 Gebirgsgebilden.
Unter dieſem geog: Horizont ein fragmentariſches
Gebilde von Sandſtein und darüber ein großer
Kalkgebirge Eliten Steinkohlenformation
Der letzte, äußere Theil der Erdoberfläche
iſt mit großen Fragmenten von Felsarten
bedeckt, mit Blöcken und Geſchieben belegt; es
findet ſich darin Demant, Platina Gold uſw.
Es ſoll hier nicht von den kleinen Blöcken die
Rede ſein, ſondern:
1, von denen welche ſich auf der Jura Kette und
zwar am weſtlichen Abfall befinden wo ſie den
Alpen zu ſtehen. – Blöcke von 20 bis 30′ die ſich auf
einer Höhe von 2 bis 3000′ gelagert finden.
2, Die in den baltiſchen Gegenden im nördlichen
Deutſchland, Polen Rußland bis zum Tener
hin.
Auch in Spanien hat Doc viele ſolche Blöcke geſehen
Die größte Klarheit über dieß Phänomen
giebt Herr v Buch in ſeinem Jahrbüchern 1811 . Er
bemerkt daß in dieſen Blöcken nicht nur das
Gebilde von Sandſtein und darüber ein großer
Kalkgebirge Eliten Steinkohlenformation
Der letzte, äußere Theil der Erdoberfläche
iſt mit großen Fragmenten von Felsarten
bedeckt, mit Blöcken und Geſchieben belegt; es
findet ſich darin Demant, Platina Gold uſw.
Es ſoll hier nicht von den kleinen Blöcken die
Rede ſein, ſondern:
1, von denen welche ſich auf der Jura Kette und
zwar am weſtlichen Abfall befinden wo ſie den
Alpen zu ſtehen. – Blöcke von 20 bis 30′ die ſich auf
einer Höhe von 2 bis 3000′ gelagert finden.
2, Die in den baltiſchen Gegenden im nördlichen
Deutſchland, Polen Rußland bis zum Tener
hin.
Auch in Spanien hat Doc viele ſolche Blöcke geſehen
Die größte Klarheit über dieß Phänomen
giebt Herr v Buch in ſeinem Jahrbüchern 1811 . Er
bemerkt daß in dieſen Blöcken nicht nur das
uranfängliche Geſtein daſselbe iſt, ſondern auch daß
die Blöcke, die auf dem Jura liegen daſselbe Geſtein
wie die Alpen haben; ſie liegen auf einer beträchtlichen
Höhe, nur ein Theil derſelben iſt von den niedrigern
Hügeln aufgehalten worden, in der Nähe
von Lauſanne. – Die Lage der Blöcke zeigt daß
ſie nicht von den Alpen nach dem Jura hinkömme,
durch Eisſchollen herüber worden ſein, ebenso
wenig durch Herabrollen von einer ſchiefen Fläche;
Buch zeigt daß der Stoß einer großen Waſsermaſse
ſie dorthin gebracht hat.
Dolommier
Dieß macht ein
Beiſpiel noch wahrſcheinlicher: 1818 iſt im Wallis
ein großer See ausgebrochen, und hat gegen
Martigny hin in 12 Stunden Entfernung einen
Block hingeführt der eine Größe von 18′ hatte. –
Im ſüdlichen Theile der Alpen findet man Blöcke
von Granit aus in denjenigen Thälern welche
hineinreichen bis in die uranfänglichen Gebirgsſchichten
.
die Blöcke, die auf dem Jura liegen daſselbe Geſtein
wie die Alpen haben; ſie liegen auf einer beträchtlichen
Höhe, nur ein Theil derſelben iſt von den niedrigern
Hügeln aufgehalten worden, in der Nähe
von Lauſanne. – Die Lage der Blöcke zeigt daß
ſie nicht von den Alpen nach dem Jura hinkömme,
durch Eisſchollen herüber worden ſein, ebenso
wenig durch Herabrollen von einer ſchiefen Fläche;
Buch zeigt daß der Stoß einer großen Waſsermaſse
ſie dorthin gebracht hat.
Dolommier
Dieß macht ein
Beiſpiel noch wahrſcheinlicher: 1818 iſt im Wallis
ein großer See ausgebrochen, und hat gegen
Martigny hin in 12 Stunden Entfernung einen
Block hingeführt der eine Größe von 18′ hatte. –
Im ſüdlichen Theile der Alpen findet man Blöcke
von Granit aus in denjenigen Thälern welche
hineinreichen bis in die uranfänglichen Gebirgsſchichten
.
Ähnliche Unterſuchungen hat man bei den Blöcken
am baltiſchen Meere angeſtellt. Bei Lützen an
der N. Weſerkette, in den Niederlanden, Polen,
Rußland bis zum Iwer hin; man findet ſie nie
in der Ebene, ſondern immer nur auf hohen Punkten
, bei Fürſtenwalde auf den Markgrafenſtein
auf einem Hügel von 460′ über dem Meere
es iſt eine Vase davon verfertigt worden,
die hier in der Kunstkammer iſt im Meklenburgſchen
auf 700′ Höhe. Sie erregen die Meinung
daß ſie von Außen gekommen ſein. Hudlik hat
auf der Parryſchen Reiſe an der Barner Straße
große Granitmaſsen in Kalkſtein gefunden,
und zwar immer nur auf Höhen; die zeigen, daß
ſie ihrer Natur nach von den nördlich Schwediſchen
Gebilden: Granit mit Stopholiten ſo wie in Pommern
und Meklenburg beſonders aber von
Tranſitions Kalk, mit ganz ähnlichen Verſteinerungen
wie man ſie in Öhland und Gothland findet.
Herr v Arenswald hat ſchon darauf aufmerkſam
am baltiſchen Meere angeſtellt. Bei Lützen an
der N. Weſerkette, in den Niederlanden, Polen,
Rußland bis zum Iwer hin; man findet ſie nie
in der Ebene, ſondern immer nur auf hohen Punkten
, bei Fürſtenwalde auf den Markgrafenſtein
auf einem Hügel von 460′ über dem Meere
es iſt eine Vase davon verfertigt worden,
die hier in der Kunstkammer iſt im Meklenburgſchen
auf 700′ Höhe. Sie erregen die Meinung
daß ſie von Außen gekommen ſein. Hudlik hat
auf der Parryſchen Reiſe an der Barner Straße
große Granitmaſsen in Kalkſtein gefunden,
und zwar immer nur auf Höhen; die zeigen, daß
ſie ihrer Natur nach von den nördlich Schwediſchen
Gebilden: Granit mit Stopholiten ſo wie in Pommern
und Meklenburg beſonders aber von
Tranſitions Kalk, mit ganz ähnlichen Verſteinerungen
wie man ſie in Öhland und Gothland findet.
Herr v Arenswald hat ſchon darauf aufmerkſam
gemacht daß die Blöcke in Pommern und Meklenburg
der ſkand. Halbinſel angehören. – Merkwürdig
iſt daß ſich bei ſolchen großen Geſchieben
auch kleinere finden, und es ſcheint ſehr wahrſcheinlich
daß dieß Stücke von der größern ſind,
die an den Gebirgsmaſsen zertrümmert wurden.
Wenn man die Winkel des Bruchs mißt, ſo iſt
leicht daraus zu ſehen, daß ſie zuſammen gehören
. Am Johanniſstein in Weſtphalen hat
der Prof. Hoffmann Unterſuchungen angeſtellt;
der Block iſt von Muſchelkalk 24′ in Durchmeſser;
und daneben finden ſich kleinere, die dem großern
anzugehören ſcheinen.
38. Vorlesung, 15. März 1828
Gliederung der Continente.
Die Hebung der Continente die früher geſchehen
und der Bergketten die ſpäter geſchehen iſt, ſteht
in inniger Verbindung mit der Vertheilung der
Klimate. Es iſt daher ein natürlicher Uebergang
von der Geognoſie zur Klimatologie.
der ſkand. Halbinſel angehören. – Merkwürdig
iſt daß ſich bei ſolchen großen Geſchieben
auch kleinere finden, und es ſcheint ſehr wahrſcheinlich
daß dieß Stücke von der größern ſind,
die an den Gebirgsmaſsen zertrümmert wurden.
Wenn man die Winkel des Bruchs mißt, ſo iſt
leicht daraus zu ſehen, daß ſie zuſammen gehören
. Am Johanniſstein in Weſtphalen hat
der Prof. Hoffmann Unterſuchungen angeſtellt;
der Block iſt von Muſchelkalk 24′ in Durchmeſser;
und daneben finden ſich kleinere, die dem großern
anzugehören ſcheinen.
38. Vorlesung, 15. März 1828
Gliederung der Continente.
Die Hebung der Continente die früher geſchehen
und der Bergketten die ſpäter geſchehen iſt, ſteht
in inniger Verbindung mit der Vertheilung der
Klimate. Es iſt daher ein natürlicher Uebergang
von der Geognoſie zur Klimatologie.
Das Klima hängt ab von dem Verhältniß
des Waſsers und Landes, von den durchſichtigen
und undurchſichtigen Maſsen. – Die geiſtreichen
Anſichten des Prof. Ritter haben über
dieſen Gegenſtand viel Licht verbreitet.
Der Contact der flüſsigen Theile der Erde
und der ſtarren bedingen den Formen der
Continente, das Meer welches die Continente
umſchließt hat ganz gleiches Niveau.
Die innern flüſsigen Theile Binnenmeere
ſind aber merkwürdiger Weiſe nicht in dem
Niveau in dem die Meeresfläche liegt. Auch
ihre chemiſche Natur iſt von der des Weltmeers,
verſchieden. Man hat behauptet, daß wenn
Seen keinen Abfluß haben gewiße Salze ſich
darin bilden müßten, die kein flieſsendes
Waſser hat. Der große See von Catoribu
bei Venezuela enthält freilich Salze aufgelößt,
iſt aber ganz frei von Alkaliſchen Salzen.
des Waſsers und Landes, von den durchſichtigen
und undurchſichtigen Maſsen. – Die geiſtreichen
Anſichten des Prof. Ritter haben über
dieſen Gegenſtand viel Licht verbreitet.
Der Contact der flüſsigen Theile der Erde
und der ſtarren bedingen den Formen der
Continente, das Meer welches die Continente
umſchließt hat ganz gleiches Niveau.
Die innern flüſsigen Theile Binnenmeere
ſind aber merkwürdiger Weiſe nicht in dem
Niveau in dem die Meeresfläche liegt. Auch
ihre chemiſche Natur iſt von der des Weltmeers,
verſchieden. Man hat behauptet, daß wenn
Seen keinen Abfluß haben gewiße Salze ſich
darin bilden müßten, die kein flieſsendes
Waſser hat. Der große See von Catoribu
bei Venezuela enthält freilich Salze aufgelößt,
iſt aber ganz frei von Alkaliſchen Salzen.
Außer dieſen genannten Waſserbecken ſind
noch ſchmale Longitudinal Waſserbecken; Flüſse
ſie geben dem Continent das Leben. Sie bilden
durch eigne Verzweigungen in großen Ebenen
Meſopotamien, innere Inſeln. Die ſonderbarſte
dieſer Art iſt im ſüdlichen Amerika wo ein Arm
des Orinoko in den Laenegro fließt, der wieder
in den Amazonenſtrom fällt.
Die Breite dieſer Longitudinal Becken iſt bisweilen
ſo beträchtlich, daß ſie den Wanderungen
der Völker und den Produkten eine lange Zeit
Hinderniſse in den Weg legten.
Die Wichtigkeit des Waſsers iſt um ſo größer
da es 4 mal ſo viel Sauerſtoff enthält als die
Luft. Es iſt ein Bedingniß des organiſchen Lebens
; wir können uns daher ein ſolches wie
auf der Erde nicht auf dem Monde denken.
Die Exiſtenz des Waſsers und der Luft iſt gewiß
nothwendiger für den Organismus als die Berührung
mit dem Sonnenlichte. Man denke nur
noch ſchmale Longitudinal Waſserbecken; Flüſse
ſie geben dem Continent das Leben. Sie bilden
durch eigne Verzweigungen in großen Ebenen
Meſopotamien, innere Inſeln. Die ſonderbarſte
dieſer Art iſt im ſüdlichen Amerika wo ein Arm
des Orinoko in den Laenegro fließt, der wieder
in den Amazonenſtrom fällt.
Die Breite dieſer Longitudinal Becken iſt bisweilen
ſo beträchtlich, daß ſie den Wanderungen
der Völker und den Produkten eine lange Zeit
Hinderniſse in den Weg legten.
Die Wichtigkeit des Waſsers iſt um ſo größer
da es 4 mal ſo viel Sauerſtoff enthält als die
Luft. Es iſt ein Bedingniß des organiſchen Lebens
; wir können uns daher ein ſolches wie
auf der Erde nicht auf dem Monde denken.
Die Exiſtenz des Waſsers und der Luft iſt gewiß
nothwendiger für den Organismus als die Berührung
mit dem Sonnenlichte. Man denke nur
an den Pflanzen die man tief im Meere gefunden
und den Inſeckten die im innern der
Erde leben, in ſolcher Tiefe wo man kein Licht
mehr hinbringen kann.
Unſer Planet iſt durch 2 Umhüllungen eingeſchloſsen
: eine allgemeine, die Luft, und eine
partielle der Ocean. – Die Berge ſind nichts
anders als Untiefen im Boden des Luftmeers
. – Das Bett des Luftmeeres iſt
von vielen Thieren belebt; nur Thiere zweier
Klaſsen können ſich in den höhern Schichten erhalten
; je höher man hinaufſteigt, deſto weniger
organiſches Leben findet man. Bei einer
Höhe von 1800′ lebt nur noch der Geyer und
einige Inſeckten. – Letztere werden durch
die Luft in die Höhe gehoben: ſobald nur
die Wärme auf der Erde wirkt, erhebt ſich
eine Luftſchicht und nimmt dieſe Inſeckten
mit in die Höhe. Bousſingon hat in Caracas
auf einer Höhe von 9000′ Inſeckten gefunden,
und den Inſeckten die im innern der
Erde leben, in ſolcher Tiefe wo man kein Licht
mehr hinbringen kann.
Unſer Planet iſt durch 2 Umhüllungen eingeſchloſsen
: eine allgemeine, die Luft, und eine
partielle der Ocean. – Die Berge ſind nichts
anders als Untiefen im Boden des Luftmeers
. – Das Bett des Luftmeeres iſt
von vielen Thieren belebt; nur Thiere zweier
Klaſsen können ſich in den höhern Schichten erhalten
; je höher man hinaufſteigt, deſto weniger
organiſches Leben findet man. Bei einer
Höhe von 1800′ lebt nur noch der Geyer und
einige Inſeckten. – Letztere werden durch
die Luft in die Höhe gehoben: ſobald nur
die Wärme auf der Erde wirkt, erhebt ſich
eine Luftſchicht und nimmt dieſe Inſeckten
mit in die Höhe. Bousſingon hat in Caracas
auf einer Höhe von 9000′ Inſeckten gefunden,
und mit dabei Halme von Grasarten die nur in untern
den Regionen wachſen; er ſchloß daraus, daß die
Luft ſolche leichte Körper mit in die Höhe nim̃t.
Es iſt nicht wahrſcheinlich, daß dieſe Inſeckten ſich
durch ihre Muskelkraft allein zu einer ſolchen
Höhe erheben könnten. – Als man die Entdeckung
machte daß der rothe Schnee eine vegetabiliſche
Subſtanz enthalte, ſo iſt die Idee entſtanden,
daß in der Luft eine Vegetation ſchon präexistire
; doch iſt es wahrſcheinlich daß auch dieſe
Vegetabilien erſt ſpäter entſtehen.
Klima, Bewohnbarkeit der Länder hängt ab von
Erde, Waſser, Luft Klimatologie und Meteorologie
gehören( zusam̃en?) daher der Geognoſie an. Eine von
den großen Modificationen der Erkältung des
Erdkörpers entſteht durch das Ausſtralen der
Erde bei wolkenloſen Himmel. Hier wirken Erde,
Waſser und Luft alſo zuſammen.
Wenn es höchſt wahrſcheinlich iſt, daß die Bergketten
etc durch Hebung der Erdrinde entſtanden ſind,
den Regionen wachſen; er ſchloß daraus, daß die
Luft ſolche leichte Körper mit in die Höhe nim̃t.
Es iſt nicht wahrſcheinlich, daß dieſe Inſeckten ſich
durch ihre Muskelkraft allein zu einer ſolchen
Höhe erheben könnten. – Als man die Entdeckung
machte daß der rothe Schnee eine vegetabiliſche
Subſtanz enthalte, ſo iſt die Idee entſtanden,
daß in der Luft eine Vegetation ſchon präexistire
; doch iſt es wahrſcheinlich daß auch dieſe
Vegetabilien erſt ſpäter entſtehen.
Klima, Bewohnbarkeit der Länder hängt ab von
Erde, Waſser, Luft Klimatologie und Meteorologie
gehören( zusam̃en?) daher der Geognoſie an. Eine von
den großen Modificationen der Erkältung des
Erdkörpers entſteht durch das Ausſtralen der
Erde bei wolkenloſen Himmel. Hier wirken Erde,
Waſser und Luft alſo zuſammen.
Wenn es höchſt wahrſcheinlich iſt, daß die Bergketten
etc durch Hebung der Erdrinde entſtanden ſind,
ſo folgt daraus das die unterirdiſchen Kräfte
die dieſe Hebungen verurſachten auf die Klima
Verhältniſse hauptſächlich gewirkt haben. Vielleicht
waren kleine Zufälligkeiten in der Störung des
Gleichgewichts die Urſache, daß die elaſtiſchen Flüßigkeiten
ſich mehr gegen N. als gegen S. gewandt
haben, und während auf der weſtlichen Halbkugel, (Amerika,)
die Oxidation deroxidirte Erdrinde von einem Pol beinah zum
andern Pol hervorgetrieben wurde, warſo in der
alten Welt mehr von O nach W.
Ganz anders würde der Zuſtand der Erde, des
Climas, der Vegetation, des Ackerbaues ja ſelbſt
der Civiliſation ſein, wenn das mittelländiſche Meer
nicht exiſtirte, ſondern wie der Continent in die
Höhe gehoben wäre.
Ganz anders würde das Klima von Europa ſein,
wenn Afrika nicht da emporgeſtiegen wäre,
wo es liegt. Das milde Klima hat Europa nur
dem Continent von Afrika zu danken, durch
welches der Aequator geht nur welches als ſtarre
die dieſe Hebungen verurſachten auf die Klima
Verhältniſse hauptſächlich gewirkt haben. Vielleicht
waren kleine Zufälligkeiten in der Störung des
Gleichgewichts die Urſache, daß die elaſtiſchen Flüßigkeiten
ſich mehr gegen N. als gegen S. gewandt
haben, und während auf der weſtlichen Halbkugel, (Amerika,)
die Oxidation deroxidirte Erdrinde von einem Pol beinah zum
andern Pol hervorgetrieben wurde, warſo in der
alten Welt mehr von O nach W.
Ganz anders würde der Zuſtand der Erde, des
Climas, der Vegetation, des Ackerbaues ja ſelbſt
der Civiliſation ſein, wenn das mittelländiſche Meer
nicht exiſtirte, ſondern wie der Continent in die
Höhe gehoben wäre.
Ganz anders würde das Klima von Europa ſein,
wenn Afrika nicht da emporgeſtiegen wäre,
wo es liegt. Das milde Klima hat Europa nur
dem Continent von Afrika zu danken, durch
welches der Aequator geht nur welches als ſtarre
Maſse die Sonnenſtralen abſorbirt. – Ganz anders
würde ſich die Klimatologie von Amerika zeigen
wenn es ſich landartig ſtatt wie jetzt von N. nach S;
weſtlich von Afrika von O nach W. hinzöge.
Die Quantität der Erhebung, gleichſam die Quantität
der Störung des Gleichgewichts der innern
Expanſie-Kräfte iſt nur ſehr gering. Was die
mittlere Tiefe des Meeres und Höhe des Continents
betrift, ſo hat dieß Laplace viel beſchäftigt
. Anfangs hat man geglaubt aus der Theorie
der Ebbe und Fluth, auf eine mittlere Tiefe
des Meeres von 50–60000′ 2–3 Meilen ſchlieſsen
zu können.
In neuren Zeiten hat man gefunden daß dieſe
Art nicht nöthig wäre; die Pendelverſuche haben
darauf geführt die mittlere Tiefe des Meeres
müſse gleich ſein der mittlern Erhebung des
Continents. Wenn man nun Verſuche mit dem
Pendel an dem Meeresgeſtade macht ſo wird das
Pendel auf der einen Seite durch große Maſsen
würde ſich die Klimatologie von Amerika zeigen
wenn es ſich landartig ſtatt wie jetzt von N. nach S;
weſtlich von Afrika von O nach W. hinzöge.
Die Quantität der Erhebung, gleichſam die Quantität
der Störung des Gleichgewichts der innern
Expanſie-Kräfte iſt nur ſehr gering. Was die
mittlere Tiefe des Meeres und Höhe des Continents
betrift, ſo hat dieß Laplace viel beſchäftigt
. Anfangs hat man geglaubt aus der Theorie
der Ebbe und Fluth, auf eine mittlere Tiefe
des Meeres von 50–60000′ 2–3 Meilen ſchlieſsen
zu können.
In neuren Zeiten hat man gefunden daß dieſe
Art nicht nöthig wäre; die Pendelverſuche haben
darauf geführt die mittlere Tiefe des Meeres
müſse gleich ſein der mittlern Erhebung des
Continents. Wenn man nun Verſuche mit dem
Pendel an dem Meeresgeſtade macht ſo wird das
Pendel auf der einen Seite durch große Maſsen
des Continents angezogen, und auf der andern
Seite durch das Meer. Da aber die Verſuche geben
daß man die Pendellänge findet, als wenn die Gebirge
und das Waſser nicht da wäre: ſo konnte
man daraus ſchlieſsen auf die mittlere Tiefe
des Meeres. Er fand danach die mittlere Tiefe
des Meeres 900 bis 1000′. Doc hat Unterſuchungen
im Kleinen am mittelländiſchen Meere angeſtellt
. Es hat ſich in neuren Zeiten durch
viele Meſsungen von Bergen und Ebenen ergeben
, daß die mittlere Erhebung des Continents
nur 400 bis 500′ iſt. Nicht unter 400′ und
nicht über 550′. – Man fand die mittlere Erhebung
des Continents von Frankreich und der Lombardei
: 480′ Poſen etc. 180–200; den innere Theil von
Rußland bei Moskau 870′; die Ebenen des Schweiz
1300′, Baiern 1560; das Innere von Spanien 2100′.
Halbinſel des Ganges: 2760; Wüſte GobiKobi 3000′. –
Centralaſien die Chulomba, Tibeth ſcheint 6000
In Amerika ſind bewohnte Städte von 11–1200′
Seite durch das Meer. Da aber die Verſuche geben
daß man die Pendellänge findet, als wenn die Gebirge
und das Waſser nicht da wäre: ſo konnte
man daraus ſchlieſsen auf die mittlere Tiefe
des Meeres. Er fand danach die mittlere Tiefe
des Meeres 900 bis 1000′. Doc hat Unterſuchungen
im Kleinen am mittelländiſchen Meere angeſtellt
. Es hat ſich in neuren Zeiten durch
viele Meſsungen von Bergen und Ebenen ergeben
, daß die mittlere Erhebung des Continents
nur 400 bis 500′ iſt. Nicht unter 400′ und
nicht über 550′. – Man fand die mittlere Erhebung
des Continents von Frankreich und der Lombardei
: 480′ Poſen etc. 180–200; den innere Theil von
Rußland bei Moskau 870′; die Ebenen des Schweiz
1300′, Baiern 1560; das Innere von Spanien 2100′.
Halbinſel des Ganges: 2760; Wüſte GobiKobi 3000′. –
Centralaſien die Chulomba, Tibeth ſcheint 6000
In Amerika ſind bewohnte Städte von 11–1200′
Höhe des Platau von Mexiko 6000′ In Aſien jenſeits
des Himalaya Gebirge ſind Längerthäler
von großer Höhe wie in der Gegend von Dara
wo doch noch Kornfelder in einer Höhe von 14000′
ſind In Europa giebt es einige Dörfer in
den Pyrinäen und Alpen die 4000′ hoch liegen.
Das Dorf Setta in den penniniſchen Alpen liegt
7100′ hoch.
Die Meſsungen der Tiefe des Meeres unmittelbar
durch das Senkblei ſind nie recht genau zu
machen, da man ſie nie ganz ſenkrecht machen
kann, da das Senkblei in den untern Schichten
gehoben wird und auf der Strömung nachtheilig
wirkt. Capt. Savy hat darauf ſehr Acht gegeben und
um den Aequator ſo wie an der Inſel Cuba ſondirt
. Man hat bis 7200′ ſondirt ohne Grund zu finden.
Mit Unrecht hat man früher die Berge mehr gemeſsen
als die Höhen der Ebenen, da jene weniger
Einfluß haben können auf die mittlere
des Himalaya Gebirge ſind Längerthäler
von großer Höhe wie in der Gegend von Dara
wo doch noch Kornfelder in einer Höhe von 14000′
ſind In Europa giebt es einige Dörfer in
den Pyrinäen und Alpen die 4000′ hoch liegen.
Das Dorf Setta in den penniniſchen Alpen liegt
7100′ hoch.
Die Meſsungen der Tiefe des Meeres unmittelbar
durch das Senkblei ſind nie recht genau zu
machen, da man ſie nie ganz ſenkrecht machen
kann, da das Senkblei in den untern Schichten
gehoben wird und auf der Strömung nachtheilig
wirkt. Capt. Savy hat darauf ſehr Acht gegeben und
um den Aequator ſo wie an der Inſel Cuba ſondirt
. Man hat bis 7200′ ſondirt ohne Grund zu finden.
Mit Unrecht hat man früher die Berge mehr gemeſsen
als die Höhen der Ebenen, da jene weniger
Einfluß haben können auf die mittlere
Erhebung des Continents.
Die Menge der tropfbaren Flüſsigkeiten,
die Höhe des Meereſspiegels beſtimmt die Umriſse
der Continente. Sie würden anders werden
wenn die Quantität des Waſsers zunähme.
So geringfügig die Urſachen des erſten Ausbruchs
der elaſtiſchen Dämpfe waren, ſo geringfügig
die Wirkung derſelben war, eben
ſo würde auch die Oberfläche der Continente durch
die kleinſten Umſtände geändert werden. –
Stiege das Meer nur 130′ hoch, ſo würde ein
großer Theil Norddeutſchlands, und Polen verſchwinden
. In Amerika am Ausfluß des Amazonenſtroms
ſteigt das Terrain erſt bei 790 Meilen
Entfernung um 1200′, wie wenig brauchte
das Meer nur zu ſteigen um bis an die
Andeskette heranzugehen; ſo daß nur dieſe
als Inſel aus dem Meere hervorragen würde.
Die Erhebung des Meeres iſt ganz gleichförmig.
Am Serapis Tempel in Italien auf einer beträchtlichen
Die Menge der tropfbaren Flüſsigkeiten,
die Höhe des Meereſspiegels beſtimmt die Umriſse
der Continente. Sie würden anders werden
wenn die Quantität des Waſsers zunähme.
So geringfügig die Urſachen des erſten Ausbruchs
der elaſtiſchen Dämpfe waren, ſo geringfügig
die Wirkung derſelben war, eben
ſo würde auch die Oberfläche der Continente durch
die kleinſten Umſtände geändert werden. –
Stiege das Meer nur 130′ hoch, ſo würde ein
großer Theil Norddeutſchlands, und Polen verſchwinden
. In Amerika am Ausfluß des Amazonenſtroms
ſteigt das Terrain erſt bei 790 Meilen
Entfernung um 1200′, wie wenig brauchte
das Meer nur zu ſteigen um bis an die
Andeskette heranzugehen; ſo daß nur dieſe
als Inſel aus dem Meere hervorragen würde.
Die Erhebung des Meeres iſt ganz gleichförmig.
Am Serapis Tempel in Italien auf einer beträchtlichen
Höhe ſieht man Muſcheln an den Mauern,
und es wurde deshalb einſt die Meinung aufgeſtellt
, das mittelländiſche Meer habe bis dort
heran geſtanden; dann hätte die ſchöne Ebene
von Murcia überſchwemmt geweſen ſein müſsen;
doch ſpricht kein einziger Schriftſteller das Alterthums
von einer ſolchen Ueberſchwemmung.
Wahrſcheinlich hatten ſich dort Vulkane gebildet,
kleine Salzſeen die 8 bis 9′ Höher ſind als das
Meer.
In den kleinern Waſserbecken giebt es wohl
Unterſchiede der Höhe. – Das rothe Meer liegt
nach Givards Meſsungen 25 bis 30′ höher als das
mittelländiſche Meer. – Die große Vertiefung
des kaspiſchen Meeres iſt 280 bis 340′ niedriger
als das ſchwarze Meer Igonatzow fand nur 200′
Das ſchwarze Meer iſt wieder etwas höher als
die Oſtſee. Merkwürdig iſt eine ſolche Höhe noch
im antilliſchen Meer; Bonnet hat darüber theoretiſche
Betrachtungen angeſtellt. – Vom Meerbuſen
und es wurde deshalb einſt die Meinung aufgeſtellt
, das mittelländiſche Meer habe bis dort
heran geſtanden; dann hätte die ſchöne Ebene
von Murcia überſchwemmt geweſen ſein müſsen;
doch ſpricht kein einziger Schriftſteller das Alterthums
von einer ſolchen Ueberſchwemmung.
Wahrſcheinlich hatten ſich dort Vulkane gebildet,
kleine Salzſeen die 8 bis 9′ Höher ſind als das
Meer.
In den kleinern Waſserbecken giebt es wohl
Unterſchiede der Höhe. – Das rothe Meer liegt
nach Givards Meſsungen 25 bis 30′ höher als das
mittelländiſche Meer. – Die große Vertiefung
des kaspiſchen Meeres iſt 280 bis 340′ niedriger
als das ſchwarze Meer Igonatzow fand nur 200′
Das ſchwarze Meer iſt wieder etwas höher als
die Oſtſee. Merkwürdig iſt eine ſolche Höhe noch
im antilliſchen Meer; Bonnet hat darüber theoretiſche
Betrachtungen angeſtellt. – Vom Meerbuſen
Panama hat man lange geglaubt daß das eine
Meer viel höher ſtehe als das andere. Doch hat
Bouſsingon dieſe Meinung ganz vernichtet; die
Quantität der Erhebung kann höchſtens 10 bis 12′
betragen.
39. Vorlesung, 19. März 1828
Vermuthlich iſt dieſe Verſchiedenheit der Höhen
eine Folge der Stromungen.
Schon Franklin hat Beobachtungen darüber gemacht.
Vor 10 bis 12 Jahren war in dieſer Hinſicht ein merkwürdiges
Phänomen in der Provence. Durch
ein langes Wehen von Nordoſtwinden war der
Hafen von Marſeille eine Zeitlang trocken geblieben
; dieß macht in der Höhe des Meeres
einen Unterſchied von 12′ – Bei einer eignen
Strömung unter den Tropen hat Doc bemerkt
und gezeigt daß es folgen der Barometerſtände
ſind.
?
Allgemeine Conſtruction der Oberfläche des
Erdkörpers.
1, Der Continent iſt in 2 große Maſsen eingetheilt
Meer viel höher ſtehe als das andere. Doch hat
Bouſsingon dieſe Meinung ganz vernichtet; die
Quantität der Erhebung kann höchſtens 10 bis 12′
betragen.
39. Vorlesung, 19. März 1828
Vermuthlich iſt dieſe Verſchiedenheit der Höhen
eine Folge der Stromungen.
Schon Franklin hat Beobachtungen darüber gemacht.
Vor 10 bis 12 Jahren war in dieſer Hinſicht ein merkwürdiges
Phänomen in der Provence. Durch
ein langes Wehen von Nordoſtwinden war der
Hafen von Marſeille eine Zeitlang trocken geblieben
; dieß macht in der Höhe des Meeres
einen Unterſchied von 12′ – Bei einer eignen
Strömung unter den Tropen hat Doc bemerkt
und gezeigt daß es folgen der Barometerſtände
ſind.
?
Allgemeine Conſtruction der Oberfläche des
Erdkörpers.
1, Der Continent iſt in 2 große Maſsen eingetheilt
, von denen der eine ſeine Haupterſtreckung
von W. gegen O. hat. der alte Continent –
Durch dieſe Ausdehnung entſteht eine größere
Kälte, wenn die Maſse des Continents mit
Schnee bedeckt iſt, oder mehr Wärme, wennweil er
als opaker Gegenſtand mehr Wärme annehmen
kann als das Meer. – Der neue Continent
erſtreckt ſich in ſeiner Hauptrichtung von Norden
nach Süden.
Im alten Continent bemerken wir an ſeinem
ſüdlichen Theil einen großen Buſen Neu-
Holland und in Norden Afrika – Der Buſen
der Mondzune wo die Winde zweimal in entgegengeſetzter
Richtung wehen.
2, Die nördliche Hemisphäre iſt mehr continental,
die ſüdliche mehr inſelförmig. Der Arealunterſchied
betragt ⅓. – Bloß Afrika und Südamerika
weichen tief unter dem Aequator hinaus; Aſien
erreicht ihn nicht. Dieß macht Hinſichts der Wärme
einen großen Unterſchied auf dieſen Welttheil
von W. gegen O. hat. der alte Continent –
Durch dieſe Ausdehnung entſteht eine größere
Kälte, wenn die Maſse des Continents mit
Schnee bedeckt iſt, oder mehr Wärme, wennweil er
als opaker Gegenſtand mehr Wärme annehmen
kann als das Meer. – Der neue Continent
erſtreckt ſich in ſeiner Hauptrichtung von Norden
nach Süden.
Im alten Continent bemerken wir an ſeinem
ſüdlichen Theil einen großen Buſen Neu-
Holland und in Norden Afrika – Der Buſen
der Mondzune wo die Winde zweimal in entgegengeſetzter
Richtung wehen.
2, Die nördliche Hemisphäre iſt mehr continental,
die ſüdliche mehr inſelförmig. Der Arealunterſchied
betragt ⅓. – Bloß Afrika und Südamerika
weichen tief unter dem Aequator hinaus; Aſien
erreicht ihn nicht. Dieß macht Hinſichts der Wärme
einen großen Unterſchied auf dieſen Welttheil
da das Meer nicht ſo viel Wärme von den Sonnenſtralen
abſorbirt als ein opaker Gegenſtand
, und daher die Winde die von Süden kom̃en
auch nicht ſo viel Wärme nach Aſien bringen
können.
3, Gegen den Nordpol erſcheinen alle Continente
faſt paralell abgeſchnitten zwiſchen 70, 72 und
73 LBr. Der Nordpol ſelbſt ſcheint frei von Land
zu ſein. – Die Barrows Straße liegt freilich
viel nördlicher doch weiß man daß ſüdlich von
ihr ein großer Archipelagus liegt; der Continent
von Amerika iſt nach Franklin und Makenzie
bei 72° abgeſchnitten. Es liegen Inſeln unter
72° hinaus die beinah einen Continent bilden,
und einen großen Einfluß
auf das Klima haben. – Von Amerika aus ſind
fast lauter Inſeln bis zum Nordpol hin Grönland
Ob der Nordpol ganz frei von Land iſt weiß man
nicht durch genaue Beobachtungen. Robert Torne machte
abſorbirt als ein opaker Gegenſtand
, und daher die Winde die von Süden kom̃en
auch nicht ſo viel Wärme nach Aſien bringen
können.
3, Gegen den Nordpol erſcheinen alle Continente
faſt paralell abgeſchnitten zwiſchen 70, 72 und
73 LBr. Der Nordpol ſelbſt ſcheint frei von Land
zu ſein. – Die Barrows Straße liegt freilich
viel nördlicher doch weiß man daß ſüdlich von
ihr ein großer Archipelagus liegt; der Continent
von Amerika iſt nach Franklin und Makenzie
bei 72° abgeſchnitten. Es liegen Inſeln unter
72° hinaus die beinah einen Continent bilden,
und einen großen Einfluß
auf das Klima haben. – Von Amerika aus ſind
fast lauter Inſeln bis zum Nordpol hin Grönland
Ob der Nordpol ganz frei von Land iſt weiß man
nicht durch genaue Beobachtungen. Robert Torne machte
ſchon bald nach der Entdeckung von Amerika aufmerkſam
einen Weg nach Indien quer über den
Nordpol zu finden. Bei dem jetzigen Zuſtand
des Eiſes iſt es ſchwierig bis über 80 und 82°
der Breite vorzudringen. Lord Knolberade konnte
nur bis 80°50′ vordringen Barington hat Nachrichten
geſammelt von Reiſenden die bis 83 und
84° vorgedrungen ſein ſollen. Skoresby iſt bis 81°
13′ und des Nachmittags bis 81°30′ im Monat
May vorgedrungen. – Die letzte Parryſche Reiſe
iſt nicht geglückt, indem das Eis in Bewegung.
Das engliſche Gouvernement hat einen Preis
von 5000 ℔ Sterling darauf geſetzt für den
der bis zum 89° vordringen würde.
4, Die Continente ſind der Länge nach auf
der einen Seite ſo zuſammen gedrängt daß
ſie von O. gegen W. 250 Längengrade einnehmen;
und auf der andern Seite 110 Längengrade hindurch
ununterbrochen Waſser iſt. Wir würden vom Monde
einen Weg nach Indien quer über den
Nordpol zu finden. Bei dem jetzigen Zuſtand
des Eiſes iſt es ſchwierig bis über 80 und 82°
der Breite vorzudringen. Lord Knolberade konnte
nur bis 80°50′ vordringen Barington hat Nachrichten
geſammelt von Reiſenden die bis 83 und
84° vorgedrungen ſein ſollen. Skoresby iſt bis 81°
13′ und des Nachmittags bis 81°30′ im Monat
May vorgedrungen. – Die letzte Parryſche Reiſe
iſt nicht geglückt, indem das Eis in Bewegung.
Das engliſche Gouvernement hat einen Preis
von 5000 ℔ Sterling darauf geſetzt für den
der bis zum 89° vordringen würde.
4, Die Continente ſind der Länge nach auf
der einen Seite ſo zuſammen gedrängt daß
ſie von O. gegen W. 250 Längengrade einnehmen;
und auf der andern Seite 110 Längengrade hindurch
ununterbrochen Waſser iſt. Wir würden vom Monde
aus, wenn nur eine Seite der Erde zugekehrt
wäre nur lauter Erde oder lauter? Waſser ſehen.
Die Erde hat auf der einen Seite mehr eine Waſserhalbkugel
auf der andern eine Erdhalbkugel.
5, Die Continental Maſse vom öſtlichen Theil
Aſiens bis zum weſtlichen Theil Amerikas zuſammen
betrachtend, ſo iſt ſie durch den atlantiſchen
Ocean durchſchnitten. Es hat dieß viel Ähnlichkeit
mit einer Thalbildung; die entgegengeſetzte
Continente haben gleichſame Richtungen
. Cayenne hat der Richtung nach Ähnlichkeit
mit Labrador; dagegen Braſilien mit den vereinigten
Staaten(?). Das Thal des atlantiſchen
Oceans iſt zuerſt gerichtet von S.O nach .,
dann von S.W. gegen WN .O. und endlich wieder
von S.O. gegen N.W. Die ausſpringenden
Winkel der einen Seite ſtehen den einſpringenden
Winkel der andern Seite gegenüber. –
Dieſes große Thal hat mehrere Erweiterungen
wäre nur lauter Erde oder lauter? Waſser ſehen.
Die Erde hat auf der einen Seite mehr eine Waſserhalbkugel
auf der andern eine Erdhalbkugel.
5, Die Continental Maſse vom öſtlichen Theil
Aſiens bis zum weſtlichen Theil Amerikas zuſammen
betrachtend, ſo iſt ſie durch den atlantiſchen
Ocean durchſchnitten. Es hat dieß viel Ähnlichkeit
mit einer Thalbildung; die entgegengeſetzte
Continente haben gleichſame Richtungen
. Cayenne hat der Richtung nach Ähnlichkeit
mit Labrador; dagegen Braſilien mit den vereinigten
Staaten(?). Das Thal des atlantiſchen
Oceans iſt zuerſt gerichtet von S.O nach .,
dann von S.W. gegen WN .O. und endlich wieder
von S.O. gegen N.W. Die ausſpringenden
Winkel der einen Seite ſtehen den einſpringenden
Winkel der andern Seite gegenüber. –
Dieſes große Thal hat mehrere Erweiterungen
und Zertrümmerungen der Continente. Auf der
einen Seite das große Baſsin der Hudſonsbay,
und der Baffinsbay; auf der andern Seite die
brittiſche Inſel, ſkandinaviſche Halbinſel bildend;
dann der antilliſche Meerbuſen und das mittellandiſche
Meer. Dieſes letztern ſteht im Zuſammenhang(
?) mit dem rothen Meer und dem perſiſchen
Meerbuſen. – So ſteht die Waſsermaſse
in nahem Zuſammenhange die auf die Entwiklung
des Menſchengeſchlechts und der Verkehr der
Völker mächtig eingewirkt hat. –
Nur wenige Continente liegen unter dem Aequator
ſelbſt, nur 1/6 ſeiner Länge geht der Aequator
durch Continente das übrige iſt Meer.
6, Alle Continente gehen gegen S. in einer pyramidaliſchen
Form aus, Amerika, Afrika,
und Neu Holland. Zwiſchen beiden letztern wiederholt
ſich dieſe Pyramidal-Form noch einmal im
Kleinen. Auch in den einzelnen Vorſprüngen
wiederholt ſich dieſe pyramidaliſche Form.
einen Seite das große Baſsin der Hudſonsbay,
und der Baffinsbay; auf der andern Seite die
brittiſche Inſel, ſkandinaviſche Halbinſel bildend;
dann der antilliſche Meerbuſen und das mittellandiſche
Meer. Dieſes letztern ſteht im Zuſammenhang(
?) mit dem rothen Meer und dem perſiſchen
Meerbuſen. – So ſteht die Waſsermaſse
in nahem Zuſammenhange die auf die Entwiklung
des Menſchengeſchlechts und der Verkehr der
Völker mächtig eingewirkt hat. –
Nur wenige Continente liegen unter dem Aequator
ſelbſt, nur 1/6 ſeiner Länge geht der Aequator
durch Continente das übrige iſt Meer.
6, Alle Continente gehen gegen S. in einer pyramidaliſchen
Form aus, Amerika, Afrika,
und Neu Holland. Zwiſchen beiden letztern wiederholt
ſich dieſe Pyramidal-Form noch einmal im
Kleinen. Auch in den einzelnen Vorſprüngen
wiederholt ſich dieſe pyramidaliſche Form.
Form. Es gehört dieſe Idee nicht urſprünglich
Reinold Forſter, ſondern ſchon Backo hat
darauf aufmerkſam gemacht. Zulezt iſt dieſe
pyramidaliſche Form noch dadurch merkwürdig,
daß ſie ſich deſto ſüdlicher nach dem Pole hin erſtrecken
, je mehr die correspondirenden Punkte
in derſelben Länge ſich dem Nordpol nähern
; je weiter man gegen Oſten geht, deſto
weniger erſtrecken ſich die Continente nach Süden
hin. – Cap der guten Hoffnung 33°.45′ der correspondirende
Punkt im Norden iſt Scandinavien
. Van Dymens Land 39°38′, ihn gegenüber
nach Norden Nova Zembla. Cap Hörn 57°
58′ Amerika
Auſser der Aehnlichkeit von Südamerika und Afrika
hinſichts der Triangularform, haben dieſe
Continente noch merkwürdige Analogien in Einbuſungen
. Gegen Weſten der große Buſen
des Golfs von Guinea 3° n. Br., Amerika
14.½° Br. Die Andeskette 20 Meilen von
der Küſte iſt genau dieſem Buſen parallel
Dem erſten entſpricht der Buſen von Arequibo
. Ähnlich erſcheint der zertrümmerte Continent
der Molukken und von Neuholland
Reinold Forſter, ſondern ſchon Backo hat
darauf aufmerkſam gemacht. Zulezt iſt dieſe
pyramidaliſche Form noch dadurch merkwürdig,
daß ſie ſich deſto ſüdlicher nach dem Pole hin erſtrecken
, je mehr die correspondirenden Punkte
in derſelben Länge ſich dem Nordpol nähern
; je weiter man gegen Oſten geht, deſto
weniger erſtrecken ſich die Continente nach Süden
hin. – Cap der guten Hoffnung 33°.45′ der correspondirende
Punkt im Norden iſt Scandinavien
. Van Dymens Land 39°38′, ihn gegenüber
nach Norden Nova Zembla. Cap Hörn 57°
58′ Amerika
Auſser der Aehnlichkeit von Südamerika und Afrika
hinſichts der Triangularform, haben dieſe
Continente noch merkwürdige Analogien in Einbuſungen
. Gegen Weſten der große Buſen
des Golfs von Guinea 3° n. Br., Amerika
14.½° Br. Die Andeskette 20 Meilen von
der Küſte iſt genau dieſem Buſen parallel
Dem erſten entſpricht der Buſen von Arequibo
. Ähnlich erſcheint der zertrümmerte Continent
der Molukken und von Neuholland
wo zwiſchen Java und Bara(Pogo Land?) , vermuthlich eine
Verbindung mit dem Withsland Buſen iſt, der dem
letzterm correspondirt.
Wenn es zwar wahrſcheinlich iſt, daß der Continent
ſich nördlich nicht bis zum Pole, hin erſtreckt, ſo iſt
dies vom Südpole noch mehr zu erwarten, da die
ſüdliche Halbkugel die eilandſche Hemisphäre iſt.
Als man Neuſchottland entdeckte, glaubte man dieſe
Inſel und die Sandwichs-LandInſeln, ſeine Vorboten eines
ſüdlichen Continents. Durch die Expedition des Capt.
Wabbe bis zum 74°15′ ſ.B. iſt aber gezeigt worden
, daß es nur ein Archipel iſt. Cook war nur
bis 64° ſ. Br. vorgedrungen. Merkwürdig iſt
es, daß die nördlichſte Station, die Russen, die ſüdlichſten
Länder entdeckt haben. Bellinghauſen entdeckte
die Peters Inſel in 70° ſ. Br.
Der Indiſche Archipel hat die Sonderbarkeit, daß
ſich dort eine große Maſse von großen Inſeln
finden, wiewohl im Allgemeinen die Inſeln nur klein
ſind. Es hat dies den Glauben hervorgerufen,
daß es ein unterirdiſcher Continent iſt, der Zuſam̃enhang
hat. Eine ähnliche Anſicht würde Guatimala
haben, wo eine Menge großer Vulkane
Verbindung mit dem Withsland Buſen iſt, der dem
letzterm correspondirt.
Wenn es zwar wahrſcheinlich iſt, daß der Continent
ſich nördlich nicht bis zum Pole, hin erſtreckt, ſo iſt
dies vom Südpole noch mehr zu erwarten, da die
ſüdliche Halbkugel die eilandſche Hemisphäre iſt.
Als man Neuſchottland entdeckte, glaubte man dieſe
Inſel und die Sandwichs-LandInſeln, ſeine Vorboten eines
ſüdlichen Continents. Durch die Expedition des Capt.
Wabbe bis zum 74°15′ ſ.B. iſt aber gezeigt worden
, daß es nur ein Archipel iſt. Cook war nur
bis 64° ſ. Br. vorgedrungen. Merkwürdig iſt
es, daß die nördlichſte Station, die Russen, die ſüdlichſten
Länder entdeckt haben. Bellinghauſen entdeckte
die Peters Inſel in 70° ſ. Br.
Der Indiſche Archipel hat die Sonderbarkeit, daß
ſich dort eine große Maſse von großen Inſeln
finden, wiewohl im Allgemeinen die Inſeln nur klein
ſind. Es hat dies den Glauben hervorgerufen,
daß es ein unterirdiſcher Continent iſt, der Zuſam̃enhang
hat. Eine ähnliche Anſicht würde Guatimala
haben, wo eine Menge großer Vulkane
von 8000–9000′ Höhe ſich befinden;
wenn das Meer bis zu dem See
Nicaragua ſteigen würde, würden
dieſe als Inſeln erſcheinen. Der
See von Nicaragua iſt 140′ höher
als beide Oceane.
Der größte Theil der Inſeln liegt in
der ſüdlichen Hemisphäre. Man muß hier
unterſcheiden Inſeln die mitten im Meere
liegen oder ſolche die dem Continent
parallel liegen, wie im ſüdlichen
Theil von Oſtaſien. Dieſe letztern haben
gewiß zur Civiliſation der Menſchen
viel beigetragen, da ſie zur Schiffahrt erregten
, um eine Com̃unikation mit dem
Continent zu haben.
Der größte Contraſt zwiſchen Geſtalt der
Continente und Gliederung ſelbſt, ergiebt
ſich, wenn man Europa und das weſtliche
Aſien mit Afrika vergleicht.
Die Berge ſind Erhöhungen, welche auf
der Feſte empor ſteigen. Die Feſte kann
man eben ſo gut als TafelInſel(?) anſehen wie
wenn das Meer bis zu dem See
Nicaragua ſteigen würde, würden
dieſe als Inſeln erſcheinen. Der
See von Nicaragua iſt 140′ höher
als beide Oceane.
Der größte Theil der Inſeln liegt in
der ſüdlichen Hemisphäre. Man muß hier
unterſcheiden Inſeln die mitten im Meere
liegen oder ſolche die dem Continent
parallel liegen, wie im ſüdlichen
Theil von Oſtaſien. Dieſe letztern haben
gewiß zur Civiliſation der Menſchen
viel beigetragen, da ſie zur Schiffahrt erregten
, um eine Com̃unikation mit dem
Continent zu haben.
Der größte Contraſt zwiſchen Geſtalt der
Continente und Gliederung ſelbſt, ergiebt
ſich, wenn man Europa und das weſtliche
Aſien mit Afrika vergleicht.
Die Berge ſind Erhöhungen, welche auf
der Feſte empor ſteigen. Die Feſte kann
man eben ſo gut als TafelInſel(?) anſehen wie
die kleineren Inſeln. Man kann von dieſen
Bergen, die ſich auf dem Gipfel von Erhebungen
von Neuem erheben zweierlei unterſcheiden:
entweder ſind es elliptiſche Maſsen, die einen
geringen Unterſchied zwiſchen Länge
und Breite haben wie die Sierra di Santo
Marte, oder es ſind Ketten, die in großen
langen Strekken fortgehen; wie die Andes Kette
die 6–700 Meilen lang iſt. Gleichſam ruhen
dieſe auf Klüften und bilden Knoten.
Man hat lange geglaubt, daß dieſe Knoten ein
Verhältniß der Höhe der Kette ſelbſt geben.
Aus der Andes Kette hat Doc das Gegentheil gezeigt
.
Es iſt ein altes Vorurtheil des Zuſammenhangs
aller Ketten; den man durch ſubmarine Ketten
hat hervorbringen wollen. – Eben ſo hat man
eine große Wichtigkeit auf die Höhe der Knoten
gelegt; man nannte ſie Centralpunkte, von denen
die Ketten ſtralenförmig ausgingen.
Man hat geglaubt, daß eine Central Kette im̃er
höher ſein müſse, als ein ſie begleitendes Gebirge
. Es iſt dies falſch, wie man bei der
Bergen, die ſich auf dem Gipfel von Erhebungen
von Neuem erheben zweierlei unterſcheiden:
entweder ſind es elliptiſche Maſsen, die einen
geringen Unterſchied zwiſchen Länge
und Breite haben wie die Sierra di Santo
Marte, oder es ſind Ketten, die in großen
langen Strekken fortgehen; wie die Andes Kette
die 6–700 Meilen lang iſt. Gleichſam ruhen
dieſe auf Klüften und bilden Knoten.
Man hat lange geglaubt, daß dieſe Knoten ein
Verhältniß der Höhe der Kette ſelbſt geben.
Aus der Andes Kette hat Doc das Gegentheil gezeigt
.
Es iſt ein altes Vorurtheil des Zuſammenhangs
aller Ketten; den man durch ſubmarine Ketten
hat hervorbringen wollen. – Eben ſo hat man
eine große Wichtigkeit auf die Höhe der Knoten
gelegt; man nannte ſie Centralpunkte, von denen
die Ketten ſtralenförmig ausgingen.
Man hat geglaubt, daß eine Central Kette im̃er
höher ſein müſse, als ein ſie begleitendes Gebirge
. Es iſt dies falſch, wie man bei der
Andeskette ſieht. Wo auf der einen Kette
die Schneegrenze aufhört, fängt ſie bei
der andern ſie begleitenden Kette wieder
an. Ein anderes Vorurtheil iſt, daß die Flüſſe
nie die Kette durchbrächen. Ein Beispiel
hiervon giebt der Amazonen-Fluß, der die Central
Kette des Andes Gebirges durchbricht. Auch
der Indus durchbricht einen Theil des Himalaya
Gebirges.
Sehr merkwürdig ſind die Ebenen, die man
in der Nähe einer hohen Gebirgs Kette findet;
entweder die Gebirge erheben ſich plötzlich aus
dieſen Ebenen wie bei der Sierra Maria,
oder es iſt ein formliches Anſchwellen, bis
man auf einen hohen Punkt kommt. Andeskette
. Man muß bei den Ketten bemerken:
1, wo die Ausbrüche gekommen ſind,
2, das Verhältniß des Fußes zum Gipfel.
In Amerika ſind alle Höhen über 3800′
zuſammengedrängt in der Andeskette. In
Europa dagegen findet ſich die Höhen zwiſchen
6000 und 10800′ weit von den Hauptketten
entfernt.
40. Vorlesung, 22. März 1828
Continente die tiefer als das Meer liegen,
die Schneegrenze aufhört, fängt ſie bei
der andern ſie begleitenden Kette wieder
an. Ein anderes Vorurtheil iſt, daß die Flüſſe
nie die Kette durchbrächen. Ein Beispiel
hiervon giebt der Amazonen-Fluß, der die Central
Kette des Andes Gebirges durchbricht. Auch
der Indus durchbricht einen Theil des Himalaya
Gebirges.
Sehr merkwürdig ſind die Ebenen, die man
in der Nähe einer hohen Gebirgs Kette findet;
entweder die Gebirge erheben ſich plötzlich aus
dieſen Ebenen wie bei der Sierra Maria,
oder es iſt ein formliches Anſchwellen, bis
man auf einen hohen Punkt kommt. Andeskette
. Man muß bei den Ketten bemerken:
1, wo die Ausbrüche gekommen ſind,
2, das Verhältniß des Fußes zum Gipfel.
In Amerika ſind alle Höhen über 3800′
zuſammengedrängt in der Andeskette. In
Europa dagegen findet ſich die Höhen zwiſchen
6000 und 10800′ weit von den Hauptketten
entfernt.
40. Vorlesung, 22. März 1828
Continente die tiefer als das Meer liegen,
ſind Hochebenen des Meerbodens. Trocknete
das Meer aus, ſo werden die Verhältniße
ſichtbar werden, ungefähr wie auf der waſserloſen
Seite des Monds. Man hat keine Ebenen
auf die man die Höhen reduciren ſoll. Wenn
man das Meer als Reductions Ebene betrachtet,
ſo füllt ein Vergleich zwiſchen Leibnitz und dem
Himalaya Gebirge zum Vortheil des Mondes
aus, wenn der Meeresſpiegel nicht da wäre,
ſo würde der Vortheil auf die Seite der Erde
fallen. – Würde der Meeresſpiegel wegfallen
, ſo würde das Klima auf der Erde kälter
werden, und nicht mehr die Producte hervorbringen
können.
In den Gebirgen finden ſich Quer- und Längen
Thäler. Die letzteren haben gewöhnlich eine ſehr
gelinde Temperatur auchauf ſehr große Höhen,
ſo in der Andes-Kette 7–8000′ hoch in den
Alpen das Wallis und das Engadein 1200′ hoch.
Die Gebirgs Knoten ſind nicht die höchſten
Punkte der Gebirge. Der Chimboraſso liegt
beinahe am Ende der Kette, wo alle übrigen
Berge ſchon niedrig ſind; eben ſo
das Meer aus, ſo werden die Verhältniße
ſichtbar werden, ungefähr wie auf der waſserloſen
Seite des Monds. Man hat keine Ebenen
auf die man die Höhen reduciren ſoll. Wenn
man das Meer als Reductions Ebene betrachtet,
ſo füllt ein Vergleich zwiſchen Leibnitz und dem
Himalaya Gebirge zum Vortheil des Mondes
aus, wenn der Meeresſpiegel nicht da wäre,
ſo würde der Vortheil auf die Seite der Erde
fallen. – Würde der Meeresſpiegel wegfallen
, ſo würde das Klima auf der Erde kälter
werden, und nicht mehr die Producte hervorbringen
können.
In den Gebirgen finden ſich Quer- und Längen
Thäler. Die letzteren haben gewöhnlich eine ſehr
gelinde Temperatur auchauf ſehr große Höhen,
ſo in der Andes-Kette 7–8000′ hoch in den
Alpen das Wallis und das Engadein 1200′ hoch.
Die Gebirgs Knoten ſind nicht die höchſten
Punkte der Gebirge. Der Chimboraſso liegt
beinahe am Ende der Kette, wo alle übrigen
Berge ſchon niedrig ſind; eben ſo
liegen der Montrose und Montblanc nicht
auf Gebirgsknoten. Im weſtlichen Amerika
iſt die Sierra di Sante Marte, und
alle übrigen höheren Gebirge zuſam̃en
gedrängt, die Hebung iſt in einem Streichen
geſchehen parallel mit der weſtlichen
Küſte. Im ſüdl. Amerika iſt auf 20000
Q.M. kein Schnee auf Bergen zu finden,
es ſind dort nur Höhen unter 8400′. –
In Europa und Aſien iſt es ganz anders.
Nimmt man als Hauptkette in Europa
die Pÿrenäen und Alpen etc. an, ſo
findet man noch ſehr große Gebirge
zerſtreut in Skandinavien etc. eben
ſo in Asien vom Himalaya Gebirge
weit entfernt findet man noch (Schnee- ?)Gebirge
Einen allgem. Grundſatz giebt das Verhältniß
, daß man bei den meiſten Gebirgen
zwarzwiſchen Gipfel und die Höhe des mittlern
Rückens findet. Den mittlern
Rücken in einer Kette kann man da
durch finden, daß man die Höhe von
10 bis 12 Poſten nim̃t, die gewöhnlich
auf Gebirgsknoten. Im weſtlichen Amerika
iſt die Sierra di Sante Marte, und
alle übrigen höheren Gebirge zuſam̃en
gedrängt, die Hebung iſt in einem Streichen
geſchehen parallel mit der weſtlichen
Küſte. Im ſüdl. Amerika iſt auf 20000
Q.M. kein Schnee auf Bergen zu finden,
es ſind dort nur Höhen unter 8400′. –
In Europa und Aſien iſt es ganz anders.
Nimmt man als Hauptkette in Europa
die Pÿrenäen und Alpen etc. an, ſo
findet man noch ſehr große Gebirge
zerſtreut in Skandinavien etc. eben
ſo in Asien vom Himalaya Gebirge
weit entfernt findet man noch (Schnee- ?)Gebirge
Einen allgem. Grundſatz giebt das Verhältniß
, daß man bei den meiſten Gebirgen
zwarzwiſchen Gipfel und die Höhe des mittlern
Rückens findet. Den mittlern
Rücken in einer Kette kann man da
durch finden, daß man die Höhe von
10 bis 12 Poſten nim̃t, die gewöhnlich
unter der Schneegrenze liegen. Was haben
nun ein maximum und ein minimum.
Der mittlere Rücken iſt höher als die Päsſe
und niedriger als die Schneegrenze.
Der Montblanc iſt ſo hoch wie der höchſte
Poſten(?) des Himalaya Gebirgs (siehe „Ueber
das Verhältniß der Gipfel zum Rücken”. v Doc: :)
Das Verhältniß der Rücken zu den Gipfeln
in den höchſten Ketten iſt 1 : 1,8 oder wie
1 : 2. – Bei der Alpenkette wie 1 : 2. die
Päſse 1200 Toiſen und Montblanc 2464t.. Bei
der Andeskette wie 1 : 2. (Chimboraſso 3250t.
der mittlere Rücken 1850) Bei der Andeskette
ſind die höchſten Punkte nicht eben demſelben
Geſtein wie die Rücken, wiewol dies
bei den übrigen Gebirgen der Fall iſt.
Im Himalaya Gebirge iſt die mittlere
Höhe von 14 gemeſsenen Päſsen ungefähr
wie die des Montblanc 2430 Toiſen, der
höchſte Punkt + 4400t., ungefähr ſo
hoch als wenn man den Sankt Gothard auf den Chimboraſso
geſetzt denkt.
+ Dhawala-Giri
oder der weiße
Berg 26862′.
Beim Kaukaſus iſt daſselbe Verhältniß 1 : 2.
nun ein maximum und ein minimum.
Der mittlere Rücken iſt höher als die Päsſe
und niedriger als die Schneegrenze.
Der Montblanc iſt ſo hoch wie der höchſte
Poſten(?) des Himalaya Gebirgs (siehe „Ueber
das Verhältniß der Gipfel zum Rücken”. v Doc: :)
Das Verhältniß der Rücken zu den Gipfeln
in den höchſten Ketten iſt 1 : 1,8 oder wie
1 : 2. – Bei der Alpenkette wie 1 : 2. die
Päſse 1200 Toiſen und Montblanc 2464t.. Bei
der Andeskette wie 1 : 2. (Chimboraſso 3250t.
der mittlere Rücken 1850) Bei der Andeskette
ſind die höchſten Punkte nicht eben demſelben
Geſtein wie die Rücken, wiewol dies
bei den übrigen Gebirgen der Fall iſt.
Im Himalaya Gebirge iſt die mittlere
Höhe von 14 gemeſsenen Päſsen ungefähr
wie die des Montblanc 2430 Toiſen, der
höchſte Punkt + 4400t., ungefähr ſo
hoch als wenn man den Sankt Gothard auf den Chimboraſso
geſetzt denkt.
+ Dhawala-Giri
oder der weiße
Berg 26862′.
Beim Kaukaſus iſt daſselbe Verhältniß 1 : 2.
Der Elborus iſt hoch 2783.t. der Rücken 1326.t
Alegalieſche Gb: Washington Berg 1040 der mittlere
Rücken 520. In der Küſtenkette von
Venezuela N.Ö. der Andeskette höchſte Gipfel
1350t., mittlere Rücken 750.
Die Pyrenäen, wenn man ſie für ſich als
beſonderes Gebirge betrachtet, und nicht als
Fortſetzung der Alpen würden hiervon eine
Ausnahme machen. Der höchſte Gipfel Male
detto iſt 1790 Toiſen hoch, viel niedriger als
der höchſte Gipfel der Alpen; dagegen ſind
die Päſse viel höher als die Alpenpiſse
Zwei auffallende Unterſchiede finden ſich
in Europa:
1, Die Apenninen: Die Päſse geben hier
für den Rücken nur 400 Toiſen: dagegen
der höchſte Berg 1490t., alſo das
Verhältniß beinahe wie 1 : 3,5.
2, Das Skandinaviſche Gebirge. 13 gemesſene
Päſse geben die Höhe des mittleren
Rückens 450t.. Die höchſten Punkte
ſind 1200t..
Alegalieſche Gb: Washington Berg 1040 der mittlere
Rücken 520. In der Küſtenkette von
Venezuela N.Ö. der Andeskette höchſte Gipfel
1350t., mittlere Rücken 750.
Die Pyrenäen, wenn man ſie für ſich als
beſonderes Gebirge betrachtet, und nicht als
Fortſetzung der Alpen würden hiervon eine
Ausnahme machen. Der höchſte Gipfel Male
detto iſt 1790 Toiſen hoch, viel niedriger als
der höchſte Gipfel der Alpen; dagegen ſind
die Päſse viel höher als die Alpenpiſse
Zwei auffallende Unterſchiede finden ſich
in Europa:
1, Die Apenninen: Die Päſse geben hier
für den Rücken nur 400 Toiſen: dagegen
der höchſte Berg 1490t., alſo das
Verhältniß beinahe wie 1 : 3,5.
2, Das Skandinaviſche Gebirge. 13 gemesſene
Päſse geben die Höhe des mittleren
Rückens 450t.. Die höchſten Punkte
ſind 1200t..
Die Gebirge haben 5 Elemente für ihre
Axen-Beſtim̃ung: Man kann ſie nur legen
1, nach dem Rücken der Gebirge, die man
gewöhnlich die Richtung der Gebirge
nennt.
2, durch die Waſserſcheide.
3, durch die Maxima aller Höhen
4, durch die Natur der Geſteinarten, das
Ausgehen der Formationen
5, Nach dem Streichen der Schichten gewöhnlich
parallel dem Ausgehen der Gebirgs
Formationen ſelbſt, oft aber auch nicht.
Es ſcheint daß ferne Ketten, vielen Einfluß
auf das Streichen der Gebirge haben können;
auf großen Strecken entſteht ein Loxodromismus
. – Lepold v. Buch hat hierauf eine Eintheilung
von ganz Deutſchland gegründet.
1, Das niederländiſchen Sÿſtem. Die Richtung der
Schichten von N.O. nach S.W.
2, Das nordöſtliche Sÿſtem, zwiſchen dem Teutoburger
Wald und der Donau.
3. Das Rhein-Sÿſtem
4. Das Alpen-Sÿſtem.
Axen-Beſtim̃ung: Man kann ſie nur legen
1, nach dem Rücken der Gebirge, die man
gewöhnlich die Richtung der Gebirge
nennt.
2, durch die Waſserſcheide.
3, durch die Maxima aller Höhen
4, durch die Natur der Geſteinarten, das
Ausgehen der Formationen
5, Nach dem Streichen der Schichten gewöhnlich
parallel dem Ausgehen der Gebirgs
Formationen ſelbſt, oft aber auch nicht.
Es ſcheint daß ferne Ketten, vielen Einfluß
auf das Streichen der Gebirge haben können;
auf großen Strecken entſteht ein Loxodromismus
. – Lepold v. Buch hat hierauf eine Eintheilung
von ganz Deutſchland gegründet.
1, Das niederländiſchen Sÿſtem. Die Richtung der
Schichten von N.O. nach S.W.
2, Das nordöſtliche Sÿſtem, zwiſchen dem Teutoburger
Wald und der Donau.
3. Das Rhein-Sÿſtem
4. Das Alpen-Sÿſtem.
Mit dem Streichen iſt auch in dieſen Sÿſtemen
das Strömen der Flüſse gleichartig.
Im nördöſtlichen Deutſchland findet man eine
merkwürdige Uebereinſtim̃ung der Lüneburger
Heide und der Flüſse, da Spree und
Havel eigentlich eine alte Verbindung der
Oder und Elbe bilden. Die Oder müßte nur
ihre Mündung im Meerbuſen von Cuxhaven
und die Elbe bei Bremen haben, wie es
auch vielleicht vor Zeiten geweſen ſein mag.
Auf großen Hochebenen iſt die Richtung der
einzelnen Gebirge ſehr verſchieden von der
allgemeinen; ſo bei Mexiko, und in Asien.
Ebenen. Man kann keinen absoluten Unterſchied
zwiſchen Ebenen und Bergen angeben
. Was wir nur Ebenen nennen,
findet ſich ſelten in Europa, vielleicht
aber in Süd-Amerika. In Europa entſpricht
dieſer Bedeutung nur ein Theil
von Ungarn, zwiſchen Theiß und Donau,
deſsen Arnat etwa 1700 Q M. beträgt. –
Sie brauchen nicht immer baumlos zu ſein
im Gegentheil ſind ſie oft ſehr bewaldet.
das Strömen der Flüſse gleichartig.
Im nördöſtlichen Deutſchland findet man eine
merkwürdige Uebereinſtim̃ung der Lüneburger
Heide und der Flüſse, da Spree und
Havel eigentlich eine alte Verbindung der
Oder und Elbe bilden. Die Oder müßte nur
ihre Mündung im Meerbuſen von Cuxhaven
und die Elbe bei Bremen haben, wie es
auch vielleicht vor Zeiten geweſen ſein mag.
Auf großen Hochebenen iſt die Richtung der
einzelnen Gebirge ſehr verſchieden von der
allgemeinen; ſo bei Mexiko, und in Asien.
Ebenen. Man kann keinen absoluten Unterſchied
zwiſchen Ebenen und Bergen angeben
. Was wir nur Ebenen nennen,
findet ſich ſelten in Europa, vielleicht
aber in Süd-Amerika. In Europa entſpricht
dieſer Bedeutung nur ein Theil
von Ungarn, zwiſchen Theiß und Donau,
deſsen Arnat etwa 1700 Q M. beträgt. –
Sie brauchen nicht immer baumlos zu ſein
im Gegentheil ſind ſie oft ſehr bewaldet.
In Südamerika ſind 3 große Ebenen: die nördliche
bei Caracas, die mittlere vom Amazonen
Strom durchſtrichen und die 3te von Buenos Ayres.
Die nördliche und ſüdliche ſind ganz baumlos und
nur mit wenig Gras bewachsen. Die mittlere
hat da die großen Wälder zwiſchen dem Orinoko
und Amazonen Strohm. Die Waldungen ſind hier
ſo zuſam̃enhängend, daß wenn die Zuflüſse des Orinoko
und Amazonen Stroms nicht hinderlich wären,
die Affen Reiſen von 6 bis 7 Meilen von Oſt zu
Oſt machen könnten.
Die Ebenen in Afrika, die ſo berüchtigt geworden
ſind, zeigen ſich nach neuen Unterſuchungen von
Dr. Ehrenberg nicht ſo eben, als man gewöhnlig geglaubt
hat.
Flüſse. Die Flüſse entwickeln ſich auf merkwürdige
Weiſe in dieſen Ebenen. Wenn ſie in den
Gebirgen in Längenthälern ausbrechen und durch
Querthäler daſselbe verlaſsend in die Ebenen treten,
ſo laufen ſie gewöhnlich parallel mit dem Gebirge.
?
In den Thälern ſelbſt bilden ſich Amastomasen? ,
wie man an Meere ſie häufig findet. Das
Flußthal iſt ein Sÿſtem von Punkten, wo alle
bei Caracas, die mittlere vom Amazonen
Strom durchſtrichen und die 3te von Buenos Ayres.
Die nördliche und ſüdliche ſind ganz baumlos und
nur mit wenig Gras bewachsen. Die mittlere
hat da die großen Wälder zwiſchen dem Orinoko
und Amazonen Strohm. Die Waldungen ſind hier
ſo zuſam̃enhängend, daß wenn die Zuflüſse des Orinoko
und Amazonen Stroms nicht hinderlich wären,
die Affen Reiſen von 6 bis 7 Meilen von Oſt zu
Oſt machen könnten.
Die Ebenen in Afrika, die ſo berüchtigt geworden
ſind, zeigen ſich nach neuen Unterſuchungen von
Dr. Ehrenberg nicht ſo eben, als man gewöhnlig geglaubt
hat.
Flüſse. Die Flüſse entwickeln ſich auf merkwürdige
Weiſe in dieſen Ebenen. Wenn ſie in den
Gebirgen in Längenthälern ausbrechen und durch
Querthäler daſselbe verlaſsend in die Ebenen treten,
ſo laufen ſie gewöhnlich parallel mit dem Gebirge.
?
In den Thälern ſelbſt bilden ſich Amastomasen? ,
wie man an Meere ſie häufig findet. Das
Flußthal iſt ein Sÿſtem von Punkten, wo alle
Linien der größten Neigung ſich in einer
Rinne vereinigen, ſie können ſich entweder
in dieſer theilen, und wieder zuſam̃en
kommen, oder darin fortfließen. Wenn
Flüſse nahe an der Grote hinfließen, und nirgends
ein Punkt iſt, der niedriger iſt als ein
Punkt im Flußbett ſo muß eine Bivocation
entſtehen; dieſe zeigt immer an, daß der
Fluß zweien Flußbetten angehört.
?
So der
Orinoko und Amazonenſtrom. Es iſt dies
Beispiel jedoch nicht ſo einzig Doc hat in ſeiner
Abhandlung mehrere Beispiele hervorgehoben
. Beim Arno hat es einen Arm gegeben
der durch das Valeriane in die Tiberging.
Herr v. Buch giebt uns ein Beiſpiel vom Torneo
an, der auf der einen Seite in den Sonbre
und auf der andern in die Wirese fließt
Es kann dies bisweilen gehindert werden durch
eine Contrepante oder dadurch daß ſich die
eine Mündung gänzlich ſchließt. In ihrem
unterm Laufe bilden die Flüſse Mesopotamiten
und Deltas. Oft können Deltas nur durch
die Regenzeit entſtehen, und gleich nach Aufhören
Rinne vereinigen, ſie können ſich entweder
in dieſer theilen, und wieder zuſam̃en
kommen, oder darin fortfließen. Wenn
Flüſse nahe an der Grote hinfließen, und nirgends
ein Punkt iſt, der niedriger iſt als ein
Punkt im Flußbett ſo muß eine Bivocation
entſtehen; dieſe zeigt immer an, daß der
Fluß zweien Flußbetten angehört.
?
So der
Orinoko und Amazonenſtrom. Es iſt dies
Beispiel jedoch nicht ſo einzig Doc hat in ſeiner
Abhandlung mehrere Beispiele hervorgehoben
. Beim Arno hat es einen Arm gegeben
der durch das Valeriane in die Tiberging.
Herr v. Buch giebt uns ein Beiſpiel vom Torneo
an, der auf der einen Seite in den Sonbre
und auf der andern in die Wirese fließt
Es kann dies bisweilen gehindert werden durch
eine Contrepante oder dadurch daß ſich die
eine Mündung gänzlich ſchließt. In ihrem
unterm Laufe bilden die Flüſse Mesopotamiten
und Deltas. Oft können Deltas nur durch
die Regenzeit entſtehen, und gleich nach Aufhören
derſelben wieder verſchwinden. Das Gefälle
der großen Ströme iſt oft ſo gering daß man
z. B. beim Orinoko und Amazonen Fluß noch bei
80 Meilen Entfernung das Steigen der Flut
bis auf 12″ meſsen kann.
41. Vorlesung, 24. März 1828
Die Flüſse S. Amerikas haben ſehr geringe(?) Waſser
maſse, ſie ſind ſo flach, daß man mehrere 1000
Fuß hineinreiten kann.
Die Waſsermenge die in Fluß enthält, hängt von
der Größe des Flußgebiets ab. Setzt man die
Waſsermenge des Rheins = 1. ſo iſt die der Donau
= 4., des Amazonenſtroms = 22. – Wenn das
Flußgebiet ſehr groß und das Bette ſehr ſchmal
iſt, ſo kann man auf eine um ſo größere
Tiefe des Flußes ſchließen.
In den meiſten großen Strömen, zeigt ſich
eine Gleichheit in der Quantitaet des Anſchwellens
und auch in den Epochen der Anſchwellung.
Der Nil ſteigt bei Cairo zu derſelben Höhe als
die des Orinoko bei Angostura beträgt, 24′
beide Orte liegen ungefähr gleich weit von
der Mündung ab. Seit 1000 Jahren iſt dies Phänomen
daſselbe geweſen, und das Maximum in
der großen Ströme iſt oft ſo gering daß man
z. B. beim Orinoko und Amazonen Fluß noch bei
80 Meilen Entfernung das Steigen der Flut
bis auf 12″ meſsen kann.
41. Vorlesung, 24. März 1828
Die Flüſse S. Amerikas haben ſehr geringe(?) Waſser
maſse, ſie ſind ſo flach, daß man mehrere 1000
Fuß hineinreiten kann.
Die Waſsermenge die in Fluß enthält, hängt von
der Größe des Flußgebiets ab. Setzt man die
Waſsermenge des Rheins = 1. ſo iſt die der Donau
= 4., des Amazonenſtroms = 22. – Wenn das
Flußgebiet ſehr groß und das Bette ſehr ſchmal
iſt, ſo kann man auf eine um ſo größere
Tiefe des Flußes ſchließen.
In den meiſten großen Strömen, zeigt ſich
eine Gleichheit in der Quantitaet des Anſchwellens
und auch in den Epochen der Anſchwellung.
Der Nil ſteigt bei Cairo zu derſelben Höhe als
die des Orinoko bei Angostura beträgt, 24′
beide Orte liegen ungefähr gleich weit von
der Mündung ab. Seit 1000 Jahren iſt dies Phänomen
daſselbe geweſen, und das Maximum in
der Epoche des Anſchwellens iſt nur auf 2 bis
3, höchſtens 5 Tage.
Die Maſse des Waſsers die ein Fluß enthält
, wird beſtim̃t, nicht durch die Tiefe allein,
ſondern durch die Area des ganzen Flußgebiets.
Dazu kom̃t noch die Geſchwindigkeit des Fluſses
ſelbſt. Es ſind bis jetzt nur wenige Flüſse bekannt,
von den man eine gehörige Kenntniß der Geſchwindigkeit
hat. Die Unterſuchungen Girard’s
über den Nil können hier zum Musterdienen.
Die Flüſse ſelbſt münden ſich entweder in inländiſche
Seen, Steppenflüſse, oder ins Meer,
oder endlich wie Franklin ſich ausdrückt, ſie
haben ihre Mündung in der Atmosphäre.
Je weiter die Flüſse gehen deſto mehr Nebenflüſse
nehmen ſie auf und deſto größer wird
ihre Waſsermaſse.
Meſsungen ſind angeſtellt: am Orangenfluß;
Doc ſelbſt am Rio Apure, einem Nebenfluß
des Orinoko, der ſo groß wie die Donau iſt.
Wenn die Flüſse ins Meer einmünden,
ſo entſteht durch die Oscillation des Meeres,
veranlaßt durch die Anziehung der Sonne und
3, höchſtens 5 Tage.
Die Maſse des Waſsers die ein Fluß enthält
, wird beſtim̃t, nicht durch die Tiefe allein,
ſondern durch die Area des ganzen Flußgebiets.
Dazu kom̃t noch die Geſchwindigkeit des Fluſses
ſelbſt. Es ſind bis jetzt nur wenige Flüſse bekannt,
von den man eine gehörige Kenntniß der Geſchwindigkeit
hat. Die Unterſuchungen Girard’s
über den Nil können hier zum Musterdienen.
Die Flüſse ſelbſt münden ſich entweder in inländiſche
Seen, Steppenflüſse, oder ins Meer,
oder endlich wie Franklin ſich ausdrückt, ſie
haben ihre Mündung in der Atmosphäre.
Je weiter die Flüſse gehen deſto mehr Nebenflüſse
nehmen ſie auf und deſto größer wird
ihre Waſsermaſse.
Meſsungen ſind angeſtellt: am Orangenfluß;
Doc ſelbſt am Rio Apure, einem Nebenfluß
des Orinoko, der ſo groß wie die Donau iſt.
Wenn die Flüſse ins Meer einmünden,
ſo entſteht durch die Oscillation des Meeres,
veranlaßt durch die Anziehung der Sonne und
des Mondes eine merkwürdige Erſcheinung.
Da nämlich das Salzwaſser ſchwerer iſt als das ſüße
Waſser, welches aus den Flüſsen herausſtrömt, ſo
bilden ſich Süßwaſser-Meere und daß Flußwaſser
wird gehoben durch das Seewaſser, ſo daß jenes jenachdem
dieſes vermöge der Flut und Ebbe ſteigt
und füllt ebenfalls auch nieder geht.
Die flüſsigen Hüllen.
Das Meer
Oscillation des Meeres. Die Oscillation des Meeres
giebt das deutlichſte Beiſpiel der Attraction von
Weltkörpern auf die Erde. In frühern Zeiten
wo man nur das mittelländiſche Meer kannte,
war dies Phänomen nur den Phöniziern in ſeiner
ganzen Ausdehnung bekannt, daher ſah man
am Indus dieſe Erſcheinung als ein großes
Wunder an. Pÿthias in Marſeille ſtellte ſchon
Beobachtungen über das Meer an. Plato glaubte
es durch ein Herausſtrömen vom Innern der Erde
zu erklären. Doch hatte man ſchon bei den
Römern einige gute Erklärungen, ſo ſagt Plinius
„causa ſole, lunaque“ . In neuern Zeiten
gab Newton 1687 eine Erklärung der Ebbe und
Flut. Neuerdings iſt dies Phänomen durch die
Da nämlich das Salzwaſser ſchwerer iſt als das ſüße
Waſser, welches aus den Flüſsen herausſtrömt, ſo
bilden ſich Süßwaſser-Meere und daß Flußwaſser
wird gehoben durch das Seewaſser, ſo daß jenes jenachdem
dieſes vermöge der Flut und Ebbe ſteigt
und füllt ebenfalls auch nieder geht.
Die flüſsigen Hüllen.
Das Meer
Oscillation des Meeres. Die Oscillation des Meeres
giebt das deutlichſte Beiſpiel der Attraction von
Weltkörpern auf die Erde. In frühern Zeiten
wo man nur das mittelländiſche Meer kannte,
war dies Phänomen nur den Phöniziern in ſeiner
ganzen Ausdehnung bekannt, daher ſah man
am Indus dieſe Erſcheinung als ein großes
Wunder an. Pÿthias in Marſeille ſtellte ſchon
Beobachtungen über das Meer an. Plato glaubte
es durch ein Herausſtrömen vom Innern der Erde
zu erklären. Doch hatte man ſchon bei den
Römern einige gute Erklärungen, ſo ſagt Plinius
„causa ſole, lunaque“ . In neuern Zeiten
gab Newton 1687 eine Erklärung der Ebbe und
Flut. Neuerdings iſt dies Phänomen durch die
trefflichen Arbeiten von Laplace 1772.
zum Gebiet der Analÿſe gekommen.
Die Regierung von Frankreich hat in Breſt
vielfache Verſuche anſtellen laſsen, und der
Erfolg daran war die letzte Arbeit von Laplace
, kurz vor ſeinem Tode. Die Sonne zieht
13 Mill. mal ſtärker die Erde an, als der
Mond, daraus geht das Verhältniß wegen
der Entfernung hervor wie 2, 4 : 1. (?)
Das Heben und Sinken des Meeres geſchieht
2 mal zwiſchen jeder Culmination des Mondes
, und zwar ſo, daß jedesmal 42 bis 43′
nach der Culmination erſt die Oscillation eintritt
. Die größte Flut tritt beim Vollmond
und Neumond ein, es wirken die Sonne und
der Mond gleichmäßig; die kleinſte bei den
Quadranten, da als dann die Sonne und Mond
entgegen geſetzt wirkt.
Aus den Beobachtungen der Ebbe und Flut, hat man
umgekehrt viele aſtronomiſche Elemente herleiten
können. So konnte Laplace aus den
Beobachtungen von Houward und den in Brest
angeſtellten, die Maſse des Mondes mit großer
Schärfe beſtimmen.(?)
zum Gebiet der Analÿſe gekommen.
Die Regierung von Frankreich hat in Breſt
vielfache Verſuche anſtellen laſsen, und der
Erfolg daran war die letzte Arbeit von Laplace
, kurz vor ſeinem Tode. Die Sonne zieht
13 Mill. mal ſtärker die Erde an, als der
Mond, daraus geht das Verhältniß wegen
der Entfernung hervor wie 2, 4 : 1. (?)
Das Heben und Sinken des Meeres geſchieht
2 mal zwiſchen jeder Culmination des Mondes
, und zwar ſo, daß jedesmal 42 bis 43′
nach der Culmination erſt die Oscillation eintritt
. Die größte Flut tritt beim Vollmond
und Neumond ein, es wirken die Sonne und
der Mond gleichmäßig; die kleinſte bei den
Quadranten, da als dann die Sonne und Mond
entgegen geſetzt wirkt.
Aus den Beobachtungen der Ebbe und Flut, hat man
umgekehrt viele aſtronomiſche Elemente herleiten
können. So konnte Laplace aus den
Beobachtungen von Houward und den in Brest
angeſtellten, die Maſse des Mondes mit großer
Schärfe beſtimmen.(?)
Die Aenderung der Nähe, nicht nur des Mondes
ſondern auch der Sonne wirkt ſehr auffallend
auf das Meer. Bei der Mondnähe ſteht das Waſser
5′ hoher als bei der Mondferne. Der höchſte
Punkt des Waſsers iſt nach dem Monde hingeleitet
. Die Anſchwellung des Mondes iſt nicht nur
auf der Seite die dem Monde zugekehrt iſt, ſondern
auch auf der entgegen geſetzten, indem nach
Verhältniß des Quadrats der Entfernung die Anziehung
des Mondes auf den Mittelpunkt der Erde ſtärker
iſt als auf den Punkt der ſich im Nadir befindet,
daher entfernt ſich dieſer Punkt vom Mittelpunkt
der Erde und bleibt weiter zurück.
Es wird dies nur deutlich bei großen Meeren,
bei andern kleinerm, treten andere Verhältniße
ein, weil die Waſsermaſsen nicht ſo
ſchnell nachfließen können, und eine gewiße
Zeit dazu gehört bis die entferntern Punkte
anſchwellen können.
Bei Binnenmeeren iſt das Phänomen zurückgehend
, und es iſt zu wenig Zeit da, als daß dieſe
Anſchwellung gehörig geſchehen könnte. Auch
kom̃t es ſehr auf die Richtung des Meeres am,
ſondern auch der Sonne wirkt ſehr auffallend
auf das Meer. Bei der Mondnähe ſteht das Waſser
5′ hoher als bei der Mondferne. Der höchſte
Punkt des Waſsers iſt nach dem Monde hingeleitet
. Die Anſchwellung des Mondes iſt nicht nur
auf der Seite die dem Monde zugekehrt iſt, ſondern
auch auf der entgegen geſetzten, indem nach
Verhältniß des Quadrats der Entfernung die Anziehung
des Mondes auf den Mittelpunkt der Erde ſtärker
iſt als auf den Punkt der ſich im Nadir befindet,
daher entfernt ſich dieſer Punkt vom Mittelpunkt
der Erde und bleibt weiter zurück.
Es wird dies nur deutlich bei großen Meeren,
bei andern kleinerm, treten andere Verhältniße
ein, weil die Waſsermaſsen nicht ſo
ſchnell nachfließen können, und eine gewiße
Zeit dazu gehört bis die entferntern Punkte
anſchwellen können.
Bei Binnenmeeren iſt das Phänomen zurückgehend
, und es iſt zu wenig Zeit da, als daß dieſe
Anſchwellung gehörig geſchehen könnte. Auch
kom̃t es ſehr auf die Richtung des Meeres am,
ob es ſeine größere Ausdehnung von Oſten
gegen Weſten, oder von N: geg: Sd. habe.
Die Flut des Mittelländiſchen Meeres zu der
des Oceans verhält ſich wie ſein Durchmeſser
von Oſten ge Weſten zu dem Durchmeſser der
Erde. Die größere Ausdehnung des Kaspiſchen
Meeres iſt dagegen von Weſten gegen
Süden, es hat daher weniger an dieſer Oscillation
Aehnlichkeit mit den übrigen Biñenmeeren.
Viel macht auch bei den Binnenmeeren ihre Oeffnung
aus, ob dieſe gegen Oſten oder gegen Weſten
gekehrt iſt. Wenn das mittelländiſche Meer
gegen Oſten hin geöffnet wäre, ſo würde
mehr Flut da ſein, da die Bewegung des
Mondes von Oſten gegen Weſten iſt.
Nach der Theorie ſollte gegen den Nordpol
zu keine Ebbe und Flut zu finden ſein, aber
da man dieſe Oscillation noch in der Hudsons
baÿ findet, ſo wird dies noch als eine Ursache
des Zuſam̃enhanges mit dem Ocean angegeben
. – In der Oſtsee iſt keine Ebbe und
Fluth die man als Folge der Sonne und des
Mondes anſehen könnte, die Ursache des
gegen Weſten, oder von N: geg: Sd. habe.
Die Flut des Mittelländiſchen Meeres zu der
des Oceans verhält ſich wie ſein Durchmeſser
von Oſten ge Weſten zu dem Durchmeſser der
Erde. Die größere Ausdehnung des Kaspiſchen
Meeres iſt dagegen von Weſten gegen
Süden, es hat daher weniger an dieſer Oscillation
Aehnlichkeit mit den übrigen Biñenmeeren.
Viel macht auch bei den Binnenmeeren ihre Oeffnung
aus, ob dieſe gegen Oſten oder gegen Weſten
gekehrt iſt. Wenn das mittelländiſche Meer
gegen Oſten hin geöffnet wäre, ſo würde
mehr Flut da ſein, da die Bewegung des
Mondes von Oſten gegen Weſten iſt.
Nach der Theorie ſollte gegen den Nordpol
zu keine Ebbe und Flut zu finden ſein, aber
da man dieſe Oscillation noch in der Hudsons
baÿ findet, ſo wird dies noch als eine Ursache
des Zuſam̃enhanges mit dem Ocean angegeben
. – In der Oſtsee iſt keine Ebbe und
Fluth die man als Folge der Sonne und des
Mondes anſehen könnte, die Ursache des
Anſchwellens ſind hier die Winde.
Doc hat keine Flut unter 8 bis 10′ geſehen, die größte
bei St: Malo betrug 46′ bisweilen 55 ja 60′
(das Mascarey (?)) Bisweilen ſieht man zu gewöhnlichen
Zeiten an den Mündungen der Flüſse große
Häuſerhoſe Waſsermaſsen anſchwellen; es iſt dies das
Widerſtreben mehrerer Strömungen, beſonders iſt
dies am Amazonenfluß auffallend.
Wellen. Sehr verſchieden von dieſen Anſchwellungen
ſind die Bewegungen der Wellen.
Man hat bei den Wellen hauptſächlich zwei
Punkte zu unterſcheiden: 1, die Höhe der Wellen
und 2, die Tiefe derſelben.
Die Höhe der Wellen iſt häufig ein Gegenſtand
des Streits geweſen. Man muß hier unterſcheiden
, das Anſchlagen gegen feſte Körper, wo das Wasſer
bis auf eine auſserordentliche Höhe heranſteigen
kann, gegen die Wellen welche auf dem offenen
Meere aufſteigen. Von erſterer Art hat
Doc an dem Herkules Felsen Meſsungen angeſtellt,
und Savÿ in Scandinavien (70° N. Br) wie eine Hochebene
von 400′ übr d. Meere. durch eine Welle ganz
überſchwemmt wurde.
Doc hat keine Flut unter 8 bis 10′ geſehen, die größte
bei St: Malo betrug 46′ bisweilen 55 ja 60′
(das Mascarey (?)) Bisweilen ſieht man zu gewöhnlichen
Zeiten an den Mündungen der Flüſse große
Häuſerhoſe Waſsermaſsen anſchwellen; es iſt dies das
Widerſtreben mehrerer Strömungen, beſonders iſt
dies am Amazonenfluß auffallend.
Wellen. Sehr verſchieden von dieſen Anſchwellungen
ſind die Bewegungen der Wellen.
Man hat bei den Wellen hauptſächlich zwei
Punkte zu unterſcheiden: 1, die Höhe der Wellen
und 2, die Tiefe derſelben.
Die Höhe der Wellen iſt häufig ein Gegenſtand
des Streits geweſen. Man muß hier unterſcheiden
, das Anſchlagen gegen feſte Körper, wo das Wasſer
bis auf eine auſserordentliche Höhe heranſteigen
kann, gegen die Wellen welche auf dem offenen
Meere aufſteigen. Von erſterer Art hat
Doc an dem Herkules Felsen Meſsungen angeſtellt,
und Savÿ in Scandinavien (70° N. Br) wie eine Hochebene
von 400′ übr d. Meere. durch eine Welle ganz
überſchwemmt wurde.
Die Meſsung der Höhe der Wellen iſt ſehr
ſchwierig, und oft übertrieben worden, weil
man ſie nur geſchätzt hat.
Doc hat in der Südsee durch die Depresſion
des Horizonts gemeſsen. Wenn nämlich
die Sonne auf dem Schiffsverdeck ſchon untergegangen
zu ſein ſcheint, ſo können Leute
die ſich auf dem Maſtbaume befinden, dieſelbe
noch ſehen. Während eines Sturmes kann
man nun vermöge eines Spiegelſextanten
ſobald man auf dem Rücken der Welle ſich
befindet die Höhe der Sonne meſsen, und
wenn man im Wellenthal iſt, ebenfalls.
Aus dieſen beiden Meſsungen kann man
alſo die Höhe der Welle berechnen.
Doc hat ſo gefunden, daß die höchſten Wellen
42 bis 44′ hoch waren, und dies ſtim̃t
mit der Meinung der meiſten Seefahrer über
ein. Die Höhe der Wellen hängt nicht
blos von dem Inpuls der Winde und der Interferenz
der Wellen – wenn nämlich 2
Wellen zuſammen kom̃en, und ſtatt ſich zu
vernichten zur Anſchwellung beitragen –
ſchwierig, und oft übertrieben worden, weil
man ſie nur geſchätzt hat.
Doc hat in der Südsee durch die Depresſion
des Horizonts gemeſsen. Wenn nämlich
die Sonne auf dem Schiffsverdeck ſchon untergegangen
zu ſein ſcheint, ſo können Leute
die ſich auf dem Maſtbaume befinden, dieſelbe
noch ſehen. Während eines Sturmes kann
man nun vermöge eines Spiegelſextanten
ſobald man auf dem Rücken der Welle ſich
befindet die Höhe der Sonne meſsen, und
wenn man im Wellenthal iſt, ebenfalls.
Aus dieſen beiden Meſsungen kann man
alſo die Höhe der Welle berechnen.
Doc hat ſo gefunden, daß die höchſten Wellen
42 bis 44′ hoch waren, und dies ſtim̃t
mit der Meinung der meiſten Seefahrer über
ein. Die Höhe der Wellen hängt nicht
blos von dem Inpuls der Winde und der Interferenz
der Wellen – wenn nämlich 2
Wellen zuſammen kom̃en, und ſtatt ſich zu
vernichten zur Anſchwellung beitragen –
ſondern auch von der Tiefe des Meeres ab,
das von den Winden aufgewühlt wird. –
Ein vortreffliches Werk von Bremontier über
die Wellen ſagt, daß die Tiefe des Waſsers das
aufgewühlt wird, wenigſtens 60 bis 80′ ſein
müſse. Durch andere Betrachtungen kann man
nämlich finden daß das Meer bei großen Wellen
bis auf 260′ Tiefe (50–60 Braſsen Toiſen) aufgewühlt
wird.
?|
Nämlich wie oben angegeben
findet es ſich an der Nadelbank an der Süd Spitze
von Afrika, wo ſich die Richtung der Strömung
verändert. Die Bewegung der Wellen wird
bei 80′ dort nicht mehr geſpürt. Wir haben
ein vorzügliches Werk von Ernſt und Wilhelm
Weber, über die Wellen. Beide Brüder fingen
damit an, bloße Verſuche mit Quecksilber zu
machen. Sie bemerkten hier die Interferenz
des Quecksilbers und brachten die Dichtigkeit der Flüsſigkeit
mit in Rechnung, da von dieſer der Wellenſchlag
auch mit abhängt. Es geht daraus hervor, daß
die gewöhnlichen Wellen das Meer noch bis 20 und 22′
Tiefe aufwühlen. –
Das Meer nim̃t ⅔ der ganzen Oberfläche
das von den Winden aufgewühlt wird. –
Ein vortreffliches Werk von Bremontier über
die Wellen ſagt, daß die Tiefe des Waſsers das
aufgewühlt wird, wenigſtens 60 bis 80′ ſein
müſse. Durch andere Betrachtungen kann man
nämlich finden daß das Meer bei großen Wellen
bis auf 260′ Tiefe (50–60 Braſsen Toiſen) aufgewühlt
wird.
?|
Nämlich wie oben angegeben
findet es ſich an der Nadelbank an der Süd Spitze
von Afrika, wo ſich die Richtung der Strömung
verändert. Die Bewegung der Wellen wird
bei 80′ dort nicht mehr geſpürt. Wir haben
ein vorzügliches Werk von Ernſt und Wilhelm
Weber, über die Wellen. Beide Brüder fingen
damit an, bloße Verſuche mit Quecksilber zu
machen. Sie bemerkten hier die Interferenz
des Quecksilbers und brachten die Dichtigkeit der Flüsſigkeit
mit in Rechnung, da von dieſer der Wellenſchlag
auch mit abhängt. Es geht daraus hervor, daß
die gewöhnlichen Wellen das Meer noch bis 20 und 22′
Tiefe aufwühlen. –
Das Meer nim̃t ⅔ der ganzen Oberfläche
des Erdkörpers ein. – Von der mittlern Tiefe
deſselben iſt ſchon früher die Rede geweſen.
Man hat bisher noch nie tiefer ſondirt als
7000′. Merkwürdig iſt es daß die Alten
nicht nur geahndet, ſondern auch ſchon die
beſtimmte Idee gehabt haben, daß die
größte Tiefe des Meeres gleich wäre der
größten Höhe der Berge. Im Plutarch
iſt eine Stelle wo erwähnt wird, die Höhe
des Olÿmpos müſse auch die größte Tiefe des
Meeres ſein.
Ueber die Dichtigkeit und die Beſtandtheile
des Meeres in den verſchiedenen Zonen hat
man in neuern Zeiten viele Beobachtungen
gemacht, und je mehr man ſich damit
beſchäftigte, deſto unklarer iſt man dadurch geworden
. Auch Doc hat ſich häufig damit beſchäftigt
. – Die Dichtigkeit des Waſsers
iſt in der Art, daß die fixen Beſtandtheile
3½ pro Ct ausmachen, wie man dies
ſowol aus Gay-Lusſacs Arbeiten wie aus
Parrys und Fraÿſenais Reiſen gefunden hat;
auch hat man Verſuche darüber von Gerdé
Gay Lusſac hat gezeigt, daß der Unterſchied
deſselben iſt ſchon früher die Rede geweſen.
Man hat bisher noch nie tiefer ſondirt als
7000′. Merkwürdig iſt es daß die Alten
nicht nur geahndet, ſondern auch ſchon die
beſtimmte Idee gehabt haben, daß die
größte Tiefe des Meeres gleich wäre der
größten Höhe der Berge. Im Plutarch
iſt eine Stelle wo erwähnt wird, die Höhe
des Olÿmpos müſse auch die größte Tiefe des
Meeres ſein.
Ueber die Dichtigkeit und die Beſtandtheile
des Meeres in den verſchiedenen Zonen hat
man in neuern Zeiten viele Beobachtungen
gemacht, und je mehr man ſich damit
beſchäftigte, deſto unklarer iſt man dadurch geworden
. Auch Doc hat ſich häufig damit beſchäftigt
. – Die Dichtigkeit des Waſsers
iſt in der Art, daß die fixen Beſtandtheile
3½ pro Ct ausmachen, wie man dies
ſowol aus Gay-Lusſacs Arbeiten wie aus
Parrys und Fraÿſenais Reiſen gefunden hat;
auch hat man Verſuche darüber von Gerdé
Gay Lusſac hat gezeigt, daß der Unterſchied
der Dichtigkeit, und des Salzgehalts im Meereswaſser
in den verſchiedenen Zonen eben ſo unbeträchtlich
iſt, als der des Sauerſtoffs in der Atmosphäre
. Auch iſt es noch nicht erwiesen, daß die
tiefern Waſsertheile ſalziger ſind, als die höhern.
Chemiſche Beſchaffenheit. – Bisher hat man
4 Stoffe mit Beſtim̃theit im Meereswaſser gefunden
: Salzsaures Natrum, 2, 6. Bittererde 0,5.
ſchwefelſaures Natrum, 0,46. ſalzſauren Kalk 0,1.
Davÿ und Fife fanden kein Jod im Meereswasſer
. Später wurden aber Brom und Jod darin entdeckt.
Bullaſton entdeckte ſalzſaures und ſchwefelſaures Kali
1/2000, nie hat man ſalpeterſaures Salz gefunden.
Ein merkwürdiger Beſtandtheil iſt die Kohlenſaure
Kalkerde: wahrſcheinlich von den Schnalen der Conchilien
herſtammend.
Reinigung des Waſsers. Man findet oft mitten
im Meere Stellen ſüßen Waſsers, die ſo entfernt
von einander ſind, daß man nicht glauben
kann, ſie könnten durch hÿdroſtatiſchen Druck hervorgebracht
ſein.
Man hat das Meereswaſser durch Deſtillation
vollkom̃en gereinigt. Eine andere Art durch
in den verſchiedenen Zonen eben ſo unbeträchtlich
iſt, als der des Sauerſtoffs in der Atmosphäre
. Auch iſt es noch nicht erwiesen, daß die
tiefern Waſsertheile ſalziger ſind, als die höhern.
Chemiſche Beſchaffenheit. – Bisher hat man
4 Stoffe mit Beſtim̃theit im Meereswaſser gefunden
: Salzsaures Natrum, 2, 6. Bittererde 0,5.
ſchwefelſaures Natrum, 0,46. ſalzſauren Kalk 0,1.
Davÿ und Fife fanden kein Jod im Meereswasſer
. Später wurden aber Brom und Jod darin entdeckt.
Bullaſton entdeckte ſalzſaures und ſchwefelſaures Kali
1/2000, nie hat man ſalpeterſaures Salz gefunden.
Ein merkwürdiger Beſtandtheil iſt die Kohlenſaure
Kalkerde: wahrſcheinlich von den Schnalen der Conchilien
herſtammend.
Reinigung des Waſsers. Man findet oft mitten
im Meere Stellen ſüßen Waſsers, die ſo entfernt
von einander ſind, daß man nicht glauben
kann, ſie könnten durch hÿdroſtatiſchen Druck hervorgebracht
ſein.
Man hat das Meereswaſser durch Deſtillation
vollkom̃en gereinigt. Eine andere Art durch
Filtriren. 15′ trokner Sand iſt ſchon hinreichend
, aber nur der erſte Theil der durchgeht iſt
ſüß. Die Alten waren ſchon darauf aufmerkſam
, Phÿtias und Ariſto ſagen: wenn
man Waſser durch Wachskuchen gehen laſse, ſo
wird es verſüßt.
Auſserdem findet ſich noch ein bitterer Schleim
im Meereswaſser, wahrſcheinlich der nahrhafte
Theil des Meeres für die Fiſche.
Leuchten des Meeres. Das Leuchten des Meeres
ſcheint auch damit zuſammen zu hängen.
Es werden 2 Gründe für dieſes Leuchten
angeführt: Nach der Meinung einiger ſind
es einzelne Thierchen Pÿroſomen, die bei
der Nacht leuchten, in ähnlicher Art wie
man beim rothen Schnee Thierchen gefunden
hat. Es kann dies aber nur ein ſehr geringer
Theil ſein. Eine andere Ursache wie Doc
und auch andere gefunden haben, ſind organiſche
Theilchen die im Meere ſchwim̃en.
Doc fand beim Baden, daß leuchtende Punkte
an ſeinem Körper ſich befanden. Bei
, aber nur der erſte Theil der durchgeht iſt
ſüß. Die Alten waren ſchon darauf aufmerkſam
, Phÿtias und Ariſto ſagen: wenn
man Waſser durch Wachskuchen gehen laſse, ſo
wird es verſüßt.
Auſserdem findet ſich noch ein bitterer Schleim
im Meereswaſser, wahrſcheinlich der nahrhafte
Theil des Meeres für die Fiſche.
Leuchten des Meeres. Das Leuchten des Meeres
ſcheint auch damit zuſammen zu hängen.
Es werden 2 Gründe für dieſes Leuchten
angeführt: Nach der Meinung einiger ſind
es einzelne Thierchen Pÿroſomen, die bei
der Nacht leuchten, in ähnlicher Art wie
man beim rothen Schnee Thierchen gefunden
hat. Es kann dies aber nur ein ſehr geringer
Theil ſein. Eine andere Ursache wie Doc
und auch andere gefunden haben, ſind organiſche
Theilchen die im Meere ſchwim̃en.
Doc fand beim Baden, daß leuchtende Punkte
an ſeinem Körper ſich befanden. Bei
den ſtärkſten Vergrößerungen konnte man jedoch
bei dieſen Theilchen keine wirklichen Thierchen
bemerken. Dr. Ehrenberg iſt derſelben Meinung
und es ſtim̃t auch ganz mit dem überein was
Lichtenſtein am grünen Vorgebirge beobachtete.
Leuchtende Infusions-Thierchen giebt es überhaupt
nicht. Merkwürdig iſt es, daß Bewegung ein
Leuchten erregen kann; ſo durch die Bewegung
des Schiffs. Besonders ſchön iſt dies Phänomen
bei der Brandung. Eben ſo kann ein Leuchten
auch durch galvaniſchen Nervenreiz hervor
gebracht werden. Meduſen leuchten häufig
in der Tiefe des Meeres.
Durch Tücher kann man die organiſche Subſtanz
die das Leuchten hervor bringt, den bittern Schleim
abſondern.
Alle dieſe Erſcheinungen hängen mit der Witterung
zuſammen, das Leuchten iſt einmal weit
ſtärker als das andere mal. Wenn es Thiere
wären die das Leuchten hervorbringen, ſo wäre
es leicht zu erklären, da die Thiere auch nur
bei gewiſsen Temperaturen leuchten; bei der andern
Meinung ſieht man freilich nicht die Urſache ein,
bei dieſen Theilchen keine wirklichen Thierchen
bemerken. Dr. Ehrenberg iſt derſelben Meinung
und es ſtim̃t auch ganz mit dem überein was
Lichtenſtein am grünen Vorgebirge beobachtete.
Leuchtende Infusions-Thierchen giebt es überhaupt
nicht. Merkwürdig iſt es, daß Bewegung ein
Leuchten erregen kann; ſo durch die Bewegung
des Schiffs. Besonders ſchön iſt dies Phänomen
bei der Brandung. Eben ſo kann ein Leuchten
auch durch galvaniſchen Nervenreiz hervor
gebracht werden. Meduſen leuchten häufig
in der Tiefe des Meeres.
Durch Tücher kann man die organiſche Subſtanz
die das Leuchten hervor bringt, den bittern Schleim
abſondern.
Alle dieſe Erſcheinungen hängen mit der Witterung
zuſammen, das Leuchten iſt einmal weit
ſtärker als das andere mal. Wenn es Thiere
wären die das Leuchten hervorbringen, ſo wäre
es leicht zu erklären, da die Thiere auch nur
bei gewiſsen Temperaturen leuchten; bei der andern
Meinung ſieht man freilich nicht die Urſache ein,
doch muß man nicht in Robbertſons Meinung,
daß das Ganze nur ein meteorologiſches Phänomen
wäre, eingehen.
42. Vorlesung, 25. März 1828
Farbe des Meeres. Die Farbe des Meeres
iſt ein ſchwieriger optiſcher Gegenſtand, eben
ſo wie die Farbe des ſüßen Waſsers. Das
Meer iſt indigblau, mehr in den Tropen
als in den nördlichern Gegenden, und zwar
nicht als Reflection der Luft, indem es auch
dieſelbe Farbe beibehält, wenn die Luft
bedeckt iſt. Scoresby hat darauf aufmerkſam
gemacht, daß das Meer in den nördlichen
Gegenden zwar bisweilen blau iſt, aber am
meiſten grasgrün. Hier iſt der von Fiſchen,
belebteſte Theil, beſonders ſind hier die Wallfiſche
, die von vielen kleinen Thierchen leben,
die hauptſächlich die Urſache dieſer Farbe
zu ſein ſcheinen.
Wie weit man in das Meer hinein ſehen
kann iſt noch etwas ungewiß durch
Verſuche mit Taucherglocken beſtim̃t worden,
das Licht ſcheint demnach auf 20–22′ nur noch
hineinzudringen, bei 40′ Tiefe ſieht man
daß das Ganze nur ein meteorologiſches Phänomen
wäre, eingehen.
42. Vorlesung, 25. März 1828
Farbe des Meeres. Die Farbe des Meeres
iſt ein ſchwieriger optiſcher Gegenſtand, eben
ſo wie die Farbe des ſüßen Waſsers. Das
Meer iſt indigblau, mehr in den Tropen
als in den nördlichern Gegenden, und zwar
nicht als Reflection der Luft, indem es auch
dieſelbe Farbe beibehält, wenn die Luft
bedeckt iſt. Scoresby hat darauf aufmerkſam
gemacht, daß das Meer in den nördlichen
Gegenden zwar bisweilen blau iſt, aber am
meiſten grasgrün. Hier iſt der von Fiſchen,
belebteſte Theil, beſonders ſind hier die Wallfiſche
, die von vielen kleinen Thierchen leben,
die hauptſächlich die Urſache dieſer Farbe
zu ſein ſcheinen.
Wie weit man in das Meer hinein ſehen
kann iſt noch etwas ungewiß durch
Verſuche mit Taucherglocken beſtim̃t worden,
das Licht ſcheint demnach auf 20–22′ nur noch
hineinzudringen, bei 40′ Tiefe ſieht man
nichts mehr. Die Bewegung des Meeres iſt aber
ein Hinderniß für das richtige Erkennen, indem
dadurch weniger Licht niedrigen kann. Um
die Bewegung zu hindern hat man das Mittel
hervorgesucht Oel auszugießen, indem ſelbſt
ſehr beträchtliche Wellen dadurch geebnet worden.
Es iſt dies eine Thatſache und durchaus nicht zu leugnen
Franklin hat darüber eine Abhandlung vorgeleſen.
Eine jede fremdartige Subſtanz wirkt ſchon auf
die Bewegung des Meeres ſelbſt das Regenwaſser.
Ein merkwürdiger Umſtand iſt erſt in den
neuere Zeiten bekannt geworden, beſonders
durch die Bemerkung von Arago, daß man den
Grund der Meeres vor ſich ſieht, wenn man ſich auf
einer Höhe befindet. Bei einer Meridian
Meſsung wurde bei Majorka auf einer Höhe
von 300 Toiſen, der Boden des Meeres wie eine
Landkarte ausgebreitet vor ſich geſehen. Es
komt dies daher, weil man um ſo beſser ſieht,
jemehr der Unterſchied iſt von dem Lichte das
von der Oberfläche reflectirt wird, und von dem
das aus der Tiefe des Meeres kommt. – Die
Reflection des Lichts an der Oberfläche kann
ein Hinderniß für das richtige Erkennen, indem
dadurch weniger Licht niedrigen kann. Um
die Bewegung zu hindern hat man das Mittel
hervorgesucht Oel auszugießen, indem ſelbſt
ſehr beträchtliche Wellen dadurch geebnet worden.
Es iſt dies eine Thatſache und durchaus nicht zu leugnen
Franklin hat darüber eine Abhandlung vorgeleſen.
Eine jede fremdartige Subſtanz wirkt ſchon auf
die Bewegung des Meeres ſelbſt das Regenwaſser.
Ein merkwürdiger Umſtand iſt erſt in den
neuere Zeiten bekannt geworden, beſonders
durch die Bemerkung von Arago, daß man den
Grund der Meeres vor ſich ſieht, wenn man ſich auf
einer Höhe befindet. Bei einer Meridian
Meſsung wurde bei Majorka auf einer Höhe
von 300 Toiſen, der Boden des Meeres wie eine
Landkarte ausgebreitet vor ſich geſehen. Es
komt dies daher, weil man um ſo beſser ſieht,
jemehr der Unterſchied iſt von dem Lichte das
von der Oberfläche reflectirt wird, und von dem
das aus der Tiefe des Meeres kommt. – Die
Reflection des Lichts an der Oberfläche kann
bei größeren Entfernung von derſelben
nicht ſo ſtark wirken, ſo daß die der untere
Fläche ſtärker hervortritt.
Temperatur. Bei der Temperatur des Meeres
müſsen wir unterſcheiden, 1, die Oberfläche
des Meeres, 2. die Temperatur in der
Tiefe des Meeres, 3, bei Sandbanken. –
Das erſtere hat den größten Einfluß auf
Klimatologie, indem das Klima bedingt wird
durch die relative Lage und das Maſsen Verhältniß
der flüſsigen Theile und der feſten
undurchſichtigen. Wir müſsen hier ferner
unterſcheiden: das Meer in Ruhe und in
Strömungen.
Temperatur der Meeres-Oberfläche in Ruhe.
In den Tropen-Gegenden iſt der Unterſchied zwiſchen
der Wärme des Tages und der Nacht in
der Luft 6 bis 7°, im Meere aber ſo
gering, daß man lange Zeit geglaubt hat
es fände gar kein Unterſchied ſtatt; auch
Doc hat dies ſelbſt geglaubt, Davy hat in
neuern Zeiten ſeine Aufmerksamkeit darauf
gerichtet, und ebenso die großen Reiſenden
nicht ſo ſtark wirken, ſo daß die der untere
Fläche ſtärker hervortritt.
Temperatur. Bei der Temperatur des Meeres
müſsen wir unterſcheiden, 1, die Oberfläche
des Meeres, 2. die Temperatur in der
Tiefe des Meeres, 3, bei Sandbanken. –
Das erſtere hat den größten Einfluß auf
Klimatologie, indem das Klima bedingt wird
durch die relative Lage und das Maſsen Verhältniß
der flüſsigen Theile und der feſten
undurchſichtigen. Wir müſsen hier ferner
unterſcheiden: das Meer in Ruhe und in
Strömungen.
Temperatur der Meeres-Oberfläche in Ruhe.
In den Tropen-Gegenden iſt der Unterſchied zwiſchen
der Wärme des Tages und der Nacht in
der Luft 6 bis 7°, im Meere aber ſo
gering, daß man lange Zeit geglaubt hat
es fände gar kein Unterſchied ſtatt; auch
Doc hat dies ſelbſt geglaubt, Davy hat in
neuern Zeiten ſeine Aufmerksamkeit darauf
gerichtet, und ebenso die großen Reiſenden
Duperay und Fraysenay, ſie fanden daß der Unterſchied
höchſtens ½ bis ¾° beträgt. Noch mehr hat
der Oberſt Wilson auf ſeiner Reiſe mit dem Dampfſchiff
nach Kalkutta ſich damit beſchäftigt, und das
Maximum des Unterſchieds nicht um ¾° gefunden.
Es liegt im Waſser ſelbſt eine Tendenz zur Erwärmung
. Das Waſser wird dichter ſo bald es erkaltet
: indem es nur Wärme ausſtralt, wird ein
Theil an der Oberfläche erkältet, dieſen ſinkt
zu Boden und kann nicht wieder heraufkommen,
bis es ſich erwärmt hat; wärmere Theilchen
ſteigen deshalb wieder in die Höhe, bis ſie ſich
auch durch Erkältung verdichtet haben. Aus
dieſer Verſchiebbarkeit der Theilchen folgt die
Tendenz ſich im warmen Zuſtand zu erhalten.
Zwiſchen dem Aequator und dem 48ten und 50 Grad nordl.
und ſüdlichen Breite iſt im Som̃er und im Winter das
Meer allemal etwas wärmer als die Luft; nach
Beobachtungen von Fraysenay und Duperay, von 3 Jahren.
Dies hat einen großen Einfluß auf die Winde die über
das Meer ſtreichen, und dem Zuſtand des Climas.
Die monatliche Temperatur Veränderung iſt um den
Tropen 6 mal, in der temperirten Zone 7 mal kleiner
höchſtens ½ bis ¾° beträgt. Noch mehr hat
der Oberſt Wilson auf ſeiner Reiſe mit dem Dampfſchiff
nach Kalkutta ſich damit beſchäftigt, und das
Maximum des Unterſchieds nicht um ¾° gefunden.
Es liegt im Waſser ſelbſt eine Tendenz zur Erwärmung
. Das Waſser wird dichter ſo bald es erkaltet
: indem es nur Wärme ausſtralt, wird ein
Theil an der Oberfläche erkältet, dieſen ſinkt
zu Boden und kann nicht wieder heraufkommen,
bis es ſich erwärmt hat; wärmere Theilchen
ſteigen deshalb wieder in die Höhe, bis ſie ſich
auch durch Erkältung verdichtet haben. Aus
dieſer Verſchiebbarkeit der Theilchen folgt die
Tendenz ſich im warmen Zuſtand zu erhalten.
Zwiſchen dem Aequator und dem 48ten und 50 Grad nordl.
und ſüdlichen Breite iſt im Som̃er und im Winter das
Meer allemal etwas wärmer als die Luft; nach
Beobachtungen von Fraysenay und Duperay, von 3 Jahren.
Dies hat einen großen Einfluß auf die Winde die über
das Meer ſtreichen, und dem Zuſtand des Climas.
Die monatliche Temperatur Veränderung iſt um den
Tropen 6 mal, in der temperirten Zone 7 mal kleiner
als in der Luft; daher ſind die Küſten wärmer.
Ueber den Atlantiſchen Ocean hat Doc viele
Beobachtungen gemacht, die durch den Oberſten
Renel beſtätigt worden, einem würdigen
Greiſe, der auch mehrere Werke darüber heraus
gegeben hat, unter andern die Geographie von
Indien. Unter dem 50ten und 52° der Breite
kann der atlantiſche Ocean ſich nie mehr
erkalten als 6 oder 7° über den Gefrier
Punkt, alſo die Temperatur des atlantiſchen
Oceans wenn er am kälteſten iſt, iſt gleich
der mittlern Temperatur von Berlin im
Monat Maÿ. Daher oft im Monat Januar
die Mailuft in unſern Gegenden.
Zwiſchen dem 65ten und 70ten Grad der Breite iſt
nach Renel und Savy die mittlere Temperatur
des Meeres nach 4½ R. derüber dem Gefrier Punkt wenn
die Temperatur im Continent – 2° iſt alſo der
Unterſchied (6° R.) ſehr bedeutend.
Nach Doc. eigenen Beobachtungen, hat das Meer um
den Aequat: eine mittl Temperatur von 21½ bis 22° R.
So oft Seefahrer den Aeq. durchſchnitten haben, haben
ſie nach und nach den Zunehmen der Temperatur. Es
Ueber den Atlantiſchen Ocean hat Doc viele
Beobachtungen gemacht, die durch den Oberſten
Renel beſtätigt worden, einem würdigen
Greiſe, der auch mehrere Werke darüber heraus
gegeben hat, unter andern die Geographie von
Indien. Unter dem 50ten und 52° der Breite
kann der atlantiſche Ocean ſich nie mehr
erkalten als 6 oder 7° über den Gefrier
Punkt, alſo die Temperatur des atlantiſchen
Oceans wenn er am kälteſten iſt, iſt gleich
der mittlern Temperatur von Berlin im
Monat Maÿ. Daher oft im Monat Januar
die Mailuft in unſern Gegenden.
Zwiſchen dem 65ten und 70ten Grad der Breite iſt
nach Renel und Savy die mittlere Temperatur
des Meeres nach 4½ R. derüber dem Gefrier Punkt wenn
die Temperatur im Continent – 2° iſt alſo der
Unterſchied (6° R.) ſehr bedeutend.
Nach Doc. eigenen Beobachtungen, hat das Meer um
den Aequat: eine mittl Temperatur von 21½ bis 22° R.
So oft Seefahrer den Aeq. durchſchnitten haben, haben
ſie nach und nach den Zunehmen der Temperatur. Es
tritt alſo ein gewiſses Maximum der Warme ein.
Die Curve des Maximums der Wärme iſt nicht über
den Aeq: ſelbſt, ſondern nach dem Unterſchied und Abweichung
der Sonne etwas geg: Norden oder g. Süden vom Aequator.
S. Iſotherme Linien v. Humboldt.
Durch Beobachtungen von 30 Jahren haben alle Seefahrer das
Maximum der Temp: von derſelben Größe gefunden, zw.
24 und 24½° R. das höchſten war 24¾° welche Temperatur der
däniſche Seefahrer Herr Dirking in der See nordl. von
Anasſacamo am Iſtmus von Panama fand. Doch ſind
dieſe Beobachtungen nicht zu Zeiten der Windſtille gemacht.
Temperatur der Meeresoberfläche in den Strömungen.
Temperatur
Wenn man das Meer in Bewegung beobachtet, ſo nimt man
merkwürdige Erſcheinungen in den Strömungen wahr.
Man kann dieſe Strömungen mit Flüſsen ſüßen Waſsers
vergleichen, welche durch das Meer ſtrömen, das gleichsam
die Ufer dieſer Flüſse bildet. Die Strömungen ſind
zu betrachten: 1 nach ihrer Breite. Wenn ſie aus einer
Meerenge ausgehen ſo haben ſie Anfangs die Breite dieſer
Verengung des Meeres, werden aber im̃er breiter und breiter.
2, Nach ihrer Richtung. Sie ſind verſchieden in ihrem
Temperatur Verhältnißen, je nachdem ſie aus der
Gegend des Aequators nach der temperirten Zone hinſtrömen,
Die Curve des Maximums der Wärme iſt nicht über
den Aeq: ſelbſt, ſondern nach dem Unterſchied und Abweichung
der Sonne etwas geg: Norden oder g. Süden vom Aequator.
S. Iſotherme Linien v. Humboldt.
Durch Beobachtungen von 30 Jahren haben alle Seefahrer das
Maximum der Temp: von derſelben Größe gefunden, zw.
24 und 24½° R. das höchſten war 24¾° welche Temperatur der
däniſche Seefahrer Herr Dirking in der See nordl. von
Anasſacamo am Iſtmus von Panama fand. Doch ſind
dieſe Beobachtungen nicht zu Zeiten der Windſtille gemacht.
Temperatur der Meeresoberfläche in den Strömungen.
Temperatur
Wenn man das Meer in Bewegung beobachtet, ſo nimt man
merkwürdige Erſcheinungen in den Strömungen wahr.
Man kann dieſe Strömungen mit Flüſsen ſüßen Waſsers
vergleichen, welche durch das Meer ſtrömen, das gleichsam
die Ufer dieſer Flüſse bildet. Die Strömungen ſind
zu betrachten: 1 nach ihrer Breite. Wenn ſie aus einer
Meerenge ausgehen ſo haben ſie Anfangs die Breite dieſer
Verengung des Meeres, werden aber im̃er breiter und breiter.
2, Nach ihrer Richtung. Sie ſind verſchieden in ihrem
Temperatur Verhältnißen, je nachdem ſie aus der
Gegend des Aequators nach der temperirten Zone hinſtrömen,
oder aus den kalten Zonen nach den Wärmeren
hinfließen. Im erſtern Falle bringen ſie eine
größere Wärme nach den kälteren Gegenden, im andern
Falle dagegen wirken ſie erkaltend auf die wärmere
Streife. Der Golf Strom iſt im erſtern Falle, und dies
iſt eine der Urſachen des gemäßigtern Climas von Europa
, indem er ſich nach verſchiedenen Jahreszeiten
mehr oder weniger der Küſte nähert und erwärmend wirkt.
Er würde nicht exiſtiren wenn Amerika bei Panama
geöffnet wäre, und ſo könnte daher eine ſo geringe
Aenderung in der Form des neuen Continents eine
bedeutende Verſchiedenheit im Clima von Europa
hervorbringen. Der Golf Strom beginnt an der
Weſtküſte von Afrika wird durch den Iſthmus
von Panama aufgehalten und wendet ſich dann gegen
W. nach dem Cap San Antonio und zum Golf von Mexiko
komt dann nahe bei Havannah zwiſchen der
Halbinſel Florida und Cuba heraus dann bricht dieſer
große Strom warmes Waſser. – Die ſich wegen
der Schnelligkeit nicht ſobald erkalten köñen –
durch die Bank von Terre neuve wendet ſich dann
gegen Oſten und gegen Europa in 2 Strömen einer
S.Ö. zu den azoriſchen Inſeln, der andere N.Ö.
hinfließen. Im erſtern Falle bringen ſie eine
größere Wärme nach den kälteren Gegenden, im andern
Falle dagegen wirken ſie erkaltend auf die wärmere
Streife. Der Golf Strom iſt im erſtern Falle, und dies
iſt eine der Urſachen des gemäßigtern Climas von Europa
, indem er ſich nach verſchiedenen Jahreszeiten
mehr oder weniger der Küſte nähert und erwärmend wirkt.
Er würde nicht exiſtiren wenn Amerika bei Panama
geöffnet wäre, und ſo könnte daher eine ſo geringe
Aenderung in der Form des neuen Continents eine
bedeutende Verſchiedenheit im Clima von Europa
hervorbringen. Der Golf Strom beginnt an der
Weſtküſte von Afrika wird durch den Iſthmus
von Panama aufgehalten und wendet ſich dann gegen
W. nach dem Cap San Antonio und zum Golf von Mexiko
komt dann nahe bei Havannah zwiſchen der
Halbinſel Florida und Cuba heraus dann bricht dieſer
große Strom warmes Waſser. – Die ſich wegen
der Schnelligkeit nicht ſobald erkalten köñen –
durch die Bank von Terre neuve wendet ſich dann
gegen Oſten und gegen Europa in 2 Strömen einer
S.Ö. zu den azoriſchen Inſeln, der andere N.Ö.
an der iriſch-ſchottländiſchen Küſte vorbei bis zur Halbinſel
von Scandinavien. Schon bevor man dieſen Strom
genau kannte, hatte man Spuren davon, indem häufig
fremde Sämereien, die ſich nachher als amerikaniſche zeigten
an der Küſte von Schottland und Skandinavien ankamen;
eben ſo trafen die Trüm̃er eines Schiffs dorthin das 1½
Jahre vorher bei Lopez geſtrandet war, in den Jahren
1682 und 1684 hatte man Körper von Eskimos gefunden.
Auch Plinius und Cornelius Nepos erzählen, daß Indier
vermuthlich Eskimos an der brittiſchen Küſte geſtrandet
ſeien, die auch auf keine andere Art, als durch dieſe
Strömung dahin gekommen ſein konnten.
Auf ähnliche Weiſe wie die Temperatur in dieſer Art
erhöht werden kann wird ſie auch bisweilen durch Strömungen
erkältet. So hat Doc in der Süd See eine
Strömung entdekt die von der kälteren Gegend
herkom̃t und eine hauptſächliche Urſache des kältere
Climas von Peru iſt. Man glaubte früher die
Urſache der geringern Wärme in Peru von Schneebergen
herzuleiten. Doc fand die Temperatur von
Cherullo ſtatt 22° R. nur 12½° – Die Strömung
führt kältere Waſser von der Küſte von Chili nach den
Tropen hin, nördlich von Lima. Wenn man dieſen Strom
durchſchneidet, ſo iſt die Temperatur Verſchiedenheit
von Scandinavien. Schon bevor man dieſen Strom
genau kannte, hatte man Spuren davon, indem häufig
fremde Sämereien, die ſich nachher als amerikaniſche zeigten
an der Küſte von Schottland und Skandinavien ankamen;
eben ſo trafen die Trüm̃er eines Schiffs dorthin das 1½
Jahre vorher bei Lopez geſtrandet war, in den Jahren
1682 und 1684 hatte man Körper von Eskimos gefunden.
Auch Plinius und Cornelius Nepos erzählen, daß Indier
vermuthlich Eskimos an der brittiſchen Küſte geſtrandet
ſeien, die auch auf keine andere Art, als durch dieſe
Strömung dahin gekommen ſein konnten.
Auf ähnliche Weiſe wie die Temperatur in dieſer Art
erhöht werden kann wird ſie auch bisweilen durch Strömungen
erkältet. So hat Doc in der Süd See eine
Strömung entdekt die von der kälteren Gegend
herkom̃t und eine hauptſächliche Urſache des kältere
Climas von Peru iſt. Man glaubte früher die
Urſache der geringern Wärme in Peru von Schneebergen
herzuleiten. Doc fand die Temperatur von
Cherullo ſtatt 22° R. nur 12½° – Die Strömung
führt kältere Waſser von der Küſte von Chili nach den
Tropen hin, nördlich von Lima. Wenn man dieſen Strom
durchſchneidet, ſo iſt die Temperatur Verſchiedenheit
gegen den übrigen Theil des Meeres außer
ordentlich auffallend. Dirking hat neuerdings
merkwürdige Beobachtungen darüber gemacht,
die er Doc mitgetheilt hat und nächſtens bekannt
machen wird.
Die Strömungen ſelbſt ſcheinen auf eine große
Tiefe zu wirken, es zeigt dies beſonders die
Deflection der Strömung auf der Bank von
Agulias in einer Tiefe von 6 Braſsen.
Temperatur in der Tiefe des Meeres.
Wenn man von der Oberfläche des Meeres
in den Luftocean hinauf und in die Tiefe
des tropfbaren Meeres herabſteigt, ſo
nim̃t nach beiden Seiten die Temperatur
ab, aber ſehr ungleich. Die Temperatur
nimt 7 bis 8 mal ſchneller nach unter zu
im Meere ab, als nach oben in der Luft.
Daher die Schiffer unter den Tropen daſselbe
Klima finden können, das ſie bei Grönland
im Winter haben würden. Die beſten
Beobachtungen die man über die Temperatur
des Meeres hat, ſind von Savy am Cap
San Antonio angeſtellt. Die Temperatur der
Oberfläche war 22½ R. und er fand bei einer
ordentlich auffallend. Dirking hat neuerdings
merkwürdige Beobachtungen darüber gemacht,
die er Doc mitgetheilt hat und nächſtens bekannt
machen wird.
Die Strömungen ſelbſt ſcheinen auf eine große
Tiefe zu wirken, es zeigt dies beſonders die
Deflection der Strömung auf der Bank von
Agulias in einer Tiefe von 6 Braſsen.
Temperatur in der Tiefe des Meeres.
Wenn man von der Oberfläche des Meeres
in den Luftocean hinauf und in die Tiefe
des tropfbaren Meeres herabſteigt, ſo
nim̃t nach beiden Seiten die Temperatur
ab, aber ſehr ungleich. Die Temperatur
nimt 7 bis 8 mal ſchneller nach unter zu
im Meere ab, als nach oben in der Luft.
Daher die Schiffer unter den Tropen daſselbe
Klima finden können, das ſie bei Grönland
im Winter haben würden. Die beſten
Beobachtungen die man über die Temperatur
des Meeres hat, ſind von Savy am Cap
San Antonio angeſtellt. Die Temperatur der
Oberfläche war 22½ R. und er fand bei einer
Tiefe von 6000 bis 7000′ die Temperatur
4°,4 R. Der Umſtand daß man mit dem Senkblei
ein ſenkrecht ſondiren kann wenn hierbei
berücksichtigt überrechnet worden. Hiernach kom̃t
auf 1° R. Temperatur Abnahme 70′ in der Luft
gehören dazu 5–600′ um das Thermometer um
1° zum Sinken zu bringen. Peron hat fälſchlich
aus der Abnahme der Temperatur geſchloſsen,
daß man Eis im Grunde des Meeres finden koñte.
Es iſt eine merkwürdige Eigenſchaft des Waſsers
daß es ſich zuſam̃enzieht bis zu einer Temperatur
von 4 bis 5° R. ſo bald die Temperatur eben
noch mehr abnim̃t, dehnt es ſich wieder aus.
Sausſure hat die erſten Erfahrungen darüber
gemacht, Rumfort iſt dagegen, aber unmittelbare
Verſuche mit dem ſüßen Waſser haben
es bewiesen.
?
Halſtrom giebt die niedrigſten(?)
Temperatur das Waſsers zu 3°,3 R an.
Mit dem ſalzigen Waſser ſcheint es daſselbe
Verhältniß zu haben. Rumfort glaubt jedoch
nicht daß die größte Dichtigkeit deſselben
bei 4° ſei. Scoresby und Narry ſind gegen dieſe
Meinung; es iſt zu wünſchen, daß man ſich
4°,4 R. Der Umſtand daß man mit dem Senkblei
ein ſenkrecht ſondiren kann wenn hierbei
berücksichtigt überrechnet worden. Hiernach kom̃t
auf 1° R. Temperatur Abnahme 70′ in der Luft
gehören dazu 5–600′ um das Thermometer um
1° zum Sinken zu bringen. Peron hat fälſchlich
aus der Abnahme der Temperatur geſchloſsen,
daß man Eis im Grunde des Meeres finden koñte.
Es iſt eine merkwürdige Eigenſchaft des Waſsers
daß es ſich zuſam̃enzieht bis zu einer Temperatur
von 4 bis 5° R. ſo bald die Temperatur eben
noch mehr abnim̃t, dehnt es ſich wieder aus.
Sausſure hat die erſten Erfahrungen darüber
gemacht, Rumfort iſt dagegen, aber unmittelbare
Verſuche mit dem ſüßen Waſser haben
es bewiesen.
?
Halſtrom giebt die niedrigſten(?)
Temperatur das Waſsers zu 3°,3 R an.
Mit dem ſalzigen Waſser ſcheint es daſselbe
Verhältniß zu haben. Rumfort glaubt jedoch
nicht daß die größte Dichtigkeit deſselben
bei 4° ſei. Scoresby und Narry ſind gegen dieſe
Meinung; es iſt zu wünſchen, daß man ſich
noch mehr mit dieſem Gegenſtande beſchäftigte. –
Scoresby und Savy haben gefunden, daß bei
Spitzbergen wenn die Oberfläche des Meeres
eine Temperatur von – 1½° R. hatte man
bei 2000′ Tiefe 1°,7 bis 2° unter(über?) dem Gefrier
Punkt fand, ſo daß das wärmere
Waſser unten war. Dies iſt eine Folge
des Golfſtroms der bis zum Nordcap ſich
herum dreht, dort bildet ein Gegenſtrom
eine andere Strömung die von Novazem
blja kom̃t; weil deſsen Waſser nun in
Berührung kommen mit andern die
kälter ſind, ſo findet es ſich daß die einen
Theilchen ſchwerer ſind als die
andern. Sausſure hat auch bei Landſeen
in der Tiefe die Temperatur von 4°
R gefunden. – Daſselbe kann aber nicht
bei den Tropen ſein, die Kälte bei den
Tropen iſt eine Folge ſubmariner Strömungen
.
?
43. Vorlesung, 26. März 1828
Temperatur an den Sandbänken.
Nach neuen Erfahrungen iſt es auch durch Beobachtungen
des Thermometers gelungen die Nähe der Sand-
Scoresby und Savy haben gefunden, daß bei
Spitzbergen wenn die Oberfläche des Meeres
eine Temperatur von – 1½° R. hatte man
bei 2000′ Tiefe 1°,7 bis 2° unter(über?) dem Gefrier
Punkt fand, ſo daß das wärmere
Waſser unten war. Dies iſt eine Folge
des Golfſtroms der bis zum Nordcap ſich
herum dreht, dort bildet ein Gegenſtrom
eine andere Strömung die von Novazem
blja kom̃t; weil deſsen Waſser nun in
Berührung kommen mit andern die
kälter ſind, ſo findet es ſich daß die einen
Theilchen ſchwerer ſind als die
andern. Sausſure hat auch bei Landſeen
in der Tiefe die Temperatur von 4°
R gefunden. – Daſselbe kann aber nicht
bei den Tropen ſein, die Kälte bei den
Tropen iſt eine Folge ſubmariner Strömungen
.
?
43. Vorlesung, 26. März 1828
Temperatur an den Sandbänken.
Nach neuen Erfahrungen iſt es auch durch Beobachtungen
des Thermometers gelungen die Nähe der Sand-
Sandbänke zu erfahren. Franklin fand dies
zuerſt, er bemerkte auf ſeiner Reiſe nach
Neuholland, daß die Matrosen die Hand ins
Waſser ſtekten um zu ſehen ob es kälter
werde. Durch Beobachtungen mit dem Thermometer
fand er wirklich daß das Meer
in der Nähe der Sandbänke kälter werde.
Die Ursache dieſer ſonderbaren Erkältung
die bisweilen 4 bis 5° beträgt, iſt verſchieden
angegeben worden. In der Mitte
des Monats Auguſt in der Nähe der
großen Banca de la Vigorawar die
Temperatur des Golfſtroms 17 bis 18° R.
die des Waſsers als unbeweglich von 15 bis
16°R. auf der Bank ſelbſt nur 12 ° R. –
Die eigentliche Ursache liegt wohl darin,
daß das untere Waſser mit dem oberen
gemengt wurde; es kom̃en die Waſserſtrömungen
von unten herauf erkälten
ſich an der Bank und ſchlagen über
dieſe herüber. Dies hängt auch damit
zuſam̃en, daß bei großen Stürmen
man bei Orten wo er (?) noch nicht hingelangt
zuerſt, er bemerkte auf ſeiner Reiſe nach
Neuholland, daß die Matrosen die Hand ins
Waſser ſtekten um zu ſehen ob es kälter
werde. Durch Beobachtungen mit dem Thermometer
fand er wirklich daß das Meer
in der Nähe der Sandbänke kälter werde.
Die Ursache dieſer ſonderbaren Erkältung
die bisweilen 4 bis 5° beträgt, iſt verſchieden
angegeben worden. In der Mitte
des Monats Auguſt in der Nähe der
großen Banca de la Vigorawar die
Temperatur des Golfſtroms 17 bis 18° R.
die des Waſsers als unbeweglich von 15 bis
16°R. auf der Bank ſelbſt nur 12 ° R. –
Die eigentliche Ursache liegt wohl darin,
daß das untere Waſser mit dem oberen
gemengt wurde; es kom̃en die Waſserſtrömungen
von unten herauf erkälten
ſich an der Bank und ſchlagen über
dieſe herüber. Dies hängt auch damit
zuſam̃en, daß bei großen Stürmen
man bei Orten wo er (?) noch nicht hingelangt
iſt, eine Erkältung des Waſsers verspürt, aber
dieſe beträgt nicht mehr als 1–1½° R. Perron
und Bodin haben Beobachtungen dieſer
Art gemacht. Es iſt eine falſche Ansicht, daß
ſich das Waſser durch Reibung erwärme, im
Gegentheil erkältet es ſich.
Die feſte Oberfläche des Meeres als Eis.
Das ſtarre Eis macht gewiſsermaßen einen
Theil des feſten Erdkörpers aus, gleichsam ein Wasſergebirge
auf dem Meere. Doch muß man ſich
nicht denken, daß die großen Eismaſsen am
Nordpol bis auf dem Meeresboden herabgingen,
und mit dem ſtarren Erdkörper zuſam̃en hängen
. Die größte Dicke der Eismaſsen beträgt
nur 6 bis 7 Fuß. Entweder ſind es Eisberge
oder Eisfelder. Erſtere ſcheinen ſich
nur in der Nähe des Landes zu bilden, ſie
ſehen dem Gletſcher-Eis ähnlich. Gegen den
Nordpol hin in der Baffinsbay und Davis-
Straſse hat man auſserordentlich große ſchwimmende
Gletſcher angetroffen. Merkwürdig
iſt es, und ein Beweis daß ſie ſich auf
dem Lande bilden und erſt ins Meer hineinſtürzen
dieſe beträgt nicht mehr als 1–1½° R. Perron
und Bodin haben Beobachtungen dieſer
Art gemacht. Es iſt eine falſche Ansicht, daß
ſich das Waſser durch Reibung erwärme, im
Gegentheil erkältet es ſich.
Die feſte Oberfläche des Meeres als Eis.
Das ſtarre Eis macht gewiſsermaßen einen
Theil des feſten Erdkörpers aus, gleichsam ein Wasſergebirge
auf dem Meere. Doch muß man ſich
nicht denken, daß die großen Eismaſsen am
Nordpol bis auf dem Meeresboden herabgingen,
und mit dem ſtarren Erdkörper zuſam̃en hängen
. Die größte Dicke der Eismaſsen beträgt
nur 6 bis 7 Fuß. Entweder ſind es Eisberge
oder Eisfelder. Erſtere ſcheinen ſich
nur in der Nähe des Landes zu bilden, ſie
ſehen dem Gletſcher-Eis ähnlich. Gegen den
Nordpol hin in der Baffinsbay und Davis-
Straſse hat man auſserordentlich große ſchwimmende
Gletſcher angetroffen. Merkwürdig
iſt es, und ein Beweis daß ſie ſich auf
dem Lande bilden und erſt ins Meer hineinſtürzen
, daß man große Granitblöcke in dieſen
Eisbergen findet. Es iſt dies eine Beobachtung die
ſehr viel Aufſehen gemacht hat. Etſchholz hat auf
der Kotzebueſchen Reiſe häufig Vegetation auf Eisſchollen
gefunden, oft auch viel Erde. Die engliſchen
Reiſenden haben dieſe Beobachtungen ſehr oft wiederholt
.
Die Eisfelder haben gewöhnlich eine Höhe von 4,
bis 5′ über dem Waſser und gehen unter demſelben
bis 20′ herab. Sie ſind häufig ſo groß daß man
ſie mit Provinzen vergleichen kann, oft 20 geograph.
Meilen lang, und 10 bis 12 Meilen breit. Häufig
haben ſie eine rotirende Bewegung die für
die Schiffer ſehr furchtbar iſt.
Das Eis wird von den Wallfiſchfängern in Süßwaſsereis
und Salzwaſser Eis eingetheilt. Es ſind
dies jedoch nur Graduationen, man findet nirgends im
Meere Eis, das geſchmolzen nur ſüßes Waſser gebe.
Sehr merkwürdig iſt, wie durch Strömungen oft
Eisberge ohne zu ſchmelzen weit in ſüdliche Breiten
vordringen können; man fand ſchwimmende Eisberge
bis zum 40° S breite im atlantiſchen Meere,
ja bis zur Küſte von Portugal. Merkwürdiger
Eisbergen findet. Es iſt dies eine Beobachtung die
ſehr viel Aufſehen gemacht hat. Etſchholz hat auf
der Kotzebueſchen Reiſe häufig Vegetation auf Eisſchollen
gefunden, oft auch viel Erde. Die engliſchen
Reiſenden haben dieſe Beobachtungen ſehr oft wiederholt
.
Die Eisfelder haben gewöhnlich eine Höhe von 4,
bis 5′ über dem Waſser und gehen unter demſelben
bis 20′ herab. Sie ſind häufig ſo groß daß man
ſie mit Provinzen vergleichen kann, oft 20 geograph.
Meilen lang, und 10 bis 12 Meilen breit. Häufig
haben ſie eine rotirende Bewegung die für
die Schiffer ſehr furchtbar iſt.
Das Eis wird von den Wallfiſchfängern in Süßwaſsereis
und Salzwaſser Eis eingetheilt. Es ſind
dies jedoch nur Graduationen, man findet nirgends im
Meere Eis, das geſchmolzen nur ſüßes Waſser gebe.
Sehr merkwürdig iſt, wie durch Strömungen oft
Eisberge ohne zu ſchmelzen weit in ſüdliche Breiten
vordringen können; man fand ſchwimmende Eisberge
bis zum 40° S breite im atlantiſchen Meere,
ja bis zur Küſte von Portugal. Merkwürdiger
weise hat man aber kein Beispiel daß ein Eisberg
an die Küſten der hebridiſchen Inſeln und
von Schottland gelangt wäre. Mat hat geglaubt,
daß die Ursache die ſei, daß die Strömungen
dort nicht tief genug ſeien, und nach der Theorie
des Gleichgewichts 8/9 der Eismaſsen ſich unter
dem Waſserspiegel befinden und 1/9 über demſelben.
Das Eis ſelbſt wird ſchon in weiter Entfernung
geſehen, und gewährt durch die Reflection
des Lichts auf den Horizont ein prächtiges
Schauspiel – Eisglimmer – Wenn Waſſerflächen
im Eise ſich befinden, ſo erſcheinen
ſolche Flecken ſehr dunkel. Die Wirkung
des Eises auf die Atmosphäre iſt ſehr verſchieden
: Wenn es niedrige Eismaſsen ſind,
ſo werden alle Dämpfe aus der Luft niedergeſchlagen
und ſie ſind in ewigen. Nebel
gehüllt; anders dagegen iſt es bei großen
Eismaſsen, der Him̃el iſt dann ſehr heiter.
Sehr merkwürdig iſt es, daß ſie die Winde ganz
nehmen, man weiß dieſe Erſcheinung nicht
zu erklären, ſie ſcheint jedoch noch mit dem
an die Küſten der hebridiſchen Inſeln und
von Schottland gelangt wäre. Mat hat geglaubt,
daß die Ursache die ſei, daß die Strömungen
dort nicht tief genug ſeien, und nach der Theorie
des Gleichgewichts 8/9 der Eismaſsen ſich unter
dem Waſserspiegel befinden und 1/9 über demſelben.
Das Eis ſelbſt wird ſchon in weiter Entfernung
geſehen, und gewährt durch die Reflection
des Lichts auf den Horizont ein prächtiges
Schauspiel – Eisglimmer – Wenn Waſſerflächen
im Eise ſich befinden, ſo erſcheinen
ſolche Flecken ſehr dunkel. Die Wirkung
des Eises auf die Atmosphäre iſt ſehr verſchieden
: Wenn es niedrige Eismaſsen ſind,
ſo werden alle Dämpfe aus der Luft niedergeſchlagen
und ſie ſind in ewigen. Nebel
gehüllt; anders dagegen iſt es bei großen
Eismaſsen, der Him̃el iſt dann ſehr heiter.
Sehr merkwürdig iſt es, daß ſie die Winde ganz
nehmen, man weiß dieſe Erſcheinung nicht
zu erklären, ſie ſcheint jedoch noch mit dem
?
Oft dies für die Schifffahrer ſehr gut,
häufig werden aber dadurch die Schiffe an die Eisſchollen
herangetrieben.
Die Dicke des Eises hat man erſt in unſern
Zeiten näher kennen gelernt; es iſt hier nicht
die Rede von den Eisbergen die oft eine Dicke
von 18′ und mehr haben, ſondern nur von dem
gewöhnlichen Eise. Parry fand im 73° N.B. die
Dicke des Eises im December 38″, 5, im Februar
35″ im Mai 86″, 5 engliſchen Maaßes, | etwas über
6 Fuß franz |
Eisgrenze. So wie man eine Oscillation in
der Schneegrenze bemerkt, ſo auch in der Eisgrenze
dieſe iſt glücklich geſtaltet für die Temperatur von
Europa, durch die Exiſtenz des atlantiſchen Meeres
und des Golfſtroms. Die Eisgrenze iſt im Winter
vom Cap Ferrat(Farrewell?) S. W. von Grönland geht durch
IrlandIsland bis zum Südlichen Theil von Spitzbergen,
berührt aber nicht das Nordkap wo Savy im Januar
die Schifffahrt ganz frei fand in der Gegend von
Sharry Stand dann gegen Nova Zembla und die
Nordküſte von Asien zum Ausfluß der Seen u.s.w.
häufig werden aber dadurch die Schiffe an die Eisſchollen
herangetrieben.
Die Dicke des Eises hat man erſt in unſern
Zeiten näher kennen gelernt; es iſt hier nicht
die Rede von den Eisbergen die oft eine Dicke
von 18′ und mehr haben, ſondern nur von dem
gewöhnlichen Eise. Parry fand im 73° N.B. die
Dicke des Eises im December 38″, 5, im Februar
35″ im Mai 86″, 5 engliſchen Maaßes, | etwas über
6 Fuß franz |
Eisgrenze. So wie man eine Oscillation in
der Schneegrenze bemerkt, ſo auch in der Eisgrenze
dieſe iſt glücklich geſtaltet für die Temperatur von
Europa, durch die Exiſtenz des atlantiſchen Meeres
und des Golfſtroms. Die Eisgrenze iſt im Winter
vom Cap Ferrat(Farrewell?) S. W. von Grönland geht durch
IrlandIsland bis zum Südlichen Theil von Spitzbergen,
berührt aber nicht das Nordkap wo Savy im Januar
die Schifffahrt ganz frei fand in der Gegend von
Sharry Stand dann gegen Nova Zembla und die
Nordküſte von Asien zum Ausfluß der Seen u.s.w.
Dagegen geſtaltet ſich die Som̃ergrenze ſo daß
Island frei von Eis bleibt, und die Grenze
nördlich davon ſich hinzieht, und von Spitzbergen
in Verbindung mit dem öſtlichen Theil
von Asien bleibt. Die Ursache daß man
ein eisfreies Meer nördlich von Europa
findet, liegt hauptsächlich an der Exiſtenz
des atlantiſchen Oceans. Es iſt der einzige
Punkt, wo der Nordpol durch einen größen
Canal mit den ſüdlichern Zonen com̃unicirt
. Die Nordküſte Europas liegt
einzig(eigentlich?) im atlantiſchen Ocean, ſo daß
die Eismaſsen abfließen können. Der
Zuſtand der Welt, die Civilisation, die Geſchichten
des Menſchengeſchlechts würde eine
ganz andere ſein, wenn die Bährings
Straße nicht ſo enge wäre, das Eis
kann dort nicht ſüdlich getrieben werden,
wie bei der Dargs Straße. Im nördlichen
Theil von Scandinavien tritt auch noch der
Golfſtrom ein, der wegen der warmen
Maſsen die er mitführt die Bildung
des Eises verhindert. Gegen Oſten hin
Island frei von Eis bleibt, und die Grenze
nördlich davon ſich hinzieht, und von Spitzbergen
in Verbindung mit dem öſtlichen Theil
von Asien bleibt. Die Ursache daß man
ein eisfreies Meer nördlich von Europa
findet, liegt hauptsächlich an der Exiſtenz
des atlantiſchen Oceans. Es iſt der einzige
Punkt, wo der Nordpol durch einen größen
Canal mit den ſüdlichern Zonen com̃unicirt
. Die Nordküſte Europas liegt
einzig(eigentlich?) im atlantiſchen Ocean, ſo daß
die Eismaſsen abfließen können. Der
Zuſtand der Welt, die Civilisation, die Geſchichten
des Menſchengeſchlechts würde eine
ganz andere ſein, wenn die Bährings
Straße nicht ſo enge wäre, das Eis
kann dort nicht ſüdlich getrieben werden,
wie bei der Dargs Straße. Im nördlichen
Theil von Scandinavien tritt auch noch der
Golfſtrom ein, der wegen der warmen
Maſsen die er mitführt die Bildung
des Eises verhindert. Gegen Oſten hin
iſt es dagegen nicht noch die Nova Zembla Spitze
zu umſchiffen, die keinesweges in einer ſo ſehr
hohen breite liegt, in einer ſolchen wo im
Waſser gar kein Eis iſt. – Aus allem dieſem
folgt: daß das Maximum der Kälte oder wenn
man ſich ſo aus drücken darf der Pol der Kälte
zwiſchen Nova Zembla Neu Sibirien und die
Bährings Straſse fällt.
Wenn man von Spitzbergen nach den Nordpol
hinüber kom̃en könnte, würde man
über den Pol an einem Punkt kom̃en,
der kälter wäre als der Pol ſelbſt.
Die elaſtiſch-flüſsige Hülle des
Luftmeers.
Weniger als ⅓ der ganzen Erdoberfläche
nimmt der Continent ein, ⅔ iſt Waſser.
Das Luftmeer iſt ſehr verſchieden nach dem
Boden auf welchem es ſich befindet, da eine
ganz andere Spannung der Luft eintritt, wenn
derſelbe flüſsig, als wenn er feſt iſt, daher
werden wir hauptsächlich den Luftozean nach dieſem
Boden als Landluft und Seeluft betrachten
zu umſchiffen, die keinesweges in einer ſo ſehr
hohen breite liegt, in einer ſolchen wo im
Waſser gar kein Eis iſt. – Aus allem dieſem
folgt: daß das Maximum der Kälte oder wenn
man ſich ſo aus drücken darf der Pol der Kälte
zwiſchen Nova Zembla Neu Sibirien und die
Bährings Straſse fällt.
Wenn man von Spitzbergen nach den Nordpol
hinüber kom̃en könnte, würde man
über den Pol an einem Punkt kom̃en,
der kälter wäre als der Pol ſelbſt.
Die elaſtiſch-flüſsige Hülle des
Luftmeers.
Weniger als ⅓ der ganzen Erdoberfläche
nimmt der Continent ein, ⅔ iſt Waſser.
Das Luftmeer iſt ſehr verſchieden nach dem
Boden auf welchem es ſich befindet, da eine
ganz andere Spannung der Luft eintritt, wenn
derſelbe flüſsig, als wenn er feſt iſt, daher
werden wir hauptsächlich den Luftozean nach dieſem
Boden als Landluft und Seeluft betrachten
Es iſt ſehr wahrſcheinlich daß Luft auch exiſtire,
aber nicht mehr als wir es in unſern Luftpumpen
hervorbringen können, bei einer
Höhe von 30 bis 32 Meilen
es leuchten in derſelben noch Sternſchuppen
, die erſt zu leuchten anfangen, eben
ſo wie die Aeroliten, wenn ſie mit Sauerſtoff
in Berührung kommen. – Der Barometerdruck
würde dort eben nur noch höchſtens
1‴ betragen. Man muß beim Luft
mehr beobachten.
meer
1, Die Farbe und lichtſchwächende Kraft
2, Die chemiſche Beſchaffenheit, Druck.
3, Den Feuchtigkeits Zuſtand und die daraus
entſtehenden Producte Thau, Nebel, Regen
, Hagel.
4, Die Temperatur Verhältniſse.
5, Die electriſche Spanung.
Farbe und lichtſchwächende Kraft der Luft.
Die Farbe der Luft iſt ſehr verſchieden, je
höher man kom̃t um ſo weniger blau erſcheint
ſie; die Dämpfe bringen hauptsächlich die
blaue Farbe hervor, jemehr man nach Süden
aber nicht mehr als wir es in unſern Luftpumpen
hervorbringen können, bei einer
Höhe von 30 bis 32 Meilen
es leuchten in derſelben noch Sternſchuppen
, die erſt zu leuchten anfangen, eben
ſo wie die Aeroliten, wenn ſie mit Sauerſtoff
in Berührung kommen. – Der Barometerdruck
würde dort eben nur noch höchſtens
1‴ betragen. Man muß beim Luft
mehr beobachten.
meer
1, Die Farbe und lichtſchwächende Kraft
2, Die chemiſche Beſchaffenheit, Druck.
3, Den Feuchtigkeits Zuſtand und die daraus
entſtehenden Producte Thau, Nebel, Regen
, Hagel.
4, Die Temperatur Verhältniſse.
5, Die electriſche Spanung.
Farbe und lichtſchwächende Kraft der Luft.
Die Farbe der Luft iſt ſehr verſchieden, je
höher man kom̃t um ſo weniger blau erſcheint
ſie; die Dämpfe bringen hauptsächlich die
blaue Farbe hervor, jemehr man nach Süden
kommt deſto herrlicher wird der Anblick. Die Lichtſchwächende
Kraft hängt hiermit enge zuſam̃en.
Wenn die ganze Atmosphäre keinen feſten Kern hätte,
ſondern bloß aus DuftDunſtſchichten beſtände, und dieſe nicht
ſo drückten, daß wirals es bei unſrer Atmosphäre der Fall
iſt, daß bei einer Tiefe von 10 bis 12 Meilen eine Platina
Kugel ſchwäm̃e, ſondern der planetariſche Körper nur
luftförmig wäre – wie die Kometen es wahrſcheinlich
ſind – ſo würde nur eine ſehr geringe Temperatur
in einem ſolchen Weltkörper gefunden werden, weil
die Lichtſtralen die Luft durchſtreichen, und nur in ſofern
erwärmen, als dieſe lichtſchwächende Kraft besitzen.
Je mehr die Luft zuſam̃en gepreßt iſt, deſto mehr häuft
ſich dieſe lichtſchwächende Subſtanz, und deſto größer wird
die Erwärmung. Mann kann dies ſehrſchon auf dem Monde unterſcheiden
. Verſuche vom Doc und Arago Die Wärme
die Mittagſstunde iſt auch hauptsächlich eine Folge der Lichtſchwächenden
Kraft.
Um die Farbe des Him̃els zu meſsen hat man ein Inſtrument
zu erfinden geſucht. Die erſte Idee war von Bouguer
, von Sausſur wurde es ſehr verbeſsert, der auch demſelben
den Namen: Cÿndometer gab. Es beſteht aus einem
Kraft hängt hiermit enge zuſam̃en.
Wenn die ganze Atmosphäre keinen feſten Kern hätte,
ſondern bloß aus DuftDunſtſchichten beſtände, und dieſe nicht
ſo drückten, daß wirals es bei unſrer Atmosphäre der Fall
iſt, daß bei einer Tiefe von 10 bis 12 Meilen eine Platina
Kugel ſchwäm̃e, ſondern der planetariſche Körper nur
luftförmig wäre – wie die Kometen es wahrſcheinlich
ſind – ſo würde nur eine ſehr geringe Temperatur
in einem ſolchen Weltkörper gefunden werden, weil
die Lichtſtralen die Luft durchſtreichen, und nur in ſofern
erwärmen, als dieſe lichtſchwächende Kraft besitzen.
Je mehr die Luft zuſam̃en gepreßt iſt, deſto mehr häuft
ſich dieſe lichtſchwächende Subſtanz, und deſto größer wird
die Erwärmung. Mann kann dies ſehrſchon auf dem Monde unterſcheiden
. Verſuche vom Doc und Arago Die Wärme
die Mittagſstunde iſt auch hauptsächlich eine Folge der Lichtſchwächenden
Kraft.
Um die Farbe des Him̃els zu meſsen hat man ein Inſtrument
zu erfinden geſucht. Die erſte Idee war von Bouguer
, von Sausſur wurde es ſehr verbeſsert, der auch demſelben
den Namen: Cÿndometer gab. Es beſteht aus einem
Bogen auf dem in einer Menge von Schnitten die verſchiedenen
Schattirungen der blauen Farbe aufgetragen
ſind, und wird beim Gebrauch, durch eine beſondere
Einrichtung ſo gehalten, daß man dieſe und den Himmel
zugleich ſehen, und mit einander vergleichen kann.
Durch einen Spiegelsextanten hat man dies Inſtrument
zu verbeſsern geſucht.
Die Unterſchiede der blauen Farbe ſind ſehr beträchtlich
in unſerer und der Tropen Zone. Weñ bei uns die
Farbe des Himmel 14° nach Sausſure hat ſo ſind
unter den Tropen 22°. Doc hat vielerlei Beobachtungen
mit dem Cyanometer gemacht, und eine
Art Kalender danach angefertigt. Es rührt die Verſchiedenheit
von der Menge des Waſserſtoffs her, der ſich in der Luft
befindet, Uebrigens iſt es im̃er noch ein ſehr unbequemes
Mittel.
Die Luftperspective wird wunderbar durch die Beſchaffenheit
der Luft modificirt, und diesnichts unterſcheidet die
ſüdlichen Gegenden mehr, als die Umriſse der Pflanzen
und Thiere. Es iſt ein gewiſser Duft der im̃er
ſchöner wird je weiter man kommt.
Chemiſche Zuſam̃enſetzung. Die chemiſchen Beſtandtheile
der Luft ſind ſeitdem Anfange dieſes
Schattirungen der blauen Farbe aufgetragen
ſind, und wird beim Gebrauch, durch eine beſondere
Einrichtung ſo gehalten, daß man dieſe und den Himmel
zugleich ſehen, und mit einander vergleichen kann.
Durch einen Spiegelsextanten hat man dies Inſtrument
zu verbeſsern geſucht.
Die Unterſchiede der blauen Farbe ſind ſehr beträchtlich
in unſerer und der Tropen Zone. Weñ bei uns die
Farbe des Himmel 14° nach Sausſure hat ſo ſind
unter den Tropen 22°. Doc hat vielerlei Beobachtungen
mit dem Cyanometer gemacht, und eine
Art Kalender danach angefertigt. Es rührt die Verſchiedenheit
von der Menge des Waſserſtoffs her, der ſich in der Luft
befindet, Uebrigens iſt es im̃er noch ein ſehr unbequemes
Mittel.
Die Luftperspective wird wunderbar durch die Beſchaffenheit
der Luft modificirt, und diesnichts unterſcheidet die
ſüdlichen Gegenden mehr, als die Umriſse der Pflanzen
und Thiere. Es iſt ein gewiſser Duft der im̃er
ſchöner wird je weiter man kommt.
Chemiſche Zuſam̃enſetzung. Die chemiſchen Beſtandtheile
der Luft ſind ſeitdem Anfange dieſes
Jahrhunderts erſt genau bekannt geworden. Noch
Lavoiſsier hatte 1804 den Irrthum begangen daß 0,27
Sauerſtoff in der Luft vorhanden wären. Die Beobachtung
daß nur 0,21 Sauerſtoff vorhanden wären, wurde
1804 von dem ſpaniſchen Chemiker de Marti gemacht.
Im Jahre 1805 hat Doc mit Gay Lusſac eine Abhandlung
herausgegeben, in der ſie zeigten, daß man
durch das Eudiometer ein Mittel habe, durch das
man die Quantitaet des Sauerſtoffs der in der Luft
vorhanden iſt bis auf 0,002 genau beſtimmen kann.
Es giebt eigentlich keine Eudiometrie, da der Sauerſtoff
überall wo wir beobachten können, nach der
Schärfe unſerer damaligen Inſtrumente immer in
gleicher Quantitaet vorhanden iſt; wahrſcheinlich
iſt es, daß die Güte der Luft auf ganz andern Elemente
beruht. Man hat gefunden, daß in Hospitälern
, wo die Quantitaet des Sauerſtoffs dieſelbe
bleibt die Kohlensäure verſchieden war. Aber
wenn man im ſolchen Hospitälern, beſonders da
wo viele anſtekende Krankheiten herrſchten,
einen Schwamm der in deſtillirtes Waſser getaucht
war aufhängt, ſo ſieht man daß ſich um denselben
eine förmliche organiſche Haut bildet, welcher an
Lavoiſsier hatte 1804 den Irrthum begangen daß 0,27
Sauerſtoff in der Luft vorhanden wären. Die Beobachtung
daß nur 0,21 Sauerſtoff vorhanden wären, wurde
1804 von dem ſpaniſchen Chemiker de Marti gemacht.
Im Jahre 1805 hat Doc mit Gay Lusſac eine Abhandlung
herausgegeben, in der ſie zeigten, daß man
durch das Eudiometer ein Mittel habe, durch das
man die Quantitaet des Sauerſtoffs der in der Luft
vorhanden iſt bis auf 0,002 genau beſtimmen kann.
Es giebt eigentlich keine Eudiometrie, da der Sauerſtoff
überall wo wir beobachten können, nach der
Schärfe unſerer damaligen Inſtrumente immer in
gleicher Quantitaet vorhanden iſt; wahrſcheinlich
iſt es, daß die Güte der Luft auf ganz andern Elemente
beruht. Man hat gefunden, daß in Hospitälern
, wo die Quantitaet des Sauerſtoffs dieſelbe
bleibt die Kohlensäure verſchieden war. Aber
wenn man im ſolchen Hospitälern, beſonders da
wo viele anſtekende Krankheiten herrſchten,
einen Schwamm der in deſtillirtes Waſser getaucht
war aufhängt, ſo ſieht man daß ſich um denselben
eine förmliche organiſche Haut bildet, welcher an
andern Orten ſo rein bleibt als er war.
Tenniers verdanken wir dieſe Beobachtungen,
aus den ſich ſchließen läßt, daß die Güte der
Luft noch von Subſtanzen abhängen mag, deren
Beſchaffenheit wir noch nicht genau kennen.
Daher iſt es auch nicht richtig, daß da wo
viele Pflanzen wachsen, weil dieſe Sauerſtoff
aushauchen, die Luft reiner iſt, als wo
dies nicht der Fall iſt.
Prevoſt in Genf hat berechnet, daß durch das
Athmen der Thiere und Pflanzen, die Quantitaet
des Sauerſtoffs die in der Luft vorhanden
iſt, in 27,000 Jahren nicht um 0,01 abnehmen
würde.
Die Beſtandtheile der Luft ſind Sauerſtoff 0,21.
Stickſtoff nicht ganz 0,79. Kohlensäure 0,001.
Letztere iſt etwas geringer im Winter als im
Sommer Sausſure Sohn Man hat lange Zeit
gefragt, ob nicht Waſserſtoff in der Luftvorhanden
wäre, indem man den Regen daraus erklären
wollte, auch ſelbſt die Aeroliten glaubte man
daraus herzuleiten, indem man ſie für Körper
hielt, die ſich aus einer Menge von Waſserſtoff
Tenniers verdanken wir dieſe Beobachtungen,
aus den ſich ſchließen läßt, daß die Güte der
Luft noch von Subſtanzen abhängen mag, deren
Beſchaffenheit wir noch nicht genau kennen.
Daher iſt es auch nicht richtig, daß da wo
viele Pflanzen wachsen, weil dieſe Sauerſtoff
aushauchen, die Luft reiner iſt, als wo
dies nicht der Fall iſt.
Prevoſt in Genf hat berechnet, daß durch das
Athmen der Thiere und Pflanzen, die Quantitaet
des Sauerſtoffs die in der Luft vorhanden
iſt, in 27,000 Jahren nicht um 0,01 abnehmen
würde.
Die Beſtandtheile der Luft ſind Sauerſtoff 0,21.
Stickſtoff nicht ganz 0,79. Kohlensäure 0,001.
Letztere iſt etwas geringer im Winter als im
Sommer Sausſure Sohn Man hat lange Zeit
gefragt, ob nicht Waſserſtoff in der Luftvorhanden
wäre, indem man den Regen daraus erklären
wollte, auch ſelbſt die Aeroliten glaubte man
daraus herzuleiten, indem man ſie für Körper
hielt, die ſich aus einer Menge von Waſserſtoff
gebildet hätten, der in dieſe Höhen wegen ſeiner
Leichtigkeit hingerathen wäre. Freilich kommt jeden
Augenblick eine Menge von Waſserſtoff in die Atmosphäre
, der ſich aber nur mechaniſch und nicht chemiſch
mit der Luft verbindet. Wenn auch nur 0,03 Waſserſtoff
ſich in der Atmosphäre befänden, ſo würde man
dies durch eudiometriſche Mittel noch prüfen können.
Iſt die Quantitaet aber geringer, ſo giebt es kein
Mittel mehr ihn zu entzünden, er würde dann zu
ſehr zerſetzt ſein, daher iſt alsdann auch an einer
ſolchen Entſtehung des Regens vermöge eines electriſchen
Schlags nicht zu denken. Wenn eine größere Quantitaet
Waſserſtoff ſich in den höhern Schichten befände, ſo
iſt die Frage, warum man nicht mehr davon entdekt hat.
Durch herabſteigende Strömungen mußte auch etwas davon
mit herabgekommen ſein.
Luftdruck.
Der Menſch gewöhnt ſich, wenn es nicht mit einem
zu ſchnellen Uebergange geſchieht an einen ſehr großen
und ſehr ſchwachen Druck der Luft. In der Höhe wohnen
Menſchen unter dem Luftdruck von 13″,5 in der Ebene,
iſt nur 28″ unter den Taucher Glocken | wie Doc
ſelbſt erfahren | nun 60″ Druck.
In Quito iſt der gewöhnliche Barometerſtand 20″.
Leichtigkeit hingerathen wäre. Freilich kommt jeden
Augenblick eine Menge von Waſserſtoff in die Atmosphäre
, der ſich aber nur mechaniſch und nicht chemiſch
mit der Luft verbindet. Wenn auch nur 0,03 Waſserſtoff
ſich in der Atmosphäre befänden, ſo würde man
dies durch eudiometriſche Mittel noch prüfen können.
Iſt die Quantitaet aber geringer, ſo giebt es kein
Mittel mehr ihn zu entzünden, er würde dann zu
ſehr zerſetzt ſein, daher iſt alsdann auch an einer
ſolchen Entſtehung des Regens vermöge eines electriſchen
Schlags nicht zu denken. Wenn eine größere Quantitaet
Waſserſtoff ſich in den höhern Schichten befände, ſo
iſt die Frage, warum man nicht mehr davon entdekt hat.
Durch herabſteigende Strömungen mußte auch etwas davon
mit herabgekommen ſein.
Luftdruck.
Der Menſch gewöhnt ſich, wenn es nicht mit einem
zu ſchnellen Uebergange geſchieht an einen ſehr großen
und ſehr ſchwachen Druck der Luft. In der Höhe wohnen
Menſchen unter dem Luftdruck von 13″,5 in der Ebene,
iſt nur 28″ unter den Taucher Glocken | wie Doc
ſelbſt erfahren | nun 60″ Druck.
In Quito iſt der gewöhnliche Barometerſtand 20″.
Im Anfang empfindet man eine Beklemmung der
Bruſt; ein Paar Tage die man dort zubringt,
ſind aber ſchon hinreichend ſich daran zu gewöhnen.
Es würde daher, wenn mit der Zeit die Quantitaet
der Luft abnähme, dies gar nicht ſo gefährlich
ſein, als man ſich denken könnte.
Das Bluten, beſonders der Extremitäten, Füße
Fingerspitzen Hände, etc auf ſehr großen Höhen
iſt nicht wie man häufig fälſchlich geglaubt hat
Folge einer geringeren Menge Oxygens, ſondern
des Mangels des äußeren Drucks der Luft,
welcher macht, daß die feineren Gefäße den Andrang
des Bluts nicht mehr ertragen können,
und ſo endlich ſpringen. Es zeigen ſich dieſe
Phänomene bereits bei 16 bis 18000′ Hohe.
44. Vorlesung, 28. März 1828
Die Erfolge ſind weniger auf die Respiration,
da dieſelbe Quantitaet Sauerſtoff auf der Höhe
wie in der Ebene vorhanden iſt, ſondern mehr
auf das gaſtronomiſche Syſtem und auf das Hämorrhidel
Syſtem.
?
Eine ähnliche Erſcheinung macht man bei den Taucher
Glocken, nicht wenn man herabſteigt, ſondern
wenn man wieder heraufſteigt, mit einer großen
Schnelligkeit; es tritt dann ebenfalls Blut aus
Bruſt; ein Paar Tage die man dort zubringt,
ſind aber ſchon hinreichend ſich daran zu gewöhnen.
Es würde daher, wenn mit der Zeit die Quantitaet
der Luft abnähme, dies gar nicht ſo gefährlich
ſein, als man ſich denken könnte.
Das Bluten, beſonders der Extremitäten, Füße
Fingerspitzen Hände, etc auf ſehr großen Höhen
iſt nicht wie man häufig fälſchlich geglaubt hat
Folge einer geringeren Menge Oxygens, ſondern
des Mangels des äußeren Drucks der Luft,
welcher macht, daß die feineren Gefäße den Andrang
des Bluts nicht mehr ertragen können,
und ſo endlich ſpringen. Es zeigen ſich dieſe
Phänomene bereits bei 16 bis 18000′ Hohe.
44. Vorlesung, 28. März 1828
Die Erfolge ſind weniger auf die Respiration,
da dieſelbe Quantitaet Sauerſtoff auf der Höhe
wie in der Ebene vorhanden iſt, ſondern mehr
auf das gaſtronomiſche Syſtem und auf das Hämorrhidel
Syſtem.
?
Eine ähnliche Erſcheinung macht man bei den Taucher
Glocken, nicht wenn man herabſteigt, ſondern
wenn man wieder heraufſteigt, mit einer großen
Schnelligkeit; es tritt dann ebenfalls Blut aus
den Gefäßen hervor. Bei Doc: iſt dies ſehr heftig
geweſen. – Bei den Vögeln, bei denen die Respirations
Werkzeuge am vollſtändigſten ſind, iſt es merkwürdig
wie ſie einen großen ſchnellen Wechsel des
Druckes ſo leicht erleiden können. Der Geier der
Andeskette erhebt ſich noch bis 4–5000′ über die
Kette, und ſtürzt mit einer auſserordentlichen Schnelligkeit
von einer Höhe von 20000 bis zu einer von
1000′ nach dem Statito herab. –
Bei geringer Erhitzung iſt ein Blutsbruch unvermeidlich
. Wenn man auf der Höhe von Antisane die
Stiere nur wenig jagt, ſo ſpeien ſie Blut und fallen
nieder. In dieſer Höhe iſt das Bluten übrigens
nicht gefährlich, könnte es aber wohl werden,
wenn man noch 3000′ höher ſtiege. Das Hauptübel
iſt eine große Luſt zum Speien, ähnlich wie auf
dem Meere durch die Erſchwerung des Abdominal
Syſtems zulezt empfindet man eine große Ermattung
. Man kann dieſe wohl dadurch erklären, daß
der Körper wegen des geringen Drucks der Luft und
eine geringere Quantitaet Sauerſtoff in derſelben
Zeit consumirt. Die Inspiration iſt geringer.
Schon lange vor Doc. iſt dieſe Bemerkung gemacht worden,
wenn man auch nicht Acht darauf gegeben hat.
geweſen. – Bei den Vögeln, bei denen die Respirations
Werkzeuge am vollſtändigſten ſind, iſt es merkwürdig
wie ſie einen großen ſchnellen Wechsel des
Druckes ſo leicht erleiden können. Der Geier der
Andeskette erhebt ſich noch bis 4–5000′ über die
Kette, und ſtürzt mit einer auſserordentlichen Schnelligkeit
von einer Höhe von 20000 bis zu einer von
1000′ nach dem Statito herab. –
Bei geringer Erhitzung iſt ein Blutsbruch unvermeidlich
. Wenn man auf der Höhe von Antisane die
Stiere nur wenig jagt, ſo ſpeien ſie Blut und fallen
nieder. In dieſer Höhe iſt das Bluten übrigens
nicht gefährlich, könnte es aber wohl werden,
wenn man noch 3000′ höher ſtiege. Das Hauptübel
iſt eine große Luſt zum Speien, ähnlich wie auf
dem Meere durch die Erſchwerung des Abdominal
Syſtems zulezt empfindet man eine große Ermattung
. Man kann dieſe wohl dadurch erklären, daß
der Körper wegen des geringen Drucks der Luft und
eine geringere Quantitaet Sauerſtoff in derſelben
Zeit consumirt. Die Inspiration iſt geringer.
Schon lange vor Doc. iſt dieſe Bemerkung gemacht worden,
wenn man auch nicht Acht darauf gegeben hat.
Acoſta hat ſchon alle die Fragen unterſucht, die
uns jezt beſchäftigen. Zumſtein hat ähnliche
Erfolge auf dem Monte Rosa gefunden. Im
Himalaya Gebirge hält das Volk die Luft in
den Höhen für giftig und die engliſchen Reiſenden
haben bei 15000 Höhe angefangen
dieſe Symptome zu ſpüren.
Das Feuermachen iſt auf den hohen Bergen
ſehr ſchwierig, man ſuchte früher die Ursache
davon in der geringen Menge von Sauerſtoff
Doc. hat dieſe Schwierigkeit auf dem Galaz
gefunden, wo er durch das Sieden des Waſsers
– übrigens ein unsicheres Mittel – die Höhe
des Berges beſtim̃en wollte. Merkwürdig
iſt es, daß auch ſchon Marco Polo dieſe
Erfahrung gemacht hat.
Die Flam̃e concentrirt ſich nicht ſondern geht
auſeinander. Wahrſcheinlich iſt dies eine Folge
des Mangels an Luftdruck, da man daſselbe
in dem Vacuum der Luftpumpe findet.
Strömungen.
Die Verſchiedenheit des Luft-drucks bringt die
Strömungen in der Atmophäre hervor. Sie
uns jezt beſchäftigen. Zumſtein hat ähnliche
Erfolge auf dem Monte Rosa gefunden. Im
Himalaya Gebirge hält das Volk die Luft in
den Höhen für giftig und die engliſchen Reiſenden
haben bei 15000 Höhe angefangen
dieſe Symptome zu ſpüren.
Das Feuermachen iſt auf den hohen Bergen
ſehr ſchwierig, man ſuchte früher die Ursache
davon in der geringen Menge von Sauerſtoff
Doc. hat dieſe Schwierigkeit auf dem Galaz
gefunden, wo er durch das Sieden des Waſsers
– übrigens ein unsicheres Mittel – die Höhe
des Berges beſtim̃en wollte. Merkwürdig
iſt es, daß auch ſchon Marco Polo dieſe
Erfahrung gemacht hat.
Die Flam̃e concentrirt ſich nicht ſondern geht
auſeinander. Wahrſcheinlich iſt dies eine Folge
des Mangels an Luftdruck, da man daſselbe
in dem Vacuum der Luftpumpe findet.
Strömungen.
Die Verſchiedenheit des Luft-drucks bringt die
Strömungen in der Atmophäre hervor. Sie
ſind theils regelmäſsig, theils unregelmäßig.
Zu erſteren gehören die nützlichen Oscillationen,
welche man neuerdings Ebbe und Flut der Atmosphäre
genannt hat.
In den Tropengegenden kann man am Barometer
beinahe mit ziemlicher Gewißheit ſehen, wie viel
die Uhr iſt, und ſich dabei höchſtens um ¼ Stunde irren.
?
Zwiſchen Neun und Neun ¼ Uhr das Morgens ſteht das
Barometer am höchſten, ſinkt dann bis um 12 Uhr
Mittags und ſteht um 4¼ Uhr am niedrigſten, ſteigt
bis 12 Uhr des Nachts und ſinkt wieder bis 4¼ Uhr
des Morgens, wo es bis 9 Uhr des Morgens wieder
ſteigt. Merkwürdig iſt, daß bei den größten
Stürmen | von N.O. oder S.O. | bei Erdbeben Doñerwettern
u.ſ.w. die in den nördlichen Zonen ſo
viel Einfluß auf den Barometer Stand haben,
bei den Tropen keine Änderung zu bemerken iſt.
Tägliche Oscillationen des Luftmeers.
Die erſten Beobachtungen dieſer täglichen Oscillationen
gehören nicht Doc. an, ſondern ſchon 1682
wurden ſie von franz. Reiſenden Warey und Glaut
gemacht, und im Anfange dieſes Jahrhunderts nur
beſtätigt. Es fängt dieſe Erſcheinung vom Meeres
Zu erſteren gehören die nützlichen Oscillationen,
welche man neuerdings Ebbe und Flut der Atmosphäre
genannt hat.
In den Tropengegenden kann man am Barometer
beinahe mit ziemlicher Gewißheit ſehen, wie viel
die Uhr iſt, und ſich dabei höchſtens um ¼ Stunde irren.
?
Zwiſchen Neun und Neun ¼ Uhr das Morgens ſteht das
Barometer am höchſten, ſinkt dann bis um 12 Uhr
Mittags und ſteht um 4¼ Uhr am niedrigſten, ſteigt
bis 12 Uhr des Nachts und ſinkt wieder bis 4¼ Uhr
des Morgens, wo es bis 9 Uhr des Morgens wieder
ſteigt. Merkwürdig iſt, daß bei den größten
Stürmen | von N.O. oder S.O. | bei Erdbeben Doñerwettern
u.ſ.w. die in den nördlichen Zonen ſo
viel Einfluß auf den Barometer Stand haben,
bei den Tropen keine Änderung zu bemerken iſt.
Tägliche Oscillationen des Luftmeers.
Die erſten Beobachtungen dieſer täglichen Oscillationen
gehören nicht Doc. an, ſondern ſchon 1682
wurden ſie von franz. Reiſenden Warey und Glaut
gemacht, und im Anfange dieſes Jahrhunderts nur
beſtätigt. Es fängt dieſe Erſcheinung vom Meeres
Ufer an, und bleibt bis auf den höchſten Höhen,
wenigſtens wie man beobachtet hat, 12–14000′.
Seit Doc. Rückkunft nach Europa, hat er ſich
viel Mühe gegeben um zu unterſuchen ob
auch in den temperirten Zonen, ſich daſselbe
vorfinde. Mann kann hier nur Mittelzahlen
finden, daher ſind in den gemäßigten
10 Tage fortgeſetzter Beobachtungen ſchon hinreichend
, um dieſe Oscillation in Mittelzahlen
zu beſtim̃en; um 4 Uhr Morgens und 11 Uhr
Abends ſteht das Barometer am höchſten, um
4 Uhr Abends und 11 Uhr Morgens am niedrigſten
.
Die Quantität dieſer Oscillation wird geringer
vom Aequator zum Pole hin, wo
durch die unregelmäſsigen Variationen
nördlich weit ſtärker ſind als gegen S. hin.
Unter dem Aequator beträgt jene ¼ Linie
in Königsberg nur 0,03‴.
Wo die Tropenzone aufhört, und die Nordwinde
blasen, ändert ſich dieſe Oscillation.
So lange in Mexico die Nordwinde blasen,
wird das Spiel dieſer regelmäſsigen Ebbe
wenigſtens wie man beobachtet hat, 12–14000′.
Seit Doc. Rückkunft nach Europa, hat er ſich
viel Mühe gegeben um zu unterſuchen ob
auch in den temperirten Zonen, ſich daſselbe
vorfinde. Mann kann hier nur Mittelzahlen
finden, daher ſind in den gemäßigten
10 Tage fortgeſetzter Beobachtungen ſchon hinreichend
, um dieſe Oscillation in Mittelzahlen
zu beſtim̃en; um 4 Uhr Morgens und 11 Uhr
Abends ſteht das Barometer am höchſten, um
4 Uhr Abends und 11 Uhr Morgens am niedrigſten
.
Die Quantität dieſer Oscillation wird geringer
vom Aequator zum Pole hin, wo
durch die unregelmäſsigen Variationen
nördlich weit ſtärker ſind als gegen S. hin.
Unter dem Aequator beträgt jene ¼ Linie
in Königsberg nur 0,03‴.
Wo die Tropenzone aufhört, und die Nordwinde
blasen, ändert ſich dieſe Oscillation.
So lange in Mexico die Nordwinde blasen,
wird das Spiel dieſer regelmäſsigen Ebbe
und Flut unterbrochen, ein wichtiges Anzeichen für
die Schiffahrt. – Man ſollte ſich nicht des Namens
Ebbe und Flut bedienen, indem man dadurch 2
Phänomen mit einer Benennung belegt. Die Ebbe
und Flut im Luftmeere, die ſo wie im Ocean durch
die Anziehung des Mondes hervorgebracht wird, hat
Laplace beſtim̃t, ſie iſt nur ſehr gering aber durchaus
nicht mit den eben beſchriebenen täglichen Oscillationen
zuſam̃enhängend. Wahrſcheinlich ſind dieſe
Oscillationen durch die Erwärmung vermöge der Sonnenſtralen
bedingt. Was darüber geſchrieben worden
iſt, iſt nicht hinlänglich. –
S. Daniels Theorie der Luftſtrömungen
Daniel hat gemeint, wenn das Barometer im
Süden ſinke, müſse es im Norden ſteigen, es
ſoll dies durch Parow beſtätigt worden ſein,
doch ſind 0,002‴ nicht hinreichend ſo viel beträgt
etwa der Unterſchied um darauf eine Theorie
zu gründen.
Man hat unterſucht ob der Mond auf die Strömungen
der Luft Einfluß habe. Doc hat nichts
gefunden, ebenfalls fand Bousſingou auch nicht;
die Schiffahrt. – Man ſollte ſich nicht des Namens
Ebbe und Flut bedienen, indem man dadurch 2
Phänomen mit einer Benennung belegt. Die Ebbe
und Flut im Luftmeere, die ſo wie im Ocean durch
die Anziehung des Mondes hervorgebracht wird, hat
Laplace beſtim̃t, ſie iſt nur ſehr gering aber durchaus
nicht mit den eben beſchriebenen täglichen Oscillationen
zuſam̃enhängend. Wahrſcheinlich ſind dieſe
Oscillationen durch die Erwärmung vermöge der Sonnenſtralen
bedingt. Was darüber geſchrieben worden
iſt, iſt nicht hinlänglich. –
S. Daniels Theorie der Luftſtrömungen
Daniel hat gemeint, wenn das Barometer im
Süden ſinke, müſse es im Norden ſteigen, es
ſoll dies durch Parow beſtätigt worden ſein,
doch ſind 0,002‴ nicht hinreichend ſo viel beträgt
etwa der Unterſchied um darauf eine Theorie
zu gründen.
Man hat unterſucht ob der Mond auf die Strömungen
der Luft Einfluß habe. Doc hat nichts
gefunden, ebenfalls fand Bousſingou auch nicht;
Boildun hat geglaubt bemerkt zu haben, daß das
Barometer höher wäre in den Quartieren, als im
Vollmond und Neumond, doch bedarf dies noch der Beſtätigung
.
Paſsat Winde.
Auſser dieſer regelmäßigen Oscillation iſt noch
eine andere regelmäßige Bewegung in der Luft,
in den Tropenzonen: Die Oſtwinde, Paſsat Winde
. Die eigentliche Erklärung dieſer regelmäßigen
Winde iſt von Dalembert, wurde aber von Laplace
ſehr vervollſtändigt und ſelbſt einer mathematiſchen
Berechnung unterworfen. – Wenn nämlich die Gegenden
unter dem Aequator erwärmt werden,
ſo ſteigen Luftſchichten in die Höhe, dadurch ſtrömt
die Luft von den Polen nach dem Aequator hin
um dieſen Raum wieder auszufüllen, und ſich
ins Gleichgewicht zu ſetzen. Da nun keine Strömung
exiſtiren kann, ohne eine andere Gegenſtrömung
, ſo muß überall wo ein Strom von Norden
gegen Süden ſtatt findet, auch ein anderer von
Süden gegen WeſtenN. zurückgehen: der eine
dieſer Ströme iſt alsdann in der untern Atmosphäre
, der andere in der höheren. Da nun
Barometer höher wäre in den Quartieren, als im
Vollmond und Neumond, doch bedarf dies noch der Beſtätigung
.
Paſsat Winde.
Auſser dieſer regelmäßigen Oscillation iſt noch
eine andere regelmäßige Bewegung in der Luft,
in den Tropenzonen: Die Oſtwinde, Paſsat Winde
. Die eigentliche Erklärung dieſer regelmäßigen
Winde iſt von Dalembert, wurde aber von Laplace
ſehr vervollſtändigt und ſelbſt einer mathematiſchen
Berechnung unterworfen. – Wenn nämlich die Gegenden
unter dem Aequator erwärmt werden,
ſo ſteigen Luftſchichten in die Höhe, dadurch ſtrömt
die Luft von den Polen nach dem Aequator hin
um dieſen Raum wieder auszufüllen, und ſich
ins Gleichgewicht zu ſetzen. Da nun keine Strömung
exiſtiren kann, ohne eine andere Gegenſtrömung
, ſo muß überall wo ein Strom von Norden
gegen Süden ſtatt findet, auch ein anderer von
Süden gegen WeſtenN. zurückgehen: der eine
dieſer Ströme iſt alsdann in der untern Atmosphäre
, der andere in der höheren. Da nun
die Rotations Geſchwindigkeit kleiner iſt gegen
den Pol hin als gegen dem Aequator, ſo muß die
Luft die vom Pol nach dem Aequator hinſtrömt
zurück bleiben, und da die Bewegung der Erde
von Weſten gegen Oſten iſt, ſo muß die Strömung
mit ihrer öſtlichen Seite auf uns ſchlagen.
?
In den verſchiedenen Gegenden ſind dieſe Winde
verſchieden geneigt. Wäre die Erde in beiden
Hemisphären gleichmäßig bedeckt, entweder mit
Waſser allein, oder blos mit Continenten, ſo würde
die Grenze zwiſchen S.O. und N.O. Winden ſich
im Aequator befinden, da dies aber nicht der Fall,
ſondern ⅓ Continent mehr in der nördlichen als
in der ſüdl. Halbkugel liegt, ſo muß dieſer physiſche
Aequator, (die Grenze zw. den S.O. u N.O. Winden
) nördlich vom Erdäquator liegen. Daher wehen
auch noch nordlich vom Aequator die S.O. Winde.
Dieſes Hinaufreichen der S.O. Paſsat Winde
iſt aber ganz verſchieden im Meereſthale des
atlantiſchen Oceans, ſie gehen weit nördlicher
im atlantiſchen Ocean hinauf, als in der Südsee
aus dem Grunde ſchon, daß wenn man ſich das
ungeheure Becken der Südsee denkt, dort der Zuſtand
den Pol hin als gegen dem Aequator, ſo muß die
Luft die vom Pol nach dem Aequator hinſtrömt
zurück bleiben, und da die Bewegung der Erde
von Weſten gegen Oſten iſt, ſo muß die Strömung
mit ihrer öſtlichen Seite auf uns ſchlagen.
?
In den verſchiedenen Gegenden ſind dieſe Winde
verſchieden geneigt. Wäre die Erde in beiden
Hemisphären gleichmäßig bedeckt, entweder mit
Waſser allein, oder blos mit Continenten, ſo würde
die Grenze zwiſchen S.O. und N.O. Winden ſich
im Aequator befinden, da dies aber nicht der Fall,
ſondern ⅓ Continent mehr in der nördlichen als
in der ſüdl. Halbkugel liegt, ſo muß dieſer physiſche
Aequator, (die Grenze zw. den S.O. u N.O. Winden
) nördlich vom Erdäquator liegen. Daher wehen
auch noch nordlich vom Aequator die S.O. Winde.
Dieſes Hinaufreichen der S.O. Paſsat Winde
iſt aber ganz verſchieden im Meereſthale des
atlantiſchen Oceans, ſie gehen weit nördlicher
im atlantiſchen Ocean hinauf, als in der Südsee
aus dem Grunde ſchon, daß wenn man ſich das
ungeheure Becken der Südsee denkt, dort der Zuſtand
der Erde ſich ſchon ſehr dem nähert wo alles
gleich vertheilt wird.
Dieſe merkwürdige Beſchaffenheit der Grenze
in den Richtungen der Paſsat Winde iſt ſchon
am Ende des vorigen Jahrhunderts bemerkt
worden. Dampierre machte ſchon 1766 darauf
aufmerksam. Einige Jahre ſpäter erſchien
die vortreffliche Abhandlung von Halley
über die Paſsatwinde.
Leopold v. Buch hat die Bemerkung gemacht,
daß man auf großen Höhen dieſe Oſtwinde
nicht mehr ſpüre, ſondern die Weſtwinde
dort wehen, vermuthlich eine Folge der
Gegenſtrömung nach dem Pole hin.
Land und Seewinde.
Auf ähnliche Weiſe findet man an den Küſten
regelmäßige Winde, die man Land und
Seewinde nennt. Da die Temperatur
bei Tage weit größer iſt, auf dem
Continent als auf dem Meere, ſo entſteht
auf dem Feſtlande eine aufſteigende
Luftsäule, und die Luft ſtrömt von dem
weniger erwärmten Meere dort hinein.
Seewinde.
gleich vertheilt wird.
Dieſe merkwürdige Beſchaffenheit der Grenze
in den Richtungen der Paſsat Winde iſt ſchon
am Ende des vorigen Jahrhunderts bemerkt
worden. Dampierre machte ſchon 1766 darauf
aufmerksam. Einige Jahre ſpäter erſchien
die vortreffliche Abhandlung von Halley
über die Paſsatwinde.
Leopold v. Buch hat die Bemerkung gemacht,
daß man auf großen Höhen dieſe Oſtwinde
nicht mehr ſpüre, ſondern die Weſtwinde
dort wehen, vermuthlich eine Folge der
Gegenſtrömung nach dem Pole hin.
Land und Seewinde.
Auf ähnliche Weiſe findet man an den Küſten
regelmäßige Winde, die man Land und
Seewinde nennt. Da die Temperatur
bei Tage weit größer iſt, auf dem
Continent als auf dem Meere, ſo entſteht
auf dem Feſtlande eine aufſteigende
Luftsäule, und die Luft ſtrömt von dem
weniger erwärmten Meere dort hinein.
Seewinde.
Da der Unterſchied zwiſchen Tag und Nacht dagegen
auf dem Meere weit geringer iſt als
auf dem Continent, ſo ſetzt ſich die Luft wieder
in Gleichgewicht, und es entſteht ein Gegenſtrom
nach dem Meere hin, Landwind.
Stürme.
Die unregelmäßigen Bewegungen in der
Luft ſind das, was wir Stürme nennen.
Die Geſchwindigkeit der Stürme iſt ſehr verſchieden
, aber lange nicht ſo bedeutend als
es ſcheint. Es iſt ſchon ein ſehr beträchtlicher
Sturm, der die Geſchwindigkeit von 60
Fuß in 1. Secunde hat. Der größte Sturm
der beobachtet worden iſt, hatte eine Geſchwindigkeit
von 132 Fuß in einer Secunde. Vergleicht
man das mit andern Geſchwindigkeiten,
ſo erſcheint ſie nicht ſo bedeutend. Der engliſche
Renner Namens Klips machte 58 Fuß
in einer Secunde der Schall hat eine Geſchwindigkeit
von 1038 Fuß, eine Kanonenkugel 1500′
in einer Secunde.
Feuchtigkeits-Zuſtand der Luft.
Der Feuchtigkeitszuſtand hygrometriſche Zuſtand
auf dem Meere weit geringer iſt als
auf dem Continent, ſo ſetzt ſich die Luft wieder
in Gleichgewicht, und es entſteht ein Gegenſtrom
nach dem Meere hin, Landwind.
Stürme.
Die unregelmäßigen Bewegungen in der
Luft ſind das, was wir Stürme nennen.
Die Geſchwindigkeit der Stürme iſt ſehr verſchieden
, aber lange nicht ſo bedeutend als
es ſcheint. Es iſt ſchon ein ſehr beträchtlicher
Sturm, der die Geſchwindigkeit von 60
Fuß in 1. Secunde hat. Der größte Sturm
der beobachtet worden iſt, hatte eine Geſchwindigkeit
von 132 Fuß in einer Secunde. Vergleicht
man das mit andern Geſchwindigkeiten,
ſo erſcheint ſie nicht ſo bedeutend. Der engliſche
Renner Namens Klips machte 58 Fuß
in einer Secunde der Schall hat eine Geſchwindigkeit
von 1038 Fuß, eine Kanonenkugel 1500′
in einer Secunde.
Feuchtigkeits-Zuſtand der Luft.
Der Feuchtigkeitszuſtand hygrometriſche Zuſtand
der Luft iſt ſehr verſchieden nach dem Boden
des Luftmeers, ob derſelbe der Ocean iſt,
oder die Continente, die ſich als Untiefen
im Boden des Luftmeers erheben. Das
Maximum des Waſsergaſes(Waſserdampfes) (welches ſich in der
Luft befindet, iſt 0,95 bis 0,96.) Nach dem
Sausſurſchen Hygrometer. Man ſollte
glauben die Luft müßte ſich über dem Meere
ganz mit Waſsergas(dampf?) sättigen. Doch iſt dies
nicht der Fall. Doc hat mehre Verſuche
gemacht, und ein das Maximum das Wasſergaſes(
dampfes?) in der Seeluft gefunden. Man
könnte vielleicht glauben, es ſei dies eine
Folge der Salzigkeit des Seewaſsers, indem
nach Gaulusſais Verſuchen Waſser mit
Salz vermiſcht nicht ſo ausdünſtet, aber
die Quantitaet iſt im Meerwaſser ſo gering
es hat nur 3 bis 4 p. Ct Salz daß
man daraus nicht die geringe Feuchtigkeit
in der Seeluft erklären kann,
vielmehr iſt es eine Folge der Luftmiſchung
ſelbſt.
Der Hygrometriſche Zuſtand der Luft
des Luftmeers, ob derſelbe der Ocean iſt,
oder die Continente, die ſich als Untiefen
im Boden des Luftmeers erheben. Das
Maximum des Waſsergaſes(Waſserdampfes) (welches ſich in der
Luft befindet, iſt 0,95 bis 0,96.) Nach dem
Sausſurſchen Hygrometer. Man ſollte
glauben die Luft müßte ſich über dem Meere
ganz mit Waſsergas(dampf?) sättigen. Doch iſt dies
nicht der Fall. Doc hat mehre Verſuche
gemacht, und ein das Maximum das Wasſergaſes(
dampfes?) in der Seeluft gefunden. Man
könnte vielleicht glauben, es ſei dies eine
Folge der Salzigkeit des Seewaſsers, indem
nach Gaulusſais Verſuchen Waſser mit
Salz vermiſcht nicht ſo ausdünſtet, aber
die Quantitaet iſt im Meerwaſser ſo gering
es hat nur 3 bis 4 p. Ct Salz daß
man daraus nicht die geringe Feuchtigkeit
in der Seeluft erklären kann,
vielmehr iſt es eine Folge der Luftmiſchung
ſelbſt.
Der Hygrometriſche Zuſtand der Luft
iſt verſchieden nachdem Jahreszeiten, aber auch
nach den Zonen. Merkwürdig iſt es daß in
den ſüdlichen Zonen wo es bisweilen das
ganze Jahr hindurch nicht geregnet hat, doch eine
ſo große Vegetation herrſchen kann, wie in
Marguerite Lumana pp Es erklärt ſich dies
aus der größeren Quantitaet Feuchtigkeit die
in den Tropengegenden in der Luft ſich befindet
. Doc hat gefunden daß der mittlere Zuſtand
der Atmosphäre in der temperirten
Zone in der Art iſt daß 0,78 Theile Waſserdampf
zur Sättigung nöthig ſind, wogegen
in den Tropengegenden 0,88. Da nun die
Pflanzen das Waſser aus der Atmosphäre abſorbiren
können, ſo kann in den Tropen Gegenden
daher eine üppigere Vegetation ſein
wenn es auch lange Zeit dort nicht regnet.
Die Trokenheit auf den Bergen iſt ſehr beträchtlich.
Sauſsur fand mit ſeinem Hygrometer, wenn dieſes
in Genf 76° zeigte auf dem M. Blanc nur 51°
Doc. ſelbſt hat auf den Höhen 46° gefunden.
Man hat verſchiedene Inſtrumente zur Meſsung
des Feuchtigkeit Zuſtands der Luft angegeben.
nach den Zonen. Merkwürdig iſt es daß in
den ſüdlichen Zonen wo es bisweilen das
ganze Jahr hindurch nicht geregnet hat, doch eine
ſo große Vegetation herrſchen kann, wie in
Marguerite Lumana pp Es erklärt ſich dies
aus der größeren Quantitaet Feuchtigkeit die
in den Tropengegenden in der Luft ſich befindet
. Doc hat gefunden daß der mittlere Zuſtand
der Atmosphäre in der temperirten
Zone in der Art iſt daß 0,78 Theile Waſserdampf
zur Sättigung nöthig ſind, wogegen
in den Tropengegenden 0,88. Da nun die
Pflanzen das Waſser aus der Atmosphäre abſorbiren
können, ſo kann in den Tropen Gegenden
daher eine üppigere Vegetation ſein
wenn es auch lange Zeit dort nicht regnet.
Die Trokenheit auf den Bergen iſt ſehr beträchtlich.
Sauſsur fand mit ſeinem Hygrometer, wenn dieſes
in Genf 76° zeigte auf dem M. Blanc nur 51°
Doc. ſelbſt hat auf den Höhen 46° gefunden.
Man hat verſchiedene Inſtrumente zur Meſsung
des Feuchtigkeit Zuſtands der Luft angegeben.
Das erſte Hygroscop war von Sausſur angegeben
, und hat ein Menſchenhaar zur Hygroscopiſchen
Subſtanz. Das zweite iſt das von
Delus angegebene Fiſchbein-Hygrometer.
Das beſte wurde von Daniel angegeben und
beruht auf die Zeitdauer in der ein mit kaltem
Waſser angefülltes Gefäß zu beſchlagen
anfängt. Dalton und Ermann haben viel für
Hygrometrie gethan.
Einfluß der Luftſchichten auf Fortpflanzung
des Schalls.
Die Fortpflanzung des Schalls iſt ſehr verſchieden
nach dem Zuſtand der Luftſchichten
ſie iſt nicht immer dieſelbe in den erſten
Jahreszeiten und Tageszeiten. Schon
Ariſtoteles macht die Bemerkung daß
man bei Nacht beſser hören könne als
bei Tage; man hat im̃er geglaubt es ſei
dies die folge einer größeren Ruhe,
dies iſt aber keinesweges der Fall.
Am Orinokoſtrom wo nicht nur das Schwirren
der Insecten, ſondern auch das Geſchrei
der Affen einen großen
, und hat ein Menſchenhaar zur Hygroscopiſchen
Subſtanz. Das zweite iſt das von
Delus angegebene Fiſchbein-Hygrometer.
Das beſte wurde von Daniel angegeben und
beruht auf die Zeitdauer in der ein mit kaltem
Waſser angefülltes Gefäß zu beſchlagen
anfängt. Dalton und Ermann haben viel für
Hygrometrie gethan.
Einfluß der Luftſchichten auf Fortpflanzung
des Schalls.
Die Fortpflanzung des Schalls iſt ſehr verſchieden
nach dem Zuſtand der Luftſchichten
ſie iſt nicht immer dieſelbe in den erſten
Jahreszeiten und Tageszeiten. Schon
Ariſtoteles macht die Bemerkung daß
man bei Nacht beſser hören könne als
bei Tage; man hat im̃er geglaubt es ſei
dies die folge einer größeren Ruhe,
dies iſt aber keinesweges der Fall.
Am Orinokoſtrom wo nicht nur das Schwirren
der Insecten, ſondern auch das Geſchrei
der Affen einen großen
Lärm während der Nächte verursacht, und es dann weit
geräuſchvoller als bei Tage iſt, hört man doch in
der Nacht weit deutlicher. Weit gewiſser ſcheint
die Ursache in der Gleichmäßigkeit der Luft zu
liegen. Es verhält ſich mit den Schallwellen eben
ſo wie mit den Lichtwellen, ſie werden gebrochen,
ſobald ſie in ein anderes Mittel treten, alſo
ſobald ſie aus dichtern in minder Lichte (oder umgekehrt)
Luftſchichten kommen.
Doc. iſt ein Gegner des Emanations Syſtems
Wenn nun eine Gegend mit
Sand bedeckt iſt, und eine daran grenzende mit Raſen,
Wald oder and: mehr, ſo ſind die aufſteigenden
Dämpfe ſehr verſchieden von einander. Poisſon
hat gezeigt daß dort wie beim Licht ein Theil gebrochen
wird, und nur ein Theil ſich fortpflanzt.
Doc. hat darüber eine Abhandlung geſchrieben.
Man kann ſich leicht davon überzeugen, wenn
man Schläge an ein Glas macht in dem Kohlenſäure
ſich entwickelt. Parry hat am Nordpol
die Bemerkung gemacht, daß man während der
langen Nacht außerordentlich gut hört, und der Unterſchied
zwiſchen Tag und Nacht bei weitem großer
iſt, als wo die Abwechselung wie bei uns häufiger
iſt.
geräuſchvoller als bei Tage iſt, hört man doch in
der Nacht weit deutlicher. Weit gewiſser ſcheint
die Ursache in der Gleichmäßigkeit der Luft zu
liegen. Es verhält ſich mit den Schallwellen eben
ſo wie mit den Lichtwellen, ſie werden gebrochen,
ſobald ſie in ein anderes Mittel treten, alſo
ſobald ſie aus dichtern in minder Lichte (oder umgekehrt)
Luftſchichten kommen.
Doc. iſt ein Gegner des Emanations Syſtems
Wenn nun eine Gegend mit
Sand bedeckt iſt, und eine daran grenzende mit Raſen,
Wald oder and: mehr, ſo ſind die aufſteigenden
Dämpfe ſehr verſchieden von einander. Poisſon
hat gezeigt daß dort wie beim Licht ein Theil gebrochen
wird, und nur ein Theil ſich fortpflanzt.
Doc. hat darüber eine Abhandlung geſchrieben.
Man kann ſich leicht davon überzeugen, wenn
man Schläge an ein Glas macht in dem Kohlenſäure
ſich entwickelt. Parry hat am Nordpol
die Bemerkung gemacht, daß man während der
langen Nacht außerordentlich gut hört, und der Unterſchied
zwiſchen Tag und Nacht bei weitem großer
iſt, als wo die Abwechselung wie bei uns häufiger
iſt.
Er wollte dort eine Basis meſsen, und fand daß
man auf eine Entfernung von 6700 pariser
Fuß vollkommen deutlich hören konnte,
wenn man nicht lauter ſprach, als es gewöhnlich
auf dem Schiffe der Fall iſt. Es läßt
ſich dieſe Erſcheinung aus dem oben angeführten
Grunde sehr gut erklären. Der
Schall nim̃t ab, wenn die Dichtigkeit der
Luft (oder?) und die Wärme, wodurch ſie hauptsächlich
entſteht zunim̃t.
?
Je länger die Sonne abweſend
iſt, deſto gleichmäßiger iſt die Luft
vertheilt, deſto dünner(?) ſind die Luftſchichten
, da ſie dann weniger Waſserdämpfe
enthalten.
Ein Versuch über die Geſchwindigkeit des
Schalls iſt nicht genau geweſen, da man
nicht auf die Translation der Luft geachtet
hatte. Vor 4 oder 5 Jahren ſind mehre Experimente
in Paris gemacht worden. Doc.
und Arago fanden bei einer Entfernung
von 9000 Toiſen, daß die Geſchwindigkeit
des Schalls bei einer Temperatur von 8°,
R. 1038′ in der Secunde betrug.
man auf eine Entfernung von 6700 pariser
Fuß vollkommen deutlich hören konnte,
wenn man nicht lauter ſprach, als es gewöhnlich
auf dem Schiffe der Fall iſt. Es läßt
ſich dieſe Erſcheinung aus dem oben angeführten
Grunde sehr gut erklären. Der
Schall nim̃t ab, wenn die Dichtigkeit der
Luft (oder?) und die Wärme, wodurch ſie hauptsächlich
entſteht zunim̃t.
?
Je länger die Sonne abweſend
iſt, deſto gleichmäßiger iſt die Luft
vertheilt, deſto dünner(?) ſind die Luftſchichten
, da ſie dann weniger Waſserdämpfe
enthalten.
Ein Versuch über die Geſchwindigkeit des
Schalls iſt nicht genau geweſen, da man
nicht auf die Translation der Luft geachtet
hatte. Vor 4 oder 5 Jahren ſind mehre Experimente
in Paris gemacht worden. Doc.
und Arago fanden bei einer Entfernung
von 9000 Toiſen, daß die Geſchwindigkeit
des Schalls bei einer Temperatur von 8°,
R. 1038′ in der Secunde betrug.
45. Vorlesung, 29. März 1828
Allgemeine Bemerkungen und Zusätze zu dem
Frühern.
Die Meteorologie hat ihre numeriſchen Elemente
wie die physiſche Aſtronomie. Die Fortſchritte
die man in neueren Zeiten gemacht hat, hängen
hauptsächlich davon ob, daß man die Analogie
der Wiſsenſchaften, die numeriſchen Verhältniße
zu beſtimmen geſucht hat. Für Hygrometrie
und Druck der Luft iſt bereits viel geſchehen,
für die electriſche Spannung noch nicht, es iſt hier
eine bei weitem ſchwierigere Aufgabe.
Wir erwähren hier nicht die chemiſche Beſchaffenheit
der Luft ſelbſt, da ſie ſo gemiſcht iſt, daß
in den höhern Gegenden eben ſo viel Sauerſtoff
vorhanden iſt, als in den niedrigern.
Laplace hat zuerſt darauf aufmerksam gemacht,
daß man mit numeriſchen Inſtrumenten die
Höhe der Orte beſtim̃en kann, durch den Druck
der Luft und der Temperatur. Derselbe hat vorgeſchlagen
überall Inſtitute zu errichten,
um fortwährend ſich mit dem Luftdruck der
Temperatur und dem hygrometriſchen Zuſtand zu
beſchäftigen.
Allgemeine Bemerkungen und Zusätze zu dem
Frühern.
Die Meteorologie hat ihre numeriſchen Elemente
wie die physiſche Aſtronomie. Die Fortſchritte
die man in neueren Zeiten gemacht hat, hängen
hauptsächlich davon ob, daß man die Analogie
der Wiſsenſchaften, die numeriſchen Verhältniße
zu beſtimmen geſucht hat. Für Hygrometrie
und Druck der Luft iſt bereits viel geſchehen,
für die electriſche Spannung noch nicht, es iſt hier
eine bei weitem ſchwierigere Aufgabe.
Wir erwähren hier nicht die chemiſche Beſchaffenheit
der Luft ſelbſt, da ſie ſo gemiſcht iſt, daß
in den höhern Gegenden eben ſo viel Sauerſtoff
vorhanden iſt, als in den niedrigern.
Laplace hat zuerſt darauf aufmerksam gemacht,
daß man mit numeriſchen Inſtrumenten die
Höhe der Orte beſtim̃en kann, durch den Druck
der Luft und der Temperatur. Derselbe hat vorgeſchlagen
überall Inſtitute zu errichten,
um fortwährend ſich mit dem Luftdruck der
Temperatur und dem hygrometriſchen Zuſtand zu
beſchäftigen.
Beim Druck der Luft hat man neuerdings
Beobachtungen gemacht, um den Unterſchied
zu beſtimmen zwiſchen dem mittlern Druck
unter dem Aequator und in der temperirten
Zone. Es iſt dieſe Beſtim̃ung merkwürdig
für alle Meſsungen. Anfangs gab man den
Druck in der Ebene zu 28″ an ſpäter
28″4,‴ 5. – Unter den Tropen iſt der Druck
geringer, weil der aufſteigende Luftſtrom
weit ſtärker iſt, wenn er auf einmal heraus
ſtrömen könnte, würde der Druck=Asien.
Verſuche die Bonſsingau in Caracas angeſtellt
hat, verglichen mit andern, gaben für die
Temperatur 0° R. den Barometerſtand für
die temperirte Zone 337‴ 25 = 28″ 1,‴ 2
für die Tropen: 336, 94 = 28″ 0,‴ 9 alſo
die Differenz etwa 0,‴ 3.
Die Frequenz der Winde macht auch einen
Unterſchied auf den Luftdruck doch iſt
dies nur als eine Ausnahme anzuſehen.
Nach 21 jährigen Beobachtungen die in Paris
angeſtellt worden ſind, hat man gefunden,
daß das Barometer um, 3,‴5 bei den
Beobachtungen gemacht, um den Unterſchied
zu beſtimmen zwiſchen dem mittlern Druck
unter dem Aequator und in der temperirten
Zone. Es iſt dieſe Beſtim̃ung merkwürdig
für alle Meſsungen. Anfangs gab man den
Druck in der Ebene zu 28″ an ſpäter
28″4,‴ 5. – Unter den Tropen iſt der Druck
geringer, weil der aufſteigende Luftſtrom
weit ſtärker iſt, wenn er auf einmal heraus
ſtrömen könnte, würde der Druck=Asien.
Verſuche die Bonſsingau in Caracas angeſtellt
hat, verglichen mit andern, gaben für die
Temperatur 0° R. den Barometerſtand für
die temperirte Zone 337‴ 25 = 28″ 1,‴ 2
für die Tropen: 336, 94 = 28″ 0,‴ 9 alſo
die Differenz etwa 0,‴ 3.
Die Frequenz der Winde macht auch einen
Unterſchied auf den Luftdruck doch iſt
dies nur als eine Ausnahme anzuſehen.
Nach 21 jährigen Beobachtungen die in Paris
angeſtellt worden ſind, hat man gefunden,
daß das Barometer um, 3,‴5 bei den
Südwinden niedriger ſtand als bei den Nordſtürmen
, eben ſo in der Havannah. Als Ausnahme
iſt noch anzuführen daß(?) die Stürme eine feuchte
Luft hervorbringen. Buch hat ſchon darauf
aufmerksam gemacht, daß an der Nordweſtküſte
von Skandinavien der Luftdruck bei
weitem geringer iſt, als bei uns dagegen
auf den canariſchen Inſeln durch ein ſonderbares
Herabſteigen der Luftſchichten der Druck weit
ſtärker iſt.
Durch die Paſſatwinde und weil der physiſche Aequator
mit dem Erdäquator (nicht) zuſam̃enfällt, wird
die Temperatur gleicher Zonen in den verſchiedenen
Hemisphären etwas verſchieden.
Die mittlere Temperatur der nördlichen Hemisphäre
verhält ſich zu der mittlern Temperatur
der ſüdlichen Hemisphäre wie 9 : 10 nach Prevoſt
John Beel in den philosophical transactions hat
zuerſt auf die tägl. Aenderungen des Barometer
ſtandes aufmerksam gemacht. Wenn auf der einen
Seite der Barometer Druck in den nördlichen
Zonen größer iſt als in den ſüdlichern ſo ſind
dieſe Oscillationen in ihrer Quantitaet geringer
nach dem Pol zu.
, eben ſo in der Havannah. Als Ausnahme
iſt noch anzuführen daß(?) die Stürme eine feuchte
Luft hervorbringen. Buch hat ſchon darauf
aufmerksam gemacht, daß an der Nordweſtküſte
von Skandinavien der Luftdruck bei
weitem geringer iſt, als bei uns dagegen
auf den canariſchen Inſeln durch ein ſonderbares
Herabſteigen der Luftſchichten der Druck weit
ſtärker iſt.
Durch die Paſſatwinde und weil der physiſche Aequator
mit dem Erdäquator (nicht) zuſam̃enfällt, wird
die Temperatur gleicher Zonen in den verſchiedenen
Hemisphären etwas verſchieden.
Die mittlere Temperatur der nördlichen Hemisphäre
verhält ſich zu der mittlern Temperatur
der ſüdlichen Hemisphäre wie 9 : 10 nach Prevoſt
John Beel in den philosophical transactions hat
zuerſt auf die tägl. Aenderungen des Barometer
ſtandes aufmerksam gemacht. Wenn auf der einen
Seite der Barometer Druck in den nördlichen
Zonen größer iſt als in den ſüdlichern ſo ſind
dieſe Oscillationen in ihrer Quantitaet geringer
nach dem Pol zu.
Unter dem Aequator iſt die Quantitaet der Barometer
Veränderungen in den täglichen
Oscillationen 1,‴5. in Montpellier 0‴5., in
Paris 0,‴3, in Königsberg 0‴,1 wo Besſel
die Beobachtungen von Sommer berechnet hat.
Ebenfalls iſt in Santa Fe de Bogota und durch
Houward in Paris berechnet worden, daß der
Mond auf die Luft keinen Einfluß hat. Aus
5900 Beobachtungen folgt nur eine Verſchiedenheit
von 0,‴1.
Man hat lange geglaubt, daß die Barometer auf
den Bergen ſtiegen, während ſie in der Ebene
ſinken. Es wäre dies auch leicht nach der Theorie
der Luftſtrömungen zu glauben. Es iſt dies
aber keinesweges der Fall. Das Barometer ſteigt
und ſinkt zu gleicher Zeit auf der Höhe und in der
Ebene; zugleich am Meereſstrande in Quito
und in der Hochebene von Antisana. Aber
auf kleinen Bergen findet es ſtatt.
Piktetz hat auf dem St. Bernhardt durch Mittelzahlen
gefolgert daß das Barometer
dort ſteigt, wenn es in der Ebene ſinkt.
Eine große Barometer-Veränderung iſt
fast gleichzeitig in großen Erſtreckungen.
Veränderungen in den täglichen
Oscillationen 1,‴5. in Montpellier 0‴5., in
Paris 0,‴3, in Königsberg 0‴,1 wo Besſel
die Beobachtungen von Sommer berechnet hat.
Ebenfalls iſt in Santa Fe de Bogota und durch
Houward in Paris berechnet worden, daß der
Mond auf die Luft keinen Einfluß hat. Aus
5900 Beobachtungen folgt nur eine Verſchiedenheit
von 0,‴1.
Man hat lange geglaubt, daß die Barometer auf
den Bergen ſtiegen, während ſie in der Ebene
ſinken. Es wäre dies auch leicht nach der Theorie
der Luftſtrömungen zu glauben. Es iſt dies
aber keinesweges der Fall. Das Barometer ſteigt
und ſinkt zu gleicher Zeit auf der Höhe und in der
Ebene; zugleich am Meereſstrande in Quito
und in der Hochebene von Antisana. Aber
auf kleinen Bergen findet es ſtatt.
Piktetz hat auf dem St. Bernhardt durch Mittelzahlen
gefolgert daß das Barometer
dort ſteigt, wenn es in der Ebene ſinkt.
Eine große Barometer-Veränderung iſt
fast gleichzeitig in großen Erſtreckungen.
Der Profeſsor Brandes hat die Schnelligkeit der
Fortpflanzung beobachtet.
Bei den Stürmen iſt das Sonderbare daß ſie gewöhnlich
dort entſtehen, wo ſie hinwehen.
Die Nordwinde werden zuerſt in Georgien, und
in Virginien, darauf in Maryland, Pensylvanien
und endlich zuletzt in Neuengland geſpürt.
Ähnlich iſt von Buch beobachtet worden, wenn
die Nordoſt Winde ſich verändern in S.W. ſie
werden zuerſt an der Küſte zu Portugal und
den nördlichen Gegenden und dann erſt in ſüdlichern
gefühlt. –
in
Auf der Inſel Gran Canaria iſt
das Maximum der Wärme nicht im Auguſt ſondern
im October, eine Erſcheinung die ebenfalls mit
dem Entſehen der Winde zuſam̃en hängt.
?
Alle Seefahrer haben ſchon bemerkt, daß auf dem
Pik von Teneriffa ſchon Weſtwinde herrſchen.
Bei dem Ausbruch des St Vincent iſt die Aſche nach
Barbadoz geflogen; wenn die Paſsatwinde gegangen
wären, ſo hätte dies nicht ſein könne.
Auf dieſelbe Weise wie der Oſtwind entſteht,
muß ein Weſtwind entſtehn, wenn in den obern
Schichten die Luft vom Aequator nach dem Pol hinſtrömt.
Fortpflanzung beobachtet.
Bei den Stürmen iſt das Sonderbare daß ſie gewöhnlich
dort entſtehen, wo ſie hinwehen.
Die Nordwinde werden zuerſt in Georgien, und
in Virginien, darauf in Maryland, Pensylvanien
und endlich zuletzt in Neuengland geſpürt.
Ähnlich iſt von Buch beobachtet worden, wenn
die Nordoſt Winde ſich verändern in S.W. ſie
werden zuerſt an der Küſte zu Portugal und
den nördlichen Gegenden und dann erſt in ſüdlichern
gefühlt. –
in
Auf der Inſel Gran Canaria iſt
das Maximum der Wärme nicht im Auguſt ſondern
im October, eine Erſcheinung die ebenfalls mit
dem Entſehen der Winde zuſam̃en hängt.
?
Alle Seefahrer haben ſchon bemerkt, daß auf dem
Pik von Teneriffa ſchon Weſtwinde herrſchen.
Bei dem Ausbruch des St Vincent iſt die Aſche nach
Barbadoz geflogen; wenn die Paſsatwinde gegangen
wären, ſo hätte dies nicht ſein könne.
Auf dieſelbe Weise wie der Oſtwind entſteht,
muß ein Weſtwind entſtehn, wenn in den obern
Schichten die Luft vom Aequator nach dem Pol hinſtrömt.
Für Weſtküſten ſind alle Oſtwinde erkaltend.
Da ſie über das Land gehen, die Weſtwinde
dagegen erwärmend; für Oſtküſten iſt es
umgekehrt. Die Oſtwinde ſind in der gemäsſigten
Zone weit geringer an Zahl gegen
die Weſtwinde. Nach 21. jährigen Beobachtungen
die in Paris angeſtellt wurden, iſt
das Verhältniß der Oſtwinde gegen die Weſtwinde
wie 23 : 70 oder wie 1 zu 3. Wenn
dieſes Verhältniß ſich änderte und z. B. wie
1 : 7 würde, ſo würde die Temperatur
in Europa um einige Grade höher
werden, und ſo auch umgekehrt, niedriger wenn
die Zahl der Oſtwinde zu nähme; es wurde
dies einen großen Einfluß auf die Cultur
den Zuſtand des Ackerbaues u.ſ.w. hervor
bringen können. – Doch iſt nicht wahrſcheinlich
daß durch die Cultur eine große Aenderung in
den Winden hervorgebracht werden kann, es
können dadurch nur kleine Lokalitaets Veränderungen
entſtehn. Man ſieht dies bei
Amerika, obgleich viele Wälder dort
ausgerottet
ſind, und eine weit größere Gegend als
früher angebaut iſt, hat ſich doch das Klima
Da ſie über das Land gehen, die Weſtwinde
dagegen erwärmend; für Oſtküſten iſt es
umgekehrt. Die Oſtwinde ſind in der gemäsſigten
Zone weit geringer an Zahl gegen
die Weſtwinde. Nach 21. jährigen Beobachtungen
die in Paris angeſtellt wurden, iſt
das Verhältniß der Oſtwinde gegen die Weſtwinde
wie 23 : 70 oder wie 1 zu 3. Wenn
dieſes Verhältniß ſich änderte und z. B. wie
1 : 7 würde, ſo würde die Temperatur
in Europa um einige Grade höher
werden, und ſo auch umgekehrt, niedriger wenn
die Zahl der Oſtwinde zu nähme; es wurde
dies einen großen Einfluß auf die Cultur
den Zuſtand des Ackerbaues u.ſ.w. hervor
bringen können. – Doch iſt nicht wahrſcheinlich
daß durch die Cultur eine große Aenderung in
den Winden hervorgebracht werden kann, es
können dadurch nur kleine Lokalitaets Veränderungen
entſtehn. Man ſieht dies bei
Amerika, obgleich viele Wälder dort
ausgerottet
ſind, und eine weit größere Gegend als
früher angebaut iſt, hat ſich doch das Klima
nicht geändert. Das Clima eines Landes hängt
von weit größeren Phänomenen ab.
Sehr auffallend ſind die ſonderbaren Perioden
von großen ſtarken Luftbewegungen, die Aequinoctial-Stürme
. Man ſieht nicht ein, wie eine
Abweichung der Sonne ſolche Luftveränderungen
hervor bringen könne. Man hat bisher noch keine
Ursache dieſer Stürme einſehen können. Man hat
geglaubt, und die magnetiſchen Erſcheinungen durch
Örſtädts Verſuche haben darauf geführt, daß eine
Gegend im Weltraum wo die Erde ſich um dieſe
Zeit befinde ſein könne, in der 2 sehr magnetiſche
Pole ſich befinden. Viel wahrſcheinlicher erſcheint
es, daß ſie ein Effect des Gleichgewichts
ſind, doch iſt es freilich auffallend, daß die
Unterbrechung des Gleichgewicht in ſo wenigen
Tagen wieder hergeſtellt werden kann.
Eine merkwürdige Erſcheinung iſt, daß die leichtere
Fortpflanzung der Schallwellen mit der leichtern Fortpflanzung
der Lichtwellen zuſam̃en hängt. Weñ in den Tropengegenden die
Intenſität des Lichts und die des Schalls zunim̃t, ſo glaubt man
daß die Regenzeit herannaht. Wie dies zuſam̃enhängt kann
man nicht erklären, vielleicht mit der aufſteigenden Luft
wodurch auch der Regen zugleich entſteht.
von weit größeren Phänomenen ab.
Sehr auffallend ſind die ſonderbaren Perioden
von großen ſtarken Luftbewegungen, die Aequinoctial-Stürme
. Man ſieht nicht ein, wie eine
Abweichung der Sonne ſolche Luftveränderungen
hervor bringen könne. Man hat bisher noch keine
Ursache dieſer Stürme einſehen können. Man hat
geglaubt, und die magnetiſchen Erſcheinungen durch
Örſtädts Verſuche haben darauf geführt, daß eine
Gegend im Weltraum wo die Erde ſich um dieſe
Zeit befinde ſein könne, in der 2 sehr magnetiſche
Pole ſich befinden. Viel wahrſcheinlicher erſcheint
es, daß ſie ein Effect des Gleichgewichts
ſind, doch iſt es freilich auffallend, daß die
Unterbrechung des Gleichgewicht in ſo wenigen
Tagen wieder hergeſtellt werden kann.
Eine merkwürdige Erſcheinung iſt, daß die leichtere
Fortpflanzung der Schallwellen mit der leichtern Fortpflanzung
der Lichtwellen zuſam̃en hängt. Weñ in den Tropengegenden die
Intenſität des Lichts und die des Schalls zunim̃t, ſo glaubt man
daß die Regenzeit herannaht. Wie dies zuſam̃enhängt kann
man nicht erklären, vielleicht mit der aufſteigenden Luft
wodurch auch der Regen zugleich entſteht.
Feuchtigkeits-Producte. – Meteorologie.
Wolken.
Wenn das Waſsergas(dampf?) in die höhern Regionen der
Luft ſteigt, gerinnt es zu kleinen Bläſchen
zuſammen deren Agregation die Wolken bilden
. – Sie müſsen als hohl betrachtet werden
und nach Gay Lusſacs Meinung mit feuchter
Luft gefüllt.
Das Steigen der Wolken geſchieht nicht blos
dadurch daß die feuchte Luft in einer jeden
ſolchen Montgolfiern verdünnt wird, ſondern
auch daß die atmosphäriſche Luft die darinn
enthalten ſpecifiſch leichter iſt. Durch
optiſche Verſuche hat man die farbige Polarisation
und Refraction der Dünnigkeit
der Hülle der Bläſchen beobachtet, um von
der Natur derſelben und ihrer Dicke einen
Begriff zu bekommen.
Fraisnel hat die Beobachtung gemacht, daß die
Wolken in der Nacht ſinken und bei Tage ſteigen,
eben deshalb weil ſie ſich danach richten wie
die zwiſchen den Bläſchen ſich befindende atmosphäriſche
Luft erkaltet oder erwärmt wird.
Doc hat bei der Andeskette gefunden, daß
die Abnahme der Wärme an Schnelligkeit verliert
, ſobald man ſich in der Wolkenregion
Wolken.
Wenn das Waſsergas(dampf?) in die höhern Regionen der
Luft ſteigt, gerinnt es zu kleinen Bläſchen
zuſammen deren Agregation die Wolken bilden
. – Sie müſsen als hohl betrachtet werden
und nach Gay Lusſacs Meinung mit feuchter
Luft gefüllt.
Das Steigen der Wolken geſchieht nicht blos
dadurch daß die feuchte Luft in einer jeden
ſolchen Montgolfiern verdünnt wird, ſondern
auch daß die atmosphäriſche Luft die darinn
enthalten ſpecifiſch leichter iſt. Durch
optiſche Verſuche hat man die farbige Polarisation
und Refraction der Dünnigkeit
der Hülle der Bläſchen beobachtet, um von
der Natur derſelben und ihrer Dicke einen
Begriff zu bekommen.
Fraisnel hat die Beobachtung gemacht, daß die
Wolken in der Nacht ſinken und bei Tage ſteigen,
eben deshalb weil ſie ſich danach richten wie
die zwiſchen den Bläſchen ſich befindende atmosphäriſche
Luft erkaltet oder erwärmt wird.
Doc hat bei der Andeskette gefunden, daß
die Abnahme der Wärme an Schnelligkeit verliert
, ſobald man ſich in der Wolkenregion
befindet, 2000 Toiſen Höhe. ſie ſehr
ſchnell iſt vom Meere bis zu dieſer Region.
?
Es iſt hiervon wohl die Ursache weil die Wolken
auf der Lichtseite erwärmt werden und das
Durchdringen verhindern.
Wenn man einen Berg betrachtet, als in der
Luft eingesenkt mit ſeinem Gipfel, ſo wird er
als feſter Körper anders ausſtralen, als die ihn
umgebende Luft, der Gipfel muß ſich mehr erkälten
, daher bildet ſich dort eine kleine Wolke.
Eine Mollecular Anziehung üben jedoch die Berge
nicht gegen die Waſserbläſchen aus, ſondern durch
Aufſteigen und Fallen derſelben entſteht die
Umhüllung der Berge.
Die Wolken ziehen dagegen über die Ebenen
hin, weil die aufſteigenden Luftſtröme ſie an
ein Verweilen hindern. Überhaupt ſind die
aufſteigenden Luftſtröme eine der wichtigſten
Ursachen in der Meteorologie.
Die Geſtalt der Wolken iſts ſehr verſchieden,
und richtet ſich ſehr nach der Geſtalt und Art des
Erbodens S. Buch’s Abhandlung über den Hagel
Mann hat den Wolken Namen beigelegt um
ſie unterſcheiden zu können. Houart die
höchſten ſind diejenigen welche man in Deutſchland
gewöhnlich Schäfchen nennt. Doc. hat ſie
ſchnell iſt vom Meere bis zu dieſer Region.
?
Es iſt hiervon wohl die Ursache weil die Wolken
auf der Lichtseite erwärmt werden und das
Durchdringen verhindern.
Wenn man einen Berg betrachtet, als in der
Luft eingesenkt mit ſeinem Gipfel, ſo wird er
als feſter Körper anders ausſtralen, als die ihn
umgebende Luft, der Gipfel muß ſich mehr erkälten
, daher bildet ſich dort eine kleine Wolke.
Eine Mollecular Anziehung üben jedoch die Berge
nicht gegen die Waſserbläſchen aus, ſondern durch
Aufſteigen und Fallen derſelben entſteht die
Umhüllung der Berge.
Die Wolken ziehen dagegen über die Ebenen
hin, weil die aufſteigenden Luftſtröme ſie an
ein Verweilen hindern. Überhaupt ſind die
aufſteigenden Luftſtröme eine der wichtigſten
Ursachen in der Meteorologie.
Die Geſtalt der Wolken iſts ſehr verſchieden,
und richtet ſich ſehr nach der Geſtalt und Art des
Erbodens S. Buch’s Abhandlung über den Hagel
Mann hat den Wolken Namen beigelegt um
ſie unterſcheiden zu können. Houart die
höchſten ſind diejenigen welche man in Deutſchland
gewöhnlich Schäfchen nennt. Doc. hat ſie
auf den höchſten Höhen immer noch ſehr hoch über
ſich gefunden, man glaubt daß ſie unter den
Tropen 27000′ hoch gehen. Es ſind dies dieſelben
die man in Island leuchten geſehen hat,
und denen man eine Verbindung mit den
Nordlichtern zuſchreibt.
Die Wolken die die nächſte Schicht über uns
bilden ſind Hinsichts ihrer Höhe auf zweierlei
Art gemeſsen worden: einmal
von der Höhe der Gebirge, wie Dalton
gethan hat; es iſt dies wegen der Luft-
Strömungen courant ascendant an den
Berg Abhängen nicht ſehr zuverläſsig,
und 2, durch aeroſtatiſche Reiſen.
Man hat nach dieſen Beobachtungen die
Wolkenſchicht im Sommer in einer Höhe von
2800 bis 3000′ gefunden. Doc fand ſie in
den Tropen bis 4000′ Höhe. – In der Andeskette
, wenn man zu dem Punkt kommt,
wo die China-Rinde aufhört bis zur Ebene
von Antisana, und zum Chimboraſso, findet
man mehre Wolkenſchichten über einander
. Bouguer hat der Probabilitäts Rechnung
unterworfen, von wie viel Luftſchichten
, die ſich vorſetzen, es abhänge, um ein
Signal zu ſehen daß in der Tiefe bemerkt
iſt.
ſich gefunden, man glaubt daß ſie unter den
Tropen 27000′ hoch gehen. Es ſind dies dieſelben
die man in Island leuchten geſehen hat,
und denen man eine Verbindung mit den
Nordlichtern zuſchreibt.
Die Wolken die die nächſte Schicht über uns
bilden ſind Hinsichts ihrer Höhe auf zweierlei
Art gemeſsen worden: einmal
von der Höhe der Gebirge, wie Dalton
gethan hat; es iſt dies wegen der Luft-
Strömungen courant ascendant an den
Berg Abhängen nicht ſehr zuverläſsig,
und 2, durch aeroſtatiſche Reiſen.
Man hat nach dieſen Beobachtungen die
Wolkenſchicht im Sommer in einer Höhe von
2800 bis 3000′ gefunden. Doc fand ſie in
den Tropen bis 4000′ Höhe. – In der Andeskette
, wenn man zu dem Punkt kommt,
wo die China-Rinde aufhört bis zur Ebene
von Antisana, und zum Chimboraſso, findet
man mehre Wolkenſchichten über einander
. Bouguer hat der Probabilitäts Rechnung
unterworfen, von wie viel Luftſchichten
, die ſich vorſetzen, es abhänge, um ein
Signal zu ſehen daß in der Tiefe bemerkt
iſt.
Die Wolken liegen auf dem Meere überall
da, wo ſelbſt nur ganz flache Inſeln ſich befinden,
wahrſcheinlich herrührend aus der electriſchen Spannung
der Luft. Für die Seefahrer iſt dies von
großer Wichtigkeit, indem ſie ſo in Stand geſetzt
ſind, durch die Wolken die Lage der Inſeln zu
erkennen, eben ſo als wenn ſich ein Berg von
5000′ Höhe dort befände.
Daſselbe findet ſelbſt bei Sandbänken ſtatt.
Da wie wir oben geſehen, das Waſser bei Untiefen
kälter iſt, ſo bilden ſich Wolken über dieſelben
Die Wolken wirken zwiefach auf die Atmosphäre:
1, erkältend, da ſie die Intenſität des Lichts
vermindern Es iſt eine merkwürdig Erſcheinung
in Peru, wo die Temperatur ſo kalt iſt
daß das Thermometer bis auf 12° R. herabsinkt,
während in den übrigen Gegenden gleicher Breite,
es nie bis unter 17° R. ſteht.
2, Wirken die Wolken weit mehr nach Wärme
erregend indem ſie das Ausſtralen des Erdkörpers
verhindern. Es wird nun dies Ausſtralen
verhindert, wenn ein anderer Körper ſich
da befindet, die dann gegenseitig ausſtralen,
bis ſie hinsichts der Wärme ſich im Gleichgewicht
geſetzt haben; das Thermometer ſteigt dann, bei dem
Körper, der vorher weniger Wärme hatte.
da, wo ſelbſt nur ganz flache Inſeln ſich befinden,
wahrſcheinlich herrührend aus der electriſchen Spannung
der Luft. Für die Seefahrer iſt dies von
großer Wichtigkeit, indem ſie ſo in Stand geſetzt
ſind, durch die Wolken die Lage der Inſeln zu
erkennen, eben ſo als wenn ſich ein Berg von
5000′ Höhe dort befände.
Daſselbe findet ſelbſt bei Sandbänken ſtatt.
Da wie wir oben geſehen, das Waſser bei Untiefen
kälter iſt, ſo bilden ſich Wolken über dieſelben
Die Wolken wirken zwiefach auf die Atmosphäre:
1, erkältend, da ſie die Intenſität des Lichts
vermindern Es iſt eine merkwürdig Erſcheinung
in Peru, wo die Temperatur ſo kalt iſt
daß das Thermometer bis auf 12° R. herabsinkt,
während in den übrigen Gegenden gleicher Breite,
es nie bis unter 17° R. ſteht.
2, Wirken die Wolken weit mehr nach Wärme
erregend indem ſie das Ausſtralen des Erdkörpers
verhindern. Es wird nun dies Ausſtralen
verhindert, wenn ein anderer Körper ſich
da befindet, die dann gegenseitig ausſtralen,
bis ſie hinsichts der Wärme ſich im Gleichgewicht
geſetzt haben; das Thermometer ſteigt dann, bei dem
Körper, der vorher weniger Wärme hatte.
Wels über die Theorie des Thaus und der Erkältung
giebt 2 Bedingungen an, die eintreten müſsen,
um eine Erkältung hervorzubringen. 1, ein wolkenleerer
dunſtfreier Himmel und 2 völliger Mangel
von Bewegung der Luft. Es iſt dies zwar
anders als bei der Kälte die durch Verdunſtung
entſteht; hier iſt eine nothwendige Bedingung, daß
durch den Wind die ſich bildenden Dunſtſchichten
weggejagt werden, damit immer wieder neue Verdunſtungen
entſtehen können, Wels hat gefunden,
daß Körper die eine größe Dünnigkeit haben wie
Gras, Blätter, Wolle, Papierſtreifen u.ſ.w. gegen
einen wolkenlosen Himmel bis auf 6 und 7°
erkältet werden können durchbloße Ausſtralung;
Metalflächen nur auf 2°. Hierauf beruht die
kalte erregende Eigenſchaft der Wälder: nicht
dadurch daß durch ſie ein Theil der Umgegend
in Schatten geſetzt wird, ſondern weil bei
unſere Dicotyledonen, die Blätterorgane, das
Apendicular Sÿſtem, ſich mehr erkälten als
dünne Körper.
Die Winde hindern die Erkältung
weil ſie wärmere Luftwinde(ſchichten?) herbei
führen, daher iſt Windſtille eine Bedingung
bei dieſer Erkältung durch Ausſtralung.
Das Eismachen in Indien beruht hierauf
giebt 2 Bedingungen an, die eintreten müſsen,
um eine Erkältung hervorzubringen. 1, ein wolkenleerer
dunſtfreier Himmel und 2 völliger Mangel
von Bewegung der Luft. Es iſt dies zwar
anders als bei der Kälte die durch Verdunſtung
entſteht; hier iſt eine nothwendige Bedingung, daß
durch den Wind die ſich bildenden Dunſtſchichten
weggejagt werden, damit immer wieder neue Verdunſtungen
entſtehen können, Wels hat gefunden,
daß Körper die eine größe Dünnigkeit haben wie
Gras, Blätter, Wolle, Papierſtreifen u.ſ.w. gegen
einen wolkenlosen Himmel bis auf 6 und 7°
erkältet werden können durchbloße Ausſtralung;
Metalflächen nur auf 2°. Hierauf beruht die
kalte erregende Eigenſchaft der Wälder: nicht
dadurch daß durch ſie ein Theil der Umgegend
in Schatten geſetzt wird, ſondern weil bei
unſere Dicotyledonen, die Blätterorgane, das
Apendicular Sÿſtem, ſich mehr erkälten als
dünne Körper.
Die Winde hindern die Erkältung
weil ſie wärmere Luftwinde(ſchichten?) herbei
führen, daher iſt Windſtille eine Bedingung
bei dieſer Erkältung durch Ausſtralung.
Das Eismachen in Indien beruht hierauf
Je ruhiger die Atmosphäre iſt, um ſo ſchneller iſt
dieſe Erkältung, immer iſt dann auch mehr Thau gefallen
. Es hängt hiermit auch die Theorie der
Andeskette zuſammen, daß der rothe Mondſchein
im Anfang des Monats Mai ſehr ſchädlich
iſt, ebenso daß es friere wenn der Himmel
ſternklar iſt.
46. Vorlesung, 31. März 1828
Die Meteorologie hat ihren geographiſchen Theil
der ſich dadurch von dem physiſchen unterſcheidet,
daß nicht ſowohl hier die einzelnen Phänome
erklärt werden, als vielmehr die geographiſche
Vertheilung derſelben auſeinander geſetzt wird.
Bis jetzt iſt noch kein Zweig dieſes Theils, der
Luftförmigen Hüllen geographiſch bearbeitet
als die Wärme: das Meteorologiſche: die Höhe
der Wolken in den verſchiedenen Zonen pp hat
erſt ſeit kurzer Zeit begonnen.
Thau.
Der Thau entſteht durch die Ausſtralung
der Wärme beſonders aus leichtern Gegenſtänden
, und durch das dadurch herbeigeführte
Niederſchlagen des Waſsergaſes. Auf dem
Meere thaut es nur ſehr wenig, weil hier
der Unterſchied der hohen und niedrigen Regionen
weit geringer iſt.
dieſe Erkältung, immer iſt dann auch mehr Thau gefallen
. Es hängt hiermit auch die Theorie der
Andeskette zuſammen, daß der rothe Mondſchein
im Anfang des Monats Mai ſehr ſchädlich
iſt, ebenso daß es friere wenn der Himmel
ſternklar iſt.
46. Vorlesung, 31. März 1828
Die Meteorologie hat ihren geographiſchen Theil
der ſich dadurch von dem physiſchen unterſcheidet,
daß nicht ſowohl hier die einzelnen Phänome
erklärt werden, als vielmehr die geographiſche
Vertheilung derſelben auſeinander geſetzt wird.
Bis jetzt iſt noch kein Zweig dieſes Theils, der
Luftförmigen Hüllen geographiſch bearbeitet
als die Wärme: das Meteorologiſche: die Höhe
der Wolken in den verſchiedenen Zonen pp hat
erſt ſeit kurzer Zeit begonnen.
Thau.
Der Thau entſteht durch die Ausſtralung
der Wärme beſonders aus leichtern Gegenſtänden
, und durch das dadurch herbeigeführte
Niederſchlagen des Waſsergaſes. Auf dem
Meere thaut es nur ſehr wenig, weil hier
der Unterſchied der hohen und niedrigen Regionen
weit geringer iſt.
Viel häufiger und ſtärker thaut es in den Tropen
als in den temperirten Zonen, weil in jenen
weit häufiger ein wolkenfreier Himmel iſt. –
Den Seefahrern iſt ſtarker Thau ein Zeichen, daß
ſie nicht weit von der Küſte entfernt ſind.
Regen.
Die Bildung des Regens, die lange Zeit zweifelheft
geweſen iſt, rührt von vielen Ursachen
zugleich her. Die wichtigſte davon aber iſt daß die
Expansivkraft der Dämpfe nicht mit der Temperatur
das Gleichgewicht halten kann. Wenn nun Luft
von verſchiedenen Temperaturen zuſam̃en gemiſcht
wird, ſo enſteht eine mittlere Temperatur
in der die Dämpfe ſich nicht mehr zu halten
vermögen, und als Regen herabfallen.
Das Regenwaſser ſcheint nicht verſchieden zu
ſein in den Tropen und den temperirten
Zonen. Doc. ſelbſt hat es unterſucht.
Berzelius hat keinen ſalzsauren Kalk, wohl
aber Salpetersäure im Regenwaſser gefunden
. Brandes hat ſich in neuern Zeiten viel
damit beſchäftigt.
Es iſt ein merkwürdiger Augenblick wo
in den Tropengegenden die Regenzeit mit der
Trockenheit wechselt; man nennt die Regenzeit
gewöhnlich den Winter, die andere den Som̃er
als in den temperirten Zonen, weil in jenen
weit häufiger ein wolkenfreier Himmel iſt. –
Den Seefahrern iſt ſtarker Thau ein Zeichen, daß
ſie nicht weit von der Küſte entfernt ſind.
Regen.
Die Bildung des Regens, die lange Zeit zweifelheft
geweſen iſt, rührt von vielen Ursachen
zugleich her. Die wichtigſte davon aber iſt daß die
Expansivkraft der Dämpfe nicht mit der Temperatur
das Gleichgewicht halten kann. Wenn nun Luft
von verſchiedenen Temperaturen zuſam̃en gemiſcht
wird, ſo enſteht eine mittlere Temperatur
in der die Dämpfe ſich nicht mehr zu halten
vermögen, und als Regen herabfallen.
Das Regenwaſser ſcheint nicht verſchieden zu
ſein in den Tropen und den temperirten
Zonen. Doc. ſelbſt hat es unterſucht.
Berzelius hat keinen ſalzsauren Kalk, wohl
aber Salpetersäure im Regenwaſser gefunden
. Brandes hat ſich in neuern Zeiten viel
damit beſchäftigt.
Es iſt ein merkwürdiger Augenblick wo
in den Tropengegenden die Regenzeit mit der
Trockenheit wechselt; man nennt die Regenzeit
gewöhnlich den Winter, die andere den Som̃er
November, December, Januar und Februar – Der Anfang
der Regenzeit hängt zuſammen mit dem Aufhören
der Paſsatwinde. Wenn es in 6 oder 8 Monaten
gar nicht geregnet hat, und der Himmel
bis dahin ganz wolkenfrei geblieben iſt, ſo
ſieht man die Blaue des Himmels ſich ändern,
des Hygrometer zeigt mehr Feuchtigkeit in der
Luft an, und zugleich funkeln die Sterne in den
Nächten. Man ſieht darauf tief am Horizont
im N.O. Wolken aufſteigen; das Blasen der
Paſsatwinde hört auf; das Electrometer ändert
ſich eine zeitlang ſehr geſchwinde und bleibt dann
auf einmal ſtehen. Nach und nach ſieht man aus
den entſtandenen Wolken ein Wetterleuchten
und der Himmel bezieht ſich nach und nach. –
Es iſt dies im Anfang des Monats April wo
die Sonne aus dem ſüdlichen Zeichen zu dem
nördlichen übertritt.
Die Pflanzen in den Tropen ſind ſehr waſserreich
, trotz der langen Dürre. Die Thiere
die ſich deſsen bewußt ſind, arbeiten ſich
durch die Stacheln der Kaktus Arten hindurch
, um dieſe verborgenen Waſserquellen
zu genießen.
So lange nun die warmen Schichten unter dem
der Regenzeit hängt zuſammen mit dem Aufhören
der Paſsatwinde. Wenn es in 6 oder 8 Monaten
gar nicht geregnet hat, und der Himmel
bis dahin ganz wolkenfrei geblieben iſt, ſo
ſieht man die Blaue des Himmels ſich ändern,
des Hygrometer zeigt mehr Feuchtigkeit in der
Luft an, und zugleich funkeln die Sterne in den
Nächten. Man ſieht darauf tief am Horizont
im N.O. Wolken aufſteigen; das Blasen der
Paſsatwinde hört auf; das Electrometer ändert
ſich eine zeitlang ſehr geſchwinde und bleibt dann
auf einmal ſtehen. Nach und nach ſieht man aus
den entſtandenen Wolken ein Wetterleuchten
und der Himmel bezieht ſich nach und nach. –
Es iſt dies im Anfang des Monats April wo
die Sonne aus dem ſüdlichen Zeichen zu dem
nördlichen übertritt.
Die Pflanzen in den Tropen ſind ſehr waſserreich
, trotz der langen Dürre. Die Thiere
die ſich deſsen bewußt ſind, arbeiten ſich
durch die Stacheln der Kaktus Arten hindurch
, um dieſe verborgenen Waſserquellen
zu genießen.
So lange nun die warmen Schichten unter dem
Aequator ſich erhoben, ſtrömte die Luft
von dem Pol zum Aequator, und die Waſserdünſte
welche ſich erhoben, wurden immer verjagt
bevor ſie ſich zu Wolken bilden konnten.
Sobald die Sonne in die nördliche Zeichen tritt,
fängt der Sommer in den temperirten Zonen
an, die nördlichen Gegenden werden ebenfalls
erwärmt, und die Strömungen können daher
nicht mehr vom Pol nach dem Aequator hingehen
. Statt den bisherigen Paſsatwinden
tritt eine Windſtille ein. – Ja ſie gehen
ſelbſt bisweilen in Waſserwinde über. –
Das Waſser wird nicht mehr verjagt, und
muß ſich daher in der Atmosphäre anhäufen
und Wolken bilden.
Die Quantität des Regens iſt in den Zonen
verſchieden. Bei uns beträgt ſie gewöhnlich
18″ bis 24″, in den Tropen dagegen 108″
Doch giebt es ſehr viele Ausnahmen, ſo
iſt in England eine große Differenz zwiſchen
der Quantität Regen welcher an der
Oſtküſte, und welcher an der Weſtküſte
fällt. An der Weſtküſte 45″ wenn an
der öſtlichen kaum 22″ fallen. Ahnlich
hat es Buch in Skandinavien gefunden.
von dem Pol zum Aequator, und die Waſserdünſte
welche ſich erhoben, wurden immer verjagt
bevor ſie ſich zu Wolken bilden konnten.
Sobald die Sonne in die nördliche Zeichen tritt,
fängt der Sommer in den temperirten Zonen
an, die nördlichen Gegenden werden ebenfalls
erwärmt, und die Strömungen können daher
nicht mehr vom Pol nach dem Aequator hingehen
. Statt den bisherigen Paſsatwinden
tritt eine Windſtille ein. – Ja ſie gehen
ſelbſt bisweilen in Waſserwinde über. –
Das Waſser wird nicht mehr verjagt, und
muß ſich daher in der Atmosphäre anhäufen
und Wolken bilden.
Die Quantität des Regens iſt in den Zonen
verſchieden. Bei uns beträgt ſie gewöhnlich
18″ bis 24″, in den Tropen dagegen 108″
Doch giebt es ſehr viele Ausnahmen, ſo
iſt in England eine große Differenz zwiſchen
der Quantität Regen welcher an der
Oſtküſte, und welcher an der Weſtküſte
fällt. An der Weſtküſte 45″ wenn an
der öſtlichen kaum 22″ fallen. Ahnlich
hat es Buch in Skandinavien gefunden.
Während auf der Küſte der Halbinſel Bergen
70 bis 92″ Regen fällt, ſo fällt im Innern von
Schweden nur 15 bis 14″.
In den Tropen fällt demnach 4 bis 5 mal mehr
Regen als in den temperirten Zonen, obgleich es
dort nur wenige Zeit regnet. Die Ursache ſcheint
von der größeren Höhe der Wolken in den Tropen
herzukommen. Je höher die Wolken ſind, deſto größere
Tropfen kommen herab, da ſich die Regentopfen
vergrößern, je länger ſie fallen, indem die Dünſte
in der Atmosphäre an den kalten Topfen heranſchlage.
Das Regenwaſser iſt gewöhnlich 1¼° kälter als
die Luft, Boigernau fand es 1½° kälter.
Doc. hat hiervon eine Ausnahme in Amerika
gefunden, wo das Regenwaſser wärmer
als die Luft war; die Ursache mag in den
dichtern Wolken liegen, wo die Stralen
der Sonne die untere Luft nicht erwärmen
könne, ſondern in den Wolken feſtgehalten
werden.
In neuern Zeiten hat man in der temperirten
Zone ſonderbare Regengüße wahrgenommen
, wo in einem Tag mehr Regen
gefallen iſt, als ſonſt in einem Jahre geſehen
wurde. In Tambu de la Poſte fiel in 22
70 bis 92″ Regen fällt, ſo fällt im Innern von
Schweden nur 15 bis 14″.
In den Tropen fällt demnach 4 bis 5 mal mehr
Regen als in den temperirten Zonen, obgleich es
dort nur wenige Zeit regnet. Die Ursache ſcheint
von der größeren Höhe der Wolken in den Tropen
herzukommen. Je höher die Wolken ſind, deſto größere
Tropfen kommen herab, da ſich die Regentopfen
vergrößern, je länger ſie fallen, indem die Dünſte
in der Atmosphäre an den kalten Topfen heranſchlage.
Das Regenwaſser iſt gewöhnlich 1¼° kälter als
die Luft, Boigernau fand es 1½° kälter.
Doc. hat hiervon eine Ausnahme in Amerika
gefunden, wo das Regenwaſser wärmer
als die Luft war; die Ursache mag in den
dichtern Wolken liegen, wo die Stralen
der Sonne die untere Luft nicht erwärmen
könne, ſondern in den Wolken feſtgehalten
werden.
In neuern Zeiten hat man in der temperirten
Zone ſonderbare Regengüße wahrgenommen
, wo in einem Tag mehr Regen
gefallen iſt, als ſonſt in einem Jahre geſehen
wurde. In Tambu de la Poſte fiel in 22
Stunden 2′5″ Regen. In 24 Tagen in Cayenen
nach Capt. Mouzius Beobachtungen 12′. 7″.
Man hat die Bemerkung gemacht wenn man den
Regen auf den Höhen und in der Ebene ſammelt
, ſo fällt weniger oben, als unten.
In Frankreich hat man ſeit 10 Jahren Meſsungen
darüber angeſtellt. Bouvard fand daß auf dem
90 Fuß hohen Observatorium ein Unterſchied von
¼ mehr Waſser unten zeigte als oben.
Schnee.
Der Schnee iſt nach den verſchiedenen Zonen,
verſchieden. Ueber die Kryſtallisation des Eises
iſt man noch nicht ganz genau unterrichtet, ob
die Figur der Kryſtalle verſchieden iſt nach den
Zonen. Man hat lange geglaubt, daß ſie hexaedriſche
Prismen ſeien, neuere Unterſuchungen haben
gezeigt daß es Romboedra ſind, deren Winkel
60 und 120° betragen. – Mitſcherlig hat die
Entdeckung gemacht, daß der Schnee in verſchiedenen
Kryſtallformen erſcheint je nachdem das
Waſser in andern oder andere Umſände übergeht
. – Gewiß iſt es, daß der Schnee eine größere
Quantität Luft enthält als das Eis. Doc. und
Gay Lusſac Verſuche Jedesmal wenn das Waſser
gefriert, wird Luft ausgeſtoßen, aber doppelt
ſo viel wenn ein Fluß in Eis übergeht, als wenn
Schnee ſich bildet.
nach Capt. Mouzius Beobachtungen 12′. 7″.
Man hat die Bemerkung gemacht wenn man den
Regen auf den Höhen und in der Ebene ſammelt
, ſo fällt weniger oben, als unten.
In Frankreich hat man ſeit 10 Jahren Meſsungen
darüber angeſtellt. Bouvard fand daß auf dem
90 Fuß hohen Observatorium ein Unterſchied von
¼ mehr Waſser unten zeigte als oben.
Schnee.
Der Schnee iſt nach den verſchiedenen Zonen,
verſchieden. Ueber die Kryſtallisation des Eises
iſt man noch nicht ganz genau unterrichtet, ob
die Figur der Kryſtalle verſchieden iſt nach den
Zonen. Man hat lange geglaubt, daß ſie hexaedriſche
Prismen ſeien, neuere Unterſuchungen haben
gezeigt daß es Romboedra ſind, deren Winkel
60 und 120° betragen. – Mitſcherlig hat die
Entdeckung gemacht, daß der Schnee in verſchiedenen
Kryſtallformen erſcheint je nachdem das
Waſser in andern oder andere Umſände übergeht
. – Gewiß iſt es, daß der Schnee eine größere
Quantität Luft enthält als das Eis. Doc. und
Gay Lusſac Verſuche Jedesmal wenn das Waſser
gefriert, wird Luft ausgeſtoßen, aber doppelt
ſo viel wenn ein Fluß in Eis übergeht, als wenn
Schnee ſich bildet.
Die Eis Kryſtalliſation und die Bildung des Schnees
hat Scoresby einer nähern Unterſuchung unterworfen
und überall die Kryſtallisation dieſelbe
gefunden.
In den Tropen Gegenden iſt die Bildung von Kryſtalliſationen
der Waſserdämpfe ſehr merkwürdig,
beſonders auf dem Höhen. – Die Sprache der dortigen
Bewohner hat beſondere Ausdrücke um die Mitteldinge
dieſer Anhäufungen von Kryſtallisationen
auszudrucken.
Es ſchneit weit häufiger unter den Tropen,
wenn die Temperatur über dem Gefrier Punkt
ſteht, als wenn ſie unter demſelben ſteht.
Scoresby, Parry und Savy haben gefunden daß es
auch noch bei einer Temperatur von 10° ſchneit.
Doc hat in der Abbildung der iſothermen Linien
angegeben wo es noch ſchneit. Unter
dem Aequator bei einer Höhe von 12000′
bei 20° Breite unter den Wendekreiſen auf
9200′ Höhe. In Mexiko nur höchſt ſelten,
einmal bei 6000′ Höhe.
Die Quantitaet das Waſsers, die man aus dem
Schnee ziehen kann, iſt nach Doc. Unterſuchungen
⅓ wenn man ihn ſehr zuſam̃enpreßt,
nur 1/12 aber wenn man dies nicht thut nach
Volumen
hat Scoresby einer nähern Unterſuchung unterworfen
und überall die Kryſtallisation dieſelbe
gefunden.
In den Tropen Gegenden iſt die Bildung von Kryſtalliſationen
der Waſserdämpfe ſehr merkwürdig,
beſonders auf dem Höhen. – Die Sprache der dortigen
Bewohner hat beſondere Ausdrücke um die Mitteldinge
dieſer Anhäufungen von Kryſtallisationen
auszudrucken.
Es ſchneit weit häufiger unter den Tropen,
wenn die Temperatur über dem Gefrier Punkt
ſteht, als wenn ſie unter demſelben ſteht.
Scoresby, Parry und Savy haben gefunden daß es
auch noch bei einer Temperatur von 10° ſchneit.
Doc hat in der Abbildung der iſothermen Linien
angegeben wo es noch ſchneit. Unter
dem Aequator bei einer Höhe von 12000′
bei 20° Breite unter den Wendekreiſen auf
9200′ Höhe. In Mexiko nur höchſt ſelten,
einmal bei 6000′ Höhe.
Die Quantitaet das Waſsers, die man aus dem
Schnee ziehen kann, iſt nach Doc. Unterſuchungen
⅓ wenn man ihn ſehr zuſam̃enpreßt,
nur 1/12 aber wenn man dies nicht thut nach
Volumen
Eine ſonderbare Beobachtung will man in Schottland
gemacht haben, wenn Leuchten des Schnees
in Argoshire. Hr Schweigger will daſselbe
bemerkt haben, Doc hat es nie geſehen –
Es wurden dort auch die Finger leuchtend wenn
man in den Schnee gefaßt hatte. Es wurde
dies mit den meteorologiſch elektriſchen
Erſcheinungen zuſammen hängen.
Hagel.
Eine andere Bildung des ſtarren Waſsers
iſt der Hagel. So viel man ſich mit Erklärung
dieſes Phänomens beſchäftiget hat, ſo
iſt es in neuern Zeiten nur noch räthſelhafter
geworden. Es hagelt faſt gar nicht am
Pol, mehr im ſüdlichen Europa als im
nördlichen, und wieder gar nicht in der Tropen
Zone. Es kann nicht ſein, daß die
Hagelkörner dort ſchmelzen während ſie
herabfallen, denn im ſüdlichen Europa
herrſcht häufig dieſelbe Wärme wie in den
Tropen Gegenden. Es hagelt dort erſt auf
einer Höhe von 10000′. – Im ſüdlichen
Europa hagelt es am meiſten, am Ausgange
der Alpenthäler in der lombardiſchen Ebene
etc; nur ſehr wenig auf den Höhen der
Alpen, und dagegen ſehr häufig in den
gemacht haben, wenn Leuchten des Schnees
in Argoshire. Hr Schweigger will daſselbe
bemerkt haben, Doc hat es nie geſehen –
Es wurden dort auch die Finger leuchtend wenn
man in den Schnee gefaßt hatte. Es wurde
dies mit den meteorologiſch elektriſchen
Erſcheinungen zuſammen hängen.
Hagel.
Eine andere Bildung des ſtarren Waſsers
iſt der Hagel. So viel man ſich mit Erklärung
dieſes Phänomens beſchäftiget hat, ſo
iſt es in neuern Zeiten nur noch räthſelhafter
geworden. Es hagelt faſt gar nicht am
Pol, mehr im ſüdlichen Europa als im
nördlichen, und wieder gar nicht in der Tropen
Zone. Es kann nicht ſein, daß die
Hagelkörner dort ſchmelzen während ſie
herabfallen, denn im ſüdlichen Europa
herrſcht häufig dieſelbe Wärme wie in den
Tropen Gegenden. Es hagelt dort erſt auf
einer Höhe von 10000′. – Im ſüdlichen
Europa hagelt es am meiſten, am Ausgange
der Alpenthäler in der lombardiſchen Ebene
etc; nur ſehr wenig auf den Höhen der
Alpen, und dagegen ſehr häufig in den
Tropen Zonen auf großen Höhen. – Es hagelt
ferner weniger bei Nacht als bei Tage; man
glaubte ſogar daß es in der Nacht nie hagle,
und ſtellte die Meinung auf daß die Gegenwart
der Sonne zur Bildung des Hagels nothwendig
ſei. Man hat jedoch Beispiele daß es auch in
der Nacht gehagelt habe, und die Gegenwart der
Sonne ſcheint wohl nicht als leuchtend, ſondern nur
als wärmend nothwendig zu ſein, und kann deshalb
auch von anderer Wärme erſetzt werden.
Die Größe der Hagelkörner iſt weit beträchtlicher
in den ſüdlichen Gegenden, als in den
nördlichen. Heyne auf ſeiner Reiſe nach
Indien erzählt von einem Hagelkorn, das ſo
groß wie ein Elephant geweſen ſei, als es
aufthauete ſei es ſehr ſtinkend geweſen;
er giebt als Ursache dieſes Geruchs Schwefelkies
an, das darin enthalten geweſen ſein
ſoll. Das ganze iſt wol nur Fabel. Man müßte
vorausſetzen, daß ſich Meteorſteine mit dem
Hagel verbunden hätten, was wohl nicht wahrſcheinlich
ſein dürfte.
In Orenburg ſoll man große Hagelkörner
gefunden haben, in denen Schwefelkies enthalten
war.
Die Form der Hagelkörner iſt ſehr verſchieden
ferner weniger bei Nacht als bei Tage; man
glaubte ſogar daß es in der Nacht nie hagle,
und ſtellte die Meinung auf daß die Gegenwart
der Sonne zur Bildung des Hagels nothwendig
ſei. Man hat jedoch Beispiele daß es auch in
der Nacht gehagelt habe, und die Gegenwart der
Sonne ſcheint wohl nicht als leuchtend, ſondern nur
als wärmend nothwendig zu ſein, und kann deshalb
auch von anderer Wärme erſetzt werden.
Die Größe der Hagelkörner iſt weit beträchtlicher
in den ſüdlichen Gegenden, als in den
nördlichen. Heyne auf ſeiner Reiſe nach
Indien erzählt von einem Hagelkorn, das ſo
groß wie ein Elephant geweſen ſei, als es
aufthauete ſei es ſehr ſtinkend geweſen;
er giebt als Ursache dieſes Geruchs Schwefelkies
an, das darin enthalten geweſen ſein
ſoll. Das ganze iſt wol nur Fabel. Man müßte
vorausſetzen, daß ſich Meteorſteine mit dem
Hagel verbunden hätten, was wohl nicht wahrſcheinlich
ſein dürfte.
In Orenburg ſoll man große Hagelkörner
gefunden haben, in denen Schwefelkies enthalten
war.
Die Form der Hagelkörner iſt ſehr verſchieden
und oft ſehr wunderbar. Es iſt eine Folge
ihrer Rotirung daß ſie gewöhnlich abgeplattet
ſind und Aehnlichkeit mit der Form der
Weltkörper haben. Doc. hat ſelbſt kleine Saturn
Ringe an Hagelkörnern bemerkt, kleine
Ringe die den Hagelkorn umgeben und ſich ablöſsen
; einmal ſah er dies Phänomen in Europa
und 2 mal in Amerika.
Buch hat im Norden Hagelkörner in Kegelgeſtalt
gefunden, die eine Spitze nach oben
hatten.
Ein merkwürdiges Phänomen in der Andes
Kette iſt der rothe Hagel: und wenn es beim
rothen Schnee noch zweifelhaft iſt, ob die Vegetation
die dieſe Farbe erzeugt ſich im Schnee
bildet oder in der Atmosphäre ſelbſt wäre,
ſo iſt dies bei dem rothen Hagel noch mehr.
Es iſt um ſo merkwürdiger daß es rothen
Hagel in der Andeskette giebt und keinen
rothen Schnee, ſo viel Doc zu erfahren
geſucht hat, hat er nie erfahren können,
daß ja dort rother Schnee gefallen wäre.
Volta hat lange geglaubt, daß die Entſtehung
des Hagels eine Folge von Verdunſtung
ſei, unter eine ſehr geringen Druck. Allein
ſ weiß man daß auch durch die Ausdehnung
ihrer Rotirung daß ſie gewöhnlich abgeplattet
ſind und Aehnlichkeit mit der Form der
Weltkörper haben. Doc. hat ſelbſt kleine Saturn
Ringe an Hagelkörnern bemerkt, kleine
Ringe die den Hagelkorn umgeben und ſich ablöſsen
; einmal ſah er dies Phänomen in Europa
und 2 mal in Amerika.
Buch hat im Norden Hagelkörner in Kegelgeſtalt
gefunden, die eine Spitze nach oben
hatten.
Ein merkwürdiges Phänomen in der Andes
Kette iſt der rothe Hagel: und wenn es beim
rothen Schnee noch zweifelhaft iſt, ob die Vegetation
die dieſe Farbe erzeugt ſich im Schnee
bildet oder in der Atmosphäre ſelbſt wäre,
ſo iſt dies bei dem rothen Hagel noch mehr.
Es iſt um ſo merkwürdiger daß es rothen
Hagel in der Andeskette giebt und keinen
rothen Schnee, ſo viel Doc zu erfahren
geſucht hat, hat er nie erfahren können,
daß ja dort rother Schnee gefallen wäre.
Volta hat lange geglaubt, daß die Entſtehung
des Hagels eine Folge von Verdunſtung
ſei, unter eine ſehr geringen Druck. Allein
ſ weiß man daß auch durch die Ausdehnung
der Luft ſich Kälte erzeugen kann, und es iſt
daher nicht nöthig die Verdunſtung anzunehmen.
Wahrſcheinlich hängt die Bildung des Hagels auch
mit elektriſchen Phänomen zuſammen. Eine
merkwürdige Erſcheinung iſt auch das Rasseln
welches man vor dem Herabfallen des Hagels hört
es entſteht durch das Aneinanderſchlagen und Reiben
der Hagelkörner. Das Rasseln hört man weit weniger
in den Tropen Zonen als in den temperirten
, vermuthlich weil die Wolken dort weit
höher ſind.
47. Vorlesung, 1. April 1828
Climatologie
Clima. – Luftwärme.
Die Wärme-Vertheilung iſt das Wichtigſte
von den meteorologiſchen Gegenſtänden, ſie
hängt enge mit der Geſchichte der Menſchheit
zuſammen. Die Cultur, das burgerliche
Leben der Völker, die Entwickelung des Geiſtes
, werden durch ſie bedingt.
Geſchichtlich finden wir, daß in den gemäſtigten
Zonen ſich am meiſten der vortheilhafte Einfluß
auf den Geiſt der Menſchen gezeigt hat,
daß hier die Cultur zuerſt entſtand, und die
größten Fortſchritte machte. Aber wie verſchieden
iſt der Begriff der gemäßigten Zone
daher nicht nöthig die Verdunſtung anzunehmen.
Wahrſcheinlich hängt die Bildung des Hagels auch
mit elektriſchen Phänomen zuſammen. Eine
merkwürdige Erſcheinung iſt auch das Rasseln
welches man vor dem Herabfallen des Hagels hört
es entſteht durch das Aneinanderſchlagen und Reiben
der Hagelkörner. Das Rasseln hört man weit weniger
in den Tropen Zonen als in den temperirten
, vermuthlich weil die Wolken dort weit
höher ſind.
47. Vorlesung, 1. April 1828
Climatologie
Clima. – Luftwärme.
Die Wärme-Vertheilung iſt das Wichtigſte
von den meteorologiſchen Gegenſtänden, ſie
hängt enge mit der Geſchichte der Menſchheit
zuſammen. Die Cultur, das burgerliche
Leben der Völker, die Entwickelung des Geiſtes
, werden durch ſie bedingt.
Geſchichtlich finden wir, daß in den gemäſtigten
Zonen ſich am meiſten der vortheilhafte Einfluß
auf den Geiſt der Menſchen gezeigt hat,
daß hier die Cultur zuerſt entſtand, und die
größten Fortſchritte machte. Aber wie verſchieden
iſt der Begriff der gemäßigten Zone
es iſt ein großer Strich Landes den wir mit
dieſem Namen bezeichnen, und wie verſchieden
ſind nicht die Temperatur Verhältniße in demſelben
, der nördliche Theil in dem eine mittl.
Temperatur von 6 bis 7° herrſcht der mittlere
, welcher die mittlere Temperatur von 10° hat,
in der der Oelbaum gedeiht, und wieder andern
Gegenden in den Breiten von 30 und 40° wo eine
mittl. Temperatur von 18 bis 20° herrſcht, die
Zone des Zuckerrohrs etc. die man nur in
ſo fern gemäßigt nennen kann, als ſie nicht
zwiſchen den Wendekreiſen liegen, obgleich ſie
eigentlich der Temperatur nach zu den Tropen
gehören.
Die Leiſtungen der Griechen zeigen uns welchen
vortheilhaften Einfluß die gemäßigte
Temperatur auf ihre Entwickelung hatte.
Phocius ſpricht ſchon darüber in einer ſehr
ſchönen Stelle, wo er auſeinanderſetzt wie
heilsam das Klima von Griechenland für
Geiſt und Gemüth iſt. In Asien finden
wir die mittlere Sommer-Temperatur,
0° bis 20° R. wo die Cultur die erſten Wurzeln
ſchlug. Aber auch in den heißeſten
Ländern finden wir Literatur ſo in Meroë
dieſem Namen bezeichnen, und wie verſchieden
ſind nicht die Temperatur Verhältniße in demſelben
, der nördliche Theil in dem eine mittl.
Temperatur von 6 bis 7° herrſcht der mittlere
, welcher die mittlere Temperatur von 10° hat,
in der der Oelbaum gedeiht, und wieder andern
Gegenden in den Breiten von 30 und 40° wo eine
mittl. Temperatur von 18 bis 20° herrſcht, die
Zone des Zuckerrohrs etc. die man nur in
ſo fern gemäßigt nennen kann, als ſie nicht
zwiſchen den Wendekreiſen liegen, obgleich ſie
eigentlich der Temperatur nach zu den Tropen
gehören.
Die Leiſtungen der Griechen zeigen uns welchen
vortheilhaften Einfluß die gemäßigte
Temperatur auf ihre Entwickelung hatte.
Phocius ſpricht ſchon darüber in einer ſehr
ſchönen Stelle, wo er auſeinanderſetzt wie
heilsam das Klima von Griechenland für
Geiſt und Gemüth iſt. In Asien finden
wir die mittlere Sommer-Temperatur,
0° bis 20° R. wo die Cultur die erſten Wurzeln
ſchlug. Aber auch in den heißeſten
Ländern finden wir Literatur ſo in Meroë
einen Prieſterſtand, die Homeriden, Sabäer in Arabien
, und endlich die Indier, und zwar nicht in dem
Theil welchen Alexander eroberte, ſondern in dem
weit ſüdlicheren Theile von Indien. Es iſt
die Literatur nicht auf Bergebenen geweſen,
wie man in neuern Zeiten zu Gunſten der
gemäßigten Klimate zu glauben ſich geneigt
fühlten, ſondern bis zu den Wendekreiſen hat
ſie ſich in den Ebenen gezeigt, in Gegenden
wo man mehre Monate hindurch eine Temperatur
von 26 bis 27° R. hat, und das Klima ſo ungemäßigt
iſt, daß das Thermometer im Sommer
im Schatten 34° zeigt, wogegen es in andern
Monaten bis auf 6° herabsinkt.
Dies zeigt, daß vom Aequator bis zum 45° der
Breite, wo eine mittlere Temperatur von 10.
bis 18° herrſcht und die Cultur des Ölbaums, Weinbaums
und Zuckerrohrs ſich findet das Clima keinesweges
der Entwickelung des menſchlichen Geiſtes
entgegen ſtand. Möglich wohl, aber nicht erwiesen
iſt es, daß in dem Staat der Meroe keine
Urkultur war, ſondern daß dieſe erſt durch
eingewanderte von Norden herkam, aber wenn
dies auch der Fall iſt, ſo ſteht doch dieſem entgegen
, und endlich die Indier, und zwar nicht in dem
Theil welchen Alexander eroberte, ſondern in dem
weit ſüdlicheren Theile von Indien. Es iſt
die Literatur nicht auf Bergebenen geweſen,
wie man in neuern Zeiten zu Gunſten der
gemäßigten Klimate zu glauben ſich geneigt
fühlten, ſondern bis zu den Wendekreiſen hat
ſie ſich in den Ebenen gezeigt, in Gegenden
wo man mehre Monate hindurch eine Temperatur
von 26 bis 27° R. hat, und das Klima ſo ungemäßigt
iſt, daß das Thermometer im Sommer
im Schatten 34° zeigt, wogegen es in andern
Monaten bis auf 6° herabsinkt.
Dies zeigt, daß vom Aequator bis zum 45° der
Breite, wo eine mittlere Temperatur von 10.
bis 18° herrſcht und die Cultur des Ölbaums, Weinbaums
und Zuckerrohrs ſich findet das Clima keinesweges
der Entwickelung des menſchlichen Geiſtes
entgegen ſtand. Möglich wohl, aber nicht erwiesen
iſt es, daß in dem Staat der Meroe keine
Urkultur war, ſondern daß dieſe erſt durch
eingewanderte von Norden herkam, aber wenn
dies auch der Fall iſt, ſo ſteht doch dieſem entgegen
Memphis Babylon pp wo man doch noch ein
an einer Urkultur hat zweifeln können.
Anders iſt der Einfluß einer übermäßig
niedere Temperatur da wo die mittlere
Temperatur des Winters – 3° und die des
Sommers nicht 7° erreicht wo bei uns die
Birken ausſchlagen da wo die Vegetation
nicht überall hat dem Menſchen folgen
können, und die Cultur der Cerealien, ja
ſelbſt der Gerſte aufhört, hat auch keine
Literatur entſtehen können. So in Amerika
von 53° d.B. an; in Europa iſt Skandinavien
und der ganz weſtliche Theil das nördl.
Landes ſo gegliedert, und wird durch die Winde
welche über das atlantiſche Meer hinſtrömen
ſo erwärmt, daß die Gerſte nach Buchs Unterſuchungen
bis 69½° d.B. gebaut werden
kann. In Asien an den Ufern des Jeneſeÿ
dagegen iſt das Klima der Bildung der
Menſchenheit ſo ſchädlich geweſen, daß wenn
man die Bewohnen dieſer Gegenden mit denen
von Central Asien ſelbſt mit den hunniſchen
und mongoliſchen Stämmen vergleicht, jene
Barbaren genannt werden können, in Vergleich
mit dieſen. Im centralen Asien
iſt immer eine Art von Cultur geweſen,
an einer Urkultur hat zweifeln können.
Anders iſt der Einfluß einer übermäßig
niedere Temperatur da wo die mittlere
Temperatur des Winters – 3° und die des
Sommers nicht 7° erreicht wo bei uns die
Birken ausſchlagen da wo die Vegetation
nicht überall hat dem Menſchen folgen
können, und die Cultur der Cerealien, ja
ſelbſt der Gerſte aufhört, hat auch keine
Literatur entſtehen können. So in Amerika
von 53° d.B. an; in Europa iſt Skandinavien
und der ganz weſtliche Theil das nördl.
Landes ſo gegliedert, und wird durch die Winde
welche über das atlantiſche Meer hinſtrömen
ſo erwärmt, daß die Gerſte nach Buchs Unterſuchungen
bis 69½° d.B. gebaut werden
kann. In Asien an den Ufern des Jeneſeÿ
dagegen iſt das Klima der Bildung der
Menſchenheit ſo ſchädlich geweſen, daß wenn
man die Bewohnen dieſer Gegenden mit denen
von Central Asien ſelbſt mit den hunniſchen
und mongoliſchen Stämmen vergleicht, jene
Barbaren genannt werden können, in Vergleich
mit dieſen. Im centralen Asien
iſt immer eine Art von Cultur geweſen,
freilich die jetzige nicht mehr der frühern
gleich zu ſchätzen, aber doch immer höher als
am Ob und obern Jeneſei. Man denke nur an
Timur, an die Sternwerke in Samarkand die mongoliſchen
Ursprungs iſt u.ſ.w. Wo in den
nördlichen Theilen Cultur exiſtirt, iſt ſie aus
den ſüdlichen dahin verpflanzt worden; wo ſie
aber einmal eingeführt iſt, kann ſie auch ſelbſt in
den nördlichſten Gegenden ſich erhalten. Nicht
ſo iſt es in den wärmeren.
Wenn man auch alle Luftphänomene berücksichtigt
, ſo muß man doch annehmen, daß die mittl.
Temperatur von den verſchiedenen Arten, wie
die Höhe der Sonne gegen den Art iſt, und alſo
von dem Winkel der Sonnenſtralen allein
abhängt. Dies gilt(?) zugleich von der Menge
der absorbirten Stralen, von der Zahl der
Sonnenſtralen, welche der Horizont aufgreift.
Je mehr von den Sonnenſtralen absorbirt wird,
deſto mehr erwärmt ſich der Boden.
Von 0° bis 20° iſt die Zahl der absorbirten Stralen
beinahe die nämliche. Daher iſt unter dem
Aequator beinahe dieſelbe Wärme wie unter
20° d.B. Es iſt daher die Wärme eine Function
der absorbirten Stralen, ſie hängt es von
gleich zu ſchätzen, aber doch immer höher als
am Ob und obern Jeneſei. Man denke nur an
Timur, an die Sternwerke in Samarkand die mongoliſchen
Ursprungs iſt u.ſ.w. Wo in den
nördlichen Theilen Cultur exiſtirt, iſt ſie aus
den ſüdlichen dahin verpflanzt worden; wo ſie
aber einmal eingeführt iſt, kann ſie auch ſelbſt in
den nördlichſten Gegenden ſich erhalten. Nicht
ſo iſt es in den wärmeren.
Wenn man auch alle Luftphänomene berücksichtigt
, ſo muß man doch annehmen, daß die mittl.
Temperatur von den verſchiedenen Arten, wie
die Höhe der Sonne gegen den Art iſt, und alſo
von dem Winkel der Sonnenſtralen allein
abhängt. Dies gilt(?) zugleich von der Menge
der absorbirten Stralen, von der Zahl der
Sonnenſtralen, welche der Horizont aufgreift.
Je mehr von den Sonnenſtralen absorbirt wird,
deſto mehr erwärmt ſich der Boden.
Von 0° bis 20° iſt die Zahl der absorbirten Stralen
beinahe die nämliche. Daher iſt unter dem
Aequator beinahe dieſelbe Wärme wie unter
20° d.B. Es iſt daher die Wärme eine Function
der absorbirten Stralen, ſie hängt es von
dem Verhältniß der absorbirten und reflectirten
Stralen. Dieſes kann abgeändert
werden theils durch die Richtung der Ebenen
theils durch die Beſchaffenheit des Bodens
je nachdem ſie mehr Stralen zurückwerfen
oder nicht, theils endlich durch die Höhe der
Sonne. Daher haben die Berge einen großen
Einfluß auf die Temperatur. – Daher der große
Unterſchied der in der Ebene der Lombardei
iſt, gegen andere Länder in derſelben Breite.
Unter allen Inſtrumenten, mit denen quantitativ
die physiſchen Erſcheinungen gemeſsen
werden können, iſt das Thermometer das jenige
geweſen, was dem menſchlichen Geiſte
die meiſten Ideen gegeben und ſeinen Horizont
weiter verbreitet hat. Im Jahr 1600
wohl ein Holländer Drebbe zuerſt die Entdeckung
; ſelbſt Halley hat ſeine großen theoretiſchen
Unterſuchungen noch zu einer Zeit
gemacht, wo noch nicht zu ſolchen Beſtimmungen
das Thermometer gebraucht werden konnte.
Erſt Reaumur gebührt das Verdienſt durch
ſeine Eintheilung es für die Vergleichung
der Temperatur brauchbar zu machen. Er
kam zuerſt auf die Idee die Temperatur
Stralen. Dieſes kann abgeändert
werden theils durch die Richtung der Ebenen
theils durch die Beſchaffenheit des Bodens
je nachdem ſie mehr Stralen zurückwerfen
oder nicht, theils endlich durch die Höhe der
Sonne. Daher haben die Berge einen großen
Einfluß auf die Temperatur. – Daher der große
Unterſchied der in der Ebene der Lombardei
iſt, gegen andere Länder in derſelben Breite.
Unter allen Inſtrumenten, mit denen quantitativ
die physiſchen Erſcheinungen gemeſsen
werden können, iſt das Thermometer das jenige
geweſen, was dem menſchlichen Geiſte
die meiſten Ideen gegeben und ſeinen Horizont
weiter verbreitet hat. Im Jahr 1600
wohl ein Holländer Drebbe zuerſt die Entdeckung
; ſelbſt Halley hat ſeine großen theoretiſchen
Unterſuchungen noch zu einer Zeit
gemacht, wo noch nicht zu ſolchen Beſtimmungen
das Thermometer gebraucht werden konnte.
Erſt Reaumur gebührt das Verdienſt durch
ſeine Eintheilung es für die Vergleichung
der Temperatur brauchbar zu machen. Er
kam zuerſt auf die Idee die Temperatur
der Tropenzonen mit der der temperirten
zu vergleichen, und gab deshalb den Miſsionairen
nach Indien Thermometer mit. Man
traute den Inſtrumenten förmlich nicht mehr
da ſie einen weit geringeren Grad der
Wärme in den Tropen anzeigten, als man
ſich vorgeſtellt hatte, daß dort herrſchen müſse.
Da man ſich aber näher von der Richtigkeit
der Anzeigen dieſes Inſtruments überzeugte,
ſuchte man die Ursache vielmehr im Phaenomen
ſelbſt. Es iſt wenig Unterſchied in der
Wärme ob die Stralen unter einen Winkel
von 80° oder 100°
einfallen.
Franzöſ: Grade; die Franzosen theilen
den Aequator in 100 Theile.
Wenn aber auch die Temperatur hauptsächlich
von dem Einfalls Winkel der Sonnenſtralen
abhängt, ſo iſt doch häufig vergeſsen worden,
daß die Dauer der Wirkung die Stärke derſelben
compensiren kann. Unter den Tropen würde
eine Hitze ſein, die gar nicht auszuhalten wäre,
wenn die Tageszeit länger wäre als die der
Nacht, da aber alle 12 Stunden gleichmäßig
ſich der Zuſtand abwechselt, ſo kann die Erde
wieder einen Theil der Wärme, dem ſie während
zu vergleichen, und gab deshalb den Miſsionairen
nach Indien Thermometer mit. Man
traute den Inſtrumenten förmlich nicht mehr
da ſie einen weit geringeren Grad der
Wärme in den Tropen anzeigten, als man
ſich vorgeſtellt hatte, daß dort herrſchen müſse.
Da man ſich aber näher von der Richtigkeit
der Anzeigen dieſes Inſtruments überzeugte,
ſuchte man die Ursache vielmehr im Phaenomen
ſelbſt. Es iſt wenig Unterſchied in der
Wärme ob die Stralen unter einen Winkel
von 80° oder 100°
einfallen.
Franzöſ: Grade; die Franzosen theilen
den Aequator in 100 Theile.
Wenn aber auch die Temperatur hauptsächlich
von dem Einfalls Winkel der Sonnenſtralen
abhängt, ſo iſt doch häufig vergeſsen worden,
daß die Dauer der Wirkung die Stärke derſelben
compensiren kann. Unter den Tropen würde
eine Hitze ſein, die gar nicht auszuhalten wäre,
wenn die Tageszeit länger wäre als die der
Nacht, da aber alle 12 Stunden gleichmäßig
ſich der Zuſtand abwechselt, ſo kann die Erde
wieder einen Theil der Wärme, dem ſie während
des Tages erhalten hat, während der Nacht
ausſtralen, und ſich abkühlen. Auch der Wolkenlose
Himmel in den Tropen trägt zur
Abkühlung bei, da dieſer weit mehr das Ausſtralen
des Bodens zuläßt, als wenn ſich
Wolken darüber befinden. Die heißeſte Temperatur
iſt ſogar während einiger Monate
höher unter dem Wendekreiſen als unter
dem Aequator, da die Dauer der Nacht dort
kürzer iſt, ſobald die Sonne im Zenith
ſich befindet.
Das Ganze zuſammen faſsend, ſo iſt es
nothwendig, die einzelnen Modificationen
der Erdoberfläche zu betrachten, wie ſie
erwärmend oder erkältend wirken können.
Einfluß der Berge in der Nähe der Ebenen.
Die Berge da wo ſie in die Ebenen
ausgehen wirken erwärmend als Polygonal
Flächen, ſchützend aber nur in den Gegenden
wo ſie die kältern Winde abhalten.
Man hat ehedem dieſem letztern Umſtand
mehr zugeſchrieben als ihm gehört, weil
man immer auf kleinere Verhältniſse
bezogen hat, was größeren kosmiſchen Phänomen
angehört. Die Griechen legten ſehr vielen
Werth darauf
ausſtralen, und ſich abkühlen. Auch der Wolkenlose
Himmel in den Tropen trägt zur
Abkühlung bei, da dieſer weit mehr das Ausſtralen
des Bodens zuläßt, als wenn ſich
Wolken darüber befinden. Die heißeſte Temperatur
iſt ſogar während einiger Monate
höher unter dem Wendekreiſen als unter
dem Aequator, da die Dauer der Nacht dort
kürzer iſt, ſobald die Sonne im Zenith
ſich befindet.
Das Ganze zuſammen faſsend, ſo iſt es
nothwendig, die einzelnen Modificationen
der Erdoberfläche zu betrachten, wie ſie
erwärmend oder erkältend wirken können.
Einfluß der Berge in der Nähe der Ebenen.
Die Berge da wo ſie in die Ebenen
ausgehen wirken erwärmend als Polygonal
Flächen, ſchützend aber nur in den Gegenden
wo ſie die kältern Winde abhalten.
Man hat ehedem dieſem letztern Umſtand
mehr zugeſchrieben als ihm gehört, weil
man immer auf kleinere Verhältniſse
bezogen hat, was größeren kosmiſchen Phänomen
angehört. Die Griechen legten ſehr vielen
Werth darauf
Die Berge wirken zweitens erwärmend dadurch
, daß ſie dichte Erdmaſsen ſind, die in die
Luft als Untiefen hervortreten. Sie absorbiren
mehr Lichtſtralen als die Luftſchichten, und erwärmen
ſich deshalb auch weit mehr ſiehe Wolken
Aber die Nähe der Berge iſt auch Kälte erregend
durch Herabſtrömen der höheren, kälteren
Luftſchichten; man merkt dies wenn man mit einem
Thermometer beobachtend einen Berg hinauf
geht. Durch den courant ascendant werden,
wie bereits früher geſagt, kleine Insecten und
Grasarten (wie bei Caracas entdeckt wurde.)
nach den Höhen geführt, ebenso da keine Strömung
ohne eine Gegenſtrömung exiſtiren kann, kom̃en
Luftſtrömungen von der Höhe der Berge längs
dem Abhange deſselben nach der Tiefe herab, daher
iſt es am Fuße der Berge oft kälter als in einer
freien Ebene. Doch muß man dieſer Erſcheinung
nicht zu viel zuſchreiben. Wenn man von der
geringen Wärme in Peru ſpricht, ſo hat man lange
geglaubt, daß ſie eine Folge der Schneeberge wäre.
Es exiſtirt aber am Chimborasſa, Pichinka Koto
papin etc. daſselbe Klima wie in den übrigen
Gegenden, ſo daß dies keinen ſolchen bedeutenden
Einfluß haben kann S. Waſserſtrömungen der Einfluß
iſt nur augenblicklich.
, daß ſie dichte Erdmaſsen ſind, die in die
Luft als Untiefen hervortreten. Sie absorbiren
mehr Lichtſtralen als die Luftſchichten, und erwärmen
ſich deshalb auch weit mehr ſiehe Wolken
Aber die Nähe der Berge iſt auch Kälte erregend
durch Herabſtrömen der höheren, kälteren
Luftſchichten; man merkt dies wenn man mit einem
Thermometer beobachtend einen Berg hinauf
geht. Durch den courant ascendant werden,
wie bereits früher geſagt, kleine Insecten und
Grasarten (wie bei Caracas entdeckt wurde.)
nach den Höhen geführt, ebenso da keine Strömung
ohne eine Gegenſtrömung exiſtiren kann, kom̃en
Luftſtrömungen von der Höhe der Berge längs
dem Abhange deſselben nach der Tiefe herab, daher
iſt es am Fuße der Berge oft kälter als in einer
freien Ebene. Doch muß man dieſer Erſcheinung
nicht zu viel zuſchreiben. Wenn man von der
geringen Wärme in Peru ſpricht, ſo hat man lange
geglaubt, daß ſie eine Folge der Schneeberge wäre.
Es exiſtirt aber am Chimborasſa, Pichinka Koto
papin etc. daſselbe Klima wie in den übrigen
Gegenden, ſo daß dies keinen ſolchen bedeutenden
Einfluß haben kann S. Waſserſtrömungen der Einfluß
iſt nur augenblicklich.
Ferner wirken die Berge auch Kälte erregend
, durch ihren Schatten, indem die Sonne
auf einem großen Theil der Fläche
eher untergeht als auf der Ebene.
Einfluß der Beſchaffenheit des Bodens.
Nicht aber nur die Nähe einer Gebirgskette wirkt
auf die Temperatur einer Ebene ſondern noch mehr
der Zuſtand der Ebene ſelbſt, je nachdem ſie rund
oder glatt iſt und die Farbe, je nach dem dadurch
die Capacitaet des Bodens für die Wärme großer
oder geringer iſt, und je mehr oder weniger
ſie ſich durch die nächtliche Stralung erkältet.
Davy hat gefunden daß ſchwarzes Erdreich eine
Stunde der Sonne ausgeſetzt auf der Oberfläche
um 15 bis 24° R. erwärmt wird, wogegen
Mergel vom Flötzgebirge ſich in der Zeit um
wie 15 bis 16½° erwärmte. Eben ſo aber iſt der
Unterſchied auch bei der Erkältung durch Ausſtralung
; bei der ſchwarzen Erde wenn das Thermometer
in ½ Stunde ſchon um 7° geſunken
wogegen bei dem Mergel es nicht um 2° abgenommen
hatte.
Einfluß der Moräſte und Wälder
In denjenigen Gegenden wo die Moräſte
nicht gefrieren, wirken Moräſte und Seen
, durch ihren Schatten, indem die Sonne
auf einem großen Theil der Fläche
eher untergeht als auf der Ebene.
Einfluß der Beſchaffenheit des Bodens.
Nicht aber nur die Nähe einer Gebirgskette wirkt
auf die Temperatur einer Ebene ſondern noch mehr
der Zuſtand der Ebene ſelbſt, je nachdem ſie rund
oder glatt iſt und die Farbe, je nach dem dadurch
die Capacitaet des Bodens für die Wärme großer
oder geringer iſt, und je mehr oder weniger
ſie ſich durch die nächtliche Stralung erkältet.
Davy hat gefunden daß ſchwarzes Erdreich eine
Stunde der Sonne ausgeſetzt auf der Oberfläche
um 15 bis 24° R. erwärmt wird, wogegen
Mergel vom Flötzgebirge ſich in der Zeit um
wie 15 bis 16½° erwärmte. Eben ſo aber iſt der
Unterſchied auch bei der Erkältung durch Ausſtralung
; bei der ſchwarzen Erde wenn das Thermometer
in ½ Stunde ſchon um 7° geſunken
wogegen bei dem Mergel es nicht um 2° abgenommen
hatte.
Einfluß der Moräſte und Wälder
In denjenigen Gegenden wo die Moräſte
nicht gefrieren, wirken Moräſte und Seen
erwärmend. Sie temperiren die Sommerwärme
und eben ſo die Kälte des Winters, wie
das Meer. Aber wo ſie gefrieren bilden ſie
kleine Gletſcher, die erſt im Frühjahr aufthauen,
und wirken ſo erkältend.
Die Wälder wirken erkältend, nicht ſowohl als
Schatten erregend, ſondern hauptsächlich als ſtralende
Körper, wegen ihres Apendikulär Syſtems
(: ſ. Thau :)
Reinheit und lichtſchwächende Kraft der Atmosphäre.
Auf ähnliche Art hat auch die Reinheit und die
lichtſchwächende Kraft der Atmosphäre ſelbſt Einfluß
auf die Temperatur. In den Tropen Gegenden
und in der temperirten auf den Bergen wo
nur weniger Waſserdämpfe ſich anhäufen iſt die
Stralung des Erdbodens weit größer, als in den
tiefern Gegenden der temperirten Zone, wo
die Gegenwart der Wolken das Ausſtralen
des Bodens verhindert. – Dagegen iſt aber auch
in den Tropen wegen der Reinheit der Luft die
Wirkung der Sonnenſtralen weit größer, als da
wo die Dämpfe die Durchsichtigkeit der Luft vermindern
. Merkwürdig iſt die Erſcheinung im ſüdlichen Theil
von Peru wo es 5 bis 6 Monate lang nicht regnet,
iſt einige Monate hindurch eine ſolche Reinheit
der Luft, daß man die Sonne mit bloßen Augen ſehen
und eben ſo die Kälte des Winters, wie
das Meer. Aber wo ſie gefrieren bilden ſie
kleine Gletſcher, die erſt im Frühjahr aufthauen,
und wirken ſo erkältend.
Die Wälder wirken erkältend, nicht ſowohl als
Schatten erregend, ſondern hauptsächlich als ſtralende
Körper, wegen ihres Apendikulär Syſtems
(: ſ. Thau :)
Reinheit und lichtſchwächende Kraft der Atmosphäre.
Auf ähnliche Art hat auch die Reinheit und die
lichtſchwächende Kraft der Atmosphäre ſelbſt Einfluß
auf die Temperatur. In den Tropen Gegenden
und in der temperirten auf den Bergen wo
nur weniger Waſserdämpfe ſich anhäufen iſt die
Stralung des Erdbodens weit größer, als in den
tiefern Gegenden der temperirten Zone, wo
die Gegenwart der Wolken das Ausſtralen
des Bodens verhindert. – Dagegen iſt aber auch
in den Tropen wegen der Reinheit der Luft die
Wirkung der Sonnenſtralen weit größer, als da
wo die Dämpfe die Durchsichtigkeit der Luft vermindern
. Merkwürdig iſt die Erſcheinung im ſüdlichen Theil
von Peru wo es 5 bis 6 Monate lang nicht regnet,
iſt einige Monate hindurch eine ſolche Reinheit
der Luft, daß man die Sonne mit bloßen Augen ſehen
kann, und ſie wie der Mond als eine Scheibe erſcheint
. Sie kann dann ſo wenig wirken, und die
Stralen kommen ſo ungeſchwächt herab, daß das Thermometer
bis 13 oder 14° herabsinkt. In Paramata
| Peru | das 10000′ über d.M. liegt iſt die mittl.
Temperatur noch 14° R. In dieſer Hochebene
gefriert im heißeſten Sommer das Getreide
während der Nacht, da die Ausſtralung zu ſchnell
iſt. Bei Tage hat Doc faſt alle Monat das
Thermometer auf 17° R. geſehen, aber in der Nacht
nimmt die Wärme ſo ab, daß man nichts an dem Thermometer
ſehen kann, aber aus dies Phänomen daß
des Getreide erfriert, eine auſserordentliche Kälte
eintritt.
48. Vorlesung, 2. April 1828
Landluft. – Seeluft.
Die geographiſche Verbreitung der Temperatur
läßt ſich in 2 große Hauptabſchnitte theilen,
als Landluft und Seeluft, in ſo fern alſo der Boden
der Atmosphäre das Starre iſt oder das Meer.
In der Seeluft ſelbſt ſind 2 Modificationen, je
nachdem die Atmosphäre ruht auf dem flüſsigen
Meer oder dem feſten Meer (Eis)
Winde
Die Winde kann man entweder betrachten als bloße
Bewegungen, ohne auf ihre Richtung zu ſehen oder
indem man ihre Richtung betrachtet von wo ſie herkom̃en
.
. Sie kann dann ſo wenig wirken, und die
Stralen kommen ſo ungeſchwächt herab, daß das Thermometer
bis 13 oder 14° herabsinkt. In Paramata
| Peru | das 10000′ über d.M. liegt iſt die mittl.
Temperatur noch 14° R. In dieſer Hochebene
gefriert im heißeſten Sommer das Getreide
während der Nacht, da die Ausſtralung zu ſchnell
iſt. Bei Tage hat Doc faſt alle Monat das
Thermometer auf 17° R. geſehen, aber in der Nacht
nimmt die Wärme ſo ab, daß man nichts an dem Thermometer
ſehen kann, aber aus dies Phänomen daß
des Getreide erfriert, eine auſserordentliche Kälte
eintritt.
48. Vorlesung, 2. April 1828
Landluft. – Seeluft.
Die geographiſche Verbreitung der Temperatur
läßt ſich in 2 große Hauptabſchnitte theilen,
als Landluft und Seeluft, in ſo fern alſo der Boden
der Atmosphäre das Starre iſt oder das Meer.
In der Seeluft ſelbſt ſind 2 Modificationen, je
nachdem die Atmosphäre ruht auf dem flüſsigen
Meer oder dem feſten Meer (Eis)
Winde
Die Winde kann man entweder betrachten als bloße
Bewegungen, ohne auf ihre Richtung zu ſehen oder
indem man ihre Richtung betrachtet von wo ſie herkom̃en
.
Betrachtet man ſie im erſten Fall, ſo ſind im
Allgemeinen die Winde erkältend, indem ſie die
Wolken verjagen und dadurch die Ausſtralung
| Radiation | der Erde vermehren. Parry bemerkt
daß man bei einer Kälte von 37° unter dem
Gefrier Punkt ſehr gut aushalten konnte wenn kein
Wind ging, aber bei dem geringſten Wind konnte
man kaum 25° unter dem Gefr Punkt ertragen.
Im andern Fall, indem man die Richtung der
Winde betrachtet, kann man wieder 2 Fälle unterſcheiden
: entweder man betrachtet ſie nach
den Cardinal Punkten, oder nach der Oberfläche
von welcher der Wind herkommt. Die Land und
Seewinde ſind beſonders in einem Meere
das mit vielen Inſeln bedeckt iſt von ſehr großer
Wichtigkeit für die Schiffarth. Bevor man
genau dieſe Winde kannte, mußte man große
Umwege machen. So von Manila nach Peru,
wo man in wenigen Tagen hinkommt, mußte man
um zurück zu kommen weit nach Norden hin ſteuern
und einen ſolchen Umweg machen, daß man einige
Monate brauchte.
?
Jezt iſt dies nicht nöthig, wenn
man auf den Wechsel der Land und Seewinde Acht
giebt ſo iſt es leicht direct zurück zu fahren.
Eben ſo iſt es wenn man von Chili nach Peru
will. Von Chili nach Guajaquil kommt man
Allgemeinen die Winde erkältend, indem ſie die
Wolken verjagen und dadurch die Ausſtralung
| Radiation | der Erde vermehren. Parry bemerkt
daß man bei einer Kälte von 37° unter dem
Gefrier Punkt ſehr gut aushalten konnte wenn kein
Wind ging, aber bei dem geringſten Wind konnte
man kaum 25° unter dem Gefr Punkt ertragen.
Im andern Fall, indem man die Richtung der
Winde betrachtet, kann man wieder 2 Fälle unterſcheiden
: entweder man betrachtet ſie nach
den Cardinal Punkten, oder nach der Oberfläche
von welcher der Wind herkommt. Die Land und
Seewinde ſind beſonders in einem Meere
das mit vielen Inſeln bedeckt iſt von ſehr großer
Wichtigkeit für die Schiffarth. Bevor man
genau dieſe Winde kannte, mußte man große
Umwege machen. So von Manila nach Peru,
wo man in wenigen Tagen hinkommt, mußte man
um zurück zu kommen weit nach Norden hin ſteuern
und einen ſolchen Umweg machen, daß man einige
Monate brauchte.
?
Jezt iſt dies nicht nöthig, wenn
man auf den Wechsel der Land und Seewinde Acht
giebt ſo iſt es leicht direct zurück zu fahren.
Eben ſo iſt es wenn man von Chili nach Peru
will. Von Chili nach Guajaquil kommt man
in 3 Tagen, um zurück zu kommen braucht
man 2½ Monat, weil man weit herab nach
Süden fahren muß, um den Winden zu entgehen
.
Das Wichtigſte bei den Winden ſind die Cardinal
Punkte, diejenigen von wo der Wind herweht
. Ein allgemeines Geſetz iſt: ein jeder Wind
der von einem heterogenen Pol herweht ſtört
die Reinheit der Luft.(?) In den temperirten
Zonen hängt alle Temperatur ab von
N. O. und S. W. Winden, in welcher Zeit ſie
zu uns gelangen, ob ſie Zeit gehabt haben ſich
zu erkühlen, oder zu erwärmen.
Die Schnelligkeit des Windes, nach allen Beobachtungen
von Kraft und denen welche der treffliche
Physiker Herr Wollmann in Cuxhaven angeſtellt
hat, kann man auf 24′ in der Secunde anſchlagen
. Er macht daher 4 Meilen in einer Stunde
er braucht daher mehr als 4 Tage, um von Nova Zembla
zu und zu gelangen, von der Küſte von Africa
bis gegen Berlin kann er dagegen in 2 Tagen gelangen
; es können dieſe daher weit mehr Wärme
herbringen als jene Kälte.
Die Monzune oder Mouzons ſind Winde die
in dem großen Busen des alten Continents
im indiſchen Meere wehen, und wegen ihrer
man 2½ Monat, weil man weit herab nach
Süden fahren muß, um den Winden zu entgehen
.
Das Wichtigſte bei den Winden ſind die Cardinal
Punkte, diejenigen von wo der Wind herweht
. Ein allgemeines Geſetz iſt: ein jeder Wind
der von einem heterogenen Pol herweht ſtört
die Reinheit der Luft.(?) In den temperirten
Zonen hängt alle Temperatur ab von
N. O. und S. W. Winden, in welcher Zeit ſie
zu uns gelangen, ob ſie Zeit gehabt haben ſich
zu erkühlen, oder zu erwärmen.
Die Schnelligkeit des Windes, nach allen Beobachtungen
von Kraft und denen welche der treffliche
Physiker Herr Wollmann in Cuxhaven angeſtellt
hat, kann man auf 24′ in der Secunde anſchlagen
. Er macht daher 4 Meilen in einer Stunde
er braucht daher mehr als 4 Tage, um von Nova Zembla
zu und zu gelangen, von der Küſte von Africa
bis gegen Berlin kann er dagegen in 2 Tagen gelangen
; es können dieſe daher weit mehr Wärme
herbringen als jene Kälte.
Die Monzune oder Mouzons ſind Winde die
in dem großen Busen des alten Continents
im indiſchen Meere wehen, und wegen ihrer
entgegen geſetzten Cardinal Punkten ſehr merkwürdig
ſind. Die ungleiche Erwärmung, je nachdem
die Sonne nördliche oder ſüdliche Declination
hat, bringt dieſen berühmten Wechsel hervor;
wenn nämlich ein Theil ſehr erwärmt wird,
während der andere noch nicht dieſe Wärme hat,
ſo muß ein Wind entſtehen, je nach dem Stand
der Sonne werden dieſe Winde entweder N.O.
oder S.W. Winde. Man ſollte nicht Monzune
ſondern Mouzons ſagen, dann wiewohl das Wort
französiſch klingt, ſo iſt es doch malayiſch mouzin
bedeutet ſo viel als Jahreszeit.
Schon von Arrian wurden dieſe Winde mit
den etheſiſchen verglichen die von N. W. herkommen
. Wahrſcheinlich treten noch andere
Luft Phänomene hinzu, die den großen Contraſt
der Winde dort herbei bringen.
ſind. Die ungleiche Erwärmung, je nachdem
die Sonne nördliche oder ſüdliche Declination
hat, bringt dieſen berühmten Wechsel hervor;
wenn nämlich ein Theil ſehr erwärmt wird,
während der andere noch nicht dieſe Wärme hat,
ſo muß ein Wind entſtehen, je nach dem Stand
der Sonne werden dieſe Winde entweder N.O.
oder S.W. Winde. Man ſollte nicht Monzune
ſondern Mouzons ſagen, dann wiewohl das Wort
französiſch klingt, ſo iſt es doch malayiſch mouzin
bedeutet ſo viel als Jahreszeit.
Schon von Arrian wurden dieſe Winde mit
den etheſiſchen verglichen die von N. W. herkommen
. Wahrſcheinlich treten noch andere
Luft Phänomene hinzu, die den großen Contraſt
der Winde dort herbei bringen.
Es iſt ſehr wahrſcheinlich daß es nicht des Abhangs
eines Gebirgsbedarf damit die Luft von oben herabkomme
, ſondern daß bei jeder Strömung der Luft
nach oben hin, noch ein Theil der kalten Luft aus den
obern Regionen herabſteige. Herr v Buch hat dieſe
Bemerkung ſchon bei den kanariſchen Inſeln gemacht;
vermuthen kann man dieß im Innern von Afrika
, wo ſo etwas ſtatt findet; es iſt dort nicht
wärmer nach Clepton als in Aſien. Aber bisweilen
tritt in den dortigen Tropengegenden eine
außerordentliche Kälte ein. Dr Ehrenberg fand
auf ſeiner letzten Reiſe unter 19° O Br. in Dongola,
daß das Thermometer im Monat December bei Nordwinde
bis auf 2½° R. herab sank. Alle Verſuche
Doc in Weſtindien zeigten daß das Thermometer
nie unter 16 bis 15° herabſank. Es iſt wahrſcheinlich
daß die Erſcheinung in Afrika nicht von den
Nordwinden allein herkommt, das dieſe ſich erwärmen
wenn ſie über die Wüſte ſtreichen; vielleicht
daß der Contraſt mit der obern Luft die Urſache
iſt; vielleicht aber auch die Dämpfe, wenn eine ſehr
eines Gebirgsbedarf damit die Luft von oben herabkomme
, ſondern daß bei jeder Strömung der Luft
nach oben hin, noch ein Theil der kalten Luft aus den
obern Regionen herabſteige. Herr v Buch hat dieſe
Bemerkung ſchon bei den kanariſchen Inſeln gemacht;
vermuthen kann man dieß im Innern von Afrika
, wo ſo etwas ſtatt findet; es iſt dort nicht
wärmer nach Clepton als in Aſien. Aber bisweilen
tritt in den dortigen Tropengegenden eine
außerordentliche Kälte ein. Dr Ehrenberg fand
auf ſeiner letzten Reiſe unter 19° O Br. in Dongola,
daß das Thermometer im Monat December bei Nordwinde
bis auf 2½° R. herab sank. Alle Verſuche
Doc in Weſtindien zeigten daß das Thermometer
nie unter 16 bis 15° herabſank. Es iſt wahrſcheinlich
daß die Erſcheinung in Afrika nicht von den
Nordwinden allein herkommt, das dieſe ſich erwärmen
wenn ſie über die Wüſte ſtreichen; vielleicht
daß der Contraſt mit der obern Luft die Urſache
iſt; vielleicht aber auch die Dämpfe, wenn eine ſehr
große Trockenheit entſteht und die untere Luft verdünnt
wird, ſo ſinkt die obere ſchwere herab.
Es kann Kälte erregt werden wenn ſehr trockene
Luftſchichten ſich in feuchte ergießen. Gaylupac hat
durch Verſuche gefunden, daß wenn man trokene
Luft auf angefeuchtetes Papier ſtreifen etc. ſtrömen
läßt man die Wärme derſelben um 10° herabbringen
kann, weit mehr als Herr Wels durch die Radiation gefunden
hat. Etwas Ähnliches ſcheint bei der ſehr trockenen
Luft in Afrika zu ſein, wo die Kälte ſo groß wurde
daß der Dr. Qudenay den Tod fand. Durch Herrn Savy haben
wir nähere Aufklärung darüber bekommen wiewohl
er ſelbſt es ſich nicht erklären konnte.
?
Der Harmaltanwind
der über die Wüſten ſtreicht brachte
das Thermometer auf einmal bis auf 15° R. herab;
es dehnt ſich dadurch unter die untere Luft aus und
die höhere die kälter iſt ſinkt als ſchwerer herab
Einfluß des
Meers Küſtenklimate.
Die Nähe des Oceans bringt die Contraſte hervor die
ſich zwiſchen dem Küſtenklima und dem Continentalklima
finden; Buch und Barenberg haben ſich viel mit
dieſem Gegenſtand beſchäftigt. Den größten Contraſt
wird, ſo ſinkt die obere ſchwere herab.
Es kann Kälte erregt werden wenn ſehr trockene
Luftſchichten ſich in feuchte ergießen. Gaylupac hat
durch Verſuche gefunden, daß wenn man trokene
Luft auf angefeuchtetes Papier ſtreifen etc. ſtrömen
läßt man die Wärme derſelben um 10° herabbringen
kann, weit mehr als Herr Wels durch die Radiation gefunden
hat. Etwas Ähnliches ſcheint bei der ſehr trockenen
Luft in Afrika zu ſein, wo die Kälte ſo groß wurde
daß der Dr. Qudenay den Tod fand. Durch Herrn Savy haben
wir nähere Aufklärung darüber bekommen wiewohl
er ſelbſt es ſich nicht erklären konnte.
?
Der Harmaltanwind
der über die Wüſten ſtreicht brachte
das Thermometer auf einmal bis auf 15° R. herab;
es dehnt ſich dadurch unter die untere Luft aus und
die höhere die kälter iſt ſinkt als ſchwerer herab
Einfluß des
Meers Küſtenklimate.
Die Nähe des Oceans bringt die Contraſte hervor die
ſich zwiſchen dem Küſtenklima und dem Continentalklima
finden; Buch und Barenberg haben ſich viel mit
dieſem Gegenſtand beſchäftigt. Den größten Contraſt
findet man auf der ſkandinaviſchen Halbinſel. An
der Küſte unter 70° dbr iſt die Schneegrenze ſehr tief,
und nur 1½° weiter gegen Norden findet man
ſie erſt auf einer Höhe von 2200 Fuß. – Die Schneegrenze
hängt aber nicht von der mittlern Temperatur
des ganzen Jahres, ſondern von der mittlern
Temperatur des Sommers ab. – Eben ſo auffallend
hat Doc ſelbſt in der Bretagne die Verſchiedenheit
des Küſtenklimas geſehen, gegen das, welches
im Innern herrſcht. Man findet im weſtlichen Theil
der Bretagne Pflanzen die man nur ſonſt in Italien
findet: den Lorbeerbaum, Erdbeerbaum etc. eine
Wirkung der Nordweſt Winde, und des Küſtenklimas.
Dagegen findet man dort keinen Weinbau, indem
bei den Küſtenklimaten das Charakteriſtiſche iſt,
daß der Sommer weniger warm, und der Winter
wenig kalt iſt, der Wein bedarf aber eine große
Sommer Wärme wogegen die andern genannten Pflanzen
nur eine warme mittlere Temperatur bedürfen.
Sieht man das Meer bloß als Maſse von Flüſsigkeiten
der Küſte unter 70° dbr iſt die Schneegrenze ſehr tief,
und nur 1½° weiter gegen Norden findet man
ſie erſt auf einer Höhe von 2200 Fuß. – Die Schneegrenze
hängt aber nicht von der mittlern Temperatur
des ganzen Jahres, ſondern von der mittlern
Temperatur des Sommers ab. – Eben ſo auffallend
hat Doc ſelbſt in der Bretagne die Verſchiedenheit
des Küſtenklimas geſehen, gegen das, welches
im Innern herrſcht. Man findet im weſtlichen Theil
der Bretagne Pflanzen die man nur ſonſt in Italien
findet: den Lorbeerbaum, Erdbeerbaum etc. eine
Wirkung der Nordweſt Winde, und des Küſtenklimas.
Dagegen findet man dort keinen Weinbau, indem
bei den Küſtenklimaten das Charakteriſtiſche iſt,
daß der Sommer weniger warm, und der Winter
wenig kalt iſt, der Wein bedarf aber eine große
Sommer Wärme wogegen die andern genannten Pflanzen
nur eine warme mittlere Temperatur bedürfen.
Sieht man das Meer bloß als Maſse von Flüſsigkeiten
an, ſo verändert ſich die Temperatur deſselben
nur ſehr langsam, da ſie die Wärme auch nur langſamer
annimmt als der Continent. Wo es nicht gefrieret
kann Schnee und Eis ſich nicht erhalten. Große
Waſsermaſsen haben eine Tendenz zur Erwärmung
und deshalb kann die Luft die darüber ſtreicht im
Winter ſich nicht erkalten. Dieß macht für ein
erſtliches Küſten-Land die Weſtwinde erwärmend wenn
die über Eis und Schneemaſsen ſtreichenden NO
Winde erkältend ſind. – Dagegen wirkt auch eine
große Waſsermaſse Kälte erregend nicht ſowohl
durch Stralung, als durch Verdünſtung. Eine Folge
davon ſind die Nebel an den Küſtenländern.
Aus allem dem geht der große Unterſchied der Klimate
auf Küſten und Inſeln gegen die der
Continente hervor. Das Meer wirkt mäſsigend.
Das Continental Clima hat mehr Contraſte; es
hat ſehr heiße Sommer da keine erkältende Winde
bis dorthin kommen, ſondern die Luft über den
Continent ſtrömend ſich bereits wieder erwärmt hat
nur ſehr langsam, da ſie die Wärme auch nur langſamer
annimmt als der Continent. Wo es nicht gefrieret
kann Schnee und Eis ſich nicht erhalten. Große
Waſsermaſsen haben eine Tendenz zur Erwärmung
und deshalb kann die Luft die darüber ſtreicht im
Winter ſich nicht erkalten. Dieß macht für ein
erſtliches Küſten-Land die Weſtwinde erwärmend wenn
die über Eis und Schneemaſsen ſtreichenden NO
Winde erkältend ſind. – Dagegen wirkt auch eine
große Waſsermaſse Kälte erregend nicht ſowohl
durch Stralung, als durch Verdünſtung. Eine Folge
davon ſind die Nebel an den Küſtenländern.
Aus allem dem geht der große Unterſchied der Klimate
auf Küſten und Inſeln gegen die der
Continente hervor. Das Meer wirkt mäſsigend.
Das Continental Clima hat mehr Contraſte; es
hat ſehr heiße Sommer da keine erkältende Winde
bis dorthin kommen, ſondern die Luft über den
Continent ſtrömend ſich bereits wieder erwärmt hat
und ſehr kalte Winter, weil die Winde ſich wie ſchon
bemerkt über Eis und Schnee der Continente erkälten
.
Buffon nennt dieſe
Continental Climate
ſehr gut exesſifs
In den vereinigten Staaten von Nord-
Amerika iſt der Sommer ſo heiß wie in Malta
und der Winter ſo kalt wie in Upsala.
Wenn man die nunmeriſchen Verhältniſse der
mittlere Temperatur der Sonnenwärme angiebt,
ſo wundert man ſich daß die Unterſchiede nicht
ſo groß ſind als man der Vegetation nach glauben
ſollte. Der Unterſchied der mittlern Temperatur
der Sommermonate in der Bretagne,
Normadie und Orleans beträgt kaum 1°,5 R.
Es macht dieß der Unterſchied des bedeckten und
klaren Himmels coelo sudo und coelo nubilo; wenn
die Wärme hinauf ſtralt ſo kann das Thermometer
denselben Grad angeben gleichviel ob der
Himmel klar oder bedeckt iſt; ganz anders iſt
es aber für die Vegetation; bei unbedeckten
Himmel werden die Pflanzen unmittelbar
von den Sonnenſtralen berührt, und dieſe haben
bemerkt über Eis und Schnee der Continente erkälten
.
Buffon nennt dieſe
Continental Climate
ſehr gut exesſifs
In den vereinigten Staaten von Nord-
Amerika iſt der Sommer ſo heiß wie in Malta
und der Winter ſo kalt wie in Upsala.
Wenn man die nunmeriſchen Verhältniſse der
mittlere Temperatur der Sonnenwärme angiebt,
ſo wundert man ſich daß die Unterſchiede nicht
ſo groß ſind als man der Vegetation nach glauben
ſollte. Der Unterſchied der mittlern Temperatur
der Sommermonate in der Bretagne,
Normadie und Orleans beträgt kaum 1°,5 R.
Es macht dieß der Unterſchied des bedeckten und
klaren Himmels coelo sudo und coelo nubilo; wenn
die Wärme hinauf ſtralt ſo kann das Thermometer
denselben Grad angeben gleichviel ob der
Himmel klar oder bedeckt iſt; ganz anders iſt
es aber für die Vegetation; bei unbedeckten
Himmel werden die Pflanzen unmittelbar
von den Sonnenſtralen berührt, und dieſe haben
dann eine weit größere Intenſität als dieß bei
bedeckten Himmel der Fall iſt; wo die reflectirten
Stralen nur berühren Aus derſelben Ursache
iſt es warum manche Gewächſe, wie z. B. der Wein höher
hinauf an Bergen anwachsen als in den dieſen
Höhen correspondirenden Breiten, und wie man
nach den Thermometer glauben ſollte. Die Intenſität
des Lichts iſt auf den Höhen wo der Himmel klarer
wird, weit größer als in den Ebenen . Aus
einem Versuch von Gaylusſac, daß Waſserſtoffgas
mit Chlor gemiſcht im Sonnenlicht explodirt nicht aber
im reflectirten Licht, geht ſchon der große Unterſchied
zwiſchen der unmittelbaren Berührung der Sonnenſtralen
ſelbſt, und der durch Reflection vermittelten
hervor. Wahrſcheinlich geht ſo etwas Ähnliches auch
in der Parenthesis der Pflanzen vor.
Unterſchied der Temperaturen
in weſtl.
u öſtl. Ländern.
Schon oben iſt des Unterſchieds erwähnt der in den Climaten
von Ländern exiſtirt, welche an einer weſtlichen
, und der, welche an einer öſtlichen Küſte gelegen
ſind, und die Hauptsächlich durch die Winde in den
bedeckten Himmel der Fall iſt; wo die reflectirten
Stralen nur berühren Aus derſelben Ursache
iſt es warum manche Gewächſe, wie z. B. der Wein höher
hinauf an Bergen anwachsen als in den dieſen
Höhen correspondirenden Breiten, und wie man
nach den Thermometer glauben ſollte. Die Intenſität
des Lichts iſt auf den Höhen wo der Himmel klarer
wird, weit größer als in den Ebenen . Aus
einem Versuch von Gaylusſac, daß Waſserſtoffgas
mit Chlor gemiſcht im Sonnenlicht explodirt nicht aber
im reflectirten Licht, geht ſchon der große Unterſchied
zwiſchen der unmittelbaren Berührung der Sonnenſtralen
ſelbſt, und der durch Reflection vermittelten
hervor. Wahrſcheinlich geht ſo etwas Ähnliches auch
in der Parenthesis der Pflanzen vor.
Unterſchied der Temperaturen
in weſtl.
u öſtl. Ländern.
Schon oben iſt des Unterſchieds erwähnt der in den Climaten
von Ländern exiſtirt, welche an einer weſtlichen
, und der, welche an einer öſtlichen Küſte gelegen
ſind, und die Hauptsächlich durch die Winde in den
temperirten Zonen (ſind)hervorgebracht werden, die Gegenſtrömungen der Paſsatwind
und daher (alle) weſtliche ſind.
?
Die weſtliche Küſte iſt
deshalb wärmer als die öſtliche, ſie empfängt nur
Winde die über das Meer gehen, welches nicht mit
Eis und Schnee bedeckt iſt, dagegen die öſtliche
Küſte die Winde erhält welche über den mit Schnee
und Eis bedeckten Continent geſtrichen iſt. –
Parry auf ſeiner letzten Reiſe führt als etwas
Neues an, daß ſich auf der Oſtküſte mehr Eis befinde
als auf der Weſtküſte und erklärt es, was
ſeinen naturhiſtoriſchen Kenntniſsen keine große
Ehre macht aus der Rotation der Erde
(Wenn die europäiſche Cultur lange nur in) Europa
als weſtlicher Theil des alten Continents, und (der)die
öſtlichen Küſte von Amerika (wäre)vergleichend , ſo glaubte man
Amerika wäre überhaupt kälter als Europa; da
ſich der Unterſchied in dieſen Gegenden bedeutend
zeigte. Aber wenn man weiter weſtlich nach Amerika
geht ſo findet man eine wärmere Temperatur
: an dem Ausfluß des Rio Columbia friert
es nur wenig; der Oelbaum geht an der weſtlichen
Seite von Amerika bis zur Breite von 37°, während
und daher (alle) weſtliche ſind.
?
Die weſtliche Küſte iſt
deshalb wärmer als die öſtliche, ſie empfängt nur
Winde die über das Meer gehen, welches nicht mit
Eis und Schnee bedeckt iſt, dagegen die öſtliche
Küſte die Winde erhält welche über den mit Schnee
und Eis bedeckten Continent geſtrichen iſt. –
Parry auf ſeiner letzten Reiſe führt als etwas
Neues an, daß ſich auf der Oſtküſte mehr Eis befinde
als auf der Weſtküſte und erklärt es, was
ſeinen naturhiſtoriſchen Kenntniſsen keine große
Ehre macht aus der Rotation der Erde
(Wenn die europäiſche Cultur lange nur in) Europa
als weſtlicher Theil des alten Continents, und (der)die
öſtlichen Küſte von Amerika (wäre)vergleichend , ſo glaubte man
Amerika wäre überhaupt kälter als Europa; da
ſich der Unterſchied in dieſen Gegenden bedeutend
zeigte. Aber wenn man weiter weſtlich nach Amerika
geht ſo findet man eine wärmere Temperatur
: an dem Ausfluß des Rio Columbia friert
es nur wenig; der Oelbaum geht an der weſtlichen
Seite von Amerika bis zur Breite von 37°, während
er an der Oſtküſte kaum noch in Süd Carolina und
Georgien gedeiht. Daſselbe findet ſich auch im alten
Continent; wenn man in derſelben Breite bleibend
nach Asien fortgeht, ſo findet man es immer kälter
. Die mittlere Temperatur von Paris findet
ſich in Amerika in einer Breite von Neapel in
Philadelphia 40° n B. und eben ſo gegen O. in Peking.
Es geht daraus hervor daß die iſothermen Linien
ſich gegen O ſenken müſsen. So liegen Berlin, Kamſchatka
, Peter Pauls Hafen und Labrador in derſelben
Breite: es hat aber Berlin eine mittlere
Temperatur von 7°, Labrador aber − 2° R. Die Wintermonate
in Berlin kaum − 1°; von Labrador dagegen
− 12°. –
Auf dieſe Art kann man iſotherme
Linien ziehen indem man Örter von gleicher Temperatur
mit einander verbindet. – zwiſchen den
Aequator bis zum 23° dBr. ſind die Verſchiedenheiten
der Temperatur im Amerika und Europa nicht
bedeutend; größer werden aber die Differenzen ſobald
man mehr gegen die Pole geht. –
Isotherme Linien
Georgien gedeiht. Daſselbe findet ſich auch im alten
Continent; wenn man in derſelben Breite bleibend
nach Asien fortgeht, ſo findet man es immer kälter
. Die mittlere Temperatur von Paris findet
ſich in Amerika in einer Breite von Neapel in
Philadelphia 40° n B. und eben ſo gegen O. in Peking.
Es geht daraus hervor daß die iſothermen Linien
ſich gegen O ſenken müſsen. So liegen Berlin, Kamſchatka
, Peter Pauls Hafen und Labrador in derſelben
Breite: es hat aber Berlin eine mittlere
Temperatur von 7°, Labrador aber − 2° R. Die Wintermonate
in Berlin kaum − 1°; von Labrador dagegen
− 12°. –
Auf dieſe Art kann man iſotherme
Linien ziehen indem man Örter von gleicher Temperatur
mit einander verbindet. – zwiſchen den
Aequator bis zum 23° dBr. ſind die Verſchiedenheiten
der Temperatur im Amerika und Europa nicht
bedeutend; größer werden aber die Differenzen ſobald
man mehr gegen die Pole geht. –
Isotherme Linien
Die iſothermen Linien haben in Europa einen convexen
Scheitel gegen den Pol gerichtet, wenn ſie weiter
gegen Aſien einen concaven Scheitel nach dem Pole
hin Als man bloß die verſchiedenen Declinationen
und Inclinationen der Magnetnadel kannte, war
alles verwirrt, und man mußte nicht wie dieſe Erſcheinungen
zuſammen hängen bis Halley zuerſt
darauf kam die Orter gleicher Inclination und
Declination zu verbinden. Eben ſo war es mit
der Wärme; durch Tabellen würde man nicht die
deutliche Vorſtellung haben die die iſothermen Linien
gaben, durch die man hauptſächlich auf das
Geſetz der Oſt und Weſtküſten gekommen iſt.
Solche bildliche Vorſtellungen können überhaupt leichter
zu dem Erkennen des Cauſalzuſammenhanges
der Erſcheinungen führen.
Um ſich über die Temperatur deutlicher aus zudrücken
, war es nöthig durch einfache Zahlen die
verſchiedenen Temperaturen angaben zu können.
Beſtimung der mittlern
Temperatur.
Schon in frühern Zeiten haben Maragli und Almus versucht
Scheitel gegen den Pol gerichtet, wenn ſie weiter
gegen Aſien einen concaven Scheitel nach dem Pole
hin Als man bloß die verſchiedenen Declinationen
und Inclinationen der Magnetnadel kannte, war
alles verwirrt, und man mußte nicht wie dieſe Erſcheinungen
zuſammen hängen bis Halley zuerſt
darauf kam die Orter gleicher Inclination und
Declination zu verbinden. Eben ſo war es mit
der Wärme; durch Tabellen würde man nicht die
deutliche Vorſtellung haben die die iſothermen Linien
gaben, durch die man hauptſächlich auf das
Geſetz der Oſt und Weſtküſten gekommen iſt.
Solche bildliche Vorſtellungen können überhaupt leichter
zu dem Erkennen des Cauſalzuſammenhanges
der Erſcheinungen führen.
Um ſich über die Temperatur deutlicher aus zudrücken
, war es nöthig durch einfache Zahlen die
verſchiedenen Temperaturen angaben zu können.
Beſtimung der mittlern
Temperatur.
Schon in frühern Zeiten haben Maragli und Almus versucht
die mittlere Temperatur zu finden; ſie glaubten
es dadurch zu bewerkſtelligen daß ſie das Mittel
aus den wärmſten und kälteſten Tagen nahmen.
Es ſind dieß aber nur Zufälligkeiten, die keinen
deutlichen Begriff von der Temperatur eines
Orts geben können. Seine erſten Verſuche machte
Maragli im Jahr 1718; ſpäter 1740 verglich er ſie. –
Später nahm man die Extreme in der Monaten:
December und Auguſt. – Schon 1735 hatte Reaumur
einer richtigen Begriff von der mittlern Temperatur
aufgefaßt. Er hatte bemerkt daß die
Wärme der Tage in einer arimethiſchen Progeſsion
wachſe und abnehme; um die mittlere
Temperatur zu nehmen muß man das Maximum
und Minimum beobachten, die Temperaturen addiren und
durch die Anzahl derſelben dividiren. Es wäre gut
von ½ zu ½ Stunde die Beobachtungen zu machen um
daraus die mittlere Temperatur des Tages ſelbſt zu finden
; geſchieht dieß nicht, und macht man die Beobachtungen
vielleicht auch zu verſchiedenen Zeiten ſo muß das
Reſultat fehlerhaft werden da man nicht alle Zeiten
es dadurch zu bewerkſtelligen daß ſie das Mittel
aus den wärmſten und kälteſten Tagen nahmen.
Es ſind dieß aber nur Zufälligkeiten, die keinen
deutlichen Begriff von der Temperatur eines
Orts geben können. Seine erſten Verſuche machte
Maragli im Jahr 1718; ſpäter 1740 verglich er ſie. –
Später nahm man die Extreme in der Monaten:
December und Auguſt. – Schon 1735 hatte Reaumur
einer richtigen Begriff von der mittlern Temperatur
aufgefaßt. Er hatte bemerkt daß die
Wärme der Tage in einer arimethiſchen Progeſsion
wachſe und abnehme; um die mittlere
Temperatur zu nehmen muß man das Maximum
und Minimum beobachten, die Temperaturen addiren und
durch die Anzahl derſelben dividiren. Es wäre gut
von ½ zu ½ Stunde die Beobachtungen zu machen um
daraus die mittlere Temperatur des Tages ſelbſt zu finden
; geſchieht dieß nicht, und macht man die Beobachtungen
vielleicht auch zu verſchiedenen Zeiten ſo muß das
Reſultat fehlerhaft werden da man nicht alle Zeiten
als gleich anſehen kann. Eben ſo fehlerhaft iſt es, wenn
man nur das Minimum der Temperatur des Morgens
und das Maximum des Nachmittags nimmt iſt (ſondern?) des
Minimums der Temperatur des einen Tages, und das
Maximum des andern.
?
Doch hat Doc gefunden daß die
Unterſchiede nur ſehr gering ſind. Halström hat über die
Beſtimmung der mittlern Temperatur geſchrieben;
Posſel und Bobendorff haben durch eine Formel eine Curve
zu beſtimmen geſucht die die Temperaturen des ganzen
Jahres giebt. Gausſ hat daſselbe versucht durch
die Methode der Warthe der Interpolation zu finden.
Auch Waldeck in Ofen hat ſich damit beſchäftigt. Es haben
dieſen Formeln aber der Nachtheil, daß ſie nicht für
jede Breite anwendbar ſind. Beobachtungen von Brandes
in Cuxhaven
In neuren Zeiten hat man da die Pendellänge den
Gang der Uhren beſtimmt, und dieſe Länge ſelbſt durch
die Temperatur beſtimmt wird, zum Theil rückwärts
ſchlieſsen wollen und vorgeſchlagen aus der
Uhren die keine Compensation haben, die Temperatur
zu entnehmen. Doch wirken hiebei zu viel Umſtände
ein, als daß man auf ein ſichres Reſultat
rechnen könnte.
man nur das Minimum der Temperatur des Morgens
und das Maximum des Nachmittags nimmt iſt (ſondern?) des
Minimums der Temperatur des einen Tages, und das
Maximum des andern.
?
Doch hat Doc gefunden daß die
Unterſchiede nur ſehr gering ſind. Halström hat über die
Beſtimmung der mittlern Temperatur geſchrieben;
Posſel und Bobendorff haben durch eine Formel eine Curve
zu beſtimmen geſucht die die Temperaturen des ganzen
Jahres giebt. Gausſ hat daſselbe versucht durch
die Methode der Warthe der Interpolation zu finden.
Auch Waldeck in Ofen hat ſich damit beſchäftigt. Es haben
dieſen Formeln aber der Nachtheil, daß ſie nicht für
jede Breite anwendbar ſind. Beobachtungen von Brandes
in Cuxhaven
In neuren Zeiten hat man da die Pendellänge den
Gang der Uhren beſtimmt, und dieſe Länge ſelbſt durch
die Temperatur beſtimmt wird, zum Theil rückwärts
ſchlieſsen wollen und vorgeſchlagen aus der
Uhren die keine Compensation haben, die Temperatur
zu entnehmen. Doch wirken hiebei zu viel Umſtände
ein, als daß man auf ein ſichres Reſultat
rechnen könnte.
Neuerdings hat man ſich bemüht die Stunde auszufinden
die die Temperatur des Tages ausdrückt. Da nämlich
die Temperatur in arimethiſchen Verhältniß wächſt
und abnimmt ſo muß es einen Monat geben in dem die
mittlere Temperatur des Jahres zu ſuchen iſt, einen
Tag der die mittlere Temperatur des Monats, und eine
Stunde die die mittlere Temperatur des Tages angiebt
. In Edinburgh hat man 17500 Beobachtungen von
Stunde zu Stunden machen laſsen, und gefunden daß
wenn man um 9 Uhr 13′ des Morgens und um 8 Uhr 25′
des Abends beobachtet ſo würde man die mittlere Temperatur
von Edinburgh finden. Eben ſo daß wenn man
zu zwei gleichen Stunden beobachtet, und das Mittel
ſucht die Temperatur des Tages gefunden werden kann.
Eben ſo verhält es ſich mit den Monaten. Man fand in
Ofen die mittlere Temperatur des ganzen Jahres zwiſchen
den 15ten u 20ten April und zwiſchen den 15 u 24ten October;
in Paris nach Boucardo Beobachtungen am 22te April und
25ten Octobr. Am beſten wäre der Monat October zu benutzen
durch deſsen mittlere Temperatur man die des ganzen
Jahres finden kann. –
die die Temperatur des Tages ausdrückt. Da nämlich
die Temperatur in arimethiſchen Verhältniß wächſt
und abnimmt ſo muß es einen Monat geben in dem die
mittlere Temperatur des Jahres zu ſuchen iſt, einen
Tag der die mittlere Temperatur des Monats, und eine
Stunde die die mittlere Temperatur des Tages angiebt
. In Edinburgh hat man 17500 Beobachtungen von
Stunde zu Stunden machen laſsen, und gefunden daß
wenn man um 9 Uhr 13′ des Morgens und um 8 Uhr 25′
des Abends beobachtet ſo würde man die mittlere Temperatur
von Edinburgh finden. Eben ſo daß wenn man
zu zwei gleichen Stunden beobachtet, und das Mittel
ſucht die Temperatur des Tages gefunden werden kann.
Eben ſo verhält es ſich mit den Monaten. Man fand in
Ofen die mittlere Temperatur des ganzen Jahres zwiſchen
den 15ten u 20ten April und zwiſchen den 15 u 24ten October;
in Paris nach Boucardo Beobachtungen am 22te April und
25ten Octobr. Am beſten wäre der Monat October zu benutzen
durch deſsen mittlere Temperatur man die des ganzen
Jahres finden kann. –
49. Vorlesung, 9. April 1828
Anmerkungen.
Es ſind die Umhüllungen im ihren Analogien und Contraſten
betrachtet worden. Das Minimum der Umhältungen
finden wir bei dem Monde, das Maximum bei den
Kometen, ſelbſt bei denen ohne Schweif wie der Bielaſche.
Dieſer hat eine Dunſthülle die 4½ Erddurchmeſser beträgt.
Wir haben die Atmoſphäre bisher betrachtet: nach Ausdehnung
und Höhe; nach der chemiſchen Beſchaffenheit, nach
drukhygrometriſche Beſchaffenheit und Temperatur Verhältniſsen
, (unter T) Modificationen des Luftkreiſes
die wichtigſten. Wir haben ſie eingetheilt nach Landluft
und Seeluft, die erſtere verſchieden betrachtet nach
den obern und untern Schichten; die andern nach den Theilen
des Meeres die flüſsig und denen die ſtarr ſind. –
Außer dieſen unmittelbaren Wegen die mitlere Temperatur zu finden giebt es noch mittelbare
, beſonders richtig für Reiſende die ſich nicht
lange Zeit an einem Ort aufhalten können. Man kann
auf die mittlere Temperatur eines Orts ſchlieſsen
mit ziemlicher Sicherheit, aus der Temperatur der Quellen
, nach mehr aber aus den Bohrlöchern die man 22 bis
23 Fuß tief macht. Die Oberfläche des Meers in derſelben
Breite giebt ebenfalls beinahe die mittlere Temperatur
des Orts an; ſie wird etwas höher ſein da die kalten
Partikeln im Meere zu Boden ſinken.
Anmerkungen.
Es ſind die Umhüllungen im ihren Analogien und Contraſten
betrachtet worden. Das Minimum der Umhältungen
finden wir bei dem Monde, das Maximum bei den
Kometen, ſelbſt bei denen ohne Schweif wie der Bielaſche.
Dieſer hat eine Dunſthülle die 4½ Erddurchmeſser beträgt.
Wir haben die Atmoſphäre bisher betrachtet: nach Ausdehnung
und Höhe; nach der chemiſchen Beſchaffenheit, nach
drukhygrometriſche Beſchaffenheit und Temperatur Verhältniſsen
, (unter T) Modificationen des Luftkreiſes
die wichtigſten. Wir haben ſie eingetheilt nach Landluft
und Seeluft, die erſtere verſchieden betrachtet nach
den obern und untern Schichten; die andern nach den Theilen
des Meeres die flüſsig und denen die ſtarr ſind. –
Außer dieſen unmittelbaren Wegen die mitlere Temperatur zu finden giebt es noch mittelbare
, beſonders richtig für Reiſende die ſich nicht
lange Zeit an einem Ort aufhalten können. Man kann
auf die mittlere Temperatur eines Orts ſchlieſsen
mit ziemlicher Sicherheit, aus der Temperatur der Quellen
, nach mehr aber aus den Bohrlöchern die man 22 bis
23 Fuß tief macht. Die Oberfläche des Meers in derſelben
Breite giebt ebenfalls beinahe die mittlere Temperatur
des Orts an; ſie wird etwas höher ſein da die kalten
Partikeln im Meere zu Boden ſinken.
Ein anders Mittel daß auch ſchon die Alten angaben,
iſt die Cultur des Bodens. ſ. Strabo
Die mittlere jährliche Temperatur von Berlin iſt faſt
7° R, ungefähr auf die unſerer Monate April und Octobr;
wogegen der warmſte Monat, Auguſt zwiſchen 14
und 15° mittlere Temperatur hat.
Temperatur in Bezug
auf Vegetation.
Es iſt dieß die Temperatur
welche die Dattelpalme erfordert. – Zur
Cultur der Dattelpalme iſt eine jährliche mittlere
Temperatur von 18° R nöthig, allein bloß um Palmen
hervorzubringen die keine Früchte tragen ſind 14°
hinreichend, wie unſer Monat Auguſt. In Breiten wo
dieſe mittlere Temperatur herrſcht findet man Palmenwälder
von 20 bis 30000 Bäumen künſtlich angelegt
, die ſich ſehr gut fortpflanzen.
Citronenbäume, da wo ſie viel in freier Luft ſtehen
können eine Kälte von −6° ertragen. Die mittlere
Temperatur des Jahres aber welche die Citronenbäume
erfordern iſt 13½° R.
Der Oelbaum wächſt in Europa zwiſchen 36 und 44° d.B.
bei einer mittlern jährlichen Temperatur von 11½°
bis 15° R. Es kömmt aber bei der Cultur des Oelbaums
iſt die Cultur des Bodens. ſ. Strabo
Die mittlere jährliche Temperatur von Berlin iſt faſt
7° R, ungefähr auf die unſerer Monate April und Octobr;
wogegen der warmſte Monat, Auguſt zwiſchen 14
und 15° mittlere Temperatur hat.
Temperatur in Bezug
auf Vegetation.
Es iſt dieß die Temperatur
welche die Dattelpalme erfordert. – Zur
Cultur der Dattelpalme iſt eine jährliche mittlere
Temperatur von 18° R nöthig, allein bloß um Palmen
hervorzubringen die keine Früchte tragen ſind 14°
hinreichend, wie unſer Monat Auguſt. In Breiten wo
dieſe mittlere Temperatur herrſcht findet man Palmenwälder
von 20 bis 30000 Bäumen künſtlich angelegt
, die ſich ſehr gut fortpflanzen.
Citronenbäume, da wo ſie viel in freier Luft ſtehen
können eine Kälte von −6° ertragen. Die mittlere
Temperatur des Jahres aber welche die Citronenbäume
erfordern iſt 13½° R.
Der Oelbaum wächſt in Europa zwiſchen 36 und 44° d.B.
bei einer mittlern jährlichen Temperatur von 11½°
bis 15° R. Es kömmt aber bei der Cultur des Oelbaums
hauptſächlich auf die kälteſten Monate an; die größte
Kälte darf nicht unter 4°(bis?)5 ſein.
Trinkbarer, guter, Alkohol reicher Wein erfordert
die Wärme von 7 bis 8° R.; aber unter der Bedingung:
daß die 3 Wintermonate in ihrem Mittel nicht unter
dem Gefrierpunkt herabsinken dürfen; die Sommerwärme
muß 15 bis 16° betragen. In Europa kann
er demnach gedeihen bis zum 50° nB. in Amerika hörten
ſchon bei 40° B. auf. Hier in Berlin iſt die mittlere
Temperatur der Wintermonate wenigſtens –
½°, und die Sonnewärme nur 14° R daher kein
günſtiger Klima auf den Weinbau.
Für die Cultur der Cerealien iſt es ſehr glücklich
daß ſie zu den Gräsern gehören. Sie können gebaut
werden wo die mittlere Temperatur von 8°. R.
haben, dieſelben in der die Birken ausſchlagen.
(doch nur des Som̃ers?)
Das Erwachen der Natur im Frühjahr iſt ſehr merkwürdig
; ein ſchnelleres Erwachen beruht darauf daß
in kurzen Perioden (die ?) ſehr ſteigend zunimmt. In nördlichen
Gegenden erwacht die Natur bei 4½° R; Birken ſchlagen
aus bei 8° – In Rom iſt dieß Anfangs März in Berlin
im Anfang May; in Upsala im Junÿ. – Im ſüdlichen
Frankreich haben 270 Tage eine Temperatur über 9° R.,
Kälte darf nicht unter 4°(bis?)5 ſein.
Trinkbarer, guter, Alkohol reicher Wein erfordert
die Wärme von 7 bis 8° R.; aber unter der Bedingung:
daß die 3 Wintermonate in ihrem Mittel nicht unter
dem Gefrierpunkt herabsinken dürfen; die Sommerwärme
muß 15 bis 16° betragen. In Europa kann
er demnach gedeihen bis zum 50° nB. in Amerika hörten
ſchon bei 40° B. auf. Hier in Berlin iſt die mittlere
Temperatur der Wintermonate wenigſtens –
½°, und die Sonnewärme nur 14° R daher kein
günſtiger Klima auf den Weinbau.
Für die Cultur der Cerealien iſt es ſehr glücklich
daß ſie zu den Gräsern gehören. Sie können gebaut
werden wo die mittlere Temperatur von 8°. R.
haben, dieſelben in der die Birken ausſchlagen.
(doch nur des Som̃ers?)
Das Erwachen der Natur im Frühjahr iſt ſehr merkwürdig
; ein ſchnelleres Erwachen beruht darauf daß
in kurzen Perioden (die ?) ſehr ſteigend zunimmt. In nördlichen
Gegenden erwacht die Natur bei 4½° R; Birken ſchlagen
aus bei 8° – In Rom iſt dieß Anfangs März in Berlin
im Anfang May; in Upsala im Junÿ. – Im ſüdlichen
Frankreich haben 270 Tage eine Temperatur über 9° R.,
in Petersburg nur 120. – Die Gerſte wird noch mit
Vortheil gebaut wo 90 Tage des Jahres eine mittlere
Temperatur von 7° haben.
Der Kartoffelbau wird noch da betrieben wo das
Getreide aufhört; es kommt hier der Vortheil dazu
daß es eine unterirdiſche Frucht iſt.
Wenn man in den verſchiedenen Gegenden den Unterſchied
der Wärme betrachtet den 2 Monate haben die
aufeinander folgen, ſo iſt in Berlin der größt mögliche
Unterſchied der Wärme zweier aufeinander
folgender Monate 4½° im März und April; geringer
iſt zwiſchen April und Mai 3½°.
So iſt es aber nicht weiter gegen Norden hin, wo das
Erwachen der Natur ſpäter iſt. In Petersburg iſt dieſer
größte Unterſchied zwiſchen April und May: 7°5.
Für das Gefühl iſt der Wechsel der Wärme ſehr verſchieden
, je nachdem die absolute Wärme größer
oder geringer iſt. Darin beruht das Phänomen, warum
im Winter die Abwechselung von Sonne und Schatten
weit fühlbarer iſt als im Sommer. Wenn man
an 3 Grad Wärme nur gewohnt iſt, ſo macht eine
Vortheil gebaut wo 90 Tage des Jahres eine mittlere
Temperatur von 7° haben.
Der Kartoffelbau wird noch da betrieben wo das
Getreide aufhört; es kommt hier der Vortheil dazu
daß es eine unterirdiſche Frucht iſt.
Wenn man in den verſchiedenen Gegenden den Unterſchied
der Wärme betrachtet den 2 Monate haben die
aufeinander folgen, ſo iſt in Berlin der größt mögliche
Unterſchied der Wärme zweier aufeinander
folgender Monate 4½° im März und April; geringer
iſt zwiſchen April und Mai 3½°.
So iſt es aber nicht weiter gegen Norden hin, wo das
Erwachen der Natur ſpäter iſt. In Petersburg iſt dieſer
größte Unterſchied zwiſchen April und May: 7°5.
Für das Gefühl iſt der Wechsel der Wärme ſehr verſchieden
, je nachdem die absolute Wärme größer
oder geringer iſt. Darin beruht das Phänomen, warum
im Winter die Abwechselung von Sonne und Schatten
weit fühlbarer iſt als im Sommer. Wenn man
an 3 Grad Wärme nur gewohnt iſt, ſo macht eine
Änderung von 4° einen beträchtlichen Unterſchied im
Gefühl, iſt man aber an 18° gewohnt ſo können 4°
Unterſchied nur eine geringe Aenderung hervorbringen
.
Geographiſche Vertheilung der Temperatur.
Es iſt ſehr viel geſtritten worden über die Temperatur
die unter dem Aequator herrſcht.
Abnahme der mittlern
jährlichen Temperatur
vom Aequator zum
Pole hin.
Neuerdings iſt
ſie wieder beſtimmt worden, und man hat gefunden
daß ſie nicht größer iſt als 22° bis 22° 2 die mittlere
Temperatur des Jahres Doc hat ſchon in frühern
Jahren darüber Unterſuchungen angeſtellt und durch
neure iſt es beſtätigt worden.
Die mittlere Wärme des Aequators iſt alſo 1°½
größer als der heißeſte Monat in Rom und 7° wärmer
als der Auguſt in Berlin.
Unter den Tropen nimmt die mittlere Temperatur des
Jahres ſehen ab obgleich die Vegetation noch dieſelbe
iſt. Zwiſchen 8° und 23° d Br iſt die mittlere jährliche
Temperatur nur 19° bis 20° R. Havannah 22°½; Makao
19°; ((?) die Winter ſehr kalt,)Rio Janegre 19° noch etwas .
Wenn wir zur temperirten Zone übergehen, wird es
nöthig Zwiſchenpunkte zu nehmen, da die Temperatur-
Gefühl, iſt man aber an 18° gewohnt ſo können 4°
Unterſchied nur eine geringe Aenderung hervorbringen
.
Geographiſche Vertheilung der Temperatur.
Es iſt ſehr viel geſtritten worden über die Temperatur
die unter dem Aequator herrſcht.
Abnahme der mittlern
jährlichen Temperatur
vom Aequator zum
Pole hin.
Neuerdings iſt
ſie wieder beſtimmt worden, und man hat gefunden
daß ſie nicht größer iſt als 22° bis 22° 2 die mittlere
Temperatur des Jahres Doc hat ſchon in frühern
Jahren darüber Unterſuchungen angeſtellt und durch
neure iſt es beſtätigt worden.
Die mittlere Wärme des Aequators iſt alſo 1°½
größer als der heißeſte Monat in Rom und 7° wärmer
als der Auguſt in Berlin.
Unter den Tropen nimmt die mittlere Temperatur des
Jahres ſehen ab obgleich die Vegetation noch dieſelbe
iſt. Zwiſchen 8° und 23° d Br iſt die mittlere jährliche
Temperatur nur 19° bis 20° R. Havannah 22°½; Makao
19°; ((?) die Winter ſehr kalt,)Rio Janegre 19° noch etwas .
Wenn wir zur temperirten Zone übergehen, wird es
nöthig Zwiſchenpunkte zu nehmen, da die Temperatur-
Verhältniſse zu verſchieden ſind. Unter 28° d B. in den
Canariſchen Inſeln, wo noch Cocos Palme und Pisang
wächſt iſt die mittlere jährliche Temperatur nach Herrn
v. Buchs Unterſuchungen 18° 2 R. In Afrika unter 30°
d B. noch 18° R., alſo im Nilthal noch größer.
Die mittlere Temperatur der temperirten Zone von 45°–
52° iſt: im Durchſchnitt 7–10° R; Mailand 10½° Paris
8½°, Berlin 7°.
Unter 60° dB. wird es immer kälter je weiter man
gegen Oſten kommt: Stockholm 4½°, Finnland 4°, Petersburg 2°7.
Man findet die mittlere jährliche Temperatur von
Berlin im Monat April; für Paris im Monat May
von Berlin, und für Petersburg im Monat März von
Berlin.
Weiter nach dem Pol hin hat man nur wenig Beobachtungen
Scoresby fand bei 78° n B. die mittlere Temperatur
ſchon − 9½°; die mittlere Temperatur von 0° findet
ſich bei 66° und 68° n B.
In Entreprise im Lande der Kupfer Indianer, weſtlich
von der Hudſonsbay 64° n B. iſt die mitteljährliche Temperatur
7½° unter dem Gefrier Punkt. In Labrador
iſt die Temperatur − 2° in einer Breite wie Königsberg.
Canariſchen Inſeln, wo noch Cocos Palme und Pisang
wächſt iſt die mittlere jährliche Temperatur nach Herrn
v. Buchs Unterſuchungen 18° 2 R. In Afrika unter 30°
d B. noch 18° R., alſo im Nilthal noch größer.
Die mittlere Temperatur der temperirten Zone von 45°–
52° iſt: im Durchſchnitt 7–10° R; Mailand 10½° Paris
8½°, Berlin 7°.
Unter 60° dB. wird es immer kälter je weiter man
gegen Oſten kommt: Stockholm 4½°, Finnland 4°, Petersburg 2°7.
Man findet die mittlere jährliche Temperatur von
Berlin im Monat April; für Paris im Monat May
von Berlin, und für Petersburg im Monat März von
Berlin.
Weiter nach dem Pol hin hat man nur wenig Beobachtungen
Scoresby fand bei 78° n B. die mittlere Temperatur
ſchon − 9½°; die mittlere Temperatur von 0° findet
ſich bei 66° und 68° n B.
In Entreprise im Lande der Kupfer Indianer, weſtlich
von der Hudſonsbay 64° n B. iſt die mitteljährliche Temperatur
7½° unter dem Gefrier Punkt. In Labrador
iſt die Temperatur − 2° in einer Breite wie Königsberg.
Nach Parrÿ’s Reiſen iſt auf den Melvilles Inſeln in den
6 Wintermonaten eine mittelKälte von 25° unter
dem Gefrierpunkt; die mittlere jährliche Temperatur
beträgt dort −14°,6.
Ueber die Temperatur des Pols iſt viel geſtritten
worden , und da man nicht hin konnte, hat man
in den verſchiedenen Längengraden die Punkte genommen
die am weiteſten liegen, nur daraus auf
die Kälte des Pols zu ſchlieſsen.
Arago hat gefunden, daß die mittlere jährliche Temperatur
wenigſtens 20° unter dem Gefrierpunkt ſein
müſse. – Die kälteſte Gegend iſt nicht im Pol ſelbſt,
ſondern vielmehr weſtlich vom Lena Fluſse und
öſtlich der Bährungs Straſse, weil das Eis dort nicht
heraus kann Meer im 85° n B.
Nach alten Unterſuchungen ſcheint hervor zu gehen
daß die mittlere jährliche Temperatur des Pols wenigſtens
eben ſo viel Grade unter dem Gefrierpunkt
iſt als die des Aequators über dem Gefrierpunkt.
50. Vorlesung, 10. April 1828
Wenn man die iſothermen Punkte durch Linien
verbindet ſo hat man 2 Syſteme von iſothermen Linien;
das eine iſt dasjenige wo die Linien ihren convexen
Scheitel nach dem Pol hin haben, das cisatlantiſche
6 Wintermonaten eine mittelKälte von 25° unter
dem Gefrierpunkt; die mittlere jährliche Temperatur
beträgt dort −14°,6.
Ueber die Temperatur des Pols iſt viel geſtritten
worden , und da man nicht hin konnte, hat man
in den verſchiedenen Längengraden die Punkte genommen
die am weiteſten liegen, nur daraus auf
die Kälte des Pols zu ſchlieſsen.
Arago hat gefunden, daß die mittlere jährliche Temperatur
wenigſtens 20° unter dem Gefrierpunkt ſein
müſse. – Die kälteſte Gegend iſt nicht im Pol ſelbſt,
ſondern vielmehr weſtlich vom Lena Fluſse und
öſtlich der Bährungs Straſse, weil das Eis dort nicht
heraus kann Meer im 85° n B.
Nach alten Unterſuchungen ſcheint hervor zu gehen
daß die mittlere jährliche Temperatur des Pols wenigſtens
eben ſo viel Grade unter dem Gefrierpunkt
iſt als die des Aequators über dem Gefrierpunkt.
50. Vorlesung, 10. April 1828
Wenn man die iſothermen Punkte durch Linien
verbindet ſo hat man 2 Syſteme von iſothermen Linien;
das eine iſt dasjenige wo die Linien ihren convexen
Scheitel nach dem Pol hin haben, das cisatlantiſche
Syſtem Europa und das andere wo der concave
Scheitel gegen den Pol gekehrt iſt dies transatlantiſche
Syſtem.
Scheitel gegen den Pol gekehrt iſt dies transatlantiſche
Syſtem.
Amerika, Asien –
Da die iſothermen Linien demnach nicht paralell
ſind; ſo geräth man wenn man von der Hudſonsbay
nach Norden weiter geht viel ſchneller in ein weit
kälteres Klima, als wenn man in Europa und derſelben
Breite fortſchreitet. – Wenn man von S.
gegen N. fortſchreitet ſo iſt die ſchnellſte Wärme.
Abnahme zwiſchen 40 und 45° der Breite. Das Quadrat
des Coſinus der Breite drückt nur die Variation
der Wärme aus, und die größte Variation
iſt bei cos2 45°. Es ſtimmt demnach hier Theorie
und Beobachtung.
Dieſe ſchnelle Abwechselung hatte den größten Einfluß
auf die Cultur des Menſchengeſchlechts gehabt
. Grade da wo dieſe ſchnelle Abnahme der Wärme
ſtatt findet liegen die Länder nebeneinander
die die verſchiedenartigſten Produckte haben; dadurch
entſtand ſehr bald Handel, die Völker kamen
in nähere Gemeinſchaft etc.
In der temperirten Zone iſt oft die mittlere Temperatur
Da die iſothermen Linien demnach nicht paralell
ſind; ſo geräth man wenn man von der Hudſonsbay
nach Norden weiter geht viel ſchneller in ein weit
kälteres Klima, als wenn man in Europa und derſelben
Breite fortſchreitet. – Wenn man von S.
gegen N. fortſchreitet ſo iſt die ſchnellſte Wärme.
Abnahme zwiſchen 40 und 45° der Breite. Das Quadrat
des Coſinus der Breite drückt nur die Variation
der Wärme aus, und die größte Variation
iſt bei cos2 45°. Es ſtimmt demnach hier Theorie
und Beobachtung.
Dieſe ſchnelle Abwechselung hatte den größten Einfluß
auf die Cultur des Menſchengeſchlechts gehabt
. Grade da wo dieſe ſchnelle Abnahme der Wärme
ſtatt findet liegen die Länder nebeneinander
die die verſchiedenartigſten Produckte haben; dadurch
entſtand ſehr bald Handel, die Völker kamen
in nähere Gemeinſchaft etc.
In der temperirten Zone iſt oft die mittlere Temperatur
der verſchiedenen Jahre ſehr verſchieden. Oft iſt
in Paris, Berlin etc. Die mittlere Temperatur eines
Jahres um 2° R. von der eines andern Jahres verſchieden
, alſo um ¼ der ganzen Temperatur. Um
daher die mittlere Temperatur eines Orts bis auf
die Sicherheit des Grades zu haben iſt es wenigſtens
nöthig 8000 Betrachtungen zu machen, oder 10 Jahre
täglich 2 Beobachtungen. – Unter dem Aequator iſt
dieß ganz anders; es variirt dort die Temperatur
der Jahre höchſtens um 1/20.
Die mittlere Temperatur der Monate, iſt oft ſehr
verſchieden. In Paris iſt im Januar bisweilen die
die Temperatur von 3° nur auf die von − ½° –
Eben ſo variiren die Sommermonaten.
Sowohl Herr Arago als Doc haben in reiner Luft, im
Schatten das Thermometer nie höher als bis 37° geſehen
Frühere Beobachtungen gaben weit größere Reſultate,
allein es wurde dabei die Reinheit der Luft nicht berücksichtigt
.
Maximum der Wärme
und Kälte.
In der Regel fand man die größte Wärme
bei Tage 37° und des Nachts 26 bis 28° – In Afrika
hat man eine Wärme von 42° gefunden, allein
die Beobachter ſelbſt ſagen daß zu dieſer Zeit die
in Paris, Berlin etc. Die mittlere Temperatur eines
Jahres um 2° R. von der eines andern Jahres verſchieden
, alſo um ¼ der ganzen Temperatur. Um
daher die mittlere Temperatur eines Orts bis auf
die Sicherheit des Grades zu haben iſt es wenigſtens
nöthig 8000 Betrachtungen zu machen, oder 10 Jahre
täglich 2 Beobachtungen. – Unter dem Aequator iſt
dieß ganz anders; es variirt dort die Temperatur
der Jahre höchſtens um 1/20.
Die mittlere Temperatur der Monate, iſt oft ſehr
verſchieden. In Paris iſt im Januar bisweilen die
die Temperatur von 3° nur auf die von − ½° –
Eben ſo variiren die Sommermonaten.
Sowohl Herr Arago als Doc haben in reiner Luft, im
Schatten das Thermometer nie höher als bis 37° geſehen
Frühere Beobachtungen gaben weit größere Reſultate,
allein es wurde dabei die Reinheit der Luft nicht berücksichtigt
.
Maximum der Wärme
und Kälte.
In der Regel fand man die größte Wärme
bei Tage 37° und des Nachts 26 bis 28° – In Afrika
hat man eine Wärme von 42° gefunden, allein
die Beobachter ſelbſt ſagen daß zu dieſer Zeit die
ganze Atmosphäre mit Staub angefüllt geweſen ſei;
es iſt dann natürlich daß eine weit größere Wärme
durch das Thermometer angezeigt werden muß
als die Temperatur der Luft wirklich beträgt, indem
die kleinen Sandkörner feſte Körper ſich weit mehr
erwärmen, und indem ſie an das Thermometer ſchlagen
daſselbe zum Steigen bringen.
In der temperirten Zone iſt ein ſehr hoher Grad von
Wärme weit häufiger als in den Tropen. Doc hat im
Regiſter von 20 jährigen Beobachtungen durchgeſehen,
und dort kaum einmal eine Wärme gefunden wie wir
ſie in Berlin wohl 10 mal gehabt haben.
doch Verhältnißmeßung
?
In Paris iſt in
20 Jahren die Temperatur nie über 29°½ R. gekommen,
nur ein einzigesmal im Jahr 1793 war eine Ausnahme
wo das Thermometer 30°7 ſtand; in den letzten 20 Jahren
nur bis 28° –
Man hat oft geglaubt daß die Menſchen nicht eine
größere Wärme ertragen könnten als die Bluthitze
beträgt. Es iſt dieß durch Thatsachen als durchaus falſch
erwiesen. Die Blutwärme iſt nicht wie gewiß angegeben
wird 28° ſondern nach neuern genauen Unterſuchungen
bei den Menſchen, ſo wie bei den meiſten
es iſt dann natürlich daß eine weit größere Wärme
durch das Thermometer angezeigt werden muß
als die Temperatur der Luft wirklich beträgt, indem
die kleinen Sandkörner feſte Körper ſich weit mehr
erwärmen, und indem ſie an das Thermometer ſchlagen
daſselbe zum Steigen bringen.
In der temperirten Zone iſt ein ſehr hoher Grad von
Wärme weit häufiger als in den Tropen. Doc hat im
Regiſter von 20 jährigen Beobachtungen durchgeſehen,
und dort kaum einmal eine Wärme gefunden wie wir
ſie in Berlin wohl 10 mal gehabt haben.
doch Verhältnißmeßung
?
In Paris iſt in
20 Jahren die Temperatur nie über 29°½ R. gekommen,
nur ein einzigesmal im Jahr 1793 war eine Ausnahme
wo das Thermometer 30°7 ſtand; in den letzten 20 Jahren
nur bis 28° –
Man hat oft geglaubt daß die Menſchen nicht eine
größere Wärme ertragen könnten als die Bluthitze
beträgt. Es iſt dieß durch Thatsachen als durchaus falſch
erwiesen. Die Blutwärme iſt nicht wie gewiß angegeben
wird 28° ſondern nach neuern genauen Unterſuchungen
bei den Menſchen, ſo wie bei den meiſten
Säugethieren 30° R; bei den Vögeln iſt ſie am ſtärkſten
, wo einige über 32°.
ſ. unten Geographie
der Thiere
Die Menſchen können eine weit größere Wärme ertragen
, bis 43°, ohne weitern Schaden. Ja es haben
einige Physiker, Blakden, Bings etc. den Verſuch
gemacht in einem abgeſchloſsenen Zimmer eine Wärme
von 102° R. zu ertragen und ſie
konnten es 8 Minuten lang darin aushalten; die Wärme
war ſo groß, daß ſie ihre Uhrketten nicht
anfaſsen konnten, daß Beafſteaks neben ihnen brieten
, Eier ſogleich geſotten wurden und dergleichen.
Es iſt natürlich daß ſie die Wärme nicht hatten wirklich
aushalten können; allein es bildet ſich ſogleich eine
Dunſthülle um ſie herum, wodurch die Wirkung die
Wärme verringert wird, ſo daß man nicht die ganze
Temperatur empfindet.
Die Temperatur des Landes ſteigt in der Tropen Zone
, und auf in der temperirten Zone bis auf 50° ja
Doc hat am Orinoko ſogar 54° gefunden; in der Mitte
der Nacht war ſichſie noch 42 bis 44° R. wogegen die
Luft nur eine Temperatur von 19° hatte
, wo einige über 32°.
ſ. unten Geographie
der Thiere
Die Menſchen können eine weit größere Wärme ertragen
, bis 43°, ohne weitern Schaden. Ja es haben
einige Physiker, Blakden, Bings etc. den Verſuch
gemacht in einem abgeſchloſsenen Zimmer eine Wärme
von 102° R. zu ertragen und ſie
konnten es 8 Minuten lang darin aushalten; die Wärme
war ſo groß, daß ſie ihre Uhrketten nicht
anfaſsen konnten, daß Beafſteaks neben ihnen brieten
, Eier ſogleich geſotten wurden und dergleichen.
Es iſt natürlich daß ſie die Wärme nicht hatten wirklich
aushalten können; allein es bildet ſich ſogleich eine
Dunſthülle um ſie herum, wodurch die Wirkung die
Wärme verringert wird, ſo daß man nicht die ganze
Temperatur empfindet.
Die Temperatur des Landes ſteigt in der Tropen Zone
, und auf in der temperirten Zone bis auf 50° ja
Doc hat am Orinoko ſogar 54° gefunden; in der Mitte
der Nacht war ſichſie noch 42 bis 44° R. wogegen die
Luft nur eine Temperatur von 19° hatte
Die größte Kälte fand man mit Weingeiſt-Thermometern
, die von Herrn Wollaston ſehr ſorgfältig verglichen
waren auf der Parry’schen Reiſe auf 40° unter dem
Gefrierpunkt, und zwar in der Gegend wo die Eskimos
leben, die zu den fröhlichſten gehören. – Parry bemerkt
daß man ſich ſo an die Kälte gewöhnt daß er bei 40°
ſpazieren ging, dagegen wenn das Thermometer
wieder um einige Grade ſtieg, eine gewiſse
Beängstigung
eintrat, und alles über Wärme klagte. Eben
ſo gewöhnt man ſich an Wärme; der Spanier nimmt
den Mantel wenn es ungefähr eine Temperatur von
18 bis 19° R. hat, wo es bei uns ſchon ſehr warm iſt.
Anders ſind die zufälligen Grade der Kälte, die
jar nicht mit den Breiten zuſammenhängen, | ſind
nur von zufälligen |. So war in Petersburg 60° n Br.
die größte Kälte, die beobachtet wurde −39°2, alſo
ungefähr dieſelbe wie ſie Parry bei 70° dB. fand. –
In Berlin nach Beobachtungen von Mäkler −21°½, 2
mal in den letzten 27 Jahren, und 4 mal unter −17°.
In Paris −18°8, im Jahr 1795 beinah −19°. In Marſeille
−13,°5 1798 wo die mittlere Temperatur 11° über den
, die von Herrn Wollaston ſehr ſorgfältig verglichen
waren auf der Parry’schen Reiſe auf 40° unter dem
Gefrierpunkt, und zwar in der Gegend wo die Eskimos
leben, die zu den fröhlichſten gehören. – Parry bemerkt
daß man ſich ſo an die Kälte gewöhnt daß er bei 40°
ſpazieren ging, dagegen wenn das Thermometer
wieder um einige Grade ſtieg, eine gewiſse
Beängstigung
eintrat, und alles über Wärme klagte. Eben
ſo gewöhnt man ſich an Wärme; der Spanier nimmt
den Mantel wenn es ungefähr eine Temperatur von
18 bis 19° R. hat, wo es bei uns ſchon ſehr warm iſt.
Anders ſind die zufälligen Grade der Kälte, die
jar nicht mit den Breiten zuſammenhängen, | ſind
nur von zufälligen |. So war in Petersburg 60° n Br.
die größte Kälte, die beobachtet wurde −39°2, alſo
ungefähr dieſelbe wie ſie Parry bei 70° dB. fand. –
In Berlin nach Beobachtungen von Mäkler −21°½, 2
mal in den letzten 27 Jahren, und 4 mal unter −17°.
In Paris −18°8, im Jahr 1795 beinah −19°. In Marſeille
−13,°5 1798 wo die mittlere Temperatur 11° über den
Gefrier Punkt iſt. – Die mittlere Kälte der Wintermonate
iſt dagegen ganz anders in Paris − 8½ in Berlin
12°½, Petersburg − 24°½.
Aus hiſtoriſchen Nachrichten der Araber iſt es gewiß
daß der Nil im Jahre 829 zugefroren war. Es ſchneit
nicht nur in Liſsabon, ſondern auch in Cadix und
in Algier. Erſt bei 29° der Br. kann man ſicher ſein keinen
Froſt zu haben.
Das Wichtigſte in den Temperatur Verhältniſsen iſt
die Vertheilung der Quantität Wärme auf die verſchiedenen
Jahreszeiten, in den Orten.
Vertheilung der
Wärme auf die
Jahreszeiten
In den cisatlantiſchen Syſtem der iſothermen Linien
iſt nur wenig Verſchiedenheit zwiſchen der Winter und
Sommertemperatur. Im transatlantiſchen Syſtem iſt
dagegen ein weitgrößerer Unterſchied, nur um mit
Buffon zu reden eine mehr exeſsive Temperatur. So
iſt in New Yorck die Sommerwärme, gleich der Sommerwärme
in Rom und der Winter gleich dem in Copenhagen
. In Quebeck iſt der Sommergleich der Som̃erwärme
von Paris und der Winter gleich der Winterwärme
von Petersburg. Es iſt wohl möglich daß dieſe
Abwechſelung der Temperatur mit eine Ursache der
iſt dagegen ganz anders in Paris − 8½ in Berlin
12°½, Petersburg − 24°½.
Aus hiſtoriſchen Nachrichten der Araber iſt es gewiß
daß der Nil im Jahre 829 zugefroren war. Es ſchneit
nicht nur in Liſsabon, ſondern auch in Cadix und
in Algier. Erſt bei 29° der Br. kann man ſicher ſein keinen
Froſt zu haben.
Das Wichtigſte in den Temperatur Verhältniſsen iſt
die Vertheilung der Quantität Wärme auf die verſchiedenen
Jahreszeiten, in den Orten.
Vertheilung der
Wärme auf die
Jahreszeiten
In den cisatlantiſchen Syſtem der iſothermen Linien
iſt nur wenig Verſchiedenheit zwiſchen der Winter und
Sommertemperatur. Im transatlantiſchen Syſtem iſt
dagegen ein weitgrößerer Unterſchied, nur um mit
Buffon zu reden eine mehr exeſsive Temperatur. So
iſt in New Yorck die Sommerwärme, gleich der Sommerwärme
in Rom und der Winter gleich dem in Copenhagen
. In Quebeck iſt der Sommergleich der Som̃erwärme
von Paris und der Winter gleich der Winterwärme
von Petersburg. Es iſt wohl möglich daß dieſe
Abwechſelung der Temperatur mit eine Ursache der
unglücklichen Fähigkeit der Amerikaner iſt das gelbe
Fieber zu bekommen, ſie ſind wenn man ſich ſo aus drücken
darf an ihr eignes Clima nicht gewohnt. Alle die Menſchenracen
die aus einer gleichmäßigen Zone kommen
werden jar nicht oder doch nur ſehr ſchwer vom gelben
Fieber befallen, dagegen diejenigen die mehr an Unterſchiede
gewöhnt ſind weit mehr – Die Climatologie hat
demnach auch ihren pathologiſchen Theil
Bei der bildlichen Darſtellung der iſothermen Linien hat
Doc die Sommer und Winter Temperatur durch Zahlen
in Form eines BauchsBruchs angegeben; man wird finden
daß dieſe eine weit geringere Verſchiedenheit haben
bei den convexen Scheiteln, als bei den concaven.
Unterſchied der Temperatur
in der nördlichen
und ſüdlichen
Hemisphäre.
Es hat früher ſehr viel Vorurtheile gegeben die auch
durch Cooks Reiſen noch vermehrt wurde daß die ſüdl.
Polarzone viel kälter ſei als die nördliche. Im Allgemeinen
iſt dieß nicht wahr, es iſt nicht einmal ausgemacht,
ob das Eis früher im S anfängt, als im N. Capt. Wen iſt
dem Südpol weit näher gekommen als Cook ohne Eis zu finden
; er glaubte ſogar daß der Südpol weit zugänglicher ſei
als der Nordpol. – Aber vergleicht man noch die Zwiſchenpunkte
mit einander ſo findet ſich eine ziemlich gleiche Temperatur
, ſo wenn man Spanien mit Buenos Ayres vergleicht.
Fieber zu bekommen, ſie ſind wenn man ſich ſo aus drücken
darf an ihr eignes Clima nicht gewohnt. Alle die Menſchenracen
die aus einer gleichmäßigen Zone kommen
werden jar nicht oder doch nur ſehr ſchwer vom gelben
Fieber befallen, dagegen diejenigen die mehr an Unterſchiede
gewöhnt ſind weit mehr – Die Climatologie hat
demnach auch ihren pathologiſchen Theil
Bei der bildlichen Darſtellung der iſothermen Linien hat
Doc die Sommer und Winter Temperatur durch Zahlen
in Form eines BauchsBruchs angegeben; man wird finden
daß dieſe eine weit geringere Verſchiedenheit haben
bei den convexen Scheiteln, als bei den concaven.
Unterſchied der Temperatur
in der nördlichen
und ſüdlichen
Hemisphäre.
Es hat früher ſehr viel Vorurtheile gegeben die auch
durch Cooks Reiſen noch vermehrt wurde daß die ſüdl.
Polarzone viel kälter ſei als die nördliche. Im Allgemeinen
iſt dieß nicht wahr, es iſt nicht einmal ausgemacht,
ob das Eis früher im S anfängt, als im N. Capt. Wen iſt
dem Südpol weit näher gekommen als Cook ohne Eis zu finden
; er glaubte ſogar daß der Südpol weit zugänglicher ſei
als der Nordpol. – Aber vergleicht man noch die Zwiſchenpunkte
mit einander ſo findet ſich eine ziemlich gleiche Temperatur
, ſo wenn man Spanien mit Buenos Ayres vergleicht.
In Chili 36° dB. iſt es keinesweges kälter als in Cadix
36° n B. – Merkwürdig iſt, daß wenn man die Pyramidal-
Formen nach S. betrachtet, die mittlere Temperatur faſt
überall dieſelbe iſt; in der Gegend vom Cap der guten Hoffnung
15½° Port Jackson 15°4, Buenos Ayres 15°8. –
Der größere Unterſchied der Kälte fängt erſt bei einer
Breite von 51 und 52° an, wo in der ſüdlichen Hemisphäre
eine weit größere Kälte herrſcht als in der nördlichen.
Man hat viel über die Urſache geſtritten. Die kleinere
Entfernung der Erde von der Sonne während des Winterſolſtitiums
und der um 8 Tage längere Aufenthalt in
dem nördlichen Zeichen wirken entgegengeſetzt. Da
aber die Quantität Licht durch die Radiation der Sonne
in beiden Hemisphären gleich iſt, erhalten beide Hemiſphären
eine gleiche Quantität Wärme; aber der Verluſt
durch Ausſtralung und längerer Abweſenheit der
Sonne iſt größer auf der ſüdlicher Hemisphäre, wegen des
8 Tage längere Aufenthalts der Sonne in den nördlichen
Zeichen. –
?
Dieß ſoll nach Prevost die Urſache der Verſchiedenheit
in der Temperatur ſein; allein es könnte dieſer
Unterſchied nur ſehr wenig betragen. Die Haupturſache
iſt wohl Mangel an Continenten in der ſüdlichen Hemisphäre,
36° n B. – Merkwürdig iſt, daß wenn man die Pyramidal-
Formen nach S. betrachtet, die mittlere Temperatur faſt
überall dieſelbe iſt; in der Gegend vom Cap der guten Hoffnung
15½° Port Jackson 15°4, Buenos Ayres 15°8. –
Der größere Unterſchied der Kälte fängt erſt bei einer
Breite von 51 und 52° an, wo in der ſüdlichen Hemisphäre
eine weit größere Kälte herrſcht als in der nördlichen.
Man hat viel über die Urſache geſtritten. Die kleinere
Entfernung der Erde von der Sonne während des Winterſolſtitiums
und der um 8 Tage längere Aufenthalt in
dem nördlichen Zeichen wirken entgegengeſetzt. Da
aber die Quantität Licht durch die Radiation der Sonne
in beiden Hemisphären gleich iſt, erhalten beide Hemiſphären
eine gleiche Quantität Wärme; aber der Verluſt
durch Ausſtralung und längerer Abweſenheit der
Sonne iſt größer auf der ſüdlicher Hemisphäre, wegen des
8 Tage längere Aufenthalts der Sonne in den nördlichen
Zeichen. –
?
Dieß ſoll nach Prevost die Urſache der Verſchiedenheit
in der Temperatur ſein; allein es könnte dieſer
Unterſchied nur ſehr wenig betragen. Die Haupturſache
iſt wohl Mangel an Continenten in der ſüdlichen Hemisphäre,
indem ſich dieſe wie bereits angeführt zu denen der
nördlichen verhalten wie 1 : 3.
Der Unterſchied würde noch weit größer ſein, wenn
unter dem Aequator nicht eine Art von Compensation
wäre, fingen die Pyramidal Formen noch mehr nördlich
an, und wäre eine geringere Menge von Continenten
unter dem Aequator, und in der ſüdlichen Zone, ſo
würde der Unterſchied noch weit größer ſein.
Höhere Luftſchichten
Die Kenntniß der obern Luftſchichten konnte man bevor
man die aeroſtabiſchen Mittel kannte, nur durch die
Berge erhalten. Einer der berühmteſten Mathematiker,
Dan. Bernouilly zweifelte noch an der Abnahme (der Temperatur?) der obern
Luftſchichten, und glaubte vielmehr daß ſie zunehmen
müſse. Durch die neuern Zeiten iſt man darüber zur
Klarheit gekommen. Gaylupac fand bei ſeiner Ascenſion
im Luftball, zu einer Zeit wo in Paris die Temperatur
23° Betrug oben eine Temperatur von 6° unter dem Gefrier
Punkt. – Es iſt Unrecht wenn man den Alten zuſchreibt
ſie hätten dieſelbe Meinung wie Bernouilly gehabt.
Aristoteles ſagt, daß die ſtralende Wärme unten hervorbringe
dieſe nehmen aber nach der Höhe hinab, bis wieder eine
warme Sphäre eintreffen. Die Alten liebten überhaupt
dieſe Uebergänge von Extremen in ihren Theorien ein
nördlichen verhalten wie 1 : 3.
Der Unterſchied würde noch weit größer ſein, wenn
unter dem Aequator nicht eine Art von Compensation
wäre, fingen die Pyramidal Formen noch mehr nördlich
an, und wäre eine geringere Menge von Continenten
unter dem Aequator, und in der ſüdlichen Zone, ſo
würde der Unterſchied noch weit größer ſein.
Höhere Luftſchichten
Die Kenntniß der obern Luftſchichten konnte man bevor
man die aeroſtabiſchen Mittel kannte, nur durch die
Berge erhalten. Einer der berühmteſten Mathematiker,
Dan. Bernouilly zweifelte noch an der Abnahme (der Temperatur?) der obern
Luftſchichten, und glaubte vielmehr daß ſie zunehmen
müſse. Durch die neuern Zeiten iſt man darüber zur
Klarheit gekommen. Gaylupac fand bei ſeiner Ascenſion
im Luftball, zu einer Zeit wo in Paris die Temperatur
23° Betrug oben eine Temperatur von 6° unter dem Gefrier
Punkt. – Es iſt Unrecht wenn man den Alten zuſchreibt
ſie hätten dieſelbe Meinung wie Bernouilly gehabt.
Aristoteles ſagt, daß die ſtralende Wärme unten hervorbringe
dieſe nehmen aber nach der Höhe hinab, bis wieder eine
warme Sphäre eintreffen. Die Alten liebten überhaupt
dieſe Uebergänge von Extremen in ihren Theorien ein
Fallen und dann wieder ein Steigen, ſo glaubten ſie daß
ſüdlich von Griechenland die Wärme nach Afrika zu nehme,
aber weiter hin nach dem Aequator zu es wieder ſehr kalt
ſein müßte.
Die Kenntniß der obern Luftſchichten iſt nicht nur höchſt
wichtig für die phyſiſchen Erſcheinungen, ſondern auch
für die Kenntniß des Menſchengeſchlechts in den Tropen
wo ſehr viele Hochebenen ſind. – In der temperirten
Zone giebt es nur wenig Hochebenen, die ſehr bewohnt
ſind, das Menſchengeſchlecht kann ſich dort auf ſo hohen
Höhen nicht behaupten Das höchſte bewohnte Dorf iſt nach
Baron v felden’s Angaben in den penniniſchen Alpen das
Dorf Bette Dagegen ſind in den Tropenländern viele
Plataus: wie Habeſch; Thibet uſw. Wenn wir die beiden
Gebirgsketten in Asien betrachten, vom Himalaya Gebirge
, alsdas Land Thibet, Zugli etc. bis zum Altai, ein
Flächeninhalt der ſo groß iſt als ganz Neuholland ſo
ſtellt man ſich dieſen Strich gewöhnlich als eine ganze
Maſse einer Hochebene vor; dieß iſt nicht der Fall
wir wiſsen aus Marco Polo’s Reiſen daß in dieſen Gegenden
Baumwolle wachse, die in einer ſolchen Höhe nicht fortkommen
könnte; es müſsen daher Thäler dazwiſchen ſein.
ſüdlich von Griechenland die Wärme nach Afrika zu nehme,
aber weiter hin nach dem Aequator zu es wieder ſehr kalt
ſein müßte.
Die Kenntniß der obern Luftſchichten iſt nicht nur höchſt
wichtig für die phyſiſchen Erſcheinungen, ſondern auch
für die Kenntniß des Menſchengeſchlechts in den Tropen
wo ſehr viele Hochebenen ſind. – In der temperirten
Zone giebt es nur wenig Hochebenen, die ſehr bewohnt
ſind, das Menſchengeſchlecht kann ſich dort auf ſo hohen
Höhen nicht behaupten Das höchſte bewohnte Dorf iſt nach
Baron v felden’s Angaben in den penniniſchen Alpen das
Dorf Bette Dagegen ſind in den Tropenländern viele
Plataus: wie Habeſch; Thibet uſw. Wenn wir die beiden
Gebirgsketten in Asien betrachten, vom Himalaya Gebirge
, alsdas Land Thibet, Zugli etc. bis zum Altai, ein
Flächeninhalt der ſo groß iſt als ganz Neuholland ſo
ſtellt man ſich dieſen Strich gewöhnlich als eine ganze
Maſse einer Hochebene vor; dieß iſt nicht der Fall
wir wiſsen aus Marco Polo’s Reiſen daß in dieſen Gegenden
Baumwolle wachse, die in einer ſolchen Höhe nicht fortkommen
könnte; es müſsen daher Thäler dazwiſchen ſein.
Durch Gerrard in den philosophical transactions iſt dieß auch
beſtätigt worden. Es wird in dieſen Gegenden noch 14000′ (?)
hoch Weinbau betrieben, ſo daß dort wohl Menſchen in
einer Gegend leben können, wo in andern Gegenden alles
mit Eis und Schnee bedeckt iſt.
Die Ursache der geringen Wärme auf den Bergen iſt
der Gegenſtand eines wichtigen Streits der Physiker
geweſen. Wahrſcheinlich iſt es, daß das Licht die Luft durch
ſtreiche ohne ſie zu erwärmen, und die Erwärmung nur
durch die Abſortirung der Lichtſtralen geſchieht. Wollaſton
hat die Meinung aufgeſtellt, man müſse ſich die Erde
als Quelle der Wärme denken, indem ſie erſt durch die
Berührung der Lichtſtralen mit der Erde entſteht, alſo
je weiter man ſich von dieſer Quelle entfernt, deſto
kälter muß es werden. – Die ſtralende Wärme geht
ungehindert durch die Luft in den obern Schichten; in den
untern wird aber wegen der größern Quantität Waſsergas
die ſich darin angehäuft befindet mehr Wärme zurück
gehalten. – Laplace hat dieſe Idee auch aufgenommen.
Er meint, wenn keine Atmosphäre da wäre, ſo würde
es unten nicht wärmer ſein, als in einer Höhe von 24000′;
wenigſtens würde der Unterſchied nur ſehr gering ſein,
nach der Art wie die Punkte auf der Kalotte ausgebreitet
beſtätigt worden. Es wird in dieſen Gegenden noch 14000′ (?)
hoch Weinbau betrieben, ſo daß dort wohl Menſchen in
einer Gegend leben können, wo in andern Gegenden alles
mit Eis und Schnee bedeckt iſt.
Die Ursache der geringen Wärme auf den Bergen iſt
der Gegenſtand eines wichtigen Streits der Physiker
geweſen. Wahrſcheinlich iſt es, daß das Licht die Luft durch
ſtreiche ohne ſie zu erwärmen, und die Erwärmung nur
durch die Abſortirung der Lichtſtralen geſchieht. Wollaſton
hat die Meinung aufgeſtellt, man müſse ſich die Erde
als Quelle der Wärme denken, indem ſie erſt durch die
Berührung der Lichtſtralen mit der Erde entſteht, alſo
je weiter man ſich von dieſer Quelle entfernt, deſto
kälter muß es werden. – Die ſtralende Wärme geht
ungehindert durch die Luft in den obern Schichten; in den
untern wird aber wegen der größern Quantität Waſsergas
die ſich darin angehäuft befindet mehr Wärme zurück
gehalten. – Laplace hat dieſe Idee auch aufgenommen.
Er meint, wenn keine Atmosphäre da wäre, ſo würde
es unten nicht wärmer ſein, als in einer Höhe von 24000′;
wenigſtens würde der Unterſchied nur ſehr gering ſein,
nach der Art wie die Punkte auf der Kalotte ausgebreitet
Lesly glaubt die Ursache darin zu finden, daß, wenn die
Luft ſich ausdehnt ſie ſich erkältet; wenn alſo die höhern
Luftſchichten einen geringern Druck haben als die untern,
ſo müſsen ſie ſich mehr ausdehnen, und kälter werden
als die in den untern Schichten die zuſammengepreßt
werden. Die aufſteigenden Luftſchichten dehnen ſich
ebenfalls nach den geringern Druck aus erkälten
ſich und rauben nicht nur den Wärmeſtoff für ſich, ſondern
den auch der obern Schichten. – Laplace hat dieſelbe
Meinung gehabt und iſt mit derſelben geſtorben.
dieſe und auch jene
Meinung?
–
Wenn man aber bedenkt daß jede aufſteigende Luftſchicht
auch eine niederſteigende vorausſetzt ſo wird
wieder Wärme erzeugt und es kann nie eine vollkommene
Compensation ſtatt finden.
Die Phyſiker wollten auch nach derſelben Theorie die
Wärme in den Bergwerken erklären, aber da die aufſteigende
Luftſchicht ſo viel Kälte erregt, als die niederſteigende
Wärme bringt, ſo iſt wohl dieſe Theorie nicht
als richtig anzuerkennen.
51. Vorlesung, 11. April 1828
Da die Temperatur nach oben hin abnimmt, ſo hängt
die Temperatur der obern Schichten daher von der Temperatur
der Oberfläche ab. Die Temperatur in ein und
Luft ſich ausdehnt ſie ſich erkältet; wenn alſo die höhern
Luftſchichten einen geringern Druck haben als die untern,
ſo müſsen ſie ſich mehr ausdehnen, und kälter werden
als die in den untern Schichten die zuſammengepreßt
werden. Die aufſteigenden Luftſchichten dehnen ſich
ebenfalls nach den geringern Druck aus erkälten
ſich und rauben nicht nur den Wärmeſtoff für ſich, ſondern
den auch der obern Schichten. – Laplace hat dieſelbe
Meinung gehabt und iſt mit derſelben geſtorben.
dieſe und auch jene
Meinung?
–
Wenn man aber bedenkt daß jede aufſteigende Luftſchicht
auch eine niederſteigende vorausſetzt ſo wird
wieder Wärme erzeugt und es kann nie eine vollkommene
Compensation ſtatt finden.
Die Phyſiker wollten auch nach derſelben Theorie die
Wärme in den Bergwerken erklären, aber da die aufſteigende
Luftſchicht ſo viel Kälte erregt, als die niederſteigende
Wärme bringt, ſo iſt wohl dieſe Theorie nicht
als richtig anzuerkennen.
51. Vorlesung, 11. April 1828
Da die Temperatur nach oben hin abnimmt, ſo hängt
die Temperatur der obern Schichten daher von der Temperatur
der Oberfläche ab. Die Temperatur in ein und
derſelben Luftſchicht, der Höhe nach, kann nicht dieſelbe ſein
bei verſchiedenen Boden.
?|
Wenn das Meer überall ſinken
würde, würden die Ebenen kälter werden indem ſie alsdann
Berge würden. – Wenn wir die einzelnen Umſtände
genau unterſuchen ſo finden wir wo keine Berge
vorhanden ſind, kann mehr Wärme erzeugt werden,
da in der Ebene weit mehr Waſserdünſte aufſteigen(?). In
den höhern Schichten kann aber weniger Wärme erzeugt
werden, weil die lichtſchwächende Kraft, und, daher Wärme
erzeugende Kraft weit geringer iſt. – Da, wo Berge
in der Nähe ſind, kommen 2 Umſtände zuſammen.
Die Berge werden auf einer Seite eine Urſache der Wärme
da ſie als feſte Körper mehr Wärme abſorbiren können,
anderſeits ſtralen ſie aber bei der Nacht noch mehr Wärme
aus, als die Luftausſtralen würde.
Die Abnahme der Wärme von der Oberfläche zu den obern
Schichten iſt von großer Wichtigkeit für die Stralenbrechung
in der Aſtronomie und für die Barometerformeln. Man
nimmt für letztere gewöhnlich an daß die Wärme in einer
arimethiſchen Progeſsion abnimmt, es iſt dieß aber unrichtig
.
Die Abnahme der Wärme kann geprüft werden entweder
.
1, durch Reiſen die nach hohen Bergen gemacht werden.
bei verſchiedenen Boden.
?|
Wenn das Meer überall ſinken
würde, würden die Ebenen kälter werden indem ſie alsdann
Berge würden. – Wenn wir die einzelnen Umſtände
genau unterſuchen ſo finden wir wo keine Berge
vorhanden ſind, kann mehr Wärme erzeugt werden,
da in der Ebene weit mehr Waſserdünſte aufſteigen(?). In
den höhern Schichten kann aber weniger Wärme erzeugt
werden, weil die lichtſchwächende Kraft, und, daher Wärme
erzeugende Kraft weit geringer iſt. – Da, wo Berge
in der Nähe ſind, kommen 2 Umſtände zuſammen.
Die Berge werden auf einer Seite eine Urſache der Wärme
da ſie als feſte Körper mehr Wärme abſorbiren können,
anderſeits ſtralen ſie aber bei der Nacht noch mehr Wärme
aus, als die Luftausſtralen würde.
Die Abnahme der Wärme von der Oberfläche zu den obern
Schichten iſt von großer Wichtigkeit für die Stralenbrechung
in der Aſtronomie und für die Barometerformeln. Man
nimmt für letztere gewöhnlich an daß die Wärme in einer
arimethiſchen Progeſsion abnimmt, es iſt dieß aber unrichtig
.
Die Abnahme der Wärme kann geprüft werden entweder
.
1, durch Reiſen die nach hohen Bergen gemacht werden.
5
Doc hat auf der ſeinigen die Abnahme der Wärme auf den
hohen Bergen unter den Tropen zu beſtimmen geſucht, und
von 500 zu 500 Toiſen unter den Cordillieden die Temperatur
beobachtet.
2, Durch aeroſtatiſchen Reiſen; durch alle dieſe einzelnen
Reiſen können keine ſicheres Reſultat geben, da es darauf
ankommt wie die Winde gehen, und noch von manchen
andern Luftphänomen etc abhängig iſt. Es wäre daher beſser
3, Durch Stationen auf den Höhen in denen permanente Beobachtungen
gemacht würden.
4 Durch die Wärme der Quellen, auf den Bergen. Doch iſt
dieß Mittel nicht ganz ſicher da das Waſser von hohern Orten
herabkommen kann, und ſo die Quelle kälter wird.
5, Durch die Temperatur der Höhlen. Ein gutes Mittel
jedoch noch trüglich, da ſich häufig in ſolchen Höhlen Eiskeller
bilden und dadurch eine andere Temperatur entſteht
. – Fourier hat auch gefunden daß die iſothermen
Schichten gar nicht von der Höhe abhängen; auch Doc fand daſselbe.
Die Beobachtungen an den Abhängen der Berge ſind weit
ſichrer, als man glauben ſollte; die Peronobationen ſind
nur ſehr gering, da die Berge im Luftocean gebadet
ſind. Von 32 Beobachtungen fand ſich daß wenn man die
Rechnung machte, 26 die Temperatur der Ebene ganz genau
wieder zurück gaben, bei den übrigen waren auch nur ganz
geringe Fehler.
doch nicht nur Verhältnißmäßig?
Doc hat auf der ſeinigen die Abnahme der Wärme auf den
hohen Bergen unter den Tropen zu beſtimmen geſucht, und
von 500 zu 500 Toiſen unter den Cordillieden die Temperatur
beobachtet.
2, Durch aeroſtatiſchen Reiſen; durch alle dieſe einzelnen
Reiſen können keine ſicheres Reſultat geben, da es darauf
ankommt wie die Winde gehen, und noch von manchen
andern Luftphänomen etc abhängig iſt. Es wäre daher beſser
3, Durch Stationen auf den Höhen in denen permanente Beobachtungen
gemacht würden.
4 Durch die Wärme der Quellen, auf den Bergen. Doch iſt
dieß Mittel nicht ganz ſicher da das Waſser von hohern Orten
herabkommen kann, und ſo die Quelle kälter wird.
5, Durch die Temperatur der Höhlen. Ein gutes Mittel
jedoch noch trüglich, da ſich häufig in ſolchen Höhlen Eiskeller
bilden und dadurch eine andere Temperatur entſteht
. – Fourier hat auch gefunden daß die iſothermen
Schichten gar nicht von der Höhe abhängen; auch Doc fand daſselbe.
Die Beobachtungen an den Abhängen der Berge ſind weit
ſichrer, als man glauben ſollte; die Peronobationen ſind
nur ſehr gering, da die Berge im Luftocean gebadet
ſind. Von 32 Beobachtungen fand ſich daß wenn man die
Rechnung machte, 26 die Temperatur der Ebene ganz genau
wieder zurück gaben, bei den übrigen waren auch nur ganz
geringe Fehler.
doch nicht nur Verhältnißmäßig?
Wenn man das Geſetz der Abnahme der Wärme an dem
Abhang eines Berges z. B. in der Andeskette betrachtet, ſo
findet ſich das merkwürdige Reſultat, daß die Abnahme nicht
gleichmäßig iſt, ſondern in gewiſser Höhe, wie bei Toxas
gerade in der Höhe der Wolken unter den Tropen.
?|
Die Reſultate
die Doc in den Tropengegenden gefunden hat, geben,
daß man 700′ ſteigen muß, damit die Temperatur
nur 1° ſinke. In unſern Gegenden gehen nur 520′ auf
1° R im Sommer, und 700′ im Winter Sausſur Schvanberg
fand im Norden 900′ für 1° R.
Laplace Systeme
du monde u Mecanique
céleste
Zu der Beſtimmung der Barometer Formeln iſt es nöthig
die Temperatur der einzelnen Schichten zu kennen. –
In den Tropengegenden wo die Temperatur ſo gleichmäßig
iſt, kann man am beſten, die mittler Jahrestemperatur
mit einzelnen Monaten in andern Gegenden vergleichen.
So iſt am Orinoko Strom die mittlere Temperatur des
Jahres wie im Auguſt von Rom. In Toxa 6000′ u d.W.
iſt die Temperatur wie im Auguſt von Berlin. – Quito,
9000′; wie im Anfang des Monats May von Berlin. In
Patamos wo ſchon die Baumcultur ſehr abzunehmen anfängt
; 10800′ herrſcht die mittleren Temperatur von Berlin.
Es kommt hauptsächlich darauf, die iſothermen Punkte
der Höhen zu verbinden mit den correspondirenden der
Ebenen. – So wie Leslÿ, bildeten ſich noch viele andere ein
Abhang eines Berges z. B. in der Andeskette betrachtet, ſo
findet ſich das merkwürdige Reſultat, daß die Abnahme nicht
gleichmäßig iſt, ſondern in gewiſser Höhe, wie bei Toxas
gerade in der Höhe der Wolken unter den Tropen.
?|
Die Reſultate
die Doc in den Tropengegenden gefunden hat, geben,
daß man 700′ ſteigen muß, damit die Temperatur
nur 1° ſinke. In unſern Gegenden gehen nur 520′ auf
1° R im Sommer, und 700′ im Winter Sausſur Schvanberg
fand im Norden 900′ für 1° R.
Laplace Systeme
du monde u Mecanique
céleste
Zu der Beſtimmung der Barometer Formeln iſt es nöthig
die Temperatur der einzelnen Schichten zu kennen. –
In den Tropengegenden wo die Temperatur ſo gleichmäßig
iſt, kann man am beſten, die mittler Jahrestemperatur
mit einzelnen Monaten in andern Gegenden vergleichen.
So iſt am Orinoko Strom die mittlere Temperatur des
Jahres wie im Auguſt von Rom. In Toxa 6000′ u d.W.
iſt die Temperatur wie im Auguſt von Berlin. – Quito,
9000′; wie im Anfang des Monats May von Berlin. In
Patamos wo ſchon die Baumcultur ſehr abzunehmen anfängt
; 10800′ herrſcht die mittleren Temperatur von Berlin.
Es kommt hauptsächlich darauf, die iſothermen Punkte
der Höhen zu verbinden mit den correspondirenden der
Ebenen. – So wie Leslÿ, bildeten ſich noch viele andere ein
daß die Schneegrenze die iſotherme Linie des Stellpunktes
geben müſse, und daß der Pol ebenfalls die
mittlere Temperatur des Gefrier Punkts habe. Es
iſt dieß ein Irthum. Unter dem Aequator iſt die Schneegrenze
bei 1½° mittlere Temperatur bei 40° dBr. iſt die bei
〃 3°R 〃 〃 〃 60° dBr. iſt ſie erſt
〃 4 bis 5° R. mittlere Temperatur. 〃
Es kommt hier auf die Vergleichung der Höhen mit den
Graden der Breite an; oder man vergleicht die Pflanzencultur
, dieß letztere geſchah am früheſten.
Vergleicht man die erſten 3000′ Höhe der Alpen mit
den Breiten Graden, ſo findet man wenn man 300′ geſtiegen
denselben Unterſchied in der Temperatur wie
bei 1° der Breite, alſo 15 geographiſche Meilen. Demnach
muß die Temperatur auf dem Gipfel der
Schneekoppe dieſelbe Temperatur haben als ein Punkt
in der Ebene der 7° Breite nördlicher liegt. Es trifft
dieß auch nach Herrn v Buch’s Unterſuchungen ein. Im
Sommer iſt dieß nicht der Fall; es kommen dann nur
auf 300′ in der Höhe, 10 Meilen in der Breite oder 0°,7
der Breite.
Die Kultur der Pflanzen geht weit mehr an den Bergen
hinauf als ſie nördlich gehen kann, da die Intenſität der
Lichts auf der Höhe ſtärker iſt ſ. oben – Nach der Kultur
der Pflanzen würden auf 300′ Höhe nur 7 Meilen der
geben müſse, und daß der Pol ebenfalls die
mittlere Temperatur des Gefrier Punkts habe. Es
iſt dieß ein Irthum. Unter dem Aequator iſt die Schneegrenze
bei 1½° mittlere Temperatur bei 40° dBr. iſt die bei
〃 3°R 〃 〃 〃 60° dBr. iſt ſie erſt
〃 4 bis 5° R. mittlere Temperatur. 〃
Es kommt hier auf die Vergleichung der Höhen mit den
Graden der Breite an; oder man vergleicht die Pflanzencultur
, dieß letztere geſchah am früheſten.
Vergleicht man die erſten 3000′ Höhe der Alpen mit
den Breiten Graden, ſo findet man wenn man 300′ geſtiegen
denselben Unterſchied in der Temperatur wie
bei 1° der Breite, alſo 15 geographiſche Meilen. Demnach
muß die Temperatur auf dem Gipfel der
Schneekoppe dieſelbe Temperatur haben als ein Punkt
in der Ebene der 7° Breite nördlicher liegt. Es trifft
dieß auch nach Herrn v Buch’s Unterſuchungen ein. Im
Sommer iſt dieß nicht der Fall; es kommen dann nur
auf 300′ in der Höhe, 10 Meilen in der Breite oder 0°,7
der Breite.
Die Kultur der Pflanzen geht weit mehr an den Bergen
hinauf als ſie nördlich gehen kann, da die Intenſität der
Lichts auf der Höhe ſtärker iſt ſ. oben – Nach der Kultur
der Pflanzen würden auf 300′ Höhe nur 7 Meilen der
Breite oder 0°,5 kommen.
Schneegrenze
Das Phänomen der Schneegrenze mußte ſchon früh die
Einbildungskraft der Menſchen beſchäftigten, da ſie ſo
ſcharf abgezeichnet auf den Höhen iſt; es bildete ſich dadurch
eine deutliche Verſteigerung(Verſiñlichung?) der kalten Zone. – Wenn
ſchon in den Alpen und den Pyrenäen es ſo ein herrlicher
Anblick iſt, die Schneegrenze mit den Pflanzen zu ſehen,
ſo iſt dieß in der Andeskette noch weit mehr in der Andeskette
wo man die Physignomien der ganzen Pflanzenwelt
überſehen kann. –
Die Schneegrenzen verſchönern nicht nur die Natur,
ſondern ſie haben auch dem Menſchen gelehrt zu erforſchen
welches der Höchſte Berg ſie. So hatten die Indianer
ſchon lange gewußt daß der Chimboraſso der
größte Berg in der Andeskette ſei. Es kann dieſer
Schluß aber auch nur unter den Tropen gemacht werden,
wo dieß Phänomen von ſolcher Beſtändigkeit iſt. Die Alten
mußten wegen ihrer wenig ausgebreiteten Kenntniſse
in der Geographie, zwei Phänomen entgehen, die
gleiche Höhe der Schneegrenze unter gleichen Breiten,
und das Sinken derſelben nach den Pole hin. – Unter
dem Aequator iſt die Schneegrenze 25000′ hoch, warum(während?)
an den Polen ſie in den Horizont des Meers fällt. –
Schneegrenze
Das Phänomen der Schneegrenze mußte ſchon früh die
Einbildungskraft der Menſchen beſchäftigten, da ſie ſo
ſcharf abgezeichnet auf den Höhen iſt; es bildete ſich dadurch
eine deutliche Verſteigerung(Verſiñlichung?) der kalten Zone. – Wenn
ſchon in den Alpen und den Pyrenäen es ſo ein herrlicher
Anblick iſt, die Schneegrenze mit den Pflanzen zu ſehen,
ſo iſt dieß in der Andeskette noch weit mehr in der Andeskette
wo man die Physignomien der ganzen Pflanzenwelt
überſehen kann. –
Die Schneegrenzen verſchönern nicht nur die Natur,
ſondern ſie haben auch dem Menſchen gelehrt zu erforſchen
welches der Höchſte Berg ſie. So hatten die Indianer
ſchon lange gewußt daß der Chimboraſso der
größte Berg in der Andeskette ſei. Es kann dieſer
Schluß aber auch nur unter den Tropen gemacht werden,
wo dieß Phänomen von ſolcher Beſtändigkeit iſt. Die Alten
mußten wegen ihrer wenig ausgebreiteten Kenntniſse
in der Geographie, zwei Phänomen entgehen, die
gleiche Höhe der Schneegrenze unter gleichen Breiten,
und das Sinken derſelben nach den Pole hin. – Unter
dem Aequator iſt die Schneegrenze 25000′ hoch, warum(während?)
an den Polen ſie in den Horizont des Meers fällt. –
Man darf hiebei aber ja nicht verwechseln, mit dieſer
Schneegrenze, die Phänomen der Gletſcher, die zwar als
Extremitäten daraus entſtehen, aber gar nicht mit der
Höhe den Schneegrenze zu thun haben.
Gletſcher
Das Ausdehnen
der Gletſcher, das Fortſchieben derſelben hängt damit
zuſammen daß die Schneegrenze in ihrem untern Theile
einen Bogen bildet und ſo ein Fortſchieben durch den
Fall der Eis und Schneemaſsen ſelbſt entſteht nach
Sausſurs Beobachtungen – In der Oberfläche wo alles mit
Schnee und Eis angefüllt iſt findet man bisweilen kein
brunnen; es entſtehen dieſe durch ein merkwürdiges
Spiel des Waſser, indem die Schwere deſselben ein
Maximum erreicht, und dann die wärmere Waſsertropfen
von unter wieder in die Höhe ſteigen ſ. Phyſik 1826/27
Noch weniger abhängig von der Schneegrenze ſind die
Eisgrotten die ſich oft ſelbſt auf Bergen befinden, die
gar nicht in die Schneegrenze hineinreichen, und wo man
mitten im Sommer ſich Eis bilden ſieht.
Eisgrotten
Das Eis entſteht
in denselben wahrſcheinlich nicht durch Verdünſtung allein,
ſondern aus dem Senken der Öffnungen die ſie haben. – (?)
Auch kann es Luftſtrömungen haben. Die dahin mit
einwirken. – Am weſtlichen Theil des Chimboraſso hat
man eine Art unterirdiſchen Eiſes im Sande gefunden;
Schneegrenze, die Phänomen der Gletſcher, die zwar als
Extremitäten daraus entſtehen, aber gar nicht mit der
Höhe den Schneegrenze zu thun haben.
Gletſcher
Das Ausdehnen
der Gletſcher, das Fortſchieben derſelben hängt damit
zuſammen daß die Schneegrenze in ihrem untern Theile
einen Bogen bildet und ſo ein Fortſchieben durch den
Fall der Eis und Schneemaſsen ſelbſt entſteht nach
Sausſurs Beobachtungen – In der Oberfläche wo alles mit
Schnee und Eis angefüllt iſt findet man bisweilen kein
brunnen; es entſtehen dieſe durch ein merkwürdiges
Spiel des Waſser, indem die Schwere deſselben ein
Maximum erreicht, und dann die wärmere Waſsertropfen
von unter wieder in die Höhe ſteigen ſ. Phyſik 1826/27
Noch weniger abhängig von der Schneegrenze ſind die
Eisgrotten die ſich oft ſelbſt auf Bergen befinden, die
gar nicht in die Schneegrenze hineinreichen, und wo man
mitten im Sommer ſich Eis bilden ſieht.
Eisgrotten
Das Eis entſteht
in denselben wahrſcheinlich nicht durch Verdünſtung allein,
ſondern aus dem Senken der Öffnungen die ſie haben. – (?)
Auch kann es Luftſtrömungen haben. Die dahin mit
einwirken. – Am weſtlichen Theil des Chimboraſso hat
man eine Art unterirdiſchen Eiſes im Sande gefunden;
kleine Eiskörner die aber ſchon ſeit langen Jahrhunderten
dort gelegen haben mögen, und zwar 70 bis 80 Toiſen unter
der Schneegrenze.
?
Die Schneelinie, welche die untere Grenze anzeigt, iſt
keine iſotherme Linie, ſie deutet nicht auf Luftſchichten hin
die unter derſelben Breite, dieſelbe Temperatur haben.
Die Schneelinie hängt weniger von der Krümmung der isothermen
Linien, als vielmehr der isotheren die Linien
welche durch die mittlere Temperatur des Sommers beſtehen
; abhängig von der Länge und Intenſität des Sommers
Linien ab. Die Linien gleicher Sommerwärme
entfernen ſich vielmehr von den Paralellkreiſen als die
iſothermen Linien.
52. Vorlesung, 14. April 1828
So wie wir unter den magnetiſchen, dreierlei unterſcheiden
konnten, der Inclination, Declination und Intenſität, ſo
auch unterſcheiden wir dreierlei Temperatur Linien: 1, weñ
man diejenigen Punkte verbindet, die eine gleiche jährliche
mittlere Temperatur haben, ſo erhält man die iſothermen
Linien 2, verbindet man diejenigen Punkte die verſchiedene
jährliche Temperatur aber gleiche Sommertemperatur
haben, ſo hat man die iſothernen Linien, endlich,
3, wenn man die Punkte nimmt, bei denen die jährliche Temperatur
, ſo wie die Sonnentemperatur verſchieden, die
dort gelegen haben mögen, und zwar 70 bis 80 Toiſen unter
der Schneegrenze.
?
Die Schneelinie, welche die untere Grenze anzeigt, iſt
keine iſotherme Linie, ſie deutet nicht auf Luftſchichten hin
die unter derſelben Breite, dieſelbe Temperatur haben.
Die Schneelinie hängt weniger von der Krümmung der isothermen
Linien, als vielmehr der isotheren die Linien
welche durch die mittlere Temperatur des Sommers beſtehen
; abhängig von der Länge und Intenſität des Sommers
Linien ab. Die Linien gleicher Sommerwärme
entfernen ſich vielmehr von den Paralellkreiſen als die
iſothermen Linien.
52. Vorlesung, 14. April 1828
So wie wir unter den magnetiſchen, dreierlei unterſcheiden
konnten, der Inclination, Declination und Intenſität, ſo
auch unterſcheiden wir dreierlei Temperatur Linien: 1, weñ
man diejenigen Punkte verbindet, die eine gleiche jährliche
mittlere Temperatur haben, ſo erhält man die iſothermen
Linien 2, verbindet man diejenigen Punkte die verſchiedene
jährliche Temperatur aber gleiche Sommertemperatur
haben, ſo hat man die iſothernen Linien, endlich,
3, wenn man die Punkte nimmt, bei denen die jährliche Temperatur
, ſo wie die Sonnentemperatur verſchieden, die
Die Linie haben ſehr verſchiedenen Lage gegeneinander
, ſo hat z. B. Moskau dieſelbe Sommerwärme die auch
am Ausfluß der Loire herrſcht. 11 Breiten Grade verſchieden
. Wenn nicht andere lokale Umſtände hinzutreten,
müßte die Schneegrenze überall in derſelben iſotheren
Linie gleich liegen, man findet ſie aber häufig tiefer, ſo
fand es Ramont und Charpentier in den Pyrenäen. Große
Schneeberge können ſie ſehr modificiren, indem ſie durch
gegenseitige Ausſtralung größere Strecken erkälten.
In den Tropen, wo alle Phänomen höher liegen, und daher
weniger abhängig ſind von Localurſachen, haben
dieſe Ineinanderſtralungen nur wenigen Einfluß. Auch die Wärmeſtralung von Hochebenen, ſo wie weñ
Küſtenland oder innerer Continent da iſt ändern
die Tage der Schneelinie ab. Im dem ſüdlichen Theil der
Pyrenäen liegt die Schneegrenze tiefer als im nördlichen.
Im Himalaya Gebirge iſt es dagegen der nordliche Theil
wo die Schneelinie tiefer liegt.
Da die iſothernen Linien in den Continenten convexe
Scheitel haben, ſo liegt die Schneelinie im Innern
der Continente höher als an den Küſten.
Im cisatlantiſchen Gebiet
ſollen nach
dem ja nur
convexe Scheitel
ſeyn, im transatlantiſchen
Gebiet dagegen
concave Scheitel?
In Asien im
, ſo hat z. B. Moskau dieſelbe Sommerwärme die auch
am Ausfluß der Loire herrſcht. 11 Breiten Grade verſchieden
. Wenn nicht andere lokale Umſtände hinzutreten,
müßte die Schneegrenze überall in derſelben iſotheren
Linie gleich liegen, man findet ſie aber häufig tiefer, ſo
fand es Ramont und Charpentier in den Pyrenäen. Große
Schneeberge können ſie ſehr modificiren, indem ſie durch
gegenseitige Ausſtralung größere Strecken erkälten.
In den Tropen, wo alle Phänomen höher liegen, und daher
weniger abhängig ſind von Localurſachen, haben
dieſe Ineinanderſtralungen nur wenigen Einfluß. Auch die Wärmeſtralung von Hochebenen, ſo wie weñ
Küſtenland oder innerer Continent da iſt ändern
die Tage der Schneelinie ab. Im dem ſüdlichen Theil der
Pyrenäen liegt die Schneegrenze tiefer als im nördlichen.
Im Himalaya Gebirge iſt es dagegen der nordliche Theil
wo die Schneelinie tiefer liegt.
Da die iſothernen Linien in den Continenten convexe
Scheitel haben, ſo liegt die Schneelinie im Innern
der Continente höher als an den Küſten.
Im cisatlantiſchen Gebiet
ſollen nach
dem ja nur
convexe Scheitel
ſeyn, im transatlantiſchen
Gebiet dagegen
concave Scheitel?
In Asien im
Innern liegt die Schneelinie höher, als man nach Anſichten
hätte glauben können. Ungeachtet der Nähe des ſchwarzen
und kaspiſchen Meers die die Urſache einer geringern
Sommerwärme ſein könnten, iſt es dort ſelbſt
im Kaukasus im Sommer heißer als in andern Gegenden
in ähnlichen Breiten, daher der Schnee dort
ſpäter anfängt als bei den Pyrenäen. Ja es zeigt
ſich dieß ſchon im öſtlichen Europa; in den Karpathen
liegt die Schneegrenze ſchon verhältnißmäßig höher
als in den Pyrenäen und Alpen, da Europa gegen
Oſten hin weit weniger durchſchnitten und gegliedert
iſt. – Ueber die Aequatorial Höhe der Schneegrenze iſt
viel geſtritten worden. Der Unterſchied in den Meſsungen
betrugen 800′; es entſtanden dieſe nicht durch eine Änderung
der Schneegrenze, die eine vollkommene abgeſchnittene
, feſte Linie iſt Lafontanage und Bouguer; ſie
ſind vielmehr die Folge von den verſchiedenen Mesſungen
mit Barometer die man damals noch nicht
nach der Temperatur corigirte. Aus mehreren Meſsungen
erhält man als Mittel für die Aequatorial
Höhe der Schneegrenze 14660 Fuß. – Unter der Breite
von 19–20° hat Doc gefunden aus Meſsungen in
hätte glauben können. Ungeachtet der Nähe des ſchwarzen
und kaspiſchen Meers die die Urſache einer geringern
Sommerwärme ſein könnten, iſt es dort ſelbſt
im Kaukasus im Sommer heißer als in andern Gegenden
in ähnlichen Breiten, daher der Schnee dort
ſpäter anfängt als bei den Pyrenäen. Ja es zeigt
ſich dieß ſchon im öſtlichen Europa; in den Karpathen
liegt die Schneegrenze ſchon verhältnißmäßig höher
als in den Pyrenäen und Alpen, da Europa gegen
Oſten hin weit weniger durchſchnitten und gegliedert
iſt. – Ueber die Aequatorial Höhe der Schneegrenze iſt
viel geſtritten worden. Der Unterſchied in den Meſsungen
betrugen 800′; es entſtanden dieſe nicht durch eine Änderung
der Schneegrenze, die eine vollkommene abgeſchnittene
, feſte Linie iſt Lafontanage und Bouguer; ſie
ſind vielmehr die Folge von den verſchiedenen Mesſungen
mit Barometer die man damals noch nicht
nach der Temperatur corigirte. Aus mehreren Meſsungen
erhält man als Mittel für die Aequatorial
Höhe der Schneegrenze 14660 Fuß. – Unter der Breite
von 19–20° hat Doc gefunden aus Meſsungen in
Neu-Spanien die Höhe der Schneegrenze 19800 Fuß: –
der Unterſchied iſt nicht groß, allein die Oscillation
der Schneelinie die unter dem Aequator kaum 70 bis
80′ beträgt, iſt hier ſchon ſehr beträchtlich; ſie beträgt
als Minimum 2200′. – Zwiſchen den 20ſten und 30ſten
Grad d Br. kennt man keinen Schneeberg; weder der
Pick von Teneriffa noch die Vulkane der Azoren
erreichen die Schneegrenze.
Die Berge in Afrika
die ſie vielleicht erreichen
, kennen wir
noch nicht genau genug
Im Himalaya Gebirge
iſt die Grenze der Schneelinie am nördlichen
Abhange 17200′ hoch.
Bei den Pyrenäen und den Alpen iſt die Höhe
der Schneegrenze von vielen Localverhältniſsen
abhängig. Das Mittel aus verſchiedenen Meſsungen
, von Sausſur, Buch und Walenberg giebt 8400′
In unſern Breiten würden wir wenn es ſo hohe
Berge gäbe die Schneegrenze in 7000′ Höhe finden;
entweder aus der Abnahme der Wärme es berechnen
oder durch Interpolation
In der ſkandinaviſchen Halbinſel bei 70° Breite
ſind große Unterſchiede in dem Innern und den
litoral Gegenden. – Im Innern nach Buch bei 3300′
Der Brocken würde demnach dort noch hineinreichen,
der Unterſchied iſt nicht groß, allein die Oscillation
der Schneelinie die unter dem Aequator kaum 70 bis
80′ beträgt, iſt hier ſchon ſehr beträchtlich; ſie beträgt
als Minimum 2200′. – Zwiſchen den 20ſten und 30ſten
Grad d Br. kennt man keinen Schneeberg; weder der
Pick von Teneriffa noch die Vulkane der Azoren
erreichen die Schneegrenze.
Die Berge in Afrika
die ſie vielleicht erreichen
, kennen wir
noch nicht genau genug
Im Himalaya Gebirge
iſt die Grenze der Schneelinie am nördlichen
Abhange 17200′ hoch.
Bei den Pyrenäen und den Alpen iſt die Höhe
der Schneegrenze von vielen Localverhältniſsen
abhängig. Das Mittel aus verſchiedenen Meſsungen
, von Sausſur, Buch und Walenberg giebt 8400′
In unſern Breiten würden wir wenn es ſo hohe
Berge gäbe die Schneegrenze in 7000′ Höhe finden;
entweder aus der Abnahme der Wärme es berechnen
oder durch Interpolation
In der ſkandinaviſchen Halbinſel bei 70° Breite
ſind große Unterſchiede in dem Innern und den
litoral Gegenden. – Im Innern nach Buch bei 3300′
Der Brocken würde demnach dort noch hineinreichen,
aber in den Litoral Gegenden 2200′
Wo man die Schneelinie ſelbſt nicht finden kann, weil
die Berge zu hoch ſind, kann man ſie durch die Vegetations
Grenze beſonders der Innern beſtimmen.
Bei allen dieſen Beſtimmungen iſt es nothwendig
ſich an die Localverhältniſse zu erinnern,
und daß die Schneegrenze weder von den Breite
graden noch von den iſothermen Linien, ſondern
von den Linien gleichen Sommers abhängt.
Die Linie Zero in der die jährliche Temperatur
Null iſt findet ſich in Labrador und Skandinavien
; man kann ſagen daß dieſe Orte eine
gleiche iſotherme Breite haben.
Die Osculation. Berührung der Schneelinie mit
der Erdoberfläche, dem Meere der Schneelinie mit
der Erdcurre iſt in Europa erſt bei 82° n.B. Gehen
wir weiter gegen Weſten nach dem Ende der
Baffinsbai ſo finden wir ſie bei 78°. Am kälteſten
iſt es aber gegen Neu Sibirien hin öſtlich vom
Lena Fluſse wo die Osculation ſchon bei 76° d Br.
beginnt.
Wo man die Schneelinie ſelbſt nicht finden kann, weil
die Berge zu hoch ſind, kann man ſie durch die Vegetations
Grenze beſonders der Innern beſtimmen.
Bei allen dieſen Beſtimmungen iſt es nothwendig
ſich an die Localverhältniſse zu erinnern,
und daß die Schneegrenze weder von den Breite
graden noch von den iſothermen Linien, ſondern
von den Linien gleichen Sommers abhängt.
Die Linie Zero in der die jährliche Temperatur
Null iſt findet ſich in Labrador und Skandinavien
; man kann ſagen daß dieſe Orte eine
gleiche iſotherme Breite haben.
Die Osculation. Berührung der Schneelinie mit
der Erdoberfläche, dem Meere der Schneelinie mit
der Erdcurre iſt in Europa erſt bei 82° n.B. Gehen
wir weiter gegen Weſten nach dem Ende der
Baffinsbai ſo finden wir ſie bei 78°. Am kälteſten
iſt es aber gegen Neu Sibirien hin öſtlich vom
Lena Fluſse wo die Osculation ſchon bei 76° d Br.
beginnt.
Seeluft
Da ⅔ der Erdoberfläche mit Waſser bedeckt
iſt ſo iſt es einleuchtend daß die Temperatur der
Seeluft einen wichtigen Einfluß auf das Clima
haben muß.
Die Temperatur der Seeluft hängt ab, eben ſo
wie die der Sandluft von der Absorbtion der Lichtſtralen
von der Beſchaffenheit der Oberfläche
ſelbſt ob ſie flüſsig oder ſtarr iſt von der
Bewegung der Strömungen, des Meeres ſowohl
als auch der Winde.
Wo der Boden der Seeluft flüſsig iſt kann die
Luft erkältend werden, da weniger Sonnenſtralen
absorbirt werden, und mehr durchgehen
indem ſich auch nicht mehr Waſsergas entwickelt
erwärmend aber, weil die kältern Theilchen des
Waſsers zu Boden ſinken, und es immer eine
Tendenz zur Erwärmung hat. Schon bei dem Meere
wurde über die Temperatur der Oberfläche und
der Tiefe des Meers, ſo wie der beſondern Temperatur
bei Untiefen geſprochen, wo das Waſser
kälter iſt weil die untern kältern Schichten von
der Erde her ſich mit den obern mengen.
Da ⅔ der Erdoberfläche mit Waſser bedeckt
iſt ſo iſt es einleuchtend daß die Temperatur der
Seeluft einen wichtigen Einfluß auf das Clima
haben muß.
Die Temperatur der Seeluft hängt ab, eben ſo
wie die der Sandluft von der Absorbtion der Lichtſtralen
von der Beſchaffenheit der Oberfläche
ſelbſt ob ſie flüſsig oder ſtarr iſt von der
Bewegung der Strömungen, des Meeres ſowohl
als auch der Winde.
Wo der Boden der Seeluft flüſsig iſt kann die
Luft erkältend werden, da weniger Sonnenſtralen
absorbirt werden, und mehr durchgehen
indem ſich auch nicht mehr Waſsergas entwickelt
erwärmend aber, weil die kältern Theilchen des
Waſsers zu Boden ſinken, und es immer eine
Tendenz zur Erwärmung hat. Schon bei dem Meere
wurde über die Temperatur der Oberfläche und
der Tiefe des Meers, ſo wie der beſondern Temperatur
bei Untiefen geſprochen, wo das Waſser
kälter iſt weil die untern kältern Schichten von
der Erde her ſich mit den obern mengen.
ſ. oben Strömungen
im
Meere
Die Strömungen haben einen ſehr großen Einfluß
auf die Temperatur der Luft. Die Seeluft iſt
ganz verſchieden ſobald man durch den Golfſtrom
kommt von der übrigen. Wenn man von Frankreich
nach den vereinigten Staaten fährt und
den Golfſtrom in einer WWN.N .O und SSW Richtung
paſsirt bemerkt man durch die Temperatur
der Luft wenn man ſich in Golfſtrom befindet
, indem es als dann bei weiten warmer iſt.
Aber auch umgekehrt wo die Luft erkältet
durch Strömungen kalten Waſsers wir bei
Chili, wo das Meer die Kälte von 14° R.
annimmt; ſtatt daß es in der übrigen Gegend
21° R. hat.
Anders verhält es ſich da, wo der BodenOberfläche des
Meers ſtarr iſt, wie in der arktiſchen Zone.
Wir verdanken Herrn Scorsby darüber die meiſten
Beobachtungen. Dort finden ſich ſogenannte
Eisberge, die auf zweierlei Art wirken, entweder
daß ſie die Dünſte an ihren Gipfeln verſammeln
und die Lichtſtralen nicht durchlaſsen,
oder daß der Himmel ganz frei wird.
im
Meere
Die Strömungen haben einen ſehr großen Einfluß
auf die Temperatur der Luft. Die Seeluft iſt
ganz verſchieden ſobald man durch den Golfſtrom
kommt von der übrigen. Wenn man von Frankreich
nach den vereinigten Staaten fährt und
den Golfſtrom in einer WWN.N .O und SSW Richtung
paſsirt bemerkt man durch die Temperatur
der Luft wenn man ſich in Golfſtrom befindet
, indem es als dann bei weiten warmer iſt.
Aber auch umgekehrt wo die Luft erkältet
durch Strömungen kalten Waſsers wir bei
Chili, wo das Meer die Kälte von 14° R.
annimmt; ſtatt daß es in der übrigen Gegend
21° R. hat.
Anders verhält es ſich da, wo der BodenOberfläche des
Meers ſtarr iſt, wie in der arktiſchen Zone.
Wir verdanken Herrn Scorsby darüber die meiſten
Beobachtungen. Dort finden ſich ſogenannte
Eisberge, die auf zweierlei Art wirken, entweder
daß ſie die Dünſte an ihren Gipfeln verſammeln
und die Lichtſtralen nicht durchlaſsen,
oder daß der Himmel ganz frei wird.
Unterſuchungen neurer Zeit über die Frage:
in welchen Klimaten das Waſser wärmer wäre
als die Seeluft haben ergeben: in der Breite des Aequators
bis zum 48ten Grad d Br. iſt das Meer beſtändig
etwas wärmer als die Luft.
Dadurch entſteht die Degreſsion des Horizonts
wenn (aber)lich der Boden ſich erwärmt ſo daß minder
dichte Schichten unten als oben ſich befinden,
ſo entſteht in der Brechung des Lichtſtrals eine Convexität
und der Horizont erſcheint deshalb niedriger
. –
das iſt ja im̃er
der Fall
So hängen 2 Erſcheinungen die gar
nicht zuſammen zugehören ſcheinen, doch ſehr
enge zuſammen. Dadurch daß man mit dem Thermometer
oft das Meer unterſucht kann man erfahren
ob man bald in der Nacht auf eine Inſel
ſtoßen wird oder nicht, indem in der Nähe der
Inſel weil dieß ein ſtarrer Körper iſt, das Meer
kälter wird.
Und hiemit hängt das andere Phänomen der
Kimu zuſammen, daß man nämlich falſche Bilder
in welchen Klimaten das Waſser wärmer wäre
als die Seeluft haben ergeben: in der Breite des Aequators
bis zum 48ten Grad d Br. iſt das Meer beſtändig
etwas wärmer als die Luft.
Dadurch entſteht die Degreſsion des Horizonts
wenn (aber)lich der Boden ſich erwärmt ſo daß minder
dichte Schichten unten als oben ſich befinden,
ſo entſteht in der Brechung des Lichtſtrals eine Convexität
und der Horizont erſcheint deshalb niedriger
. –
das iſt ja im̃er
der Fall
So hängen 2 Erſcheinungen die gar
nicht zuſammen zugehören ſcheinen, doch ſehr
enge zuſammen. Dadurch daß man mit dem Thermometer
oft das Meer unterſucht kann man erfahren
ob man bald in der Nacht auf eine Inſel
ſtoßen wird oder nicht, indem in der Nähe der
Inſel weil dieß ein ſtarrer Körper iſt, das Meer
kälter wird.
Und hiemit hängt das andere Phänomen der
Kimu zuſammen, daß man nämlich falſche Bilder
sieht die in der Luft ſchwimmen Dunſt der Gazellen
durch die Degreſsion des Horizonts herbeigeführt
. –
?|
Was die höchſte Temperatur der Seeluft anbetrift,
ſo iſt die Temperatur unter den Tropen auf dem
Meere die herrlichſte, die man ſich wünſchen kann.
Sie iſt hier nie höher als 23 bis 24° R.; dabei muß
man aber nicht die Meere verwechseln die von
Land eingeſchloſsen ſind, wie das mittelländiſche
Meer und rothe Meer. Tucky hat die Temperatur
der Luft auf dem rothen Meer bei Tage nie
unter 36½° R und bei Nacht nie unter 28 und
29° R gefunden, aber nur in gewiſsen Jahreszeiten
.
Im Allgemeinen kann man ſagen daß die
Temperatur des Meers nicht nur die Sommertemperatur
mindert, ſondern auch zugleich die
mittlere jährliche Temperatur vermehrt. Zwiſchen
30 und 40° d Br hat die Seeluft eine mittlere jährliche
Temperatur die etwas höher iſt als auf dem
Lande.
durch die Degreſsion des Horizonts herbeigeführt
. –
?|
Was die höchſte Temperatur der Seeluft anbetrift,
ſo iſt die Temperatur unter den Tropen auf dem
Meere die herrlichſte, die man ſich wünſchen kann.
Sie iſt hier nie höher als 23 bis 24° R.; dabei muß
man aber nicht die Meere verwechseln die von
Land eingeſchloſsen ſind, wie das mittelländiſche
Meer und rothe Meer. Tucky hat die Temperatur
der Luft auf dem rothen Meer bei Tage nie
unter 36½° R und bei Nacht nie unter 28 und
29° R gefunden, aber nur in gewiſsen Jahreszeiten
.
Im Allgemeinen kann man ſagen daß die
Temperatur des Meers nicht nur die Sommertemperatur
mindert, ſondern auch zugleich die
mittlere jährliche Temperatur vermehrt. Zwiſchen
30 und 40° d Br hat die Seeluft eine mittlere jährliche
Temperatur die etwas höher iſt als auf dem
Lande.
Aus allem dem was über die Ursache der Temperatur
Verſchiedenheiten geſagt worden iſt folgt
daß hauptsächlich 3 Gründe für das mildere Klima
von Europa da ſind, und daß das nordliche Europäiſche Klima
heilſamer für die Cullivitirung des Menſchen
und die Entwickelung des Geiſtes ſein mußten
als in derſelben Breite in Asien und Amerika.
Gründe für das
milde Klima
in Europa.
1, Daß es ein weſtlicher Theil des alten Continents
iſt, aus den bereits angeführten Ursachen
daß weſtliche Küſten wärmer ſind als öſtliche
2, Daß für Europa in ſeinen Längengraden
die Temperaturen und der Aequator nicht in das Meer
fallen, ſondern dort wie ein erwarmender Stein
Afrika vorliegt.
3, Daß Europa unter allen Welttheilen derjenige
iſt, der am wenigſten Maſsen gegen
Norden hat, und ſich auch am wenigſten gegen
Norden hin erſtreckt. Die Eisgrenze des Nordens
geht nicht bis zum Nord-Cap; nirgends
iſt ein größerer Buſen aus dem Längenthal
des atlantiſchen Oceans. –
Verſchiedenheiten geſagt worden iſt folgt
daß hauptsächlich 3 Gründe für das mildere Klima
von Europa da ſind, und daß das nordliche Europäiſche Klima
heilſamer für die Cullivitirung des Menſchen
und die Entwickelung des Geiſtes ſein mußten
als in derſelben Breite in Asien und Amerika.
Gründe für das
milde Klima
in Europa.
1, Daß es ein weſtlicher Theil des alten Continents
iſt, aus den bereits angeführten Ursachen
daß weſtliche Küſten wärmer ſind als öſtliche
2, Daß für Europa in ſeinen Längengraden
die Temperaturen und der Aequator nicht in das Meer
fallen, ſondern dort wie ein erwarmender Stein
Afrika vorliegt.
3, Daß Europa unter allen Welttheilen derjenige
iſt, der am wenigſten Maſsen gegen
Norden hat, und ſich auch am wenigſten gegen
Norden hin erſtreckt. Die Eisgrenze des Nordens
geht nicht bis zum Nord-Cap; nirgends
iſt ein größerer Buſen aus dem Längenthal
des atlantiſchen Oceans. –
Theils dadurch daß das Eis aus der Baffinsbai
nicht heraus kann, theils durch den Golfſtrom,
wird in dieſer Gegend kein Eis angehäuft. ſ. oben.
Es ſind demnach auch 3 Arten möglich, wodurch das
Klima von Europa kälter werden könnte.
1, Wenn aus dem atlantiſchen Meeres Thal ſich
ein Continent erhöbe, der Europa und Amerika
zu einen Continent verbinde.
2, Wenn Afrika unterſänke.
3 Wenn Amerika in der Landenge von Panama
durchbrechen würde und als dann
der Golfſtrom ſeine Richtung von Südweſt
nach Weſtoſt verlieren würde.
NB.
Cyanometrie iſt die Lehre der Farbe der
Luft zu meſsen.
Diaphanometrie, die Meſsung der lichtſchwächenden
Kraft.
nicht heraus kann, theils durch den Golfſtrom,
wird in dieſer Gegend kein Eis angehäuft. ſ. oben.
Es ſind demnach auch 3 Arten möglich, wodurch das
Klima von Europa kälter werden könnte.
1, Wenn aus dem atlantiſchen Meeres Thal ſich
ein Continent erhöbe, der Europa und Amerika
zu einen Continent verbinde.
2, Wenn Afrika unterſänke.
3 Wenn Amerika in der Landenge von Panama
durchbrechen würde und als dann
der Golfſtrom ſeine Richtung von Südweſt
nach Weſtoſt verlieren würde.
NB.
Cyanometrie iſt die Lehre der Farbe der
Luft zu meſsen.
Diaphanometrie, die Meſsung der lichtſchwächenden
Kraft.
53. Vorlesung, 15. April 1828
Electrizität der Luft
Wie bei der Wärme und dem Magnetismus
ſprechen wir hier weniger von den Erſcheinungen
der Electrizität, ſondern vielmehr von der Vertheilung
derſelben auf dem Erdkörper, von der
Geographie der Electrizität. Es ſchließt ſich dieſer
Theil ſehr gut an die Temperatur Verhältniſse
und Hygrometrie an, mit denen die electriſche
Spannung in engem Verbande ſteht.
Der electriſche und magnetiſche Zuſtand des
Luftkreiſes ſteht in Verbindung mit dem Electromagnetismus
im ſtarren Erdkörper, mehr
als Magnetismus ſich im Starren zeigend, und
mehr als Electrizität im Luftkreiſe. So wie die
Electrizität in der Luft Licht hervorbringt, ſcheint
der Magnetismus das Polarlicht im Starren hervor
zu bringen.
Von dieſen Verbrennungsprozeſsen werden
wir zu andern übergehen zu den Meteorſteinen –
Die Electrizität kann erregt werden durch 4 oder
Electrizität der Luft
Wie bei der Wärme und dem Magnetismus
ſprechen wir hier weniger von den Erſcheinungen
der Electrizität, ſondern vielmehr von der Vertheilung
derſelben auf dem Erdkörper, von der
Geographie der Electrizität. Es ſchließt ſich dieſer
Theil ſehr gut an die Temperatur Verhältniſse
und Hygrometrie an, mit denen die electriſche
Spannung in engem Verbande ſteht.
Der electriſche und magnetiſche Zuſtand des
Luftkreiſes ſteht in Verbindung mit dem Electromagnetismus
im ſtarren Erdkörper, mehr
als Magnetismus ſich im Starren zeigend, und
mehr als Electrizität im Luftkreiſe. So wie die
Electrizität in der Luft Licht hervorbringt, ſcheint
der Magnetismus das Polarlicht im Starren hervor
zu bringen.
Von dieſen Verbrennungsprozeſsen werden
wir zu andern übergehen zu den Meteorſteinen –
Die Electrizität kann erregt werden durch 4 oder
5 verſchiedene Mittel, von denen jedoch mehrere wahrſcheinlich
auf eines zurückzuführen ſind: 1, Durch Reibung,
was nur iſt 2, Aenderung des Zuſtandes der Temperatur.
3, Durch chemiſche Veränderungen, die auch
magnetiſche ſind. 4, Durch den Contact der Electrizität
ſelbſt, durch Berührung, Voltaiſche Säule. Endlich
5, im organiſchen Leben. Fiſche etc.
Man hat es immer für etwas Sonderbares gehalten,
daß dieſe letzte Art von Electricität ſich beſonders
bei Fiſchen alſo im Waſser einen leitenden Körper
, und nicht in der Luft befinde. Indeß wird erſt
durch die Muskelbewegung dieſe Electricität hervor
gebracht. Wenn man auch bei einigen Fiſchen
wie den Zitterrochen, etc. die electriſchen Organe
ſehr angehäuft findet, ſo daß man mit ihnen
ein Pferd tödten kann ſo iſt es doch ſehr wahrſcheinlich
daß auch bei den Vögeln und ſelbſt bei den Säugethieren
ein ſolcher electriſcher Prozeß vor ſich gehe,
wenn durch die Nerven unarterielles Blut in die
Muskeln übergeht.
auf eines zurückzuführen ſind: 1, Durch Reibung,
was nur iſt 2, Aenderung des Zuſtandes der Temperatur.
3, Durch chemiſche Veränderungen, die auch
magnetiſche ſind. 4, Durch den Contact der Electrizität
ſelbſt, durch Berührung, Voltaiſche Säule. Endlich
5, im organiſchen Leben. Fiſche etc.
Man hat es immer für etwas Sonderbares gehalten,
daß dieſe letzte Art von Electricität ſich beſonders
bei Fiſchen alſo im Waſser einen leitenden Körper
, und nicht in der Luft befinde. Indeß wird erſt
durch die Muskelbewegung dieſe Electricität hervor
gebracht. Wenn man auch bei einigen Fiſchen
wie den Zitterrochen, etc. die electriſchen Organe
ſehr angehäuft findet, ſo daß man mit ihnen
ein Pferd tödten kann ſo iſt es doch ſehr wahrſcheinlich
daß auch bei den Vögeln und ſelbſt bei den Säugethieren
ein ſolcher electriſcher Prozeß vor ſich gehe,
wenn durch die Nerven unarterielles Blut in die
Muskeln übergeht.
Die electriſchen Erſcheinungen ſtehen mit den Dünſten
im engen Zuſammenhange. Sie hängen nicht von
der Quantität der Dünſte allein ab ſondern beſonders
von ihrer räumlichen Lage, ob ſie vertheilt
ſind, von den obern Schichten bis zur Erdoberfläche
herab, oder iſolirt in Wolken.
Ueber die Quantität der Electricität die ſich in
einer Wolke bildet iſt man lange Zeit im unklaren
geweſen. Wenn jedes kleine Bläschen vorher
auf ſeiner Oberfläche eine electriſche Spannung
hatte, und die verſchiedenen Dunſtbläschen
zu einer Wolke zuſammen dringen nach
Gay Lusſai’s Erfahrung ſo geht die Electricität
jedes einzelnen Bläschens auf die Oberfläche der
Wolke über, und bleibt nicht im Innern der
Wolke. Daher kommt es, daß aus einer und
derſelben Wolke die uns oft nur klein ſcheint
ſo viele Gewitter hervorgehen, und es immer
nur einzelne Theile ſind, die entladen werden,
im engen Zuſammenhange. Sie hängen nicht von
der Quantität der Dünſte allein ab ſondern beſonders
von ihrer räumlichen Lage, ob ſie vertheilt
ſind, von den obern Schichten bis zur Erdoberfläche
herab, oder iſolirt in Wolken.
Ueber die Quantität der Electricität die ſich in
einer Wolke bildet iſt man lange Zeit im unklaren
geweſen. Wenn jedes kleine Bläschen vorher
auf ſeiner Oberfläche eine electriſche Spannung
hatte, und die verſchiedenen Dunſtbläschen
zu einer Wolke zuſammen dringen nach
Gay Lusſai’s Erfahrung ſo geht die Electricität
jedes einzelnen Bläschens auf die Oberfläche der
Wolke über, und bleibt nicht im Innern der
Wolke. Daher kommt es, daß aus einer und
derſelben Wolke die uns oft nur klein ſcheint
ſo viele Gewitter hervorgehen, und es immer
nur einzelne Theile ſind, die entladen werden,
und nicht wie man früher glaubte immer wieder
von Neuem eine electriſche Spannung eintritt
. – Sehr merkwürdig iſt es, wenn man ſieht,
das die electriſche Spannung der Atmosphäre mit
der Entſtehung der Wolken weit mehr zuſammenhängt
als mit den Dämpfen; ſo daß wir
Mangel an Gewittern in der arctiſchen Zone
und Mangel an Gewittern in der Tropenzone.
Scoresby hat nie ein Gewitter in Spitzbergen bemerkt
. Dieſer Mangel fängt ſchon in
Skandinavien
an und wird nördlicher immer größer.
Man muß ſich nicht wundern daß in der Hudſonsbay
Gewitter nichts Seltenes ſind, es liegt
dieſe viel ſüdlicher, doch haben Parry und Savy
in der Baffinsbay ein Gewitter wahr genommen.
Das Waſser welches in den Dämpfen enthalten
iſt ſchlägt ſich dort auf das Eis nieder, ſo daß
ſie nicht leicht Wolken bilden können, die Waſserdämpfe
ſind von oben bis unten vertheilt und
ſtehen mit der Erde im Zuſammenhang. Daſselbe
von Neuem eine electriſche Spannung eintritt
. – Sehr merkwürdig iſt es, wenn man ſieht,
das die electriſche Spannung der Atmosphäre mit
der Entſtehung der Wolken weit mehr zuſammenhängt
als mit den Dämpfen; ſo daß wir
Mangel an Gewittern in der arctiſchen Zone
und Mangel an Gewittern in der Tropenzone.
Scoresby hat nie ein Gewitter in Spitzbergen bemerkt
. Dieſer Mangel fängt ſchon in
Skandinavien
an und wird nördlicher immer größer.
Man muß ſich nicht wundern daß in der Hudſonsbay
Gewitter nichts Seltenes ſind, es liegt
dieſe viel ſüdlicher, doch haben Parry und Savy
in der Baffinsbay ein Gewitter wahr genommen.
Das Waſser welches in den Dämpfen enthalten
iſt ſchlägt ſich dort auf das Eis nieder, ſo daß
ſie nicht leicht Wolken bilden können, die Waſserdämpfe
ſind von oben bis unten vertheilt und
ſtehen mit der Erde im Zuſammenhang. Daſselbe
findet in der Tropenzone ſtatt. In der Zeit wo
man keine Wolken ſieht vom Octobr bis Decembr. hat
Doc immer positive Electricität in der Luft gefunden
; vom May bis Octobr. iſt die Regenzeit. Doc
fand dann in den electrometriſchen Beobachtungen
ſeltene Erſcheinungen. Wenn dieſe Zeit herankommt
, wo auch die Paſsatwinde unregelmäßig
werden findet man keine Electricität
in den untern Schichten des Morgens 8 Uhr, ſo wie
aber die Sonne den Erdboden erwärmt, indem
ſie durch den Meridian paſsirt, ſo wird eine ſehr
ſtarke Electricität bemerkbar, und dann iſt
ſie ſelbſt auf freiem Felde von + E zu − E
übergegangen; dieß findet ſich ſo lange bis ein
Gewitter eintritt als dann iſt kein Electricität
zu ſpüren grade ſo wie des Morgens vor Sonnen
Aufgang. Es findet ſich dieß nicht bloß in ganz
niederen Schichten; Doc hat es bis 200′ Höhe verfolgt.
Die electriſchen Erſcheinungen ſind mehr dem Grade
man keine Wolken ſieht vom Octobr bis Decembr. hat
Doc immer positive Electricität in der Luft gefunden
; vom May bis Octobr. iſt die Regenzeit. Doc
fand dann in den electrometriſchen Beobachtungen
ſeltene Erſcheinungen. Wenn dieſe Zeit herankommt
, wo auch die Paſsatwinde unregelmäßig
werden findet man keine Electricität
in den untern Schichten des Morgens 8 Uhr, ſo wie
aber die Sonne den Erdboden erwärmt, indem
ſie durch den Meridian paſsirt, ſo wird eine ſehr
ſtarke Electricität bemerkbar, und dann iſt
ſie ſelbſt auf freiem Felde von + E zu − E
übergegangen; dieß findet ſich ſo lange bis ein
Gewitter eintritt als dann iſt kein Electricität
zu ſpüren grade ſo wie des Morgens vor Sonnen
Aufgang. Es findet ſich dieß nicht bloß in ganz
niederen Schichten; Doc hat es bis 200′ Höhe verfolgt.
Die electriſchen Erſcheinungen ſind mehr dem Grade
nach als in der Art verſchieden. –
Die gewöhnliche Electricität iſt positiv: das Gewitter
fängt an mit den ſogenannten Wetterleuchten
fulmuatio . Wenn man annimmt daß
dieß nur von einem entfernten Gewitter herkommt
, ſo geräth man in manche Verlegenheit.
Wenn die Wolken etwas hoch ober dem Horizont
ſtehen, ſo müſsen ſie doch etwa 23 Meilen davon
im Zenith ſich befinden; es müßte denn dort
ein ſehr ſtarkes Gewitter ſein, da bei unſern
gewöhnlichen Gewittern nie ſo heftige Blitze auf
einander folgen.
Es iſt eine Meinung daß unter den Tropen da
die Gewitter Wolken dort ſehr hoch ſind es weniger
einſchlage; da aber die dortigen Gegenden nur
ſehr wenig bewohnt ſind, ſo kann man nicht entſcheiden
ob dieß nicht ein bloßes Vorurtheil iſt. –
Sogenannte Blitzröhren haben ſich ebenfalls in den
Tropen gefunden.
Blitzröhren
Zuerſt entdeckte man dieſe Blitzröhren in Weſtphalen:
Die gewöhnliche Electricität iſt positiv: das Gewitter
fängt an mit den ſogenannten Wetterleuchten
fulmuatio . Wenn man annimmt daß
dieß nur von einem entfernten Gewitter herkommt
, ſo geräth man in manche Verlegenheit.
Wenn die Wolken etwas hoch ober dem Horizont
ſtehen, ſo müſsen ſie doch etwa 23 Meilen davon
im Zenith ſich befinden; es müßte denn dort
ein ſehr ſtarkes Gewitter ſein, da bei unſern
gewöhnlichen Gewittern nie ſo heftige Blitze auf
einander folgen.
Es iſt eine Meinung daß unter den Tropen da
die Gewitter Wolken dort ſehr hoch ſind es weniger
einſchlage; da aber die dortigen Gegenden nur
ſehr wenig bewohnt ſind, ſo kann man nicht entſcheiden
ob dieß nicht ein bloßes Vorurtheil iſt. –
Sogenannte Blitzröhren haben ſich ebenfalls in den
Tropen gefunden.
Blitzröhren
Zuerſt entdeckte man dieſe Blitzröhren in Weſtphalen:
es ſind Körper von grünlich weißer Maſse, im
Innern glatt. Sie ſind Verglasungen der Sandkörner
durch den Blitz ſelbſt. Man hat ſie von
ſehr großen Länge gefunden: 14 Fuß ja ſelbſt bis 30 Fuß
Clapperton hat unter den Tropen ſolche Blitzröhren
aus den Wüſten mitgebracht, und in Brasilien
haben ſich ebenfalls dergleichen angefunden.
Es iſt keine bloße Vermuthung daß dieſe Körper
vom Blitz herrühren, ſondern eine Erfahrung.
Ambun hat den Blitz einſchlagen geſehen, und
darauf an derſelben Stelle eine ſehr ſchöne Blitzröhre
gefunden.
Es ſcheint mit dieſer Erſcheinung zuſammenzuhängen
die ſonderbare Verglasung die man
bisweilen auf den Bergen findet. Doc hat ein
Stück aus dem Vulkan von Toluka mitgebracht,
wo die ganze äußerſte Spitze verglaſt war.
Der Trachyt Porphyr iſt an manchen Theilen durch
löchert und im Innern verglaßt, wie die Blitzröhren.
Meteorſteine; Aeroliten. Man muß mit dieſen
Innern glatt. Sie ſind Verglasungen der Sandkörner
durch den Blitz ſelbſt. Man hat ſie von
ſehr großen Länge gefunden: 14 Fuß ja ſelbſt bis 30 Fuß
Clapperton hat unter den Tropen ſolche Blitzröhren
aus den Wüſten mitgebracht, und in Brasilien
haben ſich ebenfalls dergleichen angefunden.
Es iſt keine bloße Vermuthung daß dieſe Körper
vom Blitz herrühren, ſondern eine Erfahrung.
Ambun hat den Blitz einſchlagen geſehen, und
darauf an derſelben Stelle eine ſehr ſchöne Blitzröhre
gefunden.
Es ſcheint mit dieſer Erſcheinung zuſammenzuhängen
die ſonderbare Verglasung die man
bisweilen auf den Bergen findet. Doc hat ein
Stück aus dem Vulkan von Toluka mitgebracht,
wo die ganze äußerſte Spitze verglaſt war.
Der Trachyt Porphyr iſt an manchen Theilen durch
löchert und im Innern verglaßt, wie die Blitzröhren.
Meteorſteine; Aeroliten. Man muß mit dieſen
Fulmeriten oder Blitzröhren nicht die Meteorſteine verwechseln
, die eigentlich nach dem Zodiakal Licht ſchon
hätten abgehandelt werden ſollen; da ſie ſich aber
in unſrer Atmosphäre erleuchten und entzünden,
ſo finden ſie ſehr ſchicklich hier bei Gelegenheit
der Verbrennungs Proceſse einen Platz.
, die eigentlich nach dem Zodiakal Licht ſchon
hätten abgehandelt werden ſollen; da ſie ſich aber
in unſrer Atmosphäre erleuchten und entzünden,
ſo finden ſie ſehr ſchicklich hier bei Gelegenheit
der Verbrennungs Proceſse einen Platz.
Man hat lange Zeit an Steinen die vom Him̃el
kommen gezweifelt, obgleich die Annalen von China
davon ſprechen und ein Steinregen am Angos
Potamos ſchon bei den Griechen genannt wurde.
Auch erzählt man von einem Meteorſtein, aus
dem ein mongoliſcher Fürſt Degenklingen hat
verfertigen laſsen.
Im Jahre 1794 hat Herr Cladÿ zuerſt auf dieſen Gegenſtand
aufmerksam gemacht. Als 1751 bei Agram
ein Meteorſtein gefallen war, ſchickte das biſchöffliche
Conſiſtorium zu Agram eine Urkunde mit
der Maſse ſelbſt nach Wien; der Abbe Stultz ſchrieb
damals zurück, daß kein vernünftiger Menſch an
eine ſolche Fabel glauben könne. – Einen Steinfall
kommen gezweifelt, obgleich die Annalen von China
davon ſprechen und ein Steinregen am Angos
Potamos ſchon bei den Griechen genannt wurde.
Auch erzählt man von einem Meteorſtein, aus
dem ein mongoliſcher Fürſt Degenklingen hat
verfertigen laſsen.
Im Jahre 1794 hat Herr Cladÿ zuerſt auf dieſen Gegenſtand
aufmerksam gemacht. Als 1751 bei Agram
ein Meteorſtein gefallen war, ſchickte das biſchöffliche
Conſiſtorium zu Agram eine Urkunde mit
der Maſse ſelbſt nach Wien; der Abbe Stultz ſchrieb
damals zurück, daß kein vernünftiger Menſch an
eine ſolche Fabel glauben könne. – Einen Steinfall
in Indien beſchrieb Piolet, wurde aber in Europa
ausgelacht. Endlich fielen 1803(13?) in Frankreich eine
Menge von Steinen, vom Himmel herab, daß
man ihren Fall 3 Meilen weit hören kannte
Biot unterſuchte ſeit der Zeit hat kein Menſch
mehr daran gezweifelt.
Man hat ſchon ſeit den früheſten Zeiten dieſes
Phänomen zu erklären geſucht. Schon die joniſche
Schule beſchäftigte ſich damit. – Diogenes von Apollonia
ſagte mit den Sternen bewegen ſich nicht leuchtende
Steine die von Zeit zu Zeit herabfallen. Diogenes
Boärtius ſagt, daß ſie von der Sonne herabfallen:
die Sternſchnuppen würden ſolche Steine. – Anaxa
Goras, daß ſie von der Erde weggeriſsene Stücke
wären, eine Zeitlang um dieſelbe herumkreiſten
und dann wieder auf dieſelbe zurück
fielen. Heinr. Ritter hat in neuren Zeiten denſelben
Glauben gehabt. Man glaubte auch daß
ſie vom Monde herkämen ſ. oben Mond und in
Syrien herrſcht noch bis jetzt dieſer Aberglaube;
ausgelacht. Endlich fielen 1803(13?) in Frankreich eine
Menge von Steinen, vom Himmel herab, daß
man ihren Fall 3 Meilen weit hören kannte
Biot unterſuchte ſeit der Zeit hat kein Menſch
mehr daran gezweifelt.
Man hat ſchon ſeit den früheſten Zeiten dieſes
Phänomen zu erklären geſucht. Schon die joniſche
Schule beſchäftigte ſich damit. – Diogenes von Apollonia
ſagte mit den Sternen bewegen ſich nicht leuchtende
Steine die von Zeit zu Zeit herabfallen. Diogenes
Boärtius ſagt, daß ſie von der Sonne herabfallen:
die Sternſchnuppen würden ſolche Steine. – Anaxa
Goras, daß ſie von der Erde weggeriſsene Stücke
wären, eine Zeitlang um dieſelbe herumkreiſten
und dann wieder auf dieſelbe zurück
fielen. Heinr. Ritter hat in neuren Zeiten denſelben
Glauben gehabt. Man glaubte auch daß
ſie vom Monde herkämen ſ. oben Mond und in
Syrien herrſcht noch bis jetzt dieſer Aberglaube;
es wird berichtet, daß deshalb beſonders die Bewohner
den hellen Mondſchein fürchten.
Der berühmte Stein der in der Caba aufbewahrt
wird iſt wahrſcheinlich ein Meteorolit. Beim von den
berühmteſten Maſsen dieſer Art, deren Fall ſehr
deutlich beſchrieben worden iſt fiel am 7ten Nobr.
1492 bis Engisheim, das Cabinet in Paris enthält
demſelben. Außer dieſen iſt noch die große
Pallasſche Eisenmaſse merkwürdig die 1794 am
Jeniſei gefallen iſt. Die größte Maſse, wenn
man eine in China gefallene und eine andere
in der Mongolei gefallen ſein ſoll ſ. oben abrechnet
, indem man von dieſen nichts genauers
weiß, iſt die welche Celis 1782 in der S.amerik. Provinz in der Gegend
von Chaceo Gualamba Nortunge gefunden hat. Sie hat 7′ par.
Länge und 2½′ par. Dicke, und ein Gewicht von 300
Centner. – In Paris wurde eine andere aufbewahrt
deren Dimensionen ſind: 7′; 2′; und 3′ Rorney
hat es beſchrieben, und Wallaston unterſucht.
Von China wird erzählt das ein ganzer Berg über
den hellen Mondſchein fürchten.
Der berühmte Stein der in der Caba aufbewahrt
wird iſt wahrſcheinlich ein Meteorolit. Beim von den
berühmteſten Maſsen dieſer Art, deren Fall ſehr
deutlich beſchrieben worden iſt fiel am 7ten Nobr.
1492 bis Engisheim, das Cabinet in Paris enthält
demſelben. Außer dieſen iſt noch die große
Pallasſche Eisenmaſse merkwürdig die 1794 am
Jeniſei gefallen iſt. Die größte Maſse, wenn
man eine in China gefallene und eine andere
in der Mongolei gefallen ſein ſoll ſ. oben abrechnet
, indem man von dieſen nichts genauers
weiß, iſt die welche Celis 1782 in der S.amerik. Provinz in der Gegend
von Chaceo Gualamba Nortunge gefunden hat. Sie hat 7′ par.
Länge und 2½′ par. Dicke, und ein Gewicht von 300
Centner. – In Paris wurde eine andere aufbewahrt
deren Dimensionen ſind: 7′; 2′; und 3′ Rorney
hat es beſchrieben, und Wallaston unterſucht.
Von China wird erzählt das ein ganzer Berg über
100′ groß vom Himmel herabgefallen ſei; doch iſt
dieß noch ſehr ungewiß. Aus früherer Zeit ſpricht der
Abbe Renusot von einem Fels von 40′ im Durchmeſser
der ganz Meteorſtein ähnlich beſchrieben
wird, und von dem die Tradition herrſcht, daß
er aus leuchtenden Wolken herabgefallen ſei.
Man hat lange geglaubt, daß das Innere der
Meteorſteine immer daſselbe ſei; es iſt aber
eine große Verſchiedenheit in der Maſse ſelbſt,
nicht nur in der Art der Zuſammenſetzung,
ſondern auch der chemiſchen Beſtandtheile. Felgnem
nach ſind es zweierlei Art: die eine in denen
Nickel und metalliſches Eisen vorherrſchend
iſt; die (aber)andern beſtehen hauptsächlich aus erdigen
Subſtanzen, ſteinartig doch ohne Wacke, in denen
Metallen Körner als eingemiſcht ſich befinden.
In neuren Zeiten hat man gefunden das ganze
körnige Gebirgsmaſsen ſo vom Himmel herabgefallen
ſind.
dieß noch ſehr ungewiß. Aus früherer Zeit ſpricht der
Abbe Renusot von einem Fels von 40′ im Durchmeſser
der ganz Meteorſtein ähnlich beſchrieben
wird, und von dem die Tradition herrſcht, daß
er aus leuchtenden Wolken herabgefallen ſei.
Man hat lange geglaubt, daß das Innere der
Meteorſteine immer daſselbe ſei; es iſt aber
eine große Verſchiedenheit in der Maſse ſelbſt,
nicht nur in der Art der Zuſammenſetzung,
ſondern auch der chemiſchen Beſtandtheile. Felgnem
nach ſind es zweierlei Art: die eine in denen
Nickel und metalliſches Eisen vorherrſchend
iſt; die (aber)andern beſtehen hauptsächlich aus erdigen
Subſtanzen, ſteinartig doch ohne Wacke, in denen
Metallen Körner als eingemiſcht ſich befinden.
In neuren Zeiten hat man gefunden das ganze
körnige Gebirgsmaſsen ſo vom Himmel herabgefallen
ſind.
Man kennt 5 oder 6 Meteorſteine die ganz ohne
Nickel ſind, meiſtens dann aber ganz zerreiblich.
Dem ſpecif. Gewicht nach ſind ſie ebenfalls verſchieden
zum Theil iſt ihre Dichtigkeit 2, zum
Theil 3,25. Es iſt dieß die Dichtigkeit der Planeten
welche diſseits der Aſtäroiden ſich befinden; die
jenseitigen äußere ſind bei weitem weniger dicht. –
Bisweilen iſt auch eine Maſse ſtaubartig herabgefallen
, doch iſt noch ſehr viel Unsicheres darin,
da manches eingemengt worden iſt, mit dem was
auf den rothen Schnee Bezug hat. Das Innere der
Maſse iſt grobkörnige Gebirgsmaſse und metalliſch;
im Äußern iſt eine glasige ſchwarze Rinde die
die Meteorſteine bezieht, mit Strichen ſonderbar
zweigartig verbreitet. Die Araber fabelten,
daß dieß die Adreſse der Dämonen ſei an diejenigen
Personen nach die es fallen ſellte etc .
Der Beſtandtheile ſelbſt ſind wenigſtens 4 oder 5.
Eisen Nickel Kobalt und Chrom wie es ſcheint das
Nickel ſind, meiſtens dann aber ganz zerreiblich.
Dem ſpecif. Gewicht nach ſind ſie ebenfalls verſchieden
zum Theil iſt ihre Dichtigkeit 2, zum
Theil 3,25. Es iſt dieß die Dichtigkeit der Planeten
welche diſseits der Aſtäroiden ſich befinden; die
jenseitigen äußere ſind bei weitem weniger dicht. –
Bisweilen iſt auch eine Maſse ſtaubartig herabgefallen
, doch iſt noch ſehr viel Unsicheres darin,
da manches eingemengt worden iſt, mit dem was
auf den rothen Schnee Bezug hat. Das Innere der
Maſse iſt grobkörnige Gebirgsmaſse und metalliſch;
im Äußern iſt eine glasige ſchwarze Rinde die
die Meteorſteine bezieht, mit Strichen ſonderbar
zweigartig verbreitet. Die Araber fabelten,
daß dieß die Adreſse der Dämonen ſei an diejenigen
Personen nach die es fallen ſellte etc .
Der Beſtandtheile ſelbſt ſind wenigſtens 4 oder 5.
Eisen Nickel Kobalt und Chrom wie es ſcheint das
wichtigſte auch noch Kupfer, Schwefel, Natron, Kali
beſonders Jubilas merkwürdig genug daß auch
Salzſäure bisweilen enthalten iſt. Von Erdarten
: Kieselerde, Kalkerde. – Die chemiſche
Analyse dieſer Maſsen iſt ſehr ſchwierig, da
es zuſammengeſetzte Gebirgsmaſsen ſind. Guſtav
Roſe hat ſowohl Olivin als Peroxen gefunden.
Wie ſchon oben bemerkt ſind im Allgmeinen
2 Abtheilungen zu unterſcheiden, ſolche die viel
Richel enthalten, zugleich auch Schwefel und viel
Talkerde, aber wenig Kalk um ſolche die
wenig Nickel enthalten, ebenfalls wenig Schwefel
und wenig Talkerde aber viel Kalk.
Das Phänomen erſcheint ſelbſt bei Tage zuerſt
als ein leuchtender Punkt, je näher der Meteorſtein
kommt, bildet ſich eine Dunſthülle, ein
ſchwarzes Gewölk aus dem bisweilen Lichtflam̃en
von großer Intenſität beinah wie das Sonnenlicht
hervorſchießen ſo daß man in der Tropengegend
beſonders Jubilas merkwürdig genug daß auch
Salzſäure bisweilen enthalten iſt. Von Erdarten
: Kieselerde, Kalkerde. – Die chemiſche
Analyse dieſer Maſsen iſt ſehr ſchwierig, da
es zuſammengeſetzte Gebirgsmaſsen ſind. Guſtav
Roſe hat ſowohl Olivin als Peroxen gefunden.
Wie ſchon oben bemerkt ſind im Allgmeinen
2 Abtheilungen zu unterſcheiden, ſolche die viel
Richel enthalten, zugleich auch Schwefel und viel
Talkerde, aber wenig Kalk um ſolche die
wenig Nickel enthalten, ebenfalls wenig Schwefel
und wenig Talkerde aber viel Kalk.
Das Phänomen erſcheint ſelbſt bei Tage zuerſt
als ein leuchtender Punkt, je näher der Meteorſtein
kommt, bildet ſich eine Dunſthülle, ein
ſchwarzes Gewölk aus dem bisweilen Lichtflam̃en
von großer Intenſität beinah wie das Sonnenlicht
hervorſchießen ſo daß man in der Tropengegend
bei hellem Sonnenſchein über den ſtarken
Glanz erſchrocken iſt . – Man ſieht Dampf nun ſchwarzen
Rauch. – Ihre Höhe iſt mehrmals gemeſsen
worden und man hat 10, 12 bis 15 geographiſche Meilen
gefunden.
Merkwürdig iſt ihre Richtung, weil ſie am meiſten
zeigt, daß ihr Herabkommen zur Erde kein eigentliches
Fallen iſt, die meiſten ſind faſt in horizontaler
Richtung vorüber gezogen, wie ein
kürzer der in die Atmosphäre der Erde hinein
geriſsen wird. Ihre Geſchwindigkeit iſt ſehr groß,
und ganz der der Weltkörper ähnlich: 5 bis 6 Meilen
in 1 Secunde. Bisweilen findet ſich eine Ablenkung
, die ſchon von den Alten beſchrieben
wurde; es ſcheint daß die Aeroliten von der
Atmoſphäre aufgehalten werden. Im Gewölk hat
man immer ein Getöſe vernommen, das 15 bis
18 Meilen weit gehört worden iſt.
Wenn ſie fallen ſind ſie gewöhnlich heiß, brennen
Glanz erſchrocken iſt . – Man ſieht Dampf nun ſchwarzen
Rauch. – Ihre Höhe iſt mehrmals gemeſsen
worden und man hat 10, 12 bis 15 geographiſche Meilen
gefunden.
Merkwürdig iſt ihre Richtung, weil ſie am meiſten
zeigt, daß ihr Herabkommen zur Erde kein eigentliches
Fallen iſt, die meiſten ſind faſt in horizontaler
Richtung vorüber gezogen, wie ein
kürzer der in die Atmosphäre der Erde hinein
geriſsen wird. Ihre Geſchwindigkeit iſt ſehr groß,
und ganz der der Weltkörper ähnlich: 5 bis 6 Meilen
in 1 Secunde. Bisweilen findet ſich eine Ablenkung
, die ſchon von den Alten beſchrieben
wurde; es ſcheint daß die Aeroliten von der
Atmoſphäre aufgehalten werden. Im Gewölk hat
man immer ein Getöſe vernommen, das 15 bis
18 Meilen weit gehört worden iſt.
Wenn ſie fallen ſind ſie gewöhnlich heiß, brennen
aber nicht; man hat ein geſehen daß das Gras
wo ſie hingefallen ſind, versengt worden wäre,
alſo ſind ſie wahrſcheinlich ſchon während des Falls
abgekühlt. Berzelius hat ſehr nahe unter der äußern
Rinde noch ganz unverſehrtes Schwefelkies gefunden;
es ſcheint daher daß die Temperatur im Innern
nicht ſehr ſtark iſt, ja die Temperatur iſt ſo gering
daß ein Meteorſtein nicht einmal Holz
ſchwärzt, wie man bemerkt hat als ein ſolcher
Stein auf eine ſehr merkwürdige zufällige
Art auf ein Schiff mitten im atlantiſchen
Meere gefallen war.
Sehr merkwürdig iſt es, und zeigt auf einen
kosmiſchen Urſprung, daß nicht die Jahreszeit
darauf einwirkt; auch iſt das Phänomen durchaus
nicht periodiſch, wie der verſtorbene Phyſiker
Herr Ritter glaubte. – Schreiber unterſucht
die Frage, wie viel Steinfälle wohl ſein
wo ſie hingefallen ſind, versengt worden wäre,
alſo ſind ſie wahrſcheinlich ſchon während des Falls
abgekühlt. Berzelius hat ſehr nahe unter der äußern
Rinde noch ganz unverſehrtes Schwefelkies gefunden;
es ſcheint daher daß die Temperatur im Innern
nicht ſehr ſtark iſt, ja die Temperatur iſt ſo gering
daß ein Meteorſtein nicht einmal Holz
ſchwärzt, wie man bemerkt hat als ein ſolcher
Stein auf eine ſehr merkwürdige zufällige
Art auf ein Schiff mitten im atlantiſchen
Meere gefallen war.
Sehr merkwürdig iſt es, und zeigt auf einen
kosmiſchen Urſprung, daß nicht die Jahreszeit
darauf einwirkt; auch iſt das Phänomen durchaus
nicht periodiſch, wie der verſtorbene Phyſiker
Herr Ritter glaubte. – Schreiber unterſucht
die Frage, wie viel Steinfälle wohl ſein
könnten, und meint daß ſeit 2000 Jahren nach der
Wahrſcheinlichkeits-Rechnung 100000 Steinfälle ſtatt
gehabt haben müſsen. Freilich vergeht jetzt kein
Jahr, wo man nicht von 2 oder 3 ſolcher Steinfälle
hörte.
Viel iſt über die Urſache dieſes Phänomens
geſtritten worden. Hauptſächlich ſind es 3 Hypotheſen
die man als das Wahrſcheinlichſte aufgeſtellt hat.
Die erſte dieſer Hypotheſen iſt; daß ſich die
Meteorſteine in der Atmoſphäre ſelbſt bilden
könnten durch Hydrogen das in der Atmoſphäre
vorhanden ſein könnte, das Metall auflößt und
durch eine electriſche Explosion ſich zuſammen
zöge. Es iſt dieſe Hypotheſe aber ſehr unwahrſcheinlich:
da bei einer ſolchen Höhe der Atmoſphäre der
Druck nur ſo gering iſt, daß er kaum 1‴ Queckſilber
zu tragen im Stande iſt, ſo würde die ganze
Atmoſphäre kaum hinreichend ſein daß ein
Aerolit ſich bilden könnte. Es müßte noch von dieſem
Wahrſcheinlichkeits-Rechnung 100000 Steinfälle ſtatt
gehabt haben müſsen. Freilich vergeht jetzt kein
Jahr, wo man nicht von 2 oder 3 ſolcher Steinfälle
hörte.
Viel iſt über die Urſache dieſes Phänomens
geſtritten worden. Hauptſächlich ſind es 3 Hypotheſen
die man als das Wahrſcheinlichſte aufgeſtellt hat.
Die erſte dieſer Hypotheſen iſt; daß ſich die
Meteorſteine in der Atmoſphäre ſelbſt bilden
könnten durch Hydrogen das in der Atmoſphäre
vorhanden ſein könnte, das Metall auflößt und
durch eine electriſche Explosion ſich zuſammen
zöge. Es iſt dieſe Hypotheſe aber ſehr unwahrſcheinlich:
da bei einer ſolchen Höhe der Atmoſphäre der
Druck nur ſo gering iſt, daß er kaum 1‴ Queckſilber
zu tragen im Stande iſt, ſo würde die ganze
Atmoſphäre kaum hinreichend ſein daß ein
Aerolit ſich bilden könnte. Es müßte noch von dieſem
Hydrogen durch die Stromungen der Luft etwas
zu uns herabkommen, man hat aber bei
allen Unterſuchungen der Luft ein etwas
davon gemerkt. Endlich ſpricht auch die Schnelligkeit
der Bewegung gegen dieſe Annahme.
Eine andere Hypothese glaubt den Urſprung der
Meteoreliten aus den Mondvulkanen zu erklären
. Mit Unrecht hat man dieſe Meinung
Laplace zugeſchrieben. Er und Herr Olbers haben nur
gewiſsermaßen als Rechnungsaufgabe unterſuchen
wollen, welche Kraft dazu gehört damit
Körper vom Monde aus ſo weit geſchleudert
werden, daß ſie bis in die Atmosphäre unsrer
Erde kommen und von derſelben angezogen
werden können. Es iſt gefunden worden
daß wenn es Vulkane im Monde gäbe
eine Kraft nöthig ſein würde die eine Geſchwindigkeit
von 7500′ in der Secunde hervorbrächte
zu uns herabkommen, man hat aber bei
allen Unterſuchungen der Luft ein etwas
davon gemerkt. Endlich ſpricht auch die Schnelligkeit
der Bewegung gegen dieſe Annahme.
Eine andere Hypothese glaubt den Urſprung der
Meteoreliten aus den Mondvulkanen zu erklären
. Mit Unrecht hat man dieſe Meinung
Laplace zugeſchrieben. Er und Herr Olbers haben nur
gewiſsermaßen als Rechnungsaufgabe unterſuchen
wollen, welche Kraft dazu gehört damit
Körper vom Monde aus ſo weit geſchleudert
werden, daß ſie bis in die Atmosphäre unsrer
Erde kommen und von derſelben angezogen
werden können. Es iſt gefunden worden
daß wenn es Vulkane im Monde gäbe
eine Kraft nöthig ſein würde die eine Geſchwindigkeit
von 7500′ in der Secunde hervorbrächte
damit aus dieſen Vulkanen Körper
bis in die Atmoſphäre der Erde geſchleudert würden
Rechnung von Caisſon Laplace fand daß in
2½ Tage ein ſolcher Stein vom Monde bis zu
unſerer Erde gelangen könnte. –
Olbers wandte aber dagegen ein, daß wegen
der Translation, dieſe Körper nicht auf die
Erde kommen ſondern Erdsatelliten werden würden
.
?|
– Dieſe Hypotheſe iſt dieſelbe welche man
auch zuerſt aufgeſtellt hatte: Paolo maria Turzayo
erzählt daß ein Stein der aus dem Monde gekommen
wäre einen Mönch getödtet hätte.
1460.
Die dritte Hypotheſe endlich die man aufgeſtellt
hat iſt; daß dieſe Körper aus dem Vulkanen
ſelbſt kämen, und ſo wie Planeten Him̃elskörper
ſeien. – Dieſe Ansicht wurde zuerſt von
Cladny angegeben. Die geringe relative Größe
kann hier keinen Wiederſtand leiſten S. oben:
Aſtronomiſcher Theil. Von der relativen Größe der Weltkörper
bis in die Atmoſphäre der Erde geſchleudert würden
Rechnung von Caisſon Laplace fand daß in
2½ Tage ein ſolcher Stein vom Monde bis zu
unſerer Erde gelangen könnte. –
Olbers wandte aber dagegen ein, daß wegen
der Translation, dieſe Körper nicht auf die
Erde kommen ſondern Erdsatelliten werden würden
.
?|
– Dieſe Hypotheſe iſt dieſelbe welche man
auch zuerſt aufgeſtellt hatte: Paolo maria Turzayo
erzählt daß ein Stein der aus dem Monde gekommen
wäre einen Mönch getödtet hätte.
1460.
Die dritte Hypotheſe endlich die man aufgeſtellt
hat iſt; daß dieſe Körper aus dem Vulkanen
ſelbſt kämen, und ſo wie Planeten Him̃elskörper
ſeien. – Dieſe Ansicht wurde zuerſt von
Cladny angegeben. Die geringe relative Größe
kann hier keinen Wiederſtand leiſten S. oben:
Aſtronomiſcher Theil. Von der relativen Größe der Weltkörper
Es ſind kleine Maſsen welche ſich vermöge der Attraction
und Rotation zuſammen geballt haben
und je nachdem ſie ſich in ihrer Bahn einem oder
dem andern Planeten ſehr nähern, von demſelben
angezogen werden und auf ihn herabfallen
. Es wäre auch möglich daß ſie durch
das zerplatzen eines großen Planeten entſtanden
wären, und in viele kleine Stücke
ſich geſondert hätten die ſo wie die übrigen
Weltkörper ihre Bahn um die Sonne beſchrieben.
Berechnungen in den Memoiren von Lagrange
und Olbers
54. Vorlesung, 16. April 1828
Organiſcher Theil
Geographie des Organismus. Wir bedienen
uns lieber des Worts „organiſch” als „lebend
Da der Begriff des Lebenden den ſehr ſchwierig
aufzuſtellen iſt und zu manchen Mißverſtändniſsen
und Rotation zuſammen geballt haben
und je nachdem ſie ſich in ihrer Bahn einem oder
dem andern Planeten ſehr nähern, von demſelben
angezogen werden und auf ihn herabfallen
. Es wäre auch möglich daß ſie durch
das zerplatzen eines großen Planeten entſtanden
wären, und in viele kleine Stücke
ſich geſondert hätten die ſo wie die übrigen
Weltkörper ihre Bahn um die Sonne beſchrieben.
Berechnungen in den Memoiren von Lagrange
und Olbers
54. Vorlesung, 16. April 1828
Organiſcher Theil
Geographie des Organismus. Wir bedienen
uns lieber des Worts „organiſch” als „lebend
Da der Begriff des Lebenden den ſehr ſchwierig
aufzuſtellen iſt und zu manchen Mißverſtändniſsen
Veranlaſsung geben kann; die neuere Physiker
bezeichnen, Electricität, Magnetismus etc. als lebende
Kräfte, und man kann allerdings in weiterm
Sinne dieſe Betrachtung nicht für unrichtig halten,
in derſelben Art wie man alles übrige als
lebend betrachten kann, wie Attraction, Repulſion
, chemiſche Affinität etc. doch muß man dann
ja das organiſch Lebende von dieſen lebenden
Kräften unterſcheiden, indem durch einen willkührlichen
Gebrauch der Sprache Vermengungen in
der Wiſsenſchaft kommen.
Unſerer Kenntniß nach kann man ſagen, daß
alles Organiſche auch telluriſch iſt. –
Die organiſche Rinde des Erdkörpers nim̃t nur
einen geringen Theil ein, wenn wir bedenken
daß der Durchmeſser der Erde 1720 geographiſche
Meilen beträgt. – So wohl im Starren finden wir
ſie wie im Flüſsigen.
bezeichnen, Electricität, Magnetismus etc. als lebende
Kräfte, und man kann allerdings in weiterm
Sinne dieſe Betrachtung nicht für unrichtig halten,
in derſelben Art wie man alles übrige als
lebend betrachten kann, wie Attraction, Repulſion
, chemiſche Affinität etc. doch muß man dann
ja das organiſch Lebende von dieſen lebenden
Kräften unterſcheiden, indem durch einen willkührlichen
Gebrauch der Sprache Vermengungen in
der Wiſsenſchaft kommen.
Unſerer Kenntniß nach kann man ſagen, daß
alles Organiſche auch telluriſch iſt. –
Die organiſche Rinde des Erdkörpers nim̃t nur
einen geringen Theil ein, wenn wir bedenken
daß der Durchmeſser der Erde 1720 geographiſche
Meilen beträgt. – So wohl im Starren finden wir
ſie wie im Flüſsigen.
In den organiſchen Stoffen iſt die Maſse von
der Form besiegt. In den Unorganiſchen finden
wir eine große Regellosigkeit und Willkührlichkeit
deren Geſetze nur leise angedeutet ſind,
Ordnung erſcheint nur als Ausnahme. Im Organiſchen
dagegen iſt das geſetzmäßige Regel;
das allmählige Entfallen das an eine beſtim̃te
Zeit gebunden iſt, bleibt immer den Geſetzen
getreu, eine große Geſetzmäßigkeit auch in
den kleinſten der Formen iſt nicht zu verkennen.
Die alte Weltordnung der Vergangenheit bürgt
uns für die Geſetzmäßigkeit der Zuckunft.
Die Weltbeſchreibung erfaßt nicht das innere organiſche
Leben der Thiere und Pflanzen, es iſt dieß
der Gegenſtand der beſchreibenden Pflanzenkunde
und Zoologie.
Hier ſoll nur von der geographiſchen Verbreitung
der Thier und Pflanzenformen und das Verhalten derſelben
der Form besiegt. In den Unorganiſchen finden
wir eine große Regellosigkeit und Willkührlichkeit
deren Geſetze nur leise angedeutet ſind,
Ordnung erſcheint nur als Ausnahme. Im Organiſchen
dagegen iſt das geſetzmäßige Regel;
das allmählige Entfallen das an eine beſtim̃te
Zeit gebunden iſt, bleibt immer den Geſetzen
getreu, eine große Geſetzmäßigkeit auch in
den kleinſten der Formen iſt nicht zu verkennen.
Die alte Weltordnung der Vergangenheit bürgt
uns für die Geſetzmäßigkeit der Zuckunft.
Die Weltbeſchreibung erfaßt nicht das innere organiſche
Leben der Thiere und Pflanzen, es iſt dieß
der Gegenſtand der beſchreibenden Pflanzenkunde
und Zoologie.
Hier ſoll nur von der geographiſchen Verbreitung
der Thier und Pflanzenformen und das Verhalten derſelben
gegeneinander, nicht von den Thieren und Pflanzen
ſelbſt ſondern von der mit Thieren und Pflanzen bedeckten
Erde die Rede ſein.
Die Bemühungen zu definitiren des Organiſchen
ſind nicht glücklich geweſen. Die beſte ſcheint wohl die
zu ſein: Die organiſchen Stoffe behalten nicht dieſelbe
chemiſche Miſchung, wenn ſie Aufhören ein ganzes
zu bleiben. Es müſsen jedoch dabei 2 Bedingungen
eintreten.
1, Daß die Sonderung der Theile willkührlich ſein kann,
2, Daß, und dieß iſt beſonders für zuſammengeſetztern
Thiere geſagt, die Sonderung und Zerſchneidung
in jeder Richtung muß gemacht werden können.
Es ſcheint alſo im Organiſchen ein Grund der Einheit
zu ſein, warum die Theile ſich nur in ihrer urſprünglichen
Zuſammenſetzung hatten können, ſo
lange ſie mit den übrigen verbunden ein Ganzes
bilden. – Dieſer Unterſchied des Organiſchen und
ſelbſt ſondern von der mit Thieren und Pflanzen bedeckten
Erde die Rede ſein.
Die Bemühungen zu definitiren des Organiſchen
ſind nicht glücklich geweſen. Die beſte ſcheint wohl die
zu ſein: Die organiſchen Stoffe behalten nicht dieſelbe
chemiſche Miſchung, wenn ſie Aufhören ein ganzes
zu bleiben. Es müſsen jedoch dabei 2 Bedingungen
eintreten.
1, Daß die Sonderung der Theile willkührlich ſein kann,
2, Daß, und dieß iſt beſonders für zuſammengeſetztern
Thiere geſagt, die Sonderung und Zerſchneidung
in jeder Richtung muß gemacht werden können.
Es ſcheint alſo im Organiſchen ein Grund der Einheit
zu ſein, warum die Theile ſich nur in ihrer urſprünglichen
Zuſammenſetzung hatten können, ſo
lange ſie mit den übrigen verbunden ein Ganzes
bilden. – Dieſer Unterſchied des Organiſchen und
Unorganiſchen iſt durchgreifend, die organiſchen Gebilde
ſind deshalb an einer großen Individualität
gebunden. – Schon Aristoteles nannte: natürliche Körper
ſolche die einen Beſtimmungsgrund in ſich ſelbſt haben.
Das Eingehen in Aenderung der chemiſchen Miſchungsverhältniſse
kann entweder mit dem Ganzen
vorgehen oder mit einzelnen Theilen des Ganzen.
Im Organiſchen iſt eine ſucceſsive Entwickelung
der Theile entweder aus ſich ſelbſt oder eine Abſtammung
aus einem zwar ähnlichen aber fremdartigen
Körper. Wir ſehen im Organiſchen eine
Periodicität, ſo daß entweder das Ganze abſtirbt
oder nur theile des Ganzen. Gewiſse Elemente
ſcheint das Organiſche aus zu ſtoßen: von den
vielen einfachen Stoffen iſt nur eine gewiſse
Zahl die in das Band des Organiſchen eingehen. –
Die Lehre der chemiſchen Proportion giebt ebenfalls
eine große Verſchiedenheit des Organiſchen
vom Unorganiſchen.
ſind deshalb an einer großen Individualität
gebunden. – Schon Aristoteles nannte: natürliche Körper
ſolche die einen Beſtimmungsgrund in ſich ſelbſt haben.
Das Eingehen in Aenderung der chemiſchen Miſchungsverhältniſse
kann entweder mit dem Ganzen
vorgehen oder mit einzelnen Theilen des Ganzen.
Im Organiſchen iſt eine ſucceſsive Entwickelung
der Theile entweder aus ſich ſelbſt oder eine Abſtammung
aus einem zwar ähnlichen aber fremdartigen
Körper. Wir ſehen im Organiſchen eine
Periodicität, ſo daß entweder das Ganze abſtirbt
oder nur theile des Ganzen. Gewiſse Elemente
ſcheint das Organiſche aus zu ſtoßen: von den
vielen einfachen Stoffen iſt nur eine gewiſse
Zahl die in das Band des Organiſchen eingehen. –
Die Lehre der chemiſchen Proportion giebt ebenfalls
eine große Verſchiedenheit des Organiſchen
vom Unorganiſchen.
In der unorganiſchen Natur ſind die Miſchungsverhältniſse
gewöhnlich einfach, in der organiſchen
ſind ſie Ternär und quaternär.
Aller Organismus folgt einigen Hauptreizungen,
ſo iſt es merkwürdig, daß, das Chlor auf dieſelbe
Weiſe den Samen der Pflanzen reicht wie
der Thiere. Chlor mit Waſser treibt in ein Paar
Minuten die Kroſse zum Keimen, und bekannt
iſt, welches Reizungsmittel es für thieriſche
Subſtanzen iſt. Neuerdings hat man versucht
die Werkung von Opium, Giften etc. auf die Pflanzen
zu unterſuchen, und gefunden daß ſie eben
ſo auf die organiſchen Stoffe des Pflanzenreichs
wirken, wie auf die des Thierreichs.
Ob alles Organiſche mit dem Lichte ſo in Verbindung
ſteht, daß wie Laboiſsier ſagt die Mythe des Prometheus
eine organiſche wäre, iſt wohl nicht ſo grade
zu anzunehmen. Allerdings iſt es wahr daß nur
die äußere Rinde, die vom Licht getroffen wird das
gewöhnlich einfach, in der organiſchen
ſind ſie Ternär und quaternär.
Aller Organismus folgt einigen Hauptreizungen,
ſo iſt es merkwürdig, daß, das Chlor auf dieſelbe
Weiſe den Samen der Pflanzen reicht wie
der Thiere. Chlor mit Waſser treibt in ein Paar
Minuten die Kroſse zum Keimen, und bekannt
iſt, welches Reizungsmittel es für thieriſche
Subſtanzen iſt. Neuerdings hat man versucht
die Werkung von Opium, Giften etc. auf die Pflanzen
zu unterſuchen, und gefunden daß ſie eben
ſo auf die organiſchen Stoffe des Pflanzenreichs
wirken, wie auf die des Thierreichs.
Ob alles Organiſche mit dem Lichte ſo in Verbindung
ſteht, daß wie Laboiſsier ſagt die Mythe des Prometheus
eine organiſche wäre, iſt wohl nicht ſo grade
zu anzunehmen. Allerdings iſt es wahr daß nur
die äußere Rinde, die vom Licht getroffen wird das
Organiſche enthält, aber wir kennen auch unterirdiſche
Pflanzen, Inseckten etc. von denen man nicht weiß
ob ſie zu demſelben Species gehören die man auf
der Oberflache der Erde findet. –
Man muß nicht glauben daß die unterirdiſchen
Pflanzen vom Zimmerholz welches in den Bergwerken
gebraucht wird herſtammen. Doc iſt in
ſeinem Bergwerksleben gegenwärtig geweſen,
als man neue Höhlen eröffnete, wo man eine
Menge von Stalacktiten fand, die mit kleinen
gelben Pflanzen bedeckt waren. Es iſt möglich
wenn auch keinesweges wahrſcheinlich, daß der Saame
dieſer Pflanzen durch das Waſser in die
Tiefe der Erde gekommen iſt, ſo viel iſt aber doch
gewiß daß die Pflanzenſtoffe ſich dort entwickelten
, wo es doch unmöglich war daß Licht hinzugedrungen
wäre. – Auch in der Tiefe des Meeres 60 bis
80 ja 100 Toiſen 500–600′ Tief, in einer Tiefe wo
es nach photometriſchen Verſuchen gewiß iſt, daß
Pflanzen, Inseckten etc. von denen man nicht weiß
ob ſie zu demſelben Species gehören die man auf
der Oberflache der Erde findet. –
Man muß nicht glauben daß die unterirdiſchen
Pflanzen vom Zimmerholz welches in den Bergwerken
gebraucht wird herſtammen. Doc iſt in
ſeinem Bergwerksleben gegenwärtig geweſen,
als man neue Höhlen eröffnete, wo man eine
Menge von Stalacktiten fand, die mit kleinen
gelben Pflanzen bedeckt waren. Es iſt möglich
wenn auch keinesweges wahrſcheinlich, daß der Saame
dieſer Pflanzen durch das Waſser in die
Tiefe der Erde gekommen iſt, ſo viel iſt aber doch
gewiß daß die Pflanzenſtoffe ſich dort entwickelten
, wo es doch unmöglich war daß Licht hinzugedrungen
wäre. – Auch in der Tiefe des Meeres 60 bis
80 ja 100 Toiſen 500–600′ Tief, in einer Tiefe wo
es nach photometriſchen Verſuchen gewiß iſt, daß
kein Lichtſtral mehr hindringen kann iſt es Doc gelungen
mit dem Senkblei Pflanzen herauf zu ziehen
die vollkommen grün waren.
Von den Thieren ſind ein merkwürdiges Beispiel die
Eingeweide-Würmer. Rudolphi hat deren über 500 beſchrieben
, und merkwürdig genug finden ſich dieſelben
Species in ganz verſchiedenen Thieren, die auch in ganz
verſchiedenen Zonen leben: in den Eingeweiden unſerer
Rehe und Hirſche, der Gazellen und endlich der
Kengurus. Bei den Pflanzen ſind dagegen die Species
weit mehr an ihre Zonen gebunden.
Im erſten Aufkeimen iſt das Vegatabiliſche vom
Aminaliſchen nur ſehr wenig getrennt. –
Es iſt lange Zeit Zweifel darüber geweſen, was
eigentlich die ſogenannte Pryſtlayſche grüne Materie
ſei, die ſich auf ſtehenden Waſsern findet. Neuerdings
hat man darin mehrere Orten Pflanzen entdeckt
zugleich aber auch Escillarian, oder Oscillatorien
die eine eigne Bewegung haben, ferner Infuſions
mit dem Senkblei Pflanzen herauf zu ziehen
die vollkommen grün waren.
Von den Thieren ſind ein merkwürdiges Beispiel die
Eingeweide-Würmer. Rudolphi hat deren über 500 beſchrieben
, und merkwürdig genug finden ſich dieſelben
Species in ganz verſchiedenen Thieren, die auch in ganz
verſchiedenen Zonen leben: in den Eingeweiden unſerer
Rehe und Hirſche, der Gazellen und endlich der
Kengurus. Bei den Pflanzen ſind dagegen die Species
weit mehr an ihre Zonen gebunden.
Im erſten Aufkeimen iſt das Vegatabiliſche vom
Aminaliſchen nur ſehr wenig getrennt. –
Es iſt lange Zeit Zweifel darüber geweſen, was
eigentlich die ſogenannte Pryſtlayſche grüne Materie
ſei, die ſich auf ſtehenden Waſsern findet. Neuerdings
hat man darin mehrere Orten Pflanzen entdeckt
zugleich aber auch Escillarian, oder Oscillatorien
die eine eigne Bewegung haben, ferner Infuſions
Thierchens, das ganze Reich der Gymnopenen etc.
Es iſt ein Streit darüber zwiſchen den Zoologen und
Phyſiologen entſtanden entſtanden, ob es möglich
iſt daß dieſe kleinen Thierchen wie die Infuſionsthierchen
Gymnopenen etc. ſich nach dem ſie eine
Zeitlang gelebt ruhend in ſchlauchartige Pflanzen
vereinigen könnten, und ob ſo verſchiedene Wesen
aus der Entwickelung derſelben Wesen entſtehen
können.
Herr Roger, Champon ſtellte die Ansicht auf, und von
ihm wurde ſie von Agga und Gallion angenommen,
daß die Pflanzenſtehung nichts anders ſei als eine
Zuſammenſetzung von Thierchen. Fourtin, Rasſepagne
und Ehrenberg dagegen glaubten daß noch nicht
Grunde genug da wären um zu dieſen ſonderbaren
Reſultat zu kommen. Sehr leicht iſt es übrigens auf
einen ſolchen Irrthum zu kommen, da der erſte Keim
des organiſchen Lebens bei Vegetabilien und Animalien
derſelbe etwas blaſenartiges iſt, das
entweder beſonders abgesondert exiſtiren kann,
Es iſt ein Streit darüber zwiſchen den Zoologen und
Phyſiologen entſtanden entſtanden, ob es möglich
iſt daß dieſe kleinen Thierchen wie die Infuſionsthierchen
Gymnopenen etc. ſich nach dem ſie eine
Zeitlang gelebt ruhend in ſchlauchartige Pflanzen
vereinigen könnten, und ob ſo verſchiedene Wesen
aus der Entwickelung derſelben Wesen entſtehen
können.
Herr Roger, Champon ſtellte die Ansicht auf, und von
ihm wurde ſie von Agga und Gallion angenommen,
daß die Pflanzenſtehung nichts anders ſei als eine
Zuſammenſetzung von Thierchen. Fourtin, Rasſepagne
und Ehrenberg dagegen glaubten daß noch nicht
Grunde genug da wären um zu dieſen ſonderbaren
Reſultat zu kommen. Sehr leicht iſt es übrigens auf
einen ſolchen Irrthum zu kommen, da der erſte Keim
des organiſchen Lebens bei Vegetabilien und Animalien
derſelbe etwas blaſenartiges iſt, das
entweder beſonders abgesondert exiſtiren kann,
oder zuſammengefügt mit andern. So der ribrisbipunctatus
und triponitatus; deneben Converven in
denen ähnliche Stoffe wir in jenem liegen, die beweglich
ſind, man hat geglaubt, daß dieſe ſich
nach und nach vereinigen und mit einer Hautbeziehen
.
Man kann alſo annehmen daß zweierlei Anfänge
des organiſchen Lebens exiſtiren; die entweder
ein Compoſitum aus machen, oder einzeln exiſtiren
: dieſe Ähnlichkeit allein kann uns aber nicht
berechtigen anzunehmen, daß ſie daſselbe ſeien.
Eine andere Bemerkung iſt ganz beſonderer
Art. Man findet in einer Waſserpflanze Chara
flesibilis, von der Geſtalt einer Barometerartigen
Röhre eine beſtändige eigenthümliche Bewegung
von kleinen Kügelchen, die ſo lange dauert, als die
Pflanze im Leben iſt, beſonders aber dann ſtark
wird, wenn die Sonne darauf ſcheint. Wenn man
die Chara unterbindet ſo durchſchneidet ſie dieſe
Lebensſtrömung ab, und es zeigen ſich in den künſtlichen
und triponitatus; deneben Converven in
denen ähnliche Stoffe wir in jenem liegen, die beweglich
ſind, man hat geglaubt, daß dieſe ſich
nach und nach vereinigen und mit einer Hautbeziehen
.
Man kann alſo annehmen daß zweierlei Anfänge
des organiſchen Lebens exiſtiren; die entweder
ein Compoſitum aus machen, oder einzeln exiſtiren
: dieſe Ähnlichkeit allein kann uns aber nicht
berechtigen anzunehmen, daß ſie daſselbe ſeien.
Eine andere Bemerkung iſt ganz beſonderer
Art. Man findet in einer Waſserpflanze Chara
flesibilis, von der Geſtalt einer Barometerartigen
Röhre eine beſtändige eigenthümliche Bewegung
von kleinen Kügelchen, die ſo lange dauert, als die
Pflanze im Leben iſt, beſonders aber dann ſtark
wird, wenn die Sonne darauf ſcheint. Wenn man
die Chara unterbindet ſo durchſchneidet ſie dieſe
Lebensſtrömung ab, und es zeigen ſich in den künſtlichen
Compartimenten neue Bewegungen. Schon 1774
wurde dieſe Entdeckung von Corti gemacht, aber
wenig darauf geachtet bis erſt Amici in Modena
wieder darauf aufmerksam machte. Erſt vor wenige
Monaten glaubt Prof. Maier mit Dr. May
in Bonn die Entdeckung gemacht zu haben, daß
man dieſes Leben beſonders trennen könne in
eine eigne Bewegung die ganz unabhängig von
dem allgemeinen Lebensprozeß ſei. – Dieselbe
Bemerkung hat man an den Blutfäden gemacht. –
Andere Beobachtungen dieſer Art hat der Prof.
Schulz in Berlin an dem Moliander gemacht, einer
eignen ficus Art, wo er nur ähnliche Beobachtungen
wahrnahm. Er hat zugleich bemerkt daß dieſelben
Kügelchen abgesondert eine andere Bewegung
hatten; er hat ſie dem Docent und Herrn Prof.
Link gezeigt. – Die Kügelchen, Biosphären, von
denen man glaubt daß ſie zur Entwikelung
der organiſchen Körper viel beitragen ſind von
wurde dieſe Entdeckung von Corti gemacht, aber
wenig darauf geachtet bis erſt Amici in Modena
wieder darauf aufmerksam machte. Erſt vor wenige
Monaten glaubt Prof. Maier mit Dr. May
in Bonn die Entdeckung gemacht zu haben, daß
man dieſes Leben beſonders trennen könne in
eine eigne Bewegung die ganz unabhängig von
dem allgemeinen Lebensprozeß ſei. – Dieselbe
Bemerkung hat man an den Blutfäden gemacht. –
Andere Beobachtungen dieſer Art hat der Prof.
Schulz in Berlin an dem Moliander gemacht, einer
eignen ficus Art, wo er nur ähnliche Beobachtungen
wahrnahm. Er hat zugleich bemerkt daß dieſelben
Kügelchen abgesondert eine andere Bewegung
hatten; er hat ſie dem Docent und Herrn Prof.
Link gezeigt. – Die Kügelchen, Biosphären, von
denen man glaubt daß ſie zur Entwikelung
der organiſchen Körper viel beitragen ſind von
Herrn Raspagne ſehr genau unterſucht worden. Dumars
behauptet daß man durch die Blutstropfen ſehr genau
die Thiergattung unterſcheiden könne, ſobald man
dieſe Kügelchen durch ein Mikroskop betrachtet.
Bei Thieren die zu einer Species gehören, haben dieſe
Biospharen dieſelbe Form und Größe. –
Den Anatomen iſt ſchon längſt bekannt, daß
das Blut aus 2 Theilen beſteht, gewonnene und
gewinnbare Maſse; erſtere ſind dieſe Kügelchen.
Wenn man die ganze Organisation aus einem
philoſophiſchen Gesichtspunkt betrachtet ſo beſteht ſie
eigentlich aus dieſen zweien Stoffen, entweder Blättchen
oder dünne Fasern. Aus beiden zuſammen
kann das Zeltgewebe entſtehen, wo man beide
Stoffe noch zuſammen ſehen kann.
Es liegt daher nichts in der Natur ſelbſt ſondern iſt nur
immer eine künſtliche Benennung, ſo ſchneidend das
Vegetabiliſche und das Animaliſche abſondern zu wollen;
auf der erſten Stufe des Lebenden iſt dieſer Dualismus
noch nicht da.
behauptet daß man durch die Blutstropfen ſehr genau
die Thiergattung unterſcheiden könne, ſobald man
dieſe Kügelchen durch ein Mikroskop betrachtet.
Bei Thieren die zu einer Species gehören, haben dieſe
Biospharen dieſelbe Form und Größe. –
Den Anatomen iſt ſchon längſt bekannt, daß
das Blut aus 2 Theilen beſteht, gewonnene und
gewinnbare Maſse; erſtere ſind dieſe Kügelchen.
Wenn man die ganze Organisation aus einem
philoſophiſchen Gesichtspunkt betrachtet ſo beſteht ſie
eigentlich aus dieſen zweien Stoffen, entweder Blättchen
oder dünne Fasern. Aus beiden zuſammen
kann das Zeltgewebe entſtehen, wo man beide
Stoffe noch zuſammen ſehen kann.
Es liegt daher nichts in der Natur ſelbſt ſondern iſt nur
immer eine künſtliche Benennung, ſo ſchneidend das
Vegetabiliſche und das Animaliſche abſondern zu wollen;
auf der erſten Stufe des Lebenden iſt dieſer Dualismus
noch nicht da.
Die Definationen die man ſich zu geben bemüht hat
um den Unterſchied zwiſchen Thiere und Pflanzen
feſtzuſtellen; werden alle durch ſo viele Ausnahme
wiederlegt, daß man keine annehmen kann.
Die ältere Defination iſt die, daß das Animaliſche
durch eine willkührliche Bewegung vom Vegetabiliſchen
ausgezeichnet. Es giebt aber auch Pflanzen die
ſich bewegen, und hinwiederum Animation von denen
man gar nicht weiß welcher Reiz ſie bewegt Oscillarien
etc
Eine andere Erklärung giebt Helwig indem er den
Unterſchied in der Fortpflanzung zu finden glaubt,
bei den Pflanzen ein Abfallen, wogegen bei den
Thieren das Ganze fort zu beſtehen bleibt.
?
– Allein
bei den Genitalien finden wir wieder die Ausnahme.
Eben ſowenig glücklich iſt die Erklärung daß der
Stickſtoff in den einen beſonders vorherrſchend wäre,
wie in den andern der Sauerſtoff. – Oder noch der
Nahrung, wiewohl dieß eine der ſcharfſinnigſten iſt,
daß die Nahrung der Pflanzen aus unorganiſchen,
die der Thiere aus organiſchen Subſtanzen beſtehe.
um den Unterſchied zwiſchen Thiere und Pflanzen
feſtzuſtellen; werden alle durch ſo viele Ausnahme
wiederlegt, daß man keine annehmen kann.
Die ältere Defination iſt die, daß das Animaliſche
durch eine willkührliche Bewegung vom Vegetabiliſchen
ausgezeichnet. Es giebt aber auch Pflanzen die
ſich bewegen, und hinwiederum Animation von denen
man gar nicht weiß welcher Reiz ſie bewegt Oscillarien
etc
Eine andere Erklärung giebt Helwig indem er den
Unterſchied in der Fortpflanzung zu finden glaubt,
bei den Pflanzen ein Abfallen, wogegen bei den
Thieren das Ganze fort zu beſtehen bleibt.
?
– Allein
bei den Genitalien finden wir wieder die Ausnahme.
Eben ſowenig glücklich iſt die Erklärung daß der
Stickſtoff in den einen beſonders vorherrſchend wäre,
wie in den andern der Sauerſtoff. – Oder noch der
Nahrung, wiewohl dieß eine der ſcharfſinnigſten iſt,
daß die Nahrung der Pflanzen aus unorganiſchen,
die der Thiere aus organiſchen Subſtanzen beſtehe.
Aber man braucht hier nur an eines der Hauptnahrungsmittel
der Ammalien zu erinnere. Ein
merkwürdiger Unterſchied iſt hinbei allerdings
zwiſchen den höhern Thiergattungen und den
Pflanzen Organen, der Gegensatz des Verkehrs mit
der Luft; daß bei den Pflanzen nur Kohlenſäure
zerſetzt, während ſie bei den Thieren hervorgebracht wird.
Wenn wir die ganze Maſse des organiſchen Stoffes
betrachten, ſo finden wir eine weit größere Menge
von denen, welche wir Vegetabilien nennen als
thieriſche Umgekehrt iſt es wenn wir den Continent
mit dem Waſser vergleichen. Auf dem Continent
nimmt die Vegetation den größern Theil ein, aber
auf dem Meere iſt die Zahl der Species der Pflanzen
Maſse ſo ſehr gering, daß wenn es 60000 Species
auf dem Continente giebt ſo ſind nur in dem Meere
etwa 500; es herrſcht dort das Animaliſche vor. –
55. Vorlesung, 17. April 1828
Geographie der Pflanzen.
Wir verſtehen unter die Geographie der Pflanzen,
die dermalige Verbreitung der Pflanzen über den
der Ammalien zu erinnere. Ein
merkwürdiger Unterſchied iſt hinbei allerdings
zwiſchen den höhern Thiergattungen und den
Pflanzen Organen, der Gegensatz des Verkehrs mit
der Luft; daß bei den Pflanzen nur Kohlenſäure
zerſetzt, während ſie bei den Thieren hervorgebracht wird.
Wenn wir die ganze Maſse des organiſchen Stoffes
betrachten, ſo finden wir eine weit größere Menge
von denen, welche wir Vegetabilien nennen als
thieriſche Umgekehrt iſt es wenn wir den Continent
mit dem Waſser vergleichen. Auf dem Continent
nimmt die Vegetation den größern Theil ein, aber
auf dem Meere iſt die Zahl der Species der Pflanzen
Maſse ſo ſehr gering, daß wenn es 60000 Species
auf dem Continente giebt ſo ſind nur in dem Meere
etwa 500; es herrſcht dort das Animaliſche vor. –
55. Vorlesung, 17. April 1828
Geographie der Pflanzen.
Wir verſtehen unter die Geographie der Pflanzen,
die dermalige Verbreitung der Pflanzen über den
Erdkörper. Geſchichte und Geographie iſt ſehr oft verwechselt
worden, ſo in den Werke von Stromeier und
Wildenow. Die Geſchichte der Pflanzen kann ſich nur
auf die Herumziehung derſelben während der Zeit
beziehen, und wir haben davon eigentlich nichts
als Hypotheſen, und nur etwas weniges mehr als
ſolche bei den kultivirten Pflanzen.
Die Geographie der Pflanzen iſt eine noch ſehr neue
Wiſsenſchaft, neuer noch als die Geognoſie. – Die
Hauptſtationen der Wiſsenſchafthängen zwar mit allen
Sprachen ſelbſt zuſammen: wie Waſserpflanzen,
Wieſenpflanzen etc., aber nicht die Habitationen.
?
Man hat lange Zeit das Tropenklima, das Palmenklima
genannt und dabei vergeſsen, daß die Palmen
noch viel nordlicher hinaufgehen. – Viele
Sprachen unterſcheiden die Pflanzen nach zum Theil
nach ihren Habitationen, beſonder die Persiſche und
die Peruaniſche ob ſie in der Ebene oder auf den Höhen
wächſen, warme oder kalte etc. .
Man hat in frühern Zeiten weniger darauf
worden, ſo in den Werke von Stromeier und
Wildenow. Die Geſchichte der Pflanzen kann ſich nur
auf die Herumziehung derſelben während der Zeit
beziehen, und wir haben davon eigentlich nichts
als Hypotheſen, und nur etwas weniges mehr als
ſolche bei den kultivirten Pflanzen.
Die Geographie der Pflanzen iſt eine noch ſehr neue
Wiſsenſchaft, neuer noch als die Geognoſie. – Die
Hauptſtationen der Wiſsenſchafthängen zwar mit allen
Sprachen ſelbſt zuſammen: wie Waſserpflanzen,
Wieſenpflanzen etc., aber nicht die Habitationen.
?
Man hat lange Zeit das Tropenklima, das Palmenklima
genannt und dabei vergeſsen, daß die Palmen
noch viel nordlicher hinaufgehen. – Viele
Sprachen unterſcheiden die Pflanzen nach zum Theil
nach ihren Habitationen, beſonder die Persiſche und
die Peruaniſche ob ſie in der Ebene oder auf den Höhen
wächſen, warme oder kalte etc. .
Man hat in frühern Zeiten weniger darauf
Rücksicht genommen, daß ſich die Pflanzen in den
Höhen ſehr von denen in der Ebene unterſcheiden,
aber denen ähnlicher ſind die in denselben iſothermen
liegen. Schon in 16ten Jahrh. ſchrieb indeß der
Cardinal Bembo eine ſehr hübſche Abhandlung Aetna
dialagus, die in neuere Zeiten faſt ganz in Vergeſsenheit
gekommen iſt.
In neuren Zeiten beſchaftigte ſich Herr Tundlefort mit
der Geographie der Pflanzen ſehr viel, und machte
darauf aufmerksam ein Hinsichts der Vegetation
die Höhe mit den Breiten zuſammenhängen, indem
er eben auf dem Ararat Pflanzen des Lapplands
fand. – Er folgte dieſem Sinne hauptsächlich in 2
Diſsertationen, wo er in einer die Meinung aufſtellt
, daß alle Pflanzen von einem Punkt ausgegangen
ſeien. – Pallas Reiſen ſo wie die von
Cook haben ohne es zu wiſsen ſehr viel zur Geographie
der Pflanzen beigetragen. – Es war auffallend gewesen
, daß man in der temperirten ſüdlichen
Höhen ſehr von denen in der Ebene unterſcheiden,
aber denen ähnlicher ſind die in denselben iſothermen
liegen. Schon in 16ten Jahrh. ſchrieb indeß der
Cardinal Bembo eine ſehr hübſche Abhandlung Aetna
dialagus, die in neuere Zeiten faſt ganz in Vergeſsenheit
gekommen iſt.
In neuren Zeiten beſchaftigte ſich Herr Tundlefort mit
der Geographie der Pflanzen ſehr viel, und machte
darauf aufmerksam ein Hinsichts der Vegetation
die Höhe mit den Breiten zuſammenhängen, indem
er eben auf dem Ararat Pflanzen des Lapplands
fand. – Er folgte dieſem Sinne hauptsächlich in 2
Diſsertationen, wo er in einer die Meinung aufſtellt
, daß alle Pflanzen von einem Punkt ausgegangen
ſeien. – Pallas Reiſen ſo wie die von
Cook haben ohne es zu wiſsen ſehr viel zur Geographie
der Pflanzen beigetragen. – Es war auffallend gewesen
, daß man in der temperirten ſüdlichen
Zone Pflanzen fand von denen man glaubte daß
ſie Lappland eigen wären wie z. B. Ranunculus Laponicus
es waren dieß aber nicht dieſelben Species
, ſondern nur erſetzende Formen. – Schon Adamſen
bei ſeiner Reiſe am Senegal that einen Schritt weiter;
er hatt ſchon das Gefühl, daß dieſelben Pflanzenformation
nicht allen Zonen zugehören; ſo z. B. fehlen
die Doldengewächſen den Tropen ganz. – So lange man
an ein künſtleriſches Syſtem hing, konnte man keine
klare Einsicht in die Vertheilung der Pflanzen
haben, in den die verſchiedenartigſten Pflanzen durch
die Zahl der Staubfäden usw. in eine Klaſse kamen,
die Hinsichts ihrer Verbreitung verſchieden waren;
man kannte ſie weder phyſiologiſch noch geographiſch
zuſammen bringen; und hierin hat Linné bei dem
vielen Nutzen den er gebracht hat, durch ſeine Klaſsificationen
geſchadet.
Der Name; ſo wie bei vielen andern Wiſsenſchaften
hat hier ſchon lange beſtanden, bevor die Wiſsenſchaft
ſie Lappland eigen wären wie z. B. Ranunculus Laponicus
es waren dieß aber nicht dieſelben Species
, ſondern nur erſetzende Formen. – Schon Adamſen
bei ſeiner Reiſe am Senegal that einen Schritt weiter;
er hatt ſchon das Gefühl, daß dieſelben Pflanzenformation
nicht allen Zonen zugehören; ſo z. B. fehlen
die Doldengewächſen den Tropen ganz. – So lange man
an ein künſtleriſches Syſtem hing, konnte man keine
klare Einsicht in die Vertheilung der Pflanzen
haben, in den die verſchiedenartigſten Pflanzen durch
die Zahl der Staubfäden usw. in eine Klaſse kamen,
die Hinsichts ihrer Verbreitung verſchieden waren;
man kannte ſie weder phyſiologiſch noch geographiſch
zuſammen bringen; und hierin hat Linné bei dem
vielen Nutzen den er gebracht hat, durch ſeine Klaſsificationen
geſchadet.
Der Name; ſo wie bei vielen andern Wiſsenſchaften
hat hier ſchon lange beſtanden, bevor die Wiſsenſchaft
da war. Vom Dr Menzel aus Fürſtenwalde wurde er
zuerſt ausgeſprochen, in ſeiner Flora von Deutſchland
Später in einer ſehr umfaſsenden Schrift von Bernandin de
St. Pierre: Etudes de la natura. – Sonderbarer noch erſcheint
er aber in der: „Geographie phisique des vegetaux
de la Francais meridienne“, von Girau Souslarie der Titel
iſt ſehr emphatiſch doch der Gehalt nur gering, das
Werk umfaßt nur einen geringen Theil der bekannteſten
Pflanzen, daß einzige iſt daß er ſchon die
Höhe des Kaſtanienbaums und des Weinbaus angiebt
. Der Verfaſser iſt ein ſonderbarer Mann
und glaubt daß die Geſtirne einen Einfluß auf
den Charakter der Menſchen haben. – Es konnte
nicht eher eine Wiſsenſchaft werden als bis man
auf folgende 3 Punkte Rücksicht nahm
1, Meſsungen der Höhe des Standorts der Pflanzen.
2, Meſsungen an der Temperatur
3, Unterſchiedung der Species nach den Climaten (?)
In neuren Zeiten iſt viel dafür gethan worden. Doc
und Herr Bonpland haben über 6000 Pflanzen nach dem
zuerſt ausgeſprochen, in ſeiner Flora von Deutſchland
Später in einer ſehr umfaſsenden Schrift von Bernandin de
St. Pierre: Etudes de la natura. – Sonderbarer noch erſcheint
er aber in der: „Geographie phisique des vegetaux
de la Francais meridienne“, von Girau Souslarie der Titel
iſt ſehr emphatiſch doch der Gehalt nur gering, das
Werk umfaßt nur einen geringen Theil der bekannteſten
Pflanzen, daß einzige iſt daß er ſchon die
Höhe des Kaſtanienbaums und des Weinbaus angiebt
. Der Verfaſser iſt ein ſonderbarer Mann
und glaubt daß die Geſtirne einen Einfluß auf
den Charakter der Menſchen haben. – Es konnte
nicht eher eine Wiſsenſchaft werden als bis man
auf folgende 3 Punkte Rücksicht nahm
1, Meſsungen der Höhe des Standorts der Pflanzen.
2, Meſsungen an der Temperatur
3, Unterſchiedung der Species nach den Climaten (?)
In neuren Zeiten iſt viel dafür gethan worden. Doc
und Herr Bonpland haben über 6000 Pflanzen nach dem
Barometer Stand und der Temperatur beſtimmt
darunter waren 3800 neue. Doc hat ein kleines
Werk in lateiniſcher Sprache darüber heraus gegeben:
De distributione geographica plantarum secundum
coeli temperiem et altitudinem montium Broleymeng
Auctore Alexandro de Humboldt mit einer Abbildung
der Pflanzenregionen: Chimborasſo, Mont Blanc und
Lappland . – Es ſind jetzt über 60000 Pflanzen beſchrieben
und doch davon nur 12000 der Höhe noch. –
In den neueſten Zeiten iſt viel für die Geographie
der Pflanzen geſchehen durch die Herren Rummont in den
Pyrinäen; Leop v Buch auf den Canariſchen Inſeln
und der ſkandinaviſchen Halbinſel, Wahlenberg in Lappland
und den Karpathen, Vandel in den Schweiz; Scov
im Kaukaſus.
Man hat oft viel phyſiſche Erſcheinungen eingemiſcht
um zu erklären vor zur Flora gehört und
was der Geographie und Pflanzen durchaus fremd
bleiben muß.
Es würde vortheilhaft ſein die Geographie der Pflanzen
darunter waren 3800 neue. Doc hat ein kleines
Werk in lateiniſcher Sprache darüber heraus gegeben:
De distributione geographica plantarum secundum
coeli temperiem et altitudinem montium Broleymeng
Auctore Alexandro de Humboldt mit einer Abbildung
der Pflanzenregionen: Chimborasſo, Mont Blanc und
Lappland . – Es ſind jetzt über 60000 Pflanzen beſchrieben
und doch davon nur 12000 der Höhe noch. –
In den neueſten Zeiten iſt viel für die Geographie
der Pflanzen geſchehen durch die Herren Rummont in den
Pyrinäen; Leop v Buch auf den Canariſchen Inſeln
und der ſkandinaviſchen Halbinſel, Wahlenberg in Lappland
und den Karpathen, Vandel in den Schweiz; Scov
im Kaukaſus.
Man hat oft viel phyſiſche Erſcheinungen eingemiſcht
um zu erklären vor zur Flora gehört und
was der Geographie und Pflanzen durchaus fremd
bleiben muß.
Es würde vortheilhaft ſein die Geographie der Pflanzen
und Thiere zuſammen zu ziehen; wenn man in der
Geographie der Thiere eben ſo bekannt wäre als in der
der Pflanzen; ſo würde es keine Frage die in der
einen zu beantworten wäre, welche man nicht auch in
der andern beantworte könnte. Es fehlt aber noch
ſehr am Thatsachen für die Geographie der Thiere; es
fehlt noch ſehr an Barometer Meſsungen für den Höhenſtand
der Thiere beſonders der Inseckten, die 5/6 des
ganzen Thierreichs ausmachen.
Die Thatsachen die für die Geographie der Pflanzen bekannt
ſind, kann man füglich in 6 Abtheilungen theilen:
1, Wo ſind die Pflanzen. Verbreitungsgrenze der
Pflanzen (dacke)-decke im Allgemeinen ohne Rücksicht auf
die beſondern Species und Genes.
2, Wie viel giebt es Pflanzenarten auf dem ganzen
Erdkörper, eine Art Statiſtik der Pflanzen.
3, Geographiſche Verſchiedenheit, hinsichts der Größe,
Baumſtäm̃igkeit iſolirtes oder geſelliges Leben der
Pflanzen, Arten und Gattungen derſelben.
Geographie der Thiere eben ſo bekannt wäre als in der
der Pflanzen; ſo würde es keine Frage die in der
einen zu beantworten wäre, welche man nicht auch in
der andern beantworte könnte. Es fehlt aber noch
ſehr am Thatsachen für die Geographie der Thiere; es
fehlt noch ſehr an Barometer Meſsungen für den Höhenſtand
der Thiere beſonders der Inseckten, die 5/6 des
ganzen Thierreichs ausmachen.
Die Thatsachen die für die Geographie der Pflanzen bekannt
ſind, kann man füglich in 6 Abtheilungen theilen:
1, Wo ſind die Pflanzen. Verbreitungsgrenze der
Pflanzen (dacke)-decke im Allgemeinen ohne Rücksicht auf
die beſondern Species und Genes.
2, Wie viel giebt es Pflanzenarten auf dem ganzen
Erdkörper, eine Art Statiſtik der Pflanzen.
3, Geographiſche Verſchiedenheit, hinsichts der Größe,
Baumſtäm̃igkeit iſolirtes oder geſelliges Leben der
Pflanzen, Arten und Gattungen derſelben.
4, Verbreitung der Pflanzenarten nach Identität.
5, Verbreitung nach Zahl der Arten welche andern unter
ſich begreifen, Präpondenanz nach den Formen nicht
nach den Individuen.
6, Störungen welche gegenwärtig noch die Verbreitung
der Pflanzen ändern z. B. Wirkung der Menſchencultur
, Stromungen etc.
Man kann nicht ſagen daß das Licht unbedingt
nöthig wäre zur organiſchen Bildung allerdings
ſind es aber nicht die Phanerogamen ſondern nur
die Cryſogamen die ſich von dem Licht entfernen,
daher iſt die erſte Frage nach der Verbreitung
der Pflanzendecke in 2 Abtheilungen zu zerfällen nach
der phyſiſchen Beſchaffenheit der Pflanzen, und nach
der Tiefe in welcher ſie ſich finden; bei letztern iſt noch zu
unterſcheiden, ob ſie noch von Luft umgeben ſind, oder
ob ſie von der Erde berührt werden. Zu den letztern
gehören z. B. die Triffeln, und zu dieſer Art gehören
grade die größten, welche man von den Cryptogamiſchen
Gewächſen kennt, ſie ſind oft ſo groß wie Kommisbrode
5, Verbreitung nach Zahl der Arten welche andern unter
ſich begreifen, Präpondenanz nach den Formen nicht
nach den Individuen.
6, Störungen welche gegenwärtig noch die Verbreitung
der Pflanzen ändern z. B. Wirkung der Menſchencultur
, Stromungen etc.
Man kann nicht ſagen daß das Licht unbedingt
nöthig wäre zur organiſchen Bildung allerdings
ſind es aber nicht die Phanerogamen ſondern nur
die Cryſogamen die ſich von dem Licht entfernen,
daher iſt die erſte Frage nach der Verbreitung
der Pflanzendecke in 2 Abtheilungen zu zerfällen nach
der phyſiſchen Beſchaffenheit der Pflanzen, und nach
der Tiefe in welcher ſie ſich finden; bei letztern iſt noch zu
unterſcheiden, ob ſie noch von Luft umgeben ſind, oder
ob ſie von der Erde berührt werden. Zu den letztern
gehören z. B. die Triffeln, und zu dieſer Art gehören
grade die größten, welche man von den Cryptogamiſchen
Gewächſen kennt, ſie ſind oft ſo groß wie Kommisbrode
, und werden von den Einwohnern Amerikas
auch ſo genannt Tüber Arten ſie finden ſich in einer
Tiefe von 5 bis 6 Fuß. Eben ſo gehören die Wurzeln
aller Gewächſe zu den Theilen welche wie die Erde unmittelbar
berührt werden, es ſind dieß gleichsam unterirdiſche
Gewächſe. Ferner iſt bekannt daß die Saamen der
Blumen ihren Winterſchlaf unter die Erde halten, und
ſehr lange darin ſehr tief exiſtiren können, wenn
man die Erde aufwühlt ſo entſtehen Pflanzen von
denen man nicht gewußt hat daß ſie da wären Wieburg
in Seeland So wird geſagt, daß man aus Druiden
Tempeln ſolche Pflanzen habe entſtehen ſehen.
Von den Seepflanzen, die im Boden des Meeres wachsen
iſt die Zahl der Species welche man kennt nur ſehr gering,
ungefähr 3 bis 400, aber ihre Größe ſehr auffallend. So der
fucus giganteus der eine Länge von 30 bis 40′ hat und ſchräg anſteigend.
Wenn wir die Pflanzendecke nach Zonen betrachten, ſo finden
wir noch Pflanzen im äußerſten Norden. Parry hat auf der Melvils
Inſel 75° n.B. noch 60 bis 70 Species von Phanerogamen allein
gefunden, die große WegeMenge von Cryptogamen gar nicht
mitgerechnet. Es findet ſich ſogar dort ein kleiner
auch ſo genannt Tüber Arten ſie finden ſich in einer
Tiefe von 5 bis 6 Fuß. Eben ſo gehören die Wurzeln
aller Gewächſe zu den Theilen welche wie die Erde unmittelbar
berührt werden, es ſind dieß gleichsam unterirdiſche
Gewächſe. Ferner iſt bekannt daß die Saamen der
Blumen ihren Winterſchlaf unter die Erde halten, und
ſehr lange darin ſehr tief exiſtiren können, wenn
man die Erde aufwühlt ſo entſtehen Pflanzen von
denen man nicht gewußt hat daß ſie da wären Wieburg
in Seeland So wird geſagt, daß man aus Druiden
Tempeln ſolche Pflanzen habe entſtehen ſehen.
Von den Seepflanzen, die im Boden des Meeres wachsen
iſt die Zahl der Species welche man kennt nur ſehr gering,
ungefähr 3 bis 400, aber ihre Größe ſehr auffallend. So der
fucus giganteus der eine Länge von 30 bis 40′ hat und ſchräg anſteigend.
Wenn wir die Pflanzendecke nach Zonen betrachten, ſo finden
wir noch Pflanzen im äußerſten Norden. Parry hat auf der Melvils
Inſel 75° n.B. noch 60 bis 70 Species von Phanerogamen allein
gefunden, die große WegeMenge von Cryptogamen gar nicht
mitgerechnet. Es findet ſich ſogar dort ein kleiner
kleiner Baum Halis Arctica, der aber nur 3 bis 4 Zoll
hoch wird. – In Spitzbergen ſind nur 15 Pflanzen Species.
Von der ſüdlichen Hemiſphäre hat man geglaubt,
daß die Vegetation nicht ſo weit nach dem Pole hinauf
ginge. Förster hat geglaubt daß es ſchon in den
in den Sandwichs Inſeln bei 60° S. Br. keine Vegetation
mehr gebe, aber neuere Reiſende haben noch
Vegetation in den Schottlands Inſeln gefunden.
Bellinghauſen fand bei 69° S. Br in der Peter und
Alexander Inſel noch Cryptogamen.
Was die Höhe anbelangt in der noch Pflanzen fortkommen
, ſo hat Sausſure noch auf 10000′ Höhe auf
dem Montblanc Vegetation gefunden, dieß ſteht aber
in gar keinen Vergleich mit der Andeskette.
S. de distrib. geogr.
plantarum etc auctore
Humboldt
Doc
fand auf den Chimboraſso auf einer Höhe von 17100′
noch Cryptogamen; und ſie würden vielleicht noch
höher hinaufſteigen wenn nicht der Schnee des Wachsthum
verhindern wurde. Bei 15000′ findet man noch
ſehr ſchöne Phamorgamen wie die Gentianae,
auricola etc. – Von dem Gebanir im Himalaya Gebirge
hat man noch nicht genug genauern Unterſuchungen
hoch wird. – In Spitzbergen ſind nur 15 Pflanzen Species.
Von der ſüdlichen Hemiſphäre hat man geglaubt,
daß die Vegetation nicht ſo weit nach dem Pole hinauf
ginge. Förster hat geglaubt daß es ſchon in den
in den Sandwichs Inſeln bei 60° S. Br. keine Vegetation
mehr gebe, aber neuere Reiſende haben noch
Vegetation in den Schottlands Inſeln gefunden.
Bellinghauſen fand bei 69° S. Br in der Peter und
Alexander Inſel noch Cryptogamen.
Was die Höhe anbelangt in der noch Pflanzen fortkommen
, ſo hat Sausſure noch auf 10000′ Höhe auf
dem Montblanc Vegetation gefunden, dieß ſteht aber
in gar keinen Vergleich mit der Andeskette.
S. de distrib. geogr.
plantarum etc auctore
Humboldt
Doc
fand auf den Chimboraſso auf einer Höhe von 17100′
noch Cryptogamen; und ſie würden vielleicht noch
höher hinaufſteigen wenn nicht der Schnee des Wachsthum
verhindern wurde. Bei 15000′ findet man noch
ſehr ſchöne Phamorgamen wie die Gentianae,
auricola etc. – Von dem Gebanir im Himalaya Gebirge
hat man noch nicht genug genauern Unterſuchungen
Wahrſcheinlich iſt es, daß ſowohl in der Höhe wie in der
Breite nicht eigentlich die Kälte hinderlich iſt, daß die
Vegetation nicht weiter geht, ſondern vielmehr der Schnee.
Einfluß des Barometer
drucks
der Temperatur
und der lichtſchwächenden
Kraft
der Luft auf die
Vegetation.
Die Temperatur iſt eigentlich das, was hauptsächlich das
Leben der Pflanzen beſtimmt. Das Thier beſtimmt mehr
ſich ſelbſt; da aber die Pflanzen weniger in ihrem Innern
als an der Oberfläche leben ſo ſind bei ihr die Respiration
die Hauptsache, und daher ſind die Temperatur-
Verhältniſse ſehr wichtig; eben ſo auch der Feuchtigkeitszuſtand
der Atmosphäre. Der Mangel an Feuchtigkeit
in den Höhen zeigt ſich bei den Pflanzen auf
großen Bergen, ſo erſcheint die Blüte der Alpenroſen
, ſo wie kranke Pflanzen. Sie ſind merkwürdig wegen
ihrer Dürre und der Maſse von Haaren womit
ſie bezogen ſind. – Es laßt ſich der Zuſtand dieſer
Pflanzen durch den Barometer Druck ſelbſt erklären.
Es iſt auf dieſen Höhen grade die höchſt mögliche
Respiration der Pflanzen, indem ſie bei einem geringern
Luftdruck mehr aus dünſten müſsen; zugleich
werden ſie durch die ſtärkere Intenſität des Lichts
mehr gereizt; ſie müſsen religiöser(?) werden und
daher auch dürrer. Eben ſo entſtehen auch die Haare;
Breite nicht eigentlich die Kälte hinderlich iſt, daß die
Vegetation nicht weiter geht, ſondern vielmehr der Schnee.
Einfluß des Barometer
drucks
der Temperatur
und der lichtſchwächenden
Kraft
der Luft auf die
Vegetation.
Die Temperatur iſt eigentlich das, was hauptsächlich das
Leben der Pflanzen beſtimmt. Das Thier beſtimmt mehr
ſich ſelbſt; da aber die Pflanzen weniger in ihrem Innern
als an der Oberfläche leben ſo ſind bei ihr die Respiration
die Hauptsache, und daher ſind die Temperatur-
Verhältniſse ſehr wichtig; eben ſo auch der Feuchtigkeitszuſtand
der Atmosphäre. Der Mangel an Feuchtigkeit
in den Höhen zeigt ſich bei den Pflanzen auf
großen Bergen, ſo erſcheint die Blüte der Alpenroſen
, ſo wie kranke Pflanzen. Sie ſind merkwürdig wegen
ihrer Dürre und der Maſse von Haaren womit
ſie bezogen ſind. – Es laßt ſich der Zuſtand dieſer
Pflanzen durch den Barometer Druck ſelbſt erklären.
Es iſt auf dieſen Höhen grade die höchſt mögliche
Respiration der Pflanzen, indem ſie bei einem geringern
Luftdruck mehr aus dünſten müſsen; zugleich
werden ſie durch die ſtärkere Intenſität des Lichts
mehr gereizt; ſie müſsen religiöser(?) werden und
daher auch dürrer. Eben ſo entſtehen auch die Haare;
jemehr nur ein Glied gebraucht wird deſto mehr
bildet es ſich aus. Die Haare ſind die Wirkung der
Expiration, und da die Perſpiration bei dieſen Pflanzen
die Haut am mehrſten anregt, ſo entſtehen
die Haare.
?
– Wenn man die Alpenpflanzen in der
Ebene cultiviren will, ſo kann man ihnen manches
nicht wieder geben; die Intenſität des Lichts,
den Luftdruck der auf den Höhen wo ſie wachsen 18
bis 19″ beträgt nur in der Ebene 28 Zoll wo auch die
electriſche Reizung. Nicht die chemiſche Beſchaffenheit
des Bodens iſt die Ursache daß ſie in der Ebene
aus arten; aus Sausſures Unterſuchungen iſt es klar
geworden daß die Fruchtbarkeit des Bodens hauptsächlich
abhängig iſt von der Kraft das Waſser leichter
zu halten, und von den organiſchen Stoffen leichter durchzogen
zu werden; daher iſt es falſch wenn deshalb
das eine Gebirge dieſe Pflanze, das andere jene
eigenthumlich haben müßte.
Der electriſche Reiz iſt
in der Höhe 5mal
größer als in der Ebene:
ein Electrometer
gab unten 1‴ oben
5‴ an.
Die zweite Frage zu deren Beantwortung wir jetzt
ſchreiten iſt: Wie viel Arten von Pflanzen auf dieſer
Pflanzendecke, deren Ausdehnung eben angegeben
wurde, vertheilt ſind.
Vertheilung der
Pflanzen.
Die Natur bringt im eigentlichen Sinne nur
bildet es ſich aus. Die Haare ſind die Wirkung der
Expiration, und da die Perſpiration bei dieſen Pflanzen
die Haut am mehrſten anregt, ſo entſtehen
die Haare.
?
– Wenn man die Alpenpflanzen in der
Ebene cultiviren will, ſo kann man ihnen manches
nicht wieder geben; die Intenſität des Lichts,
den Luftdruck der auf den Höhen wo ſie wachsen 18
bis 19″ beträgt nur in der Ebene 28 Zoll wo auch die
electriſche Reizung. Nicht die chemiſche Beſchaffenheit
des Bodens iſt die Ursache daß ſie in der Ebene
aus arten; aus Sausſures Unterſuchungen iſt es klar
geworden daß die Fruchtbarkeit des Bodens hauptsächlich
abhängig iſt von der Kraft das Waſser leichter
zu halten, und von den organiſchen Stoffen leichter durchzogen
zu werden; daher iſt es falſch wenn deshalb
das eine Gebirge dieſe Pflanze, das andere jene
eigenthumlich haben müßte.
Der electriſche Reiz iſt
in der Höhe 5mal
größer als in der Ebene:
ein Electrometer
gab unten 1‴ oben
5‴ an.
Die zweite Frage zu deren Beantwortung wir jetzt
ſchreiten iſt: Wie viel Arten von Pflanzen auf dieſer
Pflanzendecke, deren Ausdehnung eben angegeben
wurde, vertheilt ſind.
Vertheilung der
Pflanzen.
Die Natur bringt im eigentlichen Sinne nur
Individuen hervor, nur es iſt ſchwer zu ſagen, wo die
Grenze iſt, daß die Variationen Species bilden.
Die Gärtner klagen oft darüber, daß ſelbſt die Pflanzen
die von dem Saamen eines und deſselben Individums
abſtammen nicht gleich ſind; eben ſo iſt der Fall beiden
Spezies der Vögel Es ſind daher natürlich die Angaben
von der Zahl der Pflanzenarten ſehr verſchieden.
?
Robert Brown hat die Angaben derjenigen verglichen
die ſehr leicht, und derer die ſehr ſchwierig in der Zahl
der Species ſind, und gefunden, daß man die
meiſten Angaben auf 1/9 oder 1/10 reduciren
kann. –
Man kann nicht die Frage unterſuchen wie viel
Spezies giebt? Denn hierauf hat man keine Antwort
: ſondern wie viel Spezies ſind bekannt, wieviel
in den Herbarien vorhanden. Doc hat in letztern
Zeiten viele eigne Unterſuchungen darüber angeſtellt
. Im Jahr 1817 fand Doc mit Herrn Brown die
Zahl
von dieſen rechnete man allein unter dem Aequator:
der Phaneorgamen 38000
der Cryptogamen 6000
zuſammen 44000
Grenze iſt, daß die Variationen Species bilden.
Die Gärtner klagen oft darüber, daß ſelbſt die Pflanzen
die von dem Saamen eines und deſselben Individums
abſtammen nicht gleich ſind; eben ſo iſt der Fall beiden
Spezies der Vögel Es ſind daher natürlich die Angaben
von der Zahl der Pflanzenarten ſehr verſchieden.
?
Robert Brown hat die Angaben derjenigen verglichen
die ſehr leicht, und derer die ſehr ſchwierig in der Zahl
der Species ſind, und gefunden, daß man die
meiſten Angaben auf 1/9 oder 1/10 reduciren
kann. –
Man kann nicht die Frage unterſuchen wie viel
Spezies giebt? Denn hierauf hat man keine Antwort
: ſondern wie viel Spezies ſind bekannt, wieviel
in den Herbarien vorhanden. Doc hat in letztern
Zeiten viele eigne Unterſuchungen darüber angeſtellt
. Im Jahr 1817 fand Doc mit Herrn Brown die
Zahl
von dieſen rechnete man allein unter dem Aequator:
der Phaneorgamen 38000
der Cryptogamen 6000
zuſammen 44000
In Amerika 13000
In Asien. 4500
Perray hat ſpäter in ſeinem Enchyridion 21000 neue
Species der Phanerogamen beſtimmt, und glaubte
im ganzen 59000 Species Phanerogamen zu haben.
Der Zuwachs in neuern Zeiten iſt außerordentlich
geweſen. Doc brachte 5800 neue Species aus
den Aequatorgegenden von Amerika mit Herrn Bonpland
zurück. – Herr Cambdon brachte ebenfalls aus Brasilien
1800 Pflanzen zurück, von denen nur 500 bekannt
waren; eben ſo wurden von vielen anderen
Reiſenden neue Pflanzen mitgebracht und beſchrieben
. Merkwürdig iſt es daß die Qualität
der Pflanzen welche mitgebracht werden bei allen
Reiſenden beinah dieſelben war, immer gegen
6000. So St Hilaire, Martius, Bortſchel 7000 etc.
Die größte Pflanzenmaſse die van je von einem
Lande mitbrachte, war 8000 Pflanzen die Dr Fohl aus
Amerika mitbrachte
56. Vorlesung, 19. April 1828
Im Ganzen ſind jetzt 60 bis 65000 Species von Phanerogamen
beſchrieben; es käme demnach nur 1 Species
auf 41 Q.M. – In allen engliſchen Gärten zuſam̃en
genommen ſind 16000 Species, Phanerogamen cultivirt,
In Asien. 4500
Perray hat ſpäter in ſeinem Enchyridion 21000 neue
Species der Phanerogamen beſtimmt, und glaubte
im ganzen 59000 Species Phanerogamen zu haben.
Der Zuwachs in neuern Zeiten iſt außerordentlich
geweſen. Doc brachte 5800 neue Species aus
den Aequatorgegenden von Amerika mit Herrn Bonpland
zurück. – Herr Cambdon brachte ebenfalls aus Brasilien
1800 Pflanzen zurück, von denen nur 500 bekannt
waren; eben ſo wurden von vielen anderen
Reiſenden neue Pflanzen mitgebracht und beſchrieben
. Merkwürdig iſt es daß die Qualität
der Pflanzen welche mitgebracht werden bei allen
Reiſenden beinah dieſelben war, immer gegen
6000. So St Hilaire, Martius, Bortſchel 7000 etc.
Die größte Pflanzenmaſse die van je von einem
Lande mitbrachte, war 8000 Pflanzen die Dr Fohl aus
Amerika mitbrachte
56. Vorlesung, 19. April 1828
Im Ganzen ſind jetzt 60 bis 65000 Species von Phanerogamen
beſchrieben; es käme demnach nur 1 Species
auf 41 Q.M. – In allen engliſchen Gärten zuſam̃en
genommen ſind 16000 Species, Phanerogamen cultivirt,
alſo ungefähr ¼ der ganzen Maſse von den Pflanzen
die beſchrieben ſind. Ehemals hielt man ein Herbarium
das 8 bis 9000 Species enthielt ſchon für ſehr groß, jetzt
wurden dieſe nur ſehr gering erſcheinen. In England
iſt jetzt ein Herbarium das 35000 Species enthält.
Es iſt merkwürdig daß man beinahe dieſelbe Zahl
von Thier-Claſsen kennt, wie bei den Pflanzen,
nur 66000. Bei dem Pflanzen nehmen die größere
Zahl die ausgebildetern ein, bei den Thieren iſt
es umgekehrt, hier ſind die untern Thierklaſsen
die Zahlreichern 44000 Insekten 5/6 der ganzen
Maſse gehen auf die untern Thierklaſsen. –
Von den Pflanzen hat man zwar nur wenige
Cryptogamen beſchrieben, aber unter den beſchriebenen
ſind auch nur 1/7 der ganzen Maſse der
Pflanzen alſo 6/7 Phanerogamen
Europa hat nach Brown 7000 Species, bei einer
Größe von 155000 Q.M. macht dieß 1 Species auf
22 Q.M. – Wenn man diejenigen Species abrechnet,
die Europa mit Amerika und Asien gemeinſchaftlich
hat, ſo hat Europa 1800 bis 2000 Species eigenthümlich
. – Cambdon hat geglaubt daß es im Ganzen auf
der Erde nur 120000 Species von Phanerogamen gebe;
die beſchrieben ſind. Ehemals hielt man ein Herbarium
das 8 bis 9000 Species enthielt ſchon für ſehr groß, jetzt
wurden dieſe nur ſehr gering erſcheinen. In England
iſt jetzt ein Herbarium das 35000 Species enthält.
Es iſt merkwürdig daß man beinahe dieſelbe Zahl
von Thier-Claſsen kennt, wie bei den Pflanzen,
nur 66000. Bei dem Pflanzen nehmen die größere
Zahl die ausgebildetern ein, bei den Thieren iſt
es umgekehrt, hier ſind die untern Thierklaſsen
die Zahlreichern 44000 Insekten 5/6 der ganzen
Maſse gehen auf die untern Thierklaſsen. –
Von den Pflanzen hat man zwar nur wenige
Cryptogamen beſchrieben, aber unter den beſchriebenen
ſind auch nur 1/7 der ganzen Maſse der
Pflanzen alſo 6/7 Phanerogamen
Europa hat nach Brown 7000 Species, bei einer
Größe von 155000 Q.M. macht dieß 1 Species auf
22 Q.M. – Wenn man diejenigen Species abrechnet,
die Europa mit Amerika und Asien gemeinſchaftlich
hat, ſo hat Europa 1800 bis 2000 Species eigenthümlich
. – Cambdon hat geglaubt daß es im Ganzen auf
der Erde nur 120000 Species von Phanerogamen gebe;
es ſtimmt dieß merkwürdiger Weiſe mit der Zahl
überein die im Alterthum die Zend-Aveſta angegeben
hat; doch iſt wohl wahrſcheinlich daß die Zahl der
Phanerogamen weit größer ſei.
Eine andere Frage iſt, ob die Zahl der Species zu
oder abnimmt. Wir können hiebei nicht in die Zeit
zurück gehen, wo der ganze Erdkörper einen Tropen
Vegetation gehabt zu haben ſcheint, ſondern nur
von der hiſtoriſchen Zeit reden.
Man hat Beispiele von Thieren die während der
hiſtoriſchen Zeit untergegangen ſind, ſo Daonten
etc. – Von Pflanzen iſt es wohl wahrſcheinlich,
daß Species entſtehen und vorgehen bei niedern
Organisationen. Aber daß Pflanzen höhrer Organisation
entſtehen, fällt außer der Grenze
naturhiſtoriſcher Unterſuchung.
Bei den Thieren hat man neue Species gefunden, ſo
Süßwaſserfiſche auf der Societäts Inſeln, in den Seen
auf der Pyrenäen die ganz verſchieden von denen in
der Ebene ſind. –
?
Von den Pflanzen iſt es im ſüdlichen
Frankreich ſchon einzuſehen wie Pflanzen von einem
Flußthal zum andern übergehen, wo dazwiſchen
große Gebirge ſich befinden. So Blumen im Po und
überein die im Alterthum die Zend-Aveſta angegeben
hat; doch iſt wohl wahrſcheinlich daß die Zahl der
Phanerogamen weit größer ſei.
Eine andere Frage iſt, ob die Zahl der Species zu
oder abnimmt. Wir können hiebei nicht in die Zeit
zurück gehen, wo der ganze Erdkörper einen Tropen
Vegetation gehabt zu haben ſcheint, ſondern nur
von der hiſtoriſchen Zeit reden.
Man hat Beispiele von Thieren die während der
hiſtoriſchen Zeit untergegangen ſind, ſo Daonten
etc. – Von Pflanzen iſt es wohl wahrſcheinlich,
daß Species entſtehen und vorgehen bei niedern
Organisationen. Aber daß Pflanzen höhrer Organisation
entſtehen, fällt außer der Grenze
naturhiſtoriſcher Unterſuchung.
Bei den Thieren hat man neue Species gefunden, ſo
Süßwaſserfiſche auf der Societäts Inſeln, in den Seen
auf der Pyrenäen die ganz verſchieden von denen in
der Ebene ſind. –
?
Von den Pflanzen iſt es im ſüdlichen
Frankreich ſchon einzuſehen wie Pflanzen von einem
Flußthal zum andern übergehen, wo dazwiſchen
große Gebirge ſich befinden. So Blumen im Po und
Rhone Thal. Cambdon – Auch hat man Beispiele von
permanenten Varietäten die ſich fortgepflanzt haben.
Verbreitung der
Pflanzen in den
verſchiedenen
Zonen.
Wenn man die Zahl der Species nach der Verbreitung
der verſchiedenen Zonen betrachtet, ſo ſehen wir
wie die Pflanzendecke dichter und dichter gewebt iſt,
wenn man von den Polen gegen die Tropen fortgeht
. Vor einigen Jahren war durch Herrn Brown die
allgemeine Meinung aufgekommen, daß die
größte Maſse der Pflanzen ſich nicht in den Tropen
ſelbſt befinde, ſondern 30° S. Br. in Auſtralien.
Doc hat eine große Menge von Pflanzen mit Herrn
Bonplard aus den Tropengegenden Amerikas mit
gebracht, nur Herr Pohl 8000 Species nur allein aus
Brasilien auf einer Strecke von 18000 Q.M.; wenn
er alle Gegenden hätte ſehen können die er bereiſt
hat, doch kann man wohl annehmen daß er nur
die Hälfte durchforſchte.
in Frankreich
hat man dagegen
nur 3800 Phanerogamen
Herr Brown hat jetzt ſelbſt
ſeinen Irrthum eingeſtanden, und es ſcheint evident
zu ſein, daß das größte Pflanzenwachsthum in den
Tropen ſich befindet.
Auf die Tropengegenden kann man 7500 Species rechnen
. Frankreich hat 3800 Phanerogamen; es iſt ſo genau
bekannt nur durchforſcht daß wohl darauf zu rechnen
permanenten Varietäten die ſich fortgepflanzt haben.
Verbreitung der
Pflanzen in den
verſchiedenen
Zonen.
Wenn man die Zahl der Species nach der Verbreitung
der verſchiedenen Zonen betrachtet, ſo ſehen wir
wie die Pflanzendecke dichter und dichter gewebt iſt,
wenn man von den Polen gegen die Tropen fortgeht
. Vor einigen Jahren war durch Herrn Brown die
allgemeine Meinung aufgekommen, daß die
größte Maſse der Pflanzen ſich nicht in den Tropen
ſelbſt befinde, ſondern 30° S. Br. in Auſtralien.
Doc hat eine große Menge von Pflanzen mit Herrn
Bonplard aus den Tropengegenden Amerikas mit
gebracht, nur Herr Pohl 8000 Species nur allein aus
Brasilien auf einer Strecke von 18000 Q.M.; wenn
er alle Gegenden hätte ſehen können die er bereiſt
hat, doch kann man wohl annehmen daß er nur
die Hälfte durchforſchte.
in Frankreich
hat man dagegen
nur 3800 Phanerogamen
Herr Brown hat jetzt ſelbſt
ſeinen Irrthum eingeſtanden, und es ſcheint evident
zu ſein, daß das größte Pflanzenwachsthum in den
Tropen ſich befindet.
Auf die Tropengegenden kann man 7500 Species rechnen
. Frankreich hat 3800 Phanerogamen; es iſt ſo genau
bekannt nur durchforſcht daß wohl darauf zu rechnen
iſt daß man keine neue mehr finden wird.
Deutſchland und die Schweiz zuſammen haben
ungefähr ſoviel wie Frankreich 3400 Phanerogamen.
Deutſchland allein hat 2300 Phanerogamen. Die
Flora zwiſchen Spree und Havel von Schlechtendal
enthält 950 Phanerogamen; im Ganzen 2200 Formen
von Pflanzen. – Im ganzen Würtembergiſchen
Land finden ſich nur 230 Phanerogamen Schädler –
Mitteleuropa hat überhaupt 2 bis 2000 Phanerogamen
Lappland bis 66–69° n Br. hat nach Wahlenbergs Unterſuchungen
526 Phanerogamen ſelbſt die ganze
Zahl der Spezies beträgt dort nur 1100 die Cryptogamen
nehmen hier ſehr zu.
Island, obgleich es ein milderes Klima hat zeigt
darin daß es eine Inſel iſt die immer weniger
Species haben; es hat nur 374 Phanerogamen. –
Von den Melvils Inſeln, bei 74° n Br. hat Parry 67
Species von Pflanzen mitgebracht. –
Die Inſeln die im atlantiſchen Ozean als Vulkane hervortreten
, haben ebenfalls nur eine ſehr geringe
Vegetation; ſo haben Helena nur 73 Species. –
Große Dürre macht ebenfalls einen bedeutenden
Unterſchied in der Vegetation. So hat Aegypten
Deutſchland und die Schweiz zuſammen haben
ungefähr ſoviel wie Frankreich 3400 Phanerogamen.
Deutſchland allein hat 2300 Phanerogamen. Die
Flora zwiſchen Spree und Havel von Schlechtendal
enthält 950 Phanerogamen; im Ganzen 2200 Formen
von Pflanzen. – Im ganzen Würtembergiſchen
Land finden ſich nur 230 Phanerogamen Schädler –
Mitteleuropa hat überhaupt 2 bis 2000 Phanerogamen
Lappland bis 66–69° n Br. hat nach Wahlenbergs Unterſuchungen
526 Phanerogamen ſelbſt die ganze
Zahl der Spezies beträgt dort nur 1100 die Cryptogamen
nehmen hier ſehr zu.
Island, obgleich es ein milderes Klima hat zeigt
darin daß es eine Inſel iſt die immer weniger
Species haben; es hat nur 374 Phanerogamen. –
Von den Melvils Inſeln, bei 74° n Br. hat Parry 67
Species von Pflanzen mitgebracht. –
Die Inſeln die im atlantiſchen Ozean als Vulkane hervortreten
, haben ebenfalls nur eine ſehr geringe
Vegetation; ſo haben Helena nur 73 Species. –
Große Dürre macht ebenfalls einen bedeutenden
Unterſchied in der Vegetation. So hat Aegypten
nicht viel mehr Species als Berlin 1000 Phanerogamen
nach Delille Noch ſüdlicher gegen Nubien hin findet
man noch weniger; nach Doc. Ehrenberg 200 Species;
doch glaubt er daß man vielleicht noch 100 Species mehr
finden könnte, alſo vielleicht 300, in derſelben Breite,
wo Südamerika 7 bis 8000 Pflanzenspecies hat.
Verſchiedenheit
der Pflanzen
in geographiſcher
Beziehung.
Eine weitere Unterſuchung bei der Geographie der
Pflanzen iſt die geographiſche Verſchiedenheit derſelben
insofern ſie von der phyſiſchen Beſchaffenheit des
Landes abhängt. Die nächſte Frage dabei iſt: ob die
Pflanzen im Allgemeinen größer unter den Tropen
ſind als in den temperirten Zonen. – Man ſollte glauben
daß dieſe Frage bald zu beantworten wäre,
doch finden ſich manche Schwierigkeiten. Die Colipheren
Zapfenbäume der temperirten Zonen ſind oft
größer als die Monocotyledonen der Tropen.
Die Pinus Arten wetteifren mit den Palmen. –
Die größten Contraſte im Pflanzenreich geben um
von den kleinern anzufangen die mikroskopiſchen
Pflanzen, die Oscillatorien die mehr zum Pflanzenreich
als zum Thierreich zu zählen ſind; und die meteoriſche
Vegetation des rothen Schnees, von dem
man früher glaubte daß die rothe Farbe von unorganiſchen
nach Delille Noch ſüdlicher gegen Nubien hin findet
man noch weniger; nach Doc. Ehrenberg 200 Species;
doch glaubt er daß man vielleicht noch 100 Species mehr
finden könnte, alſo vielleicht 300, in derſelben Breite,
wo Südamerika 7 bis 8000 Pflanzenspecies hat.
Verſchiedenheit
der Pflanzen
in geographiſcher
Beziehung.
Eine weitere Unterſuchung bei der Geographie der
Pflanzen iſt die geographiſche Verſchiedenheit derſelben
insofern ſie von der phyſiſchen Beſchaffenheit des
Landes abhängt. Die nächſte Frage dabei iſt: ob die
Pflanzen im Allgemeinen größer unter den Tropen
ſind als in den temperirten Zonen. – Man ſollte glauben
daß dieſe Frage bald zu beantworten wäre,
doch finden ſich manche Schwierigkeiten. Die Colipheren
Zapfenbäume der temperirten Zonen ſind oft
größer als die Monocotyledonen der Tropen.
Die Pinus Arten wetteifren mit den Palmen. –
Die größten Contraſte im Pflanzenreich geben um
von den kleinern anzufangen die mikroskopiſchen
Pflanzen, die Oscillatorien die mehr zum Pflanzenreich
als zum Thierreich zu zählen ſind; und die meteoriſche
Vegetation des rothen Schnees, von dem
man früher glaubte daß die rothe Farbe von unorganiſchen
Stoffen herſtamme.
Auf der Reiſe des Capt. Parry fand aber Herr Bauer
mehrere Q. M. mit ſolchen rothen Schnee bedeckt;
er hielt ſie im Anfang für kleine Pilzen, aber als
man den Schnee aufthauen ließ fanden ſich kleine
Körner, kleine Sphären, von denen ſich wieder andere
Kügelchen: trennen lieſsen; merkwürdig genug
iſt es daß ſie nicht bloß bei 0° ſind ſondern auch 15° R
ſich fortpflanzen. Doc hat ſie nicht geſehen; Herr Bauer
brachte aber einige nach London mit, und hier ſowohl
als in Paris nur Genf haben ſie ſich eine Zeitlang
fortgepflanzt.
Mit dieſen kleinſten Vegetationsformen ſtehe im
größten Contraſte die majeſtätiſchen Formen
der Palmenwälder beſonders in der Andeskette.
Von den Palmen hat man geglaubt daß ſie ſich nur
bis 3000′ erheben, aber die höchſten, die Bergpalmen
finden ſich erſt bei einer Höhe von 4 bis 5000′ und
ſteigen bis 8000′ heran. Doc ſelbſt hat einen ſolchen
Palmbaum gefüllt, der 180 pariser Fuß Länge hatte. –
In Neu Holland iſt eine eigne Selluca Species die
170′ lang ſind.
Aber unter den Zapfenbäumen hat man ebenfalls
Auf der Reiſe des Capt. Parry fand aber Herr Bauer
mehrere Q. M. mit ſolchen rothen Schnee bedeckt;
er hielt ſie im Anfang für kleine Pilzen, aber als
man den Schnee aufthauen ließ fanden ſich kleine
Körner, kleine Sphären, von denen ſich wieder andere
Kügelchen: trennen lieſsen; merkwürdig genug
iſt es daß ſie nicht bloß bei 0° ſind ſondern auch 15° R
ſich fortpflanzen. Doc hat ſie nicht geſehen; Herr Bauer
brachte aber einige nach London mit, und hier ſowohl
als in Paris nur Genf haben ſie ſich eine Zeitlang
fortgepflanzt.
Mit dieſen kleinſten Vegetationsformen ſtehe im
größten Contraſte die majeſtätiſchen Formen
der Palmenwälder beſonders in der Andeskette.
Von den Palmen hat man geglaubt daß ſie ſich nur
bis 3000′ erheben, aber die höchſten, die Bergpalmen
finden ſich erſt bei einer Höhe von 4 bis 5000′ und
ſteigen bis 8000′ heran. Doc ſelbſt hat einen ſolchen
Palmbaum gefüllt, der 180 pariser Fuß Länge hatte. –
In Neu Holland iſt eine eigne Selluca Species die
170′ lang ſind.
Aber unter den Zapfenbäumen hat man ebenfalls
noch größern Arten gefunden, ſo die Coliph excelsa
240′ Länge. –
In den Norfolks Inſeln bei 29° S Br.
Noch neuerdings hat der Engländer Douglas und ein
Capt Franklin nicht derſelbe von dem ſchon öfters
die Rede war erſterer am Rio di Columbia und
letzterer bei Canada eine Pinus Art von außerordentlicher
Größe entdeckt, die 15′ im Durchmeſser
hatte, ſo daß ein ſtehender Mann, wenn dieſelbe
gefällt vor ſich dahinter verbergen konnte; die erſtere
hatte 260′ Länge, die letztere Pinus Art hatte
Zapfen von 1½′ Länge. – Von dieſer großen Höhe
von 260′ ſchrumpfen die Bäume ſo zuſammen, daß
man in den Spitzbergen nur auf den Melvils Inſeln
Bäume von 2″ Länge findet: die Salia arctica.
Noch merkwürdiger iſt die verſchiedenartige Ausdehnung
in der Breite. Wir erwähnen hier nur
die größere Ausdehnungen, die ſich hauptsächlich
nur in den Tropengegenden bei den Amazonien
und Guſtabone. – Die Amazonia udacia, die Gulberg
unterſucht hat, hat einen Stamm von nur 60′ Höhe aber
einen Durchmeſser von 34′ – Ein Baum der von Natur
ausgefühlt iſt und dabei einen ſolchen Raum gewährt daß
240′ Länge. –
In den Norfolks Inſeln bei 29° S Br.
Noch neuerdings hat der Engländer Douglas und ein
Capt Franklin nicht derſelbe von dem ſchon öfters
die Rede war erſterer am Rio di Columbia und
letzterer bei Canada eine Pinus Art von außerordentlicher
Größe entdeckt, die 15′ im Durchmeſser
hatte, ſo daß ein ſtehender Mann, wenn dieſelbe
gefällt vor ſich dahinter verbergen konnte; die erſtere
hatte 260′ Länge, die letztere Pinus Art hatte
Zapfen von 1½′ Länge. – Von dieſer großen Höhe
von 260′ ſchrumpfen die Bäume ſo zuſammen, daß
man in den Spitzbergen nur auf den Melvils Inſeln
Bäume von 2″ Länge findet: die Salia arctica.
Noch merkwürdiger iſt die verſchiedenartige Ausdehnung
in der Breite. Wir erwähnen hier nur
die größere Ausdehnungen, die ſich hauptsächlich
nur in den Tropengegenden bei den Amazonien
und Guſtabone. – Die Amazonia udacia, die Gulberg
unterſucht hat, hat einen Stamm von nur 60′ Höhe aber
einen Durchmeſser von 34′ – Ein Baum der von Natur
ausgefühlt iſt und dabei einen ſolchen Raum gewährt daß
die Neger ihre Rathsversammlungen darin halten
Gewöhnlich iſt der Durchmeſser der Bäume in den
Tropengegenden 5 bis 6 Fuß. Der Drachenbaum hat
15′ im Durchmeſser Kanariſche Inſeln
Ähnlich finden wir auch Contraſte in den Blütentheilen
; wenn wir die kleiner Blumen der Doldengewachſe
betrachten, und dagegen die große Raphlosia
von der die Blume 15 Pfund wiegt und 3 Fuß im
Durchmeſser hat; man hat ſie im ſüdlichen Ocean
gefunden. Bevor man dieſe kannte war als größte
Blume bekannt die Aristolochia die 16 bis 17″ pariser
im Durchmeſser hat. Doc und Bonpland brachten Blüten
davon nach Paris.
Das Characteriſtiſche der Tropenvegetation beſteht
hauptsächlich in Größe der Formen und aufſtrebender
Vegetation. – Schon darum findet man dort
größere Bäume, weil die baumartigen Monocotyledonen
wozu die Größer gehören die ſich bis
60 und 70′ ſchon erheben wie die Palmbäume, baumartige
Farrenkräuter und dgl. nur der Tropen-
Zone angehören.
Nimmt man Bäume von einer Höhe von 14 bis 15
Gewöhnlich iſt der Durchmeſser der Bäume in den
Tropengegenden 5 bis 6 Fuß. Der Drachenbaum hat
15′ im Durchmeſser Kanariſche Inſeln
Ähnlich finden wir auch Contraſte in den Blütentheilen
; wenn wir die kleiner Blumen der Doldengewachſe
betrachten, und dagegen die große Raphlosia
von der die Blume 15 Pfund wiegt und 3 Fuß im
Durchmeſser hat; man hat ſie im ſüdlichen Ocean
gefunden. Bevor man dieſe kannte war als größte
Blume bekannt die Aristolochia die 16 bis 17″ pariser
im Durchmeſser hat. Doc und Bonpland brachten Blüten
davon nach Paris.
Das Characteriſtiſche der Tropenvegetation beſteht
hauptsächlich in Größe der Formen und aufſtrebender
Vegetation. – Schon darum findet man dort
größere Bäume, weil die baumartigen Monocotyledonen
wozu die Größer gehören die ſich bis
60 und 70′ ſchon erheben wie die Palmbäume, baumartige
Farrenkräuter und dgl. nur der Tropen-
Zone angehören.
Nimmt man Bäume von einer Höhe von 14 bis 15
Fuß, ſo findet man kaum 12 bis 14 Waldbäume in
Deutſchland die dazu gehören; wogegen in der Tropengegend
faſt alle Bäume bis auf 100, 120 und
130 Fuß aufſchießen.
Deutſchland die dazu gehören; wogegen in der Tropengegend
faſt alle Bäume bis auf 100, 120 und
130 Fuß aufſchießen.
?
Die Art wie die Baumartigkeit begünſtigt wird,
liegt nicht bloß im Clima ſondern auch in der
Lage ſelbſt. Wenn es bei uns nur 2 Eichenarten
giebt, ſo hat man in Amerika 40 Arten. Dieſe
Form iſt dort ſo verbreitet, daß Herr Bonpland
auch noch in der (andern) temperirten Zone 25
Arten hinzugefügt hat in Neuſpanien. – Einige
Pflanzen die bei uns nur ſehr niedrig ſind,
wie z. B. die Malven, ſind grade ſolche welche dort
ſehr hoch werden; ſo iſt die Amazonia eine Malven-
Art.
Eben ſo wenn ſie ſich durch Höhe, Baumartigkeit
und herrliche Ausbreitung der Blätter auszeichnen
ſo zeigen die Tropengegenden auch die größte Zuſammenziehung
der Parenthemas des Apendiculär
Syſtems – ſo die Faladien. So iſt daher die Tropengegend
reich an Contraſten.
Ein Vorzug der temperirten Zone iſt, daß in den niedern
liegt nicht bloß im Clima ſondern auch in der
Lage ſelbſt. Wenn es bei uns nur 2 Eichenarten
giebt, ſo hat man in Amerika 40 Arten. Dieſe
Form iſt dort ſo verbreitet, daß Herr Bonpland
auch noch in der (andern) temperirten Zone 25
Arten hinzugefügt hat in Neuſpanien. – Einige
Pflanzen die bei uns nur ſehr niedrig ſind,
wie z. B. die Malven, ſind grade ſolche welche dort
ſehr hoch werden; ſo iſt die Amazonia eine Malven-
Art.
Eben ſo wenn ſie ſich durch Höhe, Baumartigkeit
und herrliche Ausbreitung der Blätter auszeichnen
ſo zeigen die Tropengegenden auch die größte Zuſammenziehung
der Parenthemas des Apendiculär
Syſtems – ſo die Faladien. So iſt daher die Tropengegend
reich an Contraſten.
Ein Vorzug der temperirten Zone iſt, daß in den niedern
Gewächſen ein friſches Grün herrſcht. Wiesen ſind
den Tropengegenden beinah ganz unbekannt; es kom̃t
dieß her von der geringen Zahl der annellen
und bis annellen Pflanzen in den Tropen, die
zugleich abnehmen von der temperirten Zone
aus, gegen den Pol und gegen den Aequator.
nach Doc Calcuten – So giebt es einjährige Pflanzen
in Lappland 1/60; in Deutſchland dagegen 1/30.
Der letzte Unterſchied den wir unterſuchen iſt die
Verſchiedenheit in der Größe der Blüten zwiſchen
den Tropen nur temperirten Zonen. Bei unſern
Bäumen ſind die größten Blüten bis die Amenlacien
und Zapfenbäumen, aber doch nur ſehr
dürftig, wenn man dagegen die vielfarbigen
großen Blüten in den Tropengegenden ansicht –
Wenn unſer Bäume mit Mors Arten überzogen
ſind ſo iſt das Gewand der Tropenbäume aus
Schmetterlings ähnlichen Blüten, gewebt, die den
Stamm bedecken; ſo daß oft auf einen Baum
ſtamm in den Tropen mehr verſchiedene Pflanzen
zuſammen gedrängt ſind, als bei uns bisweilen
auf einigen Morgen.
den Tropengegenden beinah ganz unbekannt; es kom̃t
dieß her von der geringen Zahl der annellen
und bis annellen Pflanzen in den Tropen, die
zugleich abnehmen von der temperirten Zone
aus, gegen den Pol und gegen den Aequator.
nach Doc Calcuten – So giebt es einjährige Pflanzen
in Lappland 1/60; in Deutſchland dagegen 1/30.
Der letzte Unterſchied den wir unterſuchen iſt die
Verſchiedenheit in der Größe der Blüten zwiſchen
den Tropen nur temperirten Zonen. Bei unſern
Bäumen ſind die größten Blüten bis die Amenlacien
und Zapfenbäumen, aber doch nur ſehr
dürftig, wenn man dagegen die vielfarbigen
großen Blüten in den Tropengegenden ansicht –
Wenn unſer Bäume mit Mors Arten überzogen
ſind ſo iſt das Gewand der Tropenbäume aus
Schmetterlings ähnlichen Blüten, gewebt, die den
Stamm bedecken; ſo daß oft auf einen Baum
ſtamm in den Tropen mehr verſchiedene Pflanzen
zuſammen gedrängt ſind, als bei uns bisweilen
auf einigen Morgen.
Gesellig lebende
Pflanzen und
iſolirt lebende.
Ein merkwürdiger Unterſchied bei den Pflanzen
beſteht noch in ihrer Gruppirung, ob ſie nämlich iſolirt
leben oder geſellig bei einander leben. –
Das geſellige Leben der Pflanzen findet ſich beſonders
in den Heideländern, und in den temperirten Zonen
mehr als in den Tropengegenden, welche wegen
der großern Abwechselung deshalb einen ſo ſchönen
Anblick darbieten.
Man findet als allgemeines Geſetz daß eine jede
Pflanze da wo ſie anfängt zu gedeihen, iſolirt
lebt, weiter hin aber geſellig, da wo das Clima
ihr mehr zuſpricht. –
Unter den Tropen iſt das geſellige Leben ſehr ſelten
; Heidenwälder beſtehen aus den verſchiedenartigſten
Pflanzen, und die Frage aus welchen Bäumen
ein gewiſser Wald beſteht würde in der
Tropenzone gar keinen Sinn haben, da man nie
eine einzige vorherrſchende Art wie bei uns würde
nennen können doch giebt es einige Ausnahmen,
ſo die Rotol’s, die Cactus Arten, die characteriſtiſchen
für Amerika ſind, die Bambuſaien nicht die eigentlichen
Pflanzen und
iſolirt lebende.
Ein merkwürdiger Unterſchied bei den Pflanzen
beſteht noch in ihrer Gruppirung, ob ſie nämlich iſolirt
leben oder geſellig bei einander leben. –
Das geſellige Leben der Pflanzen findet ſich beſonders
in den Heideländern, und in den temperirten Zonen
mehr als in den Tropengegenden, welche wegen
der großern Abwechselung deshalb einen ſo ſchönen
Anblick darbieten.
Man findet als allgemeines Geſetz daß eine jede
Pflanze da wo ſie anfängt zu gedeihen, iſolirt
lebt, weiter hin aber geſellig, da wo das Clima
ihr mehr zuſpricht. –
Unter den Tropen iſt das geſellige Leben ſehr ſelten
; Heidenwälder beſtehen aus den verſchiedenartigſten
Pflanzen, und die Frage aus welchen Bäumen
ein gewiſser Wald beſteht würde in der
Tropenzone gar keinen Sinn haben, da man nie
eine einzige vorherrſchende Art wie bei uns würde
nennen können doch giebt es einige Ausnahmen,
ſo die Rotol’s, die Cactus Arten, die characteriſtiſchen
für Amerika ſind, die Bambuſaien nicht die eigentlichen
Bambuſa die ſchon in frühern Zeiten ſo berühmt
war –
Die Cactus Arten erreichen, oft eine Höhe von 25
bis 30′, und bieten einen Anblick wie Orgelpfeifen.
Dieſe ſowohl wegen ihres dichten Wachsthums, als
die Crokodille die ſich viel davon nähren werden
bei Befeſtigungen in Amerika vielfach angewandt.
Die Bambuſa erhebt ſich bis 50 und 60′ Höhe und
wird 2–3½″ breit.
Das Leben der Pflanzen in Hinſicht ihrer Gruppirungen
zu kennen iſt nicht nur richtig für die
Phyſiogonomik des Erdkörpers, ſondern auch für
das Schickſal der Menſchen.
Die Verſchiedenheit geſelliger oder iſolirten Pflanzen
iſt für die Phyſiogonomik des Erdkörpers
ſehr eingreifend. Eine Gegend die viel geſellig
lebende Pflanzen hat, wie man die Zapfenbäume
ganze Wälder bildend findet, bietet einen traurigen
Anblick dar; in den Tropen Gegenden
hat man dieß nicht zu befürchten, da man ſelten
lange dieſelben Arten von Pflanzen findet, und
bald Abwechselungen eintreten.
Auf die Schickſale der Menſchen hat dieſe Verſchiedenheit
war –
Die Cactus Arten erreichen, oft eine Höhe von 25
bis 30′, und bieten einen Anblick wie Orgelpfeifen.
Dieſe ſowohl wegen ihres dichten Wachsthums, als
die Crokodille die ſich viel davon nähren werden
bei Befeſtigungen in Amerika vielfach angewandt.
Die Bambuſa erhebt ſich bis 50 und 60′ Höhe und
wird 2–3½″ breit.
Das Leben der Pflanzen in Hinſicht ihrer Gruppirungen
zu kennen iſt nicht nur richtig für die
Phyſiogonomik des Erdkörpers, ſondern auch für
das Schickſal der Menſchen.
Die Verſchiedenheit geſelliger oder iſolirten Pflanzen
iſt für die Phyſiogonomik des Erdkörpers
ſehr eingreifend. Eine Gegend die viel geſellig
lebende Pflanzen hat, wie man die Zapfenbäume
ganze Wälder bildend findet, bietet einen traurigen
Anblick dar; in den Tropen Gegenden
hat man dieß nicht zu befürchten, da man ſelten
lange dieſelben Arten von Pflanzen findet, und
bald Abwechselungen eintreten.
Auf die Schickſale der Menſchen hat dieſe Verſchiedenheit
den größten Einfluß ausgeübt. Wo das geſellige
Leben der baumartigen Pflanzen herrſchte,
mußten die großen Waldungen dem Ackerbau Hinderniſse
in den Weg legen; die Menſchen bildeten
ſich hier mehr zu Jägern aus und lebten weniger
in Gemeinſchaft. – Noch mehr Einfluß aber brachten
die Steppen hervor die von dem geſelligen Leben
der Monocotyledonen, der Grasarten entſtehen: es
bildeten ſich hier daraus Hirtenleben aus in Asien,
die Nomaden Stämme entſtanden, und das patriotiſche
Leben mußte unter den Völkern hervorgebracht
werden, indem Familien mit ihrer Heerden
im Lande herumzogen, immer gewiß, daß
ſie ihre Bedürfniſse finden würden. Zugleich wurde
dadurch zu den asiatiſchen Despotien angelegt
. Wenn ein Herrſcher auf Eroberungen auszog
ſo brauchte er nicht für den Unterhalt ſeiner
Krieger zu ſorgen, keinen Proviant mit zu nehmen
, und überall das Land die Bedürfniſse
dar, ſo wurden Eroberungen mit Leichtigkeit gemacht
, und es entſtanden die großen asiatiſchen
Reiche.
Leben der baumartigen Pflanzen herrſchte,
mußten die großen Waldungen dem Ackerbau Hinderniſse
in den Weg legen; die Menſchen bildeten
ſich hier mehr zu Jägern aus und lebten weniger
in Gemeinſchaft. – Noch mehr Einfluß aber brachten
die Steppen hervor die von dem geſelligen Leben
der Monocotyledonen, der Grasarten entſtehen: es
bildeten ſich hier daraus Hirtenleben aus in Asien,
die Nomaden Stämme entſtanden, und das patriotiſche
Leben mußte unter den Völkern hervorgebracht
werden, indem Familien mit ihrer Heerden
im Lande herumzogen, immer gewiß, daß
ſie ihre Bedürfniſse finden würden. Zugleich wurde
dadurch zu den asiatiſchen Despotien angelegt
. Wenn ein Herrſcher auf Eroberungen auszog
ſo brauchte er nicht für den Unterhalt ſeiner
Krieger zu ſorgen, keinen Proviant mit zu nehmen
, und überall das Land die Bedürfniſse
dar, ſo wurden Eroberungen mit Leichtigkeit gemacht
, und es entſtanden die großen asiatiſchen
Reiche.
57. Vorlesung, 21. April 1828
Wir kommen jetzt zum 3ten Hauptpunkt, die Anzahl
der Genera betreffend nach der Zahl der Species
in den verſchiedenen Gegenden.
3. Zahl der Genera
bei einer gewiſsen
Anzahl von Species.
Eine gewiſse Ähnlichkeit der Formen in den Pflanzenspecies
gibt die Eintheilung in Genera, mehrere
Species die dieſelbe Ähnlichkeit nach Blüten
oder Blätter haben bilden ein Genus. Je mehr
Genera auf eine Zahl von Species ſich in einem
Lande befinden, deſto verſchiedenere Pflanzenformen
enthält daſselbe, und deſto manigfaltiger
wird natürlich der Anblick der Natur.
Je mehr man von den Tropen nach dem Norden
hingeht, (deſto ſchöner und mannigfaltiger wird
der Anblick der Natur.)
Widerspruch
zu früherer
Behauptung
In Lappland iſt die
Mannigfaltigkeit ſo groß, daß jedes Genus
beinah nur eine Species hat, wo in den Tropen,
ein Genus oft ein Paar Hundert Species unter
ſich begreift. – Die Mannigfaltigkeit wird größer
je ärmer die Vegetation iſt, ſo in den ſandigen
Gegenden. – In der Gegend von Berlin findet
man ſchon unter 2 und 3 Species ein Genus;
Wir kommen jetzt zum 3ten Hauptpunkt, die Anzahl
der Genera betreffend nach der Zahl der Species
in den verſchiedenen Gegenden.
3. Zahl der Genera
bei einer gewiſsen
Anzahl von Species.
Eine gewiſse Ähnlichkeit der Formen in den Pflanzenspecies
gibt die Eintheilung in Genera, mehrere
Species die dieſelbe Ähnlichkeit nach Blüten
oder Blätter haben bilden ein Genus. Je mehr
Genera auf eine Zahl von Species ſich in einem
Lande befinden, deſto verſchiedenere Pflanzenformen
enthält daſselbe, und deſto manigfaltiger
wird natürlich der Anblick der Natur.
Je mehr man von den Tropen nach dem Norden
hingeht, (deſto ſchöner und mannigfaltiger wird
der Anblick der Natur.)
Widerspruch
zu früherer
Behauptung
In Lappland iſt die
Mannigfaltigkeit ſo groß, daß jedes Genus
beinah nur eine Species hat, wo in den Tropen,
ein Genus oft ein Paar Hundert Species unter
ſich begreift. – Die Mannigfaltigkeit wird größer
je ärmer die Vegetation iſt, ſo in den ſandigen
Gegenden. – In der Gegend von Berlin findet
man ſchon unter 2 und 3 Species ein Genus;
420 Genera auf 1000 Phanerogamen. In Frankreich
ſind 384 Genera unter 6000 Phanerogamen.
Erſetzende Formen.
Manche Pflanzenſpecies die unter ganz verſchiedener
Climaten wachsen, ſind oft einander ſo ähnlich
, daß die Botaniker länge getäuſcht worden
ſind, indem ſie ſie für dieſelben gehalten haben;
es hat ſich aber gefunden daß ſie verſchieden
ſind, und nur die Formen in den andern Clima
erſetzen. – So hat man geglaubt das Amerika
weit mehr Pflanzen hat die mit den europäiſchen
identiſcher ſind als dieß wirklich der Fall iſt.
So iſt dieß beſonders mit den Pflanzen der Andeskette
der Fall: wie eine Art von Erdbeere
die mit der von Pensylvanien und der Europäiſchen
viel Ähnlichkeit hat. –
?|
Noch auffallender
iſt daß bei den Generis die nur aus 2 Specibus
beſtehen und die man an ſehr verſchiedenen Arten
findet, aber die eine große Ähnlichkeit mit
einander haben. –
So iſt z. B. die Brenneſsel des nördlichen Europas
eine erſetzende Form von der des ſüdlichen, und
dieſer auch ſo ähnlich, daß man ſie leicht beide
ſind 384 Genera unter 6000 Phanerogamen.
Erſetzende Formen.
Manche Pflanzenſpecies die unter ganz verſchiedener
Climaten wachsen, ſind oft einander ſo ähnlich
, daß die Botaniker länge getäuſcht worden
ſind, indem ſie ſie für dieſelben gehalten haben;
es hat ſich aber gefunden daß ſie verſchieden
ſind, und nur die Formen in den andern Clima
erſetzen. – So hat man geglaubt das Amerika
weit mehr Pflanzen hat die mit den europäiſchen
identiſcher ſind als dieß wirklich der Fall iſt.
So iſt dieß beſonders mit den Pflanzen der Andeskette
der Fall: wie eine Art von Erdbeere
die mit der von Pensylvanien und der Europäiſchen
viel Ähnlichkeit hat. –
?|
Noch auffallender
iſt daß bei den Generis die nur aus 2 Specibus
beſtehen und die man an ſehr verſchiedenen Arten
findet, aber die eine große Ähnlichkeit mit
einander haben. –
So iſt z. B. die Brenneſsel des nördlichen Europas
eine erſetzende Form von der des ſüdlichen, und
dieſer auch ſo ähnlich, daß man ſie leicht beide
mit einander verwechseln kann.
Die 4te Frage die wir auf ſtellten iſt: wie
ſind die Pflanzen in Hinsicht der Identität verbreitet
, oder welche Pflanzenformen kommen in
verſchiedenen Klimaten, in verſchieden breiten
auf dem Erdkörper vor?
4, Verbreitung der
Pflanzen nach
Identität der
Species.
Oft hat man geſagt daß einige unſerer
gemeinſten Pflanzen Kosmopoliten wären,
daß es kein Land, keine Gegend auf dem Erdkörper
gäbe, wo überhaupt noch Vegetation
ſei, wo dieſe ſich nicht fänden. Es iſt dieß durchaus
falſch: im ſüdlichen Amerika findet man
keine von den Pflanzen die in unſere Gegenden
wachsen. Man kann nicht wohl ſagen daß ſie
verſchiedenen? Species Produkte der Climate ſeien;
allerdings entſtehen bei verſchiedenen Climaten
besondre Formen ſo die Monocotyledonen nur
in den Tropen, ſo haben wir in unſrer Zone kein
Geneſiſten, keine baumartige Farrenkräuter;
doch kommen andere in verſchiedenen Climaten
vor und arten auch nicht aus. –
In Süd Amerika auf der Höhe von Caracas,
Die 4te Frage die wir auf ſtellten iſt: wie
ſind die Pflanzen in Hinsicht der Identität verbreitet
, oder welche Pflanzenformen kommen in
verſchiedenen Klimaten, in verſchieden breiten
auf dem Erdkörper vor?
4, Verbreitung der
Pflanzen nach
Identität der
Species.
Oft hat man geſagt daß einige unſerer
gemeinſten Pflanzen Kosmopoliten wären,
daß es kein Land, keine Gegend auf dem Erdkörper
gäbe, wo überhaupt noch Vegetation
ſei, wo dieſe ſich nicht fänden. Es iſt dieß durchaus
falſch: im ſüdlichen Amerika findet man
keine von den Pflanzen die in unſere Gegenden
wachsen. Man kann nicht wohl ſagen daß ſie
verſchiedenen? Species Produkte der Climate ſeien;
allerdings entſtehen bei verſchiedenen Climaten
besondre Formen ſo die Monocotyledonen nur
in den Tropen, ſo haben wir in unſrer Zone kein
Geneſiſten, keine baumartige Farrenkräuter;
doch kommen andere in verſchiedenen Climaten
vor und arten auch nicht aus. –
In Süd Amerika auf der Höhe von Caracas,
grade in derſelben Breite wo 250 Meilen davon
eine Art Alpenrose wächſt, findet ſich eine ganz
ähnliche Species die bifalica blanca, eine erſetzende
Form der erſtern. – Eben ſo finden ſich erſetzende
Formen in den nördlichen und ſüdlichen Brückegraden
.
Es iſt Unrecht wenn man von europäiſchen
Formen ſpricht, als wenn dieſe in Europa mehr
vorhanden wären, als in andern Gegenden. Man
hat ſie alle am Aequator und neuerdings auch
im Himalaya Gebirge wieder gefunden.
Dagegen gibt es aber Gruppen die nur einzelne
kleinen Theilchen der Erde angehören, ſo die
Kaktus Arten die nur allein Amerika angehören
und es charakterisiren.
Eben ſo findet ſich die die Furia auch nur in Amerika
; in Neuholland die Benaia. –
Auch ſind einige Formen in manchen Gegenden
durchaus ausgeſchloſsen. Doc hat hierauf vorzüglich
ſeine Aufmerksamkeit verwendet. Es giebt
keine Rose in der ſüdlichen Hemiſphäre, eben ſo
iſt dort keine Pinus Art gefunden worden. Dagegen
eine Art Alpenrose wächſt, findet ſich eine ganz
ähnliche Species die bifalica blanca, eine erſetzende
Form der erſtern. – Eben ſo finden ſich erſetzende
Formen in den nördlichen und ſüdlichen Brückegraden
.
Es iſt Unrecht wenn man von europäiſchen
Formen ſpricht, als wenn dieſe in Europa mehr
vorhanden wären, als in andern Gegenden. Man
hat ſie alle am Aequator und neuerdings auch
im Himalaya Gebirge wieder gefunden.
Dagegen gibt es aber Gruppen die nur einzelne
kleinen Theilchen der Erde angehören, ſo die
Kaktus Arten die nur allein Amerika angehören
und es charakterisiren.
Eben ſo findet ſich die die Furia auch nur in Amerika
; in Neuholland die Benaia. –
Auch ſind einige Formen in manchen Gegenden
durchaus ausgeſchloſsen. Doc hat hierauf vorzüglich
ſeine Aufmerksamkeit verwendet. Es giebt
keine Rose in der ſüdlichen Hemiſphäre, eben ſo
iſt dort keine Pinus Art gefunden worden. Dagegen
die Chalcaeonaria, von der es 40 bis 50 Species
in den Ebenen von Peru gibt nur bis zum Aequator
geht, jenseit deſselben befindet ſich keine
einzige Species dieſes Generis. In ganz Amerika
giebt es ferner keine Erica-Art Heidekraut
ja nicht einmal in dem Theil der dem weſtlichenoſt
Asien gegen über liegt, von dem man es hätte
glauben können, wenn man die Hypothese annimmt
, daß das atlantiſche Meer früher nicht
exiſtirt habe.
Eine allgemeine Verbreitung derſelben
Pflanzenform iſt etwas höchſt ſeltenes. Wo ſich eine
ſolche Verbreitung findet, iſt ſie nur in den ganz
niedrigen Formen; beſonders in den Schimmel-
und Schilfarten. –
Lange hat man geglaubt daß es nur ſehr wenige
cryptogamiſche Gewächſe in den Tropen
gebe; es giebt deren aber ſehr viele, ſelbst
im ſchattigen Wäldern. Auſser den Biſsus Arten
und Pilzen, gibt es noch höhere Stufen die beiden
Welttheile gemein ſind. Palmelia parforata
iſt identiſch in der Andeskette, im nördlichen
in den Ebenen von Peru gibt nur bis zum Aequator
geht, jenseit deſselben befindet ſich keine
einzige Species dieſes Generis. In ganz Amerika
giebt es ferner keine Erica-Art Heidekraut
ja nicht einmal in dem Theil der dem weſtlichenoſt
Asien gegen über liegt, von dem man es hätte
glauben können, wenn man die Hypothese annimmt
, daß das atlantiſche Meer früher nicht
exiſtirt habe.
Eine allgemeine Verbreitung derſelben
Pflanzenform iſt etwas höchſt ſeltenes. Wo ſich eine
ſolche Verbreitung findet, iſt ſie nur in den ganz
niedrigen Formen; beſonders in den Schimmel-
und Schilfarten. –
Lange hat man geglaubt daß es nur ſehr wenige
cryptogamiſche Gewächſe in den Tropen
gebe; es giebt deren aber ſehr viele, ſelbst
im ſchattigen Wäldern. Auſser den Biſsus Arten
und Pilzen, gibt es noch höhere Stufen die beiden
Welttheile gemein ſind. Palmelia parforata
iſt identiſch in der Andeskette, im nördlichen
Europa und in Afrika; eben ſo polytri?hnium. –
Merkwürdig iſt es, die hipna macht den 4ten Theil
der Mooſo bei uns aus. Dagegen wird keine
einzige von den in Europa bekannten Species
in Amerika gefunden. Sticta eropata und friscia
flagitans ſind dagegen nur in den Theil von Amerika
wo die Weſtwinde hauptſächlich wehen.
Die Gemeinſamkeit der beiden Continente in
der Tropenzone iſt noch außer den koyptogamiſchen
Gewächſen noch in den Farrenkräutern
zu finden. Aber von 1000 Farrenkräuter ſind
nur 2 Species bekannt, die im alten und neuen
Continent zugleich vorkommen.
Von den Phanerogamen findet man faſt gar
keine Dicotyledonen die in beiden Continenten zugleich
ſind, und nur 20 Monocotyledonen.
Alte Beispiele der Ähnlichkeit finden ſich hier
aber nur bei eigentlichen Gräſern. Bei den höhern
Pflanzenformen, den Dicotyledonen zeigt ſich
daſselbe Geſetz das Büffon zuerſt von den Thieren
aufgeſtellt hat: daß unter alle Wirbelthiere den
Merkwürdig iſt es, die hipna macht den 4ten Theil
der Mooſo bei uns aus. Dagegen wird keine
einzige von den in Europa bekannten Species
in Amerika gefunden. Sticta eropata und friscia
flagitans ſind dagegen nur in den Theil von Amerika
wo die Weſtwinde hauptſächlich wehen.
Die Gemeinſamkeit der beiden Continente in
der Tropenzone iſt noch außer den koyptogamiſchen
Gewächſen noch in den Farrenkräutern
zu finden. Aber von 1000 Farrenkräuter ſind
nur 2 Species bekannt, die im alten und neuen
Continent zugleich vorkommen.
Von den Phanerogamen findet man faſt gar
keine Dicotyledonen die in beiden Continenten zugleich
ſind, und nur 20 Monocotyledonen.
Alte Beispiele der Ähnlichkeit finden ſich hier
aber nur bei eigentlichen Gräſern. Bei den höhern
Pflanzenformen, den Dicotyledonen zeigt ſich
daſselbe Geſetz das Büffon zuerſt von den Thieren
aufgeſtellt hat: daß unter alle Wirbelthiere den
Tropengegend des neuen Continents ganz anders
als im alten Continent ſeien. Eben ſo iſt
es mit den dicotyledonen. Herr Rob: Brown hat
lange die Meinung mit Doc getheilt, daß er gar
keine dicotyledonen gebe die beiden Continenten
angehören, doch in neurer Zeit, hat man eine
Synopia in Surinam entdeckt, die aber vermuthlich
durch Strömungen dort hin verpflanzt
worden iſt.
Die Identität der temperirten beiden Zonen
anbelangend ſo findet man viel Ähnlichkeit in
Europa und Amerika, aber wohl wahrſcheinlich
iſt es, daß die meiſten ähnlichen Pflanzen von
Europäern nach Amerika gebracht worden ſind;
doch bleibt wenn man dieſe auch abgerechnet noch
eine genugsame Zahl von Species übrig, die
man in den Wäldern des Alleghany Gebirges findet
und von denen man wohl annehmen kann,
daß ſie nicht verpflanzt ſind, ſondern ursprünglich
Amerika angehören. – Kaum 8 bis 10 Farrenkräuter
findet man eigenthümlich in den vereinigten
als im alten Continent ſeien. Eben ſo iſt
es mit den dicotyledonen. Herr Rob: Brown hat
lange die Meinung mit Doc getheilt, daß er gar
keine dicotyledonen gebe die beiden Continenten
angehören, doch in neurer Zeit, hat man eine
Synopia in Surinam entdeckt, die aber vermuthlich
durch Strömungen dort hin verpflanzt
worden iſt.
Die Identität der temperirten beiden Zonen
anbelangend ſo findet man viel Ähnlichkeit in
Europa und Amerika, aber wohl wahrſcheinlich
iſt es, daß die meiſten ähnlichen Pflanzen von
Europäern nach Amerika gebracht worden ſind;
doch bleibt wenn man dieſe auch abgerechnet noch
eine genugsame Zahl von Species übrig, die
man in den Wäldern des Alleghany Gebirges findet
und von denen man wohl annehmen kann,
daß ſie nicht verpflanzt ſind, ſondern ursprünglich
Amerika angehören. – Kaum 8 bis 10 Farrenkräuter
findet man eigenthümlich in den vereinigten
Staaten von Nordamerika. Wenn die europäiſchen
Phanerogamen in Amerika 1/7 betragen,
ſo ſind auch 1/7 Farrenkräuter beider Continente
gemeinſchaftlich. –
Es iſt ſchon darauf aufmerksam gemacht worden
wie Zonen die gleiche Temperatur haben, in
Schönheit der Vegetation ſo verſchieden ſind; hier
findet ſich dieß abermals. In Amerika giebt es
130 wild wachsende Bäume, die ober 30 Fuß hoch ſind,
in Europa vielleicht nur 40.
Wir haben hier keinen einzigen Baum der ſich durch ſehr
große Blüten, und ein mächtiges Apendiculär Syſtem
auszeichnete. Im Amerika giebt es in der Breite
von Königsberg und Danzig, Bäumen, die Blätter
von 2 Fuß länge haben.
Eine große Schönheit in den vereinigten Staaten
geben einige Genera, die bei uns ganz fehlen –
folia pernata, mit kleinen gefinderten Blättern etc
Eben ſo einige Laurus arten – Man könnte glauben,
daß in Europa, wo das mittelländiſche Meer und
die Wüſte Sara vorliegen die ſchönen Tropenformen
Phanerogamen in Amerika 1/7 betragen,
ſo ſind auch 1/7 Farrenkräuter beider Continente
gemeinſchaftlich. –
Es iſt ſchon darauf aufmerksam gemacht worden
wie Zonen die gleiche Temperatur haben, in
Schönheit der Vegetation ſo verſchieden ſind; hier
findet ſich dieß abermals. In Amerika giebt es
130 wild wachsende Bäume, die ober 30 Fuß hoch ſind,
in Europa vielleicht nur 40.
Wir haben hier keinen einzigen Baum der ſich durch ſehr
große Blüten, und ein mächtiges Apendiculär Syſtem
auszeichnete. Im Amerika giebt es in der Breite
von Königsberg und Danzig, Bäumen, die Blätter
von 2 Fuß länge haben.
Eine große Schönheit in den vereinigten Staaten
geben einige Genera, die bei uns ganz fehlen –
folia pernata, mit kleinen gefinderten Blättern etc
Eben ſo einige Laurus arten – Man könnte glauben,
daß in Europa, wo das mittelländiſche Meer und
die Wüſte Sara vorliegen die ſchönen Tropenformen
nicht haben weiter hinauf wandern können, dagegegen
ein fortwährender Continent wie Amerika
dieß mehr begünſtigt.
Vergleichen wir die nördliche temperirte Zone mit
der ſüdlichen temperirten Zone, ſo finden wir nur
wenige Beispiele von gleichen Species die in beiden
vorhanden ſind. Aspidium acculatum ein Farrenkraut,
findet ſich in Schweden und am Vorgebirge der guten
Hoffnung, aber im ganz Amerika nicht. Friebnium
lunatum dagegen in Berlin, im Atlasgebirge und
ein Feuerland Forster Brown In Neuholland finden
ſich 45 europäiſche Pflanzen, und zwar die
allergemeinſten, ſo daß wohl nicht anzunehmen
iſt, daß ſie dahin verpflanzt worden ſeien; ſie finden
ſich auch jenseits des blauen Gebirges.
Einwandern können Pflanzen ſehr leicht, ſo finden
wir Pflanzen von Peru bis vor den Thieren von
Berlin ſ. die Logia Bei Montpellier hat man in
neuren Zeiten eine Menge von orientaliſchen
Pflanzen gefunden die wahrſcheinlich mit der Baum
dorthin gekommen ſind. Link’s Urwelt 2ter u 5ter Theil
ein fortwährender Continent wie Amerika
dieß mehr begünſtigt.
Vergleichen wir die nördliche temperirte Zone mit
der ſüdlichen temperirten Zone, ſo finden wir nur
wenige Beispiele von gleichen Species die in beiden
vorhanden ſind. Aspidium acculatum ein Farrenkraut,
findet ſich in Schweden und am Vorgebirge der guten
Hoffnung, aber im ganz Amerika nicht. Friebnium
lunatum dagegen in Berlin, im Atlasgebirge und
ein Feuerland Forster Brown In Neuholland finden
ſich 45 europäiſche Pflanzen, und zwar die
allergemeinſten, ſo daß wohl nicht anzunehmen
iſt, daß ſie dahin verpflanzt worden ſeien; ſie finden
ſich auch jenseits des blauen Gebirges.
Einwandern können Pflanzen ſehr leicht, ſo finden
wir Pflanzen von Peru bis vor den Thieren von
Berlin ſ. die Logia Bei Montpellier hat man in
neuren Zeiten eine Menge von orientaliſchen
Pflanzen gefunden die wahrſcheinlich mit der Baum
dorthin gekommen ſind. Link’s Urwelt 2ter u 5ter Theil
5, Störungen durch
Cultur Strömungen
und dergl.
Die Störungen welche zum Theil die Strömungen
des Meers aber hauptſächlich, die Cultur des Menſchengeſchlechts
hervorbringen, macht die phyſiogonomiſche
Anſicht der Länder langweiliger, indem ſie beſonders
die Formen der Monocotyledonen überhand
nehmen laſsen, ſo daß dieſe herrſchend werden
über die andern Pflanzengattungen; zugleich
werden aber auch durch die Cultur vermöge
der Menſchen, manche Pflanzengattungen über
die Erdwinde verbreitet. Beckmann und Link
haben Unterſuchungen angeſtellt über das Vaterland
der Getraidearten, die weit gründlicher
ſind als die welche früher in Frankreich gemacht
worden ſind.
6, Verbreitung
nach Zahl der Arten
. Präponderenz
nach den Formen.
Ein allgemeines Naturgeſetz läßt uns beſtimmte
Formen in Landſtrichen unterſcheiden. Es iſt
ein Reſultat der letzten Jahre, in denen man erkañt
hat, daß wenn man z. B. die Zahl der Vögel in
einem Lande kennt, man mit ziemlicher Genauigkeit
auf die Zahl der Säugethiere deſselben Landes
ſchlieſsen kann. Eben ſo, wenn man die Zahl der
Cultur Strömungen
und dergl.
Die Störungen welche zum Theil die Strömungen
des Meers aber hauptſächlich, die Cultur des Menſchengeſchlechts
hervorbringen, macht die phyſiogonomiſche
Anſicht der Länder langweiliger, indem ſie beſonders
die Formen der Monocotyledonen überhand
nehmen laſsen, ſo daß dieſe herrſchend werden
über die andern Pflanzengattungen; zugleich
werden aber auch durch die Cultur vermöge
der Menſchen, manche Pflanzengattungen über
die Erdwinde verbreitet. Beckmann und Link
haben Unterſuchungen angeſtellt über das Vaterland
der Getraidearten, die weit gründlicher
ſind als die welche früher in Frankreich gemacht
worden ſind.
6, Verbreitung
nach Zahl der Arten
. Präponderenz
nach den Formen.
Ein allgemeines Naturgeſetz läßt uns beſtimmte
Formen in Landſtrichen unterſcheiden. Es iſt
ein Reſultat der letzten Jahre, in denen man erkañt
hat, daß wenn man z. B. die Zahl der Vögel in
einem Lande kennt, man mit ziemlicher Genauigkeit
auf die Zahl der Säugethiere deſselben Landes
ſchlieſsen kann. Eben ſo, wenn man die Zahl der
Arten kennt z. B. von Gräſern die ein Landſtrich
hat, ſo kann man mit ziemlicher Gewißheit auf die
Zahl der Gruppen von den andern Arten ſchlieſsen.
Brown hat die numeriſchen Verhältniſse zwiſchen Acotÿledonen
, Manocotyledonen und Dicotyledonen gefunden
. Daraus ergiebt ſich eine Sicherheit, über die
man ſich ſelbſt verwundert; z. B. es giebt 1000 Farrenkräuter
; davon gehören 700 dem ſüdlichen Amerika
200 dem nordlichen etc_....
?
Es iſt eine andere Frage wie viel Species z. B.
von Farrenkräutern es von allen Farrenkräutern
in einem Lande giebt, oder wie viel Species von
Farrenkräutern gegen die übrigen Species von
Pflanzen in demſelben Lande (es in dieſem Lande)
gebe. Verſchieden ſind die Variationen der ganzen
Maſse von Pflanzen, und die Variationen
der einzelnen Familien.
Man kann ferner unterſuchen wie viel Genera
zu einer Zahl von Species in einem Lande gehören
wie es oben geſchah. Ganz verſchieden hievon iſt
die Zahl der Individuen, es kann Armuth an Specibus
geben, und doch kann eine Species das ganze Land
hat, ſo kann man mit ziemlicher Gewißheit auf die
Zahl der Gruppen von den andern Arten ſchlieſsen.
Brown hat die numeriſchen Verhältniſse zwiſchen Acotÿledonen
, Manocotyledonen und Dicotyledonen gefunden
. Daraus ergiebt ſich eine Sicherheit, über die
man ſich ſelbſt verwundert; z. B. es giebt 1000 Farrenkräuter
; davon gehören 700 dem ſüdlichen Amerika
200 dem nordlichen etc_....
?
Es iſt eine andere Frage wie viel Species z. B.
von Farrenkräutern es von allen Farrenkräutern
in einem Lande giebt, oder wie viel Species von
Farrenkräutern gegen die übrigen Species von
Pflanzen in demſelben Lande (es in dieſem Lande)
gebe. Verſchieden ſind die Variationen der ganzen
Maſse von Pflanzen, und die Variationen
der einzelnen Familien.
Man kann ferner unterſuchen wie viel Genera
zu einer Zahl von Species in einem Lande gehören
wie es oben geſchah. Ganz verſchieden hievon iſt
die Zahl der Individuen, es kann Armuth an Specibus
geben, und doch kann eine Species das ganze Land
geſellig lebend, bedecken. Dagegen findet ſich wieder umgekehrt
daß eine Blume wie z. B. die Schmetterlingsblume
eine Menge von Speciebus haben.
Die Maſse der Pflanzen iſt nach dieſen beiden Methoden
unterſucht worden: die eine gibt die abſolute
Zahl nach den Individuen, die andere einen
Quotienten noch den Generis.
Wenn man die Acotyledonen mit den Phanerogamen
vergleicht, ſo iſt das ſchwierig; man kann
dieß nicht allen Ländern thun, nur da wo die
Botaniker mit gleicher Emſigkeit ihre Unterſuchungen
gemacht haben. – In Frankreich ſind
weit weniger Cryptogame als Phanerogame,
der Unterſchied beträgt ungefähr 1600, ſo daß
ſie ſich verhalten wie 1 : 2. – In Deutſchland ſind
dagegen mehr Cryptogame als Phanerogame, von
erſtern 4100, von letztern 3400, ungefähr daſselbe
Verhältniß wie in Lappland. In den Tropen dagegen
giebt es nur ſehr wenige Cryptogamen.
Sichrer läßt ſich das numeriſche Verhältniß der
Monocotyledonen und Dicotyledonen beſtimmen.
daß eine Blume wie z. B. die Schmetterlingsblume
eine Menge von Speciebus haben.
Die Maſse der Pflanzen iſt nach dieſen beiden Methoden
unterſucht worden: die eine gibt die abſolute
Zahl nach den Individuen, die andere einen
Quotienten noch den Generis.
Wenn man die Acotyledonen mit den Phanerogamen
vergleicht, ſo iſt das ſchwierig; man kann
dieß nicht allen Ländern thun, nur da wo die
Botaniker mit gleicher Emſigkeit ihre Unterſuchungen
gemacht haben. – In Frankreich ſind
weit weniger Cryptogame als Phanerogame,
der Unterſchied beträgt ungefähr 1600, ſo daß
ſie ſich verhalten wie 1 : 2. – In Deutſchland ſind
dagegen mehr Cryptogame als Phanerogame, von
erſtern 4100, von letztern 3400, ungefähr daſselbe
Verhältniß wie in Lappland. In den Tropen dagegen
giebt es nur ſehr wenige Cryptogamen.
Sichrer läßt ſich das numeriſche Verhältniß der
Monocotyledonen und Dicotyledonen beſtimmen.
Man hat lange geglaubt daß das erſte Aufkönnen
auf der Erde eine Tropenvegetative gewesen
ſei, und gewiß iſt dieß meiſt richtig, wo
man die alte Vegetation im Innern der Erde bemerkt
findet man nur Monocotyledonen.
Aber der Anblick der alten Urwelt muß doch
ganz anders geweſen ſein als jetzt denn die verſchiedenſte
Species findet man unter den Dicotyledonen
. Die Zahl der Monocotyledonen
verhält ſich zu der Zahl der Dicotyledonen bei
den Tropen wie 1/6 in Lappland ⅓ die Monocotyledonen
können die Kälte länger ertragen, und
ſo bleiben in den kältern Gegenden auch verhältnißmäßig
mehr übrig.
Wenn man die ganze Maſse der Gräser nim̃t,
ſo hat man in unſrer Zone ⅛; die Zahl der
Schmetterlingsblumen mit 18 multiplicirt
giebt die ganze Maſse der Phanerogamen
; dagegen ſind nur 1/200 Malven.
Eine Gleichmäſsigkeit der Zunahme vom Aequator
zum Pole findet man bei den Gräſern, Heidekräutern
, Doldengewächſen; dagegen andern wieder
auf der Erde eine Tropenvegetative gewesen
ſei, und gewiß iſt dieß meiſt richtig, wo
man die alte Vegetation im Innern der Erde bemerkt
findet man nur Monocotyledonen.
Aber der Anblick der alten Urwelt muß doch
ganz anders geweſen ſein als jetzt denn die verſchiedenſte
Species findet man unter den Dicotyledonen
. Die Zahl der Monocotyledonen
verhält ſich zu der Zahl der Dicotyledonen bei
den Tropen wie 1/6 in Lappland ⅓ die Monocotyledonen
können die Kälte länger ertragen, und
ſo bleiben in den kältern Gegenden auch verhältnißmäßig
mehr übrig.
Wenn man die ganze Maſse der Gräser nim̃t,
ſo hat man in unſrer Zone ⅛; die Zahl der
Schmetterlingsblumen mit 18 multiplicirt
giebt die ganze Maſse der Phanerogamen
; dagegen ſind nur 1/200 Malven.
Eine Gleichmäſsigkeit der Zunahme vom Aequator
zum Pole findet man bei den Gräſern, Heidekräutern
, Doldengewächſen; dagegen andern wieder
abnehmen. Unter den Tropen findet man kaum ein
Beispiel von Doldengewächſen, Couciaten, Alboruferen
und andern mehrere; dagegen iſt in Lappland
keine einzige Malratie. Eine dritte Art
von Pflanzen hat ihr Maximum in der temperirten
Zone, und nimmt ſowohl nach dem Pol
als nah dem Aequator hin ab; ſo die Lablaten
tippenförmige Pflanzen die Luciferen u a m.
Merkwürdig iſt dabei, daß wenn 2 Länder an
einander grenzen die Verhältniſse vollkommen
dieſelben bleiben, obgleich die Formen ganz
verſchieden ſind Schüler, Flora Deutſchlands
Man würde dieß leicht begreifen, wenn es von
den Individuen herröhre, ganz anders aber iſt
es, wenn es die Form ſelbſt iſt die ſie wieder
beſtimmt. Es iſt als wenn auf den ganzen Erdboden
dieſelben Species verbreitet geweſen,
und in beſondern Ländern durch den Einfluß
verſchiedenartiger Umſtände anders geworden
werden. Ganz ähnlich ſcheint daß auch bei
den Thieren ſelbſt zu ſein. In Europa ſind ungefähr
Beispiel von Doldengewächſen, Couciaten, Alboruferen
und andern mehrere; dagegen iſt in Lappland
keine einzige Malratie. Eine dritte Art
von Pflanzen hat ihr Maximum in der temperirten
Zone, und nimmt ſowohl nach dem Pol
als nah dem Aequator hin ab; ſo die Lablaten
tippenförmige Pflanzen die Luciferen u a m.
Merkwürdig iſt dabei, daß wenn 2 Länder an
einander grenzen die Verhältniſse vollkommen
dieſelben bleiben, obgleich die Formen ganz
verſchieden ſind Schüler, Flora Deutſchlands
Man würde dieß leicht begreifen, wenn es von
den Individuen herröhre, ganz anders aber iſt
es, wenn es die Form ſelbſt iſt die ſie wieder
beſtimmt. Es iſt als wenn auf den ganzen Erdboden
dieſelben Species verbreitet geweſen,
und in beſondern Ländern durch den Einfluß
verſchiedenartiger Umſtände anders geworden
werden. Ganz ähnlich ſcheint daß auch bei
den Thieren ſelbſt zu ſein. In Europa ſind ungefähr
400 Vögel und 80 Säugethiere, alſo vom erſtern
5 mal mehr als von letztern, eben ſo wie 5 mal
mehr Zapfenbäume als Pentaceen Birkenartige
Bäume . Ebenso verhalten ſich bei dem Cap
die Säugethiere zu den Vögeln wie 1 : 5,4.
Man kennt im Ganzen 5000 Vögel und 900 Säugethiere
, und dieß giebt uns wieder das Verhältniß
1 : 5½, obgleich die Formen ganz verſchieden
ſind; ſo daß man die Natur als ein
ganzes betrachten kann, die ſich nur Quotient
gegenseitig erſetzen. –
58. Vorlesung, 22. April 1828
Geographie der Thiere
Einige Pflanzenarten nahern ſich der thieriſchen
Organisation, ſo die Reizmouse, die ſich bei einer
Berührung zuſammenziehen; doch erſt bei dem
thieriſchen Schmerz haben wir eine Art Mitgefühl.
Der Schmerz charakterisirt das Animaliſche,
wir müſsen hiernach dem Ausdruck deſselben.
Verbreitung des
thieriſchen Lebens.
Die Thiere in ihrer geographiſchen Verbreitung
kann man aus ähnlichen Gesichtspunkten betrachten
wie die Pflanzen auf dieſe wird, durch Klima und
5 mal mehr als von letztern, eben ſo wie 5 mal
mehr Zapfenbäume als Pentaceen Birkenartige
Bäume . Ebenso verhalten ſich bei dem Cap
die Säugethiere zu den Vögeln wie 1 : 5,4.
Man kennt im Ganzen 5000 Vögel und 900 Säugethiere
, und dieß giebt uns wieder das Verhältniß
1 : 5½, obgleich die Formen ganz verſchieden
ſind; ſo daß man die Natur als ein
ganzes betrachten kann, die ſich nur Quotient
gegenseitig erſetzen. –
58. Vorlesung, 22. April 1828
Geographie der Thiere
Einige Pflanzenarten nahern ſich der thieriſchen
Organisation, ſo die Reizmouse, die ſich bei einer
Berührung zuſammenziehen; doch erſt bei dem
thieriſchen Schmerz haben wir eine Art Mitgefühl.
Der Schmerz charakterisirt das Animaliſche,
wir müſsen hiernach dem Ausdruck deſselben.
Verbreitung des
thieriſchen Lebens.
Die Thiere in ihrer geographiſchen Verbreitung
kann man aus ähnlichen Gesichtspunkten betrachten
wie die Pflanzen auf dieſe wird, durch Klima und
Geſtalt der Oberfläche etc. modificirt. Linée glaubt die
Exiſtenz der thieriſchen Lebens ſetzt ihres Fortkommens
wegen die des vegetabiliſchen voraus. –
Daſselbe finden wir auf in den Erdſchichten
ausgeſprochen, und dieſe Hypothese dadurch beſtätigt
. Das erſte Aufkeimen der Urwelt iſt
die Pflanzenwelt ehe noch Molusken ſich bildeten
ſehen wie Spuren von Bambuſacien, ſelbſt
ein Uebergangs Kalkſtein finden wir Seegewächſe
.
Die Verbreitung derſelben Pflanzen iſt nur
gering, ſie ſind an derſelben Scholle gebunden,
doch können ſie durch Strömungen uſw. ſehr
wohl weggetrieben werden, ſo brachten der
Golfſtrom fremde Sämereien nach Brittanien
die aus Amerika herſtam̃ten, welches Land noch
nicht entdeckt war. Bei den Pflanzen entſtehen
auf dieſe Art Litoralgewächſe, ſo in den Tropen
die Cocospalme Zopaluspagni ähnlich in Malaga –
Die Thiere ſind weit beweglicher als die Pflanzen
; die größte Verbreitung findet man bei den
Vögeln und Fiſchen, alſo bei denen die die flüſsigen
Exiſtenz der thieriſchen Lebens ſetzt ihres Fortkommens
wegen die des vegetabiliſchen voraus. –
Daſselbe finden wir auf in den Erdſchichten
ausgeſprochen, und dieſe Hypothese dadurch beſtätigt
. Das erſte Aufkeimen der Urwelt iſt
die Pflanzenwelt ehe noch Molusken ſich bildeten
ſehen wie Spuren von Bambuſacien, ſelbſt
ein Uebergangs Kalkſtein finden wir Seegewächſe
.
Die Verbreitung derſelben Pflanzen iſt nur
gering, ſie ſind an derſelben Scholle gebunden,
doch können ſie durch Strömungen uſw. ſehr
wohl weggetrieben werden, ſo brachten der
Golfſtrom fremde Sämereien nach Brittanien
die aus Amerika herſtam̃ten, welches Land noch
nicht entdeckt war. Bei den Pflanzen entſtehen
auf dieſe Art Litoralgewächſe, ſo in den Tropen
die Cocospalme Zopaluspagni ähnlich in Malaga –
Die Thiere ſind weit beweglicher als die Pflanzen
; die größte Verbreitung findet man bei den
Vögeln und Fiſchen, alſo bei denen die die flüſsigen
Hüllen des Erdkörpers bewohnen. Dieſe finden
in aufſteigenden oder abſteigenden Schichten
eine Verſchiedenheit des Climas die ihrer Natur
nach ihnen zuträglich iſt, und dieß iſt vielleicht
die Ursache ihrer größern Verbreitung. Fiſche
können unter dem Aequator dieſelbe Temperatur
finden wie in Lappland, wenn ſie tiefer
hinabſteigen. Bei den Vögeln iſt daß weniger
der Fall, nur wenige giebt es, die ſich der ſchwebend
in der Luft während ihres ganzen Lebens verhalten
können.
Bei dem Fiſchen findet man merkwürdige Beiſpiele
der Verbreitung. Es giebt nur eine ſehr
kleine Zahl von See Fiſchen die von der ſpaniſchen
und engliſchen Küſte nach Amerika übergegangen
wären aber ſehr viele die um die
ganze weſtliche Küſte von Europa umherziehen,
und um den ganzen Continent herumwandeln ſo
der Ceriola cosmopolita, der dieſen Namen hat
wegen ſeiner außerordentlichen Verbreitung.
Er findet ſich am weſtlichen Theil der vereinigten
Staaten, bei New York, Brasilien, am Cap der guten
in aufſteigenden oder abſteigenden Schichten
eine Verſchiedenheit des Climas die ihrer Natur
nach ihnen zuträglich iſt, und dieß iſt vielleicht
die Ursache ihrer größern Verbreitung. Fiſche
können unter dem Aequator dieſelbe Temperatur
finden wie in Lappland, wenn ſie tiefer
hinabſteigen. Bei den Vögeln iſt daß weniger
der Fall, nur wenige giebt es, die ſich der ſchwebend
in der Luft während ihres ganzen Lebens verhalten
können.
Bei dem Fiſchen findet man merkwürdige Beiſpiele
der Verbreitung. Es giebt nur eine ſehr
kleine Zahl von See Fiſchen die von der ſpaniſchen
und engliſchen Küſte nach Amerika übergegangen
wären aber ſehr viele die um die
ganze weſtliche Küſte von Europa umherziehen,
und um den ganzen Continent herumwandeln ſo
der Ceriola cosmopolita, der dieſen Namen hat
wegen ſeiner außerordentlichen Verbreitung.
Er findet ſich am weſtlichen Theil der vereinigten
Staaten, bei New York, Brasilien, am Cap der guten
Hoffnung bei Oſtindien, und an den Sandwich Inſeln.
Der Tendredon hiptocarptus iſt in Martinique, New-
York, und ſelbſt neuerdings in Madagascar gefunden
worden.
Weniger verbreitet ſind die Süßwaſserfiſche.
Schon bei der Geographie der Pflanzen wurde erwähnt,
daß es in ſehr hohen Seen in der Andeskette eignen
Genera von Fiſchen gibt eben ſo auch in den Pyrenäen
bei 7000′ Höhe Ammon meteorologiſch phyſikaliſche
Unterſuchungen
Die Geographie der Thiere iſt älter als die der Pflanzen
, obgleich ſie auch erſt 40 Jahr alt iſt; doch iſt
ſie bei weiten noch nicht ſo gediehen als dieſe.
Das erſtemal wurde der Name dieſer Wiſsenſchaft
gebraucht bei: Zimmermann geographiae
animalium ſpecumen.
Damals waren noch alte meteorologiſchen Beobachtungen
aus geſchloſsen: in neuren Zeiten ſind treffliche
Beobachtungen gemacht, die in vielen Journalen
enthalten, aber nicht zuſammen getragen worden
ſind. Vorzüglich haben ſich hiebei folgende Männer
Der Tendredon hiptocarptus iſt in Martinique, New-
York, und ſelbſt neuerdings in Madagascar gefunden
worden.
Weniger verbreitet ſind die Süßwaſserfiſche.
Schon bei der Geographie der Pflanzen wurde erwähnt,
daß es in ſehr hohen Seen in der Andeskette eignen
Genera von Fiſchen gibt eben ſo auch in den Pyrenäen
bei 7000′ Höhe Ammon meteorologiſch phyſikaliſche
Unterſuchungen
Die Geographie der Thiere iſt älter als die der Pflanzen
, obgleich ſie auch erſt 40 Jahr alt iſt; doch iſt
ſie bei weiten noch nicht ſo gediehen als dieſe.
Das erſtemal wurde der Name dieſer Wiſsenſchaft
gebraucht bei: Zimmermann geographiae
animalium ſpecumen.
Damals waren noch alte meteorologiſchen Beobachtungen
aus geſchloſsen: in neuren Zeiten ſind treffliche
Beobachtungen gemacht, die in vielen Journalen
enthalten, aber nicht zuſammen getragen worden
ſind. Vorzüglich haben ſich hiebei folgende Männer
verdient gemacht: für Vögel und Wirbelthiere
Cuvier und Lichtenſtein, für Fiſche Cuvier und Valenciennes,
für Inseckten Latraille und Klug Marceille de sort in
Montpellier
Die erſte Frage die wir hier ſo wie es bei den
Pflanzen geſchah auch bei den Thieren aufzuſtellen
haben iſt, wie weit das thieriſche Leben verbreitet
iſt. Man kann ſagen, daß es an dieſelben Orte gelangt
, eben ſo entfernt vom Licht aber in weit
geringerer Menge, als die Vegetation. Man findet
kleine Insekten in den unterirdiſchen Pflanzen.
Eine merkwürdige Erſcheinung hat Dr Ehrenberg
entdeckt: kleine Infuſionsthierchen in tiefen Brünnen
und zwar nicht in offnen, ſondern in verdeckten
. Eine merkwürdige Amphibie Proteus sambinus
lebt in der Tiefe der Seen. – So wie bei den Pflanzentheilen
, wie die Wurzeln von der Erde bedeckt leben,
wo kein Licht hinzukommt, ſo findet man auch eine
große Maſse von Insekten die von der Erde begraben
leben, oder ſich einzelne Gänge in die
Erde machen. So dringt in die obere Rinde der Erde
Cuvier und Lichtenſtein, für Fiſche Cuvier und Valenciennes,
für Inseckten Latraille und Klug Marceille de sort in
Montpellier
Die erſte Frage die wir hier ſo wie es bei den
Pflanzen geſchah auch bei den Thieren aufzuſtellen
haben iſt, wie weit das thieriſche Leben verbreitet
iſt. Man kann ſagen, daß es an dieſelben Orte gelangt
, eben ſo entfernt vom Licht aber in weit
geringerer Menge, als die Vegetation. Man findet
kleine Insekten in den unterirdiſchen Pflanzen.
Eine merkwürdige Erſcheinung hat Dr Ehrenberg
entdeckt: kleine Infuſionsthierchen in tiefen Brünnen
und zwar nicht in offnen, ſondern in verdeckten
. Eine merkwürdige Amphibie Proteus sambinus
lebt in der Tiefe der Seen. – So wie bei den Pflanzentheilen
, wie die Wurzeln von der Erde bedeckt leben,
wo kein Licht hinzukommt, ſo findet man auch eine
große Maſse von Insekten die von der Erde begraben
leben, oder ſich einzelne Gänge in die
Erde machen. So dringt in die obere Rinde der Erde
das Leben ein. Dieſe Thiere leben immer in die
Erde; bei andern iſt es nur zufällig, ſo in den
Bergwerken die Bieſter. Ferner ein kleiner Fiſch
egelopus mit Barthaaren, die in die Höhlen dringen
und von dort vor einem Ausbruch der Vulkane
durch die vorangehenden Erderſchütterungen gewöhnlich
ſchon todt heraus geworfen werden; nicht durch
die Vulkane ſelbſt wie man bisweilen geglaubt
hat. – Auch finden ſich Fiſche in der Tiefe des Meers
wo kein Lichtſtral mehr hindringt, obgleich dieſe
mit großen Augen verſehen ſind.
Biot hat im mittelländiſchen Meere Unterſuchungen
angeſtellt; bei 5000′ Tiefe fand er die Schwam̃blaſe
, die aber auch im geringen Tiefen ſich auf
hält. Er fand wenn dieſe Species höher leben enthalten
ſie reines Stickgas, tiefer aber Sauerſtoffgas.
Auf die Berge ſteigt das thieriſche Leben ebenfalls
ſo wie das vegetabiliſche hinauf, allein nicht in demſelben
Maaße. Von den Südwaſser Molusken und den
Landſchnecken gibt es auf den großen Höhen gar
keine mehr. In den Pyrenäen findet ſich 3000′ vor der
Erde; bei andern iſt es nur zufällig, ſo in den
Bergwerken die Bieſter. Ferner ein kleiner Fiſch
egelopus mit Barthaaren, die in die Höhlen dringen
und von dort vor einem Ausbruch der Vulkane
durch die vorangehenden Erderſchütterungen gewöhnlich
ſchon todt heraus geworfen werden; nicht durch
die Vulkane ſelbſt wie man bisweilen geglaubt
hat. – Auch finden ſich Fiſche in der Tiefe des Meers
wo kein Lichtſtral mehr hindringt, obgleich dieſe
mit großen Augen verſehen ſind.
Biot hat im mittelländiſchen Meere Unterſuchungen
angeſtellt; bei 5000′ Tiefe fand er die Schwam̃blaſe
, die aber auch im geringen Tiefen ſich auf
hält. Er fand wenn dieſe Species höher leben enthalten
ſie reines Stickgas, tiefer aber Sauerſtoffgas.
Auf die Berge ſteigt das thieriſche Leben ebenfalls
ſo wie das vegetabiliſche hinauf, allein nicht in demſelben
Maaße. Von den Südwaſser Molusken und den
Landſchnecken gibt es auf den großen Höhen gar
keine mehr. In den Pyrenäen findet ſich 3000′ vor der
Schneegrenze kaum mehr ein thieriſches Leben. –
Es iſt hier nicht die Rede von kleinen fliegenden
Insekten, wie die kleinen Sphinx Arten von denen es
noch ungewiß iſt, ob ſie ſelbſt durch ihre eigne Muskelkraft
dahin gelangen, oder ob ſie nicht vielmehr durch
aufſteigende Luftſtrömungen, dorthin geführt werden.
Von den Vögeln erheben ſich manche allerdings ſehr
hoch; Doc hat noch auf der Höhe des Chimboraſso
den großen Condor hoch in der Luft ſchreben
ſehen, ſie erheben ſich aber nur bis zu einer ſolchen
Höhe, wenn ſie Erde in der Nähe haben; wenn man
mit dem Luftball in die Höhe ſteigt ſo findet man
kein thieriſches Wesen mehr bei 2 bis 3000′ Höhe
ſo fand es Gayluſsac
Das Statiſtiſche in der Geographie der Thiere, iſt
ſo wie bei den Pflanzen höchſt wichtig: die Quantität
der Species welche in der Maſse des thieriſchen
Lebens erkannt werden können.
2, Zahlenverhältniß
der Arten der Thiere.
– Durch neue Entdeckungen
iſt die Zahl der Species ſehr vermehrt
worden. Fabricius konnte nur 11000 Inseckten. Durch
die Unterſuchungen von Latraille nur Klug iſt ſie
jetzt wenigſtens angeſtiegen, wenn wir nur bei
Es iſt hier nicht die Rede von kleinen fliegenden
Insekten, wie die kleinen Sphinx Arten von denen es
noch ungewiß iſt, ob ſie ſelbſt durch ihre eigne Muskelkraft
dahin gelangen, oder ob ſie nicht vielmehr durch
aufſteigende Luftſtrömungen, dorthin geführt werden.
Von den Vögeln erheben ſich manche allerdings ſehr
hoch; Doc hat noch auf der Höhe des Chimboraſso
den großen Condor hoch in der Luft ſchreben
ſehen, ſie erheben ſich aber nur bis zu einer ſolchen
Höhe, wenn ſie Erde in der Nähe haben; wenn man
mit dem Luftball in die Höhe ſteigt ſo findet man
kein thieriſches Wesen mehr bei 2 bis 3000′ Höhe
ſo fand es Gayluſsac
Das Statiſtiſche in der Geographie der Thiere, iſt
ſo wie bei den Pflanzen höchſt wichtig: die Quantität
der Species welche in der Maſse des thieriſchen
Lebens erkannt werden können.
2, Zahlenverhältniß
der Arten der Thiere.
– Durch neue Entdeckungen
iſt die Zahl der Species ſehr vermehrt
worden. Fabricius konnte nur 11000 Inseckten. Durch
die Unterſuchungen von Latraille nur Klug iſt ſie
jetzt wenigſtens angeſtiegen, wenn wir nur bei
den beſchriebenen ſtehen bleiben auf mehr als 44000.
Das Königl. Museum in Paris enthält 30000 Arten. –
Von den Säugethieren waren im Jahr 1719 nur 420
bekannt; die Zahl der beſchriebenen Säugethiere iſt
jetzt über 900; von dieſen gehören 80 Europa an,
und wenn man die im Meer lebende hinzurechnet
etwa 100.
Vögel kennt man Sicherheit 5000. Es ſind Zweifel
über einige Varietäten; die Zahl der vorhandenen
iſt wahrſcheinlich noch über dieſe Angabe.
Cuvier hat Doc geſchrieben, daß 5800 von ihm erkañt
ſind. Vom Amphybien ſind erſt 700 beſchrieben,
doch iſt es ſehr möglich daß es eben ſo viele wie
Säugethiere giebt. – Fiſche 5000 nach Cuvier und
Valenciennes Beſtimmungen.
In den höhern Thierklaſsen, den Wirbelthieren
findet man die meiſten Ongular Subſtanzen.
Es iſt das Gehirn nicht allein, ſondern vielmehr das
Verhältniß des Gehirns zum Körper, welches das
Bedingniß des Lebens iſt. Die Bedingniſse des höhern
Organismus liegen in dem Muskelbau, dem galvaniſchen
Prozeß und der Anzahl des arteriellen Bluts.
Das Königl. Museum in Paris enthält 30000 Arten. –
Von den Säugethieren waren im Jahr 1719 nur 420
bekannt; die Zahl der beſchriebenen Säugethiere iſt
jetzt über 900; von dieſen gehören 80 Europa an,
und wenn man die im Meer lebende hinzurechnet
etwa 100.
Vögel kennt man Sicherheit 5000. Es ſind Zweifel
über einige Varietäten; die Zahl der vorhandenen
iſt wahrſcheinlich noch über dieſe Angabe.
Cuvier hat Doc geſchrieben, daß 5800 von ihm erkañt
ſind. Vom Amphybien ſind erſt 700 beſchrieben,
doch iſt es ſehr möglich daß es eben ſo viele wie
Säugethiere giebt. – Fiſche 5000 nach Cuvier und
Valenciennes Beſtimmungen.
In den höhern Thierklaſsen, den Wirbelthieren
findet man die meiſten Ongular Subſtanzen.
Es iſt das Gehirn nicht allein, ſondern vielmehr das
Verhältniß des Gehirns zum Körper, welches das
Bedingniß des Lebens iſt. Die Bedingniſse des höhern
Organismus liegen in dem Muskelbau, dem galvaniſchen
Prozeß und der Anzahl des arteriellen Bluts.
Daher iſt bei kleiner Thierchen ein jeder Theil mehr
für ſich beſtehend, da in jedem die Bedingungen des
Lebens vorhanden ſind, ſo ſind ſie wenig abhängig
von der Ingular Subſtanz.
Von Thieren mit Rückenwirbeln finden wir 11600 Arten
und zwar: 5000 Vögel, 5000 Fiſche, 700 Amphibien,
900 Säugethiere, ſo daß 10/11 der ganzen Maſse den
flüſsigen Hüllen des Erdkörpers angehören. – Unter
dieſen Thieren ſehen wir daß die Vögel das Maximum
der Luft respiriren, die Fiſche das Minimum
.
Bei den Vögeln iſt die Blutwärme am größten,
und die Geſchwindigkeit der Pulsſchläge am ſtärkſten
. – Beim Höhe iſt die Blutwärme 32½°, und
136 Pulsſchläge in einer Minute. Beim Pferd
dagegen Blutwärme 29½° und 56 bis 58 Pulsſchläge
in der Minute. – Die Fiſche haben dagegen
eine ſehr ſchwache Respiration, obgleich mehr
Sauerſtoff im Waſser enthalten iſt, als in der Luft.
Im Süßwaſser 0,31 Sauerſtoff, in der Luft nur
0,21. Wenn man das Waſser von der Luft überall
trennt, was ſehr ſchwierig iſt, ſo kann man die
für ſich beſtehend, da in jedem die Bedingungen des
Lebens vorhanden ſind, ſo ſind ſie wenig abhängig
von der Ingular Subſtanz.
Von Thieren mit Rückenwirbeln finden wir 11600 Arten
und zwar: 5000 Vögel, 5000 Fiſche, 700 Amphibien,
900 Säugethiere, ſo daß 10/11 der ganzen Maſse den
flüſsigen Hüllen des Erdkörpers angehören. – Unter
dieſen Thieren ſehen wir daß die Vögel das Maximum
der Luft respiriren, die Fiſche das Minimum
.
Bei den Vögeln iſt die Blutwärme am größten,
und die Geſchwindigkeit der Pulsſchläge am ſtärkſten
. – Beim Höhe iſt die Blutwärme 32½°, und
136 Pulsſchläge in einer Minute. Beim Pferd
dagegen Blutwärme 29½° und 56 bis 58 Pulsſchläge
in der Minute. – Die Fiſche haben dagegen
eine ſehr ſchwache Respiration, obgleich mehr
Sauerſtoff im Waſser enthalten iſt, als in der Luft.
Im Süßwaſser 0,31 Sauerſtoff, in der Luft nur
0,21. Wenn man das Waſser von der Luft überall
trennt, was ſehr ſchwierig iſt, ſo kann man die
Fiſche erſäufen. Wenn man Goldfiſche lange in demſelben
Waſser hält ſo verbrauchen ſie den Sauerſtoff
nicht nur zur Respiration ſondern ſie leben
auch ſelbſt davon eine lange Zeit hindurch.
Wenn man Waſser bereitet, indem kein Sauerſtoff
vorhanden iſt, ſo fällt der Fiſch der in daſselbe
gebracht wird ſogleich todt zu Boden; ein ganz
geringer Theil von Sauerſtoff aber, in dem ſelbſt
Phosphor nicht mehr leuchtet iſt noch hinreichend damit
Fiſche eine Zeitlang darin leben können.
Vögel und Fiſche machen 5/6 der Thiere höherer Organisation
aus. – Den großen Kataſtrophen
auf den frühern Erdkörper ſind Vögel und Fiſche
vermöge des Elements in welchen ſie leben am
meiſten entnommen. Die Thiere der Feſte,
konnten den Revolutionen des Erdkörpers nicht
ſo leicht entrinnen, deshalb ſind viele ganz verſchwunden
, von denen man die Reſte im Innern
der Erde findet; hauptſächlich wiederkäuende Thiere
und Pachidermen, und von dieſen Rhinozeroſsen und
Elephanten-artige Thiere, ſo wie auch viel Krokodile
. Im Ganzen hat man 56 Species gefunden
Waſser hält ſo verbrauchen ſie den Sauerſtoff
nicht nur zur Respiration ſondern ſie leben
auch ſelbſt davon eine lange Zeit hindurch.
Wenn man Waſser bereitet, indem kein Sauerſtoff
vorhanden iſt, ſo fällt der Fiſch der in daſselbe
gebracht wird ſogleich todt zu Boden; ein ganz
geringer Theil von Sauerſtoff aber, in dem ſelbſt
Phosphor nicht mehr leuchtet iſt noch hinreichend damit
Fiſche eine Zeitlang darin leben können.
Vögel und Fiſche machen 5/6 der Thiere höherer Organisation
aus. – Den großen Kataſtrophen
auf den frühern Erdkörper ſind Vögel und Fiſche
vermöge des Elements in welchen ſie leben am
meiſten entnommen. Die Thiere der Feſte,
konnten den Revolutionen des Erdkörpers nicht
ſo leicht entrinnen, deshalb ſind viele ganz verſchwunden
, von denen man die Reſte im Innern
der Erde findet; hauptſächlich wiederkäuende Thiere
und Pachidermen, und von dieſen Rhinozeroſsen und
Elephanten-artige Thiere, ſo wie auch viel Krokodile
. Im Ganzen hat man 56 Species gefunden
die verſchwunden ſind; von den großen Thieren, von
denen nur überhaupt 80 vorhanden waren.
Steigen wir weiter hinab zu den Thieren
untergeordneter
Organisation, ſo finden wir daß die
größte Zahl die Inſekten einnehmen. 44000 Inſekten
ſind mit ziemlicher Genauigkeit beſtimmt.
Die Säugethiere lange nicht mit derſelben Genauigkeit
– Schaalthiere und Seegewürme ſind
5000 beſtimmt; Zoophiten, ſtralförmige Thiere
6000. Im Ganzen giebt es 66600 Thiere und zwar
A. Höherer Organisation
Vögel 5000
Fiſche 5000
Amphibien 700
Säugethiere 900
–––––
11600.
B. Niederer Organisation.
Insekten 44000
Schaalthiere 5000
Zoophiten 6000
–––––
55000
––––––––
To 66600
Zufällig beinah ebenſoviel als Pflanzen. Die
Inſekten allein machen ⅔ der Thiere aus, doch
muß es noch bei weiten mehr geben. Sie haben über
denen nur überhaupt 80 vorhanden waren.
Steigen wir weiter hinab zu den Thieren
untergeordneter
Organisation, ſo finden wir daß die
größte Zahl die Inſekten einnehmen. 44000 Inſekten
ſind mit ziemlicher Genauigkeit beſtimmt.
Die Säugethiere lange nicht mit derſelben Genauigkeit
– Schaalthiere und Seegewürme ſind
5000 beſtimmt; Zoophiten, ſtralförmige Thiere
6000. Im Ganzen giebt es 66600 Thiere und zwar
A. Höherer Organisation
Vögel 5000
Fiſche 5000
Amphibien 700
Säugethiere 900
–––––
11600.
B. Niederer Organisation.
Insekten 44000
Schaalthiere 5000
Zoophiten 6000
–––––
55000
––––––––
To 66600
Zufällig beinah ebenſoviel als Pflanzen. Die
Inſekten allein machen ⅔ der Thiere aus, doch
muß es noch bei weiten mehr geben. Sie haben über
all die Bedingniſse des Lebens gefunden, ſo daß
ſie die Zahl der beſchriebenen noch ſehr vermehrt
werden möchte. Bis jetzt kennt man noch lange nicht
auf jedes einzelne Pflanze ein Inſeckt, aber in den
temperirten Zonen giebt es gewiß viel mehr Inſekten
als Pflanzen, ſelbſt ſchon die beſtimmten.
Bei Berlin kommen auf 3000 Pflanzen, 5000 Inseckten
nach Kluy . – In den tiefern Thierklaſsen iſt
dieſe Statiſtik ſehr unſicher, dort kann der Fehler
nur höchſtens 1/9 bis 1/8 betragen.
Verbreitung
nach Zahl der
Species.
Die Verbreitung der Thiere nimmt mit der Temperatur
zu, aber nicht in der Art daß auf derſelben
iſothermen Zone eine größere Maſse derſelben
Thierarten wäre als der andern; Dieſe Vertheilung
richtet ſich nicht bloß nach der Temperatur ſondern
noch nach ſehr vielen andern Einwirkungen.
Die Manigfaltigkeit des animaliſchen Lebens, die
Lebensfülle, die durch die Zahl der Species charakterisirt
wird, nimmt vom Pol nach den Tropen
hin zu, beſonders aber iſt ſie da groß wo große
Flüſse, und Berge die Gegend durchſtreichen. So am
weſtlicher Theil von Südamerika, im Himalaya
Gebirge uſw.
ſie die Zahl der beſchriebenen noch ſehr vermehrt
werden möchte. Bis jetzt kennt man noch lange nicht
auf jedes einzelne Pflanze ein Inſeckt, aber in den
temperirten Zonen giebt es gewiß viel mehr Inſekten
als Pflanzen, ſelbſt ſchon die beſtimmten.
Bei Berlin kommen auf 3000 Pflanzen, 5000 Inseckten
nach Kluy . – In den tiefern Thierklaſsen iſt
dieſe Statiſtik ſehr unſicher, dort kann der Fehler
nur höchſtens 1/9 bis 1/8 betragen.
Verbreitung
nach Zahl der
Species.
Die Verbreitung der Thiere nimmt mit der Temperatur
zu, aber nicht in der Art daß auf derſelben
iſothermen Zone eine größere Maſse derſelben
Thierarten wäre als der andern; Dieſe Vertheilung
richtet ſich nicht bloß nach der Temperatur ſondern
noch nach ſehr vielen andern Einwirkungen.
Die Manigfaltigkeit des animaliſchen Lebens, die
Lebensfülle, die durch die Zahl der Species charakterisirt
wird, nimmt vom Pol nach den Tropen
hin zu, beſonders aber iſt ſie da groß wo große
Flüſse, und Berge die Gegend durchſtreichen. So am
weſtlicher Theil von Südamerika, im Himalaya
Gebirge uſw.
Man kann im Allgemeinen ſagen, daß das thieriſche
Leben dort am mannigfaltigſten iſt, wo der
Charackter der Landſchaft am meiſten individuel
iſt.
Ein altes Vorurtheil iſt es, daß im neuen
Continent die Organiſation auf einer niedern Stufe
ſtehe, daher genommen, weil die größern Pachidermen
ſich dort nicht finden. Dieß iſt aber zufällig da
einige 60 verſchwunden ſind. Auch ſind ſie dort
nur verſchwunden, ſie haben gewiß ehemals dort
exiſtirt, wie ſich aus den Ueberreſten zeigt die
man dort in den obern Erdſchichten findet. Doc
hat ſelbſt 3 Skelette von Pachidermen aus Amerika
mitgebracht. Merkwürdig iſt es aber im neuen
Continent daß dieſe Tropenformen ſich nicht
in den Climaten gefunden haben, wo ſie jetzt in
andern Ländern leben, ſondern meiſtens auf
hohen Berggipfeln ſo bei Peru etc auf Höhen von
6–7000′
Aber wenn es keine Pachidermen in Amerika giebt –
welche Form auch einem großen Theil des alten Continents
fehlt, indem es wie es ſcheint die Elephanten
ſich ſehr zuſammen ziehen – ſo gibt es dort noch
Leben dort am mannigfaltigſten iſt, wo der
Charackter der Landſchaft am meiſten individuel
iſt.
Ein altes Vorurtheil iſt es, daß im neuen
Continent die Organiſation auf einer niedern Stufe
ſtehe, daher genommen, weil die größern Pachidermen
ſich dort nicht finden. Dieß iſt aber zufällig da
einige 60 verſchwunden ſind. Auch ſind ſie dort
nur verſchwunden, ſie haben gewiß ehemals dort
exiſtirt, wie ſich aus den Ueberreſten zeigt die
man dort in den obern Erdſchichten findet. Doc
hat ſelbſt 3 Skelette von Pachidermen aus Amerika
mitgebracht. Merkwürdig iſt es aber im neuen
Continent daß dieſe Tropenformen ſich nicht
in den Climaten gefunden haben, wo ſie jetzt in
andern Ländern leben, ſondern meiſtens auf
hohen Berggipfeln ſo bei Peru etc auf Höhen von
6–7000′
Aber wenn es keine Pachidermen in Amerika giebt –
welche Form auch einem großen Theil des alten Continents
fehlt, indem es wie es ſcheint die Elephanten
ſich ſehr zuſammen ziehen – ſo gibt es dort noch
Thierformen von außerordentlicher Größe; ſo die
große wilde Kabyn, die Piſangs die bisweilen 2000℔
wiegen und 9 bis 10′ groß werden in Gerbſon und
Moſchus. Man findet eine ſolche Menge von dieſen
großen Thieren daß man oft Heerden von 8000
Stück an den Ufern des Missuri findet.
Die größern Thiere der neuen jetzigen Welt ſind
nur grasfreſsende Thiere; eben ſo ſcheint es nach
Cuviers Unterſuchungen mit den verſchwunden Thieren
einer alten Urwelt der Fall geweſen zu ſein. –
Das größte Thier daß man in Susſex gefunden hat
das Iguanudon, iſt 3 bis 4 mal größer jetziges
Krokodil, 60 bis 80 Fuß Länge; nach der Geſtalt der
Zähne zu urtheilen, iſt es Grasfreſsend geweſen.
3. Contraſte in
der Größe der
Thiere. Relative
Größe der verſchiedenen
Claſsen
und Individuum
Dieſelben Contraſte in der Größe wie wir ſie
bei den Pflanzen fanden, finden ſich auch bei den
Thieren, vom Monas Lens, und Monas thermo, kleinen
Infuſionsthierchen bis zum großen Haifiſch. – Bei den
Pflanzen iſt es unſicher ob es kleine mikroskopiſche
Pflanzen gibt; bei den Thieren findet man aber wirklich
ſolche, und kaum exiſtiren ſo kleine Pflanzen als
die Infuſionsthierchen. Die Größe der Thiere ſcheint
gewiſser Maſsen das Innere ihrer Organiſation zu
große wilde Kabyn, die Piſangs die bisweilen 2000℔
wiegen und 9 bis 10′ groß werden in Gerbſon und
Moſchus. Man findet eine ſolche Menge von dieſen
großen Thieren daß man oft Heerden von 8000
Stück an den Ufern des Missuri findet.
Die größern Thiere der neuen jetzigen Welt ſind
nur grasfreſsende Thiere; eben ſo ſcheint es nach
Cuviers Unterſuchungen mit den verſchwunden Thieren
einer alten Urwelt der Fall geweſen zu ſein. –
Das größte Thier daß man in Susſex gefunden hat
das Iguanudon, iſt 3 bis 4 mal größer jetziges
Krokodil, 60 bis 80 Fuß Länge; nach der Geſtalt der
Zähne zu urtheilen, iſt es Grasfreſsend geweſen.
3. Contraſte in
der Größe der
Thiere. Relative
Größe der verſchiedenen
Claſsen
und Individuum
Dieſelben Contraſte in der Größe wie wir ſie
bei den Pflanzen fanden, finden ſich auch bei den
Thieren, vom Monas Lens, und Monas thermo, kleinen
Infuſionsthierchen bis zum großen Haifiſch. – Bei den
Pflanzen iſt es unſicher ob es kleine mikroskopiſche
Pflanzen gibt; bei den Thieren findet man aber wirklich
ſolche, und kaum exiſtiren ſo kleine Pflanzen als
die Infuſionsthierchen. Die Größe der Thiere ſcheint
gewiſser Maſsen das Innere ihrer Organiſation zu
beſtimmen, ſo findet man z. B. keinen mikroskopiſchen
Fiſch, kein mikroskopiſches Säugethier; die Bedingung
für eine zuſammengeſetzte Organiſation kann
daher nur bei einer gewiſser Größe erfüllt würden,
wiewohl nicht einzuſehen iſt, warum dieß nöthig. Von
den Fiſchen iſt das kleinſte unter allen der Stöckling
1½″ groß Prof. Ehrenberg hat aus dem rothen
Meer noch weit kleinere mitgebracht, die man früher
für die Brut von größere gehalten hat und die 7–8‴
groß waren die pioletus fascietus. Betracht man
dagegen den Haifiſch der gewiß 30′ lang iſt, ſo ſtellt
ſich dieß Verhältniß der Größte wie 1 : 700. Unter den
Vögeln iſt eine ſo weite Grenze nicht, der größte
Vogel iſt der Strauß, der kleinſte der Colibri.
Die Größe der Grönländiſchen Wallfiſche iſt früher
ſehr übertrieben worden. Lacepede ſagte, er
würde 200′ lang; Scoresby behauptet er ſei nur 65 bis
70 Fuß lang, der Potfiſch dagegen 90 bis 100 Fuß.
Scoresby hat 322 Walfiſche getödtet, wovon keiner
länger als 60′ geweſen iſt. Wenn man dieſe größten
Säugethiere mit den kleinen Nagthieren vergleicht
ſo ergiebt ſich ein Verhältniß wie 600 : 1; die 1/1600 Linien
groß ſind, ſtellt ſich das Verhältniß zu den Pottfiſchen
Fiſch, kein mikroskopiſches Säugethier; die Bedingung
für eine zuſammengeſetzte Organiſation kann
daher nur bei einer gewiſser Größe erfüllt würden,
wiewohl nicht einzuſehen iſt, warum dieß nöthig. Von
den Fiſchen iſt das kleinſte unter allen der Stöckling
1½″ groß Prof. Ehrenberg hat aus dem rothen
Meer noch weit kleinere mitgebracht, die man früher
für die Brut von größere gehalten hat und die 7–8‴
groß waren die pioletus fascietus. Betracht man
dagegen den Haifiſch der gewiß 30′ lang iſt, ſo ſtellt
ſich dieß Verhältniß der Größte wie 1 : 700. Unter den
Vögeln iſt eine ſo weite Grenze nicht, der größte
Vogel iſt der Strauß, der kleinſte der Colibri.
Die Größe der Grönländiſchen Wallfiſche iſt früher
ſehr übertrieben worden. Lacepede ſagte, er
würde 200′ lang; Scoresby behauptet er ſei nur 65 bis
70 Fuß lang, der Potfiſch dagegen 90 bis 100 Fuß.
Scoresby hat 322 Walfiſche getödtet, wovon keiner
länger als 60′ geweſen iſt. Wenn man dieſe größten
Säugethiere mit den kleinen Nagthieren vergleicht
ſo ergiebt ſich ein Verhältniß wie 600 : 1; die 1/1600 Linien
groß ſind, ſtellt ſich das Verhältniß zu den Pottfiſchen
wie 1 : 23000,000. – Also eine weit größere Verſchiedenheit
wie bei den Pflanzen.
Ungefähr daſselbe Verhältniß wie ein Meteorſtein
von 5–7 Durchmeſser zum Jupiter
59. Vorlesung, 23. April 1828
Bemerkungen
„Das Thieriſche Leben ſchreitet viel weiter gegen
den Pol hin, als das vegetabiliſche der Vögel,
Rennthiere, ſelbſt kleine Nagthiere ziehen weit hin
bis zu den Melvils Inſeln wo Parry ſie noch fand.
Blindheit der Thiere.
Die Vögel bilden die einzige Thierklaſse wo ſich
kein Beiſpiel einer völligen Blindheit findet; bei
allen übrigen findet es ſich. So bei den Säugethieren:
die Blindmaus, der Goldmaulwurf: bei den Amphibien
die Serena proteus anguinus Unter den Fiſchen die
marena cacoa nach Laroche . – Unter den Inſekten
gehören hinzu mehrere Zwitterarten von Ameiſen
und ein blinder Käfer ariger.“
4, Zahl der
Individuen.
In den untern Thierklaſsen iſt die Zahl der Individuen
am meiſten groß. Nach einem Gewitterregen
erſcheint im Waſser eine Unzahl von Infuſionsthierchen
. In der Milch des großen Karpfen ſind nach
Blumenbach 320 Millionen Citalien enthalten.
Wenn man die Thiere mit den Pflanzen hinſichts ihrer
wie bei den Pflanzen.
Ungefähr daſselbe Verhältniß wie ein Meteorſtein
von 5–7 Durchmeſser zum Jupiter
59. Vorlesung, 23. April 1828
Bemerkungen
„Das Thieriſche Leben ſchreitet viel weiter gegen
den Pol hin, als das vegetabiliſche der Vögel,
Rennthiere, ſelbſt kleine Nagthiere ziehen weit hin
bis zu den Melvils Inſeln wo Parry ſie noch fand.
Blindheit der Thiere.
Die Vögel bilden die einzige Thierklaſse wo ſich
kein Beiſpiel einer völligen Blindheit findet; bei
allen übrigen findet es ſich. So bei den Säugethieren:
die Blindmaus, der Goldmaulwurf: bei den Amphibien
die Serena proteus anguinus Unter den Fiſchen die
marena cacoa nach Laroche . – Unter den Inſekten
gehören hinzu mehrere Zwitterarten von Ameiſen
und ein blinder Käfer ariger.“
4, Zahl der
Individuen.
In den untern Thierklaſsen iſt die Zahl der Individuen
am meiſten groß. Nach einem Gewitterregen
erſcheint im Waſser eine Unzahl von Infuſionsthierchen
. In der Milch des großen Karpfen ſind nach
Blumenbach 320 Millionen Citalien enthalten.
Wenn man die Thiere mit den Pflanzen hinſichts ihrer
Zahl vergleicht ſo könnte man getäuſcht werden zu
glauben, daß es mehr Thiere geben müſse, wenn
man die ungeheuren Heerden von großen Thieren
ſieht. Lichtenstein führt an daß Eberty noch Elephanten
Heerden von 700 Stück geſehen habe; Rhinozeroſse
findet man zu Heerden von 8 bis 10,000 zuſammen.
Endlich iſt die große Anzahl von Tauben in Amerika
merkwürdig. Die columba migratoria ſchwärmt
in ſolchen Heerden, daß mehrere Millionen zuſammen
kommen, ſo daß ſie in ihrem Fluge wie Wolken
ausſehen, und die Sonne verdunkeln, ſie laſsen
ſich in ſolcher Zahl nieder daß die Aeſte der Bäume
brechen, und die Bewohner ſie mit Knütteln
todt ſchlagen und die Schweine dorthintreibt um ſie
zu freſsen.
Das Merkwürdigſte iſt aber an der Südſee, wo
man die Seevögel 5–6 Stundenlang ununterbrochen
wie ein großes Gewölk vorüberziehen ſieht. –
Die Excremente dieſer Vögel geben ein gutes Düngungsmittel
, an einige Orten wo ſie ſich einige
Zeit aufhalten entſtehen durch ihre Excremente Schichten
von 25 bis 30′ Höhe, die ſo ausſehen wie unsre
glauben, daß es mehr Thiere geben müſse, wenn
man die ungeheuren Heerden von großen Thieren
ſieht. Lichtenstein führt an daß Eberty noch Elephanten
Heerden von 700 Stück geſehen habe; Rhinozeroſse
findet man zu Heerden von 8 bis 10,000 zuſammen.
Endlich iſt die große Anzahl von Tauben in Amerika
merkwürdig. Die columba migratoria ſchwärmt
in ſolchen Heerden, daß mehrere Millionen zuſammen
kommen, ſo daß ſie in ihrem Fluge wie Wolken
ausſehen, und die Sonne verdunkeln, ſie laſsen
ſich in ſolcher Zahl nieder daß die Aeſte der Bäume
brechen, und die Bewohner ſie mit Knütteln
todt ſchlagen und die Schweine dorthintreibt um ſie
zu freſsen.
Das Merkwürdigſte iſt aber an der Südſee, wo
man die Seevögel 5–6 Stundenlang ununterbrochen
wie ein großes Gewölk vorüberziehen ſieht. –
Die Excremente dieſer Vögel geben ein gutes Düngungsmittel
, an einige Orten wo ſie ſich einige
Zeit aufhalten entſtehen durch ihre Excremente Schichten
von 25 bis 30′ Höhe, die ſo ausſehen wie unsre
Braunkohlen. – Sieht man aber hingegen die großen
Wälder am Orinoko, ſo wie die vielen andern
im nördlichen Amerika und betrachtet die großen
Steppen die voller Monocotyledonen ſtehen, ſo wird
die Zahl der Vegetabilien doch größer erſcheinen
Verbreitung
nach Species.
Bei den Thieren haben wir dieſelbe Frage wie bei
Pflanzen zu unterſuchen; ob es ein Thier giebt,
das über die ganze Erde verbreitet iſt. Eben ſo
wie bei den Pflanzen die größere Verbreitung ſich
in den unterern Arten findet, ſo auch bei den
Thieren.
Prof. Ehrenberg hat in Afrika 14 Infuſionsthierchen
gefunden die dieſelben ſind wie in Europa. Monas
termo, Monaslens etc.
Gehen wir weiter hinauf, ſo finden ſich viel verbreitet
gewiſse Inſekten, und grade am meiſten die
Schmetterlinge. Der sphinx atropos iſt in Europa,
Egypten, und ſogar in Mexiko gefunden worden.
Aber eben ſo wenig Inſekten, Molusken, Vögel
und noch weniger Säugethiere, wie die Pflanzen
finden ſich überall auf der Erde verbreitet. – Von
den Vögeln giebt es einige, und zwar nicht Seevögel,
Wälder am Orinoko, ſo wie die vielen andern
im nördlichen Amerika und betrachtet die großen
Steppen die voller Monocotyledonen ſtehen, ſo wird
die Zahl der Vegetabilien doch größer erſcheinen
Verbreitung
nach Species.
Bei den Thieren haben wir dieſelbe Frage wie bei
Pflanzen zu unterſuchen; ob es ein Thier giebt,
das über die ganze Erde verbreitet iſt. Eben ſo
wie bei den Pflanzen die größere Verbreitung ſich
in den unterern Arten findet, ſo auch bei den
Thieren.
Prof. Ehrenberg hat in Afrika 14 Infuſionsthierchen
gefunden die dieſelben ſind wie in Europa. Monas
termo, Monaslens etc.
Gehen wir weiter hinauf, ſo finden ſich viel verbreitet
gewiſse Inſekten, und grade am meiſten die
Schmetterlinge. Der sphinx atropos iſt in Europa,
Egypten, und ſogar in Mexiko gefunden worden.
Aber eben ſo wenig Inſekten, Molusken, Vögel
und noch weniger Säugethiere, wie die Pflanzen
finden ſich überall auf der Erde verbreitet. – Von
den Vögeln giebt es einige, und zwar nicht Seevögel,
ſondern Sumpfvögel die in allen Gegenden der temtemperirten
und Tropen Zone gefunden worden.
Cuvier hat es auch von der Thurmeule geglaubt; Braſilien
dieſelbe ſei wie die europäiſche.
Das von Buffon aufgeſtellte Geſetz daß die Wirbelthiere
ganz anders im alten nur neuen Continente
ſeien, iſt nicht ganz wahr von der temperirten
Zone, wohl aber von den Tropen, und zwar nicht nur
von den Wirbelthieren ſondern auch von alten andern
Arten. Nur einige Beiſpiele von gleichen Species
in den beiden Continenten gibt es von den Epidopteren
ſo die atalanta, carapix, antiope.
Vergleicht man die temperirten Zone im alten
Continent und im neuen, ſo findet man allerdings
ganz verſchiedene Thiere, die man früher für dieſelben
gehalten hat; ſo die Hirſche und Auer ochsen. Aber
das Rennthier und Elendthier bleibt daſselbe;
Pallas hat bewieſen, daß es von einem Continent
zu dem andern über das Eis gehe. Vom Liber ſcheint
auch dieſelbe Species in den beiden Continenten zu
ſein; eben ſo nach Lichtenstein die Sumpfotter, Cuvier
und Tropen Zone gefunden worden.
Cuvier hat es auch von der Thurmeule geglaubt; Braſilien
dieſelbe ſei wie die europäiſche.
Das von Buffon aufgeſtellte Geſetz daß die Wirbelthiere
ganz anders im alten nur neuen Continente
ſeien, iſt nicht ganz wahr von der temperirten
Zone, wohl aber von den Tropen, und zwar nicht nur
von den Wirbelthieren ſondern auch von alten andern
Arten. Nur einige Beiſpiele von gleichen Species
in den beiden Continenten gibt es von den Epidopteren
ſo die atalanta, carapix, antiope.
Vergleicht man die temperirten Zone im alten
Continent und im neuen, ſo findet man allerdings
ganz verſchiedene Thiere, die man früher für dieſelben
gehalten hat; ſo die Hirſche und Auer ochsen. Aber
das Rennthier und Elendthier bleibt daſselbe;
Pallas hat bewieſen, daß es von einem Continent
zu dem andern über das Eis gehe. Vom Liber ſcheint
auch dieſelbe Species in den beiden Continenten zu
ſein; eben ſo nach Lichtenstein die Sumpfotter, Cuvier
glaubt auch daß der Vielfraß Wolff und Fuchs
dieſelben ſeien, von beiden letztern iſt es aber
nach neuren Untersuchungen nicht wahrſcheinlich
Fragen wir nach der Ähnlichkeit in den Species der
Thiere nach der nördlichen und ſüdlichen Hemiſphäre
ſo finden ſich einige Beiſpiele. Die temperirte
Zone von Europa hat viele Species mit der
von Afrika gemein. Lämmergeier etc.
In Neuholland iſt nach Lichtenstein derſelbe
Kukuk wie im Europa. Auch giebt es in Afrika
einige Taubenarten die den unſern ſehr ähnlich
ſind.
Unter den Thieren wie unter den Pflanzen iſt
derſelbe merkwürdige Charakter daß die Tropenformen
weit mehr nach Süden hin verbreitet
ſind als nach Norden, und daß ſie in Amerika
weiter nördlich hinaufgehen als in der alten
Welt; wie ſchon bei den Pflanzen bemerkt, ſcheint
auch bei den Thieren derſelbe Grund dieſer Erſcheinung
ſtatt zu finden, daß nämlich im Süden
Europas ein Meer und die Sarah vorliegen, über
die die Thiere nicht wandern konnten, dagegen
dieſelben ſeien, von beiden letztern iſt es aber
nach neuren Untersuchungen nicht wahrſcheinlich
Fragen wir nach der Ähnlichkeit in den Species der
Thiere nach der nördlichen und ſüdlichen Hemiſphäre
ſo finden ſich einige Beiſpiele. Die temperirte
Zone von Europa hat viele Species mit der
von Afrika gemein. Lämmergeier etc.
In Neuholland iſt nach Lichtenstein derſelbe
Kukuk wie im Europa. Auch giebt es in Afrika
einige Taubenarten die den unſern ſehr ähnlich
ſind.
Unter den Thieren wie unter den Pflanzen iſt
derſelbe merkwürdige Charakter daß die Tropenformen
weit mehr nach Süden hin verbreitet
ſind als nach Norden, und daß ſie in Amerika
weiter nördlich hinaufgehen als in der alten
Welt; wie ſchon bei den Pflanzen bemerkt, ſcheint
auch bei den Thieren derſelbe Grund dieſer Erſcheinung
ſtatt zu finden, daß nämlich im Süden
Europas ein Meer und die Sarah vorliegen, über
die die Thiere nicht wandern konnten, dagegen
Amerika ein fortgehender Continent iſt, der die
Verbreitung mehr begünſtigt. – Eben ſo wie die temperirten
Zone von Amerika deshalb durch die große
Mannigfaltigkeit von großen Bäumen mit großen
Bluter verſchönert wird, ſo finden ſich auch Tropenformen
des Thierreichs in den nordamerikaniſchen
Freiſtaat und noch nördlicher in Canada. Miltson
und Carl Buonaparte der Trachylus Colibri
lebt in den ſüdlichen Provinzen und erſcheint wenige
Monate darauf in Canada, indem er in kurzer
Zeit 280 Meilen zurückgelegt. Im März iſt er in
Georgien, im Juny im Canada. Makenzie hat Kolibris
ſelbſt noch bei 54° d Br. gefunden. Eine
Folge der Continuitä des Continents – Capt Kind
ſo wie alle Reiſende die im Feuerland geweſen
ſind, fanden dort Kolibris, bei 55° s Br. in der Meerenge
.
Was aber von den Pflanzen der ſüdlichen Zone geſagt
wurde daß ſie weiter gehen iſt auch von den
Thieren der Fall. In den Makenzie Inſeln und der
Coneble-Inſel die erſt 1810 entdeckt worden iſt bei
45° dB. findet ſich eine eigne Art von Papagaÿ, den Lepou
Verbreitung mehr begünſtigt. – Eben ſo wie die temperirten
Zone von Amerika deshalb durch die große
Mannigfaltigkeit von großen Bäumen mit großen
Bluter verſchönert wird, ſo finden ſich auch Tropenformen
des Thierreichs in den nordamerikaniſchen
Freiſtaat und noch nördlicher in Canada. Miltson
und Carl Buonaparte der Trachylus Colibri
lebt in den ſüdlichen Provinzen und erſcheint wenige
Monate darauf in Canada, indem er in kurzer
Zeit 280 Meilen zurückgelegt. Im März iſt er in
Georgien, im Juny im Canada. Makenzie hat Kolibris
ſelbſt noch bei 54° d Br. gefunden. Eine
Folge der Continuitä des Continents – Capt Kind
ſo wie alle Reiſende die im Feuerland geweſen
ſind, fanden dort Kolibris, bei 55° s Br. in der Meerenge
.
Was aber von den Pflanzen der ſüdlichen Zone geſagt
wurde daß ſie weiter gehen iſt auch von den
Thieren der Fall. In den Makenzie Inſeln und der
Coneble-Inſel die erſt 1810 entdeckt worden iſt bei
45° dB. findet ſich eine eigne Art von Papagaÿ, den Lepou
derſelben bei der Duperayſchen Reiſe mit auf dem Schiffe
befand, beſchrieben worden iſt.
Ersetzende Formen.
Unter den Thieren gibt es wie unter den Pflanzen
ebenfalls ersetzende Formen. So der aſiatiſche und
afrikaniſche Elephant, von denen man merkwürdig
genug in neuern Zeiten verſucht hat, den afrikaniſchen
Loxodonta, als beſonderes Genus zu unterſcheiden
wegen ſeiner großen Ohren und größern
Wildheit. Gegenwärtig iſt ein afrikaniſcher
Elephant in Paris der eben ſo gelehrig und ſanftmüthig
iſt als der indiſche Elephant. Ferner ſind
ſo ersetzende Formen in den Rhinozeros-Arten: 2
einförmige in Indien, und 2 zweiförmige, das
eine am Cap. Das andere in Sumatra. – Eben
ſo verhält es ſich mit vielen Singvögeln. Ferner
die Sumangos die in der alten Welt die Kolibris von
Amerika erſetzen besonders in Afrika; eben ſo gibt
es ersetzende Formen der Strauß-Arten. – Unter den
Amphibien, große Schlangen von 15 bis 18′ Länge denn
an ſolchen von 30′ möchte wohl gerechter Zweifel ſein
die ein ſchachbrettförmiges Fell haben: früher wurde
befand, beſchrieben worden iſt.
Ersetzende Formen.
Unter den Thieren gibt es wie unter den Pflanzen
ebenfalls ersetzende Formen. So der aſiatiſche und
afrikaniſche Elephant, von denen man merkwürdig
genug in neuern Zeiten verſucht hat, den afrikaniſchen
Loxodonta, als beſonderes Genus zu unterſcheiden
wegen ſeiner großen Ohren und größern
Wildheit. Gegenwärtig iſt ein afrikaniſcher
Elephant in Paris der eben ſo gelehrig und ſanftmüthig
iſt als der indiſche Elephant. Ferner ſind
ſo ersetzende Formen in den Rhinozeros-Arten: 2
einförmige in Indien, und 2 zweiförmige, das
eine am Cap. Das andere in Sumatra. – Eben
ſo verhält es ſich mit vielen Singvögeln. Ferner
die Sumangos die in der alten Welt die Kolibris von
Amerika erſetzen besonders in Afrika; eben ſo gibt
es ersetzende Formen der Strauß-Arten. – Unter den
Amphibien, große Schlangen von 15 bis 18′ Länge denn
an ſolchen von 30′ möchte wohl gerechter Zweifel ſein
die ein ſchachbrettförmiges Fell haben: früher wurde
die Boa der neuen Welt mit Piton der alten Welt
verwechselt, es ſind nur ersetzende Formen.
Eben ſo wie bei den Pflanzen hatten die Thiere auf den
ihre beſtimmte obere und untere Grenze; doch häufig
gehen ſie durch Streifereien aus dieſen hinaus Ueber
die Andeskette hat Doc eine Tafel herausgegeben,
die die Grenzen des animaliſchen Lebens bezeichnet
Es iſt merkwürdig wie die Thiere bisweilen Streifereien machen.
Vertheilung des animaliſchen
Lebens in den
Gebirgen.
Von den Affen die eigentlich nur bis 2000′ Höhe wohnen
, finden ſich doch einige bei 6000′ Höhe; ſie bleiben
aber nur kurze Zeit auf ſolchen Höhen, und verlaſsen
dieſelbe nach wenigen Monaten wieder um nach ihrer
eigentlichen Heimath zurückzukehren. – Eben ſo ſind
einige Insecten nur auf Höhen Koliotere, die nur
Alpeninsekten ſind, besonders aber Schmetterlinge die
in Europa nur auf großen Hohen gefunden worden
. – Der kleine Floh pulea penetrans, findet ſich nur
ſehr wenig in der Ebene, er fängt bei 8–900′ Höhe
Er ſetzt ſich unter die Nägel der Menſchen, und
bringt dadurch große Krankheiten an den Extremitäten
hervor
Wie bei den Pflanzen finden wir hier ebenfalls
verwechselt, es ſind nur ersetzende Formen.
Eben ſo wie bei den Pflanzen hatten die Thiere auf den
ihre beſtimmte obere und untere Grenze; doch häufig
gehen ſie durch Streifereien aus dieſen hinaus Ueber
die Andeskette hat Doc eine Tafel herausgegeben,
die die Grenzen des animaliſchen Lebens bezeichnet
Es iſt merkwürdig wie die Thiere bisweilen Streifereien machen.
Vertheilung des animaliſchen
Lebens in den
Gebirgen.
Von den Affen die eigentlich nur bis 2000′ Höhe wohnen
, finden ſich doch einige bei 6000′ Höhe; ſie bleiben
aber nur kurze Zeit auf ſolchen Höhen, und verlaſsen
dieſelbe nach wenigen Monaten wieder um nach ihrer
eigentlichen Heimath zurückzukehren. – Eben ſo ſind
einige Insecten nur auf Höhen Koliotere, die nur
Alpeninsekten ſind, besonders aber Schmetterlinge die
in Europa nur auf großen Hohen gefunden worden
. – Der kleine Floh pulea penetrans, findet ſich nur
ſehr wenig in der Ebene, er fängt bei 8–900′ Höhe
Er ſetzt ſich unter die Nägel der Menſchen, und
bringt dadurch große Krankheiten an den Extremitäten
hervor
Wie bei den Pflanzen finden wir hier ebenfalls
daß einige Thiere in manchen Gegenden tiefer in
andern höher leben. Eben ſo giebt es auch bei den
Thieren merkwürdige Ausſchlüſse, was besonders
trotz der großen Ähnlichkeit der Pflanzen auffallend
iſt; zwiſchen Afrika und Amerika. Man findet keinen
Hirſch in Afrika, wird durch die Gazellen ersetzt
Affen giebt es nur bei Gibraltar, die wahrſcheinlich
durch die Araber dorthin verpflanzt ſind.
Vertheilung nach
Zahl der Genera
in Verhältniß zu
den Species.
Von den Zahlenverhältniſsen bei den Thieren weiß
man nur ſehr wenig, ſie ſind bei weiten nicht mit
der Genauigkeit erforſcht wie bei den Pflanzen.
Wenn man aber künftig die Genera und Species
der Thiere erſt wird genauer untersucht haben, ſo kañ
man ſchon mit Sicherheit darauf rechnen daß ſich
ebenfalls das Resultat ergeben wird, wie bei den
Pflanzen, daß im Norden mehr Genera bei einer
geringern Zahl von Species ſich befinden.
Aus allen den bis jetzt beſchriebenen Thieren aus
der Fauna vom Cap und der Fauna von Europa ergibt
ſo daß es 5 mal ſo viel Vögel als Säugethiere
gibt in der Vorwelt gab es 128 Säugethiere
mehr Vögel und Amphibien nehmen nach den
andern höher leben. Eben ſo giebt es auch bei den
Thieren merkwürdige Ausſchlüſse, was besonders
trotz der großen Ähnlichkeit der Pflanzen auffallend
iſt; zwiſchen Afrika und Amerika. Man findet keinen
Hirſch in Afrika, wird durch die Gazellen ersetzt
Affen giebt es nur bei Gibraltar, die wahrſcheinlich
durch die Araber dorthin verpflanzt ſind.
Vertheilung nach
Zahl der Genera
in Verhältniß zu
den Species.
Von den Zahlenverhältniſsen bei den Thieren weiß
man nur ſehr wenig, ſie ſind bei weiten nicht mit
der Genauigkeit erforſcht wie bei den Pflanzen.
Wenn man aber künftig die Genera und Species
der Thiere erſt wird genauer untersucht haben, ſo kañ
man ſchon mit Sicherheit darauf rechnen daß ſich
ebenfalls das Resultat ergeben wird, wie bei den
Pflanzen, daß im Norden mehr Genera bei einer
geringern Zahl von Species ſich befinden.
Aus allen den bis jetzt beſchriebenen Thieren aus
der Fauna vom Cap und der Fauna von Europa ergibt
ſo daß es 5 mal ſo viel Vögel als Säugethiere
gibt in der Vorwelt gab es 128 Säugethiere
mehr Vögel und Amphibien nehmen nach den
Tropen weit mehr zu als Säugethiere; und wenn
man die Faunen von mehrere Landern kennen, und
und Mittelzahlen von einigen 1000 Arealen haben könnte
wo ſie auf dieſelbe Weiſe wie die Pflanzen nach
Generibu und specibus behandelt würden, würde man
gewiß ganz ähnliche Resultate bei den Thieren finden,
wie ſie ſich bei den Pflanzen ergeben.
Nach der gegenwärtigen Kenntniß verhalten ſich die
wiederkäuenden Thiere, zu den reißenden, fleiſchfreſsenden
Thieren wie 3 : 1. Von den Pachidermen
hat ſich das Verhältniß ſehr geändert, man hat jetzt
nur 16 bis 18 Pachidermen, in der Vorwelt ſind 56
untergegangen. – Auch von den Insekten ſind viele
Species untergegangen, man findet verſchwundene
Species im Bernſtein, Brannkohle etc. in den nordiſchen
Gegenden.
Die Form der Kengurus und andrer Thier Species
in Neuholland iſt nicht iſolirt, wie wir es bei einigen
Pflanzen gefunden haben.
Das erſte was die Naturforſcher gewöhnlich thun,
iſt Kontraſte aufzusuchen, erſt nachher, mit einer
gewiſsen größern Verſtändigkeit ſucht man die
man die Faunen von mehrere Landern kennen, und
und Mittelzahlen von einigen 1000 Arealen haben könnte
wo ſie auf dieſelbe Weiſe wie die Pflanzen nach
Generibu und specibus behandelt würden, würde man
gewiß ganz ähnliche Resultate bei den Thieren finden,
wie ſie ſich bei den Pflanzen ergeben.
Nach der gegenwärtigen Kenntniß verhalten ſich die
wiederkäuenden Thiere, zu den reißenden, fleiſchfreſsenden
Thieren wie 3 : 1. Von den Pachidermen
hat ſich das Verhältniß ſehr geändert, man hat jetzt
nur 16 bis 18 Pachidermen, in der Vorwelt ſind 56
untergegangen. – Auch von den Insekten ſind viele
Species untergegangen, man findet verſchwundene
Species im Bernſtein, Brannkohle etc. in den nordiſchen
Gegenden.
Die Form der Kengurus und andrer Thier Species
in Neuholland iſt nicht iſolirt, wie wir es bei einigen
Pflanzen gefunden haben.
Das erſte was die Naturforſcher gewöhnlich thun,
iſt Kontraſte aufzusuchen, erſt nachher, mit einer
gewiſsen größern Verſtändigkeit ſucht man die
allgemeinen Geſetze auf: ſo iſt es auch hier.
Man hielt das Kenguru für einzig in Neuholland,
ſpäter fand man es aber auch in mehreren Inſeln
des indiſchen Archipels; auf der Inſel Aroä, nahe bei
Banda, und ſelbſt auf Selohr merkwürdig daß
dieſer Archipel ſo große Thiere in ſeiner Fauna
auf den kleinen Eilanden zählt warum auf den
meiſten andern Inſeln es keine größere Thiere als
von 4 bis 5 Zoll Höhe gibt, die zu den Nagtthieren gehören
. Von der Zahl Trinadad reden wir hier nicht, da
dieſe ſo nach dem Continent liegt, daß ſie als ein
abgeriſsener Theil deſselben betrachtet werden kann.
Im indiſchen Archipel gibt es große Elephanten, Rhinozeroſse
, Kengurus uſw. Es ſpricht nicht dieß für die
Meinung, daß die Inſeln früher als großer Continent
zuſammen gehangen haben.
Geographie des Menſchen
Am weiteſten verbreitet von allen Säugethieren auf
der Erde iſt der Menſch nicht weil er in ſeiner phyſiſchen
Beſchaffenheit verſchieden von jenen iſt, ſondern weil er
durch Intelligenz die Biegsamkeit des Willens befördert,
Man hielt das Kenguru für einzig in Neuholland,
ſpäter fand man es aber auch in mehreren Inſeln
des indiſchen Archipels; auf der Inſel Aroä, nahe bei
Banda, und ſelbſt auf Selohr merkwürdig daß
dieſer Archipel ſo große Thiere in ſeiner Fauna
auf den kleinen Eilanden zählt warum auf den
meiſten andern Inſeln es keine größere Thiere als
von 4 bis 5 Zoll Höhe gibt, die zu den Nagtthieren gehören
. Von der Zahl Trinadad reden wir hier nicht, da
dieſe ſo nach dem Continent liegt, daß ſie als ein
abgeriſsener Theil deſselben betrachtet werden kann.
Im indiſchen Archipel gibt es große Elephanten, Rhinozeroſse
, Kengurus uſw. Es ſpricht nicht dieß für die
Meinung, daß die Inſeln früher als großer Continent
zuſammen gehangen haben.
Geographie des Menſchen
Am weiteſten verbreitet von allen Säugethieren auf
der Erde iſt der Menſch nicht weil er in ſeiner phyſiſchen
Beſchaffenheit verſchieden von jenen iſt, ſondern weil er
durch Intelligenz die Biegsamkeit des Willens befördert,
vermehrt. Durch dieſe höhere Intelligenz kann er alle
Klimate ertragen, und den verſchiedenartigſten Druck
der Luft. Wir ſehen am deutlichſten daß die Intelligenz
des Menſchen ſeine Flexibilität hervorbringt, am deutlichſten
wenn wir die wilden Völker betrachten, die
noch nicht eine ſo große Intelligenz erlangt haben, und
denen deshalb auch eine ſolche Flexibilität fehlt. Es
iſt ein altes ſpaniſches Geſetz, daß man die Indianer
welche in der Ebene wohnen nicht über die Berge führen
darf, ſondern nur auf großen Umwegen von
einer Ebene zur andern, indem ſie den geringern
Druck der Luft in der Höhe nicht ertragen können.
Eben ſo iſt es mit den Menſchen welche auf den Höhen
der Andeskette leben, die nicht ohne Gefahr ihrer Geſundheit
ſich in die Ebene begeben dürfen.
Wir ſehen überhaupt eine größere Flexibilität bei den
Weißen als bei den Farbigen. Allerdings werden
einige Neger weit aus ihrem Vaterlande hinweg geführt
, doch ſind dieß nur die ſtärkſten, die meiſten
wenigſtens ⅓ bis ¼ bleiben auf der Reiſe. –
Dieſe Flexibilität aber die wir dadurch ſehen daß
ſie bei mehreren Menſchen geringer vorhanden iſt,
als bei kultivirten, iſt gewiß eine Folge der Intelligenz
Klimate ertragen, und den verſchiedenartigſten Druck
der Luft. Wir ſehen am deutlichſten daß die Intelligenz
des Menſchen ſeine Flexibilität hervorbringt, am deutlichſten
wenn wir die wilden Völker betrachten, die
noch nicht eine ſo große Intelligenz erlangt haben, und
denen deshalb auch eine ſolche Flexibilität fehlt. Es
iſt ein altes ſpaniſches Geſetz, daß man die Indianer
welche in der Ebene wohnen nicht über die Berge führen
darf, ſondern nur auf großen Umwegen von
einer Ebene zur andern, indem ſie den geringern
Druck der Luft in der Höhe nicht ertragen können.
Eben ſo iſt es mit den Menſchen welche auf den Höhen
der Andeskette leben, die nicht ohne Gefahr ihrer Geſundheit
ſich in die Ebene begeben dürfen.
Wir ſehen überhaupt eine größere Flexibilität bei den
Weißen als bei den Farbigen. Allerdings werden
einige Neger weit aus ihrem Vaterlande hinweg geführt
, doch ſind dieß nur die ſtärkſten, die meiſten
wenigſtens ⅓ bis ¼ bleiben auf der Reiſe. –
Dieſe Flexibilität aber die wir dadurch ſehen daß
ſie bei mehreren Menſchen geringer vorhanden iſt,
als bei kultivirten, iſt gewiß eine Folge der Intelligenz
eines Beherrſchens, eines Uebergewichts der Willenskraft
um gegen die Elemente anzukämpfen und die
Hinderniſse die ſich entgegenſtämmen zu wältigen.
Phyſiſche Beſchaffenheit
des Menſchen
in Vergleich mit
den Wirbelthieren.
Die phyſiſche Beſchaffenheit des Menſchen betrachtend,
ſehen wir daß in den einzelnen Elementen ſich nur ſehr
geringe Unterſchiede mit der übrigen Wirbelthieren
finden.
Man hat gesagt daß der Menſch ſich durch eine Eigenthümlichkeit
ſeiner höhern Blutwärme auszeichen. Sie
iſt aber geringer als gewöhnlich angegeben wird,
nicht 32° ſondern nur 30° R. Deluc hat Untersuchungen
angeſtellt über die Blutwärme bei denjenigen Volksſtämmen
die gar kein Fleiſch eſsen, und bei denjenigen
, welche ſich nur von Fleiſch nähren, und
fand bei beiden nicht den geringſten Unterſchied
ihrer Blutwärme. – Das leichſte Mittel die Blutwärme
zu untersuchen iſt, wie Deluc ebenfalls fand,
wenn man das Thermometer unter die Zeuge hält. –
Die geringen Unterſchiede die man in der Blutwärme
der Menſchen findet iſt mehr Folge des Klimas als
der Race. – Bei allen Versuchen die man unter Menſchen
und Thieren angeſtellt hat, betrug der Unterſchied
um gegen die Elemente anzukämpfen und die
Hinderniſse die ſich entgegenſtämmen zu wältigen.
Phyſiſche Beſchaffenheit
des Menſchen
in Vergleich mit
den Wirbelthieren.
Die phyſiſche Beſchaffenheit des Menſchen betrachtend,
ſehen wir daß in den einzelnen Elementen ſich nur ſehr
geringe Unterſchiede mit der übrigen Wirbelthieren
finden.
Man hat gesagt daß der Menſch ſich durch eine Eigenthümlichkeit
ſeiner höhern Blutwärme auszeichen. Sie
iſt aber geringer als gewöhnlich angegeben wird,
nicht 32° ſondern nur 30° R. Deluc hat Untersuchungen
angeſtellt über die Blutwärme bei denjenigen Volksſtämmen
die gar kein Fleiſch eſsen, und bei denjenigen
, welche ſich nur von Fleiſch nähren, und
fand bei beiden nicht den geringſten Unterſchied
ihrer Blutwärme. – Das leichſte Mittel die Blutwärme
zu untersuchen iſt, wie Deluc ebenfalls fand,
wenn man das Thermometer unter die Zeuge hält. –
Die geringen Unterſchiede die man in der Blutwärme
der Menſchen findet iſt mehr Folge des Klimas als
der Race. – Bei allen Versuchen die man unter Menſchen
und Thieren angeſtellt hat, betrug der Unterſchied
kaum ½ und ¼°. Die größte Wärme findet man unter
den warmblütigen Thieren bei den Vögeln, nach ſehr
genauen Untersuchungen 32–35° und merkwürdig
genug diejenigen die in den nördlichen Gegenden leben
wärmer, als die in den ſüdlichern das Höhe hat größere
Wärme als die Papagay . – Die ſogenannten kaltblütigen
Thiere ſind keinesweges kaltblütig, ſie haben
alle 3 bis 4° Blutwärme mehr als die Temperatur
des Mediums iſt, in welchem ſie ſich befinden. Ja ſelbſt
bei den Insekten iſt derselbe Fall wo nicht die Wärme
von der Reibung in der Luft herkommt wie man
hypotheſiſch aufgeſtellt hat, ſondern vom Thier ſelbſt.
Die Geſchwindigkeit der Pulsſchläge bei den Menſchen
iſt in der Ebene nicht anders wie auf der Höhe. Prof.
Roulin, hat um dieß zu untersuchen in Bagote eine
Reiſe mit ſeiner Familie gemacht und ſich bei verſchiedenen
Höhen von 400 Toiſen aufgehalten, und
doch keine Verſchiedenheit der Pulsſchläge bemerkt.
Auch Herr Bonpland hat darüber Untersuchungen in
Quito angeſtellt und gefunden daß auch kein Unterſchied
bei Menſchenracen und Klimaten iſt, bei
30 bis 40° R. in den Oasen
Die Flexibilität der Menſchen iſt ſo groß daß er alle
den warmblütigen Thieren bei den Vögeln, nach ſehr
genauen Untersuchungen 32–35° und merkwürdig
genug diejenigen die in den nördlichen Gegenden leben
wärmer, als die in den ſüdlichern das Höhe hat größere
Wärme als die Papagay . – Die ſogenannten kaltblütigen
Thiere ſind keinesweges kaltblütig, ſie haben
alle 3 bis 4° Blutwärme mehr als die Temperatur
des Mediums iſt, in welchem ſie ſich befinden. Ja ſelbſt
bei den Insekten iſt derselbe Fall wo nicht die Wärme
von der Reibung in der Luft herkommt wie man
hypotheſiſch aufgeſtellt hat, ſondern vom Thier ſelbſt.
Die Geſchwindigkeit der Pulsſchläge bei den Menſchen
iſt in der Ebene nicht anders wie auf der Höhe. Prof.
Roulin, hat um dieß zu untersuchen in Bagote eine
Reiſe mit ſeiner Familie gemacht und ſich bei verſchiedenen
Höhen von 400 Toiſen aufgehalten, und
doch keine Verſchiedenheit der Pulsſchläge bemerkt.
Auch Herr Bonpland hat darüber Untersuchungen in
Quito angeſtellt und gefunden daß auch kein Unterſchied
bei Menſchenracen und Klimaten iſt, bei
30 bis 40° R. in den Oasen
Die Flexibilität der Menſchen iſt ſo groß daß er alle
Klimate ertragen kann. Es iſt bekannt welche Wärme
der Menſch unter den Dampfbädern zu ertragen vermag
; aber dieß iſt noch gar nichts gegen andern Beiſpiele
. Prof. Fillet hat 1764 den Versuch gemacht ein Mädchen
in einen Ofen einzuſperren wo 105° R. Wärme
war, eine Wärme bei welcher die Kartoffeln finden,
und ſie hatte nicht gelitten. Einen andern Versuch machten
vor einigen Jahren mehrere Phyſiker unter denen
Herr Bauks und Capt. Fibs, an ſich ſelbſt; von dem ſchon
früher die Rede war, ſie hielten 8 bis 10 Minuten in einem
Raum aus in der die Temperatur 102° war, ſo daß
ſie ihre Uhrketten vor Hitze nicht anfaſsen konnten, Beafſteaks
neben ihnen brieten, nun Eier ſogleich hart gebracht
wurden. Merkwürdig genug wenn Capt Fibs erſt aus
den Gegenden von Spitzbergen gekommen, wo er die
größte Kälte ertragen hatte, und ging von da in
dieſe Schweißbäder
Allerdings fühlten ſie hier nicht die ganze Temperatur,
indem die eigne Ausdünſtung ſogleich den lebenden umhüllt
und eine eigne Temperatur gibt; aber ihre thieriſche
war gar nicht vermehrt wiewohl bei den Hunden die
dabei waren ſehr die Pulsſchläge hatten aber ſehr zugenommen
.
der Menſch unter den Dampfbädern zu ertragen vermag
; aber dieß iſt noch gar nichts gegen andern Beiſpiele
. Prof. Fillet hat 1764 den Versuch gemacht ein Mädchen
in einen Ofen einzuſperren wo 105° R. Wärme
war, eine Wärme bei welcher die Kartoffeln finden,
und ſie hatte nicht gelitten. Einen andern Versuch machten
vor einigen Jahren mehrere Phyſiker unter denen
Herr Bauks und Capt. Fibs, an ſich ſelbſt; von dem ſchon
früher die Rede war, ſie hielten 8 bis 10 Minuten in einem
Raum aus in der die Temperatur 102° war, ſo daß
ſie ihre Uhrketten vor Hitze nicht anfaſsen konnten, Beafſteaks
neben ihnen brieten, nun Eier ſogleich hart gebracht
wurden. Merkwürdig genug wenn Capt Fibs erſt aus
den Gegenden von Spitzbergen gekommen, wo er die
größte Kälte ertragen hatte, und ging von da in
dieſe Schweißbäder
Allerdings fühlten ſie hier nicht die ganze Temperatur,
indem die eigne Ausdünſtung ſogleich den lebenden umhüllt
und eine eigne Temperatur gibt; aber ihre thieriſche
war gar nicht vermehrt wiewohl bei den Hunden die
dabei waren ſehr die Pulsſchläge hatten aber ſehr zugenommen
.
Dieſe Biegſamkeit iſt demnach ſo groß, daß die Bewohnbarkeit
des Erdbodens von derſelben Menſchenrace
noch iſt. Von der Tiefe der Taucherglocken bis zur höchſten
Höhe iſt der Menſch einer Verſchiedenheit des Luftdrucks
ausgeſetzt von 13¼″ bis 60″. – Natürliche
Wärme kann der Menſch bis 75 und 80° ertragen und
darin leben – Bei der Temperatur von 40° unter
dem Gefrier Punkt leben die Eskimos, ein ſehr frohes,
heitres Volk, und von dieſer Kälte bis zu der Wärme
von 105° unter dem Gefrier Punkt, also ein
Unterſchied von 145° kann der Menſch leben.
60. Vorlesung, 24. April 1828
„Man hat in früherer Zeit in Untersuchung der
Menſchenracen viel Lebendigkeit gezeigt obgleich
nicht mit großem Glücke, man miſchte zuviel
Fremdartiges ein. Die hiſtoriſchen Entdeckungen
besonders über die Völker des Aſiens haben Licht
verbreitet über die Bewohner Europas von den
Iberien bis zu den ſlaviſchen Stämmen. Man
hat oft verwechſelt was vorgeſchichtlich iſt, mit dem
was die wirkliche Erſcheinung gibt; hier wird
dieß getrennt werden, ſo wie in den frühern Betrachtungen
getrennt wurde, was bloß auf den
des Erdbodens von derſelben Menſchenrace
noch iſt. Von der Tiefe der Taucherglocken bis zur höchſten
Höhe iſt der Menſch einer Verſchiedenheit des Luftdrucks
ausgeſetzt von 13¼″ bis 60″. – Natürliche
Wärme kann der Menſch bis 75 und 80° ertragen und
darin leben – Bei der Temperatur von 40° unter
dem Gefrier Punkt leben die Eskimos, ein ſehr frohes,
heitres Volk, und von dieſer Kälte bis zu der Wärme
von 105° unter dem Gefrier Punkt, also ein
Unterſchied von 145° kann der Menſch leben.
60. Vorlesung, 24. April 1828
„Man hat in früherer Zeit in Untersuchung der
Menſchenracen viel Lebendigkeit gezeigt obgleich
nicht mit großem Glücke, man miſchte zuviel
Fremdartiges ein. Die hiſtoriſchen Entdeckungen
besonders über die Völker des Aſiens haben Licht
verbreitet über die Bewohner Europas von den
Iberien bis zu den ſlaviſchen Stämmen. Man
hat oft verwechſelt was vorgeſchichtlich iſt, mit dem
was die wirkliche Erſcheinung gibt; hier wird
dieß getrennt werden, ſo wie in den frühern Betrachtungen
getrennt wurde, was bloß auf den
Causalzuſammenhang Bezug hat, von dem was die
Vertheilung der Erſcheinungen auf dem Erdkörper betrifft
wodurch ſich z. B. Geologie und Geognoſie unterſcheiden “
Man hat lange Zeit geglaubt, daß dem Menſchen
allein Stimmenwerkzeuge gegeben wären, die
zu einer articulirten Sprache führen könnten. –
Vietasier und Camper glaubten daß bei den Affen eine
Sprache vermöge ihrer Organe nicht möglich wäre.
Die Neger pflegen zu ſagen daß die Affen nur
heimlich ſprachen, damit ſie nicht von den Europäern
zur Arbeit gebraucht werden möchten. – Man hat
weit beſser geſagt daß die Thiere nichts ſprechen, weil
ſie nicht zu ſprechen haben. – Die Thiere haben nur
Gefühle, der Menſch articulirte Töne: es liegt dieß
nicht in den Sprachwerkzeugen, ſondern vielmehr
in der Seelen Anlage der Sprache. In der Conſtruction
der Organe iſt nur wenig Unterſchied zwiſchen dem
Menſchen und den Wirbelthieren.
Das Merkwürdigſte in der Geſtalt des Menſchen
iſt das Uebergewicht des Gehirns; nicht in ſo fern es groß
an Quantität wäre, wie Sommerding daſselbe bei
den Schwein gezeigt hat, ſondern wegen der besondern
Logonität mit den Nerven. Dieſes ſowohl wie
Vertheilung der Erſcheinungen auf dem Erdkörper betrifft
wodurch ſich z. B. Geologie und Geognoſie unterſcheiden “
Man hat lange Zeit geglaubt, daß dem Menſchen
allein Stimmenwerkzeuge gegeben wären, die
zu einer articulirten Sprache führen könnten. –
Vietasier und Camper glaubten daß bei den Affen eine
Sprache vermöge ihrer Organe nicht möglich wäre.
Die Neger pflegen zu ſagen daß die Affen nur
heimlich ſprachen, damit ſie nicht von den Europäern
zur Arbeit gebraucht werden möchten. – Man hat
weit beſser geſagt daß die Thiere nichts ſprechen, weil
ſie nicht zu ſprechen haben. – Die Thiere haben nur
Gefühle, der Menſch articulirte Töne: es liegt dieß
nicht in den Sprachwerkzeugen, ſondern vielmehr
in der Seelen Anlage der Sprache. In der Conſtruction
der Organe iſt nur wenig Unterſchied zwiſchen dem
Menſchen und den Wirbelthieren.
Das Merkwürdigſte in der Geſtalt des Menſchen
iſt das Uebergewicht des Gehirns; nicht in ſo fern es groß
an Quantität wäre, wie Sommerding daſselbe bei
den Schwein gezeigt hat, ſondern wegen der besondern
Logonität mit den Nerven. Dieſes ſowohl wie
die aufrechte Stellung charakteriſiren besonders
den Menſchen.
Eine mindre Entwickelung der Organe des Kauens
und Beißens ſo wie des Geruchs, ſo wie die ſtarke
Entwickelung der Unterkiefern bewirkt ein Zurücktreten
dieſer Theile und ein Hervortreten der Stirn,
wodurch die Camperſchen Gesichtslinien verändert
werden. Bei den helleniſchen Völkern, den Cirkaſsiere
, Georgien uſw. beträgt der Campertſche
Geſichtswinkel 80 bis 85° bei der Race die man
wunderbarerweiſe die Kaukaſiſche ernannt hat ,
die Größe dieſes Winkels giebt unſern Begriff
den Schönheit. – Bei den Negern beträgt dieſer
Winkel 70°, bei den Neuſeeländern Malgeſcher Race
nach Lepon und Garnau’s Unterſuchungen auf der
Duperayſchen Reiſe 65°. – Sommerding ſagt daß bei
einen Affen dieſer Winkel ober 58° betrage,
ſelbſt bei dem Jocke, der dem Menſchen am ähnlichſten,
noch 58°; wenn man von Orangutang ſagt, daß der
Winkel bis 65° wurde, ſo iſt dieß ein Irrthum, er
iſt nicht ſo groß.
Man hat lange untersucht und vielen Werth darauf
gelegt, ob dem Menſchen nicht ein Knochen mangle,
den die Thiere haben, und ob er keinen eigentlichen
den Menſchen.
Eine mindre Entwickelung der Organe des Kauens
und Beißens ſo wie des Geruchs, ſo wie die ſtarke
Entwickelung der Unterkiefern bewirkt ein Zurücktreten
dieſer Theile und ein Hervortreten der Stirn,
wodurch die Camperſchen Gesichtslinien verändert
werden. Bei den helleniſchen Völkern, den Cirkaſsiere
, Georgien uſw. beträgt der Campertſche
Geſichtswinkel 80 bis 85° bei der Race die man
wunderbarerweiſe die Kaukaſiſche ernannt hat ,
die Größe dieſes Winkels giebt unſern Begriff
den Schönheit. – Bei den Negern beträgt dieſer
Winkel 70°, bei den Neuſeeländern Malgeſcher Race
nach Lepon und Garnau’s Unterſuchungen auf der
Duperayſchen Reiſe 65°. – Sommerding ſagt daß bei
einen Affen dieſer Winkel ober 58° betrage,
ſelbſt bei dem Jocke, der dem Menſchen am ähnlichſten,
noch 58°; wenn man von Orangutang ſagt, daß der
Winkel bis 65° wurde, ſo iſt dieß ein Irrthum, er
iſt nicht ſo groß.
Man hat lange untersucht und vielen Werth darauf
gelegt, ob dem Menſchen nicht ein Knochen mangle,
den die Thiere haben, und ob er keinen eigentlichen
Knochen habe, der die Schneidezähne enthalte, indem bei
den höhern Thierklaſsen das unangedeutet iſt, was bei
den untern wirklich getrennt vorhanden. Bei den Affen
aber fehlt dieſer Knochen auch. – Intermaxilar-
Knochen
Im Verhältniß des Gehirns und der Nerven iſt
es merkwürdig, daß bei den Negern die Nerven
5ten Grades dicker ſind. Die welche ſich freuen in
den Negern etwas Thierartiges zu finden, finden
allerdings hier Stoff, indem daſselbe bei den Thieren
ſtatt findet.
Wir wollen uns hier länger nicht bei noch unwichtigern
Verſchiedenheiten der phyſiſchen Beſchaffenheit des Menſchen
und der Thiere aufhalten: wie die mehr aus gedruckte
Exiſtenz des Kinnes, hervorragendes Unterkiefers
, regelmäßige Anweſenheit des Gehirnſandes
die ſich übrigens auf beim Damenhirſch findet, ſchiefe
Lage des Herzens, große Ausbildung der Nase,
die ſelbſt noch proeminenter als das Kinn iſt | eine
Affenart: simia rostrata hat daſselbe de Lametrie
meint die Affen würden Nasen haben, wenn ſie
ſich ſchnaubten: wenn dieß auch nur Scherz iſt, ſo
den höhern Thierklaſsen das unangedeutet iſt, was bei
den untern wirklich getrennt vorhanden. Bei den Affen
aber fehlt dieſer Knochen auch. – Intermaxilar-
Knochen
Im Verhältniß des Gehirns und der Nerven iſt
es merkwürdig, daß bei den Negern die Nerven
5ten Grades dicker ſind. Die welche ſich freuen in
den Negern etwas Thierartiges zu finden, finden
allerdings hier Stoff, indem daſselbe bei den Thieren
ſtatt findet.
Wir wollen uns hier länger nicht bei noch unwichtigern
Verſchiedenheiten der phyſiſchen Beſchaffenheit des Menſchen
und der Thiere aufhalten: wie die mehr aus gedruckte
Exiſtenz des Kinnes, hervorragendes Unterkiefers
, regelmäßige Anweſenheit des Gehirnſandes
die ſich übrigens auf beim Damenhirſch findet, ſchiefe
Lage des Herzens, große Ausbildung der Nase,
die ſelbſt noch proeminenter als das Kinn iſt | eine
Affenart: simia rostrata hat daſselbe de Lametrie
meint die Affen würden Nasen haben, wenn ſie
ſich ſchnaubten: wenn dieß auch nur Scherz iſt, ſo
iſt es allerdings wahr, daß ein Glied durch häufigere
Gebrauch ſtärker wird.
Die Hauptcharacktere bleiben immer das Geſicht,
eine größere Capacität des Schädels zu den Theilen
des Antlitzes und die urſprüngliche Beſtimmung
zum aufrechten Ganz. Doch die phyſiſchen Characktere
, ſo wie die Sprache können nicht als Hauptunterſchiede
angeſehen werden, ſondern die
Intelligenz, das Geiſtige des Menſchen iſt es
was ihn hauptsächlich von den Thieren unterſcheidet.
Die neuren Untersuchungen müſsen nicht bloß
für lieblos ſondern auch der Untersuchung ganz
fremdes gehalten werden, wenn man von einer
Stufenfolge der Humanität ſpricht.
Meiners hat zuerſt eine ſolche Anſicht von Syſtemen
aufgeſtellt, wo er von vollkommnern und unvollkommnern
Arten ſpricht, indem er vom Orangutang
anfängt zu den ſogenannten Aterpophagen und
den Negern übergeht, dann zu den Buſchhottentotten,
dann zu den Einwohnern von Neu-Guinea kömmt,
die wie Affen beſchrieben werden, dann zu den mongoliſchen
Stämmen und endlich zu ſich ſelbſt aufſteigt
Gebrauch ſtärker wird.
Die Hauptcharacktere bleiben immer das Geſicht,
eine größere Capacität des Schädels zu den Theilen
des Antlitzes und die urſprüngliche Beſtimmung
zum aufrechten Ganz. Doch die phyſiſchen Characktere
, ſo wie die Sprache können nicht als Hauptunterſchiede
angeſehen werden, ſondern die
Intelligenz, das Geiſtige des Menſchen iſt es
was ihn hauptsächlich von den Thieren unterſcheidet.
Die neuren Untersuchungen müſsen nicht bloß
für lieblos ſondern auch der Untersuchung ganz
fremdes gehalten werden, wenn man von einer
Stufenfolge der Humanität ſpricht.
Meiners hat zuerſt eine ſolche Anſicht von Syſtemen
aufgeſtellt, wo er von vollkommnern und unvollkommnern
Arten ſpricht, indem er vom Orangutang
anfängt zu den ſogenannten Aterpophagen und
den Negern übergeht, dann zu den Buſchhottentotten,
dann zu den Einwohnern von Neu-Guinea kömmt,
die wie Affen beſchrieben werden, dann zu den mongoliſchen
Stämmen und endlich zu ſich ſelbſt aufſteigt
. Es würde nicht der Mühe lohnen in dieſe wenigen
Unterſuchen Unterſuchungen weiter einzudringen
. – Doch wollen wir nur auf 2 Affen aufmerksam
machen, die dem Menſchen am ähnlichſten
ſind. –
Es iſt lange Zeit eine große Ungewißheit geweſen
, über die Thiere die man als Orangutang
beſchrieben hat. Es ſcheint dieß nur das junge Individuen
eines ſehr bösen häßlichen Affen zu ſein,
der Waldmenſch. Welche Bedeutung auch eigentlich
das Wort hat: von orang verſtändig ein Wort
daß ſowohl dem Menſchen, als dem Affen und dem
Elephanten gegeben wird und utang waldig, iſt
35 bis 36″ also kaum 3′ groß aus des Geſchlecht
der Pongo in Borneo. – Je mehr man ſich dem
Lande naht wo die Affen ſind deſto mehr hören
die Fabeln auf und die Vorliebe für die Affen
mit denen wir hier ſo vielfach unterhalten werden
; wie zum B. wenn ſie Weiß ſtehlen, daß ſie
einen eignen Knoten beiden, den Affenknoten
uſw. das ein merkwürdiger Gebrauch des Daumens
wäre, Doc hat dieß aber ein geſehen. Die 4 Daumen,
Unterſuchen Unterſuchungen weiter einzudringen
. – Doch wollen wir nur auf 2 Affen aufmerksam
machen, die dem Menſchen am ähnlichſten
ſind. –
Es iſt lange Zeit eine große Ungewißheit geweſen
, über die Thiere die man als Orangutang
beſchrieben hat. Es ſcheint dieß nur das junge Individuen
eines ſehr bösen häßlichen Affen zu ſein,
der Waldmenſch. Welche Bedeutung auch eigentlich
das Wort hat: von orang verſtändig ein Wort
daß ſowohl dem Menſchen, als dem Affen und dem
Elephanten gegeben wird und utang waldig, iſt
35 bis 36″ also kaum 3′ groß aus des Geſchlecht
der Pongo in Borneo. – Je mehr man ſich dem
Lande naht wo die Affen ſind deſto mehr hören
die Fabeln auf und die Vorliebe für die Affen
mit denen wir hier ſo vielfach unterhalten werden
; wie zum B. wenn ſie Weiß ſtehlen, daß ſie
einen eignen Knoten beiden, den Affenknoten
uſw. das ein merkwürdiger Gebrauch des Daumens
wäre, Doc hat dieß aber ein geſehen. Die 4 Daumen,
die ihm für ſeine Lebensart auf den Bäumen ſehr
zuträglich ſind, geben dem Affen eine weit größere
ſcheinbare Intelligenz als andern Thieren, wie z. B.
die Pferde, ſo hat Doc ein merkwürdiges Beiſpiel
bei einen Orangutang geſehen wie er ſeine Daumen
brauchte, um ein Glas welches von Tiſche fallen
wollte aufzuhalten, indem er die Hand ſo
lange darauf hielt bis es in Ruhe kam. – In neuren
Zeiten hat Tilenius gezeigt, daß alle die Affen
die wir für Orangutangs gehalten haben
nur junge Thiere ſind, und es iſt nach den Untersuchungen
des Herrn Tileſius nur zu wahrſcheinlich
geworden, ſo wie ebenfalls nach Cuvier und Rudolphie
, ſtatt dieſer liebliche, ſchöne, verſtändige
Affe ſpäter ein ſehr häßlicher, böſer Affe wird.
Schon früher hat man in Menagerien bemerkt,
daß der Pavian, der eine Art Hundskopf hat,
jung mit rundem Kindskopf geboren wird, aber
ſo iſt es ſehr wahrſcheinlich daß der Orangutang
im Alter der ſchreckliche Pongo wird, der beſonders
in Borneo und Cochinchina ſich aufhält.
Ein anderer ſehr menſchenähnlicher Affe iſt der
afrikaniſche Jocko oder Chimpanſe, simia trochlodytes
zuträglich ſind, geben dem Affen eine weit größere
ſcheinbare Intelligenz als andern Thieren, wie z. B.
die Pferde, ſo hat Doc ein merkwürdiges Beiſpiel
bei einen Orangutang geſehen wie er ſeine Daumen
brauchte, um ein Glas welches von Tiſche fallen
wollte aufzuhalten, indem er die Hand ſo
lange darauf hielt bis es in Ruhe kam. – In neuren
Zeiten hat Tilenius gezeigt, daß alle die Affen
die wir für Orangutangs gehalten haben
nur junge Thiere ſind, und es iſt nach den Untersuchungen
des Herrn Tileſius nur zu wahrſcheinlich
geworden, ſo wie ebenfalls nach Cuvier und Rudolphie
, ſtatt dieſer liebliche, ſchöne, verſtändige
Affe ſpäter ein ſehr häßlicher, böſer Affe wird.
Schon früher hat man in Menagerien bemerkt,
daß der Pavian, der eine Art Hundskopf hat,
jung mit rundem Kindskopf geboren wird, aber
ſo iſt es ſehr wahrſcheinlich daß der Orangutang
im Alter der ſchreckliche Pongo wird, der beſonders
in Borneo und Cochinchina ſich aufhält.
Ein anderer ſehr menſchenähnlicher Affe iſt der
afrikaniſche Jocko oder Chimpanſe, simia trochlodytes
In mehrere Colonien hat man ihn ſo weit gebracht,
daß er bei Tiſch aufwarten, Kaffe und Thee trinken
kann uſw. Er hat im Körperbau weniger
Menſchen ähnliches als der Orangutang, aber mehr
in ſeiner Phyſiognomie. – Schwerer noch iſt vom
Gibbon eine Menſchenähnlichkeit zu finden, der faſt
gar keine Stirne hat, aber ein menſchenähnliches;
der Leib iſt mit Haaren bedeckt.
Dieß ſind die Geſchöpfe die man dem Menſchen am
nächſten geſtellt hat, und die Meiners mit den
Negern und Hottentotten zu den unvollkom̃en
Menſchen zählt.
Ueber Menſchenracen
.
Ob es unter den Menſchen nur eine Species gebe
, oder verſchiedene Varietäten, iſt eine Unterſuchung
die am lebendigſten betrieben worden
iſt ſeit den ſiebenziger und achtziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts. Die Untersuchung der
Menſchenracen iſt aber oft verwechselt worden
mit der über Verwandſchaft der Sprachen. Es ſind
dieſe beiden Untersuchungen durchaus verſchieden,
ſo ſind Völker von türkiſchem Stamm die jetzt
mongoliſch reden, und andere die von den Mongolen
daß er bei Tiſch aufwarten, Kaffe und Thee trinken
kann uſw. Er hat im Körperbau weniger
Menſchen ähnliches als der Orangutang, aber mehr
in ſeiner Phyſiognomie. – Schwerer noch iſt vom
Gibbon eine Menſchenähnlichkeit zu finden, der faſt
gar keine Stirne hat, aber ein menſchenähnliches;
der Leib iſt mit Haaren bedeckt.
Dieß ſind die Geſchöpfe die man dem Menſchen am
nächſten geſtellt hat, und die Meiners mit den
Negern und Hottentotten zu den unvollkom̃en
Menſchen zählt.
Ueber Menſchenracen
.
Ob es unter den Menſchen nur eine Species gebe
, oder verſchiedene Varietäten, iſt eine Unterſuchung
die am lebendigſten betrieben worden
iſt ſeit den ſiebenziger und achtziger Jahren des
vorigen Jahrhunderts. Die Untersuchung der
Menſchenracen iſt aber oft verwechselt worden
mit der über Verwandſchaft der Sprachen. Es ſind
dieſe beiden Untersuchungen durchaus verſchieden,
ſo ſind Völker von türkiſchem Stamm die jetzt
mongoliſch reden, und andere die von den Mongolen
abſtammen ſprechen türkiſch, die Völker germaniſchen
Urſprungs reden vom aniſche Sprache etc. –
Wenn Leibnitz dieß früher ſchon verwechselt hat ſo
iſt es unſern Zeiten noch mehr in Adelungs, und
Vaters ſonſt ausgezeichneten Werke Mithridates.
In neuern Zeiten iſt über die Abſtammung
der Völker beſonders in Central Aſien im
Himalaya Gebirge und von dem Aralſen bis
zur chineſiſchen Mauer großer Licht verbreitet
worden durch Abbe Rénusat Julius Klaproth in
der asia polyglotta – Bopp und Schlegel über
Sanſkrit , und einige Gelehrte die mit Grotefond
Entdeckungen über die Keilſchrift gemacht haben:
St. Martin in Paris, Baloi etc.
S. Literaturgeſchichte
1827/28
Die Griechen und Römer unterſcheiden nur dreierlei
Menſchen: 1, Eingeboren Erdgeborne, Ureinwohner
, Autochtonen 2, Eingewanderte, 3, Fremde.
In Afrika besonders im nördlichen Theil, wo man
die Schwarzen als Autochtonen ansah, waren ſchon
früh zu wiederholten malen Einwanderungen von
Weißen geſchehen, von der kaukaſiſchen Menſchenrace
, ſo von Persern und Medere. – Gewiß
iſt es ganz unſtreitig, ſeit die Hiktes ein
arabiſcher Menſchenſtamm ſind, zwiſchen dieſen
Urſprungs reden vom aniſche Sprache etc. –
Wenn Leibnitz dieß früher ſchon verwechselt hat ſo
iſt es unſern Zeiten noch mehr in Adelungs, und
Vaters ſonſt ausgezeichneten Werke Mithridates.
In neuern Zeiten iſt über die Abſtammung
der Völker beſonders in Central Aſien im
Himalaya Gebirge und von dem Aralſen bis
zur chineſiſchen Mauer großer Licht verbreitet
worden durch Abbe Rénusat Julius Klaproth in
der asia polyglotta – Bopp und Schlegel über
Sanſkrit , und einige Gelehrte die mit Grotefond
Entdeckungen über die Keilſchrift gemacht haben:
St. Martin in Paris, Baloi etc.
S. Literaturgeſchichte
1827/28
Die Griechen und Römer unterſcheiden nur dreierlei
Menſchen: 1, Eingeboren Erdgeborne, Ureinwohner
, Autochtonen 2, Eingewanderte, 3, Fremde.
In Afrika besonders im nördlichen Theil, wo man
die Schwarzen als Autochtonen ansah, waren ſchon
früh zu wiederholten malen Einwanderungen von
Weißen geſchehen, von der kaukaſiſchen Menſchenrace
, ſo von Persern und Medere. – Gewiß
iſt es ganz unſtreitig, ſeit die Hiktes ein
arabiſcher Menſchenſtamm ſind, zwiſchen dieſen
und dem Meere iſt ein auffallender Contraſt, nicht
nur der, welcher zwiſchen der weißeſten und einer
ganz ſchwarzen Menſchenrace ſtatt findet, ſondern
es findet ſich auch ein Abklang in ihrer ganzen
Mythologie; auch zeigt es ſich durch ihr Hirtenleben.
Die 3te Wanderung nach Afrika, die in die eigentliche
Völkerwanderung fällt, wenn die der Vandalen
, von denen auf den Atlas noch Reſte, zurükgeblieben
, wo man auf der großen Höhe noch einen
kleinen Theil von Menſchen weißer Race bewohnt
findet.
Wenn Herodot auch noch nicht an die Unterſuchungen
dachte, die hauptſächlich den Neuern angehören
, ob alle Menſchen von ein Paar abſtammen,
und nur durch das Klima ſich veränderten
oder von mehreren etc. ſo haben dieß doch ſpäter
Schriftſteller des Alterthums ſehr geiſtreich
ausgeſprochen, ſo Tacitus in ſeine Agricola.
Die Idee der Einheit des Menſchengeſchlechts iſt
eigentlich erſt durch das Chriſtenthum herrſchend
geworden; die Idee der gemeinsamen Verwandtſchaft
der weißen und farbigen Menſchen iſt eine
der ſchönen Sachen die das Chriſtenthum hervorbrachte.
nur der, welcher zwiſchen der weißeſten und einer
ganz ſchwarzen Menſchenrace ſtatt findet, ſondern
es findet ſich auch ein Abklang in ihrer ganzen
Mythologie; auch zeigt es ſich durch ihr Hirtenleben.
Die 3te Wanderung nach Afrika, die in die eigentliche
Völkerwanderung fällt, wenn die der Vandalen
, von denen auf den Atlas noch Reſte, zurükgeblieben
, wo man auf der großen Höhe noch einen
kleinen Theil von Menſchen weißer Race bewohnt
findet.
Wenn Herodot auch noch nicht an die Unterſuchungen
dachte, die hauptſächlich den Neuern angehören
, ob alle Menſchen von ein Paar abſtammen,
und nur durch das Klima ſich veränderten
oder von mehreren etc. ſo haben dieß doch ſpäter
Schriftſteller des Alterthums ſehr geiſtreich
ausgeſprochen, ſo Tacitus in ſeine Agricola.
Die Idee der Einheit des Menſchengeſchlechts iſt
eigentlich erſt durch das Chriſtenthum herrſchend
geworden; die Idee der gemeinsamen Verwandtſchaft
der weißen und farbigen Menſchen iſt eine
der ſchönen Sachen die das Chriſtenthum hervorbrachte.
Als Amerika entdeckt werden war und man dort
Menſchen fand, die zum Theil noch thieriſch erſchienen,
da ſie wie die wilden Thiere in den Wäldern lebten,
und das Land ihnen nicht die Gelegenheit darbot,
wie in Aſien, Hirtenvölker zu werden, hauptſächlich
auch wegen des Mangels an wiederkäuender Thiere;
merkwürdig genug benutzten ſie nicht den Pisang.
Eben ſo war auch in China nicht einmal der Gebrauch
der Milch bekannt, und auch in den Büchern iſt ein
davon die Rede, obgleich ſie rings von Hirtenvölkern
umgeben ſind; eben ſo war es in Amerika. Wenn
man nach dem weſtlichen v. Aſien hinzieht ſo findet man
lauter Hirtenvölker , ſo entſtand zuerſt die Frage,
ob die Bewohner Amerikas ebenfalls als Menſchen
anzuſehen ſeien; und trotz der Vorurtheile die damals
herrſchten, muß man doch der Wahrheit der
Steuer ſagen, daß eine eigne Bulle von den Päbſten
gegeben wurde, die die Gemeinsamkeit der Menſchen
ausdrückte. Wenn daher die Sklaverei im 15ten und
16ten Jahrhundert zunahm, indem man die Caraiben
und Neger verhandelte, ſo iſt dieß nur als Induſtrie
bei den plötzlich erwachenden Handelsſtaaten anzuſehen.
Menſchen fand, die zum Theil noch thieriſch erſchienen,
da ſie wie die wilden Thiere in den Wäldern lebten,
und das Land ihnen nicht die Gelegenheit darbot,
wie in Aſien, Hirtenvölker zu werden, hauptſächlich
auch wegen des Mangels an wiederkäuender Thiere;
merkwürdig genug benutzten ſie nicht den Pisang.
Eben ſo war auch in China nicht einmal der Gebrauch
der Milch bekannt, und auch in den Büchern iſt ein
davon die Rede, obgleich ſie rings von Hirtenvölkern
umgeben ſind; eben ſo war es in Amerika. Wenn
man nach dem weſtlichen v. Aſien hinzieht ſo findet man
lauter Hirtenvölker , ſo entſtand zuerſt die Frage,
ob die Bewohner Amerikas ebenfalls als Menſchen
anzuſehen ſeien; und trotz der Vorurtheile die damals
herrſchten, muß man doch der Wahrheit der
Steuer ſagen, daß eine eigne Bulle von den Päbſten
gegeben wurde, die die Gemeinsamkeit der Menſchen
ausdrückte. Wenn daher die Sklaverei im 15ten und
16ten Jahrhundert zunahm, indem man die Caraiben
und Neger verhandelte, ſo iſt dieß nur als Induſtrie
bei den plötzlich erwachenden Handelsſtaaten anzuſehen.
Man hat ſehr oft die pelzige geographÿſche Vertheilung
der Menſchen verwechselt mit der hiſtoriſchen Entwickelung
dieſer Vertheilung. Die Frage von wo aus Amerika
zuerſt bevölkert worden iſt, iſt weder eine philoſophiſche
noch eine hiſtoriſche Frage; man darf ſie nicht
vermengen mit der: welche Einwohner aus dem nördlichen
Aſien ſind nach Europa gekommen. – Die Betrachtungen
der Menſchenracen ſind nur wenig zur Klarheit
gekommen, weil man ſie immer von der Geographie
der Thiere und Pflanzen getrennt hat.
Die Fragen die wir hier hauptsächlich zu beantworten
haben, ſind dreierlei:
1, Welche Verſchiedenheit des Körperbaues der Menſchen
kennen wir
2, Wie ſind dieſe Verſchiedenheiten entſtanden? nun
3, Wie ſind ſie auf der Erdoberfläche vertheilt?
Die letztern iſt eine bloß hiſtoriſche Frage.
In Hinsicht des Causal zuſammenhangs des Phänomens
giebt es 2 Möglichkeit: entweder hat es gegeben:
einen Urtypus, eine gemeinsamen Abſtammung alter
Menſchen von einem Paar, wie es durch Degeneration
wodurch ſie wie wir bei Pflanzen und Thieren ſehen
Species nur bilden können und Abweichung vom Typus,
der Menſchen verwechselt mit der hiſtoriſchen Entwickelung
dieſer Vertheilung. Die Frage von wo aus Amerika
zuerſt bevölkert worden iſt, iſt weder eine philoſophiſche
noch eine hiſtoriſche Frage; man darf ſie nicht
vermengen mit der: welche Einwohner aus dem nördlichen
Aſien ſind nach Europa gekommen. – Die Betrachtungen
der Menſchenracen ſind nur wenig zur Klarheit
gekommen, weil man ſie immer von der Geographie
der Thiere und Pflanzen getrennt hat.
Die Fragen die wir hier hauptsächlich zu beantworten
haben, ſind dreierlei:
1, Welche Verſchiedenheit des Körperbaues der Menſchen
kennen wir
2, Wie ſind dieſe Verſchiedenheiten entſtanden? nun
3, Wie ſind ſie auf der Erdoberfläche vertheilt?
Die letztern iſt eine bloß hiſtoriſche Frage.
In Hinsicht des Causal zuſammenhangs des Phänomens
giebt es 2 Möglichkeit: entweder hat es gegeben:
einen Urtypus, eine gemeinsamen Abſtammung alter
Menſchen von einem Paar, wie es durch Degeneration
wodurch ſie wie wir bei Pflanzen und Thieren ſehen
Species nur bilden können und Abweichung vom Typus,
ſo wie durch Einwirkung der Klimatiſchen Verhältniſse
Variaten ſich gebildet haben, oder es hat mehrere
Typus zugleich gegeben.
Die erſte Meinung haben Pallas und Priccal angenommen
, und zwar daß die ſchwarze Farbe die Urfarbe
ſei, ſo daß also die Cirkaſsier aus den Negern
entſtanden ſind. – Es entſpricht dieſer Ansicht allerdings
die Bemerkung bei Thieren, die gewiß weißer
werden wenn man ſie zu Hausthieren macht Enten
Gänse etc – Die Weißen möchten vielleicht mit
dieſer Abſtammung nicht ſehr zufrieden ſein, doch
eben ſo wenig im ungekehrten Fall die Schwarzen.
Die Ideen von Häßlichkeit und Schönheit ſind ſehr
verſchieden. Herr Deumel erinnerte ſich immer mit
eine Art von Unwillen, und erzählte als das Unangenehmſte
das ihm auf ſeiner ganzen Reiſen wiederfahren
ſei, welchen ekelhaften Eindruck er unter
die Negerſtämme in Sadam mit ſeiner weißen
Farbe, und dem europäiſchen Geſicht er gemacht habe.
Die Negerinnen ſchauderten vor ihm zurük, und
es wurde ihnen übel, wenn ſie das weiße Gesicht
mit großer Nase und wenigen verſtehenden Backenknochen
ſahen. So ſucht jedes Volk den Typus der
Variaten ſich gebildet haben, oder es hat mehrere
Typus zugleich gegeben.
Die erſte Meinung haben Pallas und Priccal angenommen
, und zwar daß die ſchwarze Farbe die Urfarbe
ſei, ſo daß also die Cirkaſsier aus den Negern
entſtanden ſind. – Es entſpricht dieſer Ansicht allerdings
die Bemerkung bei Thieren, die gewiß weißer
werden wenn man ſie zu Hausthieren macht Enten
Gänse etc – Die Weißen möchten vielleicht mit
dieſer Abſtammung nicht ſehr zufrieden ſein, doch
eben ſo wenig im ungekehrten Fall die Schwarzen.
Die Ideen von Häßlichkeit und Schönheit ſind ſehr
verſchieden. Herr Deumel erinnerte ſich immer mit
eine Art von Unwillen, und erzählte als das Unangenehmſte
das ihm auf ſeiner ganzen Reiſen wiederfahren
ſei, welchen ekelhaften Eindruck er unter
die Negerſtämme in Sadam mit ſeiner weißen
Farbe, und dem europäiſchen Geſicht er gemacht habe.
Die Negerinnen ſchauderten vor ihm zurük, und
es wurde ihnen übel, wenn ſie das weiße Gesicht
mit großer Nase und wenigen verſtehenden Backenknochen
ſahen. So ſucht jedes Volk den Typus der
Schönheit in ſeinen eignen Individualität.
S. Logik 1826/27.
Allein es
gibt Begriffe von Anmuth und Schonheit die von
Volksſtämmen unabhängig ſind, dieſe gehören einer
höhere Ideewelt an. Der ſchwarze Farbe wurde weñ
ſie auch noch ſo zart wäre; doch immer das ſchöne ſo
viel ausdrückende Eröthen abgehen, daß nur bei der
weißen Farbe hervortritt. Bei den Negerfrauen
ſind die Wangen zwar bisweilen etwas roth gefärbt,
doch iſt dieß nur ſehr gering, der Ausdruck der Friſchheit
zeigt ſich bei ihnen in der Intensität der Färbung.
Die Geſchichte im eigentliche Sinne des Worts reicht
nicht bis zum Urſprung hinaus: ſo iſt es unmöglich zu
beantworten, ob alle Sprache von einer Urſprache,
alle Schriften von einer Schriftart abſtammen.
Man kann den Formen der Schriften und Sprachen Gewalt
anthun, und Abſtammungen herleiten die immer nur
von denen geglaubt werden die dieſe Entdeckungen
gemacht zu haben ſich einbilden; Beweiſe hat man aber
noch nicht dafür. Wenn man eine Urſprache annehmen
will, ſo kann wohl überall Tümmern davon entdecken,
ſelbſt in den Wurzeln, wenn man von alter höhern Philosophie
abſtrahirt wird man in allen Sprachen Ähnlichkeiten
finden, und ſo kann man ſich einbilden daß
S. Logik 1826/27.
Allein es
gibt Begriffe von Anmuth und Schonheit die von
Volksſtämmen unabhängig ſind, dieſe gehören einer
höhere Ideewelt an. Der ſchwarze Farbe wurde weñ
ſie auch noch ſo zart wäre; doch immer das ſchöne ſo
viel ausdrückende Eröthen abgehen, daß nur bei der
weißen Farbe hervortritt. Bei den Negerfrauen
ſind die Wangen zwar bisweilen etwas roth gefärbt,
doch iſt dieß nur ſehr gering, der Ausdruck der Friſchheit
zeigt ſich bei ihnen in der Intensität der Färbung.
Die Geſchichte im eigentliche Sinne des Worts reicht
nicht bis zum Urſprung hinaus: ſo iſt es unmöglich zu
beantworten, ob alle Sprache von einer Urſprache,
alle Schriften von einer Schriftart abſtammen.
Man kann den Formen der Schriften und Sprachen Gewalt
anthun, und Abſtammungen herleiten die immer nur
von denen geglaubt werden die dieſe Entdeckungen
gemacht zu haben ſich einbilden; Beweiſe hat man aber
noch nicht dafür. Wenn man eine Urſprache annehmen
will, ſo kann wohl überall Tümmern davon entdecken,
ſelbſt in den Wurzeln, wenn man von alter höhern Philosophie
abſtrahirt wird man in allen Sprachen Ähnlichkeiten
finden, und ſo kann man ſich einbilden daß
man den Typus entdeckt hat, um eine Sprache, man
weiß eigentlich nicht warum für die ältere zu halten;
es kann dieß aber nur Vertrauen bei denen finden,
die auf mühſamen Wege zu einer ſolchen Erkenntniß
gekommen ſind.
Schon frühzeitig war man aufmerksam geworden
auf Stämme weißer und gelber Farbe, in Aegypten
bis man endlich auch ſchwarze Menſchen kennen lernte;
es wurden dieſe Stämme vermehrt durch Vermiſchungen
der Weißen mit den Schwarzen, woraus Meſtigen hervor
gingen: die Lybophönizen. – Den Alten bat ſich eine
Ansicht über das Ganze dar, ſie ſahen nur immer einzelne
Völker. Wenn ſie aber auch nur Autochtonen
und Eingewanderte unterſchieden, ſo beſchäftigten
ſie ſich doch auch mit den Eindrücken die das Klima
auf das Menſchengeſchlecht macht; man unterſchied
auch was man Beſtändigkeit eines Typus nennen
könnte, durans originiscis bemerkt Tacitus in Agricola
indem er die klimatiſche Erſcheinungen davon unterſcheidet
. – Einem Studus wie es jetzt betrieben
wird, ſtand bei den Alten auch hauptſächlich die Verachtung
der Barbaren entgegen; dieß zeigt ſich
besonders bei der Unkenntniß der fremden Sprachen,
deren Kenntniß ſie auf die Unterſchiede hätte führen
weiß eigentlich nicht warum für die ältere zu halten;
es kann dieß aber nur Vertrauen bei denen finden,
die auf mühſamen Wege zu einer ſolchen Erkenntniß
gekommen ſind.
Schon frühzeitig war man aufmerksam geworden
auf Stämme weißer und gelber Farbe, in Aegypten
bis man endlich auch ſchwarze Menſchen kennen lernte;
es wurden dieſe Stämme vermehrt durch Vermiſchungen
der Weißen mit den Schwarzen, woraus Meſtigen hervor
gingen: die Lybophönizen. – Den Alten bat ſich eine
Ansicht über das Ganze dar, ſie ſahen nur immer einzelne
Völker. Wenn ſie aber auch nur Autochtonen
und Eingewanderte unterſchieden, ſo beſchäftigten
ſie ſich doch auch mit den Eindrücken die das Klima
auf das Menſchengeſchlecht macht; man unterſchied
auch was man Beſtändigkeit eines Typus nennen
könnte, durans originiscis bemerkt Tacitus in Agricola
indem er die klimatiſche Erſcheinungen davon unterſcheidet
. – Einem Studus wie es jetzt betrieben
wird, ſtand bei den Alten auch hauptſächlich die Verachtung
der Barbaren entgegen; dieß zeigt ſich
besonders bei der Unkenntniß der fremden Sprachen,
deren Kenntniß ſie auf die Unterſchiede hätte führen
können zwiſchen Sprachfamilien, eigentliche Sprachen
und Dialekt. –
Wenn es in bloß natürlicher Folge nur nah iſt von
den Schwarzen zu den Weißen herabzukommen, ſo ſind
doch hingegen wiederum auch nicht Gründe da, die Verbreitung
der Menſchen nicht aus der Einheit der Menſchen
abzuleiten. – Durch kleine Einwirkungen können
große Veränderungen entſtehen; bei den Hausthieren,
den Hunden und Rindern ſehen wir viel Varietäten;
eben ſo bei den Pflanzen; und dieſe Varietäten entſtehen
durch bloße Degenerationen. So iſt erſt zu
unſerer Zeit eine merkwürdige Varietät von Schaafen
entſtanden.
In Connecticut wurde vor einigen Jahren ein Schaaf
mit gekrümmten Vorderfüßen geboren, dieß hat
ſich fortgepflanzt und man findet jetzt wie Houfries
und Ebrard Raw vorsichern eine ganze Gattung
ſolcher Schaafe in Neuengland, die die Engländer beſonders
vorziehen, weil ſie nicht über die Hecken ſpringen
. In Ungarn, Schweden und England giebt es
Hauptſchweine mit ungetheilten Hufen. Eben ſo
bei den Pflanzen die Siringa Wareing zwiſchen den
Six persica und der Six vulgaris.
und Dialekt. –
Wenn es in bloß natürlicher Folge nur nah iſt von
den Schwarzen zu den Weißen herabzukommen, ſo ſind
doch hingegen wiederum auch nicht Gründe da, die Verbreitung
der Menſchen nicht aus der Einheit der Menſchen
abzuleiten. – Durch kleine Einwirkungen können
große Veränderungen entſtehen; bei den Hausthieren,
den Hunden und Rindern ſehen wir viel Varietäten;
eben ſo bei den Pflanzen; und dieſe Varietäten entſtehen
durch bloße Degenerationen. So iſt erſt zu
unſerer Zeit eine merkwürdige Varietät von Schaafen
entſtanden.
In Connecticut wurde vor einigen Jahren ein Schaaf
mit gekrümmten Vorderfüßen geboren, dieß hat
ſich fortgepflanzt und man findet jetzt wie Houfries
und Ebrard Raw vorsichern eine ganze Gattung
ſolcher Schaafe in Neuengland, die die Engländer beſonders
vorziehen, weil ſie nicht über die Hecken ſpringen
. In Ungarn, Schweden und England giebt es
Hauptſchweine mit ungetheilten Hufen. Eben ſo
bei den Pflanzen die Siringa Wareing zwiſchen den
Six persica und der Six vulgaris.
61. Vorlesung, 25. April 1828
Daß die Typen jetzt feſt ſind, ſieht man daran
daß die gefärbten Menſchenracen dieſelben Eigenheiten
behalten wenn ſie in andern Gegenden leben. Die Fabel
von Portugieſen die ſchwarz geworden wären hat
ſich nach ſpätern Unterſuchungen als durchaus irrig
erwieſen. – Es iſt eine Art pſÿchologiſcher Fabel
daß die gelbe Farbe die von Leberkrankheiten
kommt, wenn ſie ſich mit Sauerſtoff verbindet ſchwarz
werde; die Neger müßte man demnach annehmen
als in ſteter Leberkrankheit ſich befindend; man hat
aber auch ſelbſt neuerdings gefunden daß die
Gelbsucht nicht aus der Leber ſelbſt entſtehe.
Beſonders zeigt ſich Feſtigkeit der Typen wenn
verſchiedene Menſchenracen in einer Gegend zuſammen
befinden. Man hat Zweifel über die kleinen
Menſchenrace in den Feuerlanden, über die
Picheres gehabt; aber Herr Wedde hat ſie in neuern Zeiten
wieder aufgenommen. Dieſe kaum 4′ großen Menſchen
, den Patagonern, die meiſt eine Größe von
5′ 8″ haben. In demselben Verhältniß beinah finden
ſich im ſüdlichen Afrika die kleinen Hottentotten
gegen die großen Kaffern; und eben ſo fand Doc
ein ähnliches Verhältniß zwiſchen den Shihetta Indiern
und den Caraiben. In Schottland herrſcht
Daß die Typen jetzt feſt ſind, ſieht man daran
daß die gefärbten Menſchenracen dieſelben Eigenheiten
behalten wenn ſie in andern Gegenden leben. Die Fabel
von Portugieſen die ſchwarz geworden wären hat
ſich nach ſpätern Unterſuchungen als durchaus irrig
erwieſen. – Es iſt eine Art pſÿchologiſcher Fabel
daß die gelbe Farbe die von Leberkrankheiten
kommt, wenn ſie ſich mit Sauerſtoff verbindet ſchwarz
werde; die Neger müßte man demnach annehmen
als in ſteter Leberkrankheit ſich befindend; man hat
aber auch ſelbſt neuerdings gefunden daß die
Gelbsucht nicht aus der Leber ſelbſt entſtehe.
Beſonders zeigt ſich Feſtigkeit der Typen wenn
verſchiedene Menſchenracen in einer Gegend zuſammen
befinden. Man hat Zweifel über die kleinen
Menſchenrace in den Feuerlanden, über die
Picheres gehabt; aber Herr Wedde hat ſie in neuern Zeiten
wieder aufgenommen. Dieſe kaum 4′ großen Menſchen
, den Patagonern, die meiſt eine Größe von
5′ 8″ haben. In demselben Verhältniß beinah finden
ſich im ſüdlichen Afrika die kleinen Hottentotten
gegen die großen Kaffern; und eben ſo fand Doc
ein ähnliches Verhältniß zwiſchen den Shihetta Indiern
und den Caraiben. In Schottland herrſcht
ebenfalls ein großer Unterſchied zwiſchen den Lowländern
und Hochländern, ſie erſten ſind blond und blauäugig
, die andern dagegen ſchwarzäugig.
Mit Recht hat man die Bemerkung gemacht, daß man
vielleicht ein auf die Idee verſchiedener Menſchenracen
gekommen wäre, wären nicht die Neger vorhanden
. Da dieſe ſo ganz Extreme von den weißen
Menſchen waren, hat man mehr Werth auf dieſe Verſchiedenheit
gelegt, als es wohl ſonſt geſchehen wäre.
Bei den Thieren finden die verſchiedenartigſten Farben,
ohne darauf eine besondere Eintheilung zu gründen;
ſo daß also wohl das Pigment nicht ſo wichtig iſt als
es ſcheint.
Eintheilungsgründe
für die Menſchenracen
.
Die verſchiedenen Untersuchungen haben Anlaß zu
ſchneidenden Unterſcheidungen gegeben wie ſie eigentlich
nicht in die Natur vorhanden ſind. Man hat verſchieden
Eintheilungs-Gründe aufgesucht: 1, nach der Haut, und
zwar entweder nach dem farbigen Pigment der Haut
ſelbſt oder 2, nach der Farbe der Haare. 3, nach den Gesichtslinien
Facaal Linien und endlich 4, nach der Sprachenverſchiedenheit
.
Nach der Farbe der Haut gibt es weiße, gelbe und
rothe auch ſchwarze Menſchenracen. Die Einwirkung
des Klimas auf die Farbe mußte ſehr früh entſtehen
und Hochländern, ſie erſten ſind blond und blauäugig
, die andern dagegen ſchwarzäugig.
Mit Recht hat man die Bemerkung gemacht, daß man
vielleicht ein auf die Idee verſchiedener Menſchenracen
gekommen wäre, wären nicht die Neger vorhanden
. Da dieſe ſo ganz Extreme von den weißen
Menſchen waren, hat man mehr Werth auf dieſe Verſchiedenheit
gelegt, als es wohl ſonſt geſchehen wäre.
Bei den Thieren finden die verſchiedenartigſten Farben,
ohne darauf eine besondere Eintheilung zu gründen;
ſo daß also wohl das Pigment nicht ſo wichtig iſt als
es ſcheint.
Eintheilungsgründe
für die Menſchenracen
.
Die verſchiedenen Untersuchungen haben Anlaß zu
ſchneidenden Unterſcheidungen gegeben wie ſie eigentlich
nicht in die Natur vorhanden ſind. Man hat verſchieden
Eintheilungs-Gründe aufgesucht: 1, nach der Haut, und
zwar entweder nach dem farbigen Pigment der Haut
ſelbſt oder 2, nach der Farbe der Haare. 3, nach den Gesichtslinien
Facaal Linien und endlich 4, nach der Sprachenverſchiedenheit
.
Nach der Farbe der Haut gibt es weiße, gelbe und
rothe auch ſchwarze Menſchenracen. Die Einwirkung
des Klimas auf die Farbe mußte ſehr früh entſtehen
und zugleich die Idee daß die Sonne die Haut färbe,
wie es besonders bei den Alten geſchah, die nur
wenig kannten, und noch ſelbſt glaubten, daß es
unter dem Aequator ſelbſt weniger heiß ſei als
nördlich daran.
Alexanders Expedition nach Indien mußte noch
mehr dazu beitragen, die Frage warum die Bewohner
des nördlichen Indiens weniger gefärbt
waren als des ſüdlichen, und die Bethiopier dagegen
ſchwärzer wären wurde jetzt untersucht und
da die Philosophen des Alterthums alle ihre Erklärungen
über Naturerſcheinungen nur hauptſächlich
auf Wärme und Feuchtigkeit baſirten,
ſo erklärte man ſich dadurch daß eine feuchte
Wärme ein größeres Schwarz hervorbringe.
In neuren Zeiten hat man gefunden daß in Indien
gar nicht dieſer Unterſchied ſtatt findet; nur einige
Kaſten ſind mehrgefärbt als die andern. Die Bekanntſchaft
der Alten mit Aegypten, Nubien und Süd Afrika
ſo wie mit Indien, mußte ſie auf die ſeltsame Idee
fehren die neuerdings wiederholt worden iſt.
wie es besonders bei den Alten geſchah, die nur
wenig kannten, und noch ſelbſt glaubten, daß es
unter dem Aequator ſelbſt weniger heiß ſei als
nördlich daran.
Alexanders Expedition nach Indien mußte noch
mehr dazu beitragen, die Frage warum die Bewohner
des nördlichen Indiens weniger gefärbt
waren als des ſüdlichen, und die Bethiopier dagegen
ſchwärzer wären wurde jetzt untersucht und
da die Philosophen des Alterthums alle ihre Erklärungen
über Naturerſcheinungen nur hauptſächlich
auf Wärme und Feuchtigkeit baſirten,
ſo erklärte man ſich dadurch daß eine feuchte
Wärme ein größeres Schwarz hervorbringe.
In neuren Zeiten hat man gefunden daß in Indien
gar nicht dieſer Unterſchied ſtatt findet; nur einige
Kaſten ſind mehrgefärbt als die andern. Die Bekanntſchaft
der Alten mit Aegypten, Nubien und Süd Afrika
ſo wie mit Indien, mußte ſie auf die ſeltsame Idee
fehren die neuerdings wiederholt worden iſt.
Plinius ſagt daß die Menſchen von der Sonne gefärbt
würden, eben ſo wie Ruffon ſich ausdrükt livré de etime.
Eine andere Eintheilung iſt nach den Haaren. Man
macht her nach 3 Verſchiedenheiten: entweder Menſchen
mit ſchichten Haaren ſind die Amerikaner. So
nahe ſonſt die malayiſche Race auch die mongoliſche
Race ſcheint, ſo ſind ſie doch ſehr durch dieſen
Eintheilungsgrund von einander entfernt, indem
bei letztern das Haar immer feucht erſcheint. –
Die 2te Verſchiedenheit ſind Menſchen mit bloß
lockigen Haar, wie die kaukaſiſche Race, und endlich
die 3te Art von Haaren iſt die Negervolle. Allein
noch weit weniger wie der Eintheilungs Grund nach
dem Pigment der Haut iſt der nach den Haaren
allgemein durchgreifend: es gibt Schwarze die
nicht wolliges Haar haben und dagegen Weiße
mit wolligen Haare.
Ein dritter Eintheilungs Grund iſt nach dem Geſichtswinkel
, der Facial Linie, der im Ganzen ſehr ſcharfſinnig
iſt, aber deſsen Uebertreibung zu den ſeltſamen
würden, eben ſo wie Ruffon ſich ausdrükt livré de etime.
Eine andere Eintheilung iſt nach den Haaren. Man
macht her nach 3 Verſchiedenheiten: entweder Menſchen
mit ſchichten Haaren ſind die Amerikaner. So
nahe ſonſt die malayiſche Race auch die mongoliſche
Race ſcheint, ſo ſind ſie doch ſehr durch dieſen
Eintheilungsgrund von einander entfernt, indem
bei letztern das Haar immer feucht erſcheint. –
Die 2te Verſchiedenheit ſind Menſchen mit bloß
lockigen Haar, wie die kaukaſiſche Race, und endlich
die 3te Art von Haaren iſt die Negervolle. Allein
noch weit weniger wie der Eintheilungs Grund nach
dem Pigment der Haut iſt der nach den Haaren
allgemein durchgreifend: es gibt Schwarze die
nicht wolliges Haar haben und dagegen Weiße
mit wolligen Haare.
Ein dritter Eintheilungs Grund iſt nach dem Geſichtswinkel
, der Facial Linie, der im Ganzen ſehr ſcharfſinnig
iſt, aber deſsen Uebertreibung zu den ſeltſamen
, bereits erwähnten Eintheilungen von vollkommen
und unvollkommnen Menſchen Veranlaſsung
gegeben hat. Peter Camper hat dieſen Eintheilungs Grund
angegeben.
S. Phyſik 1826/27.
Der Gesichtswinkel wird gebildet, durch
zwei Linien, einer von obern Schneidezähnen
nach der Stirn gezogen, und der andern von den
obern Schneidezähnen nach den Ohren. Nach Somerding
beträgt dieſer Winkel bei dem Menſchengeſchlecht
zwiſchen 75 und 80°. Wiewohl ein Schädel eines Neuſeeländers
gefunden worden iſt, wo dieſer Winkel
nur 65° betrug; eine Ausnahme die aber nicht in
der Natur ſelbſt ihren Grund hat, ſondern vielmehr
durch Kunſt hervor gebracht wird, indem die Neuſeeländer
ſchon den Kindern die Köpfe platt drücken
indem ſie es für ſchön halten.
Der 4te Eintheilung-Grund endlich iſt nach der
Verſchiedenheit der Sprachen. Es iſt ſonderbar daß
ſchon die älteſte Volkergeſchichte Spuren von Untersuchungen
zeigt, wie ſie noch jetzt mit eben
ſo wenigen Glück geführt werden um auf eine
Ursache zu kommen. Herodot hat ſchon erzählt daß
Psammittig ein Paar Kinder Hirten zu erziehen
und unvollkommnen Menſchen Veranlaſsung
gegeben hat. Peter Camper hat dieſen Eintheilungs Grund
angegeben.
S. Phyſik 1826/27.
Der Gesichtswinkel wird gebildet, durch
zwei Linien, einer von obern Schneidezähnen
nach der Stirn gezogen, und der andern von den
obern Schneidezähnen nach den Ohren. Nach Somerding
beträgt dieſer Winkel bei dem Menſchengeſchlecht
zwiſchen 75 und 80°. Wiewohl ein Schädel eines Neuſeeländers
gefunden worden iſt, wo dieſer Winkel
nur 65° betrug; eine Ausnahme die aber nicht in
der Natur ſelbſt ihren Grund hat, ſondern vielmehr
durch Kunſt hervor gebracht wird, indem die Neuſeeländer
ſchon den Kindern die Köpfe platt drücken
indem ſie es für ſchön halten.
Der 4te Eintheilung-Grund endlich iſt nach der
Verſchiedenheit der Sprachen. Es iſt ſonderbar daß
ſchon die älteſte Volkergeſchichte Spuren von Untersuchungen
zeigt, wie ſie noch jetzt mit eben
ſo wenigen Glück geführt werden um auf eine
Ursache zu kommen. Herodot hat ſchon erzählt daß
Psammittig ein Paar Kinder Hirten zu erziehen
gegeben haben um ſie von den Menſchen entfernt
zu erziehen, und daraus daß ſie ſelbſt ſich eine
Sprache bilden würden, zu ſehen welches die älteſte
Sprache ſei. Man glaubte damals aus ein Wort
welches ſie ſprachen zu finden daß die phöniziſche
Sprache die älteſte wäre. So richtig es iſt ein Kriterium
für die Sprachen zu finden, ſo wurden doch ſchwerlich
ſolche Untersuchungen dahin führen. –
W. v Humboldt Bruder des Doc hat neuerdings eine
ſehr ſchöne Abhandlung „Untersuchungen über den
Bau und die Verwandtſchaften der Sprachen bei allen
Völkern” geſchrieben, die bis jetzt noch nicht im Druck
erſchienen iſt. Er ſagt darin: daß die Sprachen nicht
Racenweiſe und nach der Natur des Landes vertheilt
ſind. Geſchichtliche Ereigniſse haben Nationen verſchiedener
Stämme dieſelbe Sprache aufgedrungen,
die Landesſprache hat ſich häufig mit der der Eroberer
vermengt. Sehr wahrſcheinlich iſt es daß die racenartige
Körperliche Verſchiedenheit keine Aenderung
auf Bildung der Sprache macht da ſie aus dem Geiſte
hervorgeht. Die Verſchiedenheit der Sprachorgane kann
zu erziehen, und daraus daß ſie ſelbſt ſich eine
Sprache bilden würden, zu ſehen welches die älteſte
Sprache ſei. Man glaubte damals aus ein Wort
welches ſie ſprachen zu finden daß die phöniziſche
Sprache die älteſte wäre. So richtig es iſt ein Kriterium
für die Sprachen zu finden, ſo wurden doch ſchwerlich
ſolche Untersuchungen dahin führen. –
W. v Humboldt Bruder des Doc hat neuerdings eine
ſehr ſchöne Abhandlung „Untersuchungen über den
Bau und die Verwandtſchaften der Sprachen bei allen
Völkern” geſchrieben, die bis jetzt noch nicht im Druck
erſchienen iſt. Er ſagt darin: daß die Sprachen nicht
Racenweiſe und nach der Natur des Landes vertheilt
ſind. Geſchichtliche Ereigniſse haben Nationen verſchiedener
Stämme dieſelbe Sprache aufgedrungen,
die Landesſprache hat ſich häufig mit der der Eroberer
vermengt. Sehr wahrſcheinlich iſt es daß die racenartige
Körperliche Verſchiedenheit keine Aenderung
auf Bildung der Sprache macht da ſie aus dem Geiſte
hervorgeht. Die Verſchiedenheit der Sprachorgane kann
nur unweſentliche Änderungen haben; ganz gewiß
hat die Natur einen Einfluß auf die Sprache der aber
nicht ſo groß iſt um einen Eintheilungs Grund darauf
zu gründen. So gibt es eine Menge amerikaniſcher
Sprachen, doch wie verſchieden in demselben auch die
Wurzelwörter ſelbſt ſind ſo findet ſich doch vom
Feuerland bis Neu England viel Ähnlichkeit
in den grammatiſchen Formen.
So iſt es faſt allen dieſen Sprachen eigenthümlich
, daß ſie das Object in die Verben einſchieben,
ſie haben wenig Flection, aber verſchiedene Formen,
wenn ſie von lebenden oder todten Gegenſtänden
ſprachen, von vielen oder wenigen etc. Die Form
des Verbungs gibt dieß jederzeit an, ja ſelbſt
ob die Sache oder Person etwas Ehrwürdiges
iſt, von der man ſpricht. Daſselbe hat W. v Humboldt
bei andern Sprachen wieder gefunden, ſo bei den
Basken und einigen Negerſtämmen.
Wenn alle dieſe Eintheilungs Gründe nicht durchgreifend
ſind ſo bleiben uns für verſchiedene Menſchenracen
daher nur phyſiſche Kennzeichen übrig. Man
muß bei dieſen äußern Kennzeichen unterſcheiden
hat die Natur einen Einfluß auf die Sprache der aber
nicht ſo groß iſt um einen Eintheilungs Grund darauf
zu gründen. So gibt es eine Menge amerikaniſcher
Sprachen, doch wie verſchieden in demselben auch die
Wurzelwörter ſelbſt ſind ſo findet ſich doch vom
Feuerland bis Neu England viel Ähnlichkeit
in den grammatiſchen Formen.
So iſt es faſt allen dieſen Sprachen eigenthümlich
, daß ſie das Object in die Verben einſchieben,
ſie haben wenig Flection, aber verſchiedene Formen,
wenn ſie von lebenden oder todten Gegenſtänden
ſprachen, von vielen oder wenigen etc. Die Form
des Verbungs gibt dieß jederzeit an, ja ſelbſt
ob die Sache oder Person etwas Ehrwürdiges
iſt, von der man ſpricht. Daſselbe hat W. v Humboldt
bei andern Sprachen wieder gefunden, ſo bei den
Basken und einigen Negerſtämmen.
Wenn alle dieſe Eintheilungs Gründe nicht durchgreifend
ſind ſo bleiben uns für verſchiedene Menſchenracen
daher nur phyſiſche Kennzeichen übrig. Man
muß bei dieſen äußern Kennzeichen unterſcheiden
die größern Abtheilungen und Kleinern, ſo wie
wir unterſcheiden die Stämme etc. ſo auch die
Nationen Unterſchiede, Völkerformen ſelbſt etc.
Eben ſo wenig kann es a priori aufgeſtellt werden
wo man den Anfang eines Volksſtammes
einer National Verſchiedenheit annehmen ſoll, es
ſind zu viel Nuancean, die eine ſcharfe Abgrenzung
nicht zulaſsen; ſo wenn wir den Unterſchied
zwiſchen Süddeutſchen und Niederdeutſchen aufſtellen
sollten oder zwiſchen Brandenburg und Schleſien.
Wir kommen jedoch auf dieſe Art zu Abtheilungen,
in welche das Menſchengeſchlecht zerfällt, zu Graduationen
in den Formen. Am beſten macht man es
hier ſo, wie man es mit den Sprachen machte, daß
man nicht Mutterſprache oder abgeleitete unterſcheiden
kann, ſondern nur zu wiſsen vermag ob es dialeckte
ſind oder verſchiedene Sprachen: ſo wie man in einen
Sinne des däniſche als abgeleitet vom deutſchen erkennt
, kann man auch das Griechiſche, Persiſche und den
Sanskrit als eine Sprache betrachten. Eben ſo kann
man nur ſagen daß eine mongoliſche Race von
einer andern ſich unterſcheidet wie z. B. die ſlaviſche
wir unterſcheiden die Stämme etc. ſo auch die
Nationen Unterſchiede, Völkerformen ſelbſt etc.
Eben ſo wenig kann es a priori aufgeſtellt werden
wo man den Anfang eines Volksſtammes
einer National Verſchiedenheit annehmen ſoll, es
ſind zu viel Nuancean, die eine ſcharfe Abgrenzung
nicht zulaſsen; ſo wenn wir den Unterſchied
zwiſchen Süddeutſchen und Niederdeutſchen aufſtellen
sollten oder zwiſchen Brandenburg und Schleſien.
Wir kommen jedoch auf dieſe Art zu Abtheilungen,
in welche das Menſchengeſchlecht zerfällt, zu Graduationen
in den Formen. Am beſten macht man es
hier ſo, wie man es mit den Sprachen machte, daß
man nicht Mutterſprache oder abgeleitete unterſcheiden
kann, ſondern nur zu wiſsen vermag ob es dialeckte
ſind oder verſchiedene Sprachen: ſo wie man in einen
Sinne des däniſche als abgeleitet vom deutſchen erkennt
, kann man auch das Griechiſche, Persiſche und den
Sanskrit als eine Sprache betrachten. Eben ſo kann
man nur ſagen daß eine mongoliſche Race von
einer andern ſich unterſcheidet wie z. B. die ſlaviſche
Sprache von der germaniſchen. – Nennt man Mongolen
, Neger und amerikaniſche Volksſtämme
ſo kann man die Verſchiedenheiten unter den einzelnen
nicht Stammverſchiedenheiten nennen.
Cuvier hat 3 große Abtheilungen angenommen;
Blumenbach 5. Wiewohl letztere in 5 Abtheilungen
weit älter iſt als die in 3, ſo iſt es dem Verſtändniß
nach leichter mit einer geringen Zahl von Abtheilungen
anzufangen; daher nehmen wir hier
zuerſt die Abtheilungen von Cuvier und werden
dann die übrigen von Blumenbach hinzufügen. –
Cuvier theilt die Menſchen ein, in weiße, gelbe
und ſchwarze, eine Eintheilung die nicht mehr
Vorzug hat, als andern die man in andern organiſchen
Theilen gemacht hat, indem man in
der neuern Zeit immer viel nach besondern
Charakteren ſuchte.
Weiße Menſchen
Die weiße oder kaukaſiſche Menſchenrace iſt
charakterisirt durch die größten Werke der Denkkraft
nur Phantaſie; unter ihr wurden die dauerhafteſten
Reiche geſtiftet; 3 Religionen entſtanden
aus ihrer Mitte. Nach unſere begriffen
, Neger und amerikaniſche Volksſtämme
ſo kann man die Verſchiedenheiten unter den einzelnen
nicht Stammverſchiedenheiten nennen.
Cuvier hat 3 große Abtheilungen angenommen;
Blumenbach 5. Wiewohl letztere in 5 Abtheilungen
weit älter iſt als die in 3, ſo iſt es dem Verſtändniß
nach leichter mit einer geringen Zahl von Abtheilungen
anzufangen; daher nehmen wir hier
zuerſt die Abtheilungen von Cuvier und werden
dann die übrigen von Blumenbach hinzufügen. –
Cuvier theilt die Menſchen ein, in weiße, gelbe
und ſchwarze, eine Eintheilung die nicht mehr
Vorzug hat, als andern die man in andern organiſchen
Theilen gemacht hat, indem man in
der neuern Zeit immer viel nach besondern
Charakteren ſuchte.
Weiße Menſchen
Die weiße oder kaukaſiſche Menſchenrace iſt
charakterisirt durch die größten Werke der Denkkraft
nur Phantaſie; unter ihr wurden die dauerhafteſten
Reiche geſtiftet; 3 Religionen entſtanden
aus ihrer Mitte. Nach unſere begriffen
ſchreiben wir dieſer Race die größte Schönheit zu
die wir dann besonders finden in Cirkaſsien, Georgien
und Hellas. Der Name kaukaſiſche Race
iſt nicht gut gewählt, kein Volk dieſer Race wohnt
unten am Kaukaſus die Oſseten ausgenommen;
andern ſind femiſchen Urſprungs mit den Lappen
zuſammenhängend, um wenn dieſe auch zu den
europäiſchen Stämmen gehören ſo ſind ſie doch die
weniger Charakteriſtiſchen. – Die übrigen ſind bei
der großen Völkerwanderung nur zur geringen
Theil über den Kaukasus gezogen, wo noch einige
Zurückblieben während die andern weiter zogen:
der größte Theil jedoch iſt jar nicht über dem Kaukaſus
gekommen. Durch ſolche Zuge, wo immer einige
auf hohen Gebirgen zurückblieben entſteht
die jederzeit ſo große Verſchiedenheit der Gebirgsvölker
; ſo werden in der Mexikaniſchen Republik
viele Sprachen geſprochen; während unten im allen
Continent der große Zug der Völkerwanderungen
von O. gegen SW. ging, ſo in Amerika von N. gegen S.;
man kann dieſe Völkerwanderung in Amerika hiſtoriſch
verfolgen bis an den Gila Strom.
die wir dann besonders finden in Cirkaſsien, Georgien
und Hellas. Der Name kaukaſiſche Race
iſt nicht gut gewählt, kein Volk dieſer Race wohnt
unten am Kaukaſus die Oſseten ausgenommen;
andern ſind femiſchen Urſprungs mit den Lappen
zuſammenhängend, um wenn dieſe auch zu den
europäiſchen Stämmen gehören ſo ſind ſie doch die
weniger Charakteriſtiſchen. – Die übrigen ſind bei
der großen Völkerwanderung nur zur geringen
Theil über den Kaukasus gezogen, wo noch einige
Zurückblieben während die andern weiter zogen:
der größte Theil jedoch iſt jar nicht über dem Kaukaſus
gekommen. Durch ſolche Zuge, wo immer einige
auf hohen Gebirgen zurückblieben entſteht
die jederzeit ſo große Verſchiedenheit der Gebirgsvölker
; ſo werden in der Mexikaniſchen Republik
viele Sprachen geſprochen; während unten im allen
Continent der große Zug der Völkerwanderungen
von O. gegen SW. ging, ſo in Amerika von N. gegen S.;
man kann dieſe Völkerwanderung in Amerika hiſtoriſch
verfolgen bis an den Gila Strom.
Die Geſchichte lehrt uns zwar nicht den Uebergang
über den Iſthmus von Panama, doch aus denkmälern
nun Traditionen kann man dieſe Völkerwanderung
von den Ufern des Gila Stroms verfolgen
bis nach Carabua. Einige von dieſen wanderden
Völkern ſind in den Gebirgen von Mexikositzen geblieben
, während die andern fortzogen, und eben
ſo geſchah es auch am Kaukasus. – Ein großer
Theil der Völkerſchaften der kaukasiſchen Race iſt
gar nicht über den Kaukasus gekommen, ſondern
hat ihn umgangen, zu dieſen gehört eine Maſse von
Völkerſchaften die die jetzigen und die ältern Bewohner
Europas aus machen, des helleniſchen, germaniſchen
, pelasgiſchen und baskiſchen Stammes;
eben ſo auch die Sinnen und Lappen.
In ganz Europa iſt eigentlich nur eine ſehr geringe
Maſse von Völkern, wenn man auf ihre Abſtam̃ung
ſieht. Man kann ſie kaum auf 5 oder 6 bringen; ja
wenn man noch hinzurechnet welche Ähnlichkeit ſich
in den Sprachen bei dem indiſch germaniſchen Stamm
und den ſlaviſchen und keltiſchen Völkern erweiſen,
ſo iſt es ſchwer die großen Unterſchiede feſtgeſtellen die
man früher darin gemacht hat. Leibnitz machte zuerſt
über den Iſthmus von Panama, doch aus denkmälern
nun Traditionen kann man dieſe Völkerwanderung
von den Ufern des Gila Stroms verfolgen
bis nach Carabua. Einige von dieſen wanderden
Völkern ſind in den Gebirgen von Mexikositzen geblieben
, während die andern fortzogen, und eben
ſo geſchah es auch am Kaukasus. – Ein großer
Theil der Völkerſchaften der kaukasiſchen Race iſt
gar nicht über den Kaukasus gekommen, ſondern
hat ihn umgangen, zu dieſen gehört eine Maſse von
Völkerſchaften die die jetzigen und die ältern Bewohner
Europas aus machen, des helleniſchen, germaniſchen
, pelasgiſchen und baskiſchen Stammes;
eben ſo auch die Sinnen und Lappen.
In ganz Europa iſt eigentlich nur eine ſehr geringe
Maſse von Völkern, wenn man auf ihre Abſtam̃ung
ſieht. Man kann ſie kaum auf 5 oder 6 bringen; ja
wenn man noch hinzurechnet welche Ähnlichkeit ſich
in den Sprachen bei dem indiſch germaniſchen Stamm
und den ſlaviſchen und keltiſchen Völkern erweiſen,
ſo iſt es ſchwer die großen Unterſchiede feſtgeſtellen die
man früher darin gemacht hat. Leibnitz machte zuerſt
darauf aufmerksam. Lange hat man geglaubt daß
der ſlaviſche Stamm ſehr vereinzelt ſtände, aber
man hat viel Verwandſchaft mit den ruſsiſchen, polniſchen
und auf lettiſchen Völkern und Sprachen gefunden.
Wollten wir jedoch dennoch die ſlaviſchen und keltiſchen
Stämme unterſcheiden, wie es nach dem Charackter
der äußere Bildung nöthig zu ſein ſcheint, ſo kann
man ſie zurückführen auf folgende Stämme: –
Um im äußerſten Weſten anzufangen: 1, Basken und
Iberer; an letztern ſchlieſsen ſich 2, die Kelten aus
deren Vermengung Celteberier 3, Germaniſche
Stämme. 4, Finnen, Tſchudiſche Stämme zu ihren
ſcheinen die Madſcharen in Ungarn zu gehören
In Italien außerdem was durch die germaniſchen
Stämme hineingekommen iſt: 5, die Etrusker. Es
iſt ſehr ſchwierig zu unterſcheiden was vor dem
Colonie Weſen dort geweſen iſt, und was erſt
durch daſselbe entſtand, und endlich 7, die Slaven
und Letten durch Einwanderungen von Süden.
Wir haben nur einige von dieſen Völkerſtämmen heraus:
Die Tſchudiſchen Völkerſtämme oder die Finnen die
man auch die Uraliſche Race nennt. Zu ihnen gehören
der ſlaviſche Stamm ſehr vereinzelt ſtände, aber
man hat viel Verwandſchaft mit den ruſsiſchen, polniſchen
und auf lettiſchen Völkern und Sprachen gefunden.
Wollten wir jedoch dennoch die ſlaviſchen und keltiſchen
Stämme unterſcheiden, wie es nach dem Charackter
der äußere Bildung nöthig zu ſein ſcheint, ſo kann
man ſie zurückführen auf folgende Stämme: –
Um im äußerſten Weſten anzufangen: 1, Basken und
Iberer; an letztern ſchlieſsen ſich 2, die Kelten aus
deren Vermengung Celteberier 3, Germaniſche
Stämme. 4, Finnen, Tſchudiſche Stämme zu ihren
ſcheinen die Madſcharen in Ungarn zu gehören
In Italien außerdem was durch die germaniſchen
Stämme hineingekommen iſt: 5, die Etrusker. Es
iſt ſehr ſchwierig zu unterſcheiden was vor dem
Colonie Weſen dort geweſen iſt, und was erſt
durch daſselbe entſtand, und endlich 7, die Slaven
und Letten durch Einwanderungen von Süden.
Wir haben nur einige von dieſen Völkerſtämmen heraus:
Die Tſchudiſchen Völkerſtämme oder die Finnen die
man auch die Uraliſche Race nennt. Zu ihnen gehören
die Hunnen die alten Chiongus geweſen wären;
nach neueſten Untersuchungen ſind aber die
Chiongus kurkiſchen Urſprungs. – Durch die Huñen
bekam man freilich keine ſehr glänzende Idee von
den tſchudiſchen Völkerſtämmen. Ein Schriftſteller
aus dem 2ten Jahrhundert erwähnt ihrer in einer
gräßlichen Beſchreibung, wo er ſie beinah als
Thiere ſchildert „oculi cum puncti” , und Sidonius
von Apollonia, Biſchoff von Clermont im 5ten Jahrhundert
ſagt gar von ihnen „oculis absentibus” . Es
hatten dieſe übertriebene Beſchreibungen ihren
Grund darin, daß die Europäer ſchon an ſchönere
Völkerſtämme gewohnt waren, wie die Vandalen.
etc. Man beſchrieb die Hunnen als große Fleiſch klumpen
, die nur dadurch etwas menſchliches zeigten,
daß ſie eine Sprache hätten; man ſchrieb ihnen Naſenlosigkeit
zu, indem ihre Nasen ſehr eingedrückt ſind.
Die Hunen müſsen nicht mit den Mongolen werden,
die ein öſtlichen Aſien wohnten, zwiſchen beide
wohnten ſehr ſchöne Menſchenſtämme, der Türken.
Erſt ſpäter ſind ſie ſich näher gekommen. – Mit dieſen
Hunnen gehören ſie zu demselben finniſchen Völkerſtamm
die ſchönen Madſcharen die mit den Avaren
nach neueſten Untersuchungen ſind aber die
Chiongus kurkiſchen Urſprungs. – Durch die Huñen
bekam man freilich keine ſehr glänzende Idee von
den tſchudiſchen Völkerſtämmen. Ein Schriftſteller
aus dem 2ten Jahrhundert erwähnt ihrer in einer
gräßlichen Beſchreibung, wo er ſie beinah als
Thiere ſchildert „oculi cum puncti” , und Sidonius
von Apollonia, Biſchoff von Clermont im 5ten Jahrhundert
ſagt gar von ihnen „oculis absentibus” . Es
hatten dieſe übertriebene Beſchreibungen ihren
Grund darin, daß die Europäer ſchon an ſchönere
Völkerſtämme gewohnt waren, wie die Vandalen.
etc. Man beſchrieb die Hunnen als große Fleiſch klumpen
, die nur dadurch etwas menſchliches zeigten,
daß ſie eine Sprache hätten; man ſchrieb ihnen Naſenlosigkeit
zu, indem ihre Nasen ſehr eingedrückt ſind.
Die Hunen müſsen nicht mit den Mongolen werden,
die ein öſtlichen Aſien wohnten, zwiſchen beide
wohnten ſehr ſchöne Menſchenſtämme, der Türken.
Erſt ſpäter ſind ſie ſich näher gekommen. – Mit dieſen
Hunnen gehören ſie zu demselben finniſchen Völkerſtamm
die ſchönen Madſcharen die mit den Avaren
Ungarn eins ſind. Sehr wahrſcheinlich iſt es, daß ſie
ſich mit den Türken vermiſcht haben, wie es überhaupt
die Erfahrung zeigt, daß alte Völkerſtäm̃e
die mit den Türken in nahe Verbindung getreten
ſind, verſchönert haben.
Zu dieſer kaukasiſchen Race gehören, wie die ſyſtematiſchen
Claſsificirer es haben wollen außer
den europäiſchen Völkerſtämmen alle Türken,
Araber, Perser, Indier, Abeſsinier etc.
62. Vorlesung, 26. April 1828
Ungefähr
440 Mil. Menſchen, wovon ein Viertel indiſchen Urſprungs
: im eigentliche Sinne, nicht von den Sprachen
hergeleitet.
Sprachfamilien. Wer ſich rühmt alle Sprachen zu
kennen, würde eigentlich keinen ſo großen Ruhm haben;
es würden am Ende doch nur 8 oder 9 ſein, die ſich
wieder auf 3 Hauptſprachen reduciren laſsen:
der baskiſchen Sprachen, der ſanſkritaliſchen und
finniſchen. Zu den ſanſkritaliſchen Sprachen ſind
zu rechnen: die indogermaniſchen, pelasge-germaniſchen
, ſlaviſchen und keltiſchen Sprachen, die nach
W v Humboldt alle eine große Ähnlichkeit in den
grammatiſchen Formen haben.
ſich mit den Türken vermiſcht haben, wie es überhaupt
die Erfahrung zeigt, daß alte Völkerſtäm̃e
die mit den Türken in nahe Verbindung getreten
ſind, verſchönert haben.
Zu dieſer kaukasiſchen Race gehören, wie die ſyſtematiſchen
Claſsificirer es haben wollen außer
den europäiſchen Völkerſtämmen alle Türken,
Araber, Perser, Indier, Abeſsinier etc.
62. Vorlesung, 26. April 1828
Ungefähr
440 Mil. Menſchen, wovon ein Viertel indiſchen Urſprungs
: im eigentliche Sinne, nicht von den Sprachen
hergeleitet.
Sprachfamilien. Wer ſich rühmt alle Sprachen zu
kennen, würde eigentlich keinen ſo großen Ruhm haben;
es würden am Ende doch nur 8 oder 9 ſein, die ſich
wieder auf 3 Hauptſprachen reduciren laſsen:
der baskiſchen Sprachen, der ſanſkritaliſchen und
finniſchen. Zu den ſanſkritaliſchen Sprachen ſind
zu rechnen: die indogermaniſchen, pelasge-germaniſchen
, ſlaviſchen und keltiſchen Sprachen, die nach
W v Humboldt alle eine große Ähnlichkeit in den
grammatiſchen Formen haben.
1; Baskiſche Sprache. Jetzt noch bei den Eskovas nur
ungefähr noch jetzt von einem Stamm von 700,000
Köpfen. Früher war es gewiß ein großer Stamm,
der die Ufer des mittelländiſchen Meers bewohnte
. Zu dieſen hat wahrſcheinlich gehört eine Nation
von höherer Cultur die Todetaner eines
der erſten Stämme der Iberier, deſsen ganze
Literatur aber untergegangen iſt.
2, Keltiſche Sprache, wo jetzt noch die Galiſche Sprache
übrig iſt, die Kimbriſche gehört ebenfalls hinzu.
Das Galiſche wird jetzt noch geſprochen in Schottland
, Irland und Wales von 8½ Mil. Menſchen.
3, Germaniſche Sprachen, geſprochen von 60 Mil. Menſchen.
4, Slaviſche Sprache 70 vielleicht 72 Mil. Menſchen,
die den ganzen Theil von Europa einnehmen,
vom adriatiſchen Meer bis zur Oſtſee, nach und
nach verbreitete ſie ſich im nordöſtlichen Aſien
bis zum weſtlichen Amerika hin.
5, Lettiſche Sprache, fälſchlich germaniſch-slaviſche
genannt, indem man nur die Völker kannte, die
kaum ⅓ der geringen ausmachen die dieſe Sprache
ſprechen. Das Lettiſche iſt vollkommen verſchieden
vom ſlaviſchen, wie Wales auseinander geſetzt hat
ungefähr noch jetzt von einem Stamm von 700,000
Köpfen. Früher war es gewiß ein großer Stamm,
der die Ufer des mittelländiſchen Meers bewohnte
. Zu dieſen hat wahrſcheinlich gehört eine Nation
von höherer Cultur die Todetaner eines
der erſten Stämme der Iberier, deſsen ganze
Literatur aber untergegangen iſt.
2, Keltiſche Sprache, wo jetzt noch die Galiſche Sprache
übrig iſt, die Kimbriſche gehört ebenfalls hinzu.
Das Galiſche wird jetzt noch geſprochen in Schottland
, Irland und Wales von 8½ Mil. Menſchen.
3, Germaniſche Sprachen, geſprochen von 60 Mil. Menſchen.
4, Slaviſche Sprache 70 vielleicht 72 Mil. Menſchen,
die den ganzen Theil von Europa einnehmen,
vom adriatiſchen Meer bis zur Oſtſee, nach und
nach verbreitete ſie ſich im nordöſtlichen Aſien
bis zum weſtlichen Amerika hin.
5, Lettiſche Sprache, fälſchlich germaniſch-slaviſche
genannt, indem man nur die Völker kannte, die
kaum ⅓ der geringen ausmachen die dieſe Sprache
ſprechen. Das Lettiſche iſt vollkommen verſchieden
vom ſlaviſchen, wie Wales auseinander geſetzt hat
das Lettiſche welches noch Curland, Liefland und
Altpreußen geſprochen wird, ſcheint vielmehr aus dem
Sanſkrit direct herzuſtammen und nicht aus dem
Slaviſchen divinirt zu ſein.
6, Das Finniſche oder Tſchudiſche, in Finnland und
weiter gegen Rußland hin. Wahrſcheinlich auch in Ungarn
das Madſchariſche iſt hiezu gehörig.
7, Die ganze Familie der romaniſchen Sprachen,
das das lateiniſche Europa ſehr richtig benannt worden
iſt 75 Mil. Menſchen.
8, Ein kleiner Theil des Helleniſchen, das Albaniſche;
man fand dieß als einen beſondern Dialekt des
allen Griechiſchen, besonders hat es viel Ähnlichkeit
mit den Ioniſchen.
Man könnte noch hinzufügen die Inſel Malta,
wo noch Reſte der ſemitiſchen Sprachen gefunden ſind,
des Puniſchen.
Die Hauptſprachſtämme ſind aber auch nur das
Baskiſche, Tſchudiſche, und das imSO Aſien einen Urſprung
habenden Sanſkrit.
Durch chineſiſche Geſchichtsbücher hat man die hiſtoriſche
Entdeckung gemacht, daß es 200 Jahre vor Chr:
einen Indogermaniſchen Volksſtamm an der
Altpreußen geſprochen wird, ſcheint vielmehr aus dem
Sanſkrit direct herzuſtammen und nicht aus dem
Slaviſchen divinirt zu ſein.
6, Das Finniſche oder Tſchudiſche, in Finnland und
weiter gegen Rußland hin. Wahrſcheinlich auch in Ungarn
das Madſchariſche iſt hiezu gehörig.
7, Die ganze Familie der romaniſchen Sprachen,
das das lateiniſche Europa ſehr richtig benannt worden
iſt 75 Mil. Menſchen.
8, Ein kleiner Theil des Helleniſchen, das Albaniſche;
man fand dieß als einen beſondern Dialekt des
allen Griechiſchen, besonders hat es viel Ähnlichkeit
mit den Ioniſchen.
Man könnte noch hinzufügen die Inſel Malta,
wo noch Reſte der ſemitiſchen Sprachen gefunden ſind,
des Puniſchen.
Die Hauptſprachſtämme ſind aber auch nur das
Baskiſche, Tſchudiſche, und das imSO Aſien einen Urſprung
habenden Sanſkrit.
Durch chineſiſche Geſchichtsbücher hat man die hiſtoriſche
Entdeckung gemacht, daß es 200 Jahre vor Chr:
einen Indogermaniſchen Volksſtamm an der
Chineſiſchen Mauer im weſtlichen Theile von China die Usin:
blauäugig, blond, von ſehr weißer Farbe; ſie
wurden von den Chineſen gereizt auf die Chiongus
zu fallen, und ſo begann die Völkerwanderung
aber 5 Jahrhunderte früher als wir ſie gewöhnlich
ſetzen, wenigſten war ſchon 200 ante Christum die erſte
Veranlaſsung dazu gegeben werden.
Eben ſo auffallend ſind die germaniſchen Stäm̃e
die man noch jetzt im Innern Aſiens findet, die
Kirgieſen, die hinaufreichen bis gegen den Usin,
von ihnen ſtammen ſonderbare Inſchriften am Geneſey
, ſie reden aber türkiſch. Andere Volksſtämme
dagegen, die Eukaren haben eine rein perſiſche
Sprache, also eine indogermaniſche.
Noch auffallender hat der Abbe Remuſat eine rein
ſanskadaniſche Sprache bis in der Breite von
Madrid gefunden; es ſcheint dieß von einer indiſchen
Colonie herzuſtammen, wo reines Indiſches ſich
erhalten hat.
Gelbe Menſchenracen.
Zu dieſen gehören die Mongolen, Chineſen, Japaneſen
und die nicht negerartigen Bewohner der Südsee-
Inſeln; zuſammen 400 Mil. Menſchen. Die größten Weltreiche
ſind unter dieſer Menſchenrace entſtanden,
blauäugig, blond, von ſehr weißer Farbe; ſie
wurden von den Chineſen gereizt auf die Chiongus
zu fallen, und ſo begann die Völkerwanderung
aber 5 Jahrhunderte früher als wir ſie gewöhnlich
ſetzen, wenigſten war ſchon 200 ante Christum die erſte
Veranlaſsung dazu gegeben werden.
Eben ſo auffallend ſind die germaniſchen Stäm̃e
die man noch jetzt im Innern Aſiens findet, die
Kirgieſen, die hinaufreichen bis gegen den Usin,
von ihnen ſtammen ſonderbare Inſchriften am Geneſey
, ſie reden aber türkiſch. Andere Volksſtämme
dagegen, die Eukaren haben eine rein perſiſche
Sprache, also eine indogermaniſche.
Noch auffallender hat der Abbe Remuſat eine rein
ſanskadaniſche Sprache bis in der Breite von
Madrid gefunden; es ſcheint dieß von einer indiſchen
Colonie herzuſtammen, wo reines Indiſches ſich
erhalten hat.
Gelbe Menſchenracen.
Zu dieſen gehören die Mongolen, Chineſen, Japaneſen
und die nicht negerartigen Bewohner der Südsee-
Inſeln; zuſammen 400 Mil. Menſchen. Die größten Weltreiche
ſind unter dieſer Menſchenrace entſtanden,
aber ein von langen Dauer. Man denke nur an
Attila eigentlich nicht Mongolen, ſondern finniſchen
Stamms. ſ. oben Tamerlan, Tshingischan, ja auch
das der Chineſen, da es noch jetzt das größte von
allen Reichen iſt.
Lange Zeit hat man mongoliſch und tartariſch für
identiſch gehalten, ſelbſt noch in neuere Zeiten
war es die Meinung von Meiners und Schlöger. Es
iſt gewiß daß die Mongolen als ſie zuerſt in
Deutſchland einfielen und bei Varea 14 geſchlagen
wurden damals Tartaren genannt wurden
es geht dieß aus einem Brief des heiligen Ludwig hervor
den er an ſeine Mutter ſchreibt „ad tartareas
suas sedes” ein Wortſpiel durch daß in der ſpätern
Zeit das r in das Wort Tataren eingeſchoben
worden iſt, wodurch die falſche Benennung Tartaren
entſtand.
Eben ſo wie
Kannibalen
von Karibe
gemacht wurde
Die Verwechselung Schlögers
rührt von Tſchingishan her, der viel Mongolen in
ſeinem Heere hatte, die Benennung der Herrſcher
ging auf die Unterthanen über.
Schwarze Menſchenracen.
Die ſchwarze Menſchenrace iſt nicht allein auf Afrika,
in Suda eingeſchränkt, ſondern eben ſolche Neger
findet man in der Kette der Andama Inſeln die
Attila eigentlich nicht Mongolen, ſondern finniſchen
Stamms. ſ. oben Tamerlan, Tshingischan, ja auch
das der Chineſen, da es noch jetzt das größte von
allen Reichen iſt.
Lange Zeit hat man mongoliſch und tartariſch für
identiſch gehalten, ſelbſt noch in neuere Zeiten
war es die Meinung von Meiners und Schlöger. Es
iſt gewiß daß die Mongolen als ſie zuerſt in
Deutſchland einfielen und bei Varea 14 geſchlagen
wurden damals Tartaren genannt wurden
es geht dieß aus einem Brief des heiligen Ludwig hervor
den er an ſeine Mutter ſchreibt „ad tartareas
suas sedes” ein Wortſpiel durch daß in der ſpätern
Zeit das r in das Wort Tataren eingeſchoben
worden iſt, wodurch die falſche Benennung Tartaren
entſtand.
Eben ſo wie
Kannibalen
von Karibe
gemacht wurde
Die Verwechselung Schlögers
rührt von Tſchingishan her, der viel Mongolen in
ſeinem Heere hatte, die Benennung der Herrſcher
ging auf die Unterthanen über.
Schwarze Menſchenracen.
Die ſchwarze Menſchenrace iſt nicht allein auf Afrika,
in Suda eingeſchränkt, ſondern eben ſolche Neger
findet man in der Kette der Andama Inſeln die
Ardaphores, auf der Halbinſel Malacka, ferner in
Guinea; aber bei letztern hat man in neuern Zeiten
die Entdeckung gemacht, daß man die Andamanen,
die Bewohner des innern Landes, ganz andere Menſchen
ſeien als die Küſtenbewohner, die Pagus. Sehr
ſchwarze Menſchen findet man ferner in Van Dymens
Land, Neu Ireland und Neu Brittanien. Jedoch finden
ſich bei dieſen Schwarzen nicht überall die 3
Merkmale, welche man gewöhnlich für die ſchwarze
Menſchenrace aufſtellt. Von den zuerſt bekannten
Schwarzen wurden dieſe Merkmale hergenom̃en:
unter ſchwarze Farbe, wolliges Haar und eingedrückte
Nase. Im Innern von Afrika findet man die ſchwärzeſten
Menſchen, die Golofs, mit dünnen Lippen und
großen Nasen, die ſich anſchlieſsenden Fullas und
Timbus dagegen ſind bloß, haben aber vollkom̃en
Negerbildung und wolliges Haar. Die Kaffern
haben eine hohe Stirne, europäiſche Nase wolliges
Haar. Die Neu Irländer haben nur einen Facial
Wirkel von 68°, wenig ſchwarze Farbe, Vollhaare
und eingedrückte Nasen.
In Polyneſien iſt es ſehr merkwürdig denn wenn
man einen Meridian zieht von Neu Guinea aus,
Guinea; aber bei letztern hat man in neuern Zeiten
die Entdeckung gemacht, daß man die Andamanen,
die Bewohner des innern Landes, ganz andere Menſchen
ſeien als die Küſtenbewohner, die Pagus. Sehr
ſchwarze Menſchen findet man ferner in Van Dymens
Land, Neu Ireland und Neu Brittanien. Jedoch finden
ſich bei dieſen Schwarzen nicht überall die 3
Merkmale, welche man gewöhnlich für die ſchwarze
Menſchenrace aufſtellt. Von den zuerſt bekannten
Schwarzen wurden dieſe Merkmale hergenom̃en:
unter ſchwarze Farbe, wolliges Haar und eingedrückte
Nase. Im Innern von Afrika findet man die ſchwärzeſten
Menſchen, die Golofs, mit dünnen Lippen und
großen Nasen, die ſich anſchlieſsenden Fullas und
Timbus dagegen ſind bloß, haben aber vollkom̃en
Negerbildung und wolliges Haar. Die Kaffern
haben eine hohe Stirne, europäiſche Nase wolliges
Haar. Die Neu Irländer haben nur einen Facial
Wirkel von 68°, wenig ſchwarze Farbe, Vollhaare
und eingedrückte Nasen.
In Polyneſien iſt es ſehr merkwürdig denn wenn
man einen Meridian zieht von Neu Guinea aus,
ſo ſind diejenigen Inſeln welche weſtlich liegen
von ſchwarzen Menſchen bewohnt; dagegen öſtlich
davon weiße Menſchen wohnen. Ähnlich iſt es auch in
der Wüſte Sara, die im Stamme getheilt iſt die denſelben
Dialeckt ſprechen, und von denen einige ſehr ſchwarz
ſind, andern aber ganz bloß. – Auf den Südſee Inſeln
ſind einige ſehr ſchwarze, und grade die, die nicht einer
ſo beſondern ſtarken Sonnenhitze ausgeſetzt ſind.
Es war ſehr übel für La Peyrouse daß ſein Schiff gerade
auf den Seite ſcheiterte, wo die Schwarzen wohnen,
würde er weiter öſtlich geſcheitert ſein, ſo ware er
zu ſehr gutmüthigen Menſchen geſtoßen.
Die ſchönſten Menſchen unter den Bewohnern der Südſee
Inſeln ſind die der Neu-Carolinen. Nach Garnaux und
Cuvier’s Unterſuchungen haben dieſe viel Ähnlichkeit
mit der mongoliſchen Race, und auffallend genug
mehr in der Knochenbildung als in der Geſichtslinie.
Wir ſehen demnach in Polyneſien 3 Menſchenracen:
nördlich vom Aequator, kaukaſiſche mit mongoliſcher
Knochenbildung, weſtlich die Schwarzen, und öſtlich
die Malayiſche Race auf den Geſellſchafts Inſeln
von ſchwarzen Menſchen bewohnt; dagegen öſtlich
davon weiße Menſchen wohnen. Ähnlich iſt es auch in
der Wüſte Sara, die im Stamme getheilt iſt die denſelben
Dialeckt ſprechen, und von denen einige ſehr ſchwarz
ſind, andern aber ganz bloß. – Auf den Südſee Inſeln
ſind einige ſehr ſchwarze, und grade die, die nicht einer
ſo beſondern ſtarken Sonnenhitze ausgeſetzt ſind.
Es war ſehr übel für La Peyrouse daß ſein Schiff gerade
auf den Seite ſcheiterte, wo die Schwarzen wohnen,
würde er weiter öſtlich geſcheitert ſein, ſo ware er
zu ſehr gutmüthigen Menſchen geſtoßen.
Die ſchönſten Menſchen unter den Bewohnern der Südſee
Inſeln ſind die der Neu-Carolinen. Nach Garnaux und
Cuvier’s Unterſuchungen haben dieſe viel Ähnlichkeit
mit der mongoliſchen Race, und auffallend genug
mehr in der Knochenbildung als in der Geſichtslinie.
Wir ſehen demnach in Polyneſien 3 Menſchenracen:
nördlich vom Aequator, kaukaſiſche mit mongoliſcher
Knochenbildung, weſtlich die Schwarzen, und öſtlich
die Malayiſche Race auf den Geſellſchafts Inſeln
und Freundſchafts Inſeln. Im Innern der Südſee Inſeln
gibt es auch einige Schwarze auf den Philippinen
Blumenbach trennt noch die Malayiſche Race, und fügt
die Amerikaner hinzu, wodurch er ſeine Eintheilung
in 5 Racen erhält.
Die Amerikaner
Die Amerikaner ſind hauptſächlich merkwürdig
weil es keinen Menſchenſtamm gibt der ſo abgeſchloſſen
iſt, wie dieſe. Bei allen amerikaniſchen Stammen
iſt nicht bloß eine große Ähnlichkeit ihrer körperlichen
Formen ſondern auch in ihren Sprachen,
in den grammatiſchen Formen, und in der Zusam̃enſetzung
der Worte. Doch muß man unter ihnen unterſcheiden
die nördlichern Stämme, wo ſich eine
kaukaſiſche Race befindet: die Eskimos; auch ſelbſt
Tſchukſchen an der Bahrings-Straße und im ganzen
nördlichen Archipelagus N. von der Barrow Straße:
dieſe ganze Gegend iſt von Grönländern und Eskimos
bewohnt; die Rinder haben eine ganz weiße
Farbe, und erſt wenn ſie älter werden, wird ſie
gelb, was zu den Glauben geführt hat ſie ſeine ein
mongoliſcher Stamm. – Blumenbach hat geglaubt daß
gibt es auch einige Schwarze auf den Philippinen
Blumenbach trennt noch die Malayiſche Race, und fügt
die Amerikaner hinzu, wodurch er ſeine Eintheilung
in 5 Racen erhält.
Die Amerikaner
Die Amerikaner ſind hauptſächlich merkwürdig
weil es keinen Menſchenſtamm gibt der ſo abgeſchloſſen
iſt, wie dieſe. Bei allen amerikaniſchen Stammen
iſt nicht bloß eine große Ähnlichkeit ihrer körperlichen
Formen ſondern auch in ihren Sprachen,
in den grammatiſchen Formen, und in der Zusam̃enſetzung
der Worte. Doch muß man unter ihnen unterſcheiden
die nördlichern Stämme, wo ſich eine
kaukaſiſche Race befindet: die Eskimos; auch ſelbſt
Tſchukſchen an der Bahrings-Straße und im ganzen
nördlichen Archipelagus N. von der Barrow Straße:
dieſe ganze Gegend iſt von Grönländern und Eskimos
bewohnt; die Rinder haben eine ganz weiße
Farbe, und erſt wenn ſie älter werden, wird ſie
gelb, was zu den Glauben geführt hat ſie ſeine ein
mongoliſcher Stamm. – Blumenbach hat geglaubt daß
am Pole preſthafte Menſchen wohnten, und einen
Polarſtamm angenommen wozu er die Lappen, Samojeden
und Eskimos rechnete; es ſind dieß aber ganz
verſchiedene Meſchenſtämme: die Lappen gehören
zu den Finnen; die Samojeden wohnen nicht im
nördlichen Aſien in der Nähe des Pols, ſondern auch
in Süd Aſien. Klaproth hat die beiden Stämme verglichen
und gefunden daß ſie zu einem Stamm gehören
. Von dieſen ſind beſonders diejenigen Samojeden
die im Gouvernement Perl wohnen, weiß und ſehr
ſchlank; durch das Klima haben ſie die Geſtaltungen
in demselben Stamm ſehr geändert, aber der Haupt Typus
iſt bei ihnen derſelbe. – Eben ſo müſsen wir
den dritten Stamm die Eskimos, die Blumenbach zu
den Polar Racen zählte zur kaukaſiſchen Race rechnen,
die den nördlichen Theil von Amerika bewohnen. Bekannt
iſt es, daß bevor man die Eskimos kannte,
ſchon lebendige Eskimos nach Valacey’s Angabe 1683 und
1684 in Brittanien durch den Golfſtrom auf ihren Canots
verſchlagen worden waren; ja wahrſcheinlich
waren es auch Eskimos, die zur Zeit der Römer in
Gallien anlangten, und die G. Mutalius Celo Toden hielt
Polarſtamm angenommen wozu er die Lappen, Samojeden
und Eskimos rechnete; es ſind dieß aber ganz
verſchiedene Meſchenſtämme: die Lappen gehören
zu den Finnen; die Samojeden wohnen nicht im
nördlichen Aſien in der Nähe des Pols, ſondern auch
in Süd Aſien. Klaproth hat die beiden Stämme verglichen
und gefunden daß ſie zu einem Stamm gehören
. Von dieſen ſind beſonders diejenigen Samojeden
die im Gouvernement Perl wohnen, weiß und ſehr
ſchlank; durch das Klima haben ſie die Geſtaltungen
in demselben Stamm ſehr geändert, aber der Haupt Typus
iſt bei ihnen derſelbe. – Eben ſo müſsen wir
den dritten Stamm die Eskimos, die Blumenbach zu
den Polar Racen zählte zur kaukaſiſchen Race rechnen,
die den nördlichen Theil von Amerika bewohnen. Bekannt
iſt es, daß bevor man die Eskimos kannte,
ſchon lebendige Eskimos nach Valacey’s Angabe 1683 und
1684 in Brittanien durch den Golfſtrom auf ihren Canots
verſchlagen worden waren; ja wahrſcheinlich
waren es auch Eskimos, die zur Zeit der Römer in
Gallien anlangten, und die G. Mutalius Celo Toden hielt
und ſie nach Rom ſchickte.
Unter den Ureinwohnern von Amerika finden ſich
Hinsichts der Farbe merkwürdige Unterſchiede. Man
ſollte glauben, daß die Bewohner der temperirten
Zonen, und unter dem Aequator in den höhern
Gegenden weißer ſein müßten als die übrigen,
aber grade im Gegentheil ſind die Bewohner der
temperirten Zone am dunkelſten gefärbt. Die Bewohner
der Gegenden nördlich von Mexiko, haben
ſtarke Bärte, und ſind eine dunkle Menſchenrace obgleich
ſie in einem milden Klima leben bei 28 und
30° n B. Eben ſo findet man hinwiederum in den
Ebenen der Tropengenden ſehr weiße Menſchenracen
, ſo an den Quellen des Orinoko, die wie
Meſtzigen ausſehen.
Die Form der Schädel von denen die der Caraiben
ſo auffallend waren dadurch daß ſie ſo deprimirte
Stirnen haben, iſt bloß ein Werk der Kunſt. Die Köpfe
der Kinder werden zwiſchen 2 Bretter gebracht
die nach und nach zuſammen gedrückt werden, ſo daß
die Stirn mehr zurüktreten muß. Eben ſo bringen
ſie in dem Muskelfleiſch bandartige Ringe hervor,
durch breite Lederriemen die ſie ſehr feſt um den Leib ziehen.
Unter den Ureinwohnern von Amerika finden ſich
Hinsichts der Farbe merkwürdige Unterſchiede. Man
ſollte glauben, daß die Bewohner der temperirten
Zonen, und unter dem Aequator in den höhern
Gegenden weißer ſein müßten als die übrigen,
aber grade im Gegentheil ſind die Bewohner der
temperirten Zone am dunkelſten gefärbt. Die Bewohner
der Gegenden nördlich von Mexiko, haben
ſtarke Bärte, und ſind eine dunkle Menſchenrace obgleich
ſie in einem milden Klima leben bei 28 und
30° n B. Eben ſo findet man hinwiederum in den
Ebenen der Tropengenden ſehr weiße Menſchenracen
, ſo an den Quellen des Orinoko, die wie
Meſtzigen ausſehen.
Die Form der Schädel von denen die der Caraiben
ſo auffallend waren dadurch daß ſie ſo deprimirte
Stirnen haben, iſt bloß ein Werk der Kunſt. Die Köpfe
der Kinder werden zwiſchen 2 Bretter gebracht
die nach und nach zuſammen gedrückt werden, ſo daß
die Stirn mehr zurüktreten muß. Eben ſo bringen
ſie in dem Muskelfleiſch bandartige Ringe hervor,
durch breite Lederriemen die ſie ſehr feſt um den Leib ziehen.
An der weſtlichen Küſte von Amerika wohnt eine blauäugige
Menſchenrace, zuerſt von Marchaud aufgefunden
, und zwar in einer Gegend wo von keiner
Gemeinſchaft mit den Europäern hat
die Rede ſein können. Vielleicht iſt es möglich daß
ſie zuſammenhängen mit dem Indo-germaniſchen
Stamm in Aſien, doch findet man keine ähnlichen
Menſchen jenseit des Amu Fluſses.
Eine andere ſonderbare Form findet man nicht mehr
im Leben, ſondern nur in den Abbildungen, mit
ungeheuren Habichts Nasen. Man findet dieſe Abbildungen
auf Monumenten beſonders in Guatimala
; ſo eine Adoration des Kreuzes etc. Eben ſo
eine Abbildung der erſten Menſchen, wo die amerikaniſche
Eva ebenfalls mit einer ſolchen Nase
dargeſtellt iſt. – Merkwürdig iſt dabei die große
Uebereinſtimmung hinsichts der Nasen bei den
verſchiedenen menſchlichen Figuren, ſo daß die
Frage aufgeworfen iſt, ob dieß bloß ein Spiel der
Phantaſie ſein ſollte, oder ob es wirklich ſolche
Menſchenſtämme gegeben hat die ausgeſtorben ſind,
und man iſt ſehr geneigt für letzteres einzugehen.
Menſchenrace, zuerſt von Marchaud aufgefunden
, und zwar in einer Gegend wo von keiner
Gemeinſchaft mit den Europäern hat
die Rede ſein können. Vielleicht iſt es möglich daß
ſie zuſammenhängen mit dem Indo-germaniſchen
Stamm in Aſien, doch findet man keine ähnlichen
Menſchen jenseit des Amu Fluſses.
Eine andere ſonderbare Form findet man nicht mehr
im Leben, ſondern nur in den Abbildungen, mit
ungeheuren Habichts Nasen. Man findet dieſe Abbildungen
auf Monumenten beſonders in Guatimala
; ſo eine Adoration des Kreuzes etc. Eben ſo
eine Abbildung der erſten Menſchen, wo die amerikaniſche
Eva ebenfalls mit einer ſolchen Nase
dargeſtellt iſt. – Merkwürdig iſt dabei die große
Uebereinſtimmung hinsichts der Nasen bei den
verſchiedenen menſchlichen Figuren, ſo daß die
Frage aufgeworfen iſt, ob dieß bloß ein Spiel der
Phantaſie ſein ſollte, oder ob es wirklich ſolche
Menſchenſtämme gegeben hat die ausgeſtorben ſind,
und man iſt ſehr geneigt für letzteres einzugehen.
Die Frage ob die Malagiſche Sprache auf den Südſee
Inſeln mit den amerikaniſchen zuſammenhänge
iſt neuerdings vielfach unterſucht worden; W.v. Flamboldt
hat Anklänge in den grammatiſchen Formen
gefunden.
Wir ſehen daß die erſte Cultur keinen Menſchenſtam̃
allein angehöre, ſo finden wir gleichfertig Cultur,
bei dem Mongolen, im Indus, und in Aegypten.
Unter der kaukaſiſchen Race ſehen wir die erſten
leuchtenden Punkte in Oſtindien am den Ufern des
Euphrat und Iran, wo das Zend einen ſehr alten
Urſprung bezeugt. In den Keilſchriften die man
im Perſepolis entdeckte findet man 3 Sprachen
zuſammen: die eine davon iſt das alte Zend,
die andere iſt eine ſemitiſche Sprache und von
der 3ten iſt es noch unbekannt man weiß nicht
recht welche Sprache dieſes ſei; also iſt das frühe
Aufkeimen bei mehreren Stämmen zugleich. Wenn
wir die Litteratur in Aſien, des Hellas und in Iberien,
– der alten Totanen – beobachten ſo geht es uns
ſo wie mit den Himmelskürzern, deren Intensität
des Lichts wir wohl kennen, aber deren relative Entfernung
uns noch ganz unbekannt iſt. So weiß man nicht
Inſeln mit den amerikaniſchen zuſammenhänge
iſt neuerdings vielfach unterſucht worden; W.v. Flamboldt
hat Anklänge in den grammatiſchen Formen
gefunden.
Wir ſehen daß die erſte Cultur keinen Menſchenſtam̃
allein angehöre, ſo finden wir gleichfertig Cultur,
bei dem Mongolen, im Indus, und in Aegypten.
Unter der kaukaſiſchen Race ſehen wir die erſten
leuchtenden Punkte in Oſtindien am den Ufern des
Euphrat und Iran, wo das Zend einen ſehr alten
Urſprung bezeugt. In den Keilſchriften die man
im Perſepolis entdeckte findet man 3 Sprachen
zuſammen: die eine davon iſt das alte Zend,
die andere iſt eine ſemitiſche Sprache und von
der 3ten iſt es noch unbekannt man weiß nicht
recht welche Sprache dieſes ſei; also iſt das frühe
Aufkeimen bei mehreren Stämmen zugleich. Wenn
wir die Litteratur in Aſien, des Hellas und in Iberien,
– der alten Totanen – beobachten ſo geht es uns
ſo wie mit den Himmelskürzern, deren Intensität
des Lichts wir wohl kennen, aber deren relative Entfernung
uns noch ganz unbekannt iſt. So weiß man nicht
ob die Literatur von Perſien älter iſt, oder die der
Meere in Aegypten.
Das Blühen der Cultur iſt aber nicht ſowohl aus der
Abſtammung ſelbſt hervorgegangen als vielmehr
durch die Unterſchiede im Menſchengeſchlecht.
So ſehen wir auch die großen Unterſchiede zwiſchen
den Menſchen welche das Kaſtenweſen gehabt haben
oder wo ein permanenter Deſpotismus ſtereotyp
geblieben iſt, und denen wo eine gewiſse geiſtige
Freiheit herrſchte. Bei jenem finden wir mehr
eine Maſsencultur als des einzelnen Individuums
, wir ſehen dabei hauptsächlich alles das ausgebildet
, was auf Bequemlichkeit Bezug hat,
Straßenbau etc, weniger geiſtiges denken. Die
ſchönſte Blüte finden wir da wo eine geiſtige
Freiheit herrſchte; wir ſehen ſie zuerſt in Hellas,
ſpäter unter den germaniſchen Stämmen, wodurch
ſie ſich über ganz Europa ausdehnte.
Geſchloſsen den
26ſten April
1828.
Meere in Aegypten.
Das Blühen der Cultur iſt aber nicht ſowohl aus der
Abſtammung ſelbſt hervorgegangen als vielmehr
durch die Unterſchiede im Menſchengeſchlecht.
So ſehen wir auch die großen Unterſchiede zwiſchen
den Menſchen welche das Kaſtenweſen gehabt haben
oder wo ein permanenter Deſpotismus ſtereotyp
geblieben iſt, und denen wo eine gewiſse geiſtige
Freiheit herrſchte. Bei jenem finden wir mehr
eine Maſsencultur als des einzelnen Individuums
, wir ſehen dabei hauptsächlich alles das ausgebildet
, was auf Bequemlichkeit Bezug hat,
Straßenbau etc, weniger geiſtiges denken. Die
ſchönſte Blüte finden wir da wo eine geiſtige
Freiheit herrſchte; wir ſehen ſie zuerſt in Hellas,
ſpäter unter den germaniſchen Stämmen, wodurch
ſie ſich über ganz Europa ausdehnte.
Geſchloſsen den
26ſten April
1828.